[D] Moselsteig und Liebesschlucht: Schutzhüttensuche an der Mosel

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  • lina
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    Vorstand
    Liebt das Forum
    • 12.07.2008
    • 37583

    • Meine Reisen

    #21
    Ich bin ganz neidisch so viele schöne Schutzhütten in so schöner Umgebung! :-) Hier in der Gegend gibt es hauptsächlich Grillhütten in bzw. an den Dörfern, und sehr viel weniger mitten im Grünen. Mit Deinem Dokumentationsbereich hast Du gerade eindeutig das bessere Los gezogen Aber mal schauen, was sich noch so erreichen lässt, Schutzhüttensuche ist ein super Anlass, um mal woanders umherzustratzen, wo man sonst kaum vorbeilaufen würde.

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    • Torres
      Freak

      Liebt das Forum
      • 16.08.2008
      • 26793

      • Meine Reisen

      #22
      Hallo lina, ja, die Gegend ist der Hammer. Ich kannte die Mosel zwar von Fahrradtouren, aber jetzt gehe ich Wege, die ich sonst gar nicht erforscht hätte. Und dazu merkt man das Fehlen der Touristen, selbst an den Sehenswürdigkeiten ist man weitgehend alleine.
      Deine Schutzhütten sind aber auch schön. Ich glaube auch, im Norden braucht man sie viel eher als in diesem warmen Landstrich, wo es höchstens abends mal regnet.....
      "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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      • Torres
        Freak

        Liebt das Forum
        • 16.08.2008
        • 26793

        • Meine Reisen

        #23
        Ich radele ein paar Meter, um nach kurzer Zeit anzuhalten.

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        Was ist das? Hier soll es nach Zell gehen? Ist das die erste Abzweigung, die ich nicht nehmen sollte? Aber die alten Schilder sind eigentlich immer zuverlässig gewesen. Ich grübele. Ein Blick zurück. In der rechten Ecke steht die Hütte.

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        Das muss eindeutig die erste Abzweigung sein. Sie könnte allerdings theoretisch auch auf die zweite Abzweigung führen. Wobei es nicht so aussieht, als wäre das ein Weg.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51001441914_d12ea659cb_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,56 MB ID: 3035568

        Ach, ich probiere es einfach. Und tatsächlich. Es ist ein Weg. Ein breiter Weg sogar.

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        Wie nahe doch Qual und Freude beieinander liegen können.

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        Ich habe jetzt mein Navi herausgekramt und angestellt, um den Weg aufzuzeichnen. Allerdings wird die Batterie nicht lange halten. Zudem ist die kleine Speicherkarte defekt, auf der die Karten gespeichert waren. Ich habe nur die Weltkarte drauf, sehe also zwar die Schleifen, aber nicht, wo ich gerade bin. Aber vielleicht brauche ich den Track später ja mal, um nachzuvollziehen, wo ich mich verirrt habe. Mit dem Smartphone orte ich mich zwar, zeichne aber nicht auf. Und da ich nach der Hochebene keine Wege mehr in der App haben werde, ist das im Moment auch nur eine ungefähre Richtungsangabe.

        Der Weg ist gut radelbar und nach kurzer Zeit komme ich an ein kühles, wunderschönes Waldstück.

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        Das Foto kann den Eindruck nur unvollständig widergeben, es fehlen die Geräusche und die Gerüche, die warme Luft und die Sonnenstrahlen zwischen den hohen Nadelbäumen. Meine Freundin schreibt: "Und, wie isses?" Und ich schreibe zurück "Immer wenn man die Faxen so richtig dick hat, wird es wunderschön." Sie schickt einen Lachsmiley. Reiseradlerin. Sie weiß, wovon ich rede.


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        Freie Landschaft schließt sich an, der Weg ist jetzt ein kurzes Stück sehr sandig, und ich schiebe wieder.

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        Eine Wegkreuzung. Und mich durchströmt Freude. Der Hunsrück. Das muss er sein. Diese wundervollen geschwungenen Hügel. Jetzt fehlt mir doch mal die große Systemkamera.

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        Rechts oder links? Der asphaltierte Weg ist noch in meiner App und es geht rechts herum. Kurze Zeit später sehe ich, warum er in meiner App ist: Es ist der Weg zur Bauschuttdeponie der Stadt Zell.

        Kurz darauf ist der Weg in meiner Karte zu Ende und das Rätselraten beginnt. Geradeaus oder rechts?

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        Annamarktslay. Davon hatte gestern die Frau geredet. Das muss es sein. Ich überprüfe die Pfeile. Ja, die Richtung könnte hinhauen. Es ist ungefähr die Höhe, auf der der Weg zur Liebesschlucht entlang führen müsste.

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        Ich radele durch einen lichten Wald und komme an einen Rettungspunkt mit einer Weggabelung. Und nun? Ich schaue in meine HKF App und finde sogar die Stelle, an der ich gerade bin. Aber irgendwas knotet in meinem Hirn. Ich grübele und grübele und dann denke ich, wenn ich links runter fahre, komme ich viel zu tief heraus und muss dann wieder auf die Höhe zum Rundwanderweg. Ein Fehlschluss. Ich wäre direkt an Annamarkslay herausgekommen. Da ich das nicht weiß, wähle ich den Weg rechts, was im Nachhinein betrachtet eine glückliche Wahl ist.

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        Denn der Weg ist einfach schön. Ein Pfeil bestärkt mich in meinem Beschluss.

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        Eine Pfütze. Längst habe ich angefangen, mein Wasser zu rationieren. So schaue ich mit Unglauben auf das unerwartete Nass. Wo kommt die denn her?

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        Durch die Bäume hat man jetzt wieder Aussicht, und ich halte, um ein paar Fotos zu machen.

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        Ohne Vorwarnung höre ich plötzlich ein lautes Geräusch, das ich kaum beschreiben kann, eine Art ohrenbetäubendes Summen. Ich erschrecke mich zu Tode und mit einem lauten "Hallo" rauscht ein junger Mann auf einem oberfetten Fatbike mit E-Motor mit gefühlt 20 Sachen an mir vorbei. Von dem Schreck muss ich mich erst erholen, damit rechne ich noch nicht. Es ist ja die erste Begegnung seit der Hütte.

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        Eine Kurve später weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.


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        Das sind die Höhenzüge von gestern. Und auch meine Positionsbestimmung macht Hoffnung. Dann geht es aber wieder bergan, und ich werde unsicher. Egal, die Gegend stimmt schon mal, ich habe meinen Weg gefunden.

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        Wie wunderschön Gras leuchten kann.

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        Und während unter meinen Reifen Kiefernzapfen zerplatzen, und ich in meinen Eindrücken schwelge und ein tiefempfundenes Glück verspüre, komme ich an eine Kreuzung und sehe einen Wegweiser. Zeller Berg.

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        Zeller Berg? Nein, ich suche eine andere Stelle. Meine Ortungsapp zeigt jetzt wieder Wege an und ich bin zu hoch. Ich vergleiche mit meiner Kartenapp und sehe: Ich habe den kleinen, geschlängelten Weg genommen. Der große Weg wäre richtig gewesen. Aber kein Problem. Ich muss jetzt nur eine Ebene herunter, also links ab. Hier muss ich allerdings schieben, denn für diese Menge an Kiefernzapfen, den lockeren Boden und die herausstehenden Wurzeln ist das Fahrrad nicht gebaut.

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        Und dann sehe ich meinen Weg schon durch die Bäume schimmern. Und bin da.

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        Liebesschlucht, ich komme.
        Zuletzt geändert von Torres; 10.04.2021, 14:10.
        "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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        • Torres
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          Liebt das Forum
          • 16.08.2008
          • 26793

          • Meine Reisen

          #24
          Links oder rechts. Ich habe die Auswahl. Mein Ortungszeiger steht genau auf der Spitze des wiedervorhandenen Weges und zeigt für links ein Nichts. Natürlich geht es links aber weiter, und ich spüre förmlich den Wegweiser hinter der Kurve. Garantiert links. Aber ist das auch der "Liebesschlucht"-Rundwanderweg? Soweit ich mich erinnere: Ja. Aber man weiß ja nie. Ich mache einen Schritt nach rechts.

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          Das Schild hilft nun nicht so wirklich weiter. Und so entscheide ich einfach, Gas zu geben und zu schauen, ob ich an der Sitzgruppe ankomme. Den Ausblick kenne ich ja schon, aber die Fahrt dahin ist großartig. Hier kann mein Fahrrad seine Stärken entfalten, und ich sause dahin, neben mir die bewaldeten Höhen und das Tal, ein Genuss. Ähnliche Erlebnisse mit dem Motorrad werden auch mit "Ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht" umschrieben.

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          Ich komme an die Sitzgruppe, der Wegweiser zeigt in die Richtung, aus der ich kam, und so sause ich wieder zurück.

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          Der Wegweiser, den ich vorhin an der Abzweigung erspäht haben wollte, war eine Täuschung, doch nur kurz danach bin ich in Annamarktslay.

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          "Ehemaliger Moselständischer-Hunsrücker-Naturalien-Tauschmarkt zur Pestzeit." Mit Interesse lese ich das Schild: Anna bezieht sich auf die Heilige Anna und ihren Mann Joachim. Die Heilige Anna ist die Mutter Marias und die Großmutter Jesu. Zu ihren Ehren findet hier jedes Jahr am 26. Juli der Annamarkt statt. Das ist verwunderlich, denn der Weg von Zell oder Hamborn aus hierher ist sehr weit. Die Erklärung kommt und was ich vor zwei Jahren mit einem oberflächlichen "aha" kommentiert hätte, bekommt nun, angesichts der dritten Welle der Corona-Pandemie dieser Tage, eine völlig neue Bedeutung. 1346 erreichte Europa von Asien kommenden die erste große Pandemiewelle, der "Schwarze Tod". Bis 1353 starben ca. 25 Millionen Menschen an der Pest, also jeder zehnte Einwohner Deutschlands. Auch Zell war betroffen und so verlegte man den Markt auf die Hunsrückhöhen. Ich schlucke ein wenig. 7 Jahre muss es gedauert haben, bis die Pandemie abklang. Wir sind gerade einmal im zweiten Jahr. Und man wählte wohl damals die gleichen Methoden, wie wir heute: Isolation und Abstand. Was mein Leben lang nach fernen Zeiten klang, ist plötzlich so nah.

          Ich habe jetzt wieder die Auswahl zwischen zwei Wegen und als ich meine HKF App analysiere, stelle ich fest, dass der linke Weg zu der Abzweigung führt, an der ich mich vorhin für den falschen Weg entschieden habe. Es wäre sicherlich gut eine halbe Stunde kürzer gewesen, wenn nicht noch mehr. Aber der andere Weg war reizvoll, da gibt es nicht zu bereuen. Mein Weg ist jetzt dieser hier, eine Beschilderung des Rundwanderwegs fehlt.


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          Wieder ein lustiges Bächlein.

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          Es ist immer noch sehr warm, und ich sende das folgende Bild nach Hamburg und bekomme Bilder einer E-Bike Tour an der Dove-Elbe zurück.

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          Der "Liebesschlucht" Rundwanderweg trennt sich nun vom Hauptweg und mündet in diesen schmalen Pfad. Nicht ganz einfach zu begehen mit einem großen Fahrrad neben sich.

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          Das Gestein schimmert in Pastell-grün, und ich mache ein Foto, weil es mir so gut gefällt.

