Wasserentkeimung mit Wasserstoffperoxid und Silber

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  • vatersay
    Erfahren
    • 05.01.2009
    • 117

    • Meine Reisen

    Wasserentkeimung mit Wasserstoffperoxid und Silber

    Von der Firma TRUMA gibt es wie ich kürzlich gesehen habe ein Präparat zur Wasserentkeimung. Das sind kleine Beutel mit ca. 30ml Flüssigkeit. Wirkstoffe: 3,0g/100g Wasserstoffperoxid, 0,006g/100g Silber (30 ml, flüssig) so die Angaben auf diesen Beuteln. Diese Menge soll für max. 50l Trinkwasser ausreichend sein. Nach einer Einwirkzeit von 1 Stunde soll das Wasser entkeimt sein. Ich bin kein Chemiker und meine das es sich bei dem Wasserstoffperoxid um eine 3% Konzentration handelt. Aus der Silberangabe werde ich nicht schlau. Mein Denkansatz ist nun anstatt für 10 Beutel 8 Euro zu zahlen, einfach 3%iges Wasserstoffperoxid mit Silberwasser (kolloidales Silber) mixen und schon hätte man für wenig Geld ein Mittel zu Wasserentkeimung zur Verfügung. Denn außer man hat einen Wohnwagen, wann braucht man schon einmal gleich 50l Trinkwasser ? Vielleicht klingt dieser Denkansatz etwas verrückt und zu theoretisch, trotzdem reizt es mich eine Antwort darauf zu finden.

    Anm. Klar das Silber dient nicht der Entkeimung sondern nur einer Wiederverkeimung so wie MICROPUR wenn ich das richtig sehe.

  • Hebi19
    Erfahren
    • 29.08.2010
    • 208

    • Meine Reisen

    #2
    AW: Wasserentkeimung mit Wasserstoffperoxid und Silber

    Zitat von vatersay Beitrag anzeigen
    Silberwasser (kolloidales Silber)
    Hallo vatersay

    Ich gehe NICHT davon aus, dass in zugelassenen und seriösen Produkten wie MICROPUR kolloidales Silber verwendet wird.
    Da diese Produkte eine definierte Silber-Ionen-Konzentration erzeugen sollen, arbeiten sie mit Silbersalzen, im Normalfall mit Silbernitrat.

    Die Bezeichnung: 3,0g/100g Wasserstoffperoxid, 0,006g/100g Silber (30 ml, flüssig) bedeutet:
    man/Du erhält/st 30ml Lösung mit einer Konzentration von 3g H2O2 auf 100g (also 3-prozentig) und 6mg Silberionen auf 100g (da kann man jetzt mit Atomgewicht ausrechenen, wieviel Gramm AgNO3 das entspräche).

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    • vatersay
      Erfahren
      • 05.01.2009
      • 117

      • Meine Reisen

      #3
      AW: Wasserentkeimung mit Wasserstoffperoxid und Silber

      Wahrscheinlich hast Du da recht was das MICROPUR betrifft, gibt es doch MICROPUR flüssig als auch in Tablettenform. Da ich außer meinen Zelten auch noch einen Mini-Wohnwagen habe (ERIBA Puck) und das Thema Trinkwasserhygiene immer einen hohen Stellenwert für mich hat, bin ich einfach immer an diesem Thema interessiert. Aber auch das Metall Silber soll ja in wässrigen Lösungen permanent Silberionen abgeben. Nach meinen Rechergen sind diese maßgeblich an der Abtötung von Viren und Bakterien beteiligt. So könnten man ja grundsätzlich auch ein paar Meter Silberdraht um die Tauchpumpe gewickelt in den Tank geben. So wie Urgroßoma eine Silbermünze in den Michkrug gegeben hat. Aber kann mir jemand etwas über die Problematik von Wasserstoffperoxid im Trinkwasser sagen ? Für einen Selbstversuch bin ich noch nicht bereit...........

