[CH] Jugendfreizeit auf der Meglisalp - Alpstein

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  • Wafer

    Lebt im Forum
    • 06.03.2011
    • 5463

    • Meine Reisen

    [CH] Jugendfreizeit auf der Meglisalp - Alpstein

    Tourentyp
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    Mitreisende
    Letztes Jahr war das dritte mal die Jugendfreizeit auf der Meglisalp. Also Grund genug auch hier mal ein paar Sätze darüber zu verlieren.
    Angefangen hat alles damit, dass mich der Leiter einer Jugendgruppe angesprochen hat, ob ich nicht mal eine Jugendfreizeit in den Berger organisieren könne. Man habe zwar in der Vergangenheit durchaus schon mal die eine oder andere Freizeit in den Bergen veranstalltet aber so richtig gut seien die nie besucht gewesen.
    Ein Stand-quartier musste ich nicht lange suchen: Die Meglisalp im Alpstein war mir schon öfters als Gruppen-tauglich aufgefallen. Die haben in einem Nebenhaus Lager mit Duschen und sonstiger Infra-struktur untergebracht, so das eine Gruppe hier sehr gut unterkommen kann.
    Die Wirtsleute kenne ich sehr gut - ich war nicht um sonst schon über 10 mal auf der Hütte. Er regiert in der Küche - und das macht er wirklich hervorragend! So mancher im Tal kann sich an seiner Tafelkunst was abschneiden. Sie regiert im Service.
    Die Meglisalp selber liegt auf 1.520 Metern und ist eine Hochalm mit viel Platz drum rum. Da stehen ca. 20 Häuser und kleine Hüttchen, von denen die meisten noch durch die aktive Almarbeit genutzt werden.
    Die letzten Jahre habe ich die Freizeit immer 4 Tage lang veranstalltet.

    1. Tag: Aufstieg
    Treffpunkt Donnerstags gegen 12 Uhr in Wasserauen an der Talstations der Seilbahn zur Ebenalp. Die Bahn bringt uns dann auf die Ebenalp. Wir steigen noch zum Gasthaus Ebenalp auf um den Rundblick vom Bodensee bis zum Alpstein zu genießen. Dann steigen wir ein Stück ab und wandern durch eine Höhle zum Wildkirchli. Das ist eine Kapelle, die in eine Höhle gebaut wurde. Über einen Steig geht es dann noch abwärts zum Gasthaus Äscher zum Mittagessen.

    Das Gasthaus ist unter einen Überhang gebaut und hat nur 3 Außenwände - die vierte wird direkt durch den Fels gebildet. Ob in der Küche, im Gastraum oder den sanitären Anlagen: Die Hüttenrückwand ist der unbearbeitete Fels! Das gibt ein tolles Ambiente!
    Auch die Aussicht über den Seealpsee in den Alpstein hinein ist absolut lohnenswert.
    Dann erfolgt ein Abstieg hinab zum Seealpsee mit den Gasthäusern Forelle und Seealpsee. Auf der Terasse von dem Gasthaus Forelle muss man ein Appenzeller Bier trinken. Warum? Weil auf dem Etikett der Bierflasche genau dieser Ausblick gemalt ist.
    Dann folgt ein Aufstieg durch die Wand hinter der Hütte. Auf dem Bild vom Äscher sieht man den See mit dem dahinterligenden Wald. Durch den geht es hoch bis man dann durch die Wand darüber steigt. Das ist ein versicherter Steig der in dem im Frühjahr durchaus teilweise noch reichlich Schnee liegt.
    Dann kommt man hinauf auf die Hochalm der Meglisalp. Direkt bei der Hütte ist die Hochalm recht eben und es gibt viel Platz.

    2. Tag: Bergtour
    Der Freitag wird meist durch Wanderungen genutzt. Einmal sind wir z.B. auf den Säntis (2.502 m) gestiegen. Das ist der höchste Berg im Appenzeller Land. Ein grandioser Aussichtsgipfel! Bei dem Berggasthaus 'Alter Säntis' sieht man wie er gewachsen ist. Die Bergstation der Säntisbahn ist etwas zu groß geraten - ein übler Betonklotz mit einem riesen Funkturm oben drauf.

    In Richtung Süden sieht man die Churfirsten liegen.