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          Ich weiß nicht, wieso ich plötzlich denke, dass es gefährlich ist, stehen zu bleiben, falls irgendein Downhill-MTB-Fahrer meint, hier Singletrails fahren zu müssen. Aber mein Instinkt hat mich selten getrogen und so schiebe das Rad etwas vorsichtiger auf die nächste Kurve zu. Und stehe Aug in Aug oder besser: Reifen an Reifen mit einem von zwei MTB-Fahrern, die gerade um die Kurve heizen. Man sieht es den Rädern nicht an, dass sie E-Bikes fahren, aber es müssen welche sein, denn sie werden hinterher von Geisterhand den Hang hoch beschleunigen. Lustig finde ich die Begegnung nicht, denn ich habe mich trotz der Vorahnung wieder erschrocken. "Das hier ist ein Wanderweg", bemerke ich resigniert, und bekomme ein zickiges "Du hast ja auch ein Fahrrad dabei" zurück. Ich habe es aber nur dabei, betone ich, ich wandere. Genervt schieben sich die Typen im Millimeterabstand an mir vorbei, natürlich ohne Maske, die habe nur ich an. Puff, die Stimmung ist erst einmal dahin. Aber so wundert es mich nicht, wenn kurz darauf noch zwei etwas übergewichtige Jugendliche hinter mir auftauchen, die ich nach einer gewissen Zeit dann gnädig vorbeilasse. Immerhin waren sie so laut, dass ich mich nicht wieder erschrocken habe.
          Links von mir sieht man nun größere Gebilde aus Sand, und ich überlege ernsthaft, ob es hier Termiten gibt. Australien lässt grüßen. Tatsächlich ist es der Sand, der an den umgefallenen Baumwurzeln klebte und versteinert ist.

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          Inzwischen sieht man auch die Straße, die ich gleich queren werde. Inzwischen vermute ich, dass die Liebesschlucht parallel zur Straße verläuft, denn die Steigungen habe ich jetzt hinter mir.

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          Laut dröhnt die Straße jetzt in meinen Ohren. Auch wenn es nicht viele Autos sind, die passieren, geräuschvoll sind sie trotzdem. Die beiden Jugendlichen sind längst verschwunden. Der Übergang über die Straße ist nicht ungefährlich, abrupt endet der Weg und die Querung ist nicht gut einsehbar. Auf der anderen Seite geht nun der schmale Pfad weiter.

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          Ich bin richtig. ES geht nun ziemlich steil bergab, und ich rätsele ob die Fahrradspuren von den Jugendlichen stammen oder von den Männern, die mir entgegenkamen. Es ist gar nicht so leicht, den steilen Abhang hinunter zu gehen, wenn man ein Fahrrad dabei hat und mit einem Fahrrad würde ich hier auch nicht herunter fahren. Einen Moment erinnere ich mich an einen Bekannten, der lange Jahre Wettkämpfe im Trial-Sport gefahren ist. Es war noch nicht einmal eine schwere Passage an der er gestürzt ist, aber danach lag er ewig im Krankenhaus und musste mit Mitte zwanzig lernen, mit seinen Beeinträchtigungen leben. Das war es nicht wert, sagt er heute.

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          Man sieht jetzt das Tal mit einem Fluss, weiter oben steht ein Haus.

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          Fischteiche vielleicht?

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          Es ist jetzt kühler geworden und mir läuft ein wenig die Zeit davon. So lasse ich es bei einem Blick auf das Gelände, es ist hier sowieso privat.

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          Der Wanderweg schlängelt sich nun am Bach entlang, deutlich verfurcht durch die sportlichen E-Bikes. Es ist der Linischbach, werde ich später abends feststellen, als ich eine Karte über den Rundwanderweg im Netz finde, die mir das Leben sehr erleichtert hätte. Ebenso, dass ich jetzt seit der Sitzgruppe oben auf der Höhe auch auf dem Förster-Kircher Weg unterwegs gewesen bin. Das Gebäude, was ich sehe und nicht fotografiere ist das Forsthaus. Auf dieser Karte ist Annamarktslay übrigens ohne "t" geschrieben, eine Schreibweise, die ich oben teils übernommen habe.

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          Was ist das?

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          Und da ist sie! Gefunden.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51082921343_aa43d1bec7_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,81 MB ID: 3035733

          Sie ist auch über einen breiten Wanderweg zu erreichen, der etwas weiter höher verläuft.

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          Man hört und sieht allerdings die Straße ein wenig, auch wenn sie sehr weit oben liegt.

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          Und hier ist auch die Wassertretstelle, auf die davor schon mehrfach mit Schildern hingewiesen wurde. Ich versuche jetzt mitzuteilen, dass ich später zum Essen komme, aber es hier kein Empfang. Zwar kommt darauf wohl kurz darauf ein Anruf zur Mailbox durch, aber geklingelt hat es nicht und Rückrufen kann ich auch nicht.

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          Eine Stahlbrücke und es sieht so aus, als begänne hier die Liebesschlucht. Ich bete innerlich, dass mir jetzt keine E-Bikes entgegenkommen und mich auch nicht überholen.

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          Und dann betrete ich die Liebesschlucht. Das Gefühl, dort entlang zu wandern, können Bilder nur unzureichend widergeben. Es ist, als wäre man in einer völlig anderen Welt, in einer völlig anderen Landschaft, in einer völlig anderen Region in einem völlig anderen Land.

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          Es ist eng und steil, das Wasser rauscht wie ein Gebirgsbach und an den Felsen hängen Farne, als wäre es die Kulisse eines Filmes.

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          Die Sonne hat noch Kraft und lässt das Licht spielen.

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          Wer hätte das gedacht, dass es hier eine solche Landschaft gibt.

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          Und dann bin ich auch schon am Ende der Schlucht. Immerhin, 10 Minuten bin ich hier entlanggelaufen, langsam, genießend. Ohne gestört zu werden. Was für ein Privileg, hier alleine gewesen sein zu können und sich in diese Landschaft vertiefen zu können. Mein Telefon hat jetzt wieder Empfang, und ich teile meine voraussichtliche Ankunft mit.

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          Noch einmal eine Bachquerung.

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          Und dann bin ich auf dem Hauptweg. Hier kann ich wieder Fahrrad fahren. Ein Mann hält seinen Hund fest, bis auf die Radfahrer die erste Begegnung seit langem, und der erste Fußgänger seit Zell, und ich grüße nett. Dann kommt das Gasthaus in den Blick, Breuers Mühle, eine Frau mit Kind läuft telefonierend herum und das Gebäude wirkt kalt und verlassen. Lockdown. Ein Blick zurück.

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          Ich komme nun an der Hauptstraße heraus, die ich von den Fahrten ins Saarland kenne. Und gebe Gas. Mein Fahrrad schnurrt, und ich beginne es zu mögen. Es ist richtig schnell mit den normalen Reifen und die Schaltung kommt mir entgegen. Auch wenn die Rohloff praktischer ist, die kleineren Gänge bei diesem Fahrrad kommen mir sehr entgegen.
          Kurz vor meinem Ziel sehe ich noch eine Bekannte, die gerade ihren Hund ausführt. Sie guckt erstaunt und lacht dann, als ich bremse und ihr zurufe, kann nicht, das Essen ist fertig. Als ich auch noch rufe: Liebesschlucht, Wahnsinn, so schön, guckt sie doch ziemlich erstaunt, mit dem Fahrrad da lang, das ist weit. Für mich nicht. Noch eine kleine eklige Steigung, die ich lässig bewältige und dann gibt es das von mir vorbereitete und vor meiner Tour niedriggarend im Ofen platzierte Zitronen-Rosmarin-Hähnchen mit Kartoffeln und Salat. Ich geben einem Freund aus dem Forum einen kleinen Bericht per Messenger und erzähle von den Mühen Richtung Hamborn. Mein Bericht endet mit der Bemerkung, dass man hier nur E-Bike fährt, aber mein Fahrrad jedenfalls den Vorteil hat, dass es man es einfacher schieben kann. E-Bikes haben Schiebehilfe, sagt seine Schwester, erfahre ich. Da fällt mir nichts mehr ein.

          In der Nacht träume ich von der Liebesschlucht und es ist ein schöner Traum.
          Zuletzt geändert von Torres; 10.04.2021, 14:08.
          "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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            • 16.08.2008
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            • Meine Reisen

            #25
            Über die Höhe nach Neef zur Grillhütte im Sauend und Lilohütte im Bachtal, Neef, Mosel.

            Inzwischen ist Ostern vorbei und es ist saukalt. Gestern hat es geschneit, doch der Schnee ist nicht liegen geblieben. Auch heute morgen ist es weiß, schmilzt aber schnell.

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            Gegen Mittag kommt kurz die Sonne raus, und ich überlege, mal wieder eine Schutzhütte zu suchen. Eigentlich müsste ich jetzt in der Umgebung von Zell weitermachen, aber die Vorstellung, bei der Kälte jetzt sehr lange Rad zu fahren, schreckt mich etwas. Ich habe zwar meine lange 200er Merinohose drunter und zwei Lagen Merinounterwäsche unter der Mufflonjacke und der Goretexüberjacke, aber der Fahrtwind kühlt einen erfahrungsgemäß aus. Lieber ein wenig wandern und das Fahrrad schieben, da kann ich gut das Wasser unterbringen und notfalls auch die Jacke verstauen, falls es wider Erwarten zu warm wird.

            Ich starte wieder Bullay Bahnhof und mache mich auf Apostroph-Suche. Wie oben bereits diskutiert, hatte ich die Hütte des Weingutes erst ohne Apostroph geschrieben (richtig), dann aber - weil ich den Eigennamen nicht fälschen wollte - mit Apostroph geschrieben (falsch), was nicht nur grammatikalisch, sondern auch grundsätzlich falsch war, denn das Weingut schreibt sich ohne Apostroph, wie es richtig ist. Als erstes sehe ich das offizielle Schild des Weingutes: Richtig. Daneben ein kleines Hinweisschild mit Pfeil: Richtig. Auf dem als Unterstand eingetragenen, überdachten Weinfass ist eine Karte vom Weinlehrpfad: Falsch. Bilder mache ich aber keine, die Karte dürfte geschützt sein. Blick auf Alf, dahinten könnte eine Schneewolke kommen.

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            Es geht bergan, und ich bin froh, dass ich noch die Handschuhe in der Tasche hatte. Es weht ein eisiger Wind. Auf diesen Schildern wird über den Weinanbau in der Region aufgeklärt. Darunter ein Wegweiser: Falsch.

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            Ich nähere mich der Schutzhütte Bullay und finde es eine gute Idee, sie zu nutzen.

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            Zwei Raubvögel stoßen spitze Schreie aus und wieder vermisse ich mein Tele. Was für Vögel es sind, kann ich nicht erkennen.

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            Fasziniert betrachte ich die Wolke über Alf, aber sie schickt die Schneeschauer in Richtung Zell. Der Wind kommt aus Richtung Norden. Und das bedeutet, dass mir nach kurzer Zeit lausig kalt wird. Richtung Norden hat die Hütte nämlich den Eingang. Der Wind- und Wetterschutz ist also gleich Null. Bibbernd schnappe ich mir mein Fahrrad und eine kalte Strömung begleitet mich. Ich drehe mich um und sehe, das die richtige Wolke hinter mir ist.

            Und mit ihr kommt ein strammer, böiger Wind und mit ihm die ersten Schneeflocken.

