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  1. Fuchs
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    AW: [DE][NL] Entlang von Neckar und Rhein von Reutlingen an die Nordsee

    #21
    Mitreisende: Wafer
    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Hallo Wafer,
    dreieinhalb Jahre hast du Pause gemacht.
    Ich hoffe die Fortsetzung des Berichts dauert jetzt nicht auch dreieinhalb Jahre.
    Hallo Blauloke.

    Nein, so lange dauert es nicht! Bin gerade noch am schreiben vom zweiten Tag. Das größte Problem ist mal wieder die Bilder auf eine erträgliche Anzahl zusammen zu streichen. Das Rheintal gibt schon einiges an Motiven her!

    Bis später!

    Wafer

  2. Fuchs
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    AW: [DE][NL] Entlang von Neckar und Rhein von Reutlingen an die Nordsee

    #22
    7. Tag: Von Bingen nach Bad Breisig
    Samstag, 12. März 2016
    Strecke: 107 Km – Gesamtstrecke: 495 Km
    Fahrzeit: 6 h (ohne Pausen)

    Der Morgen begrüßt mich – wie vom Wetterbericht angekündigt – mit Sonnenschein. So muss es sein! Da hat sich das frühe aufwachen doch wenigstens gelohnt! Beim Blick aus dem Fenster liegt die Burgruine Ehrenfels am gegenüberliegenden Rheinufer.


    Burgruine Ehrenfels in der Morgensonne

    Ich mache mich fertig, frühstücke noch uns starte dann gegen 8 Uhr. Oh – ist das kalt heute! Nach den ersten paar 100 Metern ziehe ich Handschuhe, Stirnband und Lederjacke noch an. Und weiter geht’s. Über die Nahe und am Bahnhof vorbei auf den Taleinschnitt zu. Die breite Rheinebene geht hier zu ende. Taunus und Hundsrück rücken hier dem Rhein ziemlich zu Leibe. Na, nicht umsonst heißt der eine der beiden ja auch Hunsrück!


    Mäuseturm und Ruine Ehrenfels sowie Rittersaal

    Dort steht auch der Mäuseturm auf einer kleinen Insel im Rhein. Der Name kommt eigentlich nicht von den kleinen Nagern. Aber die Schreibweise hat sich durchgesetzt.


    Der Mäuseturm bei Bingen am Rhein

    Jetzt wird es richtig Eng! Straße, Bahnlinie und Radweg rücken dicht zusammen. Die alte Sesselbahn von Assmannshausen hinauf zum Jagdschloss Niederwald steht noch – weil es zu früh am Morgen oder zu im Jahr ist nicht zu erkennen. Und schon kommt die nächste Burg ins Blickfeld.


    Burg Rheinstein

    Toll, wie sie da oben liegt! Der Burgherr wird damals über den Bau der vielbefahrenen Bahnlinie nicht wirklich begeistert gewesen sein. Der Radweg führt direkt am Wasser nach Norden. So langsam kommt die Sonne auch im Süden über den Horizont.


    Am Rhein mit Blick auf Assmannshausen

    Heute komme ich irgendwie noch nicht so recht voran. Alle paar Meter gibt es was zu sehen! Überhaupt ist der Radweg hier toll! Abwechslungsreich, leer, landschaftlich grandios, gut zu fahren, ... was will der Radler eigentlich mehr?
    Am Ortseingang von Trechtingshausen liegt die Clemenskapelle am Weg. Umrahmt von einem Friedhof wurde sie sehr schön renoviert. Aber leider mal wieder geschlossen. Ja sind wir denn in Spanien?


    Clemenskapelle in Trechtingshausen

    Man sagte mir das sei einer der schönsten Strecken am Rheinradweg. Stimmt! Aber er sei auch entsprechend voll. Das kann ich nicht ganz so nachvollziehen. Und das obwohl das Wetter wirklich gut ist. OK – es ist etwas kalt! Aber die Sonne scheint und wir haben blauen Himmel! Na – soll mir recht sein!


    Lorch

    Und wieder taucht ein älteres Gemäuer über mir auf. Diesmal ist es die Ruine Fürstenberg über der schon die Geier kreisen.


    Geier über Ruine Fürstenberg?

    So langsam werde ich warm. Trotzdem bleibe ich immer wieder stehen um die Landschaft zu genießen. Am anderen Rheinufer geht Hessen so langsam zu ende. Der letzte echte Ort ist Lorchhausen. An einem kleinen Strand gehe ich bis ans Wasser.


    Lorchhausen – Hessens letzter Ort

    Aber hier gibt es nicht nur alte Ruinen. Einige Dörfer und Städtchen kommen auch recht alt daher. Bacharach ist da keine Ausnahme. Und in der Burg Stahleck oben drüber ist heute eine Jugendherberge untergebracht.


    Burg Bacharach mit Ort

    Da gibt es hier einige am Weg wo sich eine Übernachtung lohnt! Mir hat die in Bingen schon ganz gut gefallen. Aber diese ist der Knaller! Irgendwann muss ich das mal mit den Kindern fahren! Da hätten die richtig Spaß!
    Nach der nächsten Kurve von Gevater Rhein muss ich dann schon wieder aus dem Sattel. Auf einer kleinen Insel liegt die Burg Pfalzgrafenstein. Mitten im Rhein gelegen und nicht gerade hoch über dem Wasser hat sie sicher schon einige Hochwasser mit gemacht.


