Umgang mit Bären

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  • Lobo

    Vorstand
    Moderator
    Lebt im Forum
    • 27.08.2008
    • 5558

    • Meine Reisen

    #61
    AW: Umgang mit Bären


    Post als Moderator
    Vielleicht reicht es ja wenn ich sage dass das hier ein Outdoorforum, und kein Jagd- und kein Waffenforum ist. Zudem heißt das Thema "Umgang mit Bären" und nicht "Passendes Kaliber für Bären" Also bitte Back to Topic.

    Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden.  Dein Team der

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    • Pielinen
      Fuchs
      • 29.08.2009
      • 1284

      • Meine Reisen

      #62
      AW: Umgang mit Bären

      Das Beispiel mit dem ins Bein schießen ist real passiert und sollte nur das Risiko der Fehlbedienung verdeutlichen.

      Also ich war schon oft in Kanada, ich habe mir jedesmal konkret Gedanken über das Risiko gemacht.
      Ich hab aber auch schon einen Schwarzbären an unserem Proviantsack schnuppernd überrascht. Das Vieh, und ich, haben sich so erschrocken, der war in Milisekunden verschwunden.
      Ich würde trotzdem kein Gewehr mit mir mitschleppen!
      Wie gesagt, es kommt darauf an, was man vor hat und wo es hin geht.
      (Es geht nicht um das Eisbärenrisiko auf Spitzbergen, da ist eine Waffe zu Recht vorgeschrieben)
      Das letzte Mal in Bärenland haben wir so viel Krach gemacht, das wir noch nicht mal einen Bären gesehen haben.
      Tausende Euros für Jagdschein, Schießtraining, Streß bei Einfuhr und Ausfuhr, Lagerung zu Hause etc.
      Das tue ich mir nicht an! Und wie schon gesagt wurde, ein angeschossener Bär ist erst wirklich gefährlich. Und wie auch schon gesagt wurde, braucht man meist mehr als ein Schuß um einen Bären(Schein?)Angriff zu stoppen.
      Und das muss man erstmal bringen.
      Man sollte dann schon routinierter Wildschweinjäger sein. Für das Hobby habe ich nicht die Zeit.
      Viel besser ist da das Bärenspray, für das gute Gefühl.
      Diese Diskussion wird schnell irrational weil es um Urängste geht, darüber muß man sich bewusst sein.

      Zuletzt geändert von Pielinen; 18.12.2019, 16:20.
      Wer nichts weiß muss alles glauben...

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      • qwertzui
        Fuchs
        • 17.07.2013
        • 1973

        • Meine Reisen

        #63
        AW: Umgang mit Bären

        Ich würde jetzt mal wieder weg vom Bärennahkampf (da kenne ich mich nicht aus, ich habe noch keinen einzigen Bären mit bloßen Händen erwürgt) hin zum Thema "Verhalten in Bärengebieten.

        Wir haben auf der Alpensüdseite mal eine Nacht mit einem angefütterten Fuchs um unser Essen gekämpft und verloren. Nachdem ich tagsüber vor dieser Nacht einige frische Bärenhaufen gesehen hatte, bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ich niemals mit einem angefütterten Bären eine ähnliche Diskussion führen möchte.

        Aus diesem Grund würde ich alle Leute, die in Bärengebieten unterwegs sind, darum bitten, Vorkehrungen zu treffen, um ein unbewusstes Anfüttern zu verhindern. Zum Schutz der später kommenden Menschen und zum Schutz der Bären, die nach Anfütterung als Problembären erschossen werden. Als Ratgeber würde ich dabei kein zu großes Vertrauen auf die Aussagen der Ortsansässigen setzen, sofern ich nichts über ihre Fachkunde weiß. Die beschriebene Technik mit den schmutzigen Tellern scheint mir eine Technik zu sein, mit der man Bären anlocken und anfüttern kann.

        Warnungen der Einheimischen bezüglich hungrig umherirrender Bären in bestimmten Gebieten, würde ich dagegen schon ernst nehmen.

