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  1. Anfänger im Forum
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    [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #1
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    Im Frühjahr hat mich die Wanderlust gepackt, und der Entschluss stand fest: ich möchte diesen Sommer mit Zelt auf Tour gehen. Auf große Tour? Ach, nein – ganz klein anfangen, vor der eigenen Haustür – das reicht mir schon. Im Outdoorforum angemeldet, ein kleines Zelt angeschafft, einen neuen Schlafsack gefunden, Pläne gemacht, verworfen, den Rucksack gepackt, geträumt.

    Doch der Frühsommer ist verregnet, der Hochsommer nicht minder, und nach unerwarteter, längerer Krankheit ist der Spätsommer verflogen. Soll es das schon gewesen sein mit meinen spannenden, neuen Plänen für 2017?

    Ende September. Ein langes Wochenende naht. Vielleicht ergibt sich ja doch noch eine Chance?
    Die Wetteraussichten sind bombastisch. Ich reiche 3 Tage Urlaub ein und mache zur Vorbereitung einen Ausflug mit Übernachtung ins Umland. Vielversprechend. Ich freu mich.

    Die Wetteraussichten werden jeden Tag schlechter.

    Mir doch egal!

    [Freitag, 29.09.2017]

    Tag 1: Sangerhausen – Grillenberg, 12km

    Früh um 09:15 geht es zu Hause los. Ich habe 6 Tage Zeit und will von Sangerhausen in einem großen Bogen durch den südöstlichen Harz laufen und spätestens am Mittwoch in Nordhausen wieder ankommen. Zur Übernachtung sind Campingplätze eingeplant, entsprechende Tagesetappen um die 20km herausgesucht. Genug Herausforderung für das erste Mal mit Zelt im Rucksack auf Tour!

    Nach exakt 4 Stunden Fahrt spuckt mich die Bimmelbahn in Sangerhausen am Bahnhof aus, der den Charme sozialistischer 60er-Jahre-Architektur versprüht. Bestes Sommerwetter – Zeit für kurze Hosen und T-Shirt – und dann kann es auch schon losgehen!




    Etwas spärlich beschildert führt der Weg am Tierheim vorbei aus der Stadt hinaus, mit Blick auf eine riesige Kupferschiefer-Abraumhalde, dann am Rande von Obstwiesen den Hang hinauf. Der Herbst hat hier schon Einzug gehalten, die Bäume im sanft geschwungenen Harzvorland leuchten als bunte Farbkleckse in der Landschaft, die Füße rascheln durchs Laub. Herrlich!










    Wenig später erreiche ich mit der "Moltkewarte" auf dem Schlößchenkopf das erste Ziel, ein Aussichtsturm zu Ehren besagten Generalfeldmarschalls. Hinaufsteigen kann man nur am Wochenende – schade, man hätte sicherlich eine grandiose Sicht auf das herbstlich-sonnige Harzvorland.






    So mache ich nur eine kurze Pause und setze dann den Weg fort – erst einmal vom Höhenrücken wieder hinunter, durch die verschlafene Ortschaft Lengefeld. Gern würde ich meine etwas knapp bemessenen Wasservorräte füllen, finde aber keine gute Gelegenheit; auch zwei Pumpen, die am Straßenrand stehen, geben nichts her. Dann muss es wohl so gehen.

    Weiter geht es auf Nebenstraßen und Feldwegen nach Norden, immer auf die gut sichtbaren, bewaldeten Höhenzüge des südöstlichen Harzes zu. Schließlich treffe ich auf den Karstwanderweg, der auf etwa 100km Mansfeld im Osten mit Osterode im Westen des südlichen Harzvorlands verbindet.
    Ich folge dem Weg heute nur wenige Kilometer gen Osten – und bin so angetan von der lieblichen Landschaft und den bunten Bäumen, dass fest steht: in irgendeinem Herbst werde ich den Karstwanderweg einmal in Gänze ablaufen.











    Als nächstes folgt ein kurzer Abstecher zum Bergbaulehrpfad bei Wettelrode, wo mittelalterliche Kupfererz-Bergwerksanalagen zu Schauzwecken wiedererrichtet wurden. Unter schattigen Bäumen mache ich ausgiebige Rast. Ich habe Kopfschmerzen – zu wenig getrunken? - und mir tun die Schultern weh, die Schultergurte drücken aufs Schlüsselbein, und ich frage mich jetzt schon, wie ich mit dem – trotz "nur" 12kg Gewicht – gefühlt doch viel zu schweren Rucksack morgen die dann bedeutend längere Etappe schaffen soll. So schön die Landschaft und das Wetter auch sind: ganz überzeugt bin ich gerade nicht mehr von meinem Plan. Habe ich mir vielleicht doch zu viel vorgenommen?

    Schon bald darauf erreiche ich dann die Ausläufer Grillenbergs, meines heutigen Ziels.
    Doch erst einmal umrunde ich den Ort weitläufig, durch hübsche Laubwälder am Ufer der fröhlich dahin plätschernden Gonna entlang, und steige noch zur Burgruine Grillenburg auf, die Namensgeberin für den Ort, auf den man hier hübsch herabschauen kann. Doch am Himmel ziehen sich schon Gewitterwolken zusammen...





    Die Luft wird drückender, und Punkt 18 Uhr erreiche ich den Campingplatz am Waldbad Grillenberg. Doch irgendetwas ist komisch...?! Das Gelände liegt einsam und verlassen da. Lediglich ein verwaister Wohnwagen kündet davon, das hier mal gecampt wurde. Hier ist heute definitiv kein Betrieb!

