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    AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #21
    Nadelbäume sollen "wasserdichter" sein als Laubbäume (jedenfalls eine Zeitlang).

  2. AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #22
    Ich glaube es gibt einfach nicht die schnelle und praktikable Lösung für jedes Wetter. Der Beste Kompromiss ist für mich der von "rumpelstiel" genutzte Ansatz den Schlafsack in einem dünnem Biwaksack zu nutzen. Problem ist dann das Wetter. Bei einer einmaligen Übernachtung sehr gut zu Handhaben aber bei längerer Tour bei Niesel oder richtigem Regen nicht wirklich geeignet weil man nie wieder wirklich trocken wird. Ich selber habe auch schon nur mit Isomatte und in einem Lodenanorak draußen übernachtet. Da war es aber trocken und die Nachttemperatur war bei ca. 10 Grad. Kälter und trocken wäre eine Möglichkeit für einen Ansitzsack wie ihn Jäger benutzen. Habe zwar noch nie in einem gesteckt aber konnte mal einen bewundern bei einem Jäger den ich traf. War glaube ich von Carinthia und sehr schwer und voluminös. Aber der sollte auch trocken bleiben. Das Du auf jeder Tour dann immer zu sehen müsstest einen trockenen Unterschlupf zu finden ist in den Wäldern wie hier in Brandenburg schon ein Problem. Die einfachste Lösung wäre ein Wasserdichter Schlafsack mit einem Schirm. Ich weiß aber nicht ob es Wasserdichte Schlafsäcke gibt welche auch noch tragbar sind. Wahrscheinlich müsste man sich da mit den Bushcraftern austauschen wie diese das Handhaben. Wie Lina schreibt ist es unter Fichten länger trocken, dass kann ich bestätigen, aber dafür tropft es nach einm richtigem Regen auch noch schön lange.

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    AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #23
    Kleines Update.

    Der Eindruck von meiner jüngsten Zweitagestour (gestern und heute, mit Übernachtung in einer Kirchenruine) stimmt mich sehr skeptisch. Eigentlich hätte ich es wissen müssen, denn ich habe ja beides schon gemacht, Touren mit und ohne Zelt.

    Diesmal war ich ohne Zelt, mit Hilleberg Bivanorak und mit einem Mikro-Tarp unterwegs.

    Das Mikro-Tarp ist durch beherztes Zerschneiden eines Begadi-Tarps entstanden, ist etwa 140 x 120 cm groß und hat Schlaufen an den vier Ecken, so dass es als Kopfschutz mithilfe einer etwa 100 cm langen Stange aufgestellt werden kann. Die Stange habe ich der Natur entnommen, vier Heringe und eine Schnur habe ich mitgebracht. Das Aufstellen war im Prinzip kein Problem, wenn man davon absieht, dass der Boden des einzig geeigneten Platzes innerhalb der Ruine leicht gegen die Windrichtung geneigt war. Das Tarp muss natürlich zum Wind ausgerichtet werden, und bei Regen hätte man dann im Zweifel mit dem Kopf abwärts liegen müssen. Viel Auswahl hatte man in diesem Fall nicht. Freundlicherweise hat es nachts nicht geregnet, deshalb habe ich das Tarp nur zum Ausprobieren aufgestellt und die Schuhe daruntergestellt.

    Man könnte sich zur Not noch vorstellen, das reine Schlaf-Setup auch bei Regen zu installieren, also etwa zuerst das Mikro-Tarp aufzustellen, dann das Schlafsystem aus Isomatte, Bivanorak und Kunstfaserschlafsack zurechtzuwurschteln und dann in dieser einmal eingenommenen Lage die Nacht zu verbringen. Das würde aber voraussetzen, dass man alles andere, was man sonst abends am Lager zu tun pflegt, schon vorher getan hat. Zum Beispiel erscheint es ziemlich undenkbar, abends zu kochen, wenn der regengeschützte Platz, den man dazu hat, kaum so groß ist wie ein halbiertes Zelt.

