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  1. Hobbycamper Lebt im Forum

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    [NO] Von Tyinkrysset nach Finse - auf Ski durch Skarvheimen

    #1
    Mitreisende: Nicht übertreiben
    Etwas spontan bekam ich dieses Jahr mal wieder die Gelegenheit auf Wintertour zu gehen. Nach einigen Touren durch Jotunheimen und die Hardangervidda wollten wir uns dieses Jahr die Verbindung zwischen den beiden Gebirgen anschauen, Skarvheimen. Insgesamt habe ich zwar nur eine Woche Zeit, aber da die Strecke nicht sehr lang ist, sollte es gut machbar sein.

    Wie schon auf einigen anderen Touren, will ich dieses Jahr wieder mit einem guten Freund von mir, der inzwischen in Oslo lebt, los ziehen. Im Gegensatz zu den letzten Wanderungen entscheiden wir uns dieses Jahr fuer die Komfort-Variante und planen eine Huettentour - fuer mich eine Premiere, die mich, was das Packen angeht, wieder mal vor neue Herausforderungen stellt... zumal ich eh mal wieder zu spaet dran bin und erst in der Nacht vorm Abflug mein Zeug zusammen krame, der Proviant wird dann auf dem Weg zum Flughafen besorgt. Man kann das zeit-optimiert nennen... oder einfach ein bisschen stressig

    2 Tage vorm Start der Tour gab es dann nochmal schlechte Nachrichten. Meine Reisebegleitung faellt wegen Fieber aus. Spontan entscheide ich mich, die Tour alleine zu laufen. Es ist die Woche vor Ostern, so dass auch so genug Leute unterwegs sein sollten und ausserdem ist die Wettervorhersage so fantastisch, dass ich es mir nie verzeihen wuerde nicht los zu ziehen!
    Geändert von Nicht übertreiben (03.04.2013 um 01:33 Uhr)

  2. Hobbycamper Lebt im Forum

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    AW: [NO] Von Tyinkrysset nach Finse - auf Ski durch Skarvheimen

    #2
    1. Tourtag: Anreise Oslo Tyinkrysset, von Tyinkrysset nach Sulebu, ca. 15 km

    Mit dem Bus geht es von Oslo nach Tyinkrysset, dem Startpunkt meiner diesjaehrigen Tour. Sind die Fahrgaeste im Bus am Anfang noch bunt gemischt, bleiben nach und nach, je weiter wir nach Norden kommen, hauptsaechlich die Skifahrer uebrig.



    Bei einem kurzen Stop komme ich mit 2 Norwegern ins Gespraech. Schnell stellt sich heraus, dass wir die gleiche Route geplant haben, einmal im Jahr machen sie zu viert eine gemeinsame Ostertour - bzw. versuchen es, da es ihnen dieses Jahr zum ersten Mal gelungen ist vorher keine Verletzten zu produzieren.

    In Tyinkrysset, wo wir nachmittags ankommen, bereiten wir alles fuer unseren Abmarsch vor. Wir wollen heute noch die ca. 15 km zur unbewirtschafteten Huette Sulebu schaffen. Zu 5 setzen wir uns also in Bewegung und ich stelle schnell fest, dass ich da an eine sehr lustige Truppe geraten bin. Wir verstehen uns super und auch wenn ich mich ziemlich ranhalten muss, um auf meinen alten Schuppenski hinter den Wachsski der Norweger hinterher zu kommen, wird viel gelacht.







    Puenktlich zum Sonnenuntergang kommen wir an der Huette an und machen es uns gemuetlich. Waehrend ich mein Essen selber mit dabei habe (warum eigentlich ), brodelt bei den Norwegern bald der Lapskaus aus der Dose auf dem Ofen. Immerhin ist mein Rucksack morgen so ein bisschen leichter - bei den Norwegern auch, allerdings besteht dort die Balasterleichterung aus Hochprozentigem... Salmiakgeschmack, sehr lecker





    Nach 2 Naechten ohne viel Schlaf, bin ich dann allerdings einer der Ersten, die sich zum Schlafen zurueck ziehen. Hatte es vorhin in der Sonne noch -10C zeigt das Thermometer nun -26C... so eine Huette hat doch ihre Vorteile - vor allem wenn man sie fuer sich selbst hat, aber dazu spaeter mehr.
    Geändert von Nicht übertreiben (03.04.2013 um 18:00 Uhr)

  3. Fuchs
    Avatar von Julia
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    AW: [NO] Von Tyinkrysset nach Finse - auf Ski durch Skarvheimen

    #3
    Oh, schön! Auf diesen Bericht freu' ich mich sehr!

