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    • Meine Reisen

    #81
    Hämelschenburg–Amelgatzen

    Eigentlich hätte es regnen sollen, daher bin ich erst später los, aber wie schon öfter in dieser Gegend erlebt, blieb der angekündigte Regen aus – oder meine Wetter-App ist einfach nicht weserberglandkompatibel

    In Hämelschenburg war ich damals, als ich auf dem Pilgerweg unterwegs war, an der Straße entlang gelaufen, um die kunstvollen Steinmauern und das Schloss zu betrachten, diesmal aber nahm ich den ausgeschilderten Weg um die Schlossergänzungsgebäude herum. Der führt vorbei an einer Wassermühle, die das Wasser der Emmer, die hier gestaut wird, umwälzt – also manchmal …

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    Ein paar Meter weiter liegt ein Platz mit einer traumschönen Einstiegstelle für Boote, von dem aus man, von der Flussseite her, auf die Wohnhäuser schauen kann, wo der Weg an deren abschüssigen Gärten auf der einen und Pferdeweiden auf der anderen Seite entlang führt.

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    Die Idylle setzt sich fort. An diese Brücke konnte ich mich wieder erinnern, allerdings war es damals eine kältere Jahreszeit und daher nicht so schön grün. Der Picknickplatz, der hinter der Brücke auf der rechten Seite liegt, war jetzt von hohem Gras umgeben.

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    Auch an die Unterführung der Eisenbahnlinie, auf der tatsächlich Züge verkehren, erinnerte ich mich noch. Das Gebiet hier steht unter Naturschutz und wird weitgehend sich selbst überlassen, daher ist alles sehr hübsch zugewachsen, einschließlich Info-Schild. Das Wasser im Bächlein vor der Unterführung war ganz klar.

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    Blick zurück zum Schloss

    Die Waldwege waren hier noch einigermaßen trocken, und teilweise führt hier auch der Emmerradweg entlang. Weit hingen die Zweige der Holunderbüsche über die Wege, und die Blüten dufteten.

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    Ab und zu tun sich Ausblicke auf. An der folgenden Wegkreuzung teilen sich Weserberglandweg und Pilgerweg, wobei hier ausnahmsweise der Pilgerweg die Hügelaufwärtsvariante ist.

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    Kurze Zeit später wurde es ausgesprochen matschig. Breite Fußabdrücke, Teile von Sohlenprofilen und Rutschspuren ließen erkennen, dass hier kürzlich jemand mit Trailrunnern durchgekommen sein musste. Außerdem ein Pferd und mindestens ein MTB.

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    Blick zurück …

    Nach dem Wald pflügt man durch eine Wiese. Hier hatte es auch nicht geregnet – also keine nassen Hosenbeine diesmal. Das große Weiße, auf das man zuläuft, war ein leeres Festzelt: Amelgatzen feiert 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr, wie ein Holzgestell mit bunten Lämpchen verkündete, das an der Brücke montiert worden war. Der rindenmulchbedeckte Boden sah sehr ordentlich aus, also war das Fest wahrscheinlich noch nicht vorbei (die entsprechende Webseite notiert die Gründung am 14.07.1924).

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    Die markante Baumreihe am Horizont, die man schon vom Schloss aus sehen kann, war jetzt näher, und der Weg führt links daran vorbei – er geht am Einzelbaum in der unteren Mitte links den Hügel hoch.

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    Ich war etwas unschlüssig, was ich nun tun wollte, denn weit war es eigentlich nicht mehr nach Lüntorf, nur so ca. 5 km. Der Rückweg sah allerdings komplizierter aus, und nach langer Strecke war mir diesmal nicht so. Also schaute ich mir erst einmal die Emmer an, an die man auf der einen Brückenseite sogar so gut rankommt, dass man die Füße im Wasser baden kann. Die Fließgeschwindigkeit in der Flussmitte war recht hoch, aber man konnte mit zunehmender Ufernähe die Kiesel auf dem Grund zählen.

