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  1. [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #1
    Mitreisende: sebastian75
    Berlin Kopenhagen 2013

    Anreise Köln – Berlin


    Um 3:30 Uhr klingelt erbarmungslos der Wecker um mit mitzuteilen, dass mein Urlaub beginnt. Also raus aus den Federn, kurz geduscht und Brote für die Zugfahrt geschmiert.

    Um 4 Uhr morgens verlassen wir mit den Rädern das traute Heim und radeln zur nächsten U-Bahn Station in unserem Veedel. Draußen sind es nur 3°C, für Ende Mai ein wenig frisch. Wir quetschen die Räder in den Gang und lassen uns Richtung Hauptbahnhof kutschieren. Der Kutscher scheint allerdings noch im Tiefschlaf zu sein oder es extrem eilig zu haben und beschert uns so um 4:30 den ersten Schreck unserer Reise. Als sich am Hauptbahnhof die Türen öffnen schiebe ich mein Rad auf den Bahnsteig. Sofort höre ich ein Zischen, drehe mich blitzschnell um und sehe wie sich die Türen schließen. Auch meine Begleitung schreckt auf und sieht mich an – leider aus dem Inneren des Zuges! Sofort fährt die Bahn ab und so stehe ich verdattert alleine auf dem Bahnsteig. So bleibt mir nichts anderes übrig als diesen zu verlassen und in der Haupthalle zu warten. Nach 15 Minuten sind wir wieder vereint, keine Minute zu früh, denn der Zug Richtung Berlin steht schon abfahrbereit auf dem Gleis.

    In Hannover dürfen wir eine Stunde auf dem zugigen und kalten Bahnsteig warte ehe uns der IC weiter nach Berlin bringt. Der Zug nach Berlin ist neu und bietet ein riesiges Fahrrad-Abteil. Sehr Vorbildlich. So erreichen wir die Hauptstadt sogar pünktlich um 11:21. Der Bahnhof platzt aus allen Nähten. Die Aufzüge, mit denen wir eigentlich das Gleis verlassen wollen, sind eine komplette Fehlkonstruktion. Sie erstrecken sich über 5 Etagen und immer wenn ein Aufzug auf dem Bahnsteig hält ist dieser schon proppenvoll mit Menschen, von denen allerdings nie einer auf dieser Etage anhalten oder aussteigen wollte.

    Also mit den beladenen Rädern nach 10 Minuten Wartezeit doch auf die Rolltreppe und hinaus ins Freie.


    hochoffizieler Startpunkt

    Wir machen einen kurzen Schlenker an das Brandenburger Tor und zum Bundestag, mehr um zu dokumentieren, dass wir wirklich in Berlin gestartet sind als aus Interesse. Kennt man irgendwie schon alles und ist ja auch nicht wirklich schön.


    naja, doch ein bisschen schön

    Danach soll es zuerst ein Stück auf dem Radweg aus der Stadt hinausgehen, ehe wir noch einen kurzen Abstecher in den Wedding machen wollen. Leider ist der Bahnhofsbereich ein Baustellen-Chaos und die Radwegschilder zeigen meiner Meinung nach an zu mindestens an einer Stelle in die falsche Richtung. So machen wir einen kleinen unfreiwilligen Umweg ehe wir am Wasser entlang Richtung Wedding fahren.

  2. Berlin Wedding – Hohen Neuendorf (53 km)

    #2
    1. Etappe

    Berlin Wedding – Hohen Neuendorf (53 km)

    Wir verlassen den Wedding erst gegen 17:00 Uhr folgen dem Bächlein, dass eine Parklandschaft durchfließt bis zum Kanal. Von dort geht es immer am Nordufer entlang Richtung Nord-West. Hinter Tegel fühlen es sich schon bereits so an als hätten wir Berlin verlassen.


    Grünes Berlin

    Wir überqueren den Spandauer See und radeln am Westufer weiter. Der Kanal dem wir bisher gefolgt sind hat sich nun in eine Seen-Landschaft verwandelt. Es wird langsam Dunkel und wir sind schon ziemlich kaputt. Wir haben uns vom Zeitplan ein wenig verkalkuliert und anscheinend auf der Karte die Entfernung falsch abgeschätzt. Da auf der Karte keinerlei Zeltmöglichkeiten im Berliner Umfeld eingezeichnet waren haben wir die erste Unterkunft vorgebucht. Nun müssen wir es leider aber auch bis dorthin schaffen. Leider ist der Radweg wieder nicht gut ausgeschildert und wir haben uns auf der Strecke insgesamt dreimal leicht verfahren und einige unnötige Kilometer geradelt. Das Karma meint es aber gut mit uns und den Rest der Reise verfahren wir uns nicht mehr.


    Kanal Querung

    Dafür ist die Strecke recht schön und Waldwege, Uferwege und Siedlungen wechseln sich ab.

    Wir wähnen uns noch 10km weiter vom Ziel entfernt als wir es wirklich sind, doch als der Radweg durch die Bombardier Werke führt erkennen wir unsren Standort und realisieren, dass wir nur noch 7.5 km vom Ziel entfernt sind. Wir atmen auf.
    Über eine Brücke queren wir die Oder-Havel-Wasserstraße vor Hennigsdorf. Durch die Flussauen geht unter der Autobahn entlang nach Niederheide und weiter nach Hohen Neuendorf. Dort finden wir rasch unsere Pension für die Nacht. Sie befindet sich neben einem dazugehörigen Gasthaus. Als wir der Wirtin verkünden, dass wir dann auch noch kurz in die Gaststube kommen möchten erklärt sie uns höflich: „Küche macht aber jetzt zu!“.

    Also bestellen wir nur 2 Radler. Es folgt prompt die Nachfrage „ob der Herr kein richtiges Bier trinke…“. Manchen Menschen ist der Umgang mit Kunden einfach in die Wiege gelegt.

    Wir trinken also schnell aus und veranstalten einfach in unserem schönen, aber fürchterlich eingerichtetem, Zimmer ein Picknick mit dem Inhalt unserer Satteltaschen. Satt und Müde fallen wir schon bald in den verdienten Tiefschlaf.

  3. AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #3
    Es folgt prompt die Nachfrage „ob der Herr kein richtiges Bier trinke…“.
    Scheint sympathisch. Wo ist denn die Pension? Vlt. halte ich dort mal auf dem Weg nach Usedom

  4. AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #4
    Zitat Zitat von Alprausch84 Beitrag anzeigen
    Scheint sympathisch. Wo ist denn die Pension? Vlt. halte ich dort mal auf dem Weg nach Usedom
    Fand ich auch witzig.

    Du hast ein PN mit der Adresse.