    Die Burgen Pfalzgrafenstein und Gutenfels vor Kaub

    Dahinter Kaub mit der Burg Gutenfels. So langsam glaube ich der Rhein kann in Sachen Burgendichte unserer Schwäbischen Alb durchaus Konkurrenz machen.
    Ein paar Meter weiter wird es dann nochmal richtig Eng am Rhein: Ich nähere mich der berühmten Loreley.


    Etwas unspektakulär: Die Loreley

    Ich sehe sie bewusst zum ersten Mal. Als Kind soll ich hier mal mit der Oma im Zug vorbeigefahren sein. Auf dem Weg aus dem Urlaub in Sylt. Und sie hat sich gewaltig aufgeregt, dass wir nicht rausgeschaut haben. Daran kann ich mich noch erinnern! Und vor lauter schauen was die Touris an diesem Felsen nur finden habe ich dann gar keine Bilder von Burg Katz und Burg Maus gemacht. Immer am Rhein entlang geht es durch so bekannt Orte wie St. Goar oder auch durch unbekannte wie Bad Salzig. In Boppart, dem „Sonneneck“ an der Rheinschleife, verlasse ich den Radweg und fahre mal durch die Stadt. Am Marktplatz besuche ich ein Kaffee für eine Pause mit Mohnkuchen und Heißgetränk und zum Aufwärmen. Leider ist die Sonne ganz langsam hinter einer Wolkendecke verschwunden. Hat sich was mit „Sonneneck“!
    Auch die Sesselbahn am Ortsausgang von Boppart hat noch geschlossen.


    An der Rheinschleife von Boppart

    Hier windet sich der Rhein ganz schon zwischen den Mittelgebirgen hindurch. Abwechslungsreich geht es weiter nach Spay. Auf der anderen Rheinseite liegt die nächste Burg.


    Die Marksburg über Braubach

    Prominent liegt sie über dem Ort. Auf dem Rhein ist deutlich mehr Verkehr als hier auf dem Radweg. Mir ist das recht! Der Weg führt weiter durch Rhens und gegenüber von Lahnstein entlang. Diesseits liegt die Burg Stolzenfels über mir.


    Schloss bzw. Burg Stolzenfels an der Lahnmündung

    Nun geht es auf Koblenz zu. Bis zur Autobahn ist es recht grün und plötzlich bin ich in der Stadt. Deutlich merke ich, dass wir hier einige Höhenmeter niedriger sind als zuhause. Und so richtig kalt war es hier wohl die letzten Tage auch nicht.


    Frühling in Koblenz

    Das Rheinufer ist hier recht breit – aber viel Betrieb ist hier nicht. Die neue Seilbahn über den Rhein sehe ich schon eine Weile. Das sich so langsam der Hintern meldet nehme ich mal als Zeichen hier eine längere Pause ein zu schieben. Ich besorge mir ein Kobiticket und fahre mit der Bahn zur Festung Ehrenbreitstein hinauf.


    Koblenzer Seilbahnimpressionen

    Auch in diesem alten Gemäuer wurde eine Jugendherberge eingerichtet. Mal sehen ob ich auf dem Weg die Kinder auch mal für etwas ältere Gemäuer interessieren kann. Die Sonne ist zwar weg aber die Blick von der Festung auf Koblenz ist toll!


    Blick von der Festung Ehrenbreitstein auf das Deutsche Eck

    Am Horizont ist dann auch das vierte Atomkraftwerk auf meinem Radweg entlang des Neckars und des Rheins zu sehen. Es war ca. 100 Tage überkritisch hat aber nie kommerziell Strom produziert. Dann musste es abgeschaltet werden weil keine Genehmigung vorlag. Daran werde ich nachher auch noch vorbei kommen.


    und da lang geht’s nachher weiter ...

    Ich fahre wieder runter und schwinge mich wieder in den Sattel. Ich überquere die Mosel und radle weiter den Rhein entlang.


    Koblenzer Höhepunkte

    Als ich den historischen Stadtkern verlasse muss leider so manche Industrieanlage umradelt werden. Teilweise geht es trotzdem recht grün am Ufer entlang. In Weissenthurm nehme ich einen kleinen Snack zu mir. Ein türkisches Lokal macht echt gute Kleinigkeiten zu genehmen Preisen. Nach drei Vorspeisen höre ich auf. Ich will ja heute noch weiter. Mit einem anderen Radler ins Gespräch gekommen erhalte ich einen Tipp für die Nacht: In Bad Breisig soll man gute Hotels und Lokale finden. Das hört sich gut an. Die Region hier ist mir etwas zu industrielastig.
    Hinter Andernach nimmt dann der Verkehr auf dem Radweg zu.


    Wer nicht radelt geht zu Fuß

    Die ganze Gegend wird wieder ländlicher. Bei Namedy entfernt sich der Radweg mal etwas vom Rhein. Aber aus den Augen kann man ihn nicht wirklich verlieren!


    Bei Namedy - kurz vor dem heutigen Ziel

    Langsam wird es Zeit! Der Hintern mosert schon eine Weile und die Kondition könnte auch besser sein. Mir schwebt ein Hotel mit Sauna vor. Als ich allerdings in Bad Breisig einfahre sieht das erste Hotel nicht so einladend aus – auch wenn die Architektur einiges hergeben würde!


    Hotel Parkschlösschen

    Aber die Promenade am Rhein kann’s richten. Ich beziehe ein Zimmer und versuche in der empfohlen Lokalität einen Tisch zu kriegen. Leider schon voll – muss also wirklich gut gewesen sein. So begebe ich mich zu 2 Gängen in die Sauna und drehe auch noch ein paar Runden im Hallenbad. Als ich wieder auf dem Zimmer bin geht der Tag in die Nacht über.


