Nachrichten und Pressemeldungen zum Thema Outdoor

Einklappen

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Muecke

    Fuchs
    • 12.03.2022
    • 1005
    • Privat

    • Meine Reisen

    Zwei Frauen beschuldigen den bekannten Bergsteiger Nirmal Purja der sexuellen Belästigung.

    Stefan Nestler hat in seinem Blog Abenteuer Berg einen ausführlichen Artikel dazu verfasst (deutsch):
    https://abenteuer-berg.de/schwere-vo...-bergsport-an/

    Bei explorersweb gibt es einen Bericht zu den Reaktionen aus der internationalen Bergsteiger-Szene (englisch):
    https://explorersweb.com/climbing-co...-nirmal-purja/

    Der ursprüngliche Artikel mit den Recherchen der New York Times zu dem Thema findet sich hier (leider hinter Paywall):
    https://www.nytimes.com/2024/05/31/s...ims-purja.html
    Zuletzt geändert von Muecke; 11.06.2024, 20:52. Grund: Überschriften und Begleittext geändert wegen Urheberrecht

    Kommentar


    • Muecke

      Fuchs
      • 12.03.2022
      • 1005
      • Privat

      • Meine Reisen

      Viele Bergsteiger und Expeditions-Veranstalter haben sich inzwischen mit den Frauen solidarisiert, weisen darauf hin, dass solche Übergriffe leider auch in den Bergen keine Ausnahmen sind und gehen auf Distanz zu Purja.

      Teilweise ziemlich erschreckend finde ich die Reaktion diverser Sponsoren von Purja, wie z.B. RedBull, Scarpa und Grivel.

      Megasponsor RedBull sieht sich nicht zuständig:
      It is a matter for the public authorities to determine the facts concerning allegations against any person who has been accused.
      Quelle: Outside

      Der CEO von Grivel schwafelte erstmal irgendetwas von Unschuldsvermutung und Diffamierung und schrieb an seine Markenbotschafter in einer WhatsApp-Gruppe:
      (...)that he has been and still is target of many jealous people who would do anything to find defamatory information on him and his team and spread it around. It is a kind of price to pay for the fame. (...)
      (Quelle: explorersweb.com 04.06.2024)
      Inzwischen hat man dort aber wohl doch nochmal nachgedacht und die Ausrüstung mit dem Branding "Purja" von seiner Website entfernt. (Quelle: gripped.com vom 07.06.2024)​
      Allerdings werden Purja und seine Firma auf der Grivel-Website immer noch als Partner gelistet. Quelle: Grivel (Stand 11.06.2024)

      Scarpa überlegt noch.
      We are in the midst of an internal inquiry to determine our course of action.
      Quelle: Outside

      Immerhin Osprey hat sofort und deutlich reagiert:
      Der US-Rucksackhersteller Osprey strich ihn von der Liste seiner Markenbotschafter (...)
      Quelle: Alpin.de


      Finde nur ich das so widerwärtig, dass einem Mann, der offenbar mehrere Frauen sexuell belästigt hat, von diversen großen, internationalen Unternehmen derartig die Treue gehalten wird? Meine Liste von Firmen, bei denen ich aus Prinzip nichts kaufen würde, ist auf jeden Fall gewachsen...

      Kommentar


      • TeilzeitAbenteurer
        Fuchs
        • 31.10.2012
        • 1421
        • Privat

        • Meine Reisen

        Ich hab mich mit der Thematik nicht beliebig intensiv befasst und weiß daher nicht, was genau an Informationen kursiert, aber grundsätzlich muss die Unschuldsvermutung muss auch für Unsympathen noch gelten. Solche Vorwürfe sind sehr heikel, zumal es in der Regel keine Zeugen gibt, die die Anschuldigungen bestätigen oder widerlegen könnten.

        Kommentar


        • Flachlandtiroler
          Freak
          Moderator
          Liebt das Forum
          • 14.03.2003
          • 29220
          • Privat

          • Meine Reisen

          Zitat von Muecke Beitrag anzeigen
          offenbar
          Ich finde den alpinen "Stil" von Purja sehr bedauerlich, mir sind die diversen "Ungereimtheiten" in seiner Berichterstattung bewußt usw. usf. aber trotzdem:
          Was außer den "Aussagen" Unbeteiligter macht Dich so sicher? Nur die Wahrscheinlichkeitsüberlegung, dass sich keine Frau freiwillig mit so einem Vorwurf exponieren würde?

          Nichtsdestotrotz ist die gesamte Initiative für das Frauenbergsteigen sehr wichtig, logisch.
          Meine Reisen (Karte)

          Kommentar


          • Bambus
            Fuchs
            • 31.10.2017
            • 1878
            • Privat

            • Meine Reisen

            TeilzeitAbenteurer , Unschuldsvermutung ist ein Begriff aus der Juristerei (echte Juristen mögen mir diesen begriff verzeihen) und absolut notwendig im Rahmen eines juristischen Verfahrens. Das gilt jedoch nicht im allgemeinen Leben und in er öffentlichen Warnehmung.
            Es ist eine sehr kritische Situation, wenn solche Anschuldigungen erhoben werden weil die ganze Nachweislage zu unklar ist. Und in der Vergangenheit haben sich durchaus auch Fälle ereignet, in denen die Anschuldigungen konstruiert waren.
            Allerdings überwiegt die Anzahl der Fälle in denen diese "Unschuldsvermutung" eingefordert wurde und in denen die Beschuldigungen einen sehr realen Hintergrund hatten.