    In der gestrigen Testnacht hat es zwar, wie gesagt, nicht geregnet, aber der Platz war insgesamt sehr nass vom vorhergehenden Regen und es war ziemlich windig. Wenn es dann keinen trockenen Bereich gibt (z.B. Zelt oder Schutzhütte oder wenigstens eine überdachte Sitzgruppe, wie man sie in Ostdeutschland häufig sieht), wird die normale Logistik schon ziemlich erschwert, weil man nirgendwo etwas ablegen kann, ohne dass es nass wird oder wegen des Windes gesichert werden muss. Eigentlich packt man seinen Rucksack ja zwangsläufig teilweise aus; das ging schon gestern nur, weil ich wohlweislich einen Müllsack zum Unterlegen dabei hatte. So war ich letztlich froh, dass mir der ins Auge gefasste Test, im Regen zu schlafen, erspart geblieben ist.

    Zudem scheint mir jetzt (unter wohlweislicher Aussparung juristischer Fragen), dass ein niedriges Zelt, wo immer es dann hingestellt wird, entgegen meiner intuitiven Erwartung auch nicht stärker ins Auge fällt als ein solcher Lagerplatz, wie ich ihn in der letzten Nacht eingerichtet habe. Letztlich benötigt man quantitativ wie qualitativ eine ähnliche Fläche.

    So gesehen werde ich wohl in Zukunft nur dann ohne Zelt unterwegs sein, wenn ich einigermaßen sicher mit Schutzhütten oder ähnlichen Gegebenheiten rechnen kann. Das Schlafen unter wirklich freiem Himmel, also mit Blick auf den Sternenhimmel, war zwar auch gestern wieder eindrucksvoll, aber ich werde mich dabei auf trockene Nächte beschränken. Das Phantasma, dass man sich zum Schlafen einfach jederzeit in der Landschaft fallenlassen könnte (das bei mir hinter all diesen Überlegungen steckt), ist eben in der Tat ein Phantasma. In Wirklichkeit muss man ein Arrangement zwischen Leib und Natur finden, das mehr umfasst als einzuschlafen, wieder aufzuwachen und weiterzulaufen.
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    AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #24
    Was spricht denn gegen ein größeres Tarp, das mehr trockener bleibende Fläche bietet und je nach Aufbauvariante einen geschützteren Raum?

  5. AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #25
    Danke Igelstroem für Deinen interessanten Bericht mit Überlegungen.

    Haste vielleicht noch ein paar Fotos für uns? Ich liebe Kirchenruinen

    Ohne Tarp und Zelt habe ich bisher nur gelegentlich mal im Notfall biwakiert, ab und zu auch bei Regen. Eine Nacht ist da doch gar nicht so schlimm, selbst ohne Tarp. Im Bivanorak sitzend kann ich doch gut rasten und sogar kochen. Und beim Aufbau und Einstieg in den Biwaksack dürfen auch mal ein paar Wassertropfen mit.

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    AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #26
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Was spricht denn gegen ein größeres Tarp, das mehr trockener bleibende Fläche bietet und je nach Aufbauvariante einen geschützteren Raum?
    Nichts, außer dass es keinen wesentlichen Gewichtsvorteil gegenüber meinem Zelt hätte, ich den Aufbau komplizierter finde, der Boden ggf. noch abgedeckt werden müsste und im Sommer der Mückenschutz nicht gegeben wäre.

    Mit anderen Worten: Im direkten Vergleich mit meinem schon vorhandenen Zelt spricht eigentlich alles gegen ein größeres Tarp. Finde ich.

    EDIT @Alf: Ja, ich werde einen kleinen Reisebericht schreiben. -- Wenn die Aufgabe die wäre, seine Logistik so lange umzuorganisieren, bis man irgendwie mit dem Bivanorak als Regenschutz auskommt (und das war in der Tat gewissermaßen die in diesem Thread gestellte Aufgabe), würde man das irgendwann wahrscheinlich hinkriegen. Man sitzt also im Bivanorak und kocht (in meinem Fall mit Esbit wohl unter einem aufgestellten Regenschirm), später nimmt man den Schlafsack mit hinein usw.; alles was man sonst noch braucht, bleibt im irgendwie regengeschützten Rucksack und wird nur zum Gebrauch entnommen usw.; kann man sich vielleicht dran gewöhnen. Bauchmuskeltraining gehört sowieso zu den zentralen Skills solcher Übernachtungssysteme. Aber gestern habe ich gedacht: Ist ja eh alles schon kompliziert genug, das Zelt als trockener Raum wäre jetzt eine enorme Vereinfachung. Deshalb stellt sich mir die Ökonomie der verschiedenen Optionen jetzt andersherum dar. Der Biwaksack statt Zelt sollte ja ursprünglich eine Vereinfachung sein, ist aber nicht wirklich so. Obwohl der Bivanorak sicher noch ganz gut dafür geeignet ist.
    Geändert von Igelstroem (27.10.2017 um 00:00 Uhr)
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  7. AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #27
    Für ein zwei Nächte sollte der Biwaksack eigentlich gar nicht so schlecht abschneiden.