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        • reinergeorg
          Erfahren
          • 01.06.2014
          • 282

          • Meine Reisen

          #64
          AW: Umgang mit Bären

          Die Hinweise auf richtiges Verhalten zur Vermeidung und auch zur zeitigeren Wahrnehmung möglicher Bären einfach nochmal nachlesen. Inklusive den - konkreten - Hinweisen auf trockene Zweige, E-Zaun, das russische Shok-Gas und die Raketnitsa bis hin zu mit konkreten Adressen und Öffnungszeiten untersetzten Möglichkeiten, wo man die in D bzw. in Petropawlowsk auf Kamtschatka kaufen kann.
          Wer mit Schusswaffen sein Problem hat, sollte und kann Gegenden meiden, wo die üblich sind. Bei der Besteigung des Pik Socialist in Tansania wird man zwangshalber von mit britischen Lee Enfield und chinesischen Kalaschnikow ausgerüsteten Rangern (die heißen dort so) begleitet.
          Am Machame Gate als Startpunkt einer der Kilimanjaro-Routen (Whisky-Route) stehen auch Ranger mit chinesischen Kalaschnikows.
          Auf jeder üblichen Touri-Safari in den NP hatte auch einer der Guides in Tansania eine Schusswaffe, in den Lodges auch.
          Eine andere Art der aktuellen Bärenabwehr mit Handstoß ins Auge des Bären durch einen britischen Touristen in den Karpaten von Rumänien Juni 2019 hatte die Morgenpost am 12.06.2019 berichtet - die beiden hatten das Bärenspray in der Unterkunft gelassen, weil der Brite seiner deutschen Freundin gegenüber meinte, dass eher die Spraydose explodiert als dass sie einem Bären begegnen.
          https://www.morgenpost.de/vermischte...ende-Idee.html
          Die Unwägbarkeiten von Bärenangriffen hatte bereits Grigori Fedossejew in seinem Wildnis-Thriller "Der böse Geist vom Jambui - Sloi dukh Jambuja" fesselnd beschrieben. 1949 waren Geologen mit der Suche nach Erzen in Sibirien unterwegs, als nach und nach drei von ihnen spurlos verschwanden. Am Ende stellte sich heraus, dass ein kranker Bär die Geologen auf dem Weg zum Wasserholen am Klappern der Wasserbehälter ausgemacht, abgepasst und gefressen hatte. Er konnte wegen der Krankheit keine für ihn sonst normalen Beutegänge mehr unternehmen - hat sich also das bzw. die geholt, die er am leichtesten erbeuten konnte.
          Zuletzt geändert von reinergeorg; 19.12.2019, 08:32.

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          • Pielinen
            Fuchs
            • 29.08.2009
            • 1284

            • Meine Reisen

            #65
            AW: Umgang mit Bären

            Ja, kenne ich auch, aber das ist ja auch ein reißerischer Thriller!
            Ich hab auch neulich „The Revenant“ geschaut!
            Tolle (computeranimierte)Bärenszene!
            Wer nichts weiß muss alles glauben...

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            • Bambus
              Fuchs
              • 31.10.2017
              • 1076

              • Meine Reisen

              #66
              AW: Umgang mit Bären

              Zitat von BigKahuna Beitrag anzeigen
              ....

              In den Reisegebieten, die hier zur Debatte stehen, gibt es diese Pseudodiskussion gar nicht. Die meisten Einheimischen, die ich im (Bären)Hinterland getroffen habe (Alaska, Kanada, Grönland, Mongolei), waren bewaffnet unterwegs, und zwar ganz ohne blutrünstige Waffennarren zu sein. Ich musste mich hingegen mehr als einmal fragen lassen, ob ich mir sicher sei, ohne Waffe losziehen zu wollen.
              ....
              Interessehalber, wo war das in derMongolei?

              Kommentar


              • BigKahuna
                Dauerbesucher
                • 05.07.2003
                • 606

                • Meine Reisen

                #67
                AW: Umgang mit Bären

                Zitat von Bambus Beitrag anzeigen
                Interessehalber, wo war das in derMongolei?
                Nördlich des Lake Khuvsgul, ca. hier. Das ist Wolfs- und Bärengebiet.

                Abwehr eines Grizzlyangriffs in Kanada mit einem Gewehr.
                Es lohnt, sich auch anzuhören, was der Guide nach dem Angriff sagt.
                Wer anderen eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät.

                Kommentar


                • Lobo

                  Vorstand
                  Moderator
                  Lebt im Forum
                  • 27.08.2008
                  • 5558

                  • Meine Reisen

                  #68
                  AW: Umgang mit Bären

                  Zitat von opa Beitrag anzeigen
                  ps: ups, sorry, wollte das bei nunatak und mir schreiben. bittebitte, verschieben, danke....

                  Post als Moderator
                  Dein Wunsch ist mir Befehl, bitte hier im Fachforum nicht mit der Blödelei übertreiben.