    Ich schleiche um das Gelände herum, der Haupteingang ist offen, und an der Kasse – die im Sommer auch dem angrenzenden Freibad dient – hängt ein Aushang: Gäste mögen sich, wenn die Rezeption nicht besetzt ist, einen Platz suchen und sich telefonisch beim Platzwart melden. Aber gilt das auch, wenn man weit und breit der einzige Gast ist?!



    Ich erkunde den Rest des Geländes: alle Sanitärräume sind geöffnet, Strom und Wasser gibt es auch. Die Mobilfunknetz-Abdeckung spottet jeder Beschreibung; doch mit Müh und Not erreiche ich unter der angegebenen Telefonnummer schließlich - einen Anrufbeantworter.

    Etwas ratlos stehe ich in der Gegend herum, da rauscht plötzlich an mir vorbei die örtliche Feuerwehr aufs Gelände. Drei Mann laden am hinteren Teil des Platzes Brennholz ab, und auf meine Nachfrage zucken sie nur gleichmütig die Schultern: ja, ich soll mir einfach einen Platz suchen. Vielleicht kommt der Platzwart ja auch später noch vorbei. Passt schon.


    Die Gewitterwolken künden nichts Gutes – ich bin jetzt zu allem entschlossen; ruckzuck stelle ich das Zelt auf, und kaum steht es, bricht auch schon ein Regenschauer über mich herein. Ich harre unter einem Vordach aus.

    Als der Regen abklingt, wird es schon dunkel. Mit Stirnlampe bewaffnet bereite ich mir ein Abendessen - immerhin, das klappt auch bei Dunkelheit gut, den Mini-Trangia hab ich zu Hause schon mal getestet, das war eine gute Idee.

    Ganz allein auf dem verlassenen Gelände ist es unheimlich, ich versuche mich nicht beunruhigen zu lassen, räume zügig zusammen, nehme in den kalten Sanitärgebäuden eine Katzenwäsche vor und krieche in meinen wohlig warmen Schlafsack; lese noch zwei Seiten in meinem Reclam-Heftchen (Faust! Was sonst, im Harz? ) und falle erschöpft in tiefen Schlaf.

    [Samstag, 30.09.2017]

    Tag 2: Grillenberg - Wippra - Dankerode, ca. 20km

    Erst um 8 Uhr bekomme ich die Augen auf. Ich habe geschlafen wie das namensgebende Murmeltier, merke jetzt aber, dass die Isomatte arg auf dem Zeltboden herumrutscht, und so steckt das Fußende vom Schlafsack jetzt in der Kondenswasser-feuchten Zeltwand und saugt sich langsam voll. Mist. Das Zelt ist sowieso noch vom gestrigen Gewitterschauer patschnass – keine Chance, es nun zu trocknen. Also wandert es so, wie es ist, in den Packsack und dann in den Rucksack. Immerhin kommt eine Plastiktüte drum...

    Das Frühstück verschiebe ich auf "irgendwann später", werfe nur eine Aspirin gegen die penetranten Kopfschmerzen ein, fülle die Wasserflaschen und schultere unter schmerzhaftem Protest des Schlüsselbeins den Rucksack.

    Der Platzwart hat sich nicht blicken lassen – ich stelle später den Kontakt unkompliziert und sehr sympathisch per Mail her, um die Bezahlung zu regeln; die zuständige Vertreterin des Fremdenverkehrsvereins zeigt sich dankbar, dass ich mich freiwillig melde – das scheint keine Selbstverständlichkeit zu sein.

    Viertel nach neun mache ich mich auf den Weg. Immer noch skeptisch, ob ich die "lange" Etappe heute wirklich schaffe - geplant sind etwa 20km, über Wippra nach Dankerode. Normalerweise laufe ich das locker als Nachmittagsspaziergang, aber mit dem "schweren" Rucksack..?! Ich bin doch langsamer unterwegs, als ich dachte.

    Und es geht schon abenteuerlich los: der direkte Weg nach Wippra, den ich auf meiner Karte gefunden habe, ist beim besten Willen nicht zu finden. Ich frage einen Anwohner, Typ "alternder Hippie", nach dem Weg. Er schaut mich skeptisch an: "Schöner ist's da hinten..." - bestätigt aber, dass ich direkt hier die "Abkürzung" den Berg hinauf nehmen kann.

    Ich schlage mich durch dichtes Brombeergebüsch einen Pfad hoch, wünsche mir, ich hätte Gamaschen (zum ersten, aber beileibe nicht zum letzten Mal an diesem Wochenende!), weiter in einem trockenen Graben steil in einen Buchenwald hinein, bis ich schließlich die flache Kuppe des Höhenrückens erreicht habe. Der Pfad teilt sich noch einmal, und verliert sich schließlich unter den lichter werdenden Bäumen.



    Lecksteine sind aufgestellt. Etwas entfernt steht ein Hochsitz. Statt des Wegs nach Wippra habe ich eine Wildfutterstelle gefunden. Shit. Wo zur Hölle bin ich hier?!

    Ich hantiere mit Karte und Kompass. Weitgehend zweifelsfrei kann ich Standort und Richtung identifizieren – nur der markierte Weg, der sich genau da befinden sollte, wo ich gerade bin – der ist nicht da.