    Blick auf Bad Hönnigen

    Ich finde eine Gelegenheit zum Abendessen die mich anspricht: Eine Bodega mit spanischer und kolumbianischer Küche. Die Chefin kommt aus Kolumbien und ihr Mann ist Spanier. Die Kneipe ist brechend voll aber die Chefin überlässt mir ihren Platz an einem kleinen Tisch an der Tür.
    Bei 2 Flaschen Wasser und eine Flasche Wein lasse ich mir diverse Tapas auftragen: Datteln im Speckmantel, Knoblauchhühnchen, Jakobsmuscheln auf Ziegenkäse, Kolumbianische Bauernkaninchen und als Nachspeise Gambas al Ajilio. Langsam und vorsichtig rolle ich ins Hotel zurück.


    Schloss Arenfels bei Nacht

    Mit einem letzten Blick auf das Schloss Arenfels auf der anderen Seite des Rheins verabschiede ich mich von diesem tollen Tag. Ganz schnell bin ich eingeschlafen!

  3. Fuchs
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    #23
    8. Tag: Von Bad Breisig nach Köln
    Sonntag, 13. März 2016
    Strecke: 72 Km – Gesamtstrecke: 567 Km
    Fahrzeit: 4,5 h (ohne Pausen)

    Es ist schon ziemlich spät als ich aufwache. Der Magen hatte ja auch einiges zu verdauen! Ich habe zwar noch nicht wirklich wieder Hunger aber ich gehe trotzdem frühstücken. So komme ich dann gegen 10 Uhr zum Fahrrad.


    Flugvieh in Bad Breisig

    Ich fotografiere gerade eine Seemöve als ein Rentner meint gleich gäbe es mehr zu fotografieren. Sagt’s und schüttet eine ganze Tüte mit trockenem Brot auf den Weg. Da ist was geboten! Zuerst kommen die Möwen angeflogen. Die Enten sind diese Versorgung wohl schon gewöhnt und kommen zu Fuß daher. Als sie dann allerdings da sind verdrängen sie die Möwen fast vollständig. Nur die ganz Frechen kriegen noch was ab.


    Ente sticht Möwe

    Nach diesen Einblicken in die Hackordnung des Federviehs schwinge ich mich in den Sattel und fahre los. Der Weg führt direkt am Rhein entlang und ist mit Platanen gesäumt.


    Bad Breisig am Rheinradweg

    Durch ein kleines Naturschutzgebiet werde ich durch das Mündungsgebiet der Ahr geführt. Schön zu fahren hier!


    Der Rheinradweg kreuzt die Ahr bei Kripp

    Auf der anderen Rheinseite liegt Linz. Hab ich eine Abkürzung nach Österreich erwischt?


    Linz am Rhein

    Immer am Rhein entlang komme ich nach Remagen. Das kennt man natürlich – eher aus der düsteren Vergangenheit unserer jüngeren Geschichte. Hier stand mal die Ludendorff-Brücke, die Hitler sprengen liest. Da sie aber jeglichen Sprengversuchen wiederstand ließ Hitler seine eigenen Leute hinrichten weil er Sabotage vermutete. Die Amerikaner kam trockenen Fußes über den Rhein. Ein paar Tage später ist sie dann von alleine eingestürzt.


    Die Brücke von Remagen – oder das was davon noch übrig ist!

    Am Rhein geht es weiter. Remagen hat schon ein paar wirklich schöne Bauten! So z.B. die katholische Pfarrkirche.


    St. Peter und Paul Kirche

    Ein paar Meter weiter dann gleich der nächste Leckerbissen: Die Apollinariskirche.


    Die Apollinariskirche auf dem Apollinarisberg

    Was hier als Berg bezeichnet wird sind im Vergleich zu gestern eher kleinere Hügel. Es ist deutlich erkennbar, dass es hier flacher wird. Aber das sorgt auch für Abwechslung. Mir kommen hier auch die ersten Radfahrer entgegen. Bei so gutem Wetter war das Sonntags zu erwarten!


    Der Rhein bei Remagen

    Über Oberwinter geht es auf Bad Godesberg zu. Gerade aus geht der Blick ins Siebengebirge.


    Das Siebengebirge von Rolandseck aus

    Wesentlich mehr Verkehr als auf dem Radweg ist auf dem Rhein. Da schiebt sich ein Kahn nach dem anderen an mir vorbei. In beiden Richtungen. Der Radweg entwickelt sich zur Rheinpromenade. Auf der anderen Rheinseite grüßt das Schloss Drachenburg von der Höhe herunter.


    Schloss Drachenburg auf dem Drachenfels

    Ein paar Meter weiter liegt auch das Gästehaus des Bundes auf dem Petersberg. Es lässt sich nicht verleugnen, dass ich mich der ehemaligen Bundeshauptstadt nähere. Und in Bad Godesberg haben wohl die etwas Reicheren der Republik gewohnt. Hier steht eine Villa an der anderen. Sozialer Wohnungsbau sieht anders aus!


    An der Bad Godesberger Rheinpromenade

    Hier ist dann im Vergleich zu den letzten Tagen recht viel los. Einige Radler aber auch viele Fußgänger. Das Bundesviertel zeigt dann den Übergang von Bad Godesberg nach Bonn an. Nicht sehr beeindruckend! Habe ich mir irgendwie imposanter vorgestellt. So mache ich mich recht zügig wieder auf den Weiterweg. Aber nicht ohne vorher noch eine Kleinigkeit zu Essen ein zu werfen.


