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  1. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #41
    Mitreisende: Wafer
    13. Tag: Haagen - Basel
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    Freitag, 31. August 2018
    Strecke: 13 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 175 m, ↓ 225 m
    Gehzeit: 2 h 45

    Etappenstrecke: 102 Km
    Etappenhöhenunterschiede: ↑ 2.775 m, ↓ 3.400 m
    Etappengehzeit: 21 h

    Gesamtstrecke: 314 Km
    Gesamthöhenunterschiede: ↑ 9.075 m, ↓ 8.350 m
    Gesamtgehzeit: 75 h 30

    Wie erwartet empfängt mich der Tag in Grau. War ab einem Freitag, der der 13. Tag auf dieser Wanderung ist aber auch nicht anders zu erwarten! :-( Ich habe es nicht eilig. Also drehe ich mich nochmal rum. Ich frühstücke in aller Ruhe und ziehe gegen halb 10 los. Gleich in Tumringen (291 m) treffe ich den Westweg wieder. Neben der Autobahn geht es aufwärts. Nichts Erwähnenswertes. Aber so komme ich langsam immer höher hinauf und habe freien Blick – soweit es die Wolken eben zulassen.


    Die Wolken liegen auf den Hügeln rund um Lörrach auf

    Der Wanderweg verlässt die zivilisatorische Rennstrecke und zieht auf den Tullinger Berg (460 m) hinauf. Damit habe ich den heutigen Höhepunkt erreicht.


    Die Daurhuette am Tullinger Berg

    Irgendwie kein Vergleich zu den imposanten Bergen der letzten Tage!
    Und genauso geruhsam geht es auch weiter. Die Ofenheusle-Bank lädt dazu ein die Wolken in Ruhe zu betrachten.


    Ruhebänkle

    Ein paar Meter weiter hat man dann einen tollen Blick auf Basel.


    Die Sicht wird auch in Obertüllingen nicht wesentlich besser

    So lasse ich es geruhsam den Hang hinunter laufen.


    An dem Feldweg verläuft die Grenze zur Schweiz

    Eine EU-Außengrenze habe ich mir irgendwie anders vorgestellt!


    Hochsicherheitsanlagen an der EU-Außengrenze

    Mehr oder weniger zufällig komme ich in die Schweiz. Aber hier verlieren sich die Markierungen des Westwegs. Ich folge einfach dem Feldweg weiter und komme in einen Ort. Da stehen aber schon wieder deutsche Autos. Da bin ich wohl wieder unbeabsichtigt in die EU eingereist und habe es nicht mal gemerkt. Die Häuser gehören eindeutig zu Weil am Rhein. Ich verlasse die EU möglichst schnell wieder und wandere zur Wiese hinunter.


    Wandern über die Wiese

    An dem Fluss geht es recht grün und ruhig entlang. Die Wiese ist hier ordentlich begradigt und muss den Vergleich mit einer Regenrinne nicht scheuen. Eine seit Jahrzehnten stillgelegte Eisenbahnbrücke verstrahlt den Charme des letzten Jahrhunderts.


    Bis fast zum Bahnhof geht es recht grün an der Wiese entlang

    An einem Häuserblock geht es entlang und schon bin ich am Bahnhof Basel Badischer Bahnhof. Komplett und eindeutig in der Schweiz. Aber hier wehen deutsche und europäische Fahnen neben der Schweizer und es hängen deutsche Adler an den Wänden.


    Basel Badischer Bahnhof in der Schweiz

    Damit bin ich am Ende des Westwegs angekommen. Ich hoffe, ich werde hier nochmal auf die Ost-Variante des Westweges starten. So habe ich es mir für nächstes Jahr vorgenommen. Wir werden sehen was die Zeit so bringt.

  2. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #42
    Danke für den Bericht, der mich auch ermuntert, meine Schwarzwaldtour in 2019 fortzusetzen.

    Interessant ist Dein Wetterbericht für den 31.8.:

    Ich bin am selben Tag von Freiburg über Titisee mit dem Bus nach Tübingen gefahren und es war die ganze Zeit heftigst am regnen.
    Da scheint das wohl an der Linie Schauinsland - Feldberg hängengeblieben zu sein

  3. AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #43
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Eine EU-Außengrenze habe ich mir irgendwie anders vorgestellt!
    Den Gedanken hatte ich auch, als ich auf meiner 2013er-Radtour die Schweizer Grenze bei Genf passierte. Kein Grenzer, kein Schlagbaum. Was ist bloß aus der Schweiz geworden! Die ist 2008 dem Schengener Abkommen beigetreten, und hat damit in Sachen Personenverkehr nur noch zwei Außengrenzen - die zu Lichtenstein und auf ihren Flughäfen.

    2004 bin auch ich über den Westweg an die Schweizer Grenze gekommen. Damals wurde ich noch angehalten. Der junge Grenzer wollte mich nicht einreisen lassen, weil ich nur wenig Bargeld dabei hatte. "Mittellose wollen wir nicht in der Schweiz", war sein Argument. Mein Hinweis, dass die Schweiz eine eigene Währung hat, die ich am ersten Geldautomat hinter der Grenze "ziehen" wollte, hatte er erst gelten gelassen, nachdem er alle Kredit- und Bankkarten gesehen hatte.

    So gesehen, es lebe der Fortschritt und mulitlaterale Abkommen!

    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    An einem Häuserblock geht es entlang und schon bin ich am Bahnhof Basel Badischer Bahnhof. Komplett und eindeutig in der Schweiz. Aber hier wehen deutsche und europäische Fahnen neben der Schweizer und es hängen deutsche Adler an den Wänden.
    Das ist einfach zu erklären: Der Bahnhof ist Eigentum BRD und da weht nun mal die Bundesdienstflagge:

    Zitat Zitat von Wikipedia
    ...