    Noch bis zum nächsten Schild weiter … gemähter Wiesenstreifen + Hunde-Schild => Hundewiese? Zweigt man auf den Wirtschaftsweg ab, der danach folgt, dann kommt man jedenfalls zu einem Sportplatz (was ich erst später auf der Karte entdeckte, vielleicht gehe ich bei der nächsten Gelegenheit mal nachschauen, ob es dort evtl. einen Unterstand zu verzeichnen gibt).

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    Hier wäre es nun weitergegangen. Vor dem Anstieg kann man noch Honig in Gläschen erwerben – nebst reinem Blütenhonig war auch welcher mit Ingwer und Kurkuma im Angebot, und einer mit Erdbeeren :-)

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    Ich genoss noch ein Weilchen die Aussicht und beschloss dann, auf dem straßenbegleitenden Radweg nach Hämelschenburg zurück zu gehen. Es hätte auch einen Radweg durch die Wiesen gegeben (Emmerradweg), aber die Strecke war nicht weit, also wählte ich die schnellste Wegvariante, aber mit vorheriger Pause. Und so saß ich in Amelgatzen einige Zeit Wasser trinkend auf einer schattigen Parkbank und beguckte das Dorfleben, während das wiederholte Bellen von der Bankrückseite aus immer näher kam, bis der dazu gehörende Hund mit schon sehr grauer Schnauze beschloss, mich zu besuchen und ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Ein Mann mit rotweißkariertem Hemd fuhr auf einem Traktor vorbei und mit einem Stapel Holz wieder zurück, und ein bunt beklebtes Kleinstauto mit auf dem Dach montiertem Gummistiefel und Flatterband drumherum zweigte in eine Einfahrt ab. Ob das Hotel/Restaurant mit Saal und Kegelbahn namens „Zum Schweren Dragoner“ in Betrieb war, war nicht so recht ersichtlich, bisher hatte ich schon viele solcher Gaststätten in der Gegend leer und verlassen gesehen.

    ​Angekommen in Hämelschenburg betrachtete ich die Häuserreihe, an deren Gärten ich schon vorbeigelaufen war, von der anderen Seite. Sie sahen abweisender aus, aber plötzlich lag ein Hauch Italien in der Luft: Da kochte jemand Bolognese. Kurz vor dem Schloss konnte man aus einem Verkaufshäuschen eines Bauernhofs Freiland-Eier erwerben, das war super, denn ich hatte eh noch vorgehabt, irgendwo unterwegs welche zu kaufen.

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    Zwischen Schloss und Straße gibt es sowohl einen Graben als auch einen Teich mit nahezu undurchsichtigem grünlichbraunem Wasser, das man auch per Boot befahren kann. Das ist bestimmt sicherer, denn die Wasserwirbel um die dunklen Schatten darunter, also die Krokodile Fische darin, sahen beeindruckend aus …

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    Man kann aber auch Glücksklee finden :-)

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    Fazit: Das war zwar kurz diesmal, aber sehr schön :-)
    Zuletzt geändert von lina; 02.06.2024, 20:23.

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      #82
      Amelgatzen–Lüntorf

      In der Wetter-App erschien das Wort „angenehm“, das klang ziemlich unwiderstehlich. So ganz sicher war ich mir nicht gewesen, ob ich den Weserberglandweg weiterlaufen wollte, mit dem ganzen momentan sehr hohen Gras an den vielen Waldrändern. Aber andererseits waren die Beine gerade sehr hügelerprobt, nix tat mehr weh, alles super … Und so dachte ich, egal, ich probiere das jetzt einfach. Und so fand ich mich, diesmal mit etwas mehr Zeitvorrat, in Amelgatzen an der Emmer wieder, mit Blick auf den wunderschönen Wasserzugang unter dem Baum an der Brücke.