  4. Hobbycamper Lebt im Forum

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    AW: [NO] Von Tyinkrysset nach Finse - auf Ski durch Skarvheimen

    #4
    2. Tourtag: Sulebu - Breistølen - Bjordalsbu, 36 km

    Heute muss ich eine Entscheidung treffen - ursprunglich war geplant hauptsaechlich die unbewirtschafteten Huetten zu benutzen, nicht umsonst habe ich ja einige Kilo an Essen im Rucksack. Fuer mich wuerde das einen langen Tag bedeuten, die naechste dieser Huetten auf der Strecke ist Bjordalsbu. Meine neuen norwegischen Bekannten wollen jedoch lieber den Komfort der vollbewirtschafteten Huetten nutzen. Ich schiebe die Entscheidung vor mir her und habe sie damit insgeheim eigentlich schon getroffen...

    In aller Ruhe fruehstuecken wir, draussen ist keine Wolke am Himmel und wir geniessen das schoene Wetter. Als wir uns auf den Weg machen, ist es schon spaet, heute noch nach Bjordalsbu... keine Chance... insgeheim bin ich ueber die Entscheidung dankbar. Ich habe 3 Jahre nicht auf Ski gestanden und dieses Jahr auch nicht ganz so fit wie ich es sein koennte... da klingen 22 km statt 36 doch recht verlockend, zumal die letzten 14 km fast nur bergauf gehen!

    Das Wetter koennte perfekter nicht sein, -10C, keine Wolke am Himmel und kaum Wind - wenn der Wetterbericht stimmt, soll es die gesamte Woche so bleiben - tolle Aussichten!





    In einer langen Schlange lassen wir unsere Ski duch den Schnee pfluegen - wobei sie eher ueber den Schnee gleiten, durch den geringen Niederschlag und die kalten Temperaturen ist alles vereist. Ein Graus fuer jemanden, der Schuppenski hat, vor allem wenn von den Schuppen kaum noch etwas uebrig ist. Um den Anschluss an die Norweger zu halten, muss ich mich ganz schoen ins Zeug legen, jeden kleinen Anstieg meister ich in der Fischgraete. Kein schoenes Laufen, aber was solls!

    Gegen Mittag suchen wir uns einen freigeblasenen Felsen, rollen die Isomatten aus und machen es uns gemuetlich. Ich wuerde sagen wir erfuellen das Klischee von norwegischen Friluftsliv recht gut!



    Die Strecke ist landschaftlich sehr schoen, eine nette Mischung aus flachen Teilen und steileren Abschnitten. Die Abfahrten fordern mich aber ganz schoen. Ich habe, seit meinem Kabelriss in Jotunheimen auf der letzten Tour, eine neue Bindung (NNN) und die passenden neuen Schuhe. Alles doch ein bisschen weicher als meine vorherige Kombination. Dazu dann eine stark verharschte Schneeoberflaeche, die an Haengen starkes Aufkanten fordern und bei jeder Wendung die Ski durch den Harsch brechen lassen - das ich ausserdem seit 3 Jahren nicht mehr auf Ski gestanden habe, hatte ich erwaehnt, oder?





    Gegen 15 Uhr kommen wir dann an der finalen Abfahrt zur Huette in Breistølen an. Man kann im Tal schon die Stromleitungen und die Strasse erahnen. Als ich vor der steilen Abfahrt stehe, wird mir aber bewusst, dass ich vor den Annehmlichkeiten der Huette noch eine Herausforderung zu meistern habe. In engen Kehren zieht sich die Abfahrt durch verblocktes Gelaende, unten stehen dann rechts und links der Strecke noch Birken, ueberall glitzert das blanke Eis in der Sonne. Die Norweger haben sich schon mit Telemarkschwuengen in Richtung Tal gestuerzt. Ich lasse es deutlich langsamer angehen und quaele mich nach unten. Mehrfach schnalle ich dann doch die Ski ab um nicht ueber einen der steilen Abbrueche die Abkuerzung in Richtung Tal zu nehmen. Etwas gefrustet komme ich dann schliesslich an der Huette an, meine Fuesse sind gut verkrampft und ich bin froh, dass es fuer heute geschafft ist.

    Meine 4 Reisebegleiter sitzen vor der Huette in der Sonne und sind am Essen. Ihre Blicke irritieren mich allerdings ein wenig - vom Spass und guter Laune keine Spur.

    "Die Huette ist geschlossen.... "

    Ok, verarschen kann ich mich alleine, wer schliesst ueber Ostern, der Hauptsaison, eine Wanderhuette?

    Wer auch immer, es handelt sich tatsaechlich um keinen Scherz. Haette ich die Tour geplant, waere es mir wohl aufgefallen, Hinweise gibt es durch den DNT genug. Da diesmal aber mein Kumpel das uebernommen hat - und die Huette ja auch nicht eingeplant hatte, bin ich dann doch ein bisschen ueberrascht.