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            Es sind ganz feine Schneeflocken und sie lassen sich schlecht fotografieren. Immer noch schreien die Raubvögel und der Hang gegenüber ist einfach weg. Ein wenig gespenstisch.

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            Der Wind ist jetzt nicht mehr auszuhalten, und ich sehe zu, dass ich um die Kurve komme. Dort sieht es so aus, als würde die Sonne gleich wieder durchkommen.


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            Handschuhe an, Handschuhe aus, Handschuhe an. Ich hätte Handschuhe mit Mobilfunkfingern wählen sollen.

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            Aber eigentlich gefällt mir das Wetter ganz gut. Man fühlt sich so lebendig.


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            Und dann ist der Schneeschauer vorbei.

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            Frühlingsbote.

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            Ich suche die Schutzhütte König auf dem gegenüberliegenden Gipfel, aber sie ist nicht zu sehen. Hinter der Bergstube sieht man einen Schieferhang mit seinen Schieferplatten, die von Zeit zu Zeit herausbrechen.

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            Die Wegkreuzung zum Moselsteig. Bisher bin ich auf dem Zuweg gelaufen.

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            Am Schilderbaum analysiere ich wieder: Auf den offiziellen Wegweisern: Richtig. Auf dem Schild des Gastronomen: Richtig. Ortsmarkierung: Richtig.

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            Ich wende mich nun nach links.

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            Hier auf der Hochebene war ich schon öfter. Ich mag diese Weite.

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            Der Moselsteig knickt nun ab in Richtung Tannenbaumareal. Im Winter kann man sich hier seine Tannenbäume aussuchen und frisch geschlagen mit nach Hause nehmen. Das Gelände ist videoüberwacht. Ich könnte jetzt zwar auch geradeaus fahren und käme mit Sicherheit schneller und bequemer an mein Ziel, aber ich habe am Moselsteig Geschmack gefunden und folge ihm. Der Rastplatz, den ich nutzen wollte, ist aber leider besetzt. Zwei Wanderer haben Essen und Trinken ausgepackt. Eine Schutzhütte ist hier nicht, nur eine Infotafel mit Dach.

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            Es ist jetzt warm geworden und ich kann die Handschuhe ausziehen. 7 Grad Höchsttemperaturen sind angesagt, vielleicht ist hier oben sogar wärmer. Die Tannenbäume.

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            Und der Hunsrück.

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            Nun tauche ich in den Wald ein.

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            Als ich das letzte Mal hier war, lag Schnee. In einem Waldstück glaube ich plötzlich, eine Autobahn zu hören. Das ist natürlich Unsinn, hier gibt es keine. Es ist der Wind, der mit stürmischen Böen über den Gipfel zieht.

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            An zwei Baumstümpfen mache ich Rast.


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            Fluglärm durchschneidet den Wald. Sind das Starfighter? Oder Tarnkappenbomber? Ich bin da nicht mehr so auf dem Laufenden, früher hat mich das brennend interessiert. Eine Wiese und es sieht aus, als könne man von hier aus auf den nächsten Berg laufen. Kann man nicht. Dazwischen ist die Mosel.

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            Irgendwann komme ich an eine Sehenswürdigkeit, die Blitzeiche. Sie ist 300 Jahre alt und mehrfach vom Blitz getroffen worden. Diese Blitzeinschläge wurden dadurch begünstigt, dass sie in einer Senke steht, in der sich das Wasser sammelt. Mich interessiert aber zunächst eher die Ebene dahinter. Todesmutig lasse ich mein Fahrrad unangeschlossen stehen und laufe durch Matsch zur Wiese dahinter.

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            Ich vermute, dass vor diesem Höhenzug auch die Mosel liegt. Immer wieder sehe ich mich nach meinem Fahrrad um und schließlich gehe ich zurück, nicht ohne mich zu tadeln. Kein Mensch hier, und ich glaube, dass mir jemand das Fahrrad klaut. Großstädter!


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            Ich suche nach meinem Wasser und in dem Moment kommt tatsächlich ein Auto angeknirscht. Es fährt langsam, als suche es etwas. Ein PKW, kein Nutzfahrzeug. Er fährt auf die Wiese zu, wendet und verschwindet wieder. Merkwürdig. Ich mache noch ein Foto von dem Innenleben der Eiche.

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            Und dann höre ich auf zu bummeln. Hier kann ich fahren und das tue ich jetzt auch.

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            Durch die Bäume schimmern die Nachbarhügel, und ich vermute, dass der Weg direkt in Richtung Mosel führt.

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            Wieder rauschen die Bäume im Wind und Wolken zeigen sich über dem Gipfel. Aber der Schnee zieht woanders hin und schnell ist die Sonne wieder da. Die Starfighter kommen zurück und irgendwo hämmert ein Specht.

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            Und dann sehe ich die Mosel.

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            St. Aldegund.

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            Ich kenne den Ort nur von der Bahn aus. Dort ist ein großes Wehr. Hatte ich schon berichtet, dass es vom Großvater eines Forumnauten errichtet wurde? Und der Enkel es gefälligst wieder abbauen soll? Nun, es wurde im Zuge der Kanalisierung der Mosel 1963 gebaut, und ich werde es noch genauer beschreiben, weil es schön zeigt, wie gefährlich Wehre für Paddler sein können.



            Zuletzt geändert von Torres; 10.04.2021, 19:18.
            "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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              #26
              Auch eine Kapelle findet sich auf der anderen Seite. Ob es dort in der Nähe auch Schutzhütten gibt? Es ist anzunehmen. Mal sehen, ob sie dann auf dem Weg liegt.

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ID: 3036080

              An einer Bank mache ich Rast. Die Sonne hat doch schon ganz schön Kraft und da es hier windstill ist, kann ich auch in Ruhe etwas trinken und die Sonne genießen.

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ID: 3036081

              Der regionale Wegweiser zeigt in meiner Richtung Schopp-Bullay an. Schopp wird vielleicht eine Region sein, denke ich. So ganz die Orientierung habe ich hier noch nicht. Später werde ich sehen, dass Schopp der Hügel ist, an dem ich mich entlang bewegt habe. Von der gesuchten Hütte aus wird man dann auch den Zugang zum Gipfel haben, 269 m ist er hoch. Leider nutze ich diese Gelegenheit nicht, weil ich noch eine zweite Hütte suche.

              Ich nähere mich nun einem Höhenzug, den ich bereits kenne, wenn auch nur vom Auto aus. Zunächst fotografiere ich aber das Wehr. Man sieht hier aus der Höhe eine der Bojen, die den Schiffsführer hindern sollen, das Wehr hinunterzufahren. Aus dieser Perspektive ahnt man den Höhenunterschied, während man ebenerdig die Wehrkante nicht erkennt. Dazu werde ich aber später noch etwas schreiben.

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ID: 3036082

              Jetzt zu den Felsen. Als ich das erste Mal aus Richtung Mayen kommend auf diesen Höhenzug zugefahren bin, war ich schwer beeindruckt. Er kam mir sehr unwirklich und steil vor. Das ist er auch, wie ich ein paar Tage später feststellen werde. Von dieser Position aus gesehen liegt er noch in der Ferne.

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              Der Moselsteig führt jetzt ins Tal, während ich weiter gehe, um zu der Schutzhütte zu kommen.

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ID: 3036084

              Ein bisschen bergauf.

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              Und da ist sie.

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              Genaugenommen ist es keine Schutzhütte, sondern eine Grillhütte. Grillhütte auf Sauend heißt sie auf dem Ortsplan. Sie ist offen und neben an ist eine kleinere Überdachung mit der Feuerstelle.

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              Eine schöne Stelle hier. Man sehnt sich richtig nach Geselligkeit, Schwenkbroode vom Rooscht, Grumbeersalat, Cola, spielenden Kindern und Gesprooche. Auch wenn ich hier nicht in meiner Zweitheimat weile, so ist alleine die dialektale Prägung und die Mentalität der Leute hier so ähnlich, dass Erinnerungen an unbeschwerte Jugendtage bei brüllend-heißem Wetter aufkommen, die in Hamburg so nie möglich waren. Ja, ich fühle mich hier in der Region verdammt wohl, auch wenn ich Hamburger bin und bleibe.

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              Wie schon erwähnt, sehe ich den Weg auf den Schopp (von dem ich da nicht weiß, dass er so heißt) und sehe auch in meiner Navigations-App, dass dort wieder eine Hochebene ist, welche mich zur Hochebene mit den Tannenbäumen führen würde. Aber die nächste Hütte liegt im Tal und da man im April nie weiß, wie lange das Wetter hält und auf den Höhen der Wind pfeift, beschließe ich, wieder zum Moselsteig zurückzukehren. Auf die Idee, nur eine Hütte zu suchen, komme ich gar nicht. Ich bin einfach zu neugierig auf die nächste Hütte.

              Und so geht es jetzt in Richtung Tal.

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ID: 3036089

              Der Weg macht eine Biegung und verläuft jetzt parallel zu einem Wochenendhausgebiet.

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ID: 3036090

              Man sieht die ersten Häuser durch die Bäume schimmern. Der Neefer Bach, der irgendwo an der Schutzhütte mit dem Ankerbach zusammengeflossen ist, an dem die Schutzhütte Ank steht.

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              An einem Wochenendgrundstück, das so herrlich vernachlässigt aussieht, dass man dort seine Kindheit verbringen möchte, führt der Weg an die Straße.


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              Hier kann ich jetzt wieder Radfahren.

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              Hinter der Bank führt der Moselsteig weiter. Genauer: An den Birken entlang. Der Aufstieg sieht nett aus, und ich merke ihn mir vor. Irgendwo in der Richtung gibt es noch eine Hütte, die ich suchen möchte.

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ID: 3036095

              Ich fahre jetzt aber weiter und biege nach rechts ein. Und muss lachen. Ein Wegweiser. FALSCH! Anscheinend führt hier ein Wanderweg am Bach entlang zur berühmten Weinbergstube ohne Apostroph und dieser Hinweis schreibt den Namen wieder mit Apostroph. Ich hätte jetzt nicht übel Lust, den Weg auszuprobieren, aber langsam wird mir wieder kalt. So erkunde ich die Hütte.

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              Ein schöner Platz im Schatten an lauen Sommerabenden für die Einwohner und die Touristen. Vielleicht schenkt dann hier auch jemand Wein aus oder man kann die Hütte für Feste mieten, die Räumlichkeiten scheinen vorhanden zu sein.

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              Hier wäre auch noch Platz für Tische und Bänke.

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              Auch die wenig vertrauenserweckende Treppe steige ich hoch, um zu schauen, ob da oben ein Wasserlauf ist.

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              Leider nicht. Eher ein Pinkelplatz.

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              Im Winter allerdings weniger, da kann man nämlich durch die Bäume sehen.

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              Der Wasserhahn funktioniert. Es steht aber extra "Kein Trinkwasser" daran. Vielleicht ist es Flusswasser, das man für das Kühlen von Bier verwenden kann.

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              Was das ist, erschließt sich mir allerdings nicht.

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              Auf dem Rückweg sehe ich nun auch die Hinweisschilder. Es ist die Lilohütte. Hier mit Bindestrich geschrieben, auf den Wanderwegbeschreibungen der Neefer Website allerdings ohne.

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ID: 3036104

              Nun heißt es Gas geben.