    Etwas ratlos tappe ich im Wald umher – und plötzlich stoße ich dann doch wieder auf den Pfad, der paar hundert Meter weiter plötzlich in einen bestens markierten Forstweg mündet. Ja, wollen die mich denn hier veräppeln?



    Immerhin, nun geht es gut voran, mal auf breitem Forstweg, dann wieder auf zugewucherten Pfaden, aber immer gut markiert.





    Kurz vor Wippra falle ich zwischen diesen Markierungen aus dem Gebüsch heraus...


    .. und treffe auf den "Lutherweg", an dem sich wenig später, am Rande einer großen Wiese, eine Schutzhüte in Form eines modernen Infohäuschen findet. Ich lasse noch eine Rentnergruppe passieren ("sagen Sie – sind Sie etwa ganz alleine unterwegs?") - die ersten Wanderer, die ich seit 1,5 Tagen treffe!-, dann lasse ich mich dort genüsslich nieder, breite den Schlafsack zum Trocknen aus, hänge das nasse Zelt über eine Metallstrebe und bereite erstmal heißes Wasser, Porridge und Kaffee für das nun wirklich nötige Frühstück zu.





    Eine Wanderin kommt vorbei, wir kommen kurz ins Gespräch – mit Blick auf mein ganzes ausgebreitetes Hab und Gut: "Ach, Sie meinen das so richtig ernst mit dem Pilgern?" - Naja, das nun auch nicht gerade...

    Als ich wieder zusammenpacke, ist es schon 12 Uhr, und ich habe erst ein Viertel der heutigen Etappe geschafft. Wieder kommen mir Zweifel... doch gut gestärkt geht es nun zügig nach Wippra hinein:






    Und Richtung Wipper-Talsperre wieder aus dem Ort heraus, wo ich auf eine Baustelle von beeindruckender Größe treffe:



    Hier entsteht - in Form eines imposanten Beton-Monstrums - ein Hochwasserrückhaltebecken, das zukünftig die Orte am Unterlauf der Wipper vor den Fluten schützen wird. Ich meide die Schotterstraße und halte mich auf dem "Knüppeldamm", der zwar seinem Namen keine Ehre macht, sich aber immerhin als angenehmer Waldweg am Hang mit Blick über die idyllischen Wiesen in der Flußaue entpuppt.





    Hier muss gefurtet werden:


    Schon bald taucht die Staumauer der Wippertalsperre vor mir auf:



    Mein Weg führt an der Nordseite des Sees weiter – teils hübsch auf schmalen Pfaden:




    Im Bereich des Zulaufs geht der See in Feuchtwiesen über:


    Und auch das Wandererlebnis auf den Wegen erinnert stellenweise eher an eine Wattwanderung:


    An der letzten Bank am Seeufer treffe ich ein Pärchen: "Haben Sie denn gar keine Angst allein im Wald?" - "Vor wem soll ich mich fürchten, vor Ihnen? Sonst habe ich hier doch noch niemanden getroffen..." - ich bin nicht sicher, ob sie die Antwort so lustig fanden

    Leider finde ich danach am Seeufer keinen Rastplatz mehr – also lasse ich mich schließlich, erschöpft und mit dringendem Pausenbedürfnis, auf einem frisch geschlagenen Baumstamm am Wegrand nieder. Auch das Zelt muss noch trocknen: mitten auf dem Forstweg scheint mir ein guter Platz, um es auszubreiten.

    Anschließend geht es vom Ufer der Wipper weg, stetig ansteigend, und bald trete ich aus dem Wald heraus auf die Wiesen und Ackerflächen der Harz-Hochfläche, die den kleinen Ort Dankerode umgeben.





    Zum Campingplatz ist es nun nicht mehr weit – und entgegen aller Befürchtungen treffe ich um 17:30 noch früh genug ein, um den Besitzer noch vor Ort zu treffen. Geschafft!

    Schnell ist alles geregelt, ich darf mein Zelt auf der Wiese aufschlagen, lüfte nochmal alles gut durch, stelle fest, dass ich für die heiße Dusche kein Kleingeld habe und begnüge mich erneut mit Katzenwäsche. Ich nehme mir vor, beim Abendessen passendes Wechselgeld zu erhalten, um morgen früh vor dem Aufbruch schön heiß zu duschen, und mache mich auf in den Ort.

    Im Gasthaus genieße ich lokales Wippraer Pils (lecker-würzig!) und vertilge – nach unzählbaren Hochsitzen, an denen ich heute vorbeigelaufen bin – ein deftiges Wildgulasch. Die Rechnung weist 17,60 aus – seufzend schreibe ich die heiße Dusche ab, ich kann mir doch auf 20 Euro nicht noch Wechselgeld rausgeben lassen...

    Ich liege gerade im Zelt, als kräftiger Regen einsetzt. Ich döse mehrfach ein, wache wieder auf, bin durstig, hab kein Trinkwasser mehr im Zelt und muss im Regen nochmal raus.

    Dämmere wieder ein, wache auf, stelle fest, dass ich nun ungewollt Wasser im Zelt habe. Neben meinen Kopf bildet sich eine Pfütze. Zwischen Außenzelt und Boden ist ein Spalt, weht da Feuchtigkeit durch? Vielleicht. Aber vor allem ist irgendwo über meinem Kopf offenbar eine Naht undicht. Es tropft durch.

    Bestimmt kann man das beheben. Aber bestimmt nicht heute nacht.