      Die Wiese, über die ich letztes Mal gekommen war, war inzwischen gemäht worden, d.h. alle Weserberglandwegwandernden können nun also eine Zeitlang durch kurzes Gras gehen. Diverse Mähfahrzeuge waren auch noch unterwegs, die Luft war trocken, aber es war nicht heiß, und wie die Wetter-App schon sagte … :-)

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      Als erstes schaute ich nach dem neulich auf den Karten entdeckten Sportplatz, wo, im Gegensatz zu Tennis (auf dem Nachbargrundstück), Fußball hier offensichtlich gerade nicht angesagt war – das riss das zusätzliche Kartenverkaufshäuschen auch nicht mehr raus. Die verschlossene Hütte war eher groß und bot daher einen großzügigen, frei zugänglichen Unterstand, in dem zwei Parkbänke standen. Ok, nun also wieder retour.

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      Kurz nach dem Waldrand biegt der X8 ab – das ist der Emmerwanderweg, der kurze Zeit später auf den Pilgerweg Loccum–Volkenroda trifft. Weitere Meter später vereint sich auch der Weserberglandweg mit dem Pilgerweg, aber erst einmal ging es hügelaufwärts. So wenig war gar nicht los hier – eine Reiterin kam mir entgegen, und auch sonst waren bisher einige Leute mit Pferd unterwegs gewesen.

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      X8-Abzweig – mal vormerken für die Wintermonate :-)

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      Blick zurück ins Tal der Emmer

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      Kastanienbäume gibt es hier auch

      Spätestens bei der Bank hätte ich den Pilgerweg wiedererkannt – die hatte ich damals fotografiert. Der Weserberglandweg biegt an dieser Stelle aber ab, weiter geht es hügelaufwärts. Brombeerumrankt stand der Hochsitz, er lag an einer idyllisch blumenbewachsenen Lichtung, und ich fragte mich kurz, ob mit zunehmendem Jahr die hier Jagenden wohl Dornröschenqualitäten mitbringen mussten? Schön hier :-)

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      So in Gedanken verpasste (oder missdeutete?) ich den nächsten Abzweig und bog ab. Es blieb weiterhin wunderschön, der Holunder duftete betörend, die Piepmätze sangen um die Wette, und ich kann diese Wegschleife sehr empfehlen

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      Auf dem gut ausgebauten Wirtschaftsweg, auf den man später trifft, kann man dann wieder in die Gegenrichtung abzweigen …

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      … und so wäre man per Weserberglandweg hierher gekommen:

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      Auch das Pilgerwegzeichen fand sich hier wieder. Das folgende Wiesenstück hatte ich bei der Planung mit Blick auf die Karte ein bisschen mit Zweifeln betrachtet, aber alles gut, keine Punkte auf den Grashalmen.

      An dem vorderen großen Baum in der folgenden Landschaft hatte ich vom Waldrand her Bewegungen gesehen, und war gespannt, ob ich Weitwandernde treffen würde. Und tatsächlich saß auf der schattigen Bank unter dem Baum ein waschechter solcher und köchelte gerade stilgerecht Kaffee auf seinem Hobo, in einem 1-l-Litech Trek Kettle mit Deckel. Ah, kein ULer Und: Hach, schön, ein bisschen fachsimpeln

      R. war schon länger unterwegs, aktuell aus dem Rheinland über diverse Wege und Steige gewandert und wollte weiter in Richtung Eisenach, derzeit auf dem Weserberglandweg. Er grummelte etwas über die Beschilderung, bzw. deren Verlieren bei der Hagenohsener Brücke und deren Wiederauftauchen, welches ihn die Hügel rauf und runter geschickt hatte, wo er doch auch direkt entlang der Weser hätte Strecke machen können. — Hmm, Strecke machen … warum wollen eigentlich so viele Leute Strecke machen? — Er hatte die Wegführung auf der Karte gesehen, die ihm zwei Frauen gezeigt hatten, die vor kurzem hier vorbeigewandert waren. Die müsste ich doch getroffen haben? — Nee, ich hab’ vorhin einen Abzweig übersehen … Eine Karte hatte er selber nicht dabei, ein Smartphone auch nicht, das müsse man nur dauernd aufladen. Trotz der Wegführung klang er glücklich und bester Dinge, hatte sich inzwischen aus Fundstücken einen Wanderwagen zusammengebaut und freute sich über den ganzen praktischen Kleinkram, der einfach auf der Straße liegt wie z.B. Zopfgummis, welche sich super in die Ausrüstung integrieren lassen – the trail provides Wir wünschten gegenseitig weiterhin viel Freude beim Weiterwandern!