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ID: 3036105

              Ich ziehe meine Jacke und die Handschuhe wieder an. Es ist frischer geworden. Am Ende der Straße führt ein Tunnel unter der Eisenbahn durch, und ich stehe direkt vor dem Wehr. Im Sommer hatte ich hier mal versucht ein Foto zu machen, die Lokale brechend voll und jeder freie Flecken zugeparkt. Heute ist hier nichts los. Man sieht das Gefälle von dieser Seite aus gut, Fließrichtung ist allerdings die andere Richtung. Das Wehr erzeugt auch Strom für die Region.

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ID: 3036106

              Ich will zurück zum Ausgangsort und überlege kurz. Die Landstraße ist zwar die direkte Strecke, aber sie ist schmal. Da die meisten Autos hier gerne rasen, was sie leider auch dürfen, ist für Radfahrer kein Platz, wenn sie sich begegnen. Andererseits führt der offizielle Radweg nach ein paar Metern parallel zur Bahn an den Weinbergen entlang mit entsprechenden Steigungen. Ich schaue nach links und schaue nach rechts. Viel ist heute nicht los. Ich wage es. Die rote Jacke lasse ich jetzt offen, so bin ich durch das Geflatter besser zu erkennen. Aber die Handschuhe lasse ich an.

              Die Bojen und das Absperrband, erst weit weit hinter der Schleuseneinfahrt.

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ID: 3036108

              Auf dieser Höhe auch das Verbotsschild.

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ID: 3036107

              Je nach Blickwinkel ist die Staustufe nicht zu sehen.

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ID: 3036109

              Eine glatte Ebene und man muss schon den Pfeil sehen oder sich informiert haben, um zu wissen, dass es vorne an den beiden Höckern links von dem weißen Haus hineingeht.


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ID: 3036110

              Warum mich das Wehr so beschäftigt? Weil im letzten Sommer an einem Tag, an dem eine Freundin und ich auf der Elbe paddeln waren, und tags zuvor das Wehr Geesthacht passiert hatten, dort ein Kajakfahrer sein Leben verlor. Wir bekamen die Suche nach ihm mit, weil wir noch in der Nähe waren. Das Wehr war zwar ein wenig besser ausgeschildert - die betonnte Fahrrinne führte in einer Kurve nach rechts in die Schleusenkammer - , aber im Prinzip war das Wehr ähnlich wie dieses aufgebaut: Erst recht unerwartet die Abfahrt für Berufsschifffahrt und Freizeitschifffahrt in die Schleusenkammer, dann noch etwas Strecke mit Abfahrtsmöglichkeit für Freizeitschiffe in einen kleinen Binnenhafen (hier eine Zufahrt für kleinere Arbeitsschiffe), dann die Bojen und die Absperrung kurz vor der eigentlichen Gefahr. Und da Wehre einen Sog ausüben können, ist spätestens das Durchfahren der Tonnen lebensgefährlich und eine Korrektur nur bei wenigen Wehren noch möglich.

              Hinter mir, an dem Eisenbahntunnel ist jetzt die Radwegeinfahrt. Ich dagegen bleibe auf der Straße und bedauere, dass der Rückenwind nun abflaut. Dennoch fliegt mein Fahrrad trotz eines leichten Anstiegs dahin. 4 km, für die ich trotz Fotostopps 10 Minuten brauche. Das ist doch mal reell. Das Fahrrad gefällt mir. Acht Autos treffe ich unterwegs, davon kommen mir sechs entgegen. Am Ortseingang weiche ich aber auf den Radweg aus. Die Straßen im Ort sind einfach zu eng und unübersichtlich.

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ID: 3036111

              Das Wetter hat gehalten. Durchgefroren bin ich aber schon. Radfahren ist nicht wandern. Man kühlt ganz anders aus.

              "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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              • Torres
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                • 16.08.2008
                • 26793

                • Meine Reisen

                #27
                Sternenwald mit Leofelsen und Burg Arras: Schutzhütten in der Moseleifel bei Alf, Mosel

                Zwei Tage später ist der Spätwinter noch nicht vorbei. Wieder sind 7 Grad Höchsttemperatur angesagt, aber die Regenvorsage scheint sich nicht zu bewahrheiten. Hinter der Liebesschlucht warten meine nächsten Hütten, auch bei Neef gibt es noch welche. Aber so richtig warm werde ich mit der Idee nicht. Es müsste eine schnelle Runde sein. Ich recherchiere die Schutzhütten in der Gegend und mir fällt Alf, Mosel ins Auge. Alf liegt gegenüber von Bullay, und von dort aus bin ich letzten Herbst schonmal zum Prinzenkopfturm gewandert. Bestiegen hatte ich ihn aber nur zur Hälfte, oben war gerade eine kleine Coronaparty im Gang und da hatte ich keine Lust drauf. Die Vorstellung, mein Fahrrad nun die steile Straße zum Wanderparkplatz hochzuschieben schreckt mich allerdings. Die Straße ist sehr schmal, und ich möchte mein Zeitfenster nicht mit der Anreise vergeuden. Die Entscheidung wird sich als goldrichtig entpuppen. So nehme ich das Auto und fahre hoch zum Wanderparkplatz. Hier steht auch schon die erste Hütte. Die Sternenwaldhütte, errichtet 2009.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104391127_a7809a3a9e_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,81 MB ID: 3036221

                Eigentlich ist es eher eine überdachte Infotafel. Hier finde ich auch die Wanderwege der Region und das ist sehr nützlich, denn meine OSM-basierte App ist hier sehr ungenau und streckenweise wenig hilfreich. Ein Päärchen aus Köln kommt gerade von seiner Wanderung zurück, eine Frau, die mit den beiden reist sonnt sich auf einer der Bänke, die am Parkplatz aufgestellt sind.

                Durch die ungewohnten menschlichen Kontakte bin ich abgelenkt und lauf in Richtung der Schutzhütte. Dabei wollte ich doch unbedingt vorher ein Foto der Doppelstockbrücke von Bullay machen, von der schon die Rede war. 1875 gebaut und 1878 fertiggestellt, war sie die erste Doppelstockbrücke für Schiene und Straße Deutschlands. Nur an der Biggetalbahn gibt es noch zwei weitere Doppelstockbrücken. Die Doppelstockbrücke Alf-Bullay war im Zweiten Weltkrieg Auslöser der Bombardierung von Bullay und wurde am 14. Januar 1945, kurz vor Kriegsende, von den Amerikanern zerstört. Mit Zustimmung des französischen Militärkommandeurs wurde sie 1947 wieder aufgebaut und 1999-2000 saniert. Sie steht unter Denkmalschutz. Das Bild stammt vom 20. Dezember 2020.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 50739917238_b893b3a053_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,03 MB ID: 3036222

                Tragischerweise wurde dabei das Hotel Andries zerstört, indem ein jüdischer Arzt, Dr. Salomon Doeblin und seine christliche Frau aus Köln wohnte, die aus ihren Verstecken auf Heimreise nach Bernkastel-Kues waren. Im Luftschutzkeller befanden sich außerdem Reperaturtrupps für die Eisenbahn aus Völklingen, darunter Schlosser, Zwangsarbeiterinnen und Sicherheitsdienst. Insgesamt 16 Personen. Ihnen wird auf dem alten Ehrenfriedhof in der Nähe des Prinzenkopfturmes gedacht, wie auch den deutschen Soldaten, die auf dem Prinzenkopf versuchten, die Amerikaner von der Überquerung der Mosel abzuhalten. Vom Friedhof aus hat man auch einen Blick auf das Pündericher Hangviadukt, mit 768 Metern der längste Hangviadukt Deutschlands. Er wurde 1880 fertiggestellt und über ihn führt immer noch die Moselstrecke, also der Zugverkehr von Koblenz nach Trier und von dort weiter nach Luxemburg oder Saarbrücken.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 50740643616_60d1c79853_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 787,5 KB ID: 3036223

                Ich wähle aber nun den Weg geradeaus, um zur nächsten Hütte zu gelangen.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51105404470_48ddc3fba7_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,84 MB ID: 3036224

                Ich befinde mich jetzt auf dem Moselhöhenweg des Eifelvereins und tatsächlich liegt Alf wie die ganze Gegend hier auf dieser Moselseite inklusive Zell-Barl, bereits in der Eifel, genauer in der Moseleifel. Das 130 ha große Waldgebiet zwischen Marienburg und Burg Arras wird Sternenwald genannt, der höchste Punkt liegt auf 301 Metern.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51105403995_e5c6258f66_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 845,8 KB ID: 3036225

                Kurz vor der Hütte quert ein junges Paar meinen Weg, es sind geübte Wanderer, man sieht es am Schritt. Sie wandern Richtung Prinzenkopfturm und Marienburg. So bin ich sofort wieder alleine. Was für eine Lage!

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104373984_1b5705a49c_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,53 MB ID: 3036226

                Man schaut auf Pünderich, sieht die Marienburg und auf Zell Barl. Plakate werben für den gastronomischen Betrieb, zunächst lese ich "Single Treff", aber es ist "Siggis Wandertreff". Man sieht fröhliche Menschen an Tischen und Bänken sitzen, es gibt Getränke und kleine Speisen, Winzerkäse und Hüttenplatte.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104391207_8273a4a187_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 969,4 KB ID: 3036227

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104391567_f95bf757bc_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 865,5 KB ID: 3036231


                Auf der Kiste hat jemand einen Kommentar abgegeben....

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104373844_9960a29f44_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 924,2 KB ID: 3036228

                Ja, hier kann man es aushalten.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104296716_95b26fa6d5_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,44 MB ID: 3036229

                Die Wanderung fängt gut an.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104296731_12f41a065c_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,64 MB ID: 3036230

                Jetzt fehlt eigentlich nur noch das Laub an den Bäumen, und die Landschaft wird nicht wieder zu erkennen sein.

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                "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                  • 26793

                  • Meine Reisen

                  #28
                  Ich befinde mich wieder am Moselsteig und biege in den entsprechenden Weg ein.

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ID: 3036728

                  Er ist gut ausgebaut, und einen Moment bereue ich, dass ich mein Rad nicht dabei habe. Aber es gibt nichts zu Bedauern, an der Landstraße nach Alf waren Bauarbeiten und an der Umleitung hätte ich sicherlich umgedreht. Es ist schön, auch mal wieder unbeschwert wandern zu können. Das positive Gefühl ändert sich kurz darauf, als mir erst ein älteres Paar und dann eine lärmende, aus mindestens zwei Familien bestehende Gruppe entgegen kommen, die unabhängig voneinander der Meinung sind, der Weg gehöre ihnen. Ich weiche in die Botanik aus, denn ich finde es nicht besonders witzig, in Coronazeiten mich an anderen Fußgängern vorbei zu quetschen. Anscheinend fällt das den Leuten gar nicht auf oder sie haben von Corona noch nie etwas gehört. Als Nachzügler kommen dann noch die pubertierenden Söhne, die immerhin nett grüßen, aber sich ebenfalls über den Weg verteilen. Mag ja sein, dass man sich draußen nicht ansteckt, aber es wäre schon ein Akt der Höflichkeit, Einzelwanderer nicht über den Haufen zu überrennen.

                  Dann bin ich aber alleine und werde auch bis zum Ende der Wanderung niemandem mehr begegnen. Hier in der Nähe muss eine Hütte sein, aber die will ich mir für später aufheben. Leider vergesse ich sofort, wo ich sie gesehen habe, was mir später einen Umweg einbringen wird.