    Kleiner Imbisstopp

    Hinter Bonn wird es dann flacher und wieder grüner. Die Dörfer und Städte sind hier gut gegen Hochwasser gesichert. Teilweise fährt man kilometerlang an Hochwasserschutzwänden entlang.


    Am Rhein hinter Bonn

    Was dann allerdings kommt ist weniger schön. Bei Wesseling geht es durch Industrieanlagen der chemischen Industrie. Schön geht anders!


    Wesselinger Industrieanlagen

    Bei Sürth lockt mich dann der Hunger in eine Pizzaria. Ein Blick in die Karte und den Fahrplan der Bahn zeigt, dass es dieses Mal über Köln nicht mehr hinausgehen wird. Die Fahrzeit mit der Bahn zurück hat sich jetzt schon ziemlich verlängert. An der Rheinkurve bei Porz geht es durch den Wald. Hier wird gerade der Radweg neu gemacht und ich muss durch eine kilometerlange Baustelle. Aber dafür ist es auch richtig voll geworden. Das gute Wetter hat tausende in den Park und auf die Promenade gelockt.


    An der Promenade kurz vor Köln

    Unter der nächsten Brücke taucht dann Köln auf.


    Der Kölner Dom taucht am Horizont auf

    Ganz langsam komme ich direkt am Rhein dem Stadtzentrum immer näher. Am Rheinauhafen steht der Malakoffturm – Schick!


    Der Malakoffturm

    Weiter geht es am Rhein entlang. Schnell komme ich nicht voran. So habe ich reichlich Zeit mir noch ein paar Bauwerke an zu sehen. So z.B. die St. Martin Kirche.


    Groß St. Martin

    Ein paar Meter weiter komme ich an die Bahnlinie über den Rhein. Hier ist jetzt richtig was los!


    Ein Sonntag am Kölner Rhein

    Hier ist dann der Kölner Dom nicht mehr weit. Klar, dass ich da noch eine Runde drum rum drehe.


    Der Kölner Dom

    Noch habe ich etwas Zeit bis mich ein IC wieder zurück bringen soll. Ich will noch auf die andere Rheinseite. Aber hier ist so viel los, dass ich mit dem Rad nicht recht vorankomme.


    Die Hohenzollernbrücke über den Rhein

    Man soll ja zu Fuß und mit dem Rad über die Hohenzollernbrücke kommen. Aber da ist es so voll, dass ich mir das nochmal gut überlege. Sonst verpasse ich gar noch meinen Zug. Am Zaun, der die Gleise auf der Hohenzollernbrücke von den Fußgängern trennt hängt dicht an dicht ein Schloss neben dem anderen.


    Der Zaun auf der Hohenzollernbrücke

    So kehre ich auf der Brücke um und mache mich auf den Weg Richtung Kölner Hauptbahnhof.


    Der Hauptbahnhof von Köln

    Mit einem IC fahre ich entlang des Rheins nach Hause. So kann ich mir die ganze Strecke nochmal ansehen, die ich die letzten 2 Tage geradelt bin. Mit Bezug zu der Landschaft und den Bauwerken schaue ich deutlich genauer hin als damals!

  4. Fuchs
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    #24
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    Hallo Radl-Freunde.

    Hier nun die Strecke wie üblich im GPX-Format. Als Karte verwende ich seit ich auf den Rhein getroffen bin die Leporello Radwanderkarte "Rhein-Radweg 4" mit dem Abschnitt "Speyer - Köln". Die Karte hat die ISBN-Nummer 978-3-89920-333-2.

    So, jetzt noch viel Spaß beim Radeln!

    Gruß Wafer

  5. Fuchs
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    #25
    6. Etappe: Von Köln nach Tiel

    Prolog

    Dieses Frühjahr soll es wieder auf den Rheinradweg gehen. Obwohl es im März schon schön warm ist komme ich doch erst im April los. Bei der weiten Anfahrt lohnt es sich nicht mehr für einen oder zwei Tage los zu ziehen. Dieses Mal würde ich gerne bis zur Nordsee kommen.
    Zum einfahren des Hinterns habe ich kleinere und größere Runden mit dem Rad gedreht. Eine der Touren ist hier zu finden. Wegen Problemen mit dem Sitzen will ich nicht abbrechen müssen!
    Ich versuche im Internet ein Bahnticket mit Fahrradkarte zu erhalten. Wie im letzten Jahr klappt das nicht. Also fahre ich wieder zum Bahnhof. Auch dort will man mir kein Fahrradticket ausstellen weil alle Fahrradstellplätze im gewünschten Zug schon ausgebucht sein sollen. Anfang April? Am frühen Morgen? Mitten in einer Arbeitswoche? Nach kurzer Diskussion wird mir kopfschüttelnd ein Fahrradticket auf eigene Gefahr verkauft.

    9. Tag: Von Köln nach Rheinberg
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    Dienstag, 4. April 2017
    Strecke: 115 Km – Gesamtstrecke: 610 Km
    Fahrzeit: 8 h (incl. Pausen)

    Pünktlich um 10 nach 6 stehe ich mit Rad und Rucksack in Reutlingen am Hauptbahnhof. Dieser frühe Zug ist die einzige Direktverbindung zu meinem letzten Endpunkt auf dieser Tour: Köln. Es ist noch stockdunkel als ich in Reutlingen einsteige. Hinter Stuttgart macht sich die Sonne dann so langsam auf den Weg.


    Die Sonne geht über Baden-Württemberg auf

    Mein Zug fährt ab Mannheim quasi immer am Rhein entlang. Ab Bingen kann ich dann genau den Weg vom letzten Jahr durch das wunderschöne Rheintal einsehen. Bis kurz vor Köln war ich übrigens wieder mal das einzige Fahrrad im Wagen. In Bonn ist doch tatsächlich noch ein Radler zugestiegen!


