Alpines Notsignal richtig anwenden

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  • greycap
    Erfahren
    • 23.01.2012
    • 109

    • Meine Reisen

    Alpines Notsignal richtig anwenden

    Hoffe, dass Thema passt hier herein.
    Es ist nur ein theoretisches Gedankenspiel, ein Notfall wird hoffentlich nie eintreten. Ich frage mich, wie das alpine Notsignal richtig eingesetzt wird. Meistens wird es so erklärt: 6 Signale pro Minute in kurzer Folge (alle 10 Sekunden), 1 Minute Pause, dann wieder 6 Signale. Antwort: 3 Signale pro Minute (alle 20 Sekunden).
    Woran ich mich jetzt reibe - und mich frage, inwieweit das überhaupt relevant ist - ist folgendes: Ich gebe ein Signal, warte 10 Sekunden, dann wieder usw., bis 6 Signale abgegeben. Dann bin ich nach 50 Sekunden fertig. Bei der Antwort (Signal, nach 20 Sekunden wieder, und das 3. Signal nach weiteren 20 Sekunden) bin ich nach 40 Sekunden fertig. Also nichts mit einer Minute.
    Versteh ich was falsch? Geht es "nur" um 6 bzw. 3 Signale in regelmäßigen Zeitabständen? Wenn die Minute halbwegs eingehalten werden sollte, müssten die Zeitabstände zwischen den Signalen angepasst werden (auf 12 bzw. 30 Sekunden). Hmm

    Danke

  • TanteElfriede
    Moderator
    Alter Hase
    • 15.11.2010
    • 4859

    • Meine Reisen

    #2
    AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

    ....nun ja... ich glaube niemand wird mit der Stoppuhr messen und sagen: Eh, der hat die Abstände falsch gemacht und wir helfen nicht...

    Wenn Du also in grob einer Minute sechsmal ein gleiches Signal von Dir gibts und das mehrfach hintereinander, dann wird schon jemand reagieren.. und wenn der dann in grob einer Minute nur dreimal was macht.... dann sei froh, man hat Dich bemerkt!

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    • Fjaellraev
      Freak

      Liebt das Forum
      • 21.12.2003
      • 13835

      • Meine Reisen

      #3
      AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

      Der kritische Punkt ist sicher weniger die genaue Zeit als vielmehr ob in unserer heutigen Handyzeit überhaupt noch jemand auf das Lichtsignal reagiert.
      Wenn es jemand sieht und deuten kann spielen Zeitfolge und Anzahl der Blinksignale eine eher untergeordnete Rolle.

      Gruss
      Henning
      Es gibt kein schlechtes Wetter,
      nur unpassende Kleidung.

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      • greycap
        Erfahren
        • 23.01.2012
        • 109

        • Meine Reisen

        #4
        AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

        Danke für die umgehenden Erläuterungen. Ich habe mir schon gedacht, dass man da jetzt nicht mit der Stoppuhr sitzen muss. Es war halt eine eher akademische Überlegung. Mit der Faustregel " 6 bzw. 3 Signale je Minute in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen" lässt es sich leben.
        Ich denke auch - sollte jemals ein Notfall eintreten, was ich nicht hoffen will - dass dann das Mobiltelefon genutzt wird.
        War eine Überlegung, da es so, wie ich es beschrieben habe, in alpinen Lehrschriften steht und ich beim Lesen ins Nachdenken kam. Immerhin

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        • Waldhexe
          Fuchs
          • 16.11.2009
          • 2381

          • Meine Reisen

          #5
          AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

          Selbst wenn mit dem Handy ein Notsignal abgesetzt werden kann bzw. abgesetzt wurde, kann das alpine Notsignal je nach Situation zusätzlich sinnvoll sein:
          - um Ersthelfer in der Nähe heranzurufen, da Eintreffen der Rettung bestimmt eine Weile dauert (helfen bei erster Hilfe, Begleitpersonen betreuen, weiteres Material, Hilfe beim Sichern oder Bergen, etc.)
          - falls man von den eintreffenden Rettern nicht ohne weiteres lokalisiert werden kann

          Gruß,

          Claudia

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          • HUIHUI
            Fuchs
            • 07.08.2009
            • 2140

            • Meine Reisen

            #6
            AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

            Auch wichtig in dem Kontext:

            Nie ohne Trillerpfeife UND Lampe in die Berge. Egal wie viel Uhr, egal wohin, egal was das Wetter sagt.
            Ich bin ziemlich einfach. Ich trinke guten Wein, das ist konzentrierter Sonnenschein.