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ID: 3036729

                  Ich habe mich für die Hütte am Leofelsen entschieden. Das Wort hatte ich schon mal im Gespräch gehört, aber wo genau er ist, wusste ich bis dahin nicht. Ich bin gespannt.

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ID: 3036730

                  Rechts schimmert der Ort Alf durch die Bäume.

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ID: 3036731

                  Ein Freudenstrahl durchzuckt mich. Da ist sie. Elegant sieht sie aus.

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ID: 3036732

                  Ich laufe hinauf.

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ID: 3036733

                  Als Windschutz ziemlich untauglich, aber die Aussicht ist grandios. Vorne ist Alf, hinten ist Bullay. Sogar die Schutzhütte am Berg ist erkennbar.

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ID: 3036734

                  Ich will schon wieder gehen, als ich mich daran erinnere, dass ich doch noch etwas anderes sehen müsste: Burg Arras. Burg Arras ist nur halb echt. Ursprünglich stand hier tatsächlich eine Burg, die 1120 das erste Mal schriftlich erwähnt wurde und auf dem Gelände einer ehemaligen römischen Pferdestation errichtet wurde. 1689 wurde sie bis auf den Bergfried geschliffen und die Burgruine im 19. Jh. mehrfach verkauft. Ab 1907 wurde sie von dem Bergwerksdirektor Dyckerhoff wieder aufgebaut, später verkauft und 1978 und 1984 erwarb Familie Keuthen aus Briedel, verwandt mit dem ehemaligen Bundespräsident Lübke, die Burg, baute sie zu einem Hotel und Restaurant aus und betreibt zudem ein kleines Museum.

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ID: 3036735

                  Ein kleiner Wanderweg lacht mich an. Er gehört nicht zum Moselsteig. Aber er sieht hübsch aus. Kammwege mag ich, und da ich mein Rad nicht dabei habe, ist es eine gute Gelegenheit, ihn auszuprobieren.

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ID: 3036736

                  Er führt auch zu Burg Arras, wie das kleine Schild zeigt.

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ID: 3036737

                  Genau mein Geschmack. Ich stelle fest, dass ich inzwischen ganz gut trainiert bin, die ganzen Steigungen zahlen sich aus. Immerhin bin ich jetzt auf einem Zuweg zum Moselsteig.

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ID: 3036738

                  Ein Genuss.

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                  Durch die Bäume kann man die Burg ahnen.

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                  Eigentlich war für heute Regen angesagt.

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                  Und plötzlich ist der Weg zu Ende, und ich denke einfach nur: "Wow".

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                  Ist das eine Markierung an der Ecke?

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                  Man merkt, ich löse mich langsam von dem Blick auf die Moseleifelregion und bereite mich auf den Abstieg vor. Der ist komplexer als ich denke, denn streckenweise ist der Weg sehr schlecht und aufgrund des Untergrundes ziemlich rutschig.

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                  Wurzeln, Steine, Stufen und die Schräglage zum Abgrund machen die Sache nicht einfach. Blick zurück. Aus der Richtung sieht das besser aus.

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                  Der Blick zurück auf eine Serpentine, sie ist leicht zu laufen, aber ich laufe sie, als säße ich auf einem Motorrad: Geradeaus schauen und laufen und dann nach links abknicken.

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                  Jetzt noch ein paar Schritte.

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                  Und lande erst einmal im Schilderwald.

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                  "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                    • 16.08.2008
                    • 26793

                    • Meine Reisen

                    #29
                    Es gibt noch ein paar mehr, und ich checke meinen Standort. Die nächste Hütte ist in einem Bereich, dessen Weg auf der OSM Karte nicht vorhanden ist. Overpass wiederum kennt diese Hütte, und ich sehe, dass ich gleich am Parkplatz zur Burg bin und dort auch ein Weg abgehen wird. Die Burg selbst ist von unten nicht zu sehen.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51105407040_62bd56089a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,43 MB ID: 3036822

                    Kurz darauf stehe ich vor dem Tor zur Burg. Am rechten Flügel lehnt ein Pappschild mit einer mir unbekannten Schrift. Thailändisch? Indonesisch? Keine Ahnung. Ich hätte das Tor gerne ohne das Schild fotografiert, aber das Schild entfernen gehört sich nicht.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104535963_84e6c1c957_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,39 MB ID: 3036823

                    Auf der anderen Seite wirkt es nicht so, das Licht ist schlechter.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104536063_af8172e7f9_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,60 MB ID: 3036824

                    Belustigt erfreue ich mich an dem Handschuh, den jemand dort platziert hat. Das führt zwangsläufig dazu, dass ich das Schild lese: Das Durchschreiten des Tores löst eine Zahlungsverpflichtung über eine Besichtigungsgebühr von 6,00 Euro aus für Besichtigung der Burg und Museum. Ausnahme für Gäste des Hotels und des Restaurants. Da alles im Lockdown geschlossen ist, leite ich aus diesem Schild ab, dass man Privatbesuch nicht schätzt, und so verzichte ich auf den Besuch. Wenn wieder geöffnet ist, wollte ich sowieso mal im Restaurant essen gehen, dann kann ich die Besichtigung damit verbinden. Damit man mich nicht falsch versteht: Natürlich habe ich Verständnis für diese Regelung. Das Gebäude muss unterhalten werden und von "Sehleuten", wie wir das in Hamburg so schön nennen, kann niemand leben.

                    Noch ein Blick durch das Tor.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104394207_3ef057359a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,15 MB ID: 3036825

                    Blick zurück zu dem Hügel, den ich vorhin begangen hatte.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104299441_0d8aa47597_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,43 MB ID: 3036826

                    Neben der Burg lockt nun ein Weg, der mich zur nächsten Schutzhütte bringen soll.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104536248_ff55182780_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,73 MB ID: 3036827

                    Zu meinen Füßen liegt nun Alf-Höllenthal. Ich kenne den Stadtteil, weil dort die Landstraße entlang führt und wenn ich nachts, aus Wittlich kommend, diese Straße gefahren bin, habe ich mich immer gefragt, wie man hier leben kann. Enge Straße, die Häuser anscheinend in einen Felsen gebaut, die letzten drei Häuser mit Leuchtstreifen markiert, damit die Autofahrer die scharfe Kurve bekommen und ihnen nicht ins Wohnzimmer fahren. Höllenthal fand ich die richtige Bezeichnung für diese Siedlung und Sonne konnte ich mir dort gar nicht vorstellen. Und jetzt sehe ich, dass es ein sehr idyllischer Ort ist, die Häuser haben Gärten und auf der gegenüberliegenden Seite finden sich Wiesen und eine Hochebene.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104394267_a62f7c00ef_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,76 MB ID: 3036828

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104372694_37fc216c3d_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,52 MB ID: 3036829

                    Wirklich hübsch dort. Man sieht nun auch den Alfbach, der bei der Schneeschmelze sehr munter sprudelt, bevor er in die Mosel mündet.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104532018_dfb327e7a6_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,48 MB ID: 3036830

                    Der Weg ist immer noch ein Traum.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104532038_265077bf29_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,84 MB ID: 3036831

                    Als er zu Ende ist, sehe ich, dass es rechts einen weiteren, breiten Weg zur Burg gibt. Er endet wieder an der Straße kurz vor dem Tor.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104532043_e34f88ba9c_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,87 MB ID: 3036832

                    Dann eben nicht. Ich drehe wieder. An der Kreuzung zurück, entscheide ich mich für einen schmalen Weg auf der Höhe. Richtig wäre ein etwas breiterer Wanderweg, das ist mir bewusst. Aber ohne Fahrrad will ich die Gunst der Stunde nutzen.

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                    Einige Zeit verlaufen die Wege noch parallel, dann verliere ich den anderen Weg aus den Augen.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104536408_7ee49270e3_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,87 MB ID: 3036834

                    Nach einiger Zeit kommt ein Gebäude in Sicht. Auch eine ehemalige Weinbauhütte? Oder Überreste eines Wachturmes? In der Nähe gibt es noch eine Ruine, die Ruine Heidberg. Ich nähere mich vorsichtig.

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                    Ein tiefes Loch im Boden. Wozu das wohl war?

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104394662_ac7611ee0b_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,75 MB ID: 3036836

                    Als Schutzhütte taugt sie nicht. Das Dach ist völlig marode und teilweise eingestürzt.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51104536503_ec9ed645b6_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,38 MB ID: 3036837

                    Da ich nicht zurückgehen möchte, gehe ich weiter und habe etwas Probleme mit der Wegfindung. Viele Menschen laufen hier im Moment wohl nicht herum. Man ahnt zwar die eine oder andere menschliche Spur, aber ein echter Weg ist hier nicht.

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                    Mehr rutschend als gehend steige ich ab und muss dann noch ein wenig suchen, um die Stützmauer am Weg zu überwinden. Bei der Kälte springe ich nicht so gerne von Mauern auf Wege, und der Rettungsdienst hätte es weit. Zumal das Netz hier schlecht ist. Diese ausgebrochene und damit flache Stelle scheinen auch andere vor mir schon genutzt zu haben.

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                    Ich bin jetzt auf den großen Parallelweg und auch die Kurve entspricht meinem Plan.

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                    Und dann sehe ich sie. Und werde aus irgendeinem Grund in ihren Bann gezogen.

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                    Sie hat etwas Besonderes. Ein Ort der Erinnerungen, kommt es mir vor. Als wären die Menschen, die in ihr gewohnt haben, noch lebendig. Als wäre ein Lachen und ein Leben in der Luft. Kaum traue ich mich, sie zu betreten. Als würde ich in einen Privatbereich eintreten.

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                    Sie ist leer.

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                    Aber das Gefühl, dass sie bewohnt ist, bleibt dennoch. Das Dach ist neu. Es ist also kein Lost Place, auch wenn sie mir so vorkommt, so gefüllt mit Leben und Erinnerungen, gerade erst verlassen.

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                    Die Fenster sind so hübsch. So eine Hütte würde mir reichen, wenn sie nicht so weit weg der Zivilisation wäre. Alleine hier im Winter wäre mit zunehmendem Alter wohl keine Option. Der nächste Supermarkt wäre in Bullay. Ich nehme mir vor, etwas über die Geschichte dieser Hütte herauszufinden. Einen Keller muss sie auch einmal gehabt haben und auch die Becken vor der Tür weisen darauf hin, dass es einmal eine Weinbauhütte gewesen sein muss. Erstaunlich, dass man diese Fenster gewählt hat, sie machen ihren Charme aus.

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                    Der Keller.

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                    Ein Kelterbecken?

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                    Schon möglich, dass hier einmal ein Weinberg war.

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                    Ein paar Tage später - genaugenommen gestern - werde ich mich mit dem Nachbarn unterhalten. Ich erzähle von meiner Schutzhüttensuche und frage ihn nach der Hütte oben bei Höllenthal. Ja, die Hütte ist bekannt. Eine ehemalige Weinberghütte, denke ich, sagt er. Dort ist der alte Tom erfroren. Die Gemeinde hatte ihm angeboten, ihm ein Zimmer im Altersheim zu geben, aber das wollte er nicht. Er hat ja immer so gestunken, wegen dem Alkohol, und das wollte er anderen nicht zumuten. Das war ihm peinlich. Irgendwann ist er nicht mehr gekommen und da hat man ihn gesucht. Er war erfroren.
                    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                      • Meine Reisen

                      #30
                      Es dauert noch etwas, bis ich mich von der Hütte losreissen kann.