    Zusammen mit den anderen im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland stehenden Bahnhöfen auf Schweizer Staatsgebiet (Riehen, Riehen Niederholz, Herblingen, Thayngen, Neuhausen Bad Bf, Beringerfeld, Beringen Bad Bf, Neunkirch, Wilchingen-Hallau und Trasadingen) gehört er zu den letzten Bahnhöfen, die sich nach der Bahnreform in Deutschland noch in unmittelbarem Bundesbesitz befinden.

    [...]

    ... Der Badische Bahnhof liegt zwar auf Schweizer Staatsgebiet, gilt jedoch durch den ursprünglich zwischen dem Grossherzogtum Baden und der Schweiz abgeschlossenen Staatsvertrag teilweise als deutsches Zollgebiet. Wer im Badischen Bahnhof (vergleichbar einem Transitbahnhof) zwischen zwei deutschen Destinationen umsteigt, hat das deutsche Zollgebiet nicht verlassen. Mehrere Staatsverträge regeln die Befugnisse deutscher und schweizerischer Beamter im Bahnhof und in fahrenden Zügen, auch zollrechtliche Fragen, sowie die Erlaubnis für einzeln reisende deutsche Militärangehörige über die Benutzung des Bahnhofs.
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Basel_Badischer_Bahnhof
    .

  4. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #44
    Hallo Voronwe.

    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Danke für den Bericht, der mich auch ermuntert, meine Schwarzwaldtour in 2019 fortzusetzen.
    Tu das! Es lohnt sich, wie du siehst!

    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Interessant ist Dein Wetterbericht für den 31.8.:

    Ich bin am selben Tag von Freiburg über Titisee mit dem Bus nach Tübingen gefahren und es war die ganze Zeit heftigst am regnen.
    Da scheint das wohl an der Linie Schauinsland - Feldberg hängengeblieben zu sein
    Ich verbuche das mal unter dem Glück der Dummen! Geplant hatte ich sowas ja nicht.


    Hallo Werner.

    Danke für deine Infos. Normalerweise bin ich ja mit Wikipedia recht viel unterwegs, aber hier hatte ich noch nicht reingeschaut.

    OT:
    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    ... - die zu Lichtenstein und ...
    Wie? Die sind nicht mit beigetreten? Schlau eigentlich! Die haben keinen Flughafen und ansonsten nur Verkehr, der aus Schengenstaaten kommt. Da wird keiner der Anrainer ein Fass aufmachen und das Land muss sich an der Sicherung der Außengrenzen finanziell nicht mit beteiligen. Wie machen das die anderen Kleinstaaten? Andorra? Vatikan? Monaco? ...


    Gruß Wafer
    Geändert von Wafer (02.10.2019 um 22:44 Uhr)

  5. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #45
    Fünfte Etappe: Die Ostvariante von Basel nach Titisee

    Der Altweibersommer soll dieses Jahr sehr warm ausfallen. Aber nur hier unten im Süden von Deutschland. Im Norden soll es sehr wechselhaft und nass werden. Also fällt der schon lange geplante Abschluss des E1 ab Eckernförde flach. Aber wo könnte man noch hin zum Wandern?
    Der südliche Schwarzwald bietet mit dem Rheintal bei ca. 250 Höhenmetern und dem höchsten Gipfel knapp unter der 1.500 Höhenmeter-Marke ein breites Spektrum an Landschafts- und Kulturräumen. Im Westen und Süden durch Frankreich und die Schweiz eingerahmt bietet er an seinem Fuß mit dem Markgräflerland auch die wärmste Region Deutschlands. Trotzdem bietet der Feldberg Skilauf von Dezember bis April an. Ergo: Eine abwechslungsreiche Gegend! Und die Ostvariante des Westweges kenne ich noch nicht. Das ändert sich, als mein Freund anruft, der auch mit in den Dolomiten war, und ein paar Tage wandern will. Wir planen 5 Tage und einigen uns auf die Ostvariante des Westweges. Wie von mir geplant von Basel nach Norden. Also Sachen packen, Karten schnappen und auf den Start warten.

  6. Gerne im Forum

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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #46
    Da bin ich aber gespannt! Das habe ich dieses Jahr in der Karwoche gemacht - Ostvariante von Basel aus rückwärts zum Titisee, mit Zelt. Bei 25 Grad im Rheintalfrühling los und im Schnee oben gezeltet. Sehr schön insgesamt. Ich wollte schon die ganze Zeit einen kleinen Bericht machen... Ich freue mich auf eure Erlebnisse.

  7. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #47
    14. Tag: Basel - Mittelminseln
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    Freitag, 13. September 2019
    Strecke: 23 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 650 m, ↓ 575 m
    Gehzeit: 8 h

    Etappenstrecke: 23 Km
    Etappenhöhenunterschiede: ↑ 650 m, ↓ 575 m
    Etappengehzeit: 8 h

    Gesamtstrecke: 337 Km
    Gesamthöhenunterschiede: ↑ 9.725 m, ↓ 8.925 m
    Gesamtgehzeit: 83 h 30

    Nachdem wir meine Tochter noch kurz zur Schule gefahren haben, fahren wir nach Titisee. Das Auto wird in einer Wohnsiedlung geparkt und wir gehen zum Bahnhof. Heute ist hier bei weitem nicht so viel los wie die letzten Male. Und das obwohl sich das Wetter kaum unterscheidet: Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein.
    Der Schienenersatzverkehr wurde wieder abgeschafft und die jetzt elektrifizierte Bahn bringt uns durch das Höllental hinunter nach Freiburg. Leider sehen wir gerade unseren Anschlusszug aus dem Bahnhof fahren, als wir einfahren. Also haben wir einen längeren Aufenthalt. Es lohnt sich daher den Bahnhof zu verlassen. Wir ziehen los und wollen zumindest das Münster sehen.