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            • flyingscot
              Erfahren
              • 27.12.2007
              • 377

              • Meine Reisen

              #7
              AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

              Ich habe letztens gerade erst ein paar Leute von der Bergrettung gefragt (Bergwacht Gröden), ob die Lichtsignale zur Alarmierung heutzutage noch wirklich eingesetzt werden.

              Die Antwort war: Praktisch gar nicht mehr, es kommt allerdings recht häufig vor, dass die Bergwacht angerufen wird, weil jemand "Lichtsignale" nachts auf irgendeinem Berg sieht. Die fragen denjenigen dann genau, ob es wirklich ein alpines Notsignal ist (also 6 Signale innerhalb einer Minute). In den allermeisten Fällen sind das nur (absichtlich) biwakierende Bergsteiger mit ihren Stirnlampen.

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              • TanteElfriede
                Moderator
                Alter Hase
                • 15.11.2010
                • 4859

                • Meine Reisen

                #8
                AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

                ...das zeigt aber, dass es gesehen wird und ggf. auch reagiert wird... selbst wenn heute wohl primär andere Alarmierungen genutzt werden.

                Pfeife und Lampe sind aber immer dabei. Die meisten LED Lampen heute bieten allerdings auch ein automatisches SOS. Die Sichtbarkeit in der Nacht sollte nicht unterschätzt werden!

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                • flyingscot
                  Erfahren
                  • 27.12.2007
                  • 377

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

                  Zitat von TanteElfriede Beitrag anzeigen
                  ...das zeigt aber, dass es gesehen wird und ggf. auch reagiert wird... selbst wenn heute wohl primär andere Alarmierungen genutzt werden.
                  Werden könnte, richtig. Es gab aber in den letzten 5 Jahren bei denen nur einen einzigen Fall, wo auf diese Weise die Bergrettung wirklich konkret alarmiert wurde. Der Grund ist allerdings eher der, dass dort das Mobilfunknetz durch den Skitourismus perfekt ausgebaut ist.

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                  • greycap
                    Erfahren
                    • 23.01.2012
                    • 109

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

                    Die ganzen elektronischen Helferlein gewinnen immer mehr an Bedeutung. Ein Handy kann halt kaputt gehen, oder der Akku ist leer. Oder kein Empfang. Auch wenn das alpine Notsignal de facto keine praktische Relevanz zu haben scheint, es ist gut, wenn man es (er-)kennt.

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                    • lanzelot72
                      Erfahren
                      • 17.12.2013
                      • 315

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

                      Zitat von greycap Beitrag anzeigen
                      ... Auch wenn das alpine Notsignal de facto keine praktische Relevanz zu haben scheint, es ist gut, wenn man es (er-)kennt.
                      Genau das !

                      Ein Handy ist immer gut, aber ohne Netz halt nahezu wertlos, wenn man mal von der Möglichkeit absieht, mit dem LED-Blitz das alpine Notsignal zu senden. Dann besser doch ein PLB zusätzlich im Rucksack.

                      Ein alpines Notsignal kann man irgendwie immer ... mit Licht in der Dunkelheit, tagsüber akustisch mit einer Pfeife, einem Alphorn (dafür wurden die Dinger ursprünglich erfunden !), oder durch rufen/schreien/jodeln/...

                      Sollte wirklich jeder (er-)kennen, der sich "abseits" bewegt !

                      Zur eigentlichen Eingangsfrage :

                      Ein Einzelsignal besteht aus einem kurzen tatsächlichen Signal (z.B. 1 sec.) und einer Pause (z.B. 9 sec.). Damit passen in eine Minute genau 10 sec. pro Einzelsignal, also 6 Signale pro Minute.
                      Dann folgt "eine Minute Pause".
                      Rein theoretisch dürfte also die nächste Sequenz erst 70 sec. nach dem letzten Signal der ersten Sequenz beginnen. Praktisch schert und scherte sich noch nie jemand darum. Man steht ja nicht mit der Stoppuhr da, und zu der Zeit, wo dieses Signal "erfunden" wurde, hatte eh niemand eine Uhr dabei.

                      Daraus ist auch die einminütige Pause historisch entstanden. Man könnte ja auch einfach durchgehend alle 10 sec. ein Signal geben. Die Pause dient ganz einfach dazu, dem Signalgeber die Möglichkeit zu eröffnen, sich nebenzu anderen dringenden Aufgaben zu widmen, z.B. sich selber oder andere medizinisch zu versorgen, etc.