                  Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden.  Dein Team der

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                  • JulianD
                    Gerne im Forum
                    • 26.10.2017
                    • 58

                    • Meine Reisen

                    #69
                    AW: Umgang mit Bären

                    Hach, es geht dann doch immer schnell hoch her.
                    Meine Intention war es in jedem Fall nicht, hier eine übergreifende Diskussion zu Waffen und Jagd zu entfachen. Andererseits selektiere ich hier auch wirklich interessante, teils auch neue, Informationen heraus. Danke dafür!
                    Eine Bärentonne ist leider nicht möglich, da wir zu lange untewegs sein werden. (wurde hier ja schon gut und ausführlich beschrieben)
                    Definitv besorgen werden wir uns Spray und diese russischen Bärenknaller, dazu wurde uns im Vorfeld bereits geraten.
                    Schaut man sich die wissenschaftlichen Statistiken aus Alaska an, dann sind Bärenmütter mit Jungen bei Angriffen ein ganz wesentlicher Faktor (s. auch das Video zum Doppelangriff), was ja aber auch bekannt sein sollte.
                    In Kamtschatka kommt dann ja aber der "Lachsfaktor" wohl noch entscheidend dazu, wobei hier ja dann der Bär - bei Lachsmangel- wohl den Menschen als Beute ansieht (?) oder eben als Nahrungskonkurrenz, die es auszuschalten gilt. (ggf. Stress wegen Nahrungsmangel)
                    Waffen aller Art kommen für uns nicht in Frage, da wir hier schlicht und ergreifend ungeübt sind.

                    Wenn es um Filme mit Bärenangriffen geht, dann bitte mal Backcountry ansehen. Finde ich richtig gut gelungen, wenn auch die Rahmenhandlung sehr stereotyp ist.

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                    • Meer Berge
                      Fuchs
                      • 10.07.2008
                      • 2312

                      • Meine Reisen

                      #70
                      AW: Umgang mit Bären

                      Wusste noch gar nicht, dass es in Tansania auch so viele Bären gibt.

                      Ist ja ein recht unterhaltsamer Thread hier

                      Da kann ich auch mitspielen

                      Nachdem ich sämtliche Karl-May-Bände gelesen habe, war ich der Überzeugung, dass man Löwen und Bären am heldenhaftesten im Ringkampf zur Strecke bringt.



                      Ich bin dann in 3 Bärengebieten gewesen.
                      Zuerst in Grönland, mehrfach.
                      Im Winter alleine mit Schneeschuhen einige Tage draußen im Schnee und auf dem gefrorenen Fjord. Übernachtung in einer an 3 Seiten geschlossenen Holzkiste und im Zelt. Da habe ich von Einheimischen ein Gewehr bekommen mit einem Beutel mit ein paar Nachfüllpatronen.

                      In Alaska habe ich 3 Touren gemacht. Zuerst in Katmai zum großen Bärentreffen am Lachsfluss. Dieses kleine Gebiet ist einen Monat lang von bis zu 70 Bären und 60 Touristen ziemlich dicht bevölkert. Nach der Landung mit dem Wasserflugzeug mussten wir mit dem Aussteigen kurz warten, denn am Strand liefen 2 Bären herum. Dann geht es zuerst ohne Umwege in eine Blockhütte zur "Einweisung im Verhalten in Bärenrevier". Auf dem Zeltplatz gibt es Blockhütten, in denen man alles unterbringen muss, was duftet. Also eigentlich ziemlich alles. Wobei nach ein paar Tagen wahrscheinlich ich selbst am meisten "geduftet" habe
                      Zum Bärentreffpunkt, dem Wasserfall, waren es ein paar km, auf diesem Weg durfte man weder Nahrung noch Getränke außer Wasser mitnehmen, auch keine Sonnencreme etc. Außerdem durfte man seinen Rucksack niemals einfach abstellen, denn genau in dem Moment könnte ja einer der Bären auftauchen und diesen interessant finden.
                      Auf dem Weg habe ich jedesmal mindestens einen, öfter auch mehrere Bären nahebei gesehen. Am Anfang hatte ich ein recht mulmiges Gefühl und viel Adrenalin, besonders, da ich fast immer alleine auf den engen, gewundenen Pfaden im Wald unterwegs war. Aber ich habe mich schnell dran gewöhnt und es wurde irgendwie normal. Ich bin nicht so leise wie sonst durch den Wald gegangen, damit ich keinen Petz überrasche.
                      Die Braunbären incl. Grizzlies sind an sich für Menschen ungefährlich, denn wir stehen nicht auf deren Speiseplan. (Anders als bei Eisbären, die Menschen als Nahrung betrachten.) Sie sind aber sehr neugierig und wollen nur spielen. Wenn sie einen Rucksack klauen oder ein Zelt neben dem Reißverschluss öffnen, machen sie das nicht böswillig, sondern weil sie etwas wittern, das sie neugierig macht. Erst, wenn sie sich oder ihre Kinder bedroht sehen, verteidigen sie sich.
                      Daher sollte man vermeiden, ihre Neugierde auf sich oder seine Sachen zu lenken und sie zu erschrecken oder sie in eine Situation zu bringen, in der sie sich bedroht fühlen.
                      Sie haben wir viele große Raubtiere, die wir für bedrohlich halten, kein Interesse, sich mit uns anzulegen, dafür haben sie zu viel Angst, dabei selbst verletzt zu werden.