    Ich muss aber zugeben, dass ich Tarp und Zelt bevorzuge: 1. Ich kann im Trockenen in meiner Ausrüstung herumkramen und 2. fühle ich mich sicherer vor Mensch und Tier.

    Aber für Kurztouren sollte der Biwaksack eigentlich eine bequeme Lösung sein. Und dass ich ihn so wenig als einziges Shelter nutze liegt wohl wirklich am meisten an der Gewohnheit und daran, dass ich doch ein Zelt oder Tarp mitgeschleppt habe.

  8. AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #28
    ein interessanter faden über minimalismus.

    jetzt, nach vielen jahren habe ich mich endlich mit dem tarp angefreundet. bisher empfand ich den aufbau als zu fummelig und zu kompliziert. zusätzlich verwirrte mich die vielseitigkeit eines tarps mehr als es mir half.
    es mussten erst einige jahre vergehen und verschieden zeltentwürfe gemacht werden, bis ich zu der erkenntnis kam, dass fast alle tarps für mich einfach zu kurz waren.

    nun bin ich mit einem 2 x 3,5 m tarp bei meinem optimum angekommen. es ist groß genug um mich und meinen rucki aufzunehmen und vor wind und regen zu schützen. die überdachte fläche ist so lang, dass ich nicht immer kondenz abstreife und unter dem tarp anständig wirtschaften kann.
    spätestens nach zwei tagen regen bin ich froh, dass ich für einige zeit eine sichere überdachung habe. selbst dann, ist es mir herausforderung genug meine kleidung trocken zu halten, bzw. am körper zu trocknen.



    für mich funktioniert die biwaksacklösung nur bei moderatem wetter oder auf kurze sicht. sobald meine kleidung und sei es nur die äussere schicht, nass geworden ist wird das trocken im bivi sehr aufwendig.

    ich habe mal speziell fürs seekajakpaddeln einen “zwei-man-bivi” genäht. bei den pausen an der küste wird man sehr schnell vom wind ausgekühlt. der bivi war im prinzip nur ein schlauch mit beidseitigen öffnungen die man zuziehen konnte. man hat sich, gegenüber liegend von zwei seiten eingefädelt und konnte sich im sack gegenseitig wärmen.
    im prinzip könnte man sowas, etwas anders geschnitten auch als solo-bivi-mini-tarp bauen. das würde aber vom raum sehr spartanisch werden und gewichtsmäßig wahrscheinlich ähnlich liegen wie mein großzügiges tarp.

    vg. -wilbert-
    Geändert von wilbert (27.10.2017 um 07:34 Uhr)

  9. AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #29
    Igelstroem, du beschreibst ganz wunderbar, warum ich nicht mehr so gerne ohne Zelt unterwegs bin.
    Wie oben beschrieben: in meiner Jugend habe ich das oft und gern gemacht. Die Zelte die wir damals zu Verfügung hatten, waren allerdings schwere, aufwendig aufzubauende Baumwollklopse. Da waren die Militärblachen schon besser, noch besser war: gar nichts. Da nahmen wir einiges in Kauf, was du als mühsam beschreibst.

    Als dann die ersten Kuppelzelte aus Kunststoff aufkamen (mit Bambusgestänge!), war das eine so unglaubliche Erleichterung: Ein leichtes, kleines Zelt, steile Wände, freistehend, einfach aufzubauen - unglaublich!

    Deswegen fehlt mir nach wie vor das Verständnis für die Wahl bestimmter Zeltformen, die entweder schwer oder mühsam aufzubauen sind, sehr schräge Wände haben oder zwingend an vielen Stellen abzuspannen sind - sofern es keine relevanten Vorteile (z.B. extrem geringes Gewicht gewünscht) gibt.

