Kienspan brennt nicht richtig

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  • cane
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Zitat von Robiwahn Beitrag anzeigen
    EDIT:
    Hmmh, da kommt mir die Idee, ich könnte einige fast abgestorbene Käferkiefern bei uns im Wald als Gnadenstoß mal ein bisschen anritzen und die Kienspäne dann hier meistbietend verkaufen .
    Dabei eventuell bedenken das es viel zu wenige abgestorbene Bäume in deutschen Wäldern gibt, obwohl viele Lebewesen zwingend darauf angewiesen sind.

    Solche Bäume zu schädigen, nur weil ein Feuerzeug und ein Stück Zeitung nicht authentisch genug sind, wäre nicht nett

    MfG
    cane

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  • endhirn
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Kleiner Tipp wenn man einen Kiefernbestand in der Nähe hat:
    Achtet auf abgebrochene Äste. Ab einer gewissen Dicke des Astes ist der Kern an der Bruchstelle meist von Harz getränkt.
    Es handelt sich also nicht um Kienspan im eigentlichen Sinne, aber es brennt ebenso gut.
    Jetzt im Winter hat das Holz sowieso einen geringen Wasseranteil, da kann man das geerntete Holz sofort verwenden.

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  • BillyBlaze
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    mh... ich werd weiterhin die Augen offen halten. aber im moment ist mein Zeitplan leider voller anderer Aufgaben - weit weg von Bäumen
    danke für die hier geposteten Infos. Wenn ich noch was finden sollte, werd ich den Thread einfach noch mal hochholen (insbesondere, da dieses Forum offensichtlich ein Mangel an Kienspan-Threads hat )

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  • Goettergatte
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    In Hessen, im nrdlichen Vogelsberg, gibt es auch einige Kieferbestände,
    viele Bäume tragen noch Spuren der Terpentinharzgewinnung aus der Nachkriegszeit(?)

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  • Robiwahn
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Zitat von BillyBlaze Beitrag anzeigen
    ... Wenn hier die Holzwahl wirklich eine Rolle spielt, ist doch der Wikipedia-Artikel im ersten Absatz nicht richtig, oder? Tatsache ist hier leider, dass ich im Moment keine Ahnung habe, wo hier Kiefernstümpfe lauern könnten. Ich leide am (typischen) fichtendurchsetzten Buchen- und Eichenwald .
    Jo, da hat irgendjemand den Faulbaum reingeschmuggelt. Der wurde über den Umweg Holzkohle zur Schwarzpulverherstellung genutzt, aber Kienspan kann man daraus nicht gewinnen.
    Hmmh, und Kiefer an sich ist doch die zweithäufigste Baumart in Dtl., da sollte sich doch was finden lassen. Musst mal ein bisschen rumschauen (Kiefer oft in Reinbeständen oder mit Eiche gemischt) oder vielleicht gibts auf einer im Netz verfügbaren Karte vom Forstamt nen groben Überblick, wo Kiefern stehen. Im Osten wüsste ich auch einige Bestände, die für die Harzgewinnung angeritzt wurden, da könnte man sicherlich auch den einen oder anderen Kienspan abkratzen.

    EDIT:
    ... ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen, mir einen Baum gezielt zu verletzen...
    Hmmh, da kommt mir die Idee, ich könnte einige fast abgestorbene Käferkiefern bei uns im Wald als Gnadenstoß mal ein bisschen anritzen und die Kienspäne dann hier meistbietend verkaufen .

    Grüße, Robert
    Zuletzt geändert von Robiwahn; 16.08.2012, 07:42.

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  • BillyBlaze
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    hihi, ich wäre auch nicht auf die Idee gekommen, mir einen Baum gezielt zu verletzen. Ich habe natürlich nach Baumstümpfen gesucht. Das Harz an sich genauso wie Birkenrinde funktionieren weiß und nutz ich auch. Aber für mich ist es immer wichtig, neues kennen zu lernen (falls mal keine Birken in der Nähe wachsen ).

    Ich finde die entstandene Diskussion dennoch gut, da ich mich öfters mal frage, wie bspw. die Landbevölkerung vor 100 Jahren ihre Probleme gemeistert hat. Ich kann mir beispielsweise den regionalen Bedarf an Kienspan gar nicht vorstellen (selbst wenn Leuchtmittel damals was bedeutenderes darstellten, als wir es heute gewohnt sind).

    Wenn hier die Holzwahl wirklich eine Rolle spielt, ist doch der Wikipedia-Artikel im ersten Absatz nicht richtig, oder? Tatsache ist hier leider, dass ich im Moment keine Ahnung habe, wo hier Kiefernstümpfe lauern könnten. Ich leide am (typischen) fichtendurchsetzten Buchen- und Eichenwald .

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  • LihofDirk
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Zitat von Markus K. Beitrag anzeigen
    Hallo Dirk
    Harzessig? Interessant, erzähle mal. Noch nie gehört.
    Hatte ich mal bei Natruheilkundlern gehört. Wahrscheinlich ist aber Holzessig gemeint gewesen.