    Naja, was solls, bei -26C mit einem 3-Jahreszeitenschlafsack zu biwakieren geht bestimmt irgendwie, nach Spass klingt es aber nicht. Also weiter nach Bjordalsbu, sind ja nur noch 14 km bergauf... seufz....

    Die Norweger machen sich sofort auf den Weg, ich hole die Pause nach, die ich durch meine mangelnden Abfahrtkuenste versaeumt habe, ziehe dann meine (brandneuen!) Felle auf und mache mich ebenfalls auf den Weg.

    Schnell fuehrt der Weg in ein enges Flusstal, in das keine Sonne mehr faellt. Die beleuchtet zwar noch die Gipfel ueber mir, aber hier unten ist es ploetzlich empfindlich kalt. In Schlangenlinien windet sich der Bach, dem ich folge, den Berg hinauf (bzw. ich mich hinauf, der Bach herunter, wobei ich mich deutlich schneller bewege, das Wasser ist naemlich zu Eis erstarrt - keine Wunder in dieser Kuehlkammer).





    Die Felle rauschen leicht auf dem eisigen Schnee und ich verfalle in einen monotonen Rhythmus. Das blaue Licht betont die Rundungen der Berge und die Kaelte. Es ist schoen mal ein paar Kilometer alleine zu laufen und ich geniesse die absolute Ruhe, die mich umgibt. Gedankenverloren bringe ich den Aufstieg hinter mich und erreiche schliesslich ebeneres Gelaende. Hier hat vorhin noch die Sonne geschienen, inzwischen schaut sie nur noch knapp ueber die umliegenden Berggipfel. Die Temperatur ist deutlich gefallen und ich krame meine Ueberhandschuhe und die Gesichtsmaske aus dem Rucksack. Noch ein Schuck Tee, dann geht es weiter. Der leichte Wind, der die Berghaenge hinab kommt, laesst Pausen nicht wirklich angenehm werden.



    Ich mache noch ein paar Fotos und laufe dann weiter. Inzwischen setzt die Daemmerung immer schneller ein und bald laufe ich im Licht des (fast) Vollmondes. Jetzt ein Unfall und ich habe schnell ein Problem - vorsichtshalber lasse ich daher die Felle auf den Ski. Lieber etwas langsamer unterwegs, als irgendeinen Abhang runter, den ich im Schummerlicht uebersehe.



    Ich hoffe, dass meine norwegischen Begleiter die Huette wenigstens schon auf Temperatur gebracht haben, wenn ich dort ankomme. Mit den Wachsski konnten sie den Aufstieg auch ohne Felle meistern und waren auch auf der anschliessenden Ebene sicherlich einiges schneller unterwegs!



    Endlich steigt mir der Geruch von Rauch in die Nase, motiviert lege ich noch einen Zahn zu und erwarte um die naechste Ecke das Tal mit der Huette. Naja, das Tal ist da....

    Also weiter, immerhin wird der Geruch intensiver, zumindest zeitweise, bis er dann ploetzlich wieder verschwunden ist. Etwas verwirrt schaue ich mich um - ich bin doch nicht etwa vorbei gelaufen?

    Ein Blick auf die Karte bringt mir Gewissheit, ich muss noch ca. 1 km laufen, nur der Wind scheint leicht gedreht zu haben. Erst halte ich sie fuer einen Felsblock, aber das leichte Schimmern verraet dann dann doch die Huette. Ich schnalle die Ski ab, das Thermometer draussen zeigt -26C an. Als ich die Tuer oeffne, kommt mir ein warmer Luftschwall entgegen. So schnell ich kann schaele ich mich aus meinen Jacken um den Hitzewallungen zu entgehen. Hier wurde richtig eingeheizt, der Temperaturunterschied nach draussen betraegt ueber 50C!

    Anhand des Stimmengewirrs aus dem Hauptraum wird mir schnell klar, dass es diesmal deutlich mehr Besucher gibt. Als ich um die Ecke schaue, bin ich dann aber doch ein bisschen geschockt - mit so vielen Besuchern hatte ich dann doch nicht gerechnet, es ist knallvoll. Sofort werde ich vom ehrenamtlichen Huettenwirt, der die (eigentlich unbewirtschaftete) Huette waehrend der Osterzeit betreut, begruesst und darueber informiert, dass nur noch Plaetze auf dem Boden uebrig sind. Das ist mir fuer den Moment erstmal ziemlich egal, ich habe erstmal einfach ziemlich Hunger!