            Ähnlich verhält es sich mit den Begriff "Generalverdacht", der immer dann aus der Mottenkiste geholt wird, wenn es gilt ein weit verbreitetes Fehlverhalten in den Griff zu bekommen und/oder zu sanktionieren. Meist genau von denen, auf die diese Vorwürfe zutreffen und die versuchen, Andere damit zu "potentiellen Komplizen" zu machen um sich deren Protestpotential zu sichern.

            Kommentar


            • Muecke

              Fuchs
              • 12.03.2022
              • 1005
              • Privat

              • Meine Reisen

              TeilzeitAbenteurer Die "Unschuldsvermutung" ist ein heikles Thema bei sexuellen Übergriffen, da diese sich naturgemäß eben sehr schlecht beweisen lassen.
              Eine strafrechtliche Verfolgung ist schwierig und langatmig. Dabei müssen die Frauen von dem erlittenen Leid immer wieder (vor wildfremden Menschen, in der Öffentlichkeit und ggf. vor Gericht im Beisein eines hämisch grinsenden Täters) berichten und können dennoch oft nichts beweisen. Das ist enorm belastend. Das macht niemand "mal eben so".

              Keine der beiden Frauen hat einen Vorteil davon, so einen Vorwurf unbegründet in die Welt zu setzen.

              Wo bleibt die "Unschuldsvermutung" bezogen auf die Opfer?

              Die New York Times ist eine seriöse Zeitung, der ich eine gründliche Recherche im Vorfeld der Berichterstattung (erst recht bei solchen schwerwiegenden Vorwürfen) durchaus zutraue.
              Es liegen laut Medienberichten u.a. Chats vor, in denen beide Frauen kurz nach dem Vorfall Bekannten davon berichtet haben. Eine der beiden Frauen hat über den Vorfall sogar schon 2023 geschrieben, dabei aber zunächst keine Namen genannt.
              Immer mehr Frauen melden sich und berichten von ähnlichen Vorfällen (mit anderen Männern) an den Bergen der Welt.

              Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
              Was außer den "Aussagen" Unbeteiligter macht Dich so sicher? Nur die Wahrscheinlichkeitsüberlegung, dass sich keine Frau freiwillig mit so einem Vorwurf exponieren würde?
              Die Aussagen sind ja nicht von "Unbeteiligten" sondern von den betroffenen Frauen. Und ja: Ich glaube, dass sich die allerwenigsten Frauen mit so einem Vorwurf an die Öffentlichkeit wagen, weil sie sich der persönlichen Konsequenzen und der "Unschuldsvermutung"-Debatte durchaus bewußt sind. Deshalb ist die Dunkelziffer bei solchen Straftaten ja so hoch. Es gehört sehr viel Mut dazu, von solchen Vorfällen zu erzählen, erst recht, wenn es um einen "Prominenten" geht. Frauen wissem, dass ihnen oft nicht geglaubt wird und schweigen daher leider viel zu oft nach solchen Taten.
              Zuletzt geändert von Muecke; 11.06.2024, 14:06. Grund: Korrektur: "beide"

              Kommentar


              • Flachlandtiroler
                Freak
                Moderator
                Liebt das Forum
                • 14.03.2003
                • 29220
                • Privat

                • Meine Reisen

                Mit Unbeteiligten meinte ich schon die diversen Wortmeldungen, Kommentare usw. von Dritten dazu.
                Sie nachteilige Situation der Opfer ist klar.
                Die aufgezählten Indizien zur Casa Purja kannte ich nicht, stehen die in dem NYT Artikel?

                Der Vorteil eines "Shitstorms" à là MeToo ist ja, dass sich u.U. ein weit umfangreichere Indiziensituation (weitere Ankläger, Zeugen) ergibt.
                Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 11.06.2024, 13:41.
                Meine Reisen (Karte)

                Kommentar


                • Muecke

                  Fuchs
                  • 12.03.2022
                  • 1005
                  • Privat

                  • Meine Reisen

                  Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
                  Die aufgezählten Indizien zur Casa Purja kannte ich nicht, stehen die in dem NYT Artikel?
                  Ich habe die Informationen aus dem Artikel auf alpin.de, ursprünglich stammen sie aber von der NYT (deren Artikel ist allerdings leider hinter einer Paywall):
                  Beide Frauen haben nach Informationen der New York Times in der unmittelbaren Zeit nach den Geschehnissen ihre Erlebnisse in Textnachrichten und gegenüber anderen Peronen geschildert. Die Zeitung hat diese Nachrichten überprüft und die genannten Gesprächspartner kontaktiert und bestätigt diese Angaben.
                  Quelle: alpin.de (letzter Absatz)