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  • chartinaelik
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Also, zum einen geht man natürlich nicht in den Wald um Kienspan zu suchen, den macht man selbst aus Kien. Wir suchen auch immer nach Verletzungen an den umliegenden Bäumen, an denen Harz austritt. Bisher immer Glück gehabt. Wichtig wäre sicher auch zu wissen, daß Birkenrinde von unschätzbaren Anfeuerungswert ist.

    Gibt's kein Kien oder Harz inna Nähe, such nach herumliegenden Birkenstämmen und schnapp Dir die Rinde.

    Wir trocknen immer Holzscheite um den Hobo herum, während das Feuer innen lodert.

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  • Robiwahn
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Zitat von Goettergatte Beitrag anzeigen
    OT: Du bist Forstwirt?
    OT: Jo, richtig geraten

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  • Gismo834
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Zitat von BillyBlaze Beitrag anzeigen
    Danke für die Antworten. Da kommt ja echt auch interessantes bei rum!

    Nachdem ich das Holz gestern eine Weile bei ~70°C im Ofen hatte, finde ich heute nur noch wenige "fettige" Stellen, die dann dafür aber auch brennen. Also muss ich vermutlich in erster Linie weiter im Baumstumpf nach Kienspan suchen und ihn dann (wie ihr vermutet hattet) trocknen lassen.

    Meine Frage ist jetzt nur noch: Sollte vollständig gesättigtes Holz nicht auch alle Feuchtigkeit verdrängt haben?

    Das ruft nach einem neuen Waldspaziergang am nächstes Wochenende...
    Ich hole mir meinen Kienspan immer aus Kiefern. Mit anderen Holzsorten hatte ich auch kein Glück. Ich kenne auch Deine Erfahrungen irgendetwas nach Hause zu schleppen von dem man denkt es sei Kienspan und dann nicht brennt.
    Ich würde es mit Kiefern versuchen. Dort findet man sehr einfach Kienspan.

    Wenn Du einen verrotetten Kiefernstumpf findest so sollte im inneren ein harter gesättigter Kern vorhanden sein.
    Dieser läßt sich gut von totem Holz befreien. Stücke daraus sollten sehr gut auch in Feutigkeit brennen.
    Auch sauber abgeschnittene Stümpfe habe ich schon komplett aus Kienspan gefunden.

    Gut bewährt hat sich bei mir, einen dicken Knüppel mitzunehmen, mit dem man das Verrottete Material gut abschlagen kann. So merkt man schnell ob es innen einen harten Kern gibt.

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  • Markus K.
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Hallo Dirk
    Harzessig? Interessant, erzähle mal. Noch nie gehört.

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  • Philipp
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Zitat von Goettergatte Beitrag anzeigen
    ohne Holz
    verglüht das Harz nur, ähnlich wie Weihrauch in der Kirche

    Das stimmt so nicht, Harz brennt auch ohne "Docht" (Holz) recht gut. Auch die Weihrauchharze (u.a. Dammar) kann man schön entzünden - und sich an der stark rußenden und schön duftenden Flamme erfreuen.

    Jetzt müsste ich mal schauen ob das Harz von 30-40 jährigen Kirschbäumen auch brennt. Oder ist Harz gleich Harz? Hat da jemand Erfahrung?
    Das, was an Kirschbäumen gerne austritt, ist ken Harz, sondern sog. Gummifluß:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gummifluss

    Kein Harz, sondern zuckerhaltige Substanz, die nicht brennt.

    Gruß, Philipp

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  • LihofDirk
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Zitat von Markus K. Beitrag anzeigen
    Jetzt müsste ich mal schauen ob das Harz von 30-40 jährigen Kirschbäumen auch brennt. Oder ist Harz gleich Harz? Hat da jemand Erfahrung?
    Die Zusammensetzung ist unterschiedlich. In der Regel sind es aber ätherische Öle, Harzsäuren und Wasser. Kiefernharz hat halt einen recht hohen Gehalt an Terpen, Limonen und anderen gut brennbaren Substanzen und einen recht geringen Wassergehalt. Daher brennt es auch gut. Verwendung von Laubbaumharz kenne ich nur als "Harzessige", die in der Naturheilkunde zur "Entgiftung" eingesetzt werden.

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  • Markus K.
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Zitat von Robiwahn Beitrag anzeigen
    Hebe deine Augen mal vom Boden auf und schau an stehenden, noch lebenden Bäumen in Augenhöhe rum. Da tritt auch oft Harz an Verletzungsstellen aus, z.b. an denen ein Ast ausgebrochen ist oder wenn ein fallender Baum dran vorbei geschrammt ist oder wenn die Borkenkäfer ein bisschen rumgeknabbert haben oder, oder, oder. Dort kannst du das oberflächliche Harz mit dem Messer leicht abkratzen, ohne den Baum zu verletzen. Du kannst sogar noch ein bisschen der obersten Rindenschicht mit abkratzen, das sollte dann auch brennen. Prinzipiell vorhanden an Kiefer, Lärche, Fichte und Douglasie.

    Grüße, Robert
    Jetzt müsste ich mal schauen ob das Harz von 30-40 jährigen Kirschbäumen auch brennt. Oder ist Harz gleich Harz? Hat da jemand Erfahrung?