    Ich finde einen Platz bei meinen norwegischen Bekannten und esse erstmal was. Als schliesslich die Nachtruhe ausgerufen wird, muss jeder Platz in der Huette genutzt werden um die Gaeste unterzubringen. Das naechtliche Schnarchkonzert foerdert einen ruhigen Schlaf nicht gerade, genau wie der Weg zur Toilette, der ueber 5 Matratzen hinweg fuehrt. Ein Zelt, gebt mir ein Zelt...!
    Geändert von Nicht übertreiben (03.04.2013 um 18:05 Uhr)

  5. Hobbycamper Lebt im Forum

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    AW: [NO] Von Tyinkrysset nach Finse - auf Ski durch Skarvheimen

    #5
    3. Tourtag: Bjordalsbu - Iungdalshytta, 18 km

    Der Wetterbericht passt! Die Sonne scheint durch die Fenster der Huette und beleutet das gechaeftige Treiben. Ueberraschend schnell haben wir die Matratzen wieder in den vorgesehenen Ecken verstaut und die Tische und Stuehle wieder an Ort und Stelle gerueckt. Ich bin ehrlich froh, dass die Nacht vorbei ist. Ein bisschen Gesellschaft ist ja schoen, aber das war dann doch ein bisschen viel!

    Es dauert eine ganze Weile, bis ich meine Thermoskanne endlich mit heissem Wasser fuellen kann, die Schlange ist lang. Anschliessend geht es dann endlich raus. Gefuehlt ist es deutlich kaelter als gestern und die Norweger diskutieren eifrig ueber den richtigen Wachs (darueber kann man stundenlang sprechen, ist fast noch besser als ein Gespraech ueber das Wetter, oder man kombiniert beides geschickt miteinander!). Ich ziehe meine Felle ab und muster meine Schuppen - bei frischem Schnee fand ich sie bisher immer ganz ok, aber inzwischen wuensche ich mir doch Wachsski!



    Die Menschenmenge in der Huette verteilt sich nach unserem Aufbruch schnell und wir sind wieder alleine im Fjell unterwegs. Heute haben wir das Erholungsprogramm geplant. Nur 18 km und dazu geht es ueberwiegend bergab. Tolle Aussichten - und eine wirklich tolle Abfahrt, von See zu See geht es durch mehrere Stufen berab. Obwohl wir uns wirklich Zeit lassen und uns einige Pausen goennen, sind wir bereits gegen Mittag in Iungdalshytta. Entspannt richten wir uns ein und geniessen anschliessend eine warme Dusche und die gemuetliche Atmosphaere in der Huette. Einfach mal so da sitzen, die umliegenden, schneebedeckten Berge durch die Fenster geniessen und dabei Schokolade und Tee... es gibt schlimmeres auf dieser Welt!





    Abends schliesse ich mich dann den Norwegern an und nehme am Abendessen teil. Trockennahrung ist zwar nett, aber der Duft aus der Kueche ist einfach zu verlockend um widerstehen zu koennen. Es ist mein erstes Huettenessen, die Stimmung am Tisch ist super und das Essen wird von der Huettenwirtin in blumigen Worten vorgestellt.

    Abends komme ich dann noch mit 2 Tourguides des DNT ins Gespraech, die sich zu unserer Gruppe hinzu gesellen. Es wird ein sehr netter Abend - und ein langer, als letzte verlassen wir die Huette und gehen rueber in die kleine Huette in der unsere Schlafplaetze sind. Irgendwer hat zum trocknen der Klamotten den Holzofen dort nochmal kraeftig eingeheizt. Es ist wie in der Sauna und ich bin froh nicht in der oberen Etage schlafen zu muessen - man lernt ja dazu... immer unten und immer am Rand
    Geändert von Nicht übertreiben (03.04.2013 um 18:09 Uhr)

  6. Erfahren

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    AW: [NO] Von Tyinkrysset nach Finse - auf Ski durch Skarvheimen

    #6
    Hi,
    und noch so ein toller Bericht, da werden Erinnerungen wach. In Skarvheimen habe ich meine erste Wintertour in der Nachosterwoche 2010 gemacht und habe das Gebiet als sehr schön und anspruchsvoll in Erinnerung. Für den 2. Tourtag hast Du Dir aber gut die Kante gegeben: das dürften ca. 33 km und reichlich Höhenmeter gewesen sein, nicht schlecht.
    Die Bjordalsbu hatte ich für mich allein, allerdings war die Hütte auch nicht eingeheizt.
    Der Unterschied zwischen der Vor- und Nachosterwoche ist immer wieder krass: Ostersamstag ist das Fjell noch "proppevoll", Ostermontag sind alle wieder zu Hause und man ist allein unterwegs.
    Ich freue mich schon auf den weiteren Bericht.
    Gruß
    Ulrich

