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  1. Quilt oder Schlafsack?

    #1
    Was spricht für rsp. gegen Quilts?

    Da ich eher Nachteile bei Quilts sehe, würde ich gerne lesen wie es die Quilts-Fans unter Euch sehen.

    Als grobe Leitlinie für eine Diskussion schlage ich den Temperaturbereich von 0 °C Komfort vor (mit base layer, nicht hungriger, ruhiger Schläfer).

    Quilts für um 0°C scheinen bei 400-600 g zu liegen (Katabatic, Nunatak).
    Schlafsäcken mit langem RV und Kapuze bei 530-650 g (PHD, Alpkit, Cumulus).

    Der Gewichtsunterschied liegt bei den leichten Vetretern bei 130 g und bei den etwas schwereren bei 50 g.
    War etwas Hau ruck - darf also gerne korrigiert werden.

    Wird ein halblanger RV verwendet (mit einfacher Abdeckung) liegt die Differenz bei 0-80 g. Ohne RV bei … nun da liegt keine Differenz mehr vor. RV-freie Säcke funktionieren toll, wenn der Einsatzbereich nicht schwankt - geht aber insbes. schlecht auf langen Touren.
    Der Quilt ist vielseitig, er kann bei 0°C und bei 10 °C verwendet werden. Da braucht der Schlafsack also ein RV um dieser Vielseitigkeit entsprechen zu können.

    Was wiegt eine Kapuze?
    40 g?

    Die Kapuze müsste man beim Schlafsack aber fairer weise weg lassen.
    Effektiv sind es also 10-90 g Gewichtsunterschied.

    Beim Quilt brauche ich eine lange Matte – oder etwa nicht? Die Quiltsbenutzenden Blogger scheinen eher lange Matten zu benutzen.
    Beim Schlafsack kommt im Fussbereicht z.b. der Rucksack, EVA (Rückenteil d. Rucksacks) etc., also kann eine kürzere Matte verwendet werden. Greift man da auch Neo-Air, gewinnt der Schlafsack-Anweder also ca. 80 g.

    Der Gewichtsunterschied beim Quilt ist somit egalisiert.

    Ich verstehe wirklich nicht, warum Quilts nicht vergleichbar (deutlich) leichter sind. Ist der wärme Gewinn durch ein geschlossenes System so viel grösser?

    Der Quilt ist für unruhige Schläfer höchstwahrscheinlich die bessere Wahl, da in diesem Gewichtsbereich die Schlafsäcke alle eher eng sind.

    GoLite und T-A-R Quilts würde ich nicht berücksichtigen, da diese einfach nur schwer sind.


    Vorteile Quilt:
    - Platzangebot
    - Kein RV der Kaputt gehen kann

    Vorteile Schlafsack:
    - mehr Schutz (wenn ohne Zelt/Tarp) und daher schlussendlich wohl auch wärmer
    - Preis
    - Kapuze
    - RV (kann offen und geschlossen benutzt werden)
    - Kann zur Not auch für zwei funktionieren. Generell bei Notfällen schneidet ein Schlafsack m.E. besser ab.


    Schlussendlich ist meine Frage;
    wo sieht ein Quilt-Benutzer beim Quilt die Vorteile?
    ist ein Quilt wirklich leichter (in Anbetracht der gesamten Ausrüstung)?

    Dies sollte keine "UL oder nicht" Diskussion sein. Es geht per se um leichte Ausrüstung.

  2. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Quilt oder Schlafsack?

    #2
    1) bis 0 Grad reicht eine Decke (wenn sie groß genug ist), und ich persönlich brauche auch bis in knappe Minusgrade keine Kapuze. d.h. die leichte Balaclava, die ich sowieso habe, reicht.

    2) Decke bzw. auf "weit" gestellter Quilt ist bequemer als Schlafsack.