  5. Lebt im Forum
    Avatar von Pfad-Finder
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    AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #5
    "Nimm Essen mit, wir fahr'n nach Brandenburg"

    Rainald Grebe

    Ein kleiner Tipp: Ihr hättet vorher Fontane oder Igelström lesen sollen, dann wärt ihr nicht so von der manchmal etwas speziellen Ausprägung brandenburgischer Gastfreundschaft überrascht wurden.

    Völlig unironischer O-Ton eines Gastwirtes in Rufweite des Oder-Neiße-Radwegs: "Werbung am Radweg? Wieso? Die haben doch kein Geld. Sonst müssten die ja nicht mit dem Rad fahren!"
    Schutzgemeinschaft Grüne Schrankwand - "Wir nehmen nur das Nötigste mit"

  6. Hohen Neuendorf - Liebenwalde

    #6
    2. Etappe

    Hohen Neuendorf – Liebenwalde (37 km)


    Das Handy klingelt um 8 Uhr morgens. Wir haben tatsächlich 10 Stunden durchgeschlafen.
    Ausgeschlafen begeben wir uns zum Frühstück. Dies ist zwar wie erwartet kein Highlight, aber ausreichend und angemessen. Leider zeichnet sich schon jetzt ab, dass es ein eher feuchter Tag werden wird. Wir packen unsere Radtaschen und schlüpfen direkt in unsere Regenklamotten.


    So muss ein Tag anfangen.

    Unser erstes Ziel am heutigen Tag ist Oranienburg. Der Regen fällt stetig und kurz vor Oranienburg halten wir kurz am Rewe und besorgen noch ein Notfallessen, Milch für den Kaffee und Smothies. Ständig an Supermärkten vorbeizukommen ist halt der Luxus des Radreisens.

    Der Radweg führt am Ortskern vorbei uns so machen wir einen kurzen Abstecher zum Schloss Oranienburg.


    Schloss Oranienburg

    Es gießt inzwischen ziemlich und so treten wir den Rückzug in die örtliche Schloss Konditorei an.

    Dort gibt es sehr leckeren Milchkaffee und ich gönne mir ein Stück Frankfurter Kranz um den Kalorienspeicher zu füllen. Wir wärmen uns auf, trocknen ein wenig ab und plaudern nett mit den Kellnerinnen.

    Doch dann geht es wieder hinaus in den Regen. Wir umrunden das Schloss und fahren auf der Hauptstraße Stadtauswärts. Als wir Oranienburg gerade verlassen und an die Havel zurückkehren merkt A. dass sie einen Platten am Hinterrad hat. Wir befinden uns leider auf einem geschotterten Radweg. Es gibt keine Chance sich unterzustellen und so Flicken das Rad im strömenden Regen. Zu zweit schirmen wir den Flicken ab, bis der Kleber endlich abgebunden ist. Am Anfang der Reparatur sind allerdings ein Tross Rentner an uns vorbeigefahren. Das diese nur rumgemoppert haben, dass wir den Weg blockieren hätte ich ja noch verstehen können, es wäre aber nett gewesen uns darauf hinzuweisen, dass hinter der nächsten Kurve eine Schutzhütte gestanden hätte wo die Panne im Trockenen repariert hätte werden können. Naja, ging ja auch so.


    Pannenhilfe

    Der Weg führt erst Schnurgerade am Kanal entlang, quert diesen um dann asphaltiert durch den Wald zu führen.


    Havel

    In einer weiteren Grillhütte stellen wir uns nochmal unter und A. zieht auch noch wasserdichte Überzieher über ihr Gore-Tex Schuhe, da das Wasser nun auch von oben reinläuft.
    Aber da sind wir eigentlich schon ziemlich nass.


    Mittagspause im Bushäuschen

    Bei Kreuzbruch verlassen wir den Wald und werden von einer Wand aus Wind und Regen gestoppt. Wir fahren über offenes Feld und kommen kaum noch vorwärts. Da uns inzwischen auch ziemlich kalt ist beschließen wir die Etappe für heute zu beenden. Leider befindet sich im Umfeld kein Campingplatz und so suchen wir uns eine Herberge in Liebenwalde. Die Dame der Touristeninformation telefoniert herum und besorgt uns ein Zimmer im „Radler Stopp am See“. Der Radler Stopp entpuppt sich als umgebaute Gartenlaube für 40 Euro die Nacht.


    Liebenwalde


    Eigentlich ganz idyllisch. Wir bugsieren die Räder in den Schuppen und hängen alle unsere Sachen klitschnass auf die Wäscheleine der Terrasse. In der Laube gibt es leider keine Heizung und so kuscheln wir uns direkt ins Bett um uns aufzuwärmen. Es gibt eine kleine Küche und so können wir uns mit der mitgeführten GSI Kaffee-Presse und der gekauften Milch auch einen leckeren Milchkaffee bereiten.


    lauschige Laube am Liebenwalder See

    Als der Regen abends nachlässt machen wir eine Runde durch den Ort. Es gibt nicht viele zu entdecken. Eigentlich wollten wir etwas essen gehen, doch die Auswahl an Restaurants ist mager und so entschließen wir uns nochmal einkaufen zu gehen. So gibt es abends frische Pasta und zum Frühstück Jogurt mit Blaubeeren.
    Abends besiegen die Bayern die Dortmunder in Wembley und so bin ich dankbar, dass der Fernseher zwar nur ein Programm empfängt, aber dies genau das richtige ist.
    Geändert von sebastian75 (26.06.2013 um 22:34 Uhr)

  7. Fuchs
    Avatar von hosentreger
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    AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #7
    Nix für ungut - aber kannst Du bitte nach Regen, Wind und plattem Reifen (natürlich hinten!!!) mal zu etwas angebehmeren Themen übergehen? Sonst schicken wir Dich nicht mehr los!

    Danke für Deinen sehr anschaulich und mit Humor gewürzten Reisebericht
    sagt hosentreger
    Neues Motto: Der Teufel ist ein Eichhörnchen...

  8. AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #8
    3. Etappe

    Liebenwalde – Strasen (72 km)


    Wir stehen früh auf und verputzen Blaubeeren mit Jogurt. Unsere Klamotten hängen noch feucht und klamm auf der Leine. Es regnet leicht und so schmeißen wir uns notgedrungen in die Regenkleidung.


    Klosterruine Zehdenick


    Ortdurchfahrt Zehdenick

    An der kanalisierten Havel geht es nach Zehdenick. Dort halten wir kurz an der Klosterruine und beginnen ein nettes Gespräch mit einem Radreise Opi heute einen Ruhetag eingelegt hat. Er gibt uns noch einen Tipp wie wir eine Treppe umfahren können und so erreichen wir bald die vielen Torf-Stichseen die wie eine Perlenkette entlang des Weges liegen. Zwischen den Seen sind oft nur einige Meter Festland. Wir nutzen das nun trockenere Wetter und legen an einer solchen Stelle eine kurze Pause auf einer Bank ein. Am Wasser entdecken wir die ersten Bieber Spuren an den Bäumen.