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      • lutz-berlin
        Freak

        Liebt das Forum
        • 08.06.2006
        • 11892

        • Meine Reisen

        #4
        3% ist unbedenklich ,zerfaellt sowieso von selbst
        Wird auch al Mundwasser benutzt

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        • vatersay
          Erfahren
          • 05.01.2009
          • 117

          • Meine Reisen

          #5
          AW: Wasserentkeimung mit Wasserstoffperoxid und Silber

          Hallo Lutz,

          aber wie ist das dann mit der 3% Lösung ? Sind doch dann 97% Wasser drin, wieso zerfällz das Wasserstoffperoxid nicht in dieser Lösung ? Oder wird die 3% Lösung wenn ich davon eine kleine Menge in mein Trinkwasser gebe einfach nur verdünnt ? Wie ich schon erwähnte, bin kein Chemiker. Aber neugierig wie das funktioniert.

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          • LihofDirk
            Freak

            Liebt das Forum
            • 15.02.2011
            • 13149

            • Meine Reisen

            #6
            AW: Wasserentkeimung mit Wasserstoffperoxid und Silber

            Wasserstoffperoxid zerfällt bei höheren Temperaturen und nicht einfach in Wasser. Beim Zerfall werden Gase (Sauerstoff) freigesetzt, die zu hohen Drücken führen können. Deshalb werden Konzentrationen jenseits der 30 gew% in der chemischen Industrie nur mit äußerster Vorsicht gehandhabt. Was aber weit von den üblicherweise erhältlichen Konzentrationen entfernt ist.

            Zur Desinfektion wird i.d.R. eine 3%ige Lösung eingesetzt, zum Gurgeln wird diese auf 0,3% verdünnt.
            In Apotheken bekommt man auch 6% ige Lösung, die z.B. zur Schimmelentfernung genutzt werden kann. Da Wasserstoffperoxid mit Wasser vollständig Mischbar ist, kannst Du beliebig verdünnen, allerdings wird 6%iges H2O2 nur in Flaschen mit Überdruckventil abgegeben, damit sich keine Drücke aufbauen können, somit ist für eine Reise 3%iges einfach besser handhabbar.
            Bei niedrigeren Konzentrationen ist einfach der entstehende Sauerstoff besser im Wasser löslich und baut deshalb keine Drücke auf, die z.B. eine Glasflasche in eine Splittergranate verwandeln könnten.
            3%ige Lösung ist in Glasfläschchen im Erste-Hilfe-Päckchen problemlos handhabbar (vielleicht nicht mehr Stand der Technik, aber meine Wunden sind Traditionalisten). Sollte also auch zum Trinkwasserentkeimen ausreichen, friert aber bei ca. (-2)-(-3)°C ein, also für den Winter braucht es Alternativen.

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            • lutz-berlin
              Freak

              Liebt das Forum
              • 08.06.2006
              • 11892

              • Meine Reisen

              #7
              AW: Wasserentkeimung mit Wasserstoffperoxid und Silber

              Mit Phosphorsaeure wird Peroxyd stabilisiert

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              • LihofDirk
                Freak

                Liebt das Forum
                • 15.02.2011
                • 13149

                • Meine Reisen

                #8
                AW: Wasserentkeimung mit Wasserstoffperoxid und Silber

                Zitat von lutz-berlin Beitrag anzeigen
                Mit Phosphorsaeure wird Peroxyd stabilisiert
                Alternativ auch mit Phosphaten. Kupfer oder andere Schwermetalle wirken katalysierend für den Zerfall, also in eine (unzerbrechliche) Metallflasche umfüllen ist nicht unbedingt eine Alternative ...