    Ich finde es unglaublich, was für hübsche kleine, bequeme, sichere Hütten (Zelte) man heute für vergleichsweise kleines Geld bekommt.

  10. Vorstand
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    AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #30
    Zitat Zitat von wilbert Beitrag anzeigen

    ich habe mal speziell fürs seekajakpaddeln einen “zwei-man-bivi” genäht. bei den pausen an der küste wird man sehr schnell vom wind ausgekühlt. der bivi war im prinzip nur ein schlauch mit beidseitigen öffnungen die man zuziehen konnte. man hat sich, gegenüber liegend von zwei seiten eingefädelt und konnte sich im sack gegenseitig wärmen.
    im prinzip könnte man sowas, etwas anders geschnitten auch als solo-bivi-mini-tarp bauen. das würde aber vom raum sehr spartanisch werden und gewichtsmäßig wahrscheinlich ähnlich liegen wie mein großzügiges tarp.

    vg. -wilbert-
    Oder gleich eine bothy bag erwerben. Dann könnte man aber gleich das Skyscape nehmen.

  11. AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #31
    btw. gewicht:
    mit allem gebimmel wiegt das tarp 450 g und für gute heringe rechne ich nochmal 130 g hinzu.
    einen stock schneide ich mir vorort ab oder verwende gegebenenfalls meinen trekkingstock.

  12. AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #32
    Gerade für Kurztouren in Brandenburg sollte die Bivanorak-Übernachtung doch gut funktionieren: Du ziehst nur bei einigermaßen gutem Wetter los. Bei Regen gibt es ab und zu eine Schutzhütte oder Bushaltestelle für eine Essens-Rast und zum Trocknen von Sachen. Oder Du ziehst zur Rast den Bivanorak über. Und ansonsten ist alles super einfach: Abends wandern, bis eine schöne Stelle kommt und einfach Schlafen legen. Sack zuziehen bis zur Nase und ab und zu mal ein Auge aufmachen und in die Landschaft schauen, ob die Wölfe kommen und denken: "Das nächste Mal nimmste doch lieber ein Zelt."

    @Igelstroem: Ich bin gespannt auf einen Mini-Reisebericht (mit Bivanorak-Foto?)

    Falls Interesse an einer Zweier oder Kleingruppen-Bivanorak oder Biwaksack-Tour besteht, wäre ich dabei.

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    AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #33
    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    Gerade für Kurztouren in Brandenburg sollte die Bivanorak-Übernachtung doch gut funktionieren: Du ziehst nur bei einigermaßen gutem Wetter los. Bei Regen gibt es ab und zu eine Schutzhütte oder Bushaltestelle für eine Essens-Rast und zum Trocknen von Sachen. Oder Du ziehst zur Rast den Bivanorak über. Und ansonsten ist alles super einfach: Abends wandern, bis eine schöne Stelle kommt und einfach Schlafen legen. Sack zuziehen bis zur Nase und ab und zu mal ein Auge aufmachen und in die Landschaft schauen, ob die Wölfe kommen und denken: "Das nächste Mal nimmste doch lieber ein Zelt."
    Bei mir ist es ja so, dass ich gelegentlich sehr kurzfristig ein sogenanntes ›Zeitfenster‹ für eine kurze Tour habe. Um das häufiger als bisher nutzen zu können, hätte ich gerne ein quasi für alle Wetterlagen und Jahreszeiten taugliches (ggf. variierbares) Übernachtungskonzept. Die Einschränkung »Du ziehst nur bei einigermaßen gutem Wetter los« sollte also eigentlich gerade wegfallen, wenn man mal von ausgesprochenen Gewitter- oder Sturmlagen absieht. Hohe Regenwahrscheinlichkeit sollte kein Hinderungsgrund sein. Aber gut: Man kann natürlich immer noch nach der Wettervorhersage entscheiden, ob man das Zelt (SMD Skyscape Trekker) oder den Bivanorak mitnimmt.

    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    Falls Interesse an einer Zweier oder Kleingruppen-Bivanorak oder Biwaksack-Tour besteht, wäre ich dabei.
    OT: Zwei restriktive Bedingungen: (1) Wenn ein Bericht geschrieben wird, ist er ernsthaft und geografisch transparent. (2) Das Wort ›Wolf‹ kommt darin nur vor, wenn auch die Sache ›Wolf‹ darin vorkommt.