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ID: 3036929

                      Im Sommer werden hier Schlingpflanzen und Brombeeren das Regiment übernommen haben. Ich überlege kurz, ob ich meinen Weg wieder zurückgehe, entscheide mich aber, ihn fortzuführen. Eine Meise sitzt im Baum, und ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie mich anlacht oder auslacht. Vielleicht telefoniert sie aber auch gerade.

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ID: 3036930

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ID: 3036931

                      Wieder der Blick auf Höllenthal.

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ID: 3036932

                      Und nun wird es steil. Der Hang wurde gerodet und neben dem Hang ist der Aufstieg zurück zu den anderen Wanderwegen, denn in das Tal möchte ich nicht. Ich habe ja noch zwei Hütten vor mir.

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ID: 3036933

                      Sollte der Besitzer des Wagens jemals ein Parkticket gelöst haben, so wäre es jetzt vermutlich abgelaufen.


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ID: 3036934

                      Von da unten komme ich her.

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ID: 3036935

                      Und da oben will ich hin. Ich gebe zu, ich komme etwas in Schwitzen.

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ID: 3036936

                      Wohl doch noch nicht so gut mit der Kondition. Dann ist es aber geschafft. Erst einmal Pause und etwas trinken.

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ID: 3036938

                      Nun mache ich einen Plan. Hier geht es lang. Der Weg wird mich zum Schilderbaum bringen.

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ID: 3036939

                      Und der Weg in Richtung Hütte.

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ID: 3036940

                      Der Wald sieht nun wieder recht gleichförmig aus, und ich laufe etwas schneller, da es auf den Abend zugeht. Wenn die Sonne weggeht, wird es kalt. Es scheint zwei Zugänge zur Hütte zu geben, ich kann gleich nach rechts abbiegen oder ein Stück weiter. Ich entscheide mich für die erste Variante, spurte eine langen Hang hoch, um sie im Tal liegen zu sehen und wieder ungefähr die gleiche Strecke herunter laufen zu dürfen. Die zweite Variante wäre schlauer gewesen. Aber jetzt bin ich ja da.

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ID: 3036941

                      Links neben mir ist ein Holzgestell. Eine Halterung für die Skier kann das nicht sein, wir sind nicht in Finnland, auch wenn der größte Arbeitgeber in Alf ein finnischer Plastikhersteller ist, der in Alf-Fabrik Verpackungen produziert. Aber zunächst inspiziere ich die Hütte.

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ID: 3036942

                      An der Seite befinden sich Schautafeln mit den Pilzen der Region und den Vögel der Region. Daneben ein Bienenhotel. Auch eine Schautafel über den Hirschkäfer, der hier heimisch ist, sehe ich. Und bekomme einen Schreck. Als ich letzten Monat im Garten umgegraben habe, bin ich auf eine Larve gestoßen. Hoffentlich war es keiner. Hier sollen welche wohnen, einer war wohl riesig, Handgröße.

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ID: 3036944

                      Dann nennt man wohl Komforthütte. Sie wird das Ziel von Klassenfahrten und Vereinswanderungen sein.

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ID: 3036943

                      Unten sieht man weitere Schautafeln.

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                      Vom Feinsten auch die Holzdiele auf dem Holzpodest.

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ID: 3036946

                      Hier kann man den Ort gut überblicken.

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ID: 3036947

                      Ein wirklich schöner Ort hier.

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ID: 3036949

                      Anscheinend bin ich hier am Pötenweg, dem Weg der Dichter und Denker, Verzeihung Poeten, natürlich.


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ID: 3036950

                      Ich laufe aber noch kurz zu der Skiablage und sehe, dass sie der Baumbestimmung dient.

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ID: 3036951

                      Gerne würde ich mich nun noch in die Informationen vertiefen, aber es ist schon spät. Immerhin entdecke ich so einen kleinen Trampelpfad, der auch ein Umweg sein wird, aber darauf kommt es jetzt nicht an. Es ist der Pfad, den ich eben zur Auswahl hatte und der erheblich weniger steil gewesen wäre.

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ID: 3036952

                      Auch ein Bestandteil des Waldlehrpfades.

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ID: 3036953

                      Der Weg führt jetzt sowohl über die Wassertretstelle (0,2 km) nach Alf (0,9 km) wie auch über die Fußgängerbrücke über den Alfbach (0,4 km) nach Alf (1,1 km). Burg Arras ist 1,4 km entfernt. Ich wähle die Wassertretstelle, denn dort ist die letzte Hütte.

                      Ein Baustellenschild mitten im Wald. Aha. Eine Baustelle sehe ich nicht.

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ID: 3036954

                      Aber diesen komischen Baum, der in der Sonne glänzt und mich aus irgendeinem Grund an eine Litfaßsäule erinnert. Ich trete näher. Eine Wasserleitung, aber einen Wasserhahn sehe ich nicht. Das Becken ist mit Erde gefüllt. Also keine Trinkwasserstelle, die ich melden kann. Dann schaue ich noch einmal genauer hin und denke, och nö.

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ID: 3036955

                      Der lässig an den Felsen gelehnte deutsche Mann, der Hund ihm untertan den Kopf zum Herrchen streckend. Bei der Lönshütte auf der Lönshöhe habe ich ja nichts gesagt, der Erste Weltkrieg ist dort oben noch allgegenwärtig, und er war eben der Heimatdichter seiner Zeit. Aber bei so einem Relikt von Blut und Boden bin ich dann doch ein wenig sensibel. Kurz darauf ändert sich die Landschaft und die Streuobstwiesen beginnen.

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ID: 3036956

                      Und dort ist sie schon:

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ID: 3036957

                      Am Hang daneben thront eines der sehr hübschen Häuser an der steilen Straße, die ich zum Wanderparkplatz hinaufgefahren bin. Mehrere Holländer wohnen hier, welche sich für ein Leben auf dem Hang entschieden haben. Das Gelände ist eingezäunt, aber die Tür ist offen. Nur Hunde sind nicht erlaubt.

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ID: 3036958

                      Der Schornstein auf dem Dach scheint der Rauchabzug eines Schwenkgrilles zu sein. Im Sommer werden hier die Kinder im Wasser plantschen. Ein Hundeverbot ist da zumindest nachvollziehbar.

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ID: 3036959

                      Und dann beginnen die Häuser, und ich steige die Straße hoch bis zum Wanderparkplatz. Im Sommer wird es hier wunderschön sein, aber auch ohne Belaubung hat mir der Waldspaziergang gut gefallen. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Waldstück so nett ist. Mal sehen, welche Gebiete ich mir auf der Schutzhüttensuche noch so erschließen kann. Der nächste Winter kann kommen.

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ID: 3036960
                      "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                      • lina
                        Freak

                        Vorstand
                        Liebt das Forum
                        • 12.07.2008
                        • 37583

                        • Meine Reisen

                        #31
                        Das ist sehr hübsch, so mit zugucken zu können, wie es Frühling wird Bin gespannt auf die Fortsetzung. Sag Bescheid, falls die Hütten ausgehen – dann könnte man evtl. noch ein paar Pop-Up-Häuschen verteilen zwecks weiterer Ausflüge

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                        • Torres
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                          Liebt das Forum
                          • 16.08.2008
                          • 26793

                          • Meine Reisen

                          #32
                          Danke für den netten Kommentar. Und danke, dass mal jemand was schreibt. Ich mache das zwar vor allem für mich, aber man kommt sich ein wenig im „Nichts“ vor, wenn so gar keine Reaktionen kommen.
                          Hütten gibt es hier noch genug. Irgendwie werden es immer mehr . Aber dann können wir auf Deinen Vorschlag zurückkommen.
                          "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                          • rockhopper
                            Fuchs
                            • 22.04.2009
                            • 1055

                            • Meine Reisen

                            #33
                            Hallo Torres,
                            das macht richtig Laune den Moselsteig mit zu entdecken. Schöne Fotos! Ich bin ja den Mosel-Radweg gefahren. Den Blick von der Höhe auf die Mosel finde ich toll! Am liebsten würde ich da auch mal gerne laufen.
                            Grüße aus dem Süden
                            rockhopper

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                            • Torres
                              Freak

                              Liebt das Forum
                              • 16.08.2008
                              • 26793

                              • Meine Reisen

                              #34
                              Danke, rockhopper. Ja, die Wege durch die Wälder und die Weinberge lohnen sich wirklich. Auch wenn das ohne E-Bike sehr anstrengend ist. Die Einheimischen fahren auch nur durch die Weinberge, im Sommer ist es auf dem Moselradweg mittlerweile so voll, dass es keinen Spaß mehr macht. Da jetzt durch die E-Bikes auch Menschen Rad fahren können, die bewegungseingeschränkt sind, ist es zusätzlich auch sehr gefährlich, denn viele denken, sie seinen alleine und unterschätzen ihre Fitness und ihre Geschwindigkeit.

                              Ich hoffe, dass es jetzt bald richtig grün wird, dann ist der Eindruck auch noch mal anders. Und erst der Herbst, wenn sich die Weinberge färben....

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Ansichten: 158
Größe: 1,24 MB
ID: 3037594

                              Bis da ist es ja aber noch ein bisschen hin.

                              Habe jetzt die Fotos in Post #17 neu eingestellt. Und versuche so schnell wie möglich die nächste Etappe zu schreiben. Gefahren bin ich sie schon.
                              "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                              • Torres
                                Freak

                                Liebt das Forum
                                • 16.08.2008
                                • 26793

                                • Meine Reisen

                                #35
                                Traumhafte Ausblicke bei Neef: Petersberg, Euleköpfchen, Calmont und eine Schutzhütte in Ediger-Eller.

                                Es ist schon kurz nach 15 Uhr, als ich mich entscheide, doch noch eine kleine Tour zu machen. Es sind immer noch um die 7 Grad Höchsttemperatur, aber jetzt, am späten Mittag fühlt es sich recht warm an, und ich denke, ein wenig Radfahren kann nicht schaden. Der Weg nach Neef hatte mir gut gefallen, vor allem, weil ich auf der Straße doch schnell dort und wieder weg bin, und so entscheide ich mich, die Hütte auf der Höhe zu suchen. Da ich vermute, dass sie - wie die anderen - am Moselsteig liegt, möchte ich meinen Weg in der Nähe der Lilohütte an der Abzweigung des Moselsteiges fortsetzen. Ein Schiff läuft gerade in die Schleuse ein.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109436926_9c2b8f67fb_k.jpg Ansichten: 38 Größe: 1,09 MB ID: 3037672

                                Die Fahrt geht zügig voran, und ich biege in die Straße zur Lilohütte ein. Einen gutes Stück kann ich fahren, dann ist es mir doch zu steil, und ich schiebe. Ein älterer Mann, der in einem der Wochenendhäuser wohnt, beobachtet mich. Sein Auto ist offen, vermutlich war er gerade einkaufen. Sein Hund bellt wie verrückt. Er schaut mich an, und mir ist klar, dass er hofft, ein Schwätzchen halten zu können.
                                In der Tat, ich lasse mich darauf ein. Ich möchte nämlich wissen, ob die Lilohütte im Sommer bewirtschaftet ist, und er versteht mich falsch, denn er erklärt mir, dass die Gastronomie im Lockdown geschlossen hat. Ich präzisiere, aber er reagiert so irritiert, dass die Antwort mit ziemlicher Sicherheit nein ist. Er nimmt das aber zum Anlass, mir zu erzählen, dass die Wohnmobilfahrer so dreist sind, die Absperrung zu ignorieren. An Ostern, es war alles abgesperrt und dann laufen die in Trauben über die Absperrung am Calmont herum, den Calmont kennen Sie, oder? Nein, kenne ich nicht, aber das sage ich ihm nicht, denn als er den Namen ausspricht, weiß ich instinktiv, dass es der steile Weinberg ist, den ich beim letzten Mal in der Ferne bewundert hatte. So heißt er also, der beeindruckende Felsen rechts hinter der Brücke. Aber die Polizei ist gekommen und hat die alle zurückgeholt, das wird was gegeben haben, die standen alle oben auf dem gesperrten Parkplatz. Das wusste ich natürlich schon von der Nachbarin, aber das sage ich ihm nicht, sondern nicke, ja, in Kröv standen sie auch und haben die Weingläser klingen lassen. Ach, sagt er, in kenn einen von der Klinik, da liegen jetzt die Jungen. Die mit 40. Er schüttelt mit dem Kopf. Petersberg waren die Touristen ja auch, kennen sie den? Ich verneine, naja, da ist der Friedhof, meint er. Ich erinnere mich, auf einer Touristenwebsite davon gelesen zu haben, sie liegt recht weit oben, aber an sich suche ich ja nur die Hütte, und die ist in einer anderen Richtung. Wir reden noch ein bisschen über seinen Garten und seinen rumänischen Hund, der nur Haut und Knochen war, als sie ihn nach Deutschland geholt haben. Dann verabschiede ich mich, nicht dass mir die Zeit davon läuft, ich denke mal, es war gut 15 Minuten Gespräch.