    Der Weiterweg führte uns über den Liesengrat. Die Gratüberschreitung ist ein versicherter Steig der in dieser Richtung gegangen ein paar Höhenmeter verliert. Trotzdem braucht man ca. 2 Stunden bis man am Rotsteinpass (2.122 m) ist. Hier ist Schwindefreiheit und Trittsicherheit absolut unerlässlich. Auf diesen Teil der Tour haben wir auch nicht alle Teilnehmer dabei gehabt. Ein andere Teil hat sich zwischenzeitlich die Zeit auf der Meglisalp vertrieben - einer hat sogar einen Fußball mit hochgetragen. Andere haben eher kleinere Touren gemacht.
    Am Rotsteinpass haben sich in den letzten Jahren wieder ein paar Rudel Steinböcke zusammengefunden. Die haben wir bisher jedes Jahr gesehen - und wenn nur aus der Ferne. So nah wie hier sind wir aber nur selten ran gekommen.
    Von der Rotsteinpasshütte kann man auch über den Altmann steigen. Das ist dann ein Weg der mit Eisenleitern bestückt ist und recht ausgesetzt ist. Bei einer Überschreitung kommt man auf der anderen Seite auf die Zwinglipasshütte (eine kleine SAC-Hütte) und kann von dort z.B. zum Gasthaus Bollenwees absteigen.
    Der Abstieg zur Meglisalp kann recht schnell gehen - wenn z.B. noch genug Schnee liegt. Mit den Tourenstöcken und ausreichend festem Schuhwerk kann man sehr elegant die Schneefelder abfahren. Die diese meist sehr gut einsehbar sind und in der Regel unten auch flach auslaufen kann man 600 Höhenmeter locker unter einer Stunde runter gehen. Wenn man das nicht macht ist man schon 1, 5 h unterwegs.


    3. Tag: Nochmal ein Wandertag

    Das eine Jahr sind wir z.B. von der Meglisalp über den Widderalpsattel (1.856 m) zur Widderalp und durch den Stiefel (1.317 m) wieder zum Gasthaus Bollenwees (1.470 m) aufgestiegen. Das ist ein absolut grandios gelegener Berggasthof am Fählensee. Die Fählenalp auf der anderen Seite wird heute noch Bewirtschaftet. Die Erzeugnisse werden dann auf Eseln am See entlang bis zum Bollenwees gebracht. Ab dort können sie im Auto zu Tal befördert werden.
    Am Hang liegt die Hundsteinhütte - eine Lokation des Schweizer Alpen Clubs (SAC). Ein sehr beliebter Standort für Kletterer am Hundstein oder in den Kreuzbergen.
    Der Rückweg führte uns über die Chalberweid (1.317 m) hinauf zur Bogartenlücke (1.709 m) und auf der anderen Seite hinunter bis zu den Chliehütten (1.200 m). Von dort kann man entweder über Seealpsee und durch die Wand ober über die Schrennen wieder zurück zur Meglisalp.

    4. Tag: Gottesdienst in der Kapelle und Abstieg
    Sonntags veranstallten wir meist einen Gottesdienst in der kleinen Kapelle. Wir waren einmal so viele - es war noch eine Gruppe aus St. Gallen zu uns gestoßen - dass wir in der Kapelle noch Bänke im Mittelgang aufstellen mussten.
    Nach einem letzten Genuß der guten Küche steigen wir dann ab. Aber nicht immer direkt! Ein Jahr sind wir erst mal wieder bis zur Ageteplatte (1.896 m) aufgestiegen um dann wieder über einen versicherten Steig hinab zum Oberen Messmer - wieder ein Berggasthof - ab zu steigen.
    Auch von dort kann man wieder zum Seealpsee absteigen. Die Aussicht geht dann in Richtung Norden. Da geben sich die Berge des Appenzeller Landes nicht ganz so hochalpin.

    Das Appenzeller Land eignet sich sehr gut auch für einzelne Touren bis zu Wochenwanderungen. Das Hüttennetz ist dank des Bergwirtevereins mit Berggasthäusern gut erschlossen. Für die Schweiz ist dort die Hüttendichte außergewöhnlich hoch. Trotzdem sind dort meist nur Schweizer unterwegs - was einen wundert wenn man sich die Lage des Appenzeller Landes direkt am Bodensee und dem Rheintal anschaut.


    Ein andermal sind wir noch von Brülisau auf den Hohen Kasten gefahren. Der Tiefblick ins Rheintal ist einfach grandios! Auch der Blick auf den gesmaten Alpstein ist nicht von schlechten Eltern!
    Links kann man Ansätze des Rheintals erkennen. Von den Kreuzbergen (2.065 m) - im Bild links die hohen Zacken an der Wolke - ins Rheintal (460 m) geht es mal schnell 1.600 Meter abwärts!