    Letzteres ist bewusst als OT markiert, bitte nicht als Anlass zum Herumwitzeln auffassen.
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  14. AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #34
    In folgenden Punkten ist ein Biwaksack besser als alle anderern Shelter:
    • bei Zeltverbot verwendbar
    • Liegefläche reicht für den Aufbau
    • auf Steinuntergrund ohne Befestigung verwendbar
    • schützt vor schmutzigem oder nassem Untergrund
    • schneller Auf- und Abbau
    • keine Heringe oder Leinen nötig
    • keine verlierbaren Teile
    • Isomatte im Biwaksack verbessert Isolierung und verhindert Herunterrutschen
    • Wärmegewinn ca 5°C
    • Atmung nach draußen möglich und dann weniger Kondenswasser

  15. AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #35
    ...OK, ich melde mich einfach nochmal. Wenn es nicht ums Gewicht geht, dann ist der Bivy Bag der NL Armee wirklich genau das was Du suchst. Er ist geräumiger als eine "bivy" Hülle. Er ist wirklich Wasserdicht. Er bietet mit einem Mosiktionetz auch Schutz vor den Plagegeistern (habe ich erlebt bei wirklich unglaublicher Mücken Population in Tümpel nähe, naürlich ist es es ein Problem, wenn man Nachts doch mal mit einem Körperteil direkt am Netz liegt. Dann geht das gesauge los)

    Ich habe schon einige Tage - auch bei Mist Wetter - in dem Ding zugebracht. Oben hat man durch den Bogen oder den dünnen Faden der an einem Ast festgemacht wird Platz. Lesen geht im Sack (bei mir nur mit Brille, sonst reicht der Platz nicht für den nötigen Abstand).

    Ich habe immer auch die nassen Sachen (Schuhe, Hose, etc) mit im Sack. Das ist sicher nicht optimal, aber geht. Nach Drei Tagen echtem Sauwetter war ich dann zwar auch froh wieder ein normales Bett und trockenmöglichkeit zu haben, aber es war noch OK.

    Da das Ding von der Armee ist und leider nur in Flecktarn zu haben ist, sieht es doof aus, tut aber was es soll. Sprich man kann recht gut an Stellen liegen wo man sonst gesehen würde (z.B. unter einem Rododendron in einem öffentlichen Park, ich war zu schlapp um noch aus dem Ort zu laufen).

    Ich mag dieses System, auch wenn ein Zelt kaum schwerer wäre und natürlich mehr Platz anbietet

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    AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #36
    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    In folgenden Punkten ist ein Biwaksack besser als alle anderern Shelter:
    • bei Zeltverbot verwendbar
    Theoretisch ja, aber im Zweifel würde ich das nicht mit einem Ordnungshüter, welcher Couleur auch immer, diskutieren. Ich habe übrigens noch von keiner rechtlichen Auseinandersetzung gehört, wo genau dieser Aspekt (kein Gestell = kein Zelt = kein Zelten) durchkam. Am Ende ist es eine bei Outdoorern gängige Auslegung des Gesetzestextes.

    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    • schützt vor schmutzigem oder nassem Untergrund
    Das macht ein Zelt oder ein Tarp mit Bodenplane auch.

    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    • Isomatte im Biwaksack verbessert Isolierung und verhindert Herunterrutschen
    Ja, das kann ich von meinem Biwaksack bestätigen.

    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    • Wärmegewinn ca 5°C
    Wie machst du den denn fest?

    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    • Atmung nach draußen möglich und dann weniger Kondenswasser
    Und wo haben andere Shelter hier das nachsehen? Zumal die meisten Biwaksäcke bei feuchten, kalten Temperaturen die "Atmung" auch gerne mal einstellen bzw. es nicht mehr reicht, die komplette Fechte der Atemluft "wegzuatmungsaktiven".

    Was du komplett unterschlagen hast: Durch die Minimierung des Shelters auf den eigenen Körper, ist es die potentiell unauffälligste Art zu campieren. Wenn man nicht gefunden wird, muss man auch nicht über Zeltstangen diskutieren.
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  17. AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #37
    @Ziz:

    1. Ditschi!? Wo ist Ditschi? Wenn man ihn mal braucht, ist er nicht da!

    Also ein Biwaksack ohne Stangen oder Schnüre ist nun wirklich kein Zelt.