    Torfstich-See mit Pausenbank


    Vor dem Ziegeleipark

    Wir erreichen bald den Ziegeleipark. Inzwischen nieselt es wieder leicht und düstere Wolken verdecken den Himmel, was aber für sehr schöne Lichteffekte sorgt. Das ganze Geländer lädt´ dazu ein noch zu verweilen und es zu erkunden, doch wir versuchen noch ein wenig Strecke zu machen ehe es wieder schüttet.


    Der alte Fritz im Ziegeleipark


    Es ist noch ein kleines Stück bis Kopenhagen

    Der Weg führt vorbei am Wentow See nach Dannenwalde. Bevor wir den Ort erreichen erspähen wir einen Komplex alter verfallener, aber früher bestimmt einmal herrschaftlicher Häuser.


    Zeitzeugen

    Ein Kiosk im Ort ist die einzige Gastronomie und wir gönnen uns Filterkaffee und Pommes. Ein kulinarischer Hochgenuss. An der „Kirche am Weg“ halten wir nochmal kurz an. Die Kirche hat keine aktive Gemeinde mehr und wird für Ausstellungen genutzt. Auch hier ist ein Opi, der sich freut das im jemand die Zeit nimmt ihm zuzuhören. So erfahren wir viel über die Entwicklung der Kirche und des Ortes.

    Immer durch den Wald führt die Route nun nach Bredeseiche. Für die dortige Kirche nehmen wir uns erneut einige Minuten Zeit. Diese ist fast schon ein wenig Maritim angehaucht. Unsere heutigen Kirchgänge werden nun auch belohnt und wir können die Regenjacken bald gegen Windjacken austauschen. Die Sonne traut sich sogar vereinzelt hinter den Wolken hervor.
    Der Weg hat inzwischen seinen Charakter leicht verändert. Bisher war die Strecke fast komplett eben, doch jetzt erreichen wir die ersten Hügel die sich anstrengen unseren Vortrieb aufzuhalten. In Himmelfort gibt es eine nette Klosterruine zu besichtigen, die auch noch dazu direkt neben der Poststelle vom Weihnachtsmann liegt. Jetzt verschwinden auch die Regenhosen in den Taschen und es geht weiter. Bald taucht am Wegesrand ein verfallener Wachtturm auf. Wir haben das KZ Ravensbrück erreicht, dass mit seinen wenigen erhaltenen Bauten und Baracken heute noch ein mahnender Zeuge grausamer Vergangenheit ist.


    huiiiiii

    In Fürstenberg sollte unser heutiger Tag eigentlich Enden. Doch wir sind gut in der Zeit und noch ziemlich fit. Am Kirchplatz beraten wir bei Kaffee und Kuchen wie wir weiter vorgehen. Der einsetzende Platzregen sorgt dafür, dass wir ein wenig länger im Kaffee verweilen. Als der Regen schwächer wird fahren wir weiter. Wir treffen sogleich auf zwei Radwanderer die die Route von Kopenhagen nach Berlin fahren. Sie haben nur kleines Gepäck auf ihren MTBs, sind aber klitschnass. Sie raten uns die Orginalroute zu meiden, dass ein Stück des Weges nicht befestigt sei und einer Schlammpiste ähnelnde. Auf Asphalt, dafür aber ständig auf und ab, radeln wir durch den Wald. Das Örtchen Strasen ist bald erreicht und liegt idyllisch zwischen zwei Seen. Wir sind noch fit, doch da die Sonne nun scheint wollen wir es für heute nicht mehr riskieren. Wir finden ein günstiges Radlerzimmer direkt am See für 40 Euro inklusiver Frühstück. Diesmal sogar mit Heizung. Wir genießen die heiße Dusche und können endlich alle unsere Sachen trocknen.

    Wir spazieren abends noch durch den Ort und kehren in einem der Örtlichen Gasthäuser ein.


    Schön ist es in Strasen

  9. AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #9
    4. Etappe

    Strasen – Waren (75 km)

    Der Wecker klingelt, das Rollo ist zu und so will auch keiner von uns aufstehen. Doch als wir uns gezwungener Maßen trotzdem aus dem Bett quälen um unser für 8 Uhr bestelltes Frühstück einzunehmen werden wir von strahlendem Sonnenschein überrascht.


    Der See hinterm Haus

    Das Frühstück ist hervorragend und bietet von Melone bis hin zum wachsweichen Frühstücksei alles was das Radler-Herz begehrt. Wir folgen einer befahrenen Allee-Straße bis nach Wesenberg. Im Ort suchen wir erst mal ein Radgeschäft auf um mit einem Kompresser den geflickten Schlauch auf 5 Bar zu bringen. Mit der kleinen Handpumpe war das nicht so einfach möglich. Da die Ketten von Regen und Schlamm ein wenig gelitten haben kaufen wir auch direkt noch eine kleine Tube Kettenfett.


    Wesenberg


    Am Wegesrand

    Der Ort ist ein wenig verschlafen, aber sehr idyllisch. Wir steigen auf einen Aussichtsturm und genießen das Panorama. Der Radweg am Ufer entlang existiert leider nicht mehr, da er gerade massiv saniert wird. Wir nehmen daher eine Umleitung zur Useriner Mühler. Doch legen wir an einem Steg mit dazugehörigem See eine kurze Foto- und Schnackpause ein.


    Pause am See


    Bald verlassen wir die befahrenen Straßen und fahren kleinere Wege durch Feld, Wald und Wiese. Dann auf einem Plattenweg am Wald entlang. Wir verpassen den auf der Karte eingezeichneten Fischadler Beobachtungsposten.

    In Grauzin fahren wir am Restaurant Havelkrug vorbei, das mit seinem Biergarten am Weg zur Rast einlädt. Das Essen ist phänomenal. A. hat eine Bratwurst vom Wollschwein mit verschiedenen mediterranen Salaten und ich eine Pizza.
    Die Sonne lacht dabei unentwegt auf uns herab und so sparen wir nach der Pause nicht an der Sonnencreme.


    im Havelkrug


    In Kratzeburg legen wir erneut eine kurze Pause ein und besichtigen die Fledermausausstellung im Nationalpark Haus.
    Bergauf und bergab geht es nun an Seen und Feldern vorbei nach Ankershagen. Im Geburtsort von Heinrich Schliemann steht sogar ein trojanisches Pferd herum. Wir besuchen aber die gegenüberliegende Kirche.