    Colombischlössle und Münster von Freiburg

    Wir sind beileibe nicht die Einzigen, die bei diesem schönen Wetter durch Freiburg ziehen. Die Strassen sind voll von geführten Touristengruppen. Ein Bild vom Rathaus zu schießen, ohne dass jemand im Bild steht, ist unmöglich.


    Das Freiburger Rathaus

    Mit der nächsten Bahn fahren wir nach Basel Badischer Bahnhof (263 m). Hier habe ich vor über einem Jahr meine Westwegtour beendet. Wir verlassen den Bahnhof auf der Südseite und halten auf den Rhein zu. Hier herrschen infrastrukturelle Eindrücke vor. Durch ein Parkhaus und unter der Bahn durch wollen wir mehr ins Grüne. Am Rankhof, einem alten Haus zwischen Betonbauten, kommen wir an den Rhein.


    Der Rhein beim Badischen Bahnhof in Basel

    Neben der Strasse verlaufen kleine Pfade, die teilweise bis zum Wasser hinunter führen. Dort treffen wir auch ein paar Freunde der nahtlosen Bräune. Die stören uns nicht und die lassen sich auch nicht aus der Ruhe bringen. So wandern wir entlang der Grenzacherstrasse bis wir nach ca. 3 Km die Schweiz auch schon wieder verlassen.
    Gleich nach den ersten paar Häusern halten wir uns links und steigen zwischen Weinbergen auf.


    Rheinsicht

    Wir kürzen hier einen Bogen, den der Westweg schlägt, ein wenig ab. Später stellen wir fest, dass genau dieser Teil des Westweges eigentlich gesperrt ist. Das stand in unserer Richtung aber nix dran.
    Oberhalb der Weinberge geht es am Waldrand entlang und dann in den Wald.


    Aufstieg oberhalb der Weinberge von Grenzach

    Als wir wieder auf den bis hierher gesperrten Westweg treffen haben wir die Höhenmeter hinter uns und halten die Höhe entlang nach Osten zu. Leider müssen wir nochmal durch eine Siedlung von Grenzach.


    Grenzach

    Die Wege hier sind aber schöne kleine Wanderwege, die gut gepflegt und markiert sind.


    Die Ostvariante des Westweges oberhalb von Grenzach

    Die Höhenmeter, die wir vorhin rauf sind geht es hier ganz gemütlich wieder runter. Ab und zu hat man Aussicht auf den Rhein. Das bedeutet hier aber meist auch Aussicht auf Industriebauten. Der Weg selber bleibt aber sehr schön.


    Die Ostvariante des Westweges bei Wyhlen

    Wyhlen wird eigentlich nur kurz gestreift. Der Westweg wird ab hier auf einer Schotterstrasse geführt. Es gibt aber eine Variante am Ruschbach entlang. Diesen Weg nehmen wir. Er wird ein dem kleinen Rinnsal entlang geführt, das sich Ruschbach nennt.


    Im Ruschbachtal

    Die unten schon angekündigten Ruschbachfälle sind dann nicht sonderlich spektakulär. Liegt das vielleicht daran, dass gerade kaum Wasser fließt?


    Die Ruschbachfälle mit sehr wenig Wasser

    Das bisschen Feuchtigkeit reicht aber aus um das Tal sehr grün zu gestalten und Pilze sprießen zu lassen.


    Der Wald lebt – Sind das Stockschwämmchen?

    Ein paar Meter weiter steht ein Grenzstein. Hier hatte ich jetzt Deutschland und Schweiz erwartet. Baden habe ich auf der einen Seite erkannt. Für was steht die andere Seite? Eine Recherche im Netz verrät, dass das das Wappen von Basel Stadt ist. Ein Teil dieses Weges verläuft also in der Schweiz. Die Grenzen hier sind sehr verwinkelt. Mir war gar nicht klar, dass wir hier nochmal so nah an der Schweiz sein werden.


    Ein alter Grenzstein bei Rührberg

    Ein paar Meter weiter kommen wir nach Rührberg. Hier machen wir Pause. Das ist ein netter kleiner Ort mit schmucken Häusern.


    Rührberg

    Wir können den Wirt des einzigen Gasthofes breitschlagen uns einen Wurstsalat zu servieren obwohl die Küche eigentlich geschlossen hat. Nach der Stärkung ziehen wir weiter.
    Am Horizont sind über den Vorbergen schemenhaft die Gipfel des Alpenhauptkammes zu sehen. Leider kommt das auf den Fotos nicht wirklich gut raus.


    Rührberg mit Aussicht

    Ein paar Meter weiter steht der Eigenturm (523 m). Eine Holzkonstruktion mit 30 Stufen, die wir natürlich erklimmen.


    Der Eigenturm

    Der Turm biete tolle Aussichten in alle Richtungen!


    Süd-West- und Süd-Ost-Ausblick vom Eigenturm

    Der Wanderweg bringt uns wieder hinunter bis fast auf die Höhe des Rheins: Nach Degerfelden (291 m).


    Der Grossbach in Degerfelden

    Es ist jetzt doch schon nach 17 Uhr. Also telefonieren wir nach einem Quartier. In Mittelmiseln werden wir fündig. Das ist nicht mehr gar zu weit. Aber trödeln sollten wir auch nicht. Also gleich weiter.


    Wir verlassen Degerfelden

    Und wieder geht es aufwärts. Genau an der Stelle, an der der Nollinger-Berg-Tunnel unter uns hindurch läuft, liegen Ruinen aus längst vergangenen Zeiten am Wegesrand.