    Die guten alten Waldgesetze verbieten nur das Zelten. Neuere Gesetze und Verordnungen sind genereller und verbieten das Lagern, den Aufenthalt nachts oder das Verlassen der Wege (nachts).

    OT: Als Wehrdienstverweigerer habe ich mal erlebt, dass ein Gericht (das Verfassungsgericht) entgegen dem klaren Wortlaut des Gesetzes (Grundgesetz) entschieden hat: "Die Dauer des Ersatzdienstes darf die Dauer des Wehrdienstes nicht übersteigen."


    2. Ok den Schutz vor Schmutz und Nässe nehme ich raus.

    3. 5°C Wärmegewinn ist eine Schätzung, die man öfter hört und die ich nach meinen Erfahrungen nachvollziehen kann. Messungen oder direkte Vergleiche habe ich nicht vorgenommen.

    4. Bei der Atmung geht es mir nicht um die sogenannte "Atmungsaktivität" von Stoffen, sondern ein Biwaksack ist das einzige Shelter, wo ich eindeutig nach draußen atmen kann. Das heißt, die Feuchtigkeit meiner Atemluft kann nicht im Shelter kondensieren.

    5. Stimmt: Ein Biwaksack ist die unauffälligste Art zu campieren. Das werde ich ergänzen.[/QUOTE]

    Ich liebe die Outdoorwissenschaft!
    Geändert von AlfBerlin (02.11.2017 um 11:59 Uhr)

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    AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #38
    Zitat Zitat von Ziz Beitrag anzeigen
    Zumal die meisten Biwaksäcke bei feuchten, kalten Temperaturen die "Atmung" auch gerne mal einstellen bzw. es nicht mehr reicht, die komplette Fechte der Atemluft "wegzuatmungsaktiven".

    Was du komplett unterschlagen hast: Durch die Minimierung des Shelters auf den eigenen Körper, ist es die potentiell unauffälligste Art zu campieren. Wenn man nicht gefunden wird, muss man auch nicht über Zeltstangen diskutieren.
    Zur Sichtbarkeit: Der Vorteil gegenüber einem kleinen Zelt in Naturfarben ist eigentlich nur gegeben, wenn man am Lagerplatz nur schläft und sich dort nicht großartig mit farbiger Ausrüstung breitmacht, womöglich noch mit Unterlegplane und ähnlichem Kram. Das kompakte Zelt (oder das Biwakzelt) kann also unter Umständen sogar weniger auffallen.

    Zur Kondensation: Bei meinem letzten Test war der Bivanorak am Morgen relativ trocken, das als Kopfschutz aufgestellte Mini-Tarp hingegen von beiden Seiten taunass (ohne Beteiligung meiner Atemluft, versteht sich). Das ist auch erklärlich, denn unter freiem, wenig bewölktem Himmel ist das Tarp sehr bald kälter als die Umgebung, während die Außenhaut des Biwaksacks immerhin von innen noch leicht beheizt wird, so dass sie keine bevorzugte Taufläche ist. Würde man hineinatmen oder stark schwitzen, würde man zwar Innenkondens haben, andernfalls kann es aber gut sein, dass der Biwaksack – abgesehen von geringem Tau auf der Oberseite – trocken bleibt.
    Ich hatte zwar wohl 7–10°C Außentemperatur, und bei niedrigeren Temperaturen kann es wieder etwas anders aussehen. Aber dass sich das Tarp (und entsprechend auch die Außenhaut eines Zeltes) unter sonst gleichen Abstrahlungsbedingungen stärker abkühlt als der Biwaksack und deshalb auch mehr Tau (d.h. Kondens aus der Umgebungsluft) einsammelt, ist so gut wie sicher.