                      Meine 2. Alaska-Tour war eine gute Woche solo durch das Vulkan-Gebiet um den Mt. Katmai. Hier habe ich mir eine Bärentonne geliehen und diese eine Strecke vom Zelt entfernt nachts gelagert. Bäume gibt es da nicht. Mein Geschirr habe ich dort auch untergebracht, wie hier schon erwähnt so, dass es feste klappert, sollte sich ein Bär daranmachen.
                      Ich habe häufig morgens frische Bärenspuren in der Nähe meines Zeltes gesehen. Nicht einmal aber hat einer sich an meiner Tonne oder meinem Zelt zu schaffen gemacht.

                      Die dritte Alaskatour fand in den Wrangell-St.Elias-Mountains statt. Diesmal mit Guide und 5 Leute. Auch hier hatten wir Bärentonnen dabei und eine Dose Bärenspray. Keine sonstigen Waffen. Wir haben neben den Zelten gekocht und die Tonnen etwas abseits meist in Felsspalten oder unter dicken Steinen untergebracht. Hier haben wir Bären nur aus relativ großer Entfernung gesehen.
                      Gefährlich waren die Ziesel, denn sie haben in unserer Abwesenheit (beim Kochen) die Zelte geentert und alles angefressen, was Salzspuren aufwies: Stockgriffe, Hutkrempen, Rucksackgurte, ...

                      Dann war ich 3 Wochen auf Kamtschatka, zwischen Gorely und Kamen, auch hier mit Guide und ein paar wenigen Leuten.
                      Keine Tonnen, keine Waffen, kein Bärenspray. Aber rundherum immer wieder frische Bärenspuren und einige Sichtungen.
                      Gekocht wurde zwischen den Zelten, Lebensmittel und alles andere wurde mit in die Zelte genommen.
                      Einzige Vorgabe des Guides war, nachts nicht alleine zu weit von den Zelten wegzugehen, da Bären in der Nähe sein könnten.

                      Weder in den Pyrenäen noch in Lappland oder auf Neufundland läuft irgendjemand mit Bärenabwehrmunition herum, jeder zeltet dort wild und lässt alle seine Sachen im Zelt.


                      Weder in Alaska noch in Kamtschatka kam jemand auf die Idee, sich extra eine "kochgeruchfreie Zeltgarderobe" mitzunehmen. Weder Guides noch Einheimische hatten Waffen dabei (abgesehen vom Bärenspray in Alaska).


                      -> Ein paar Verhaltensregeln beherzigen und sonstige Panikmache hinterfragen.
                      Ausnahmen: Eisbären.

                      Übrigens: Geruchsdicht einschweißen oder so - vergiss es. Der Bär riecht deine Tütensuppe auch durch die dickste Plastikfolie.
                      Sie sollen 100x besser riechen können als Hunde.
                      Ab 1 Meter Tiefe im Erdboden verbuddelt soll es beginnen der Bärennase zu entgehen. Zumindest nicht auf größere Entfernungen anlocken. Oder es ist dem Bären bloß zu mühsam, das auszubuddeln

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                      • Pielinen
                        Fuchs
                        • 29.08.2009
                        • 1284

                        • Meine Reisen

                        #71
                        AW: Umgang mit Bären

                        Zitat von BigKahuna Beitrag anzeigen
                        Abwehr eines Grizzlyangriffs in Kanada mit einem Gewehr.
                        Es lohnt, sich auch anzuhören, was der Guide nach dem Angriff sagt.
                        Sehr interessant, kann durchaus passieren, wenn man auf Elchjagd in Windrichtung unterwegs ist.
                        Würde uns nicht passieren weil wir viel zu viel Krach machen.
                        Zuletzt geändert von Pielinen; 18.12.2019, 17:27.
                        Wer nichts weiß muss alles glauben...