    Reste eines Römischen Gutshofs

    Ein wenig im Zick-Zack und hier auch mal ausnahmsweise mit etwas irreführenden Markierungen geht es nord- und aufwärts. Die Baustelle der neue A98, die sich gerade im Bau befindet, lässt sich auch beim besten Willen nicht übersehen. Da aber noch kein Auto fährt ist es recht ruhig und auch schnell wieder vergessen.
    Als wir den Wald verlassen liegt Minseln vor uns.


    Der Abend bricht über Mittelminseln herein

    Ein Wadenkrampf sorgt dafür, dass wir nicht zu schnell dort ankommen. So brauchen wir für die letzten Meter außerordentlich lange. Wir beziehen ein Zimmer im einzigen offenen Gasthaus und essen noch eine Kleinigkeit. Als ich ins Bett fallen will, falle ich gleich durch: Der Lattenrost ist völlig im Eimer. So darf ich dann nachts um 22 Uhr noch ein neues Zimmer beziehen. Hier funktioniert zwar nur noch eine Lampe von drei aber das stört mich nicht mehr sehr lange. Schnell bin ich eingeschlafen.
    Geändert von Wafer (01.01.2020 um 12:56 Uhr)

  8. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #48
    15. Tag: Mittelminseln – Naturfreundehaus am Hörnle
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    Samstag, 14. September 2019
    Strecke: 29 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 1.175 m, ↓ 550 m
    Gehzeit: 9 h 15

    Etappenstrecke: 52 Km
    Etappenhöhenunterschiede: ↑ 1.825 m, ↓ 1.125 m
    Etappengehzeit: 17 h 15

    Gesamtstrecke: 366 Km
    Gesamthöhenunterschiede: ↑ 10.900 m, ↓ 9.475 m
    Gesamtgehzeit: 92 h 45

    Viel zu schnell ist es schon wieder Morgen. Ein Blick aus dem Fenster bringt mich nicht wirklich weiter: Ich sehe nichts! Nebel! Genau richtig für den Fall, dass ich wegen der Wade abbrechen muss. Ich schäle mich mal aus dem Bett und mache erste Gehversuche. Mühsam! Aber es geht irgendwie. Mein Freund findet das prima: Dann sei ich schon nicht so schnell!
    Beim Frühstück schmieden wir den Plan für heute: Langsames Starten gen Norden. Wenn es nicht geht wollen wir in alle Ruhe nach Schopfheim absteigen und mit der Bahn wieder heimfahren. Wenn es geht wollen wir weiter. So stehen wir nach dem Frühstück in Mittelminseln (350 m) vor dem Haus. Die ersten Schritte sind sehr mühsam und entsprechend langsam. Aber ich laufe mich ein. Der erste Teil der Strecke ist recht teerlastig und sehen tut man auch nicht wirklich viel.


    Mühsamer Start mit Teer im Nebel

    Langsam halten wir auf den nächsten Wald zu. Dahinter soll die Hohe Flum (535 m) liegen. Da soll ein Aussichtsturm stehen. Damit sich das lohnt muss sich der Nebel aber noch etwas lichten. Und genau das tut er dann auch: Wie bestellt!


    Schopfheim taucht aus dem Nebel auf

    Wenn das so weitergeht, dann kann das noch ein richtig guter Tag werden. Vor dem Turm halten wir Kriegsrat: Abbrechen und nach Schopfheim absteigen oder weiterwandern? Wir entscheiden uns für Zweiteres.


    Der Aussichtsturm auf der Hohen Flum

    Aber nicht ohne vorher den Turm zu ersteigen. Die 49 Stufen sind aufwärts kein Problem. Abwärts mault die Wade ganz ordentlich. Aber der Weg hinauf hat sich auf alle Fälle gelohnt!


    Sehenswertes auf der Hohen Flum

    Der Turm ist richtig gut in Schuss! Der muss erst kürzlich renoviert worden sein. Und das Wetter macht sich auch! So muss es sein!


    Ein wirklich schicker Turm

    So machen wir uns langsam auf den Weg. Jetzt tendenziell eher nach Osten. Wir wandern auf dem Höhenzug zwischen Schopfheim und Wehr entlang. Hier sind die ersten Spuren des nahenden Herbstes schon gut zu sehen.


    Die ersten Bäume färben sich bunt

    Leicht auf und ab geht es über Feld- und Waldwege. Diese Waldwege haben es allerdings in sich: Sie machen riesige Bögen – und der Westweg damit auch. Eine große Lichtung vermittelt den Eindruck, dass wir auch ganz gut geradeaus gehen könnten. Das klappt ganz gut und wir kommen schnell vorwärts. Als wir aus dem Wald wieder rauskommen liegt Hasel (425 m) vor uns im Tal.


    Das Schwarzwaldvorland bei Hasel

    Wir halten auf den kleinen Ort zu. Es ist gerade kurz nach Mittag und dort soll es ein paar Wirtschaften geben. Die ersten beiden haben aber geschlossen. In der Ortsmitte gibt es einen Italiener, der uns zusagt. Beim erneuten Loslaufen merke ich dann, dass ich heute Morgen doch Schwierigkeiten mit der Wade hatte. Das läuft sich gut ein aber nach einer Pause ist es wieder da. Komisch! Muss wohl irgendwas muskuläres sein.