    Fazit (aus meiner Sicht): Unter dem Kondens-Aspekt hat der Biwaksack leichte Vorteile gegenüber dem Zelt und dem Biwakzelt, solange man nicht gezwungen ist, hineinzuatmen. [EDIT: Hier wären natürlich weitere Einschränkungen angebracht. Wenn es darum geht, den Daunenschlafsack trocken zu halten, sind Zelt oder Tarp vermutlich vorzuziehen, sofern sie groß genug sind, dass man nicht mit dem Schlafsack anstößt. In einer Taunacht bleibt dann eben der Schlafsack trocken, aber Zelt oder Tarp werden ziemlich nass. Wenn man hingegen einen Kunstfaserschlafsack verwendet und nicht im Übermaß schwitzt, ist der Biwaksack unter Umständen schon deshalb vorzuziehen, weil man nach der Nacht insgesamt weniger nasse Ausrüstungsgegenstände zu verpacken hat. Das Zelt – SMD Skyscape Trekker – hat bei mir in einer sternklaren Nacht schon mal 230 g Wasser (d.h. Tau) aufgenommen, bei 700 g Trockengewicht.]

    Unter dem Stealth-Aspekt neigt man allerdings dazu, die Vorteile des Biwaksacks gegenüber dem Zelt zu überschätzen. Der Biwaksack im Gelände (abseits von Schutzhütten und dergleichen) ist vor allem eine Option für trockene Nächte, wenn am Lagerplatz nur geschlafen wird.

    Und in aller Schärfe: Rechtsfragen sind hier OT. Was dazu zu sagen ist (etwa im Hinblick auf die Unterscheidung von Zelten und sonstigem Lagern), steht woanders und ist hier schon oft verlinkt worden. Ein Interesse an Unauffälligkeit kann es auch unabhängig davon geben.
    Geändert von Igelstroem (05.11.2017 um 03:00 Uhr)
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  19. Moderator
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    AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #39
    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    @Ziz:

    1. Ditschi!? Wo ist Ditschi? Wenn man ihn mal braucht, ist er nicht da!

    Also ein Biwaksack ohne Stangen oder Schnüre ist nun wirklich kein Zelt.

    Die guten alten Waldgesetze verbieten nur das Zelten. Neuere Gesetze und Verordnungen sind genereller und verbieten das Lagern, den Aufenthalt nachts oder das Verlassen der Wege (nachts).
    Alles bekannt. Aber am Ende deine Meinung, was ein Zelt ist und was nicht. Es steht nirgendwo direkt außer in einer Bauverordnung (?) oder ähnlich. Und im Zweifel würde ich immer noch nicht diskutieren.

    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    3. 5°C Wärmegewinn ist eine Schätzung, die man öfter hört und die ich nach meinen Erfahrungen nachvollziehen kann. Messungen oder direkte Vergleiche habe ich nicht vorgenommen.
    Ich höre sie gerade zum ersten Mal. Ich sehe einen Wärmegewinn für Biwaksack, Zelt und gut und winddicht abgespanntes Tarp, halte 5°C aber für alle zu hoch gegriffen und keinen großen Unterschied zwischen allen.

    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    4. Bei der Atmung geht es mir nicht um die sogenannte "Atmungsaktivität" von Stoffen, sondern ein Biwaksack ist das einzige Shelter, wo ich eindeutig nach draußen atmen kann. Das heißt, die Feuchtigkeit meiner Atemluft kann nicht im Shelter kondensieren.
    Achso. Aber deine Haut atmet leider auch und dann gibt es noch den Schweiß. Aber ja, das ist in der Tat ein interessanter Punkt.


    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
    5. Stimmt: Ein Biwaksack ist die unauffälligste Art zu campieren. Das werde ich ergänzen
    Sowas in etwas weniger reißerischer Form würde sich übrigens auch super fürs Wiki machen.

    Zitat Zitat von AlfBerlin Beitrag anzeigen
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    Ein HOCH auf die Wissenschaft!
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  20. AW: Biwak ohne Zelt und Tarp

    #40
    Zitat Zitat von wilbert Beitrag anzeigen
    nun bin ich mit einem 2 x 3,5 m tarp bei meinem optimum angekommen. es ist groß genug um mich und meinen rucki aufzunehmen und vor wind und regen zu schützen. die überdachte fläche ist so lang, dass ich nicht immer kondenz abstreife und unter dem tarp anständig wirtschaften kann.
    Wie hast Du denn bei dem Aufbau in Post #28 die vorderen Tarpseiten 'zusammengeknüpft', dass sie halbwegs straff bleiben?
    Ich habe dafür bei einer ähnlichen Aufbauweise noch keine gute und Material schonende Lösung gefunden...

    Gruß,
    Markus
    Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller Welten leben.
    Der Pessimist fürchtet, dass das wahr ist...

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