    Kirche in Ankershagen


    Typische Szene

    Bald erreichen wir auch schon Federow, das wir von einem früheren Radurlaub in der Gegend schon kennen. Plötzlich ist es auch furchtbar touristisch und voller radelnder Rentner.
    An der Fischadler Beobachtungsstation stehen dutzende Räder und wir nutzen die Chance junge Fischadler durch ein Fernrohr zu beobachten. Wir entdecken einen älteren Herrn, der mit einem Hinterrad in der Hand, von Gruppe zu Gruppe geht. Wir fahren weiter.


    Plattenwege in der Nähe der Havelquelle

    An einer Bank am Ortsende sitzt eine ältere Dame mit Fahrradpanne. Wir fragen ob wir helfen können, doch Sie verneint. Wir plaudern trotzdem eine wenig, als der Herr mit dem Hinterrad auftaucht. Die Beiden gehören zusammen. Er ist auf der Suche nach einer Pumpe für Autoventile doch an der Fischadler-Station konnte ihm Niemand weiterhelfen. Wir haben natürlich eine Pumpe dabei und helfen beim Flicken.
    Als wir unsere gute Tat beendet haben und weiterfahren wollen gibt uns das Karma einen riesen Tritt in den Allerwertesten. A. bemerkt beim losfahren, dass ihr Vorderrad völlig platt ist.
    Also lachen wir erst einmal herzlich, packen das Flickzeug wieder aus und reparieren auch diesen Platten. Diesmal hilft der ältere Herr uns. Er ist allerdings erstaunt, dass A. völlig selbstständig in der Lage ist den Schlauch zu flicken und das Rad wieder zusammenzubauen.

    Jetzt geht es aber auf nach Waren. Der Mann begleitet uns noch ein Stückchen auf dem uns nun gut bekannten Radweg.
    Heute Nacht bleiben wir auf dem Campingplatz Ecktannen vor Waren, direkt an der Müritz. Beim Einchecken beschwert sich ein Camper vor uns, dass er keine W-Lan mit seinem Tablett empfängt. Anscheinend hat sich beim Campen seit unserer Jugend so einiges verändert.


    Camping

    Wir bauen unser kleines Zelt auf und springen in die eiskalte Müritz. Danach duschen wir aber zum Ausgleich extra heiß. In einem kleinen Shop erstehen wir noch ein Bier, das unser Nudelgericht vortrefflich ergänzt. Wir sitzen noch eine ganze Weile abends am See und gucken der Sonne beim Untergehen zu. Dann treiben uns die Mücken, Kälte und Müdigkeit in unsere Schlafsäcke.


    Feierabend an der Müritz

  10. Anfänger im Forum

    Dabei seit
    06.07.2013
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    14

    AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #10
    Nach langem stillen Mitlesen im Forum, nun doch meine Anmeldung....um dir zu sagen: Danke für den Reisebericht- eine schöne Einstimmung.
    Bei uns geht es in wenigen Tagen von Berlin nach Kopenhagen. Stecken schon mitten in den letzten Vorbereitungen.

    Tageta

  11. AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #11
    Zitat Zitat von Tageta Beitrag anzeigen
    Nach langem stillen Mitlesen im Forum, nun doch meine Anmeldung....um dir zu sagen: Danke für den Reisebericht- eine schöne Einstimmung.
    Bei uns geht es in wenigen Tagen von Berlin nach Kopenhagen. Stecken schon mitten in den letzten Vorbereitungen.

    Tageta

    Willkommen im Forum!

    Dann will ich mal schnell den Bericht fertigmachen.

  12. AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #12
    5. Etappe

    Waren – Güstrow (84 km)

    Wir stehen früh auf und haben bis 9 Uhr die „Zelte abgebrochen“. Wir haben uns das Frühstück gespart, da wir in Waren am Hafen frühstücken wollen. Dort angekommen ist auch noch Markt und so können wir ein reichhaltiges Frühstück erstehen. Ich liebe Fischbrötchen am Morgen.

    Wir speisen also mit dem Blick auf den Yachthafen und versuchen die Horden von Touristen zu ignorieren. Nach einem weiteren kurzen Stopp an der Radler-Luftstation können wir mit prallen Pneus gegen Norden radeln.

    Kurz hinter Waren fahren wir auf Bohlenwegen durch den sumpfigen Uferbereich. Die Müritz hat reichlich Wasser und wir bekommen eine gratis Reifenwäsche.


    Überfluteter Weg kurz hinter Waren

    Die Strecke bis zum Kölpingsee kennen wir bereits und auch bei den Wisenten waren vor zwei Jahren schon mal. Wir lassen diesen mehr als lohnenswerten Stopp also aus.


    putzige Pferdchen

    Von den Touristenmassen aus Waren ist nichts mehr zu sehen. Es ist total einsam geworden und wir fahren ca. 15 km auf holprigen Schotterwegen durch den Wald. Als wir an der alten Poststation ankommen nutzen wir diese erste Gelegenheit für eine Rast. Der Wirt empfängt uns sehr herzlich und berät uns welche guten Zeltmöglichkeiten es auf dem Weg gibt. Er empfiehlt uns einen Platz kurz vor Güstrow, der auf unserer Karte noch gar nicht eingezeichnet ist. Gestärkt und informiert führt uns der Weg jetzt über Betonspurplatten nach Krakow am See.


    Vor Krakow

    Der Campingplatz in Krakow sieht aber wenig einladend aus. Krakow selbst liegt idyllisch direkt am See. Es gibt viele kleine Bootshäuser und eine schöne Promenade. Wir überlegen ob wir noch die 25 km bis Güstrow in Angriff nehmen sollen oder für heute hier zu verweilen. Wir sind unentschlossen und zu allem Überfluss fängt es auch noch an zu nieseln. Wir treffen ein Paar Radler im Best Ager Alter die uns ermutigen weiter zu fahren. Die Strecke zwischen Krakow und Güstrow ist sehr hügelig. Dauernd geht es auf und ab, doch Sie macht tierisch Spaß zu fahren.


    Zwischen Krakow und Güstrow

    In Kirch Rosin machen wir noch einmal Halt und besichtigen die kleine Kirche.
    Nur wenige Minuten später erreichen wir auch schon das Restaurant / Pension „Zur Grenzburg“ Hier stehen drei Anglerzelte auf der Wiese neben dem Hotel. Der empfohlene Campingplatz ist noch im Aufbau, trotzdem beschließen wir zu bleiben. Da die Waschgelegenheiten des Campingplatzes noch nicht existieren bekommen wir den Zimmerschlüssel eines Hotelzimmers und können luxuriös Duschen. Ein wirklich fairer Deal vom Hotel / Campingplatz. Das Abendessen nehmen wir im Restaurant zu uns und sind angenehm überrascht. Sowohl mein Spargelsalat aus auch A.s gebratene Wachtel sind ein Genuss. Dazu gibt es natürlich noch das obligatorische Radler. Wir werden an dem Abend nicht alt und ziehen uns schnell in unser Zelt zurück. Nachts werden wir noch ein paarmal davon wach, dass der Regen gegen das Zelt prasselt.