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                        • qwertzui
                          Fuchs
                          • 17.07.2013
                          • 1973

                          • Meine Reisen

                          #72
                          AW: Umgang mit Bären

                          @Meer und Berge

                          Kommentar


                          • LihofDirk
                            Freak

                            Liebt das Forum
                            • 15.02.2011
                            • 12906

                            • Meine Reisen

                            #73
                            AW: Umgang mit Bären

                            Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
                            Übrigens: Geruchsdicht einschweißen oder so - vergiss es. Der Bär riecht deine Tütensuppe auch durch die dickste Plastikfolie.
                            Sie sollen 100x besser riechen können als Hunde.
                            Ab 1 Meter Tiefe im Erdboden verbuddelt soll es beginnen der Bärennase zu entgehen. Zumindest nicht auf größere Entfernungen anlocken. Oder es ist dem Bären bloß zu mühsam, das auszubuddeln
                            OT: Nicht nur Bären.

                            Erfahrung mit Kurzschwanzkänguruhs (Quokkas) in Westaustralien: eingeschweisste Lebensmittel wurden durch den Ortliebsack und das Zelt so wahrgenommen, dass die Biester ins Vorzelt kamen, und an den Säcken (und nur den mit Lebensmitteln) gekratzt haben.
                            Gut, die Viecher sind Pflanzenfresser und Hasengross, also eher lästig als gefährlich. Das war dann auch das einzige Mal, dass ich Lebensmittel erhöht gelagert habe. Zugegebenermassen nicht in den Baum gehängt, sondern in die Boxen auf Augenhöhe in der Campsite Kitchen gestellt.

                            Viele Tiere haben eine feine Nase

                            Kommentar


                            • Pielinen
                              Fuchs
                              • 29.08.2009
                              • 1284

                              • Meine Reisen

                              #74
                              AW: Umgang mit Bären

                              Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
                              Wusste noch gar nicht, dass es in Tansania auch so viele Bären gibt.

                              Ist ja ein recht unterhaltsamer Thread hier

                              Da kann ich auch mitspielen

                              Nachdem ich sämtliche Karl-May-Bände gelesen habe, war ich der Überzeugung, dass man Löwen und Bären am heldenhaftesten im Ringkampf zur Strecke bringt.



                              Ich bin dann in 3 Bärengebieten gewesen.
                              Zuerst in Grönland, mehrfach.
                              Im Winter alleine mit Schneeschuhen einige Tage draußen im Schnee und auf dem gefrorenen Fjord. Übernachtung in einer an 3 Seiten geschlossenen Holzkiste und im Zelt. Da habe ich von Einheimischen ein Gewehr bekommen mit einem Beutel mit ein paar Nachfüllpatronen.

                              In Alaska habe ich 3 Touren gemacht. Zuerst in Katmai zum großen Bärentreffen am Lachsfluss. Dieses kleine Gebiet ist einen Monat lang von bis zu 70 Bären und 60 Touristen ziemlich dicht bevölkert. Nach der Landung mit dem Wasserflugzeug mussten wir mit dem Aussteigen kurz warten, denn am Strand liefen 2 Bären herum. Dann geht es zuerst ohne Umwege in eine Blockhütte zur "Einweisung im Verhalten in Bärenrevier". Auf dem Zeltplatz gibt es Blockhütten, in denen man alles unterbringen muss, was duftet. Also eigentlich ziemlich alles. Wobei nach ein paar Tagen wahrscheinlich ich selbst am meisten "geduftet" habe
                              Zum Bärentreffpunkt, dem Wasserfall, waren es ein paar km, auf diesem Weg durfte man weder Nahrung noch Getränke außer Wasser mitnehmen, auch keine Sonnencreme etc. Außerdem durfte man seinen Rucksack niemals einfach abstellen, denn genau in dem Moment könnte ja einer der Bären auftauchen und diesen interessant finden.
                              Auf dem Weg habe ich jedesmal mindestens einen, öfter auch mehrere Bären nahebei gesehen. Am Anfang hatte ich ein recht mulmiges Gefühl und viel Adrenalin, besonders, da ich fast immer alleine auf den engen, gewundenen Pfaden im Wald unterwegs war. Aber ich habe mich schnell dran gewöhnt und es wurde irgendwie normal. Ich bin nicht so leise wie sonst durch den Wald gegangen, damit ich keinen Petz überrasche.
                              Die Braunbären incl. Grizzlies sind an sich für Menschen ungefährlich, denn wir stehen nicht auf deren Speiseplan. (Anders als bei Eisbären, die Menschen als Nahrung betrachten.) Sie sind aber sehr neugierig und wollen nur spielen. Wenn sie einen Rucksack klauen oder ein Zelt neben dem Reißverschluss öffnen, machen sie das nicht böswillig, sondern weil sie etwas wittern, das sie neugierig macht. Erst, wenn sie sich oder ihre Kinder bedroht sehen, verteidigen sie sich.
                              Daher sollte man vermeiden, ihre Neugierde auf sich oder seine Sachen zu lenken und sie zu erschrecken oder sie in eine Situation zu bringen, in der sie sich bedroht fühlen.
                              Sie haben wir viele große Raubtiere, die wir für bedrohlich halten, kein Interesse, sich mit uns anzulegen, dafür haben sie zu viel Angst, dabei selbst verletzt zu werden.