    Waldwege am Westweg bei Hasel

    Hinter Hasel geht es dann aufwärts. Wir wollen heute schließlich noch über die 1.000-Höhenmeter-Marke kommen!
    Ganz gleichmäßig geht es aufwärts. Ich gehe in meinem Trott bis ich merke, dass ich meinen Freund verloren habe. Man sollte auf seine Freundschaften besser aufpassen! So gehe ich zurück bis zu dem Punkt, wo ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Und siehe da, ich bin einem Westweg-Wegweiser gefolgt und er ist den steilen, breiten Waldweg einfach geradeaus weiter gefolgt. Ich telefoniere und er wartet da, wo er gerade steht, auf mich. Wäre ich noch 100 Meter weitergegangen, dann wäre mein Weg auch wieder auf diesen Weg gekommen und wir hätten uns eh wieder getroffen. So habe ich eben ein paar Meter mehr auf der Uhr.
    Gemeinsam ziehen wir in Schweigmatt (720 m) ein. Ein Schwarzwalddorf wie aus dem Bilderbuch!


    Schwarzwaldidylle pur

    Einfach ein Traum! Der Blick geht weit über das Land in Richtung Süden. Jetzt macht sich positiv bemerkbar, dass wir in letzter Zeit zügig bergauf gewandert sind: Endlose Weite bis zu den Alpen. Grandios!


    Der Blick von Schweigmatt gen Süden

    Der Weiler von vielleicht gerade mal 10 Häusern hat sogar ein Freibad. Und wie es aussieht ist da sogar noch Wasser drin. Aber offen hat es nicht. Dafür liegt der Ort wohl schon zu hoch um noch genug Gäste an zu ziehen.


    Pausenblick auf die Alpen in Schweigmatt

    Und weiterhin geht es weiter aufwärts. Das großartige Panorama sorgt dafür, dass wir nicht zu schnell vorankommen.


    Aufstieg zur Hohen Möhr

    Der Westweg führt uns das Tal des Schlierbaches hinauf. Der Weg ist hier leider wieder etwas breiter ausgefallen. Wanderwege sehen eigentlich anders aus. Aber das ändert sich dann zum Glück auch wieder. Die letzten Meter hinauf zur Hohen Möhr (983 m) ist der Weg dann so, wie ich ihn mir vorstelle. Und der Gipfel ist auch so, wie man sich einen Gipfel vorstellt: Eine klare Kuppe mit ein paar Felsen. Da der Wald aber bis hier rauf geht wurde hier schon 1893 ein Turm gebaut. Und kein kleiner!


    Der Aussichtsturm auf der Hohen Möhr

    Die Treppe ist im unteren Bereich aus Stein und weiter oben dann eine wilde Holzkonstruktion. 149 Stufen führen hinauf. Und: die 1.000-Höhenmetermarke wird geknackt!


    Das Innenleben des Aussichtsturms auf der Hohen Möhr

    Lina, du warst auch schon hier? Der Aufstieg ist mühsam aber sehr lohnend!


    Westblick vom Turm auf der Hohen Möhr

    Und man ist nicht alleine! Um uns herum wimmelt es geradezu! Tausende von Fliegen und Mücken schwirren um uns herum. Auf diesem kleinen Bild kaum zu erkennen. Da muss irgendwo ein Nest sein. Somit ist mit Aussicht genießen gerade nicht so sehr viel drin. Wenigstens lassen sie uns einigermaßen in Ruhe. Langsam wird mir klar, warum die ganzen Radfahrer unten saßen. Da gab es keine Belästigungen.
    Wir machen uns auf Quartiersuche. In Schlechtbach (850 m)(Wie kann man einen Ort nur so nennen?) soll es was geben. Aber es geht niemand ans Telefon. Also ziehen wir mal los und halten auf den kleinen Ort zu.


    Es blüht mal wieder am Wegesrand

    Aber das Gasthaus hat geschlossen. Und so wie es aussieht hat es das schon eine Weile. Wir ziehen wieder hinauf auf den Bergrücken, auf dem der Westweg verläuft und hoffen auf Empfang. Den gibt es dort dann auch. Und ein paar Meter weiter, im Naturfreundehaus am Gersbacher Hörnle, werden wir dann fündig. Das ist nicht mehr weit. Aber dafür gibt es auf dem Weg dorthin noch einen anständigen Nachschlag bei den Höhenmetern! Wir überschreiten die 1.000-Höhenmeter-Linie diesmal ohne eine menschgebaute Hilfe. Oben gibt es an dem Startplatz für Gleitschirmflieger und Modellflieger nochmal eine großartige Aussicht geboten.


    Am Flugplatz am Gersbacher Hörnle

    Es ist schon kurz nach 18 Uhr und die Sonne steht jetzt doch schon recht tief. Die langen Tage im Jahr sind im September halt schon eine Weile her. Ein paar Meter weiter treffen wir 2 Wanderer, die mit leichtem Gepäck hier starten. Sie wollen eine 24h-Wanderung machen: von hier zum Feldberg, dann zum Belchen hinüber und wieder hierher zurück. Respekt!
    In aller Ruhe gehen wir die letzten Meter zum Naturfreundehaus hinüber. Das liegt da wirklich nett mit einem tollen Blick. Da kann man gut so einen tollen Wandertag zu Ende bringen.


    Gersbach mit dem Naturfreundhaus (vorne links in Rot)

    Das wir so weit gekommen sind, war heute Morgen beim Frühstück nicht ab zu sehen. Aber das ging dann doch recht gut. Und das Wetter hat toll mitgespielt. Genauso aber auch der Westweg, der mir hier sehr gut gefällt! Da bin ich mal auf Morgen bespannt. Also dann: Bis Morgen!

  9. Erfahren

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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #49
    Das ist ja ein echter Cliffhanger! Ich bin gespannt, wie es mit dem Schwarzwald und der Wade weitergeht.

    Toller Bericht, vielen Dank.