    6. Etappe

    Güstrow – Rostock (64 km)

    Um 7 Uhr werden wir vom starken Regen geweckt. Wir kriegen tiefen in die Schlafsäcke und ignorieren das prasseln. Die Strategie geht auf den gegen 8 Uhr geht dem Niederschlag die Puste aus. Wir nutzen das trockene Zeitfenster und brechen blitzschnell unser Lager ab. Ohne Frühstück radeln wir direkt bis nach Güstrow. Wir kennen uns ein wenig aus uns so steuern wir zielstrebig das Schloss an. Gegenüber liegt eine nette Bäckerei bei der wir uns ein schnelles Frühstück gönnen. Während wir uns gerade mit einem Milchkaffee in die gemütlichen Sessel Fläzen öffnet der Himmel erneut die Schleusen und es schüttet ziemlich heftig. Wir haben also Glück und kommen trocken und gestärkt am Platzregen vorbei.



    kurz vor Güstrow


    Schloss in Güstrow

    Wir fahren am „Burggraben“ entlang und verlassen die Stadt. Bald treffen wir auch den Bützow Güstrow Kanal. Da es ziemlich nass ist schauen wir bald lustig gesprenkelt aus. Als es dann doch wieder anfängt zu tröpfeln holen wir erneut die Regensachen raus. Doch er tröpfelt eigentlich nur gelegentlich.


    Raps

    Büstow ist bald erreicht. Der Radweg tangiert den Ort nur, so verlassen wir ihn für einen kleinen Abstecher zum Ortskern. Dann geht es zurück zur Warnow und nordwärts aus Büstow hinaus.


    Abstecher nach Bützow

    Über schmale Dorfstraßen zwischen Feldern und Wiesen geht es nach Schwaan. Dort kaufen wir im örtlichen Edeka eine ordentlich Jause und verspeisen sie vor der Paulskirche. Nach Schwaan geht es über Felder weiter. Es wird immer wärmer und so verschwinden die Regensachen wieder in den Radtaschen und wir genießen die Sonne. Über kleine Dörfer und Felder kommen wir nach Rostock.


    Durch ein Meer von Raps und Weizen

    Das von unterwegs telefonisch gebuchte Hostel ist schnell gefunden. Das Zimmer ist sehr schön. Wir schmeißen alle unsere Klamotten einmal in die Waschmaschine und springen auch selbst kurz unter die Dusche. Das klitschnasse Zelt hängt derweil auf dem Balkon. Wir erkunden die Stadt und stellen fest, dass Rostock uns sehr gut gefällt. Wir gucken uns direkt etwas fürs Abendessen aus und gehen zurück in Hostel um unsere Wäsche aufzuhängen. Zum Abendessen besuchen wir einen leckeren Arabischen Imbiss und speisen Falafel und Schwarma. In einer Kneipe trinken wir noch ein Feierabendbier.


    Hostel Jellyfish in Rostock


    Ruhetag

    Da wir gut im Zeitplan liegen gönnen wir uns einen Ruhetag und nutzen diesen um Rostock zu erkunden.


    Schön ist es in Rostock


    7. Etappe

    Rostock – Ulslev (58 km + 2 Stunden Fähre)

    Wir entschließen uns die Fähre um 11 Uhr zu nehmen, daher schlafen wir entspannt bis 8 Uhs aus und gehen dann gemütlich zum Frühstück. Um 9:45 Uhr haben wir die Räder gepackt und können endlich los. Es sind ca. 10 km bis zum Rostocker Übersee-Hafen die aufgrund der herrschenden Windverhältnisse aber nicht ganz ohne sind.

    Kurz vor dem Hafen kommt von hinten ein schwer bepackter Radfahrer heran. Wir kommen ins Gespräch. Er ist aus Rostock und fährt häufig für ein paar Tage zum Radeln nach DK. Die Fähre kostet pro Person inklusive Rad nur 7 Euro. Das Fährgelände ist riesig und wir cruisen zwischen LKWs und Urlauberautos zu unserem Fährterminal. Als die Fähre ihre Lucke öffnet werden wir drei Radfahrer zuerst in den tiefen Bauch des Schiffes gewunken. Wir verzurren die Räder mit Spanngurten und begeben uns an Deck. Im Hafen werden riesige Windräder verladen und wir erhaschen auch noch einen Blick auf das schöne Warnemünde.

    Der Radfahrer aus Rostock gibt uns viele tolle Tipps Dänemark. So empfiehlt er uns einen Abstecher nach Mon zu machen und mit seinen Beschreibungen kann ich viele der in meiner Karte nicht eingezeichneten Naturlagerplätze noch einzeichnen. Die 2 Stunden Fährfahrt vergehen wie im Flug.

    In Gedser gehen wir an Land und sind nun endlich in Dänemark. Die Sonne empfängt uns strahlend. Zusammen mit dem Rostocker machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Naturlagerplatz in Gedser. Dieser liegt direkt am Meer und bietet Wasser und 2 Shelter. Doch der Tag ist noch jung und so füllen wir nur unsere Flaschen auf uns fahren weiter.


    In Gedser

    Der Rostock Radler folgt der Ostseeküstenradweg-Route bis nach Stege, während wir nun der dänischen Nationalroute 9 folgen die uns zuerst nach Nykobing führt. Wir spüren sofort, dass wir nun in Dänemark sind. Die aus Deutschland gewohnte Beschilderung weicht den roten Nummern Dänemarks. Es geht zuerst relativ unspektakulär an der Straße entlang, teilweise über Dörfer. Es ist zwar wärmer, aber der Wind bläst ordentlich. In Nykobing fahren wir in den erstbesten Supermarkt und kaufen uns etwas fürs Abendessen ein. Wir irren etwas herum eher wir auf einer Bank in der Innenstadt eine Snackpause einlegen. Der Ort ist zwar recht nett, den Umweg aber nicht unbedingt wert gewesen.


    Nykobing

    Nach Nykobing fahren wir noch 10 km quer an die Ostküste von Falster zurück. Wir peilen einen der Naturlagerplätze an, die uns der Rostocker empfohlen hat. Den Platz finden wir relativ leicht. Der Lagerplatz liegt direkt an einer Wiese oberhalb vom Meer. Wir entscheiden uns zu bleiben. Während ich das Zelt Aufbau fährt A. nochmal los um Wasser zu holen. An einem Bauernhaus in der Nähe wird sie fündig. Wir gehen danach gemeinsam noch am Strand spazieren und lassen uns den Wind um die Nase wehen.