                                Ich nehme jetzt den Moselsteig wieder ins Visier und bereue nach ein paar Metern, nicht die Straße hochgeschoben zu haben, die sich oben wieder trifft.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51110216835_2e7b73089f_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,70 MB ID: 3037673

                                Immerhin kann ich so diese beiden begrüßen, die jetzt gerne etwas leckeres zu fressen hätten und mich ganz zart anmeckern und mir lange hinterherschauen.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109185399_72bcecb2aa_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,58 MB ID: 3037674

                                Auf der Hälfte der Strecke muss ich ein paar Fotos machen, denn ich bin etwas aus der Puste.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109437611_aa11543074_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,35 MB ID: 3037675

                                Hübsch ist es ja. Aber erst einmal hochkommen. Oben angekommen, setze ich mich auf eine Bank, trinke Wasser und ziehe meine Wolljacke aus. Das ist jetzt zu warm.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109340808_13def419d1_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,15 MB ID: 3037676

                                Und hier geht es gleich weiter.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109340858_d2be18462b_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,51 MB ID: 3037677

                                Diesmal Schafe, aber die Begrüßung ist enttäuschend.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109437731_e13f1af0f2_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,63 MB ID: 3037678

                                Wieder ist die Steigung nicht so ganz nach meinem Geschmack, und ich mache Päuschen.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51108870452_cf0c893d64_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,09 MB ID: 3037679

                                Ich befürchte, da oben will ich hin. Das kann ja heiter werden.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109185834_a3bfcffe5a_k.jpg Ansichten: 31 Größe: 1.001,8 KB ID: 3037680

                                Und links.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109438036_99fce3d3a6_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,41 MB ID: 3037681

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109341093_ae001b0b76_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 791,6 KB ID: 3037682

                                Und weiter.

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                                Und immer noch geht es bergan.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51110218225_4e6ffe2c7f_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,68 MB ID: 3037687

                                Mal wieder ein Moselsteigschild. Hier kommt mir auch der einzige Mensch des heutigen Tages entgegen, ein Fahrradfahrer mit E-Mountainbike. Er grüßt nett.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51110218220_76c5c52e0b_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,59 MB ID: 3037688

                                Weit bin ich noch nicht gekommen.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109186789_acc6eeb2ec_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,14 MB ID: 3037689

                                Aber dann ist der Wald zu Ende und mal wieder denke ich. "Wow".

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109341908_dd67979877_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 703,0 KB ID: 3037690

                                Und kurz darauf noch einmal.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51110218540_9bf338b021_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 905,4 KB ID: 3037691

                                Eine Bank, damit man das Panorama bewundern kann. Ich finde, ich habe mir jetzt wieder eine Pause verdient. Eine Stunde und sechs Minuten habe ich für den Aufstieg gebraucht. Aber es hat sich gelohnt.
                                Zuletzt geändert von Torres; 16.04.2021, 22:09.
                                "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                • Torres
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                                  • 16.08.2008
                                  • 26793

                                  • Meine Reisen

                                  #36
                                  Der Weg bleibt nun ungefähr auf einem Niveau, und ich kann das Fahrrad tatsächlich fahren.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51108872207_cb05f85d9d_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 1,15 MB ID: 3037830

                                  Die meisten der Fotos erspare ich mir nun, es ist nämlich überall fast das gleiche drauf. Das Motiv ist einfach zu schön, ich kann mich gar nicht satt sehen. In der Ferne eine Kapelle, und nun ärgere ich mich ein wenig, nicht die Systemkamera und das Tele dabei zu haben. Mit dem Smartphone kriegt man das nicht besonders gut hin.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51108872097_d572545211_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 582,4 KB ID: 3037831

                                  Ich bin mir sicher, dass das Calmont ist. Kein Zweifel. Aber wo ist der schmale Weg, der derzeit gesperrt ist? Ich habe keine Ahnung. Irgendwo dort muss er sein. Und garantiert auch Schutzhütten.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51108872137_e9297004f3_k.jpg Ansichten: 31 Größe: 795,4 KB ID: 3037832

                                  Nun komme ich an ein kleines Schild, Leuchtpunkt Neefer Petersberg. Aha.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109188024_757365a56c_k.jpg Ansichten: 30 Größe: 868,0 KB ID: 3037833

                                  Und wo soll das hier leuchten?

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109440051_c3858f4f69_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 1,73 MB ID: 3037834

                                  Ich bin ein wenig ratlos, aber vielleicht lichtet sich ja gleich das Rätsel. In der Tat.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51108873042_a1ebabfec8_k.jpg Ansichten: 29 Größe: 1,32 MB ID: 3037835

                                  Zumindest glaube ich, dass diese Stelle gemeint ist, ich kann mich natürlich irren. Nichts wie hin.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109343198_78b8f48853_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 452,7 KB ID: 3037836

                                  Gipfelkreuz.

                                  Und ich würde den Ort für einen magischen Ort halten, wenn mich nicht ein Schild eines Besseren belehren würde: Greeting Point. Zeig der ganzen Welt, dass Du hier warst. Vor meinem imaginären Auge sehe ich Massen von Menschen diesen Aussichtspunkt stürmen, E-Biker, Kreuzfahrer, Wandertrupps, aber in Wirklichkeit ist es hier nur kühl und leer.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109343318_0ba3fbad9f_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 872,3 KB ID: 3037837

                                  Naja, müsste ich jetzt nicht jemanden anrufen, um zu sagen, wo ich bin, würde ich es vielleicht sogar tun. Mit Schmunzeln erinnere ich mich, wie ich in Rovaniemi auf dem Lordis Square bei Minustemperaturen stand und um Screenshots bat. Aber gut, das ist ja auch Lappland gewesen. Auf einer Tafel erfahre ich, dass Sturm Kyrill das Vorgängerkreuz zerstörte, 2008 wurde ein neues Kreuz errichtet. Und dass es hier eine ganz besondere Tierwelt gibt. Ich schaue mich um, aber es ist nichts zu sehen, noch zu kalt. Und bemerke, dass ich jetzt das erste Mal auf Ediger-Eller blicken kann, wobei ich nie genau weiß, wo welcher Stadtteil ist. Das hier müsste Eller sein.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109440176_fe8e7166fb_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 881,3 KB ID: 3037838

                                  Die Brücke ist die Eisenbahnbrücke. Und auch hier ist eine Moselschleife.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109440166_1bced7cfaa_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 893,5 KB ID: 3037839

                                  Eine weitere Tafel berichtet von dem Vogelfänger Heinrich von Loombeck. Vom Mittelalter bis ins 19. Jh. waren Vogelfänger unterwegs, um Speisen für die Tafeln des Adels oder der Reichen zu erjagen. Den Lockvögel, meist Buchfinken, wurden die Augen mit heißem Draht ausgestochen, so dass sie an der frischen Luft besonders laut und schön sangen und andere Vögel anlockten. Nachdem der Neefer Heinrich von Lombeck eine Ritterstochter heiratete, die diese Höhe in die Ehe einbrachte, wurde sie zur Vogelfangstation. Man findet hier in der Gegend daher immer noch Grenzsteine mit seinen Initialen HvL. Man ist sich aber auch sicher, dass hier oben einmal eine heidnische Kultstätte gewesen sein muss, die aber mit Errichtung dieser Höhe, wie sie heute vorzufinden ist, 1931 im Zuge eines Reichsarbeitsdienstes unwiederbringlich verloren ging.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109440256_1bf0e58fbe_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 775,6 KB ID: 3037840

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51108873347_b142ed501b_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 857,6 KB ID: 3037841

                                  Ich laufe zurück und mein Fahrrad steht noch ganz treu am Wegweiser. Ich hatte es nicht abgeschlossen. Gut, eigentlich ist hier niemand da, der es klauen könnte, aber man weiß ja nie.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109343428_8541a8a2a6_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 1,50 MB ID: 3037842

                                  Dem Wegweiser entnehme ich, dass ich jetzt in den Weg dahinter einbiegen muss. Schließlich wartet dort eine Schutzhütte auf mich. Einen Moment spiele ich mit dem Gedanken, mir die Kapelle anzusehen, aber der Himmel gefällt mir nicht. Das Wetter wechselt. Lieber rechtzeitig zurück sein.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51108873402_9c299dde04_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 839,3 KB ID: 3037843

                                  So folge ich nun dem Höhenweg. Ich habe abgespeichert, dass sie rechts vom Weg ist und schaue konzentriert durch die Bäume.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51108873912_9fe76d11be_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 1,91 MB ID: 3037844

                                  Erfreulicherweise schaue ich aber auch mal nach links und siehe da, da ist sie.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109344013_b9a9cd821e_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 1,97 MB ID: 3037845

                                  Im ersten Moment sieht sie ziemlich zerfallen aus, aber das täuscht. Zunächst erfreue ich mich an den Schildern.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109188864_9e6e2f5056_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 985,8 KB ID: 3037846

                                  Original Wald-Look, sozusagen. Touristen kaufen so etwas gerne.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109343988_07f080040d_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 896,8 KB ID: 3037847

                                  Die Hütte ist gar nicht so übel.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109344153_e05b3f125a_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 1,47 MB ID: 3037848

                                  Und dann bin ich äußerst überrascht. Die Hütte gehört gar nicht mehr zu Neef. Die Hütte gehört zu Ediger-Eller. Später werde ich sehen, dass der Weg, dem ich ab dem Schilderbaum gefolgt bin, ungefähr die Grenze zwischen den Orten bildet. Und die Hütte liegt eben schon auf dem Gebiet von Ediger-Eller.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109189129_51f83ae2cd_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 925,5 KB ID: 3037849

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109440946_9b84d0cd83_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 1,69 MB ID: 3037850

                                  Und sie gewährt einen Blick auf Eller.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109440936_537572e410_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 1,35 MB ID: 3037851

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51108881412_c971bc2bdf_k.jpg Ansichten: 28 Größe: 1,40 MB ID: 3037852

                                  Ich verabschiede mich

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51110245975_a4e4949e4c_k.jpg Ansichten: 27 Größe: 1,57 MB ID: 3037853

                                  und überlege, was ich jetzt tue. Der nächste Punkt ist die Einsiedelei, aber 2,5 km sind mir zu weit, ich weiß ja nicht, ob der Weg auf der Höhe bleibt. Unten im Tal müssen auch noch Hütten sein, aber das schaffe ich heute nicht mehr. Wer weiß, ob es gleich regnet. Am besten ist es, jetzt wieder zurück zu fahren. Oder?
                                  Zuletzt geändert von Torres; 18.04.2021, 08:59.
                                  "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                  • LihofDirk
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                                    • 13432

                                    • Meine Reisen

                                    #37
                                    Spannend. Und schöne Blicke auf die Moselschleifen, die ich vom Paddeln gar nicht so kenne. Völliger Perspektivwechsel.

