Lowe Alpine Aeon 35

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    • Meine Reisen

    [Testbericht] Lowe Alpine Aeon 35

    Vorbemerkung

    Ich finde die Bezeichnungen der drei Unterforen zum Thema "Ausrüstung" unklar. Erklärungsbedürftig ist z. B. der Unterschied zwischen "Erfahrungsaustausch" und "Austausch über Erfahrung". Und die ganzen Test-/Erfahrungsberichte sind doch wohl kein Selbstzweck sondern münden schließlich wieder in Kaufberatung, oder? Mit diesem Verständnis erlaube ich mir, hier einen Erfahrungsbericht beizusteuern. Testberichte im wahren Sinne des Wortes findet man eher auf www.outdoorgearlab.com o. ä., wo tatsächlich mehrere Modelle unter sehr ähnlichen Bedingungen getestet und verglichen wurden.

    Lowe Alpine Aeon 35

    Ich suchte einen neuen mittelgroßen, leichten Rucksack für städtische Kurzreisen und Hüttenwanderungen und probierte in einem großen Outdoor-Geschäft mehrere Modelle der 30-Liter-Klasse, hauptsächlich von Deuter und Osprey. Auf Anhieb wirklich überzeugt hat mich keines davon. Die ganzen Netzrücken-Geschichten sind nicht mein Ding. Den Deuter Speed 32 hatte ich im Internet identifiziert, er fühlte sich aber erstaunlich unkomfortabel an. Die Verkäuferin machte mich dann auf den Lowe Alpine Aeon 35 aufmerksam. Ich dachte zuerst: "was ist das für ein spilleriges Ding!". Dennoch ausprobiert, und "Mann! Klasse!". Ich kaufte ihn und habe ihn nun mehrere Wochen benutzt, wie vorgesehen für städtische Kurz- und Besuchsreisen sowie Hüttenwanderungen. Mein erster Eindruck hat sich dabei bestätigt: ein prima Ding für diese Zwecke, man kann auch sagen: der (fast) optimale Kompromiss aus verschiedenen Erwartungen: angemessen stabil soll er sein und komfortabel zu tragen mit Lasten von 8-12kg, mit angemessenen Ausstattungsdetails (komplett, aber ohne Überflüssiges), aber trotz allem leicht und schlank. Der Aeon wiegt weniger als 1kg, und das finde ich hervorragend in Anbetracht des Tragekomforts. Die eierlegende Wollmilchsau ist der Aeon nicht ganz, aber vieles gefällt mir sehr gut. Einiges gefällt mir aber auch nicht - lest weiter!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: A.jpg Ansichten: 152 Größe: 487,6 KB ID: 3085986 Ein Toploader, Einkammer-Rucksack. Eigentlich habe ich lieber einen Zwischenboden, aber ich bin auch nicht fanatisch. Die Abmessungen entsprechen einem Handgepäckstück fürs Flugzeug (die Stuhllehne hier ist 57cm hoch). Das Material ist eher leicht, kein Vergleich z. B. mit Bach Shield. Es ist eben "nur" ein Wanderrucksack, nicht gedacht zum Hinunterwerfen über die Eiger-Nordwand.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: B.jpg Ansichten: 114 Größe: 776,5 KB ID: 3085987 Von der Seite. Zwei Kompressionsriemen, dünner als bei vielen anderen Rucksäcken, aber völlig adäquat (ich will damit ja kein Auto abschleppen). Interessant (und meiner Meinung nach sehr gut): der untere Kompressionsriemen liegt sehr tief. Viele Rucksäcke haben ja komprimiert so eine komische "L"‐Form: oben ganz dünn aber unten trotzdem dick. Das ist hier besser. Außerdem bleibt meine Trinkflasche in der elastischen Seitentasche auch nach Kompression noch zugänglich, sie wird nicht "mit eingesperrt" wie bei den meisten Deuter-Modellen.