                  Lotta Hintsa hat bereits 2023 in ihrem Buch von einem sexuellen Übergriff geschrieben, damals aber noch keine Namen genannt, sondern nur von einem "berühmten Bergsteiger" gesprochen.
                  Quelle: ebenfalls alpin.de (und diverse andere Berichte)
                  Zuletzt geändert von Muecke; 11.06.2024, 14:00. Grund: Ergänzung

                  Kommentar


                  • Bergahorn
                    Erfahren
                    • 13.04.2019
                    • 416
                    • Privat

                    • Meine Reisen

                    Warum beschwert sich Nirmal Purja denn? Er hat des doch darauf angelegt: Er ist mit der einen Frau ins Hotelzimmer gegangen, zu der anderen ins Zelt. Da weiß er doch, dass er verleumdet werden kann. Offensichtlich wollte er es doch auch...

                    Aber ernsthaft: Natürlich gilt juristisch die Unschuldsvermutung, aber nachdem ich ein paar der Artikel gelesen habe, halte ich persönlich es leider für mehr als möglich, dass die Beschuldigungen wahr sind. Man kann nur hoffen, dass man durch diesen Fall im Alpinismus in Bezug auf sexuelle Übergriffe/sexualisierte Gewalt sensibler wird und entsprechend reagiert.

                    Kommentar


                    • Breitfuessling
                      Erfahren
                      • 06.04.2023
                      • 422
                      • Privat

                      • Meine Reisen

                      Wenn wir als Gesellschaft Verhaltensregeln anerkennen würden, die einen sich anbahnenden Übergriff bereits als Grenzüberschreitung definieren, könnten Opfer (Mut) und Außenstehende (Zivilcourage) ohne soziale Ächtung schon viel früher STOP sagen.



                      Zuletzt geändert von Breitfuessling; Gestern, 05:13. Grund: Viel zu langer Post
                      Ruhe, Licht oder nicht und Zeit. Was braucht man noch?

                      Kommentar


                      • Flachlandtiroler
                        Freak
                        Moderator
                        Liebt das Forum
                        • 14.03.2003
                        • 29220
                        • Privat

                        • Meine Reisen

                        Ich schätze, davon ist die Gesellschaft in Nepal/Indien/... noch meilenweit entfernt. (Das soll nicht die wohl unstrittigen "Grenzüberschreitungen" des Starbergsteigers rechtfertigen, logisch.)
                        Meine Reisen (Karte)

                        Kommentar


                        • Muecke

                          Fuchs
                          • 12.03.2022
                          • 1005
                          • Privat

                          • Meine Reisen

                          Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
                          Ich schätze, davon ist die Gesellschaft in Nepal/Indien/... noch meilenweit entfernt.
                          Ich fürchte, davon ist auch unsere "westliche Gesellschaft" noch meilenweit entfernt. Das ist kein "Dritte-Welt-Problem".
                          Purja ist übrigens britischer Staatsbürger.

                          Kommentar


                          • Flachlandtiroler
                            Freak
                            Moderator
                            Liebt das Forum
                            • 14.03.2003
                            • 29220
                            • Privat

                            • Meine Reisen

                            OT: Ja, frisch "geadelt"... zwecks der Anerkennung der gesamtlichen Leistungen der Sherpa im Höhenbergsteigen sicher eine angemessene Geste; alpinistisch betrachtet dagegen ist der "Stil" eine Fehlentwicklung. Aber das sind Details...
                            Meine Reisen (Karte)

                            Kommentar


                            • transient73
                              Fuchs
                              • 04.10.2017
                              • 1017
                              • Privat

                              • Meine Reisen

                              Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
                              OT: Ja, frisch "geadelt"... zwecks der Anerkennung der gesamtlichen Leistungen der Sherpa im Höhenbergsteigen sicher eine angemessene Geste; alpinistisch betrachtet dagegen ist der "Stil" eine Fehlentwicklung. Aber das sind Details...
                              Wurde er nicht dafür geadelt, dass er angeblich eine Frau gerettet haben soll, die selbst ausgesagt hatte, dass Herr Purja überhaupt nicht an ihrer Rettung beteidigt gewesen war und noch nicht mal an dem entsprechenden Tag am Berg war?

                              Kommentar


                              • Bergahorn
                                Erfahren
                                • 13.04.2019
                                • 416
                                • Privat

                                • Meine Reisen

                                Zitat von transient73 Beitrag anzeigen

                                Wurde er nicht dafür geadelt, dass er angeblich eine Frau gerettet haben soll, die selbst ausgesagt hatte, dass Herr Purja überhaupt nicht an ihrer Rettung beteidigt gewesen war und noch nicht mal an dem entsprechenden Tag am Berg war?
                                Da hat die Frau aber Glück gehabt!

                                Breitfuessling Sehr schön auf den Punkt gebracht, aber es fehlt halt noch die Umsetzung, die macht dann eben auch Arbeit und selten Spaß.

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X