    Das Rheintal ist immer eine Reise wert!

    Genau pünktlich komme ich in Köln an. Direkt am Bahnhof liegt ja der Kölner Dom.


    Der Kölner Dom

    Nach der obligatorischen Runde um den Dom geht es dann hinunter an den Rhein und dann an ihm entlang. Die alte Seilbahn über den Rhein ist immer noch in Betrieb. Sie wurde schon 1957 zur Bundesgartenschau gebaut.


    Die alte Rheinseilbahn von Köln

    Welch Kontrast zu der 50 Jahre neueren Seilbahn über den Rhein bei Koblenz. Bis Niehl geht es dann ganz nett am Rhein entlang.


    Man ist nach Köln wieder recht schnell im Grünen

    Die dann folgenden Industriegebiete bestehen sicher keinen Schönheitswettbewerb! Hinter Merkenich wird es dann aber wieder besser. Nach der Autobahnunterführung geht es auf Rheinkassel zu. Dort steht die St. Amandus Kirche.


    Die St. Amandus Kirche ist leider wiedermal abgeschlossen

    Auf dem Rhein ziehen wieder etliche Frachter ihres Weges. Hier ist der Radweg meist auf den Deichen geführt.


    Deichradeln zwischen Köln und Düsseldorf

    Es geht an Dormagen vorbei und durch die grünen Auen zur Stadt Zons. Am Ortseingang grüßt Schloss Friedestorm herüber. Die Fähre hat gerade abgelegt. So bleiben ich weiterhin linksrheinisch und radle durch Stürzelberg. Mein Versuch der großen Straße zu entgehen enden in Sackgassen.


    Kleinod am Wegesrand

    In Uedesheim mache ich an einem Restaurant direkt am Rhein Mittagspause. Der Tachometer zeigt 37 Km an. Das Essen ist super: Spargel mit Rumpsteak. Die haben auch sehr interessante Pfeffermühlen – rechts im Bild!


    Rheinspargel am Rhein

    Entsprechend mühsam geht es weiter. Direkt neben der Autobahn A46 überquere ich den Rhein.


    Auf der Autobahnbrücke der A46 geht es über den Rhein

    Recht grün geht es fast bis zur Innenstadt von Düsseldorf weiter. Der Hafen und der Rheinturm markieren die Nähe zur Düsseldorfer Innenstadt.


    Düsseldorf mit Fernsehturm

    Mit einem Eis in der Hand bummle ich am Rhein entlang durch die Stadt. Bei dem Wetter ist entsprechend viel los. Auf den Stufen vor dem Schlossturm mache ich eine kurze Pause.


    Der Schlossturm am Rheinufer von Düsseldorf

    Ich reiße mich los und quere ein weiteres Mal den Rhein. Von dort ist man dann sehr schnell wieder in den grünen Rheinauen.


    Die grünen Rheinauen zwischen Düsseldorf und Uerdingen

    Ich komme an Niederlörick und Langst-Kierst vorbei. Dann folgt Nierst. Als es dann allerdings auf Uerdingen zugeht ist es schnell wieder mit dem beschaulichen Weg vorbei. Industrie beherrscht das Bild! Grausam! Durch die Stadtmitte geht es auf den Stadtpark zu.


    In Uerdingen

    Als es endlich wieder grün wird orientiere ich mich dann an schönen Wegen anstatt an Rheinradwegschildern. Das rächt sich sehr schnell. Raz-faz habe ich den Bereich meiner Karte verlassen. Sowas mag ich gar nicht! Ich brauche etwas Zeit und vor allem Kilometer bis ich wieder auf der Karte bin und vor allem auch weiß wo! Da der Rheinradweg hier eh nicht am Rhein geführt wird schließe ich mich einem Einheimischen an, der Moers auf grünen Wegen ansteuert. Hat was so ein privater Führer!


    Auf Abwegen komme ich nach Moers

    So kommen ich auch noch in den Genuss der Moerser Innenstadt.


    Eindrücke von Moers

    Von dort versuche ich dann über die Niederrheinroute zum Rheinradweg zurück zu kommen. Aber heute ist wieder so ein Tag an dem es mit der Navigation nicht so reibungslos klappt! Als ich merke, dass ich falsch bin macht Umkehren keinen Sinn mehr. Also nehme ich den lokalen Radweg neben der Rheinberger Straße entlang nach Rheinberg.


    Rheinberg

    Hier sind die Hotels recht teuer. Zumindest in der Innenstadt. Ich klappere noch ein paar andere ab aber die sind alle voll. Auch in den nächsten Orten.


    Abendrot – schön Wetter droht!

    So kehre ich dann eben an den Marktplatz zurück und checke ein.
    Wenn ich die Karte heute Abend noch richtig interpretiere dann ist der Urbane Bereich vorbei und Morgen ist wieder mit vielen grünen Rheinauenwegen zu rechnen. Das sieht doch vielversprechend aus!
    Da ich unterwegs schon zu Abend gegessen habe lasse ich den Abend noch bei einem Bier zu Ende gehen und gehe früh zu Bett. Leider haben die hier trotz der Preise keine Sauna oder Hallenbad.


    Aber einen tollen Blick aus dem nächtlichen Fenster!