    Über diesen Überlegungen schlafe ich wieder ein...
    Geändert von LaMarmotte (08.10.2017 um 02:50 Uhr)

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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #2
    hallo LaMarmotte,

    dein Bericht gefällt mir. Es ist auch eine schöne Ecke, die du dir ausgesucht hast. Harz hat definitiv etwas!

    Bin gespannt, wie es weiter geht.
    Two roads diverged in a wood, and I—
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference (Robert Frost)

  3. Anfänger im Forum
    Avatar von LaMarmotte
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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #3
    [Sonntag, 01.10.2017]

    Dankerode - Harzgerode - Mägdesprung - Bremer Teich - ca. 21km

    Ich bleibe liegen, bis gegen 8 der Regen abklingt.

    Bestandsaufnahme.
    Die Isomatte habe ich letzte Nacht umgedreht, damit sie nicht rutscht, und den Schlafsack mit der Rucksack-Regenhülle abgedeckt. Kluge Idee.
    Allein... die Regenhülle ist beim Herumwälzen runtergerutscht, die Isomatte hat das Wasser vom Zeltboden aufgesaugt und der Schlafsack hat sich schon wieder in die Zeltwand verliebt. Alles nass. Hmpf!

    Es reift die Erkenntnis: im Spannungsfeld zwischen Umweltbedingungen, der verwendeten Ausrüstung und meinen Fähigkeiten besteht ganz offensichtlich noch GANZ erhebliches Optimierungspotential.

    Damit ist auch klar: wenn ich meine Klamotten heute tagsüber nicht gründlich trocknen kann, dann geht es nächste Nacht in eine Herberge. Vielleicht sogar eine mit Dusche...?!

    Erst einmal geht es aber bei kühlem, aber sonnigen Wetter aus Dankerode heraus:


    ... an der Landstraße entlang...


    .. und über idyllische Felder und Blumenwiesen. Ich bin zutiefst glücklich über die friedliche, morgendliche Schönheit.


    In den Wald hinein, an der hübsch gefassten "Stahlquelle" vorbei, die unter hohen Buchen einen herrlichen Platz für das Frühstück abgäbe – doch bei dem heute deutlich abgekühlten Wetter möchte ich dafür aus dem Wald heraus und in die Sonne.






    Über Felder und eine windige Anhöhe geht es weiter nach Norden:


    Von oben hat man Sicht bis zum Wurmberg und zum Brocken:


    Dann hinunter nach Harzgerode, rasch weiter und aus dem Ort wieder hinaus.

    Danach wird es wirr; unter wiederholter, ratloser Konsultation von Karten und Wegweisern wechsle ich schließlich auf (mal wieder!) schlammigen Waldwegen in das Selketal hinüber.

    Mittlerweile ist 12 Uhr durch, und ich ergreife dankbar die Gelegenheit zu einer Rast, als ich in der Nähe der Straße eine Bankgruppe entdecke. Ich entdecke ausserdem, dass die Plastiktüte, in der mein nasses Zelt im Rucksack steckt, mitnichten wasserdicht ist - genauso wenig wie der Packsack von meinem Schlafsack, der direkt daneben lag. Da ist ja wirklich überhaupt nix mehr trocken!

    Ich breite meine Klamotten aus, auch wenn das hier unten im schattigen Tal nicht viel bringt, und mache erstmal Porridge und Kaffee. An der behaglichen, späten Frühstücks-/Mittagsroutine habe ich auf jeden Fall schon Gefallen gefunden.

    Als ich wieder aufbreche, kommt das Zelt ohne Plastiktüte in die Seitentasche vom Rucksack - möge es dort abtropfen oder nass bleiben, mir egal. Und für den Schlafsack besorge ich dann wohl demnächst mal einen wirklich wasserdichten Packsack. Anfänger machen wirklich doofe Fehler!

    Das nächste Stück der Etappe führt mich über den Selketalstieg, der idyllisch auf schmalem Pfad hoch über dem Tal durch lichten Laubwald verläuft. Die Sonne blinzelt immer mal wieder kurz hervor, ich streune zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten hier oben und genieße geruhsam den Tag – da ich angesichts meiner nassen Klamotten von Mägdesprung mit der Bahn weiter will und nicht bis zum Campingplatz weiterlaufen werde, habe ich ja nur eine kurze Etappe vor mir.

    Aussicht ins Selketal:


    Auf dem Selketalstieg:


    Luisentempel:


    Pioniertunnel:


    Köthener Hütte:


    Und immer wieder tolle Blicke über das herbstlich-bunte Selketal:




    Und dann, ganz unerwartet: eine Bank an exponierter Stelle am Hang, strahlender Sonnenschein – plötzlich ist es richtig herrlich sommerlich.


    Kurzerhand okkupiere ich den wunderbaren Rastplatz, werfe Zelt, Schlafsack und Isomatte in die Sonne, lasse mir eine gute halbe Stunde die Sonne auf die Nase scheinen, und schon sind die Klamotten trocken. Da geht ja doch noch eine Nacht im Zelt!

    Das allerdings wirft den Zeitplan gehörig durcheinander...

    Unter dezentem Protest meiner mimosenhaften Knie steige ich nach Mägdesprung runter, das schon im Schatten liegt und sich morbide-beeindruckend zeigt. Man sieht die Spuren alter Industriekultur, die nun offenbar schon seit vielen Jahren dem Verfall preisgegeben ist.