    Naturlagerplatz direkt am Meer


    Ein Katzensprung vom Zelt zum Meer

    Das Abendessen bereiten wir an einem Picknicktisch mit direktem Blick auf Meer zu. Als wir später im Zelt liegen geleitet uns das Meeresrauschen in den Schlaf.


    Kochen mit Aussicht

    8. Etappe

    Ulslev – Camping Mons Clint (85 km)

    Um 7:15 stehen wir auf, denn die Sonne heizt unserem kleinen Zelt ordentlich ein. Wir gehen im Schlafanzug erst mal gucken ob das Meer noch da ist. Auf unserer Bank übers Meer frühstücken wir mit Kaffee, Brot und Salami. Um 9:15 haben wir das Zelt in der Sonne getrocknet, alles zusammengepackt und sind abfahrbereit. Unsere Wasservorräte sind leider ziemlich erschöpft, aber wir kommen bald an einem Campingplatz vorbei auf dem wir netterweise unsere Trinkflaschen auffüllen dürfen.


    Immer am Meer entlang


    Bauernhaus

    Der Radweg führt immer am Meer entlang. Dort säumen traumhafte Häuser den Strand. Aber auch wir genießen den ständigen Meerblick. Wir machen einen kurzen Abstecher zu einem Waldstück in dem es Hünengräber zu besichtigen gibt. Dann geht es weiter durch Wald und später wieder über offene Felder mit weitem Blick über die Bucht. Ein schmaler Pfad führt direkt auf dem Deich am Wasser entlang.


    Auf dem Weg zu den Hünengräbern


    Vor Stubbekobing

    Wir fahren durch eine letzte Ferienhaus-Siedlung ehe wir Stubbekobing erreichen. Wir sind jetzt endgültig in Sommer-Urlaubs-Stimmung und besiegeln dies mit einem leckeren Eis. Mit einer Fähre verlassen wir Falster uns setzen zur nächsten Insel über. Auf der Fähre treffen wir ein ganzes Rudel Radfahren. Im Konvoi geht nach dem Anlegen immer an einer stark befahrenen Straße entlang. Doch bald biegen wir ab und kommen bald zur Fanjefordkirche. Dort kann man schöne Malereien bewundern und auch nochmal seine Trinkflaschen auffüllen. Der Radweg nimmt nicht den direkten Weg nach Stege sondern führt in einem großen Bogen über die Insel. A.s Kette schleift etwas und so legen wir auch noch einen kurzen Reparaturstopp ein.


    traumhafte Bedingungen

    Der Weg führt nach Hjelm Bugt. Dort legen wir unsere Mittagspause am Strand ein und springen auch noch in die kalte Ostsee.


    Badepause


    Kurz vor Stege

    Über kleine Dörfer fahren wir nach Stege. Wir shoppen im Supermarkt und fahren dann weiter in die Altstadt. Leider haben samstagmittags schon alle Geschäfte zu und so verweilen wir nicht lange.
    In Udby gibt es noch einen Naturlagerplatz, doch wir wollen weiter bis nach Mons Klingt. Die letzten 25 km ziehen sich dann aber doch noch. Erst wird es immer wärmer und schwüler und dann ziehen dunkele Wolken auf. Der Weg führt nun nur noch durch Felder und wird immer hügeliger. Die letzten 5 Kilometer entlad sich ein Sommergewitter aus uns herab. Und so geht es bergauf, mit Gegenwind und Regen zum Campingplatz Mons Klint.


    So macht radfahren Spass

    Der Platz ist sehr luxuriös, und da wir nur für eine Nacht bleiben interessiert es auch Niemanden, dass wir keine Dänische Campingkarte besitzen. Wir zahlen 200 DKK. Im Regen bauen wir schnell unser Zelt auf und kauern uns hinein. Jetzt bereue ich ein wenig, dass das SL3 kein großes Vorzelt hat um die ganzen nassen Sachen zu verstauen. Doch wir hängen einfach 2 Ecken vom Innenzelt aus und haben dann auch genug Platz.


    Camping Mons Klint

    Die Duschen sind heiß und sehr sauber. Der Platz hat einen großen Aufenthaltsraum mit Kochgelegenheiten. So kochen wir unseren Couscous mit Tikka Masalla Sauce bequem im Trockenen.
    Nach dem Essen kuscheln wir uns in die verbleibenden 2/3 unseres Zeltes und schlafen müde aber zufrieden ein.



    9. Etappe

    Camping Mons Klingt – Sandvig (50 km)

    Um 8 Uhr klingelt A.s Handy. Die Nacht war gut und trocken. Wir packen zusammen und frühstücken im Aufenthaltsraum. Im kleinen Campingplatz-Kiosk gibt es sogar frische Brötchen.

    Es ist deutlich kühler als am Tag zuvor. Wir legen eine Schicht mehr an und fahren die letzten 2 km vom Campingplatz bis nach Mons Klint. Die Strecke ähnelt streckenweise einem MTB Singletrail. Mir macht es Spaß. So sausen wir dann bergauf – bergab bis zum Geo Center Mons Klint.


    kurz vor Mons Klint wird es sportlich

    Hier stellen wir die Räder ab und gehen zu Fuß auf Erkundungstour. Ein kleiner Rundweg führt zuerst durch den Wald immer oben an der Klippe entlang. Man hat einen grandiosen Ausblick auf die weißen Kreidefelsen und das Türkise Meer. An einer steilen Treppe steigen wir hunderte Stufen hinab ans Meer. Der Strand besteht aus grobem Kies und überall liegen Baumstämme herum. Wir suchen fleißig nach Fossilien, doch der große Fund stellt sich nicht ein.


    Kreide

    Eine zweite Treppe führt wieder hinauf zum Besucherzentrum. Dort füllen wir nochmal unsere Wasserflaschen auf. Der Weg führt steil bergab und wir sausen mit top Speed wieder in Richtung Westen. Doch schon bald geht es wieder im ständigen Wechsel auf und ab. Es hat sich ein kräftiger Gegenwind eingestellt, der uns ganz schön einbremst. Wir kommen nur mühsam voran.


    Von Mons Klint zurück nach Stege

    Vor Rabylille Strand führt der Weg in den Wald und wird sehr holperig. An einer Gabelung wissen wir erst nicht weiter. Wir suchen eine Weile ehe wir uns nach Gefühl entschließen einen Trampelpfad zu folgen der dem Weidezaun folgt. Der Weg ist kaum als solcher zu erkennen. Später stellt sich heraus, dass es sich bei dem Weg tatsächlich auf um einen offiziellen Radweg handelt.


    Der offizielle Radweg?