                              Meine 2. Alaska-Tour war eine gute Woche solo durch das Vulkan-Gebiet um den Mt. Katmai. Hier habe ich mir eine Bärentonne geliehen und diese eine Strecke vom Zelt entfernt nachts gelagert. Bäume gibt es da nicht. Mein Geschirr habe ich dort auch untergebracht, wie hier schon erwähnt so, dass es feste klappert, sollte sich ein Bär daranmachen.
                              Ich habe häufig morgens frische Bärenspuren in der Nähe meines Zeltes gesehen. Nicht einmal aber hat einer sich an meiner Tonne oder meinem Zelt zu schaffen gemacht.

                              Die dritte Alaskatour fand in den Wrangell-St.Elias-Mountains statt. Diesmal mit Guide und 5 Leute. Auch hier hatten wir Bärentonnen dabei und eine Dose Bärenspray. Keine sonstigen Waffen. Wir haben neben den Zelten gekocht und die Tonnen etwas abseits meist in Felsspalten oder unter dicken Steinen untergebracht. Hier haben wir Bären nur aus relativ großer Entfernung gesehen.
                              Gefährlich waren die Ziesel, denn sie haben in unserer Abwesenheit (beim Kochen) die Zelte geentert und alles angefressen, was Salzspuren aufwies: Stockgriffe, Hutkrempen, Rucksackgurte, ...

                              Dann war ich 3 Wochen auf Kamtschatka, zwischen Gorely und Kamen, auch hier mit Guide und ein paar wenigen Leuten.
                              Keine Tonnen, keine Waffen, kein Bärenspray. Aber rundherum immer wieder frische Bärenspuren und einige Sichtungen.
                              Gekocht wurde zwischen den Zelten, Lebensmittel und alles andere wurde mit in die Zelte genommen.
                              Einzige Vorgabe des Guides war, nachts nicht alleine zu weit von den Zelten wegzugehen, da Bären in der Nähe sein könnten.

                              Weder in den Pyrenäen noch in Lappland oder auf Neufundland läuft irgendjemand mit Bärenabwehrmunition herum, jeder zeltet dort wild und lässt alle seine Sachen im Zelt.


                              Weder in Alaska noch in Kamtschatka kam jemand auf die Idee, sich extra eine "kochgeruchfreie Zeltgarderobe" mitzunehmen. Weder Guides noch Einheimische hatten Waffen dabei (abgesehen vom Bärenspray in Alaska).


                              -> Ein paar Verhaltensregeln beherzigen und sonstige Panikmache hinterfragen.
                              Ausnahmen: Eisbären.

                              Übrigens: Geruchsdicht einschweißen oder so - vergiss es. Der Bär riecht deine Tütensuppe auch durch die dickste Plastikfolie.
                              Sie sollen 100x besser riechen können als Hunde.
                              Ab 1 Meter Tiefe im Erdboden verbuddelt soll es beginnen der Bärennase zu entgehen. Zumindest nicht auf größere Entfernungen anlocken. Oder es ist dem Bären bloß zu mühsam, das auszubuddeln
                              Endlich mal eine vernünftige und qualifizierte Meinung, danke!
                              Wer nichts weiß muss alles glauben...

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                              • Lobo

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                                Moderator
                                Lebt im Forum
                                • 27.08.2008
                                • 5558

                                • Meine Reisen

                                #75
                                AW: Umgang mit Bären

                                Zitat von Pielinen Beitrag anzeigen
                                Endlich mal eine vernünftige und quslifizierte Meinung, danke!
                                ich würde gar nicht so weit gehen, dass die "anderen" Meinungen nicht qualifiziert waren, aber meist waren die Herrschaften wohl aus anderen Gründen in der Natur als es hier der Schwerpunkt ist.