    Gern hätte ich hier noch länger geschaut, doch ich bin müde, die Füße schmerzen, es ist nun zwanzig vor fünf, der Campingoplatz am Bremer Teich, das heutige Tagesziel, ist noch über eine Stunde entfernt, eher 1,5. Zumindest auf dem "empfohlenen" Weg, der allerdings einen großen Bogen macht... Ich konsultiere die Karte. Da sind auch direkte Wege eingezeichnet... ?! Nicht Harzklub-markiert, aber immerhin...

    Ich beschließe also, die ganze Sache kräftig abzukürzen.

    Leichte Zweifel beschleichen mich, als der Einstieg zu dem Weg, den ich ausgesucht habe, von der Straße weg ziemlich zugewuchert ist – und als es in den dichten Fichtenwald hineingeht, ist es schon erschreckend finster. Es geht steil bergauf, ich komme kräftig ins Schwitzen. Und es kreuzen deutlich mehr Querwege, als auf der Karte eingezeichnet waren. Leichte Unruhe macht sich breit.

    Ich rede mir ein, dass der Sonnenuntergang noch zwei Stunden entfernt ist, zähle Schritte, um zumindest die Entfernung bis zur korrekten Abzweigung einschätzen zu können, und habe zur Not ja auch noch einen Kompass. Doch der ist gar nicht nötig, denn die erwartete T-Kreuzung, an die ich schließlich gelange, ist unverkennbar; und ich beschließe, nicht die "allerdirekteste" Abkürzung zu nehmen, sondern mich einfach in einem kleineren Bogen an die Selketal-Bahnlinie zu halten. Da kann doch überhaupt nichts schiefgehen!

    Selbst die Sonne scheint nun wieder – direkt auf die Baumgruppe vor mir. Moment mal. Das sieht ja fast aus, als ob ich gerade in Richtung Osten... aber ich müsste doch nach Norden?! ... Und dann stehe ich plötzlich, sinnlose 40 Minuten später, wieder unten an der Landstraße. Etwa 300m von meinem Einstiegspunkt entfernt. Shit!

    Nichts kostet so viel Zeit, wie eine Abkürzung. Lesson learned.

    Murrend folge ich der Straße weiter ortsauswärts, nehme den ursprünglich angedachten, markierten Weg, der in einem großen Bogen um die Bahnlinie herum führt, und nach einem reizenden Pfad zum "Sternhaus" und sich anschließender, schier endlos scheinender Forstraße (in Wahrheit vielleicht knappe 2km) erreiche ich endlich, ENDLICH - um kurz nach 18 Uhr - mit schmerzenden Füßen den Campingplatz. Aus unerfindlichen Gründen kommen mir die Worte "Gelobtes Land" in den Sinn. :-D

    Der Check-in ist nett, günstig und problemlos, ich werfe mein Zelt auf der Zeltwiese unter eine große Buche..



    ... und dann – ENDLICH - gibt es auch die lang ersehnte heiße Dusche. Puuuuh!

    In der offen zugänglichen Küche des Campingplatzes mache ich mir Knorr Fertignudeln (Urghs! Für die nächste Tour brauche ich ein besseres Konzept für Abendessen.), lade mein Handy, checke den Wetterbericht (morgen durchgängig Regen), verpflastere meine Füße und brüte über Alternativplänen für morgen, ehe ich in den noch immer etwas klammen Schlafsack krieche.

    [Dienstag, 2.10.2017]
    Bremer Teich - Güntersberge (ca. 14km)

    Um 7 Uhr steige ich aus den Federn – in einer Stunde ist Regen angesagt, und ich will vorher zusammengepackt haben. Es ist alles etwas klamm, aber ich habe den Eindruck, dass ich die nächtliche Isomatten-Schlafsack-Zeltwand-Kondenswasser-Problematik so langsam etwas besser in den Griff bekomme.
    Das Zelt lasse ich noch etwas abtropfen, während ich den Wasserkocher in der Küche für einen schnellen Kaffee nutze und mich schon prophylaktisch in meine Regenklamotten hülle.

    Als gegen halb neun der Regen einsetzt, mache ich mich auf den Weg.

    Ursprünglich wollte ich über Friedrichsbrunn zum nächsten Campingplatz nach Stiege laufen; habe aber wenig Lust, bei anhaltendem Regen zu zelten und werde daher für die nächste Nacht eine Herberge ansteuern. Güntersberge ist damit das heutige Tagesziel.

    Vorbei am "Bärendenkmal", zum Gedenken an den letzten Bären, der hier im Harz Ende des 17. Jahrhunderts erlegt wurde, geht es bald auf zugewuchertem Pfad hinauf Richtung Viktorshöhe. Etwas unterhalb befindet sich die "Teufelsmühle", eine Gesteinsformation aus dem typisch verwitterten Harzer "Wollsack-Granit" (der so heißt, weil die Steine eben aussehen wie riesige Wollsäcke):



    Anschließend bei stetigem Regen auf Forstwegen zum "Bergrat-Müller-Teich".


    Die Köte am Ufer bietet willkommenen Schutz vor dem kalten Wind und ich wärme mich bei dem gewohnten späten Frühstück aus Kaffee & Porridge auf, schöpfe Spülwasser aus dem Teich und lasse eine kleine Gruppe Wanderer passieren.






    Der weitere Weg verläuft großteils unspektakulär: auf geschotterten Forstautobahnen folge ich dem "historischen Grenzweg" und wandere in meditativer Ereignislosigkeit durch den regnerisch-trüben Wald.