    Doch bald haben wir das Meer wieder erreicht und fahren durch Siedlungen von Ferienhäusern mit privatem Strand. Es geht nun erst zurück nach Stege ehe wir einer sehr stark befahrenen Straße folgen müssen. Der Gegenwind begleitet uns weiterhin.

    An einem Autorastplatz legen wir eine Pause ein. Der Wind kann nun endlich auch einmal für uns arbeiten. Wir hängen das Zelt in den Wind und dieser trocknet es in wenigen Minuten. Wir fahren weiter an der Straße entlang, haben aber nun endlich einen eigenen Radweg. A. lernt nun endlich Windschattenfahren. Zur nächsten Insel führt eine imposante Brücke. Die müssen wir natürlich auch hochstrampeln. Bergab strampeln wir um voran zu kommen.


    Da müssen wir rüber


    und rauf

    Ein kurzer Abstecher in den Ort sorgt für prall gefüllte Proviantbeutel.

    Mit viel Wind geht es über die Dörfer. Der Blick auf das Meer ist immer mal wieder frei. Wir erreichen Sandvig. Vom Rockstock Radler wissen wir, dass hier ein schöner Shelterplatz ist. Am Radweg ist sogar ein Schild. Der Platz liegt direkt neben dem Yachthafen des Dorfes und wir finden ihn leicht. Es gibt 2 Shelter mit Feuerstellen und Bänken und Tischen. Sogar ein WC Häuschen ist vorhanden. Wir wollten eigentlich noch bis Presto weiter, doch der Platz ist so schön, dass wir uns entschließen zu bleiben.


    Das Zelt bleibt heute eingepackt


    Blick aus dem Shelter


    Ausrüstungsgegenstand des Jahres - GSI Coffee Press

    A. kocht uns einen schönen heißen Kaffee, wir setzen uns auf einen Holzsteg am Hafen und lesen unsere Urlaubslektüre in der Sonne. Der Platz ist total ruhig, obwohl er zentral im Ort liegt. Für den Abend sammeln wir im Umkreis noch etwas Feuerholz. Abends essen wir erneut Couscous, diesmal aber mit Thai Curry und Erbsen und Möhren. Abend prasselt ein Feuer und es bleibt noch eine gefühlte Ewigkeit hell. Wir schlafen im offenen Shelter mit Blick auf das Meer.


    10. Etappe

    Sandvig – Stroby (90 km)


    Es wird schon sehr früh hell. A. guckt Sonnenaufgang um 5 Uhr. Die Sonne scheint auch direkt in den Shelter hinein und weckt mich wenig später auf. Um Sieben genießen wir den frühen Morgen bei Kaffee und Frühstück. Wir radeln los und werden vom starken Wind überrascht. Der Platz lag im Windschatten, doch als wir diesen verlassen werden wir erneut kräftig angeblasen.


    Wieder auf der Nationalroute 9

    Über Felder geht es nach Presto. Hier kaufen wir fürs nächste Abendessen ein. Eigentlich total unnötig, da wir während des Tages noch an einigen Einkaufmöglichkeiten vorbeikommen.


    Immer über Felder

    An einer stark befahrenen Straße geht es nach Fackse Ladeplads. Wir kaufen noch frische Erdbeeren und schieben dir Räder durch den Sand an den Strand. Dort machen wir Mittag.


    Fakse Ladeplads

    Wir fahren weiter und wollen eigentlich nochmal Baden gehen. So versuchen wir vor Rodvig nochmal ans Meer zu kommen. Doch dort wo wir den Strand erreichen ist es nicht schön und eine riesige Kolonie Schwäne bewacht ihr Revier.
    In Hojerup wartet eine weitere schöne Kirche auf den kulturell interessierten Radreisenden. Die Steilküste hat sich über die Jahre immer weiter ins Land gefressen und so die Hälfte der Kirche ins Meer stürzen lassen. Wir steigen hinab über eine weitere steile Treppe hinunter an den Strand und bewundern die Steilküste auch aus dieser Perspektive. Leider gibt es in Hojerup kein Eis, sonst wäre es der perfekte Stopp gewesen.


    Steilküste


    Und nochmal von oben

    Am Naturzentrum Stevens soll ein weitere schöner Naturlagerplatz liegen. Diesen finden wir auch. Der Platz ist eigentlich super. Wasser, Feuerstelle, ein Shelter und sanitäre Anlagen. Dazu liegt er in einer Parkähnlichen Anlage direkt an der Steilküste. Doch neben dem Park liegt eine Art Flüchtlings-Lager / Asylantenheim und es kommen auch dauernd Touristen an dem Shelter vorbei. Wir haben keine Lust so auf dem Präsentierteller zu übernachten. Wir konsultieren die Karte und stellen fest, dass es noch über 20 km bis zum nächsten Campingplatz sind. Trotz dem vorherrschenden Gegenwind fassen wir den Entschluss weiterzufahren.

    Der Wind ist nun brutal und die offenen Felder über die der Weg führt bieten keinerlei Schutz. Ich fahre vor und A. versucht im Windschatten zu bleiben. Doch ich schaffe kaum mehr als 13 km/h im Wind. Doch auch diese Plackerei hat irgendwann ein Ende und wir komme in Stroby Ladeplads an. An der ausgeschriebenen Stelle finden wir den Campingplatz nicht. Dieser befindet sich nicht wie ausgeschrieben an der ersten sondern in der zweiten Querstraße.


    Privathaus vor Stroby

    Wir finden den Platz und finden ihn erst überhaupt nicht schön. Es ist ein typischer Campingplatz, dessen Parzellen ja eher auf Wohnwagen als auf kleine Zelte ausgelegt sind. Zudem braucht man für Alles eine Camping-Chipkarte, sogar das warme Wasser zum Spülen kostet extra.
    Wir kochen eine riesige Portion Nudeln mit Tomaten-Thunfisch Sauce und Käse die wir in Rekordzeit verputzen. Um 21 Uhr sind wir bereits eingeschlafen.
    Geändert von sebastian75 (11.07.2013 um 21:21 Uhr) Grund: Bilder eingefügt

  13. Anfänger im Forum

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    AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #13
    Fühl dich nicht gedrängt und schreib nicht die Nächte durch, wegen unserer nahenden Abfahrt.

    Wir wollen auch auf mehreren Naturrastplätzen zelten, in der Hoffnung das diese in den Sommerferien nicht schon besetzt sind. Wir sind mit unseren Töchtern mit 2 Zelten unterwegs.
    Auf Gegenwind sind wir gefasst, haben die letzten Radreisen uns schon abgehärtet.
    Eine nützliche Info war der entstehende Campingplatz vor Güstrow, gibt ja nicht so viele zwischen Krakow und Rostock.