  10. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #50
    16. Tag: Naturfreundehaus am Hörnle - Feldbergpass
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    Sonntag, 15. September 2019
    Strecke: 29 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 1.225 m, ↓ 950 m
    Gehzeit: 10 h

    Etappenstrecke: 81 Km
    Etappenhöhenunterschiede: ↑ 3.050 m, ↓ 1.975 m
    Etappengehzeit: 27 h 15

    Gesamtstrecke: 395 Km
    Gesamthöhenunterschiede: ↑ 12.125 m, ↓ 10.425 m
    Gesamtgehzeit: 102 h 45

    Der Morgen weckt uns mit Sonnenschein – Leider nicht ganz auf dem Kopfkissen. Trotzdem Prima! Also raus aus den Federn und fertigmachen. Heute steht entweder ein ganz kurzer oder recht langer Tag an: Entweder nur bis zum Hochkopfhaus oder durch bis zum Herzogenhorn. Dazwischen gibt es nur recht weit abseits vom Westweg Übernachtungsmöglichkeiten. Das lassen wir mal auf uns zukommen, dann werden wir ja sehen ...


    Fensterblick mit Alpensicht am Naturfreundehaus Gersbach

    Nach dem Frühstück starten wir recht früh in den Tag. Es geht zunächst zurück zu der Schutzhütte, an der wir gestern die beiden Weitwanderer getroffen haben. Dort geht es in den Wald. Und wie uns die Karte verrät werden wir da auch eine Weile bleiben. Die Wege sind hier wieder etwas breiter. Der typische befahrbare Waldweg: Recht breit, geschottert, mäßige Steigungen, ... Langweilig eben. Ab und an gibt es aber schon was zu sehen: Obwohl wir uns in der Nähe des Kamms bewegen gibt es hier einige Feuchtbiotope.


    Feuchtbiotop mit Spinnweben

    Die werden dann von etlichem Getier umlagert. Um diverse Köpfe geht es meist herum und wir bewegen uns um die 1.000-Höhenmetermarke herum. Tendenz: Steigend. Wir sind schließlich im Hochscharzwald! Wo die Sonne durch die Bäume fällt hat sich ein Einwanderer breit gemacht: das drüsige Springkraut.


    Emsig wird neben dem Weg gearbeitet

    Es wurde als Zierpflanze vom indischen Kontinent eingeschleppt und macht sich massiv in unseren Wäldern breit. Es wir bis zu 2 Meter hoch und schleudert seine klebrigen Samen bis zu 7 Meter weit. Es bleibt dann gerne an Tieren oder Schuhsolen hängen und wird so weit verbreitet. Den Bienen ist das egal – Hauptsache es ist Nektar drin!
    Am Sattel zwischen Mambach und Todtmoos kommen wir mal wieder aus dem Wald und zu einer kleinen Kapelle.


    Die Antonikapelle oberhalb von Todtmoos

    Jetzt wird der Weg wieder etwas besser und abwechslungsreicher: Es geht über Wiesen, durch Felder und Wälder nach Lehen – einen kleinen Ortsteil von Todtmoos.


    Wandern im Schwarzwald oberhalb von Todtmoos

    Der kleine Weiler ist schnell durchwandert, da stehen wir vor einem Problem: Der Weg wird belagert!


    Wegwache bei Lehen

    Die Kühe hier haben noch anständige Hörner. Aber eigentlich sehen sie gefährlicher aus, als sie sind: Die wollen nur chillen! Wenn man ruhig weiter geht und sie in Ruhe lässt, dann lassen sie einen auch in Ruhe.
    Den folgenden Wiesen sieht man an, dass hier mal ein Skilift stand. So manches Relikt steht noch.


    Schwarzwaldwiesen oberhalb von Weg

    Ein paar Meter weiter stehen sogar noch 2 Lifte. Beim Näherkommen sieht man dann aber, dass die nicht mehr in Betrieb sind. Der Zustand ist erbärmlich. Eigentlich sollten die längst abgebaut sein. Ich hoffe das wird.
    Zwischen den Liftruinen durch wandern wir hinauf zum Hochkopfhaus (1.079 m) mit dem Tor zum Wehratal.


    Pause am Hochkopfhaus

    Hier machen wir Mittagspause und beraten ob wir weitergehen sollen. Die Strasse zwischen Todtnau und Todtmoos scheint bei Motorradfahrern sehr beliebt zu sein: Bei dem Wetter und noch dazu am Sonntag kommen hier einige vorbei.
    Wir entscheiden uns noch weiter zu gehen. Das wird aber noch ein ganzes Stück bis zur nächsten Unterkunft, dem Leistungszentrum Herzogenhorn am Skigebiet vom Feldberg.
    Der Weg führt wieder in den Wald. Wird aber zu einem sehr schönen Wanderweg.
    Den Abstecher zum Hochkopf (1.263 m) lassen wir angesichts der noch zu erwartenden Strecke mal lieber weg.


    Westwegwandern am Hochkopf

    Direkt auf dem Kamm der folgenden Hügelkette führt uns der Westweg nach Norden. Sehr schön zu wandern!


    Kammwege auf dem Weg zum Blößling

    Meist geht es auch über die Köpfe drüber, mal aber auch außen herum. Der eine oder andere Gipfel stellt stolz seine Felsen zur Schau. Möglichkeiten zum Rasten gibt es genug.


    Pause beim Ledertschobenstein

    Und wo man keinen freien Blick in die Landschaft hat, da gibt es auch so einiges zu sehen.


    Steinharte Holzpilze

    Ab der Präger-Eck-Hütte steilt der Weg dann etwas auf. 200 Höhenmeter wollen auf einem recht steilen weg erklommen werden. Als wir warm sind, sind wir aber auch schon oben. Der Blößling (1.310 m) reckt seinen Kopf aus dem Wald heraus und beschert dem Wanderer eine tolle Sicht auf den Hochschwarzwald.