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  • Goettergatte
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    OT: Du bist Forstwirt?

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  • Robiwahn
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Naja, die Einführung der NAchhaltigkeit in der dt. Forstwirtschaft geht auf Carl v. Carlowitz zurück, das Prinzip hat er 1713 beschrieben, ab da ging es mit dem dt. Wald langsam wieder aufwärts. Der Grund für die akute Holznot war ja die quasi nicht existente geregelte Bewirtschaftung inkl. Schneiteln, Vieheintrieb, Laubstreugewinnung und Sammeln jedes kleinen Zweigleins. Aber der Kienspanbedarf war im Vergleich zum "industriellen" Bedarf (z.B. Schmelz- und Schmiedeöfen, Baugewerbe, Schiffsbau, Militär, Bergbau, städt. Brennholz) und zu den oben genannten Zerstörungsfaktoren eher gering.
    Aber "echte" Niederwaldproduktion geht nicht mit Nadelbäumen. PUNKT. Evtl. fliegen da mal ein paar Samen an und wachsen mit durch, aber dann hast du auf nen ha vielleicht 10-20 Kiefern/Fichten mit nem Durchmesser von 5-10cm, der Rest (200-500Stk) sind Laubbäume, die nun mal nicht harzen. Und das Prinzip des Niederwaldes ist ja, das aus den Wurzelstücken wieder neue Treibe wachsen und die nächste Generation bilden (alle 10-30 Jahre wird abgeschnitten). Das funktioniert aber nicht mit Nadelbäumen, weil die halt nicht wieder austreiben. Im Niederwald war Brennholz ein sehr wichtiges Produkt, aber Kienspäne sicherlich nicht (oder max. bei der ersten Schneideaktion, also der Umwandlung von "Urwald" in Niederwald).

    Grüße, Robert

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  • Goettergatte
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    @Robiwahn
    Was glaubst Du, warum es Ende des 18. Jhdt. mit dem deutschen Wald fast vorbei war
    und Kienspäne aus Ost- und Nordeuropa eingeführt wurden

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  • Robiwahn
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Zitat von Goettergatte Beitrag anzeigen
    Kienspäne wurden früher hergestellt, ...
    Das war ein Teil der intensiven Niederwaldnutzung.

    ....
    Die Vorgehensweise war sicherlich so, aber genauso sicherlich schließt sich diese Vorgehensweise und eine dauerhafte Niederwaldnutzung aus . Die gabs/gibts/geht nämlich nur bei wiederausschlagfähigen Laubbäumen, Nadelbäume treiben nicht wieder aus, wenn man sie am Fuß absägt und andererseits haben Laubbäume kein Harz

    @BillyB
    Hebe deine Augen mal vom Boden auf und schau an stehenden, noch lebenden Bäumen in Augenhöhe rum. Da tritt auch oft Harz an Verletzungsstellen aus, z.b. an denen ein Ast ausgebrochen ist oder wenn ein fallender Baum dran vorbei geschrammt ist oder wenn die Borkenkäfer ein bisschen rumgeknabbert haben oder, oder, oder. Dort kannst du das oberflächliche Harz mit dem Messer leicht abkratzen, ohne den Baum zu verletzen. Du kannst sogar noch ein bisschen der obersten Rindenschicht mit abkratzen, das sollte dann auch brennen. Prinzipiell vorhanden an Kiefer, Lärche, Fichte und Douglasie.

    Grüße, Robert

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  • BillyBlaze
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Danke für die Antworten. Da kommt ja echt auch interessantes bei rum!

    Nachdem ich das Holz gestern eine Weile bei ~70°C im Ofen hatte, finde ich heute nur noch wenige "fettige" Stellen, die dann dafür aber auch brennen. Also muss ich vermutlich in erster Linie weiter im Baumstumpf nach Kienspan suchen und ihn dann (wie ihr vermutet hattet) trocknen lassen.

    Meine Frage ist jetzt nur noch: Sollte vollständig gesättigtes Holz nicht auch alle Feuchtigkeit verdrängt haben?

    Das ruft nach einem neuen Waldspaziergang am nächstes Wochenende...

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  • Goettergatte
    antwortet
    AW: Kienspan brennt nicht richtig

    Kienspäne wurden früher hergestellt, in dem man dem Baume, am Stamm längs einen Srteifen Borke abschälte, worauf dieser mit starkem Harzfluß reagirte, ein Jahr Später war eine andere Stelle des Stammes an der Reihe, darauf das Jahr wieder eine andere Stelle,
    und so fort, bis man ein mal herum war.
    Danach wurde der Baum geschnitten, in Späne gespalten und diese getrocknet.
    Das war ein Teil der intensiven Niederwaldnutzung.

    Ähnlich verfuhr man im früh- und hochmittelalterlichem Nordeuropa mit ausgewachsenen Kiefern und Lärchen, um natürlich durchimprägniertes Holz für Schiffe und repräsentative Holzbauten (Stabkirchen, Jarl und Königshallen, Gildesäle u. Ä.) zu erhalten.

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