    Gute Nacht!
    Geändert von Wafer (30.04.2017 um 23:11 Uhr)

  6. Fuchs
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    AW: [DE][NL] Entlang von Neckar und Rhein von Reutlingen an die Nordsee

    #26
    10. Tag: Von Rheinberg nach Deest
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    Mittwoch, 5. April 2017
    Strecke: 108 Km – Gesamtstrecke: 717 Km
    Fahrzeit: 9 h (incl. Pausen)

    Gegen 8 Uhr 45 komme ich nach einem guten Frühstück los. Aber so richtig prickelnd ist das Wetter heute Morgen noch nicht! Das habe ich schon besser gesehen! (Aber auch schlechter! )


    Der Morgen empfängt mich etwas trübe

    Zuerst geht es nach Norden über Ossenberg und an Wallach vorbei nach Büderich. Ich bin kaum in urbanen Gebiet unterwegs sondern nur in grünen Rheinauen. So muss es sein! Wenn jetzt noch die Sonne schiene ... Stattdessen Nebel fast bis zum Boden runter.
    Ständig komme ich an Wegweisern vorbei, die mir Weiß machen wollen, dass die Alpen nur wenige Kilometer südlich lägen.


    Gleich hinter Rheinberg müssen die Alpen liegen ...

    Und ich dachte ich sei hoch im Norden! Na, bei dem Wind habe ich zumindest das Gefühl, es ginge ständig aufwärts - nur dass ich nie die erklommenen Höhenmeter wieder abfahren darf.
    Hinter dieser Brücke nach Wesel stehen Überreste einer alten Eisenbahnbrücke über den Rhein. Sieht etwas mitgenommen aus. Hat im 2. Weltkrieg wohl etwas gelitten!


    Noch eine Brücke, die im Nebel verschwindet

    Weiter geht es auf Xanten zu. Langsam hebt sich die Nebeldecke und wird zur Wolkenuntergrenze.


    Der Rhein bei Xanten

    Xanten lasse ich dann südlich liegen und Streifen nur einige Teilorte wie Lüttingen und Wardt.


    Schmucke Kirche haben die da in Lüttingen

    Endlich da, an der Nordsee! Nur wo genau?


    Am Xantener Nordsee

    Am Xantener Nordsee merkt man, das heute doch die Sonne nochmal rauskomme will. Aber der Starke Wind bläst genau aus Nordwest bis West. Bis zu 25 Km/h wie ich am Abend höre. Kein Wunder, ich komme wiedermal kaum vom Fleck. Aber dafür habe ich dann auch Zeit mir diesen tollen Aussichtspunkt an zu sehen.


    Am Deich bei Vynen

    So schleiche ich weiter nach Obermörmter. Die Fahrerei direkt auf dem windigen Deich ist nix! Mit den Schafen zwar eine schöne Kulisse aber es geht einfach nicht vorwärts!


    Deichpflege der natürlichen Art

    So suche ich mir nicht ganz so exponierte Radwege. So komme ich am Mühlenhof vorbei, einem Restaurant eines Golfklubs. Da ich nun schon 40 Km in den Beinen habe sehe ich da mal darüber hinweg und nehme ein zweites Frühstück zu mir. Im angeschlossenen Biergarten wird auch schon ganz auf Alpenländisch gemacht! Na, wie ich gelernt habe sind die Alpen ja nicht so weit weg...


    Mittagspause im alpenländischen Mühlenhof


    Die Mühle vom Mühlenhof

    Über Niederdorf komme ich zu einem Bauwerk, das mit Wunderland in meiner Karte eingetragen ist. In der Realität stellt sich das dann als die teuerste deutsche Bauruine heraus: der zum Glück nie überkritisch gewordene Schnelle Brüter zu Kalkar. In meiner Jugend verging keine Woche wo nicht über dieses Projekt berichtet wurde. Heute gehört der Komplex einem Holländer und es heißt "Kerni's Wasserwunderland".


    Kerni‘s Wasserwunderland

    Die Magnolienblüten im Garten nebenan sind also von Natur aus so groß!


    Magnolienblüten

    Leider direkt neben Straßen aber auf eigenen Radwegen geht es dann nach Grieth und weiter nach Griethausen.


    Das Wetter hat sich gut entwickelt zwischen Grieth und Griethausen

    Auch hier steht wieder eine alte Eisenbahnbrücke, die wohl mal über den Altrhein ging. Das soll die älteste und weltweit erste dieser Bauart gewesen sein.


    Die Eisenbahnbrücke von Griethausen

    Der Rhein selber wurde dann mithilfe einer Fähre überquert. Faszinierend, was die 1863 schon gebaut haben! Einige Brücken sehen heute noch so aus.


    Die 1863 erbaute Eisenbahnbrücke

    Immer auf dem Deich geht es weiter nach Brienen, Wardhausen, Düffelwald und Bimmen immer auf die Niederländer Grenze zu.


    Architektur an der Grenze zu Holland

    Den Grenzübergang merkt man kaum. Erst bei genauerem Hinsehen fällt mir ein alter Grenzstein auf.


    Die Grenze zwischen Deutschland und Niederlande

    Kurz drauf bin ich in Millingen aan de Rijn. Nach 70 Km habe ich heute Deutschland verlassen. Die Radler werden mehr und haben kaum noch Helme auf. Und das Fahrradwegsystem wird schlagartig besser! Echt toll, was die Holländer da auf die Beine stellen! Aber die Architektur der Häuser ändert sich kaum. Nur fehlen jetzt meistens die Gardienen. Ein Holländer hat mir mal erzählt, dass käme daher weil man früher mal eine Gardienensteuer hätte zahlen müssen. Da hätten sie sich angewöhnt ohne Gardienen aus zu kommen. Auch heute noch - auch ohne Steuer.
    Der Wind hat heute viel Kraft gekostet. sehr weit fahre ich heute wohl nicht mehr. Über Kekerdpm radele ich nach Ooij. Hier lege ich bei Km 80 eine Esspause ein.
    Weiter geht es auf kleinen Deichstraßen entlang nach Nordwest. Soweit nördlich wollte ich eigentlich nicht: ich stehe in Groenlanden!