    Blößlingepanorama

    Hier oben steht auch eine kleine Unterstandshütte, die Artur-Schweizer-Hütte. Mit Liegeplätzen und Sitzgelegenheiten drum herum lädt sie zum Verweilen ein. Bei dem Blick wirklich lohnend!


    Bernau im Schwarzwald von der Artur-Schweizer-Hütte aus

    In der Umgebung des Blößlings wächst eine Unmenge an Heidelbeerkraut. Und da der Blößling zu den weniger besuchten Gipfeln zählt hängen die teilweise noch recht voll.


    Herbstliche Verpflegung

    Der Abstieg ist etwas mühsam: In Serpentinen geht es zunächst einen Wanderweg und später einen Waldweg recht steil abwärts.


    Der Abstieg vom Blößling

    An der Strasse von Bernau nach Todtnau ist das aber dann vorbei. Für meinen Freund war es aber wohl etwas zu viel. Er beschließt hier die Tour zu beenden. Er war schon auf dem kommenden Herzogenhorn und möchte die Knie lieber schonen und bricht hier ab. Das nächste Auto nimmt ihn mit nach Todtnau. Ich wandere alleine weiter und muss die verlorenen 400 Höhenmeter wieder erkämpfen. Aber das läuft zum Herzogenhorn aufwärts etwas moderater ab als bei dem Abstieg vom Blößling gerade eben.


    Aufstieg zum Herzogenhorn

    Oberhalb von Hof, an der Hof-Eck-Hütte passiere ich noch einen stillgelegten Schlepplift und wandere durch den Wald weiter aufwärts. Als ich den Wald verlasse liegt das Herzogenhorn (1.415 m), der zweithöchste Gipfel des Schwarzwaldes (der Seebuck zählt nicht da er ein Nebengipfel des Feldberges ist), direkt vor mir.


    Letzte Pause vor dem Herzogenhorn

    Auch hier steht wieder alles voll mit herbstlich gefärbtem Heidelbeerkraut. Etwas abseits vom Weg hängen auch noch reichlich Heidelbeeren. Folglich brauche ich für die letzten Höhenmeter deutlich länger. Um 17 Uhr 30 stehe ich dann endlich oben, auf dem Herzogenhorn.


    Auf dem Herzogenhorn

    Rundherum habe ich einen tollen Weitblick. Trotz der schon recht fortgeschrittenen Zeit bin ich hier nicht alleine. Da mein Tagesziel, das Leistungszentrum am Grafenmatt, zum Greifen nahe vor mir liegt lasse ich mir Zeit. Die Schatten werden schon immer länger.


    Blick vom Herzogenhorn auf Feldberg und Seebuck

    Ich reiße mich los und wandere die paar Höhenmeter hinunter zum Leistungszentrum. Und es kommt, wie es kommen muss: Das Leistungszentrum hat geschlossen. Da der Handy-Empfang hier eher mau ist wandere ich auf gut Glück in Richtung Feldbergpass. Von oben komme ich ins Skigebiet am Feldberg – Baden-Württembergs größtes Skigebiet. Die Lifte stehen hier schon eine Weile und die größten Bausünden hat die Natur schon bedeckt.
    Entlang einer Piste wandere ich hinunter zum Feldbergpass. Auf halber Höhe telefoniere ich nach einer Unterkunft. Eine kleine Pension hat zwar heute Ruhetag aber sie nehmen mich trotzdem auf, da sie gerade da seien. Vielen Dank dafür! Es war sehr schön bei euch!


    Der Seebuck beim Abstieg zum Feldbergpass

    So komme ich kurz vor 19 Uhr in meinem Quartier an und genieße den Abend bei einem guten Essen und in der Sauna.
    Die Wade hat sich heute nur beim Loslaufen und bei Abstiegen bemerkbar gemacht. Das hat sich aber alles einigermaßen im Rahmen gehalten. Mal sehen wir es morgen wird, die Sauna scheint ihr gut getan zu haben.
    Hier am Feldbergpass kommt übrigens der E1 vom Feldberggipfel über den Seebuck und die Pisten herunter. Diesen Teil bin ich mit der Familie schon mal gewandert, als die Kinder noch klein waren. Bei Hiking.WaymarkedTrails.org gibt es hier in der Gegend mehrere Varianten des E1:
    • Vom Titisee direkt auf den Feldberg. So wie ich die Westvariante nach Süden gewandert bin.
    • Vom Feldberg zum Feldbergpass. Das ist das Stück, das ich von der früheren Wanderung mit den Kindern her kenne.
    • Vom Feldbergpass zum Titisee zurück – so wie ich morgen wandern werden.
    • Vom Feldbergpass zum Schluchsee und dann in die Wutachschlucht.
    Es sieht so aus, als seien das 2 Varianten vom Titisee zum Feldbergpass: Einmal über den Feldberg und einmal direkt. Und ab dem Pass dann über den Schluchsee in die Wutachschlucht und weiter nach Konstanz.
    Morgen werde ich also wieder auf dem E1 unterwegs sein. Ein alter Bekannter für mich! Nicht nur hier auf dem Westweg! Aber das ist erst Morgen soweit. Heute bin ich nach der Sauna recht zügig im Bett.

  11. Fuchs
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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #51
    17. Tag: Feldbergpass – Titisee
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    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
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    Montag, 16. September 2019
    Strecke: 16 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 225 m, ↓ 575 m
    Gehzeit: 4 h

    Etappenstrecke: 97 Km
    Etappenhöhenunterschiede: ↑ 3.275 m, ↓ 2.550 m
    Etappengehzeit: 31 h 15

    Gesamtstrecke: 415 Km
    Gesamthöhenunterschiede: ↑ 12.350 m, ↓ 11.000 m
    Gesamtgehzeit: 106 h 45

    Heute bin ich recht früh wach. Frühstück gibt es erst ab 7 Uhr. So kann ich auf der Terrasse in Ruhe den Sonnenaufgang über dem Hochschwarzwald verfolgen.