                      Aber ... auf die Uhr schaut man dabei eh nicht.

                      Griaßle !
                      Meine Beiträge sind das Produkt aus rein zufälligen persönlichen Einzelerfahrungen und einem sehr pragmatischen Weltbild !
                      http://hikker.eu

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                      • greycap
                        Erfahren
                        • 23.01.2012
                        • 109

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

                        Zitat von lanzelot72 Beitrag anzeigen

                        Ein alpines Notsignal kann man irgendwie immer ... mit Licht in der Dunkelheit, tagsüber akustisch mit einer Pfeife, einem Alphorn (dafür wurden die Dinger ursprünglich erfunden !), oder durch rufen/schreien/jodeln/...
                        Mein Rucksack ist zu klein, um immer ein Alphorn mitzuschleppen. Aber auch das ist ein interessanter Gedanke. So schrecklich, wie sich das bei mir anhören dürfte würde niemand auf die Idee kommen, dass ich musiziere.

                        Danke für die ausführliche Erläuterung.

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                        • Killer
                          Dauerbesucher
                          • 07.11.2006
                          • 789

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

                          Ein Notsignal in Form einer Lichtquelle, Laser oder am Tag in Form eines Spiegels ist zwar schön und weit sichtbar,
                          bloß muss das Siganl erst jemand sehen und dann auch noch deuten können und das geht nur wenn nach einem gesucht wird.
                          Um wirklich sicherzugehen das nach einem gesucht wird, lieber auf andere Komunikationsmittel, Sender... zurückgreifen.
                          Suche Freiwillige für gefährliche Reise. Niedriger Lohn, bittere Kälte, lange Stunden in vollständiger Finsternis garantiert. Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Fall des Erfolges.

                          Kommentar


                          • Fjaellraev
                            Freak

                            Liebt das Forum
                            • 21.12.2003
                            • 13835

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

                            Zitat von Killer Beitrag anzeigen
                            Um wirklich sicherzugehen das nach einem gesucht wird, lieber auf andere Komunikationsmittel, Sender... zurückgreifen.
                            Ich denke es ist Allen die sich hier im Thread beteiligen klar, dass das Lichtsignal in der heutigen Umgebung nicht meh erste Wahl ist, sofern man andere Möglichkeiten hat. Aber die Frage ist ja wie es richtig eingesetzt wird wenn man es braucht - also keine andere Möglichkeit hat (Sei es weil man mit den anderen Alarmmitteln keine Verbindung hinbekommt oder weil deren Battereien genau im entscheidenden Momen den Geist aufgeben).

                            Gruss
                            Henning
                            Es gibt kein schlechtes Wetter,
                            nur unpassende Kleidung.

                            Kommentar


                            • Killer
                              Dauerbesucher
                              • 07.11.2006
                              • 789

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

                              ok. In so einer Situation hätte man dann allerdings ein fettes Problem.

                              Das Handy als Signalmittel ist allerdings keine schlechte Idee. Dazu fällt mir etwas ein,
                              Es hatte sich mal eine Person Nachts in einem Waldgebiet in Bayern verlaufen und konnte nur durch das leuchten des Hadydisplays mit dem Hubschrauber gefunden werden.
                              Suche Freiwillige für gefährliche Reise. Niedriger Lohn, bittere Kälte, lange Stunden in vollständiger Finsternis garantiert. Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Fall des Erfolges.

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                              • HUIHUI
                                Fuchs
                                • 07.08.2009
                                • 2140

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: Alpines Notsignal richtig anwenden

                                Zitat von Killer Beitrag anzeigen
                                Ein Notsignal in Form einer Lichtquelle, Laser oder am Tag in Form eines Spiegels ist zwar schön und weit sichtbar,
                                bloß muss das Siganl erst jemand sehen und dann auch noch deuten können und das geht nur wenn nach einem gesucht wird.
                                Um wirklich sicherzugehen das nach einem gesucht wird, lieber auf andere Komunikationsmittel, Sender... zurückgreifen.
                                Naja, wenn ich deine Aussagen und Signatur so sehe hast du es nicht so mit der Praxis. In den Bergen wird jeder der ein Licht sieht kurz Gedanklich durchgehen obs an ner Hütte oder im Wanderl oder sonstwo ist. Unabhängig davon auch das Lichtsignal deuten. Im Gebirge ists Dunkel und der Blick geht weit.
                                Zuletzt geändert von HUIHUI; 17.09.2015, 23:14.
                                Ich bin ziemlich einfach. Ich trinke guten Wein, das ist konzentrierter Sonnenschein.

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