                                    OT: Bundesarbeitsdienst 1931?
                                    Entweder Bund oder das Jahr, aber eines ist falsch.

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                                    • Torres
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                                      • 26793

                                      • Meine Reisen

                                      #38
                                      Ja, das stimmt. Ohne Schutzhüttensuche wäre ich wohl eher auf Paddeln und Flussradweg fokussiert gewesen, ergänzt durch den Standardspaziergang durch die Weinberge. Ich bin gespannt, was mich sonst noch erwartet.

                                      Danke auch für Deine Ergänzung, natürlich ist das falsch, die Jahreszahl stimmt, der Rest nicht. War wohl etwas spät.... Habe es korrigiert.
                                      "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                      • Ditschi
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                                        • 10881

                                        • Meine Reisen

                                        #39
                                        Jetzt bin ich dazu gekommen, den Bericht einmal ganz zu lesen. Danke, Torres! Es muß spannend sein, einmal in einer völlig anderen Umgebung zu leben und sie nach und nach zu Fuß oder mit dem Rad zu erkunden. Und wenn dann noch Schutzhütten entdeckt und gelistet werden, haben auch andere etwas davon. Obwohl, auch von den schönen Bildern alleine haben alle etwas.
                                        Ditschi

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                                        • Torres
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                                          • 26793

                                          • Meine Reisen

                                          #40
                                          Ich ringe kurz mit mir und dann ist die Antwort: Ja. Das Gelände ist nicht flach genug, um Experimente zu wagen. Kurz darauf bin ich wieder kurz vor der Wegkreuzung. Die Wolken sind noch da, aber die Sonne auch. Ich brauche mir keine Sorgen machen.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109467126_98321fe1f9_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,62 MB ID: 3038075

                                          An den Wegweisern stocke ich. Jetzt bin ich schon mal hier oben, dann könnte ich mir ja die Kapelle auch mal anschauen. Solange hier kein Tourismus erlaubt ist, wird es dort ruhig sein. Und wer weiß, ob ich noch einmal hier hoch komme. Gedacht, gemacht. Es geht nun auf asphaltierter Straße bergab. Ein Junge, vielleicht acht Jahre, schiebt ein winzigen Kinderfahrrad die Steigung hoch. Er grüßt schon von weitem, und ich grüße zurück, aber mit der Bemerkung, gleich schiebe ich auch. Bevor es zur Kirche hoch geht, gibt es einen Aussichtspunkt. Foto. Ein Schild weist auf die Naturvielfalt der Region hin.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109370873_dacc8ac680_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 809,0 KB ID: 3038076

                                          Die Steigung schiebe ich. Als ich im Garten eine Überdachung sehe, denke ich sofort "Schutzhütte", aber es ist nur die Überdachung eines Brunnens. Kurz drehe ich mich um und mache ein Foto von dem, was hinter mir liegt.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51108899327_e2d0a7e92b_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 995,1 KB ID: 3038077
                                          Und weil ich schon einmal dabei bin, fotografiere ich auch die rechte Seite, Calmont und Ediger-Eller.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109215184_b52ac15401_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,15 MB ID: 3038078

                                          Der Eisenbahntunnel Richtung Cochem. Er war einmal der längste Tunnel Deutschland, wurde jetzt aber durch einen anderen Tunnel abgelöst.
                                          Ein Schild weist auf die Mosellandschaft hin, die einen klaren Aufbau hat: Die Mosel war früher die Hauptverkehrsader für den Transport von Gütern und Menschen. Das Moselvorland und die Moseluferstraße sind heute die Hauptverkehrsadern für den Transport von Gütern und Menschen. Die Weindörfer mit ihren großen Gärten dienten der Versorgung der Bevölkerung und sind heute beliebte touristische Ziele. Die Weinberge dienen dem Weinanbau und über den Weinbergen findet sich der Niederwald, wo Hainbuche, Wildkirsche, Buchsbaum, Eiche und andere Bäume wachsen, die früher für Brennholz und Gerberei genutzt wurden. Heute haben sie vor allem eine Schutzfunktion für die Weinberge. Ihm schließt sich noch der Hochwald an, der im Hintergrund zu sehen ist.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109215149_47f3f4d81e_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,04 MB ID: 3038079

                                          Nun wende ich mich der Kapelle zu.


                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109371398_cd34a3cc44_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 963,8 KB ID: 3038080

                                          Die Kapelle wurde 1140 dem Kloster Stuben zugeteilt und war die Kirche für die umliegenden Orte. Auch hier muss vorher eine heidnische Kultstätte gewesen sein. Heute dient sie als Friedhofskirche für den einzigen Höhenfriedhof der Mosel. Innen ist sie schlicht gestaltet, und bietet auf 6 Bänken Platz für ca. 18 Personen. Hinter einem Gitter verbirgt sich ein Altar. Vor dem Gitter brennen Kerzen und das erste Mal seit langem denke ich wieder an Werner (Cervantes). Er war während meiner Bretagnetour verstorben, wie lange ist das her, 8 Jahre? Mehr? Bei meinen Septembertouren hatte ich immer an ihn gedacht, aber seit ich dann zu der Jahreszeit nicht mehr unterwegs sein konnte, rückte er in den Hintergrund. Was er wohl über die Entwicklungen der letzten Jahre gesagt und gedacht hätte? Corona? Vermutlich wären wir übereingekommen, dass Aarto Paasilinna seine Hände im Spiel hatte, er war es doch immer, der so schräge Geschichten erfand, dass man nicht wusste, ob man lachen sollte oder sich fürchten sollte, und der meisterhaft das Irreale zur Realität mache. Ach Werner, ich hoffe, es geht Dir gut. Diese Kerze ist für Dich.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109371883_26d86e3d47_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 570,6 KB ID: 3038081

                                          Der Friedhof. In Reihen stehen die Gräber nach Todesjahr geordnet. Ein paar Vögel zwitschern unbeeindruckt und ein wenig klingt es, als lachen sie die Lebenden aus.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51110246940_4f0ef3e8ee_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,26 MB ID: 3038082

                                          Es ist ein schöner Ort, friedlich und erhaben. Unvorstellbar, dass hier im Sommer Heerscharen von Touristen mit ihren E-Bikes Besichtigung machen. Aber das gehört zu so einem Ort auch dazu.

                                          Ein Wegweiser hatte mich vorher auf Eulenköpfchen und römische Höhenbefestigung hingewiesen. So bewege ich mich in die Richtung der Pfeile und schließe ich mein Fahrrad ab (!).

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51110247165_e7af80734f_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 934,1 KB ID: 3038083

                                          Es geht nun einen recht steilen Pfad nach oben.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51108900632_a495d1fe63_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,46 MB ID: 3038084

                                          Wie schön.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51110247310_239779fc45_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,35 MB ID: 3038085

                                          Von hier aus hat man nicht nur den perfekten Blick auf die Schleuse und ihren Aufbau. Man sieht neben Neef, St. Aldegund und Alf sogar Bullay, nur die Marienburg versteckt sich hinter dem vorderen Hügel. In der Ferne der Hunsrück.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109372213_47382f896e_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 759,9 KB ID: 3038086

                                          Und so sieht der Ausblick mit dem Weitwinkel aus.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51110247335_4f245a412f_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 990,3 KB ID: 3038087

                                          Links wird mein Rückweg sein, vermutlich ist es der mittlere Weinbergweg. Und das ist nun das Eulenköpfchen, als zentraler Punkt einer römischen Höhenbefestigung beschildert. Auch hier muss es eine spezielle Flora und Fauna geben, die sich im Moment aber noch nicht entfaltet.

                                          Auch ein Schild darf hier oben nicht fehlen, welches den Ausblick erklärt: die Ortschaften Neef, Bullay, Alf, St. Aldegund und Bremm, der Calmont als steilster Weinberg Europas und der Cochemer Tunnel als lange Zeit längster Tunnel Deutschlands. Und noch ein Ort wird erwähnt: Das Kloster Stuben (1136-1794). Längst aufgegeben und nur noch eine Ruine.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109468906_efcdbee05a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 726,4 KB ID: 3038088

                                          Und für einen Moment werde ich schwach und denke, das kannst Du jetzt auch noch machen. Aber dann denke ich, das war ein runder schöner Tag, mal soll das nicht überreizen. Ich brauche ja schließlich noch Ziele für weitere Erkundigungen.

                                          Und so fahre ich die Zufahrt zurück und schiebe den Hügel hoch, den der Junge vorhin hochgekeucht ist. Eine kleine Stärkung, der Weg ist befestigt, meine Karte hatte Recht.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109373413_79be863bc1_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,29 MB ID: 3038089

                                          Und dann kommen wieder die großartigen Momente des Radfahrerlebens, denn ich fliege einfach so dahin, das grandiose Panorama im Blick. Dann kommen die ersten Gärten.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109469566_cb5c530915_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 461,7 KB ID: 3038090

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51110248355_612c52dd31_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 471,6 KB ID: 3038091

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109217189_6750d05c4a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,30 MB ID: 3038092

                                          Es geht nun in einer scharfen Kurve Richtung Ort.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109373958_05465f244e_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,35 MB ID: 3038093

                                          Der Kruzifix scheint neu zu sein und halte ich. Er ist neu.

                                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51109217399_4675c1b798_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,02 MB ID: 3038094

                                          Ich befürchte, dass dort bald eine weitere Plakette angebracht werden muss: Corona 2021. Einen kurzen Moment fühle ich einen Anflug von Schwermut, aber als ich in den Ort hineinrolle, vergeht er. Ein paar Menschen auf der Straße, eine Familie, die Stimmung ist heiter, die Straßen sind von Autos leergefegt. Eine Ehepaar sitzt auf seinem Balkon und gönnt sich ein Gläschen Wein, der Duft von Grillfleisch liegt in der Luft. Sie vermieten Ferienwohnungen und es sieht so aus, als würden sie jetzt die Flächen nutzen, die sonst die Touristen mieten. An mehreren Häusern sind die Rollläden heruntergezogen, und sie sehen unbewohnt aus. Häuser, die von Reichtum zeugen und vielleicht für unbeschwerte Sommermonate gekauft wurden, wie in so vielen Touristengebieten, wo Einwohner kaum noch Bauland bekommen. Die Vögel zwitschern, und ich rolle ins Tal und auf die Landstraße.

                                          War das mal wieder ein Erlebnis. Ich parke mein Fahrrad, und als ich die Haustür öffne, fängt es an zu regnen und regnet die ganze Nacht.
                                          Zuletzt geändert von Torres; 18.04.2021, 12:36.
                                          "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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