    Sonnenaufgang am Feldbergpass

    Und so kommt es auch, dass ich recht früh unterwegs bin. Der Weg ist zunächst nicht wirklich prickelnd: Es geht hinunter zur Strasse (B317) und dann knapp unterhalb von ihr entlang zum Caritashaus. Einzig lohnend ist der Blick auf das Tal in dem Menzenschwand liegt.


    Das Menzenschwander Tal liegt mir zu Füßen

    Ab dem Caritashaus nimmt der Westweg etwas Abstand zur B317. Das ist mir sehr recht! Da ist schon einiges an Verkehr. Der Weg wird auch wieder etwas wanderfreundlicher: Schmaler, teilweise als Bohlenweg ausgebaut und mit schönen Aussichten in Richtung Titisee und Menzenschwander Tal.


    Der Westweg zwischen Feldbergpass und Titisee

    Obwohl der Weg recht hoch über den Tälern verläuft wird es etwas Moorig. Ein Bohlenweg hilft trockenen Fußes über die sumpfigen Stellen zu kommen. Ab und zu ist mein heutiges Ziel auf dem Westweg zu sehen: Der Titisee.


    Der Titisee taucht am Horizont auf

    So weit ist das nicht mehr! Also schiebe ich schon mal die erste Pause für heute ein.


    Pause oberhalb von Neuglashütten

    Der Abstieg nach Bärental gestaltet sich abwechslungsreich: Zuerst Wanderwege und dann wird der Weg immer breiter. Teilweise muss ich um Bagger rum, die den Weg verbreitern und stabilisieren. Braucht kein Wanderer!


    Am Abstieg nach Bärental

    Es folgen Wiesen bis ich von oben nach Bärental herein komme. Hier liegt der höchstgelegene Bahnhof einer Normalspurbahn in Deutschland: Bahnhof Feldberg-Bärental auf 967 Metern über dem Meer.
    Vor dort geht es unterhalb der Bahnlinie auf einem fantasielosen Weg hinunter zum Titisee. Der Westweg führt durch Zelt- und Campingplätze bis er direkt an den See auf die breite Seepromenade trifft.


    Ankunft am Titisee

    Auf dem Seerundweg wandere ich zum Ort Titisee vor, den ich im Rahmen meiner Westwegwanderung nun schon ausgiebig kennengelernt habe.


    Titisee am Titisee

    Der Ort zieht sich ziemlich lang am See entlang. Die ersten Hotels, auf die ich treffe, haben den Betrieb eingestellt. Das wundert mich dann schon etwas. Bei dem Touristenverkehr, den ich hier kennen gelernt habe. Ich wandere durch den Ort und sinniere über den Abschluss meines Westwegprojektes.

  12. Gerne im Forum

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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #52
    Da, wo der Querweg des Schwarzwaldvereins auf den Titisee trifft, stießen wir auf 2 Campingplätze:
    Erster: Freies Wlan, kein Badestrand.
    Zweiter: Badestrand, kein Wlan.
    Da sind dann schon elementare Entscheidungen nötig:
    Digital oder analog Surfen?

    P.S.: Danke für den intressanten Bericht aus bekanntem Terrain!

  13. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #53
    Hallo MLO

    Zitat Zitat von MLO Beitrag anzeigen
    Da, wo der Querweg des Schwarzwaldvereins auf den Titisee trifft, stießen wir auf 2 Campingplätze:
    Erster: Freies Wlan, kein Badestrand.
    Zweiter: Badestrand, kein Wlan.
    Da sind dann schon elementare Entscheidungen nötig:
    Digital oder analog Surfen?
    Das vorletzte Bild dürfte dann bei dem zweiten aufgenommen worden sein. Ich hatte eher das Gefühl, dass die sich in der Zielgruppe unterscheiden: Der erste (auch ich kam zuerst an den, der nicht so dicht am See liegt) war voll mit Wohnmobilen und Mobilehomes und der zweite war mehr mit Zelten besetzt. Das kann aber auch an der Jahreszeit gelegen haben.
    Mir war garnicht klar, dass der Querweg so helle ist und nicht durch den Ort Titisee führt! Wer Touristenrummel nicht mag, der sollte diesen Ort im Sommer meiden!

    Zitat Zitat von MLO Beitrag anzeigen
    P.S.: Danke für den intressanten Bericht aus bekanntem Terrain!
    Bitte, gern! Ich hoffe, du hast auch neues entdeckt!

    Gruß Wafer

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    Avatar von lina
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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #54
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Lina, du warst auch schon hier?
    Nicht dass ich wüsste – aber per E1 dürfte ich da mal in der Nähe herumstratzen

  15. Gerne im Forum

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    AW: [DE]Der Klassiker: Auf dem Westweg von Pforzheim nach Basel – in Etappen

    #55
    Mir war garnicht klar, dass der Querweg so helle ist und nicht durch den Ort Titisee führt! Wer Touristenrummel nicht mag, der sollte diesen Ort im Sommer meiden!
    Dort trifft man nach den WLan-Surfern und den analogen Surfern (auf dem See) dann auf die Silver Surfer!
    (Ich darf mir diese Aussage erlauben, da ich selbst schon zu dieser Altersgruppe gehöre.)

    Ansonsten: In diesem Bericht viel Neues und Interessantes! Bin auf Fortsetzung gespannt!

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