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                                • BigKahuna
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                                  • 05.07.2003
                                  • 606

                                  • Meine Reisen

                                  #76
                                  AW: Umgang mit Bären

                                  Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
                                  Übrigens: Geruchsdicht einschweißen oder so - vergiss es. Der Bär riecht deine Tütensuppe auch durch die dickste Plastikfolie.
                                  Sie sollen 100x besser riechen können als Hunde.
                                  Ab 1 Meter Tiefe im Erdboden verbuddelt soll es beginnen der Bärennase zu entgehen. Zumindest nicht auf größere Entfernungen anlocken. Oder es ist dem Bären bloß zu mühsam, das auszubuddeln
                                  Na das sind zum Teil aber auch urban legends, die vielleicht unter Laborbedingungen funktionieren. Geruchsdicht eingeschweißte Lebensmittel sind für einen Bären mit Sicherheit schwerer zu finden als offen gelagerte. Unmöglich ist es natürlich auch nicht. Es ist aber nicht so, dass es gar keinen Unterschied macht.

                                  Ich habe in der Alaska Range einen Jagd Guide getroffen, der in seinem "Revier" für Notfälle mehrere Verpflegungsverstecke angelegt hatte. Dafür hat er ausnahmslos eingeschweißte Lebensmittel a la Mountainhouse verwendet. Die Gefahr, dass sich irgendwelche Nager daran vergreifen sah er als deutlich höher an als die Entdeckung durch einen Bären.
                                  Wer anderen eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät.

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                                  • Sarekmaniac
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                                    Liebt das Forum
                                    • 19.11.2008
                                    • 10781

                                    • Meine Reisen

                                    #77
                                    AW: Umgang mit Bären

                                    Hier eine, wie ich finde, sehr interessante und lehrreiche Episode aus Lars Monsens Dokumentation "Quer durch Kanada". Manchmal gewinnt der Bär ganz ohne Blutvergießen, das muss der Mensch dann neidlos anerkennen und die Konsequenzen ziehen.

                                    (ab Minute 21:30)

                                    https://www.youtube.com/watch?v=gKIFy5gG-PI
                                    Zuletzt geändert von Sarekmaniac; 18.12.2019, 17:57. Grund: Link gefixt
                                    Eshche odin zhitel' Ekaterinburga zabralsja na stolb, chtoby dokazat' odnoklassnice svoju bespoleznost'.
                                    (@neural_meduza)

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                                    • JulianD
                                      Gerne im Forum
                                      • 26.10.2017
                                      • 58

                                      • Meine Reisen

                                      #78
                                      AW: Umgang mit Bären

                                      Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen

                                      Dann war ich 3 Wochen auf Kamtschatka, zwischen Gorely und Kamen, auch hier mit Guide und ein paar wenigen Leuten.
                                      Keine Tonnen, keine Waffen, kein Bärenspray. Aber rundherum immer wieder frische Bärenspuren und einige Sichtungen.
                                      Gekocht wurde zwischen den Zelten, Lebensmittel und alles andere wurde mit in die Zelte genommen.
                                      Einzige Vorgabe des Guides war, nachts nicht alleine zu weit von den Zelten wegzugehen, da Bären in der Nähe sein könnten.

                                      Danke für deine ausführliche Antwort. Das ist für mich ziemlich interessant.
                                      Nun benennst du ja ein ziemlich großes Gebiet, kannst du vielleicht ausführen, wie genau ihr unterwegs gewesen seid? Seid ihr mehrere Nächte fernab der Zivilisation (lässt sich ja kaum vermeiden ) und in der Nähe von Gewässern gewesen? Wie nah waren die Tiere bei den Sichtungen? Wir sind nochmal deutlich südlicher als die Gorely-Region, aber trotzdem noch eine wichtige Frage: Wie hat dir Kamtschatka denn gefallen?

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                                      • Vegareve
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                                        Liebt das Forum
                                        • 19.08.2009
                                        • 13981

                                        • Meine Reisen

                                        #79
                                        AW: Umgang mit Bären

                                        OT: @Meer Berge: Du hast starke Nerven, Respekt..
                                        "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

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                                        • Meer Berge
                                          Fuchs
                                          • 10.07.2008
                                          • 2312