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      Hier wäre es weitergegangen – ein Wiesenweg, parallel zur Straße, die später überquert wird.

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      Ich beschloss jedoch, gleich auf die Straße zu wechseln. Am Abzweig fand sich außerdem noch eins der alten Weserweg-Zeichen.

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      … so idyllisch wohnen Straßenschäden

      Der Pilgerweg ging gegenüber den Hügel hoch. Ich erinnerte mich dunkel an Heuballen, die auch jetzt wieder am Horizont zu sehen waren, und bog in östliche Richtung (auf die Weser zu) auf die Straße ab. Es war nicht viel los, daher wanderte es sich hier sehr angenehm.

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      Den weiteren Verlauf des Weserberglandwegs schaute ich mir noch an (kam aus der Wiese, ging weiter in die nächste Wiese) und entschied mich dann erneut für ein Stück retour und damit die kleine Straße in Richtung Lüntorf. Ein Wohnmobil hielt neben mir an, und der Fahrer erkundigte sich nach dem Weserberglandweg, den er am nächsten Tag plante, zu gehen. Ich konnte Auskunft geben während R. mit seinem Wanderwagen überholte – als trainierter Weitwanderer federte er zügig den Hügel hoch, und praktischerweise ließ sich für lange Zeit an seiner dunklen Silhouette, deren Laufrichtung weit über das wogende Wiesengrün erkennbar war, der folgende Wegverlauf erkennen.

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      Vor dem Wäldchen kommt hier Weserberglandweg, der das letzte Stück waldbegleitend verlief, dazu. Am Himmel kreiste ein Milan, und der Weg führte jetzt an einer Pferdekoppel vorbei, etwas holprig, aber auf einem gemähten breiten Streifen mitten durch die Wiesen. Jemand auf einem quietschenden Fahrrad war auf dem Weg zu den Pferden, und die Häuser von Lüntorf rückten ins nähere Blickfeld.

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      Auf der linken Seite liegt jetzt das Waldstadion sowie zwei kleine Teiche direkt am Weg, die ganzjährig Wasser führen, früher der Wasserversorgung von Lüntorf gedient hatten und noch immer Wasserentnahmestellen waren, wenn inzwischen auch hauptsächlich zum Gießen.

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      Geht man weiter geradeaus und hügelaufwärts, dann kommt man am Lüntorfer Wanderparkplatz heraus, der gar nicht nach Wanderparkplatz aussieht, außer dass dort ein Aufsteller mit einer Wanderkarte steht. Der Weserberglandweg macht hier einige Schleifen, von denen man aber nur weiß, wenn man eine Karte dabei hat – das war also wieder nix mit Strecke machen für R.. Der war inzwischen verschwunden, nur sein Wanderwagen stand zwischendurch mal am Wegrand. Eigentlich hätte ich noch die Schutzhütte dokumentieren können, die auf dem Gelände des Waldstadions liegt, aber die entdeckte ich erst später bei OpenCycleMaps, wo die Schutzhütten besser erkennbar eingezeichnet sind.

      Ich durchquerte Lüntorf nach Laune, probierte die Pumpe des laut Beschilderung renovierten Dorfbrunnens aus (kein Wasser) und unterhielt mich eine Zeitlang mit einer Anwohnerin. Es war inzwischen schon etwas spät geworden, daher dachte ich, bei einer kleinen Wassertrinkpause auf der Bank an der Kreuzung an der Kirche, ich könnte über den X8 zurück nach Amelgatzen gehen, denn der Fahrplan-Aushang an den Bushaltestellen bot keine weiteren Optionen an. Aus den Häusern drumherum drang relativ laut Boomer-Musik (ich hatte dann einen Ohrwurm, aber mir ist inzwischen wieder entfallen, welcher Song es war), es war aber niemand zu sehen.