    Ist das niederländisch für Grönland?

    Wo sonst kann man von den Alpen an einem Tag nach Grönland radeln?

    So wenig sich die Architektur auch ändert, die Art die Bäume zu schneiden verändert sich schon!


    Niederländische Architektur und Baumschnittvorlieben

    Als der Weg mal in südliche Richtung geht und habe ich schon fast Rückenwind. Leider nur fast! Ich werde heftig von der Seite angeblasen aber bremsen tut der Wind so nicht mehr - und schon bin ich viel schneller unterwegs und stehe ruck-zuck in Nijmegen. Hier empfängt mich viel Baustelle. Ich schaffe es nicht mal in die Innenstadt! So bleibe ich am Rhein. Und wenn's grade so gut läuft gehen vielleicht doch noch ein paar Meter? Am Ortsausgang beginne ich dann mal mit der Quartiersuche. In Deest werde ich bei dem B&B Uiversnest (Storchennest) fündig. Das sind dann aber doch nochmal 15 Km. Langsam radle ich gegen den Wind an nach Westen.


    Kurz vor und kurz hinter Nijmegen

    Über Winssen und Hoek komme ich dort an. Erst mal Pause machen und Zimmer beziehen. Es ist schon nach 18 Uhr. Eine halbe Stunde später mache ich mich auf die Suche nach einem Abendessen. Aber alle Restaurants haben mittwochs Ruhetag - wie abgesprochen. Ein Imbiss kann es dann aber richten. Gegen kurz nach 8 bin ich dann wieder zurück.
    Das sind dann heute doch wieder 111 Km laut Tacho geworden. Bei dem Wind hatte ich nicht mehr mit so viel gerechnet. Morgen soll der Wind nicht mehr ganz so stark werden. Lassen wir uns überraschen!
    Bis morgen also! Schnell wird es dunkel um mich herum.

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    #27
    Hallo Wafer,

    jetzt ist diese schön und interessant beschriebene Radtour also leider beendet. Wobei du durchaus etwas verpasst hast, dass du an Xanten so vorbei gefahren bist. Als alter Ruhrpottlerin mit Liebe zum Niederrhein war ich mehrmals dort, allein schon vom Geschichtlichen her recht interessant.

    Durchaus eine Tour, die nach zu fahren sich lohnt!
    Two roads diverged in a wood, and I—
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference (Robert Frost)

  8. Gerne im Forum

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    #28
    Tolle Tour! Danke für den ausführlich Bericht

  9. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    #29
    Zitat Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
    Hallo Wafer,

    jetzt ist diese schön und interessant beschriebene Radtour also leider beendet. Wobei du durchaus etwas verpasst hast, dass du an Xanten so vorbei gefahren bist. Als alter Ruhrpottlerin mit Liebe zum Niederrhein war ich mehrmals dort, allein schon vom Geschichtlichen her recht interessant.

    Durchaus eine Tour, die nach zu fahren sich lohnt!
    Hallo Sternenstaub.

    Diese Tour ist eigentlich noch nicht beendet! Ich habe noch ca. 120 Km bis zur Nordsee. Ich bin zwar jetzt endlich in den niederen Landen angekommen aber damit noch nicht an der Nordsee. Leider muss ich da wohl doch nochmal extra anreisen. Aber das wirst du noch sehen.
    Xanten habe ich aus gelassen. Der Weg führte nicht wirklich hindurch und ich habe wohl etwas zu spät das Potential der Stadt erkannt. Der Name der Xantener Seen hat mich zu einem Wortspiel verleitet, das dich evtl. auf die Idee gebracht hat, ich sei schon an der Nordsee angekommen!

    Gruß Wafer

    Zitat Zitat von Studilja Beitrag anzeigen
    Tolle Tour! Danke für den ausführlich Bericht
    Es freut einen doch immer wieder, wenn es gefällt! Allein durch die Vielzahl der verschiedene Eindrücke kommt man ja schon fast nicht darum herum hier etwas ausführlicher zu werden. Die verschiedenen Regionen, die man hier mit dem Rad durchfährt, sind sehr beeindruckend. Der Rhein hat viele verschiedene Fassetten. Und das packt der Radweg recht kurzweilig hintereinander. Da sind zwar auch mal ein paar landschaftliche Durststrecken dabei aber auch die sind meist Menschgemacht und gehören somit eigentlich auch zu den Erfahrungen dazu.

    Gruß Wafer

  10. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    #30
    11. Tag: Von Deest nach Tiel
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    Donnerstag, 6. April 2017
    Strecke: 21 Km (+ 10 Km vom Bahnhof nach Hause) – Gesamtstrecke: 749 Km
    Fahrzeit: 3 h (+ ½h Heimweg vom Bahnhof)

    Ich wache auf vom gleichmäßigen Regen auf dem Dachfenster über mir. Also drehe ich mich nochmal rum. Aber auch gegen viertel nach 8 ist es noch nicht wesentlich besser. Ich packe meine Sachen mal so langsam zusammen und begebe mich zum Frühstück. Aber auch um 9 ist es noch nicht wirklich gut. Ich montiere also die Regensachen und ziehe los. Ich bleibe erstmal etwas an der Straße. Es fällt ein ganz gleichmäßiger Nieselregen. Die nächste Kirche am Weg sieht irgendwie unfertig aus.