                                          • Meine Reisen

                                          #80
                                          AW: Umgang mit Bären

                                          Zitat von JulianD Beitrag anzeigen
                                          Nun benennst du ja ein ziemlich großes Gebiet, kannst du vielleicht ausführen, wie genau ihr unterwegs gewesen seid? Seid ihr mehrere Nächte fernab der Zivilisation (lässt sich ja kaum vermeiden ) und in der Nähe von Gewässern gewesen? Wie nah waren die Tiere bei den Sichtungen? Wir sind nochmal deutlich südlicher als die Gorely-Region, aber trotzdem noch eine wichtige Frage: Wie hat dir Kamtschatka denn gefallen?
                                          Kamtschatka war großartig! Eine meiner eindrucksvollsten Trekkingtouren bislang.
                                          Unser Schwerpunkt war die Besteigung aktiver Vulkane - daher auf jeden Fall mit Guide, der in ständigem Kontakt stand mit dem Vulkanologischen Institut in Petropawlowsk.
                                          Wir haben zuerst den "Hausvulkan" von PK bestiegen, den Avachinsky, waren dann zu Fuß mit Zelt bei den Vulkanen Mutnovsky und Gorely unterwegs (Mutnovski ist besonders beeindruckend!) und sind dann in den Norden gefahren.
                                          Von Kosyrewsk aus haben wir eine längere Trekkingtour zum Tolbachik gemacht (der ist dann 3 Monate nach unserer Besteigung ausgebrochen ) und sind durch das ganze Vulkangebiet nach Norden gelaufen.
                                          Am Ende haben wir die Genehmigung zur Besteigung des Bezymianny bekommen (der dann 1 Monat später ausgebrochen ist ).
                                          Von dort sind wir nach Kosyrewsk zurückgefahren (russischer Gelände-Mannschaftswagen Kamaz) und nach PK zurückgekehrt.

                                          Es waren natürlich einige Flüsse unterwegs, aber keine der Lachsflüsse oder Gewässer, an denen sich die Bären zum großen Fressen treffen. Die Spuren der Bären waren durchaus rund ums Camp. Die Sichtungen waren - schwer zu schätzen. Also, ich konnte ohne Supertele ganz passable Fotos machen, nicht formatfüllend, aber auch nicht nur ein brauner Punkt. Es war auch eine Mutter mit 2 Jungen dabei, die um sie herumtollten. Wir saßen oberhalb auf einer Wiese und haben sie eine ganze Weile beobachtet. Sie hat uns auch gesehen, aber da wir uns ihr nicht genähert haben, ist sie mit ihren Jungen ganz gemütlich weiter getrollt und irgendwann im Gebüsch verschwunden.

                                          Die Bärendichte ist dort natürlich nicht so hoch wie unten am Kurilensee, wo ihr vermutlich hinwollt.
                                          In Alaska sagte man uns, die Bären seien an dem Lachsfluss tendenziell harmlos, da sie voll und ganz auf Lachs fokussiert seien und davon reichlich für alle da sei. Sie hätten also kein Interesse an Menschen, bis auf ihre angesprochene Neugierde und den Verteidigungsinstinkt, falls sie sich bedroht fühlen.
                                          In Alaska standen sogar mitten im Bärenfluss einige Angler, die Lachse gefischt haben - unbehelligt von den Bären, denn es sei eben genug für alle da.


                                          Kamchatka

                                          Kamtschatka Bear by Caora, auf Flickr


                                          Alaska

                                          Am Strand
                                          Spaziergänger by Caora, auf Flickr


                                          Am Weg
                                          Schnell weg by Caora, auf Flickr

                                          (Direkt am Camp haben Ranger gesichert und wenn Bären gerade auf dem Fußweg oder auf der Brücke liefen, musste Mensch sich hinter Beobachtungzäune (nicht besonders hoch) zurückziehen.)



                                          Im Fluss
                                          Wo ist der Lachs? by Caora, auf Flickr


                                          Besserer Überblick by Caora, auf Flickr


                                          Snack for lunch by Caora, auf Flickr


                                          Mum and cub by Caora, auf Flickr


                                          Bären sind unglaublich faszinierende Tiere. Es ist wundervoll, sie zu beobachten und zu sehen, wie jedes Tier seinen ganz eigenen Charakter hat: der Clown, der Akrobat, der Draufgänger, der Tolpatsch, ...

                                          Sie sind keine Bestien, die es darauf angelegt haben, Wanderer zu zerfleischen.
                                          Streichelteddies sind es aber natürlich auch nicht.
                                          Und es ist eben ihr Revier, man sollte sich an ihre Regeln halten.
                                          Vorsichtig und rücksichtsvoll. Der Bär hat "Vorfahrt".
                                          Wer Angst oder Panik vor einer Begegnung hat, sollte sich lieber eine andere Wanderregion suchen.

                                          Und schon gar nicht mit der Einstellung: Hier komme ich, wenn mir ein Bär in den Weg kommt, knall ich ihn ab.

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