    Der Blick vom Hohen Kasten (1.791 m) ins Rheintal ist auch sehr imposant!
    Zuletzt geändert von Wafer; 12.02.2019, 22:13.

  • Nita
    Fuchs
    • 11.07.2008
    • 1503

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [CH] Jugendfreizeit auf der Meglisalp - Alpstein

    Schöne Bilder!

    Sehr informativer Bericht, ja fast eine Durchführungsanleitung fürs nächste Mal. Wobei ich mir vorstellen kann, dass es mit Jugendlichen alles etwas lustiger war als geplant

    "Juleica"-Inhaber Nita
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    • Wafer

      Lebt im Forum
      • 06.03.2011
      • 5463

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [CH] Jugendfreizeit auf der Meglisalp - Alpstein

      Hei Nita.

      Jetzt musste ich erstmal nachschauen was JuLeiCa ist. Hört sich vom Gedanken her ganz gut an! Find ich gut, dass du sowas machst! Ich finde Jugendarbeit sehr wichtig. Die Jugend von Heute sollten auch naturnahe Werte vermittelt werden. Vielen Eltern fehlt dazu aber der Bezug. Wie soll es da bei ihren Kindern ankommen?
      So eine Freizeit zu organisieren ist eigentlich kaum Aufwand - wenn das Wetter gut ist. Wenn es nicht so gut ist wird es schnell eng. Gerade auf Berghütten wo es kaum Ausweichmöglichkeiten gibt. Aber Jugendliche - und Junggebliebene - sind da recht pflegeleicht. Gerade auf so einer Hütte wird akzeptiert, dass man eben nicht alles machen kann.
      Früher habe ich auch Touren für den DAV organisiert. Das geht aber aufgrund des Alters meiner Kinder aktuell noch nicht wieder. Deshalb kamen die aber auf mich zu und haben mich gebeten das mal zu machen.
      Dieses Jahr findet die dann zum vierten Mal statt. Da die Schweiz aktuell sehr teuer ist und bei Jugendlichen Geld durchaus eine Rolle spielt geht es dieses Jahr in den Wilden Kaiser.
      Mal sehen, wenn es ein paar schöne Bilder gibt und wir viel gemacht haben gibt es vielleicht wieder einen Bericht.

      Gruß Wafer
      Zuletzt geändert von Wafer; 02.08.2011, 16:04.

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      • Nita
        Fuchs
        • 11.07.2008
        • 1503

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [CH] Jugendfreizeit auf der Meglisalp - Alpstein

        Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
        Hei Nita.

        Jetzt musste ich erstmal nachschauen was JuLeiCa ist.
        Oops, sorry. Die Karte ist bei uns eine Voraussetzung, deswegen dachte ich, sie wäre allgemein bekannt.

        Was man mit Jugendlichen machen kann hängt u.a. davon ab, was diese wollen und erwarten. Auf einer DAV-Freizeit weiß jeder, dass gewandert wird, ich habe dagegen schon erlebt, dass ein Kind etwa ins Phantasy-Camp wollte, aber in die Berge geschickt wurde, da der letzte schon voll war.

        Generell gibt es da nicht viel zu organisieren - Du hast Recht. Und je älter die Gruppe ist, desto eher kann man sie alleine lassen (zumindest in der Hütte). Da bei uns die Fahrten aber quasi wie in einem Reisebüro gebucht werden, versuchen wir ein nonstop-Programm anzubieten, was von den Kindern/Jugendlichen auch erwartet wird. Deswegen wird es schon bei einem Schlechtwettertag komplizierter... Und genau aus diesem Grund ("Reisebüro") sind die Erwartungen trotz genauer Beschreibungen oft sehr unterschiedlich. Dann wird man schon mal auf einer einsamen 400m²- Insel in Schweden gefragt, wo denn die Duschen sind oder hat in einer Gruppe von 13 Personen (14-18) mit 9 (!) Rauchern zu tun (offiziell ausgeschriebene Nichtraucher-Freizeiten!!!)...Andererseits ist es immer spannend zu beobachten, wie sich eine Gruppe, die sich vorher nicht kannte, entwickelt. Und was gibts dafür Besseres als Herausforderungen in den Bergen zusammen zu meistern.

        PS Ich bin aus dem "Geschäft" leider erstmal raus. Musste mich zeitbedingt zurückziehen, um selber noch etwas gehen zu können. Jetzt sind die Jungeren dran...
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