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                • mgosx
                  Gerne im Forum
                  • 07.07.2011
                  • 57

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: Wasserentkeimung mit Wasserstoffperoxid und Silber

                  Hallo zusammen,

                  als Ergänzung zu den bisherigen Kommentaren:

                  H202 3 % wird z. B. als Arzneimittel zur Desinfektion von Wunden und Schleimhaut verwendet.
                  Gemäß Standardzulassung erfolgt hierbei eine Stabilisierung mit Phosphorsäure.
                  Bei "Verunreinigungen", Hitze, starkem Schütteln setzt H2O2 Sauerstoff frei.
                  Gemäß der aktuellen Zulassung ist bereits bei einer 3% Lösung ein Abgasveschluss vorgeschrieben.
                  Der Nachteil dieser Abgasverschlüsse ist, dass Sie, wenn die Flasche auf der Seite liegt, auch Flüssigkeit herauslassen!

                  Ein weiterer wichtiger Hinweis: Lagerung von H2O2 nur in Kunststoff- oder Glasbehältern. Bei Metall kann eine Reaktion auftreten, so dass Sauerstoff freigesetzt wird. Dies ist auch der Grund warum in der Zulassung als Arzneimittel Glasflaschen vorgeschrieben sind.

                  Gruss Mark

                  Kommentar


                  • Pax
                    Dauerbesucher
                    • 14.02.2009
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                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: Wasserentkeimung mit Wasserstoffperoxid und Silber

                    Also bei 3%igem H2O2 würd ich mir nix scheißen, wie erwähnt am besten in dunklen Plastikbehältern lagern und nicht direkt der Sonne aussetzen (wird z.B. auch in Tierhandlungen in viel höheren Konzentrationen so verkauft). Da tut manch einer so, als hätte er Piranhasäure in der Hand; wenn mit mir einer um ein Bier wetten würde, würd ich mir mit der 3%igen frohen Mutes die Hände waschen

                    Bei höheren Konzentrationen (30%+) wird's, wie bereits erwähnt, lustig. In ein paar alten Vorschriften ist teilweise die Rede von 90%igem H2O2, es wird darauf hingewiesen, dass alle verwendeten Glasgeräte absolut glatt & frei von Verunreinigungen sein müssen, sonst... schwupps die wupps.

                    Metallkontakt sollte vermieden werden. Silbernitratlösung kann man auch in der Apotheke kaufen, die verdünnen dir das u.U. auch auf die von dir gewünschte Konzentration runter. Was sicher anzuraten ist, da du wahrscheinlich nicht über das nötige Equipment verfügst (da ist zwar keine Eppendorf nötig, aber eine genaue Glaspipette wäre schon von Vorteil).
                    Silbersalze sind notorisch lichtempfindlich, also brav in dunklen Flaschen lagern.

                    Generell gilt: Die schwarzen Flecken von Silbernitrat halten sich viel länger (auf der Haut) als die weißen Ausbleichungen von Wasserstoffperoxid

                    Nicht übertreiben mit dem Silber, all Ding ist Gift... Silberdraht gibt zwar auch Silberionen ab*, aber damit sich da eine ordentliche Wirkung einstellt müsste schon der ganze Tank aus Silber sein. Wahrscheinlich ein bisschen zu teuer.

                    Hier noch eine rein theoretische Überlegunge, die in der Praxis aber kaum Bedeutung haben sollten:
                    Die Löslichkeit von Sauerstoff ist in kaltem Wasser bedeutend höher als in warmen; sollte die gelagerte Lösung also schon länger bei moderaten Temperaturen gelagert worden sein und dann erwärmt werden, könnte gelöster Sauerstoff ausgasen und zusammen mit erhöhter Zersetzung des Peroxids zu Druckaufbau führen.


                    *Es lässt sich auch berechnen, wie viele Silberionen und welche Konzentrationen hierbei erreicht werden. Sowas war mir aber schon während des Studiums ein Gräuel, da fang ich jetzt sicher nicht mit an.
                    Zuletzt geändert von Pax; 05.09.2012, 16:47.
                    Moos - das war sein letzter Griff, bevor er in die Tiefe pfiff.

                    Kondition statt Carbon!

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