    Plötzlich erschrecke ich mich: habe ich etwa irgendwas unterwegs verloren?! Der Rucksack kommt mir so leicht vor, dass ich ihn gar nicht mehr gespürt habe auf den letzten Kilometern. Aber nein – alles gut, nur die Gewöhnung nach 4 Tagen Rucksack tragen. Meine Zweifel der ersten Tage scheinen mir jetzt lachhaft – ich könnte ewig so weiter laufen.

    Manchmal sieht man wirklich den Wald vor lauter Bäumen nicht ;)


    Schließlich trete ich aus dem Wald heraus. Der Gegenwind treibt mir den kalten Regen ins Gesicht, als ich mich über Felder und Wiesen hinweg auf sich endlos hinziehenden Feldwegen meinem Ziel nähere.


    In der Herberge bekomme ich (unerwartet überteuert) ein Zimmer mit üblichem Jugendherbergsstandard für die Nacht; ich trockne meinen Stuff, lege die Füße hoch und vertrödele den Nachmittag.

    Abendessen gibt es später – überraschend gut und empfehlenswert - in der Gaststätte "Zum Bahnhof" Güntersberge, wo ich den Abend damit verbringe, Karten zu studieren und einen Plan für die noch verbleibenden zwei Tage zu machen.

    Schließlich beschließe ich, dass ich von der kargen Harz-Hochfläche und den Fichtenwäldern genug habe und wieder in den Laubwäldern wandern möchte, die mir in den ersten beiden Tagen so gut gefallen haben – also geht es morgen mit der Harzer Schmalspurbahn ein Stück nach Süden, um dann noch eine Nacht am Südharzrand zu zelten und übermorgen von dort die Heimreise anzutreten. Und heute nacht erstmal in ein warmes, trockenes Bett.
    Geändert von LaMarmotte (08.10.2017 um 01:53 Uhr)

  4. Anfänger im Forum
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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #4
    [Mittwoch, 3.10.2017]

    Bahnhof Netzkater - Illfeld - ca. 14km

    Der Wetterbericht verspricht gute Aussichten, doch davon ist wenig zu sehen: den ganzen Tag über ziehen immer wieder kräftige Schauer durch. Der Tag wird durchwachsen bleiben, in vielerlei Hinsicht.

    Das Frühstück erfüllt knapp den Jugendherbergs-Mindeststandard, recht unspektakulär. Anschließend packe ich zusammen, schaue mir noch das weitläufige Herbergsgelände an, verwende einige Mühe darauf, jemanden zu finden, bei dem ich meinen Schlüssel wieder abgeben kann, und finde mich dann pünktlich um 10 Uhr am Bahnhof der Selketalbahn ein, mit der es urig-nostalgisch-gemütlich über Stiege zum Umsteigebahnhof Eisfelder Talmühle rumpelt und rattert; von dort noch eine Station weiter bis zum Bahnhof "Netzkater".



    Als ich aussteige, setzt gleichmäßiger Regen ein. Vergeblich suche ich den direkten Aufstieg zum – direkt über dem Bahnhof gelegenen – Aussichtspunkt "Dreitälerblick", und habe die Lektion von vorgestern offenbar schon wieder vergessen: wenn ich diesen unmarkierten, zugewucherten, verschlammten Wirtschaftsweg hinaufsteige, komme ich BESTIMMT oben an!

    Eine halbe Stunde später habe ich resigniert kehrt gemacht und stehe fluchend, schwitzend, nass und dreckig wieder am Einstiegspunkt. Grummelnd füge ich mich in das Unvermeidliche und folge statt dessen dem Forstweg hinauf, der eine riesige Schleife zieht. Die Sonne kommt raus, ich habe mich zu warm angezogen, schwitze und bin schlecht gelaunt, als ich eine gefühlte Ewigkeit später endlich oben am Aussichtspunkt ankomme.



    Unschuldig weist von hier ein Wegweiser auf einem schmalen Pfad den direkten Abstieg zum Bahnhof. Wo auch immer der da unten rauskommen mag...

    Als ich gerade wieder aufbrechen will, treffe ich zwei Wanderer, die mich ansprechen: ob ich nicht gestern in Güntersberge war? Die beiden saßen beim Abendessen in der Gaststätte am Tisch hinter mir.

    Die Regenjacke wandert an den Rucksack, und in kurzen Hosen geht es nun luftig weiter in Richtung "Poppenbergturm". Auch die Laune steigt, als es auf einem kleinen Pfad auf den breiten Bergkamm hinaufgeht – teils durch dichtes Gestrüpp, mal wieder - so macht das doch alles gleich viel mehr Spaß.



    Plötzlich taucht im Wald ein Stahlungetüm auf – der Mast einer Hochspannungleitung? Nein, es stellt sich heraus: das ist der Poppenbergturm, mein nächstes Etappenziel. Ich hatte irgendwie etwas idyllischeres erwartet...



    Bis zur ersten Aussichtsplattform traue ich mich hinauf, dann wird es mir zu luftig; Fernsicht hat man heute eh nicht. Als ich absteige, treffe ich wieder auf das Wandererpärchen aus Güntersberge und plausche mit Ihnen kurz über das "Woher" und "Wohin". Hier im Ostharz ist so wenig los, dass man die einzigen anderen Wanderer bald alle persönlich kennt.