  7. Hobbycamper Lebt im Forum

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    AW: [NO] Von Tyinkrysset nach Finse - auf Ski durch Skarvheimen

    #7
    4. Tourtag Iungdalshytta - Kongshelleren - Geiterygghytta, 28 km

    Heute wartet wieder eine laenger Tour auf uns. Laut Karte geht es erstmal ein Stueck ueber den See und dann in mehreren Stufen steil bergauf. Eine Norwegerin in der Huette hatte mir am Vorabend schon geraten die Felle gleich an der Huette aufzuziehen und erst auf dem letzten Seensystem vor Kongshellern abzuziehen, da zum Schluss nochmal ein steiler Anstieg kommt.

    Da ich meine Norweger durch meine so deutlich gebremsten Ski nicht aufhalten will, schlage ich vor heute getrennt zu laufen, was auch angenommen wird. Die Kurzfelle der Asnes-Ski sind doch deutlich schneller auf und ab gezogen und ich inzwischen echt beeindruckt, was fuer Steigerungen sich nur mit gut gewachsten Ski bewaeltigen lassen.



    Als der erste steile Anstieg vor mir liegt, bin ich froh bergauf zu muessen. Die Abfahrt wuerde ich wohl lieber zu Fuss gehen. Ein Norweger, der anscheinend zur Bergrettung gehoert, ist von meinen Gedanken wenig beeindruckt. Mit einer 3m-Pulka, die schwer mit allem moeglichen Rettungsequipment beladen ist und einem Husky an einer Leine umkurvt er mit perfektem Telemarkschwung die aufsteigenden Skiwanderer. Wer es kann, kann es...

    Ich bin froh auf die Norwegerin in der Huette gehoert zu haben. Fuer eine Weile flacht das Gelaende deutlich ab und wenn ich nicht die Karte haette, waeren wohl die Felle wieder im Rucksack gelandet. So bin ich vorgewarnt und nicht all zu ueberrascht, als hinter der naechsten Kurve nochmal ein kraeftiger Anstieg auf mich wartet. Viele der Norweger haben den offenbar unterschaetzt und so kann ich durch die Felle wieder ein paar Plaetze gut machen. Im gleichmaessigen Tempo ziehe ich in Falllinie bergauf, waehrend sich neben mir die Norweger im V abmuehen.

    Ploetzlich hoere ich hinter mir das gleichmaessige Knarren von zwei Paar Ski. Ich schaue mich um und blicke in die strahlenden Gesichter der beiden DNT- Guides. Das Paar hat keine Felle und schafft es trotzdem meiner Spur zu folgen - bzw. folge ich kurz darauf ihrer Spur. Beeindruckend schnell ziehen sie davon.

    Als ich etwas spaeter ian der Huette Kongshelleren ankomme, treffe ich meine Norweger wieder. Wir schnacken ein bisschen, dann trennen sich unsere Wege bis zum Abend wieder. Die Haelfte der heutigen Tour habe ich schon hinter mir, das Wetter nach wie vor grossartig und die Brote aus der Huette machen sich als Alternative zu Schokoriegeln, Nuessen und Salami auch nicht schlecht...



    Nachdem ich mehrer Frage zu meiner Fototasche beantwortet habe, die bei den Norwegern gut ankommt (Ortlieb Aquazoom...), will ich mich gerade wieder auf den Weg machen, als ich von hinten angesprochen werde.

    Ueberrascht schaue ich mich um - einer der beiden Guides rauscht von einem der Huegel hinter der Huette heran, wo die beiden offenbar etwas abseits der Menge ihre Pause gemacht haben. Noch ahne ich nicht, dass dort ein Tipp auf mich zukommt, den ich in den naechsten Tagen noch lieben lernen werde.

    "Dein Ski greift nicht, du hast den falschen Wachs..." konfrontiert er mich mit der traurigen Realitaet
    "Schuppenski, gar kein Wachs..."
    "Nimm blauen, der ist genau richtig"

    Etwas misstrauisch schaue ich ihn an, aber so dumm klingt der Vorschlag gar nicht. Ich nehme den angeboteten Wachs und versuche es einfach mal. Von gleichmaessiger Verteilung kann zwar keine Rede sein, unter den Schuppen zeichnet sich aber immer mehr eine, wenn auch etwas klumpige, blaue Schicht ab. Ich bin gespannt...

    Die kurze Abfahrt zum See runter wird zur Comedy fuer alle Zuschauer (und davon gibt es einige). Der stollige Wachs reisst mir bei jeder kleinen Unebenheit den Ski nach hinten und ich wanke wild hin und her. Irgendwie bleibe ich trotzdem aufrecht und atme erstmal tief durch.