    3) Vorausgesetzt, Isolierschicht ist gleich, deckt ein Quilt trotzdem zusammen ein größeres Spektrum ab als ein entsprechender Schlafsack. Bei den von dir genannten Schlafsäcke muss man nämlich ehrlicherweise dazu sagen, dass sie, um Gewicht zu schinden, verdammt eng geschnitten sind. Zusätzliche Kleidung zu verwenden funktioniert da schlechter als unter dem Quilt.

    4) Den Vorteil von Quilts a la Katabatic, GoLite oder Nunatak sehe ich allerdings auch nicht, wegen der geschlossenen Fußbox. Bei Nunatak fast ein Meter lang geschlossen, deshab nennt der Hersteller das auch "quilt style sleeping bag". Nichts anderes als ein Schlafsack ohne Reißverschluss und Kapuze. Da kann ich in der Tat auch einen Schlafsack nehmen und den offen lassen.

    OT: 5) Ein bißchen OT, aber da es im UL-Bereich viele Bastler gibt: Ein Quilt ist viel einfacher zu konstruieren und zu nähen als ein Schlafsack.

    OT: 6) Ein bißchen OT, aber da auch UL-Hersteller bestimmt nichts gegen größere Margen haben: Ein Quilt ist viel einfacher zu konstruieren und zu nähen als ein Schlafsack.

    Für mich persönlich machen Quilts bis zur Grenze von vielleicht -3, -4 Grad Sinn, und sind für mich die komfortablere Option, sofern es komplett zu öffnende Decken sind. Wenn es deutlicher in den Minusbereich geht, entstehen konstruktionsbedingte Effizienzdefizite gegenüber einem Schlafsack, die man zwar irgendwie ausgleichen kann, die aber die Gewichtsersparnis IMO nicht wettmachen.

    Edit: By the way: Die Temperaturangaben von Katabatic, Nunatak und GoLite halte ich für sehr "optimistisch". (Die von Cumulus aber auch). Katabatic Palisade bis -1 Grad, bei 260 g Füllung, nun ja...
    Geändert von Sarekmaniac (16.04.2012 um 11:55 Uhr)

  3. Dauerbesucher
    Avatar von ToniBaer
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    AW: Quilt oder Schlafsack?

    #3
    Ich glaube bei deiner Rechnung verlässt du dich viel zu sehr auf die Herstellerangaben. Rechne ich bei Cumulus die üblichen 5°C drauf, bin ich bei einem LiteLine400, der 750g wiegt. Somit ist der Unterschied zu Quilt doch erheblich. Viel sinnvoller als reine Herstellerangaben zu vergleichen, ist es auf Daunenmenge, Daunenqualität und Schnitt zu achten (ist nicht aus der Ferne beurteilbar -> Probeliegen). Quilts müssen gewichtstechnische Vorteile haben (im Vergleich mit identisch ausgestatteten Schlafsack bei min. 0°C), denn man verzichtet auf Daune und Stoff in Bereichen, die durch eine Matte schon abgedeckt sind (und sowieso platt gedrückt werden), sowie Reißverschluss und Kapuze.

    Ich glaube Quilts spielen im MYOG Bereich eine große Rolle, weil ein Quilt minimalistisch ausgestattet ist (Nähaufwand, keep it supid simple). Es gibt Leute für die ist der Verzicht auf 5 Schnüre, Wärmekragen, ausgefuchste Kapuzen, die man meist nicht benötigt (Stichwort Verkaufsargumente/Marketing), sehr angenehm. Andere empfinden das als starke Komforteinbußen, es ist also nicht jedermann Sache. Des weiteren bieten sie im UL Bereich eine gute Möglichkeit die "letzten" Gramm rauszukitzeln.

    Es wird auch immer eine Gruppe geben, die sich in einem Schlafsack viel zu eingeengt fühlen und daher zu einem Quilt greifen. Also die ganze Palette der persönlichen Vorlieben.