  14. AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #14
    Bilder eingefügt.

  15. Alter Hase
    Avatar von Goettergatte
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    AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #15
    Schöne Tour,


    dem interessierten Leser sei von mir mitgeteilt:
    Das "Privathaus" ist Burg Gjorslev,
    aus der Zeit kurz vor 1400, der Regierungszeit Margaretes I,
    derjenigen Margarete, der es gelang, die drei skandinavischen Königreich unter der dänischen Krone zu vereinen,
    und die somit ein Reich regierte, das zumindest auf dem Papier, von der Davisstraße zum Ladogasee reichte.
    Es ist die einzige NICHT königliche Burg, die während ihrer Regierung errichtet wurde
    (ihr alleiniges Burgenbaurecht wurde sonst strikt eingehalten),
    der Erbauer war Peder Jensen Lodehat, Bischof von Roskilde,
    ihr engster Berater.
    "Wärme wünscht/ der vom Wege kommt----------------------
    Mit erkaltetem Knie;------------------------------
    Mit Kost und Kleidern/ erquicke den Wandrer,-----------------
    Der über Felsen fuhr."________havamal
    --------

  16. Anfänger im Forum

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    AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #16
    Schöne Bilder, schöne Landschaft .... Ich freu mich auf den Urlaub.

    Wir werden nach der Burg Gjorslev vor Stroby susschau halten, wollen ja auch was von der Kultur des Landes mitbekommen.

  17. Moderator
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    AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #17
    Zitat Zitat von sebastian75 Beitrag anzeigen
    Büstow ist bald erreicht.
    Schön geschrieben, aber die Stadt heißt BÜTZOW.
    Klar ist überhaupt nichts - aber das dafür umso deutlicher.

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    Avatar von lina
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    AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #18
    Dachte ich mir’s doch, dass das eigentlich Bützow sein müsste, aber man weiß ja nie ...
    Und schön zu hören, dass das mit den dänischen Naturlagerplätzen gut klappt. Vielen Dank für den Bericht!

  19. AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #19
    11. Etappe

    Stroby – Ishoj (59 km)

    Vom Campingplatz fahren wir direkt zurück zur Straße am Meer. Immer am Wasser entlang geht es jetzt Richtung Koge. Man merkt, dass wir uns Kopenhagen nähern. Es wird urbaner und der Verkehr immer stärker. Doch in Koge wird es erst einmal wieder idyllisch. Auf dem Marktplatz machen wir eine Pause und trinken den teuersten Milchkaffee unseres Lebens. Danach besuchen wir die Touristeninformation uns nutzen das freie Wifi um mit unserer Gastgeberin in Kopenhagen noch einmal Kontakt aufzunehmen.


    Marktplatz Koge

    Wir verlassen Koge und Koge Bugt und fahren in einer weiten Schleife über die Dörfer. Der Wind ist immer noch recht stark, doch bei der heuten kurzen Etappe kann uns das nichts anhaben.


    Koge

    In Ishoj trifft der Radweg dann wieder auf das Meer. Der Weg führt auf einer Art vorgelagerter Halbinsel entlang. Ohne Autoverkehr und mit bester Aussicht erreichen wir bald das Arken Kunstmuseum. Leider hat es am heutigen Tage schon zu und am nächsten Tag Ruhetag.


    Vor Ishoj

    Vor dem Museum biegen wir links ab in Richtung Festland. Es befinden sich direkt 2 Campingplätze am Weg und so haben wir die Qual der Wahl. Wir investieren ein wenig Zeit und kundschaften beide aus. Der Platz der näher am Meer liegt erscheint uns schöner.


    Yachthafen

    Wir trudeln eine Viertelstunde vor Pfortenschluss dort ein und bekommen einen super Platz direkt am Wasser zugewiesen. Hier hat man noch ein Herz für „Zelter“. Die erste Reihe am Wasser ist für Wohnwagen / Wohnmobile tabu. Und es gibt sogar eine Picknickbank die wir nutzen können.


    Was ein schöner Platz!

    Wir bauen schnell das Zelt auf und fahren noch in die Stadt um ein Abendessen einzukaufen. Wir erliegen unserem Appetite. An der Kasse ist eine komplette Ortlieb-Tasche plötzlich voll essen.
    Zurück am Platz kochen wir also 3 leckere Gänge und verputzen diese mit Blick aufs Wasser.

    12. Etappe

    Ishoj – Kopenhagen (20 km)


    Auch der letzte Tourentag beginnt mit strahlendem Sonnenschein. Obwohl wir nun nahe an der Großstadt sind ist die Etappe sehr ruhig und grün.
    Zuerst geht es zurück zum Museum und dann wieder am Wasser entlang. Dann geht es über eine große Brücke in ein Waldgebiet kurz vor Kopenhagen. Dort befindet sich direkt neben einem Ultramodernen Apartment-Komplex (mit Kanu-Kanal um den Komplex herum) ein Naturzentrum.

    Der Weg führt jetzt direkt nach Norden, noch kurz an einem Golfplatz vorbei und schon sind wir in Kopenhagen. Dort sind wir zuerst vom Verkehr überfordert. Mit jeder Ampelphase schieben sich dutzende Radfahrer über die Kreuzungen. Doch bald schwimmen wir im Verkehr mit.


    sightseeing by bike

    Am Tivoli halten wir und haben den offiziellen Teil der Tour damit erledigt. Zur Kür radeln wir noch kurz zur kleinen Meerjungfrau.


    Zweimal Alu - einmal Bronze

    Danach geht es direkt zu unserer Unterkunft direkt neben dem botanischen Garten. Wir laden die Räder ab und verwandeln uns von Radfahrern in normale Touristen.


    Kopenhagen - Nyhavn

    Die nächsten drei Tage erkunden wir die Stadt zu Fuss. Kopenhagen ist ein Traum und so vergeht die Zeit leider viel zu schnell. Der Nachtzug fährt 3 Tage später am frühen Abend in Kopenhagen ab und ist am nächsten Morgen um 7 in Köln. Stressfrei, ohne Umzusteigen und mit reservierten Plätzen für uns und die Räder. Zumindestens in der Theorie, aber das ist eine andere Geschicht.


    Es war unsere erste große gemeinsame Radtour und rückblickend kann man sagen war alles perfekt wie es war. Der Radweg ist unglaublich schön und sehr abwechslungsreich. Wir wären am liebsten noch ewig weitergefahren.

    Dänemark, wir kommen wieder! Versprochen!

  20. Anfänger im Forum

    Dabei seit
    06.07.2013
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    AW: [DE][DK] Berlin - Kopenhagen Radweg 2013

    #20
    Bei uns geht es jetze gleich sofort los. Mal schauen ob wir was wiedererkennen.
    Danke für den Reisebericht.

    Hej hej

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