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: D.jpg Ansichten: 114 Größe: 318,6 KB ID: 3085988 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: E.jpg Ansichten: 114 Größe: 668,0 KB ID: 3085989 Der Deckel. Ein Fach von außen zugänglich, ein weiteres nur von innen zugänglich, mit Reißverschluß und Schlüsselclip - so weit so normal.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: C.jpg Ansichten: 114 Größe: 645,0 KB ID: 3085990 Der Rücken. Ein "Skelett" aus kräftigem Schaumstoff, mit Netzüberzug, flach und ohne Drahtrahmen o. ä. Daher eigentlich eher weich, aber das kompensiere ich - siehe unten.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: F.jpg Ansichten: 114 Größe: 1,66 MB ID: 3085991 Zwischen Rücken und Hauptfach: ein Schlitz für eine Trinkblase. Wie praktisch es ist, so eine Blase hier hinein zu fummeln, kann ich nicht sagen (ich benutze dergleichen nicht). Ich bin da ein wenig skeptisch, aber es betrifft mich persönlich nicht. Ich nutze diesen Schlitz für etwas anderes: zwei Kleiderbügel aus Aluminiumdraht. Die habe ich sowieso immer gerne dabei, um Dinge zu trocknen (auch unterwegs von einem Baumast). Beim Aeon 35 versteifen sie auch den Rücken, was den Tragekomfort weiter erhöht. Mit den Kleiderbügeln da drin könnte man den Rucksack auch übers Knie biegen, um eine bestimmte Rückenform zu haben.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: G.jpg Ansichten: 114 Größe: 990,5 KB ID: 3085992 Verstellbare Rückenlänge. Es gibt den Aeon in zwei Größen: S-M und M-L. Für die Feinanpassung lassen sich die Schulterträger noch um ein paar Zentimeter in der Höhe verstellen (stufenlos, da per Klettverschluß). Damit sollten wohl mindestens 90% der Nutzer ihre Wunschanpassung erreichen können.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: H.jpg Ansichten: 115 Größe: 742,5 KB ID: 3085993 Die Träger. Dünn und kaum gepolstert. Das sieht höchst verdächtig aus. Man erwartet miserablen Tragekomfort. Die Träger sind aber irgendwie aus elastischem Material oder so, und ich finde den Tragekomfort ganz erstaunlich gut, auch stundenlang. Überraschend aber wahr.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Z.jpg Ansichten: 114 Größe: 392,6 KB ID: 3085994 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: K.jpg Ansichten: 113 Größe: 739,0 KB ID: 3085995 Die Hüftflossen. Ähnlich wie der Rücken sind sie eher weich, dennoch für Lasten bis rund 10kg erstaunlich effektiv für einen angenehmen Tragekomfort (ein Schwerlaster ist der Aeon sowieso nicht, darüber muss man sich im Klaren sein). Dafür lassen sich die Flossen leicht über der Front zusammen schnallen, wenn man sie einmal NICHT haben will, z. B. im Bus, Zug oder Flugzeug. Auf jeder Hüftflosse ist eine kleine Tasche (für Sonnencreme o. ä.).

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: I.jpg Ansichten: 113 Größe: 1,30 MB ID: 3085996 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: J.jpg Ansichten: 112 Größe: 972,6 KB ID: 3085997 Befestigungen. Auf jeder Seite eine Halterung für die Spitze eines Wanderstocks und dazu noch eine Schlaufe für einen Eispickel, also insgesamt vier Halterungen. Das sollte für die allermeisten Touren reichen. Blöderweise keine weiteren Schlaufen am Rucksack oder auf dem Deckel (für eine Isomatte oben quer oder so), das finde ich nun wirklich dämlich. Muß man selber nachbessern.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: M.jpg Ansichten: 113 Größe: 1.009,3 KB ID: 3085998
    Seitenzugang zum Hauptfach. Auf einer Seite gibt es einen Reißverschluß, durch den man ins Innere greifen kann. Der Zugang ist aber nur schmal, und die Kleinteile, die man da heraus zerren könnte, kann man auch gleich ins Deckelfach legen. Beim Herausholen größerer Gegenstände würde man womöglich diesen Reißverschluß ruinieren, und das wäre fatal. Ergo: ein - gelinde gesagt - nicht sehr sinnvolles Detail, und ich nutze das überhaupt nicht.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: L.jpg Ansichten: 113 Größe: 845,0 KB ID: 3085999
    Elastisches Vorfach. Dies finde ich nun sehr sinnvoll. Eine normale Jacke paßt ohne weiteres hinein, ein Helm aber wohl eher nicht. Der Stoff dieses Vorfachs (wie auch der zwei Seitentaschen) ist eher zart und mag bei Touren durch Gestrüpp nicht lange unbeschädigt bleiben. Das stört mich selbst nicht, denn ich gehe fast nie durch Gestrüpp und erwarte auch nicht, daß mein Rucksack 50 Jahre hält.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: N.jpg Ansichten: 115 Größe: 318,6 KB ID: 3086000 Packmaß bei Nichtgebrauch. Da denkt man immer nicht so dran, aber was wird, wenn du deinen Rucksack einmal im Koffer transportieren oder auch einfach nur zuhause in den Schrank legen willst?? Schaut euch in dieser Hinsicht mal einen Osprey Stratos an und denkt darüber nach! Hier mein Aeon zusammen gelegt - gerade einmal halb so dick wie eine Orange!

    FAZIT: Für die genannten Zwecke ist der Aeon 35 ein ganz toller Allrounder mit vielen Vorteilen und nur wenigen Nachteilen, wie oben genannt. Absolut empfehlenswert.

    NICHT empfehlen würde ich den Aeon hingegen Personen, die (a) sehr viel schwitzen und unbedingt eine Rückenbelüftung wollen oder (b) Liebhaber von Trinkblasen sind oder (c) ihren Rucksack häufigem Kontakt mit Gestrüpp oder Felsen aussetzen.

    Notabene: beide Aussagen sind meine subjektive Meinung. Ich bin nicht Stiftung Warentest.

    Zuletzt geändert von Schwindelfrei; Gestern, 07:39.
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