    Auf dem See versuche ich die ersten Schritte. Der Wachs funktioniert, der Wachs klebt gut in der eisigen Spur - leider in beide Richtung, die Ski laufen sich wie mit Fellen - nur sind sie etwas leichter. Ich schiebe mich weiter vorwaerts und stelle fest, wie es langsam immer besser wird. Nach einem knappen Kilometer kann ich zum ersten Mal auf dieser Tour wieder ueber laengere Zeit vernuenftig Ski laufen. Es ist ein Traum das Surren der Ski in der Gleitphase zu hoeren!



    Hochmotiviert und mit der im Vergleich zu vorher gefuehlt doppelten Geschwindigkeit rase ich ueber das flache Fjell. Ab jetzt wird es ueberwiegend bergab gehen und in der Tat, nachdem ich die Seen hinter mir habe, warten die ersten Abfahrten auf mich. Die Spur und das Gelaende drum herum zeigt deutlich: Hier ist Schuss angesagt, die Schneestrukturen sind teilweise einen guten Meter hoch und die Spur, die hindurch fuehrt, gleicht einer Buckelpiste. Zum Glueck ist der ueberschuessige Wachs inzwischen weg und so gleite ich unbeschadet durch das Chaos der Schneegebilde.

    Als es danach nochmal bergauf geht, muss ich feststellen, dass der Wachs anscheinend komplett wieder weg ist. Ich muss wieder die Felle aufziehen. Aber alleine das Wissen, dass es eine Loesung fuer mein Haftungsproblem gibt, beruhigt mich doch sehr.

    Als ich im Tal bei der Huette ankomme, haben die Norweger mir bereits ein Bett organisiert und Abendessen gebucht. So wird mein Rucksack auch an diesem Tag nicht wirklich viel leichter, aber inzwischen habe ich mich doch einigermassen dran gewoehnt...

    Fotografisch habe ich heute abend grosse Plaene, mir wurde gesagt, dass an der Geiterygghytta jeden Abend ein Polarfuchs zum Essen kommt. Den will ich natuerlich vor die Kamera bekommen - leider werde ich enttaeuscht, der Fuchs ist wohl seit bereits 2 Jahren nicht mehr aufgetaucht... schade! Offenbar wurden in der Umgebung der Huette einiger der Fuechse ausgewildert um wieder einen Bestand aufzubauen.



    Das Abendessen ist wieder sehr lecker und anschliessend werden die Energieprobleme der Zukunft geloest. Es wird eine erstaunlich wissenschaftliche Diskussionsrunde, Energie ist in Norwegen ein ziemlich dominantes Thema!
    Geändert von Nicht übertreiben (03.04.2013 um 18:13 Uhr)

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    #8
    5. Tourtag: Geiterygghytta - Finse, ca. 15 km

    Heute wartet nur noch eine kurze Etappe auf uns, was gerade meinen norwegischen Begleitern entgegen kommt. Sie planen den Zug nach Bergen zu nehmen, um dann mit dem Nachtbus zurueck nach Stavanger zu fahren. Ich selbst habe noch bis Freitag nachmittag Zeit, die ich mit meinem Kumpel aus Oslo verbringen will, der inzwischen wieder fit und seit gestern nachmittag in Finse ist.

    Nachdem ich in der Huette blaues Wachs gekauft habe, machen wir noch ein paar Abfahrtuebungen am Hausberg bei denen ich noch ein paar Tipps bekomme, anschliessend dann noch einige Gruppenfotos, erst gegen kurz vor 12 kommen wir los.



    Da die Lawinengefahr ueberschaubar ist, nehmen wir eine Abkuerzung von der normalen, markierten Route und koennen so nochmal ein paar Kilometer sparen. So sind wir dann mehr als rechtzeitig in Finse. Bei der Abfahrt runter in den Ort ziehen mir die Norweger wieder davon, ich kuesse 2x den Schnee - einmal einfach so, einmal bei dem Versuch einer Notbremsung, da in einem anderen Sturz-Krater ein Beutel mit Asnes-Kurzfellen liegt, die der Besitzer sicherlich vermissen duerfte.



    Da ich meine Bekannten am Bahnhof in Finse nicht finden kann, mache ich mich weiter auf den Weg zur DNT-Huette. Vermutlich sitzen sie dort und trinken bereits ein Bier.