    Ich kehre dem Stahlungetüm den Rücken, auf ätzenden Forstautobahnen; zu allem Überfluss setzt wieder Regen und kalter Wind ein. Spaß macht das hier nicht mehr. Ich beschließe, mir die letzte Nacht auf dem Zeltplatz zu schenken, direkt nach Ilfeld runter zu laufen und schon heute Abend zurückzufahren. Jetzt ist es 14 Uhr. Ein Blick auf den Fahrplan: Züge ab Ilfeld heute um 15 und um 17 Uhr. Hm. 15 Uhr wird wohl knapp, aber wie soll ich denn dann zwei Stunden dort am Bahnhof totschlagen? Nein, das läuft gerade gar nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe...

    Und wie so oft heute wendet sich die Lage schon wenige Minuten später:
    Ich biege auf einen kleinen Pfad Richtung "Bielsteine" ab, plötzlich reißt der Himmel wieder auf, die Sonne kommt heraus, und ich wandere auf spannenden Pfaden durch golden gefärbte Laubwälder, vorbei an imposanten Klippen und mit herrlichem Panoramablick auf das südliche Harzvorland, das sich weit unter mir erstreckt. Herrlich!

    Pilze:


    Kupfertalklippen:


    Blick ins südliche Harzvorland, Richtung Nordhausen:




    Eine ausgedehnte Pause, direkt zur rechten Zeit – der nächste Schauer zieht durch, doch der kann meiner Laune nichts mehr anhaben! - ich erschrecke mich kräftig, als von hinten ein Mountainbiker heranrauscht - und dann geht es wieder hinauf bis zur "Wetterfahne", von wo aus man einen traumhaften Blick auf das weit unten liegende Ilfeld hat.





    Ich genieße noch ein paar Minuten Sonne, doch dann kommen ein paar Wanderer vorbei und ich breche wieder auf. Ich bin etwas skeptisch angesichts des tief unten liegenden Ortes – dort soll ich jetzt hinab? Mit dem großen Rucksack und den empfindlichen Knien?


    Doch der Pfad schlängelt sich so attraktiv in Serpentinen an der Bergflanke hinab, dass ich die Bedenken direkt wieder vergesse. Es ist traumhaft schön, ich genieße jeden Meter. Der Frust ist verflogen - ich bin versöhnt, mit dem Tag, der Tour, und glücklich.





    Am "Gänseschnabel", einer imposanten Felsnadel, heißt es noch ein letztes Mal "Aussicht genießen":




    Dann schlängeln sich die Serpentinen unter weiteren Wollsack-Granit-Klippen entlang dem Talboden entgegen:






    .. und schließlich komme ich unten in Ilfeld am Ufer der munter dahinplätschernden Bere an:



    Mit kleinem Umweg erreiche ich den Ilfelder Bahnhof. 16:50 ist es – wo ist denn die Zeit geblieben?!
    Die Kamera signalisiert Akku-Schwäche, es reicht für ein letztes Foto (ganz oben blitzt die Wetterfahne, an der ich eben noch stand):



    Dann kommt schon die Bahn, hier mit quasi unbedienbarem Ticketautomaten und einem exorbitant unfreundlichen Fahrer; eine halbe Stunde später in Nordhausen habe ich direkten Anschluss an die Regionalbahn, in Northeim nutze ich die Umsteigepause für einen Imbiss bei einem exorbitant freundlichen Imbissbetreiber, und eh ich es mich versehe, ist die Tour auch schon vobei und ich bin schon wieder zu Hause. Wohooo!

    Das mache ich jetzt öfters.

  5. Dauerbesucher
    Avatar von Shalea
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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #5
    Das klingt doch trotz aller Problemchen nach einem gelungenen Ausflug.

    👍
    LG
    Shalea

  6. Gerne im Forum

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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #6
    Zitat Zitat von LaMarmotte Beitrag anzeigen
    [B]

    Das mache ich jetzt öfters.
    Super, dass Du die Tour gemacht und dieses Resüme gezogen hast. Vielen Dank auch für die schönen Fotos.

    Da Du ja scheinbar nicht aus der Harzer Ecke kommst, weil vier Stunden Bahnfahrt - wie hast Du die Tour vorbereitet/geplant? Hast Du sie auf's Handy/Navi und bist dem Track nachgelaufen? Und wie hast Du es mit der Verpflegung gemacht?
    Fragen...Fragen...Fragen

  7. Anfänger im Forum
    Avatar von LaMarmotte
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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #7
    Zitat Zitat von Shalea Beitrag anzeigen
    Das klingt doch trotz aller Problemchen nach einem gelungenen Ausflug.

    Ja - es war rundum super.

    Die Problemchen waren ja eher aus der Kategorie "Mimimi, ständig zwickt irgendwas" - nie was Ernstes. Am meisten Spaß hatte ich eigentlich immer dann, wenn ich schimpfend mit beiden Füßen im Matsch steckte.

    Zitat Zitat von Jens1502 Beitrag anzeigen
    Super, dass Du die Tour gemacht und dieses Resüme gezogen hast. Vielen Dank auch für die schönen Fotos.

    Da Du ja scheinbar nicht aus der Harzer Ecke kommst, weil vier Stunden Bahnfahrt - wie hast Du die Tour vorbereitet/geplant? Hast Du sie auf's Handy/Navi und bist dem Track nachgelaufen? Und wie hast Du es mit der Verpflegung gemacht?
    Fragen...Fragen...Fragen
    Vielen Dank!