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      Er trägt einen Schulranzen unter dem Arm, was auch nötig ist, denn zur Schule (in Kirchohsen) fährt nur ein einziger Bus um 7:11 Uhr

      Die Straßenstrecke sah auch hübsch aus, und oben auf dem Hügel (wo der X8 entlang führt) rangierten riesige Mähfahrzeuge, denen ich ungern in die Quere kommen wollte. Hm. Ok. Also die Teer-Variante. Von den aufgespießten Gummistiefeln hatte ich beim Näherkommen nur einen gesehen, dessen Anblick mich entfernt an eine Szene aus dem Film „Fargo“ erinnerte. Das mutete etwas skurril an, daher guckte ich nochmal von der anderen Seite, was das war, aber ok: einfach ein Demo-Plakat.

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      Ah – keine Biobauern in Lüntorf

      Es war ganz still hier, kaum Verkehr. Ein Vogelschwarm erkundete die frisch gemähten Wiesen.

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      Die Strecke blieb schön. Und ich fand tatsächlich einen Hirschkäfer. Er, bzw. sie, war etwas lädiert und gerade dabei, die Straße zu überqueren. Für diese Geschwindigkeit waren Autos und Motorräder jedoch zu zahlreich und das sichere Überqueren ein Glückspiel. Ich schubste also die Käferin in die gewählte Richtung, was sie zunächst etwas ärgerte, aber sie sah dann doch beruhigt aus, als sie im Grün war.

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      Der Bach war inzwischen auf der anderen Seite, und an dessen Rändern wuchs eingesäter Blühstreifen. Ich passierte Deitlevsen (= ca. zwei Häuser sowie zwei Pferde in zwei Farben) und gelangte schließlich nach Welsede.

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      Dort trainierte ich erneut meine Pausenfähigkeit (Dank Bergahorn für die Anregung ) und setzte mich für ein Weilchen auf eine Bank an einer Bushaltestelle. Kuchen hatte ich auch noch, den hatte ich über die Hügel getragen und bisher völlig vergessen. Hier war wieder mehr Betrieb, daher zweigte ich anschließend nun doch auf den X8 ab, der entlang des idyllischen Mühlenbachs verlief und um ein sog. Herrenhaus herum führte. Hier sollen sich, laut Aushang, „am 21. August 1791 der englische Thronfolger Prinz William und die hannoversche Aristokratin Caroline von Linsingen gegen den Willen beider Familien das Jawort gegeben“ haben. Märchenhafte Gegend hier

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      Auf dem nun folgenden kurzen Stück nach Amelgatzen war dann wieder sehr still, die Hauptverkehrsstraße war weit genug weg auf der anderen Seite des Flüsschens. Ich passierte ein Grundstück mit magic bus, wo die Anwohnenden mit Gartenarbeit beschäftigt waren und deren großer schwarzer Hund ebenfalls zu Wort kommen wollte. Auf dem Weg zum Sportplatz konnte ich ein paar Dolden Holunderblüten pflücken, und am Honighäuschen hatten die Gläser mit Blütenhonig inzwischen neue Besitzer gefunden. Und da dies wohl ein Tag der Wanderbegegnungen war, traf ich noch auf eine Frau aus Bad Pyrmont, die erzählte, große Lust auf’s Weitwandern zu haben.

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      Das war ein sehr schöner Wandertag, sonnendurchflutet und wunderbar grün, allerdings mit viel Ausweichen auf Asphalt. Insofern überlege ich mir doch, ob ich den Weserberglandweg vielleicht erst im Herbst fortsetze.
      Zuletzt geändert von lina; 12.06.2024, 12:31.

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      • MaxD

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        #83
        Ein mitnehmender Bericht aus einer vertrauten Region - mit dem Lina-typischen Blick für Details am Wegesrand.
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        • lina
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          #84
          Vielen Dank! :-)

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