    Dort treffe ich aber nur meinen Freund aus Oslo und natuerlich wird erstmal ausfuehrlich ueber die letzten Tage berichtet. Als ich mich kurz vor der geplanten Abfahrt des Zuges auf den Weg zum Bahnhof machen will, staune ich nicht schlecht. Ueber den See kommen mir die 4 Norweger entgegen. Der Nachtbus faehrt nicht mehr und so wollen sie dann doch erst morgen los. In Skiklamotten in einem Hotel in Bergen wuerden sie auch etwas deplaziert wirken





    Waerend sie sich auf den Weg zur Huette machen, unternehmen wir noch eine kurze Tour auf einen kleinen Berg in der Umgebung um von dort den Sonnenuntergang zu geniessen. Anschliessend geht es bei stetig fallenden Temperaturen im Eiltempo zurueck zur Huette. Dort wartet das Abendessen und anschliessend ein lustiger Abschlussabend mit meinen Tourbegleitern auf uns.
    Geändert von Nicht übertreiben (03.04.2013 um 18:16 Uhr)

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    #9
    6. Tourtag: Rundtour ueber den Hardangerjokulen, 22 km

    Da wir heute abend wieder nach Finse zurueck kommen werden, kann es heute mit leichterem Gepaeck los gehen. Wir haben uns beim Fruehstueck absichtlich Zeit gelassen, um dem befuerchteten Massenansturm auf den Gletscher zu entgehen.

    Als wir los ziehen, macht sich das positiv bemerkbar. Wir sind fast alleine unterwegs. Geht es anfangs noch ueber den See und dann in leichter Steigung in Richtung Gletscher, ziehen wir dann an der Apelsin Hytta die Felle auf. Von hier an geht es ab jetzt steil bergauf. Einige Norweger sind tatsaechlich komplett ohne Felle unterwegs und tun sich entsprechend schwer. Wir hingegen koennen wie auf Schienen bergauf laufen und setzen uns recht schnell mit weitem Vorsprung an die Spitze unserer kleinen Gruppe.



    Oben auf dem Gletscher angekommen, laeuft es sich einfach fantastisch. Der Wachs unter den Ski greift hervorragend und durch das stetige, leichte Gefaelle rasen wir nur so dahin. Das leichte Rucksackgewicht tut das uebrige.

    Die Aussicht ist fantastisch, die Bergspitzen des Hurrungane im Norden, im Osten der Aussichtsberg Gaustatoppen und im Sueden das Wahrzeichen der Vidda, der Tafelberg Hårteigen. So einen Blick hatte ich noch nie!



    Spaeter geht es dann deutlich steiler bergab, das Gelaende ist zwr recht weitlaeufig, aber ich tue mich trotzdem mit dem verharschten Schnee wieder sehr schwer. Selbstvertrauen sieht anders aus... seufz... Auf jeden Fall bin ich froh, als der Boden unter meinen Fuessen wieder weniger Gefaelle aufweist.

    Die letzten Kilometer zur Huette vereinen wir uns wieder mit den anderen Tagestourengehern. Kurz vor der Huette zweigen wir nochmal von der Loipe ab und machen auf einem Felsen eine laenger Pause.







    Anschliessend geniessen wir die noch halbwegs leere Finse-Huette. Nach dem Abendessen ziehen wir dann nochmal mit den Kameras los, um ein paar Aufnahmen zu machen. Die Temperatur liegt nur bei -18C, sollte sich da etwa ein Wetterumschwung ankuendigen?
    Geändert von Nicht übertreiben (03.04.2013 um 18:19 Uhr)

  10. Hobbycamper Lebt im Forum

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    #10
    7. Tourtag: Finse - Klemsbu - Finse, Abreise nach Oslo, 14 km

    Gegen 14:30 Uhr geht heute der Zug zurueck nach Oslo. Fuer eine groessere Tour reicht die Zeit daher nicht mehr, ein bisschen wollen wir das Wetter aber noch ausnutzen. Spontan entschliessen wir uns zum Waffeln essen zur Huette Klemsbu zu laufen. hin sind es ca. 7 km bergauf, da wir den Weg aber auf der gleichen Strecke wieder zurueck laufen, kommen wir da entsprechend schnell voran.

    Beim Aufbruch sieht es erstmal nach einem Wetterumbruch aus. Eine dichte Wolkenfront schiebt sich ueber Finse und es beginnt zu schneien. Uns stoert es erstmal nicht, erleichtert es uns doch den Abschied und beschert uns nochmal ein paar andere Lichtsituationen.









    Schnell ist aber wieder alles beim Alten, die Sonne setzt sich durch und wir schwitzen uns den Berg hinauf. Die Huette selbst ist sehr schoen und rustikal, auf einem mit Feuer beheizten Waffeleisen wird hier frisch zubreitet. Die Waffeln selbst hingegend sind so lala, da gibt es deutlich bessere...



    Anschliessend geht es im Eiltempo wieder zurueck in Richtung Finse. Die letzten Stunden bis zur Abfahrt des Zuges verbringen wir dort am Bahnhof in der warmen Sonne und packen alles nochmal vernuenftig um.