    Tourplanung:
    Ich bin öfters mal im Harz, nur die südöstliche Ecke da kannte ich bislang noch nicht. Ich wusste also grob, wo ich hinwill. :-)

    Hab mir im Vorfeld eine Liste mit Campingplätzen zusammengestellt (bei Interesse -> PN), und im nächsten Schritt mit Outdooractive.com grob einen Track gezogen, der die Plätze in Tagesetappen von etwa 20km miteinander verbindet. Start und Ziel am Bahnhof, ein paar Backup-Infos hatte ich auch gecheckt (wo sind Jugendherbergen, Bahnhöfe unterwegs etc.).

    Das reichte dann als "grober Plan" für die Tour. Den Track selbst hatte ich nicht dabei, ich wandere lieber nach Schildern und Karte. Geschmackssache.

    Unterwegs hab ich gelegentlich die Stempelstellen der Harzer Wandernadel angesteuert, da gibt es oft was schönes / interessantes zu sehen, und man hat so seine Etappenziele, damit es nicht langweilig wird.

    Ohne Campingplätze wäre es natürlich etwas flexibler gewesen, und an einigen Bildern sieht man ja auch schöne Stellen, an denen man eine längere Rast machen könnte. Ich finde Schutzhütten leider irgendwie spooky und nachts im Wald muss ich dann vielleicht doch mal drüber nachdenken, ob ich wirklich keine Angst habe - daher waren es für die erste Tour ganz brav Campingplätze. Die Herausforderung gehe ich dann beim nächsten Mal an.

    Verpflegung:
    Einen kleinen Kocher, Frühstück (Instantkaffee, Haferflocken) + Unterwegsverpflegung (Knäcke, Aufstrich, Müsliriegel, Nüsse, Schoki..) hatte ich für die ganze Zeit dabei. Abends hab ich vorzugsweise Gaststätten aufgesucht, hatte aber auch 3 Portionen Abendessen als "Notration" dabei, falls ich mal nichts finde, und hab auch 2 davon gekocht.

    Einkaufsmöglichkeiten waren selten (viele kleine Dörfer, dazu Wochenende / Feiertag). Ein Café oder eine Waldgaststätte hätte es aber tagsüber oft irgendwo gegeben, ggfs. mit kleinem Umweg. Ich fand Selbstverpflegung aber gut, so war ich flexibel, und war froh über das, was ich dabei hatte.

    Detailfragen auch gern per PN

  8. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #8
    Auf der Suche nach dem Selketal habe ich eben Deinen Reisebericht gefunden :-) Sehr schön, vielen Dank für’s Mitnehmen!

    Immer interessant ist auch das Zelt :-) Mit was für einem warst Du denn unterwegs?

  9. Gerne im Forum
    Avatar von Bottoey
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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #9
    @Lina: Danke Lina, das du diesen schönen Bericht nach oben gespült hast.

    @LaMarmotte: Danke, dass du mir mit deinem anregenden Bericht den Harz so schön beschrieben hast.
    Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die sich die Welt nicht angeschaut haben.
    Alexander von Humboldt

  10. Erfahren
    Avatar von Wandermaedel
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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #10
    Sehr schöner, ehrlicher Bericht. Danke für's Mitnehmen.

  11. Anfänger im Forum

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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #11
    Vielen Dank für den spannenden Bericht!

  12. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #12
    Gerade erst entdeckt: Schöner und ehrlicher Bericht aus dem deutschen Mittelgebirge, danke dafür


  13. Dauerbesucher
    Avatar von danobaja
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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #13
    da schliess ich mich an! vielen dank und

    ich glaub du hast gar kein zelt dabeigehabt. zumindest kein fotogenes...
    danobaja
    __________________
    resist much, obey little!

  14. Gerne im Forum
    Avatar von Schlappschluri
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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #14
    Wenn man das so ließt fallen mir gleich meine ersten Touren mit dem Zelt ein musste auch immer ein nasses Zelt einpacken. 3 Tage an der Lahn unterwegs und es hat nur geregnet,aber innen war es immer trocken.
    Da kommen viele Lustige Erinnerungen hoch....Dankeschön...

    Was ist das überhaupt für ein Zelt ?? Keine Bilder ??

    Grüße

  15. AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #15
    Auf dem Poppenbergturm oben übernachten wäre schon stark gewesen.

  16. Anfänger im Forum
    Avatar von LaMarmotte
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    AW: [DE] Trekking für Anfänger: 5 Tage Ostharz im Herbst

    #16
    Oh - ihr habt ja meinen Bericht wieder ausgegraben.
    Danke für die Blumen!

    Zitat Zitat von danobaja Beitrag anzeigen
    da schliess ich mich an! vielen dank und

    ich glaub du hast gar kein zelt dabeigehabt. zumindest kein fotogenes...
    Das Zelt war ein SMD Skyscape Trekker und tatsächlich ziemlich fotoscheu!

    Nachdem ich ihm einen Klecks SeamGrip spendiert habe, hat es mich danach aber noch viele Nächte trocken gehalten. Alle Ärgernisse waren eindeutig Anwenderfehler und Kondens. Mit dem Zelt bin ich nach wie vor rundum zufrieden.

    Insgesamt hab ich auf der "Einsteigertour" sehr viel gelernt, hab im Anschluss noch mal massiv Gepäck reduziert und bin im Jahr darauf dann erfolgreich 2 Monate durch Frankreich gewandert.

    Und sogar das Zelt hab ich da mal vor die Kamera bekommen.


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