    Die Kirche 'Wat Dhammakaya Nederland' ist wohl nie wirklich fertig geworden!

    Oder soll da die daneben stehende Windmühle mal draufgesetzt werden? Sinn würde das ja machen – da oben ist sicher etwas mehr Wind!


    Eine der endlos vielen Windmühlen

    Einen etwas stärkeren Schauer verbringe ich mit Reifen aufpumpen und Batteriewechsel am Tachometer an einer Tankstelle. Die Radler hier in Holland sind das Wetter wohl gewöhnt: Einer fährt einhändig und hält sich einen Regenschirm über den Kopf. Als der Regen wieder nachlässt ziehe ich weiter. Zum Glück gibt es heute wenigstens keinen Wind. Wobei: dann kann das schlechte Wetter auch nicht weiter ziehen. Hinter Druten ziehe ich wieder hinüber an den Rhein – oder Waal, wie der Fluss hier jetzt heißt. Es geht auf Boven-Leeuwen zu. Hier liegen viele der hier sehr verbreiteten Hausboote an einem Nebenarm des Waals.


    Typische niederländische Hausboote – Wasser von oben und unten!

    Weiter geht es immer auf dem Deich entlang. Der Nieselregen reduziert sich zu hoher Luftfeuchtigkeit. So kann ich wählen: Ohne Regenklamotten werde ich doch noch von außen nass oder mit Regenkleidung dann eben von innen. Von Boven geht es weiter in Richtung Wamel. Hier steht die nächste Rheinbrücke.


    Die Rheinbrücke bei De Ret

    Unter der Autobahnbrücke überlebe ich den nächsten Schauer. Ein Blick in den Wetterbericht zeigt, dass es heute nur unwesentlich besser werden soll: der Regen wird gegen Wind getauscht. Und Morgen soll es noch mehr regnen. Selber schuld, wenn man im April unterwegs ist!


    Abwechslungsreicher Pausenblick

    Ein Blick in die Karte zeigt aber auch, dass der nächste Ort mit Bahnhof in 3 Km auf der anderen Rheinseite - oder wie es hier ja richtig heißen müsst - Waalseite liegt. Da geht aber gerade ein Schauer nieder.


    Blick zur anderen Waalseite

    Die DB-App bietet in einer 3/4 Stunde einen Zug nach Hause mit nur 2 Mal umsteigen an. Ich drücke auf "buchen" und schwinge mich wieder in den Sattel. Dann komme ich eben wieder, wenn das Wetter stabiler ist! Ich will ja auch was vom Land sehen, durch das ich da radele!


    Warten auf die Waalfähre – mit Lichtblick!

    Eine Fähre bringt mich von Wamel nach Tiel.


    Es geht hinüber nach Tiel

    Ich radle durch das kleine Städtchen. Die Innenstadt ist gerade eine große Baustelle – sie bekommt einen neuen Belag. Wenn es fertig ist wird es sicher mal ganz hübsch. Aber so? Also schlage ich gleich den Weg zum Bahnhof ein. An einem der vielen Kanäle ist es dann wieder sehr schön.


    Tiel

    Was mich immer wieder überrascht: Das Fahrrad hat in Holland eine ganz andere Verbreitung als bei uns! Wenn bei uns am Bahnhof am Fahrradständer 2 alte Drahtesel vor sich hin rosten, weil sie keiner mehr haben will, ist das schon viel. Hier aber steht alles voll. Nicht sachgemäß geparkte Fahrräder werden angeblich unweigerlich abgeschleppt. Bei der Menge verständlich!


    Fahrradparkplatz in Tiel am Bahnhof

    Das mit der Fahrradkarte für den Zug gestaltet sich allerdings mal wieder schwierig: In Tiel gibt es keine, die Handy-App bietet auch keine an und die Umsteigezeiten lassen keinen Kauf an einem der Bahnhöfe zu. Dieses Problem löst sich ganz elegant: In Arnheim wurde der Anschlusszug gecancelt und auf Schienenersatzverkehr - sprich Bus - umgestellt. Zum Glück sind nur 2 Radler da, die diese Verbindung wollten. Die beiden Räder kriegen wir nach längerer Diskussion dann transportiert. In Emmerich erreichen wir dann den Zug eine Stunde später als den ursprünglichen. So habe ich dann 6 Mal umsteigen anstelle von 2 Mal und komme 2 Stunden später Zuhause an. Und Zeit zum Fahrradkarte kaufen habe ich beim Umsteigen auch noch reichlich! Aber immerhin komme ich so heute noch heim! Ab Mainz scheint dann die Sonne! Na prima!
    Ich freue mich auf die Fortsetzung bei besserem Wetter! Es fehlt zwar nicht mehr viel aber wer weiß, was man da mit dem Rad noch alles machen kann?
    Geändert von Wafer (01.05.2017 um 11:37 Uhr)

  11. Dauerbesucher
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    AW: [DE][NL] Entlang von Neckar und Rhein von Reutlingen an die Nordsee

    #31
    hallo Wafer,

    in dem Teil von Holland war ich noch nie, aber das lässt sich zum Glück ja ändern.
    Einer fährt einhändig und hält sich einen Regenschirm über den Kopf.
    - das habe ich als Kind immer schon bewundert und auch die vielen Räder, daran scheint sich nichts geändert zu haben, wie erfreulich.

    Freu mich schon auf das letzte Stück bis zur Mündung.
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