    Die anschliessende Zugfahrt laeuft weitgehend ereignisfrei und gegen 21 Uhr sitzen wir dann bei einem Teller dampfender Nudeln und schauen uns Dias vergangener Touren an.

    Morgen um 8:30 geht mein Flieger zurueck nach Berlin - meine Blasen an den Fuessen wird es freuen, ich bin bereits jetzt schon wieder wehmuetig. Nach der Tour ist vor der Tour!
    Geändert von Nicht übertreiben (03.04.2013 um 18:22 Uhr)

  11. Hobbycamper Lebt im Forum

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    #11
    Fazit:

    Da es meine erste reine Huettentour war, ist natuerlich schon die Frage wie es mir gefallen hat. Die Begleitumstaende waren natuerlich super, das beste Wetter, das ich jemals hatte, nette Begleitung die viel Spass gemacht hat usw. Auch die norwegischen Huetten finde ich immer wieder sehr gemuetlich und schoen (mal abgesehen von dem ueberfuellen Schlaflager in der Bjordalsbu)

    Irgendwie hat trotzdem ein bisschen was gefehlt, so ein Zelt bringt halt nochmal eine zusaetzliche Abenteuer-Komponente ins Spiel, die sehr viel Spass machen kann. Ausserdem hat man dadurch die Moeglichkeit die Tour deutlich flexibler zu gestalten und die Kilometer gleichmaessiger zu verteilen. Als Alleingaenger fand ich die Tour aber so sehr gelungen, zelten bringt zu zweit einfach mehr Spass, gerade im Winter.

  12. Liebt das Forum
    Avatar von Torres
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    AW: [NO] Von Tyinkrysset nach Finse - auf Ski durch Skarvheimen

    #12
    Herzlichen Dank für den schönen und informativen Reisebericht. Ich habe ihn eben verschlungen. Man erfährt da doch sehr vieles, was für andere vielleicht selbstverständlich ist. Außerdem natürlich auch schön, mal wieder etwas von Dir zu hören.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  13. Alter Hase
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    [NO] Von Tyinkrysset nach Finse - auf Ski durch Skarvheimen

    #13
    Tolle Erinnerungen werden wach, ich bin vor 14(?) Jahren fast die identische Strecke gelaufen. Allerdings hatte ich schlechteres Wetter!
    Nicht nur Fuchs sein, auch n puschigen Schwanz haben!

    Spaß im Winter und Wandern mit Kindern

  14. Hobbycamper Lebt im Forum

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    AW: [NO] Von Tyinkrysset nach Finse - auf Ski durch Skarvheimen

    #14
    Herzlichen Dank euch beiden :-)

    Mir hat die Tour auf jeden Fall gezeigt, dass es noch einige schöne Ecken abseits der "Klassiker" Hardangervidda und Jotunheimen gibt - zumal gerade Skarvheimen nicht nur räumlich, sondern auch von der Landschaft her ein guter Mittelweg zwischen den beiden Gebieten darstellt.

    God tur,
    Thorben

  15. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: [NO] Von Tyinkrysset nach Finse - auf Ski durch Skarvheimen

    #15
    Zitat Zitat von Nicht übertreiben Beitrag anzeigen
    Ich finde einen Platz bei meinen norwegischen Bekannten und esse erstmal was. Als schliesslich die Nachtruhe ausgerufen wird, muss jeder Platz in der Huette genutzt werden um die Gaeste unterzubringen. Das naechtliche Schnarchkonzert foerdert einen ruhigen Schlaf nicht gerade, genau wie der Weg zur Toilette, der ueber 5 Matratzen hinweg fuehrt. Ein Zelt, gebt mir ein Zelt...!
    Das kommt mir bekannt vor. Vor 15 Jahren habe ich mal eine Jotunheimen-Tour in der Vorosterwoche gemacht, drei eingefleischte Hüttenfans mit drei eingefleischten Zeltern, der Kompromiss war, dass wir drei immer vor der Hütte gezeltet haben und die anderen aufs Matratzenlager "durften". Ich muss sicher nicht sagen, wer besser geschlafen und wer nach drei Tagen wen beneidet hat.

    In Gegenrichtung, von Finse bis Tyinkrysset und noch ein Stück weiter bin ich schon im Sommer gegangen, war eine superschöne Tour, und die Anstiege zwischendurch heftigst. Nordwärts, der das mit Pulka gegangen ist, gehört meine aufrichtige Bewunderung, und dir auch, insbesondere für Tourtag 3.
    Wir sind alle ein wenig beim Leben zu Gast
    Das Leben ist reine Gewohnheit
    (Anna Achmatowa)

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