    Die Frage ist Quilt oder Schlafsack besser, ist meiner Meinung nach sinnlos, da es viel mehr auf persönliche Prioritäten als auf reine Werte (Gewicht/Wärme) ankommt, denn die beiden Konzepte unterscheiden sich doch erheblich.

    Viele Grüße
    Toni

  4. AW: Quilt oder Schlafsack?

    #4
    Zitat Zitat von winter Beitrag anzeigen

    Vorteile Quilt:
    - Platzangebot Korrekt
    - Kein RV der Kaputt gehen kann Korrekt
    - Keine Daunen die durch platt drücken ihren Nutzen verlieren
    - über einen grösseren Temperaturbereich nutzbar
    - meistens auch kleinerer Platzbedarf im Rucksack als ein Schlafsack
    - Wenn ein Bär an der Zelttür klingelt, ist man schneller auf den Beinen.



    Vorteile Schlafsack:
    - mehr Schutz (wenn ohne Zelt/Tarp) und daher schlussendlich wohl auch wärmer Kann sein, muss aber nicht.
    - Preis Falsch! Ausser natürlich bei Deinen genannten Herstellern.
    - Kapuze Jein, da ich bis ca. -3 Grad nur meine leichte Odlo-Kappe nutze die ich eh dabei habe.
    - RV (kann offen und geschlossen benutzt werden) Korrekt
    - Kann zur Not auch für zwei funktionieren. Generell bei Notfällen schneidet ein Schlafsack m.E. besser ab. Bei einem Notfall, liegt meine Partnerin in ihrem Schlafsack und wird zusätzlich mit meinem Quilt zugedeckt. Danach gehe ich raus und organisier Hilfe.


    Schlussendlich ist meine Frage;
    wo sieht ein Quilt-Benutzer beim Quilt die Vorteile?
    ist ein Quilt wirklich leichter (in Anbetracht der gesamten Ausrüstung)? Der Gewichtsvorteil spielt bei mir gar nicht eine soo grosse Rolle. Übrigens nutze ich einen MYOG-Quilt mit der Neo-Air und funktioniert prima.

  5. AW: Quilt oder Schlafsack?

    #5
    OT:
    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Für mich persönlich machen Quilts bis zur Grenze von vielleicht -3, -4 Grad Sinn, und sind für mich die komfortablere Option, sofern es komplett zu öffnende Decken sind. Wenn es deutlicher in den Minusbereich geht, entstehen konstruktionsbedingte Effizienzdefizite gegenüber einem Schlafsack, die man zwar irgendwie ausgleichen kann, die aber die Gewichtsersparnis IMO nicht wettmachen.
    Ein wenig OT: Darf ich mal Fragen, was für eine Decke du nutzt, bzw generell, was für welche Du meinst? Eine Wolldecke a la Bundeswehr, oder sowas in Richtung Yeti Down Blanket/Western Mountaineering Cloud 9?

  6. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Quilt oder Schlafsack?

    #6
    OT: Daunendecke natürlich.

    Selbst ist die Frau.;-)

    OT: Bisher komfortabel genutzt bis ca -5 Grad (mit langer Unterwäsche).

  7. AW: Quilt oder Schlafsack?

    #7
    @Sarekmaniac: Super, sehr ausführlich. Das war die erhoffte Antwort, die meine Meinung betreffend Quilts etwas erweitern dürfte

    Ich glaube bei deiner Rechnung verlässt du dich viel zu sehr auf die Herstellerangaben. Rechne ich bei Cumulus die üblichen 5°C drauf, bin ich bei einem LiteLine400, der 750g wiegt. Somit ist der Unterschied zu Quilt doch erheblich. Viel sinnvoller als reine Herstellerangaben zu vergleichen, ist es auf Daunenmenge, Daunenqualität und Schnitt zu achten[…]
    Bei mir gehen die Zahlen aber eher nach unten. 400 g 750 cuin geben mir bis -5 °C warm (unter den Umständen wie Eingangs beschrieben). Aber das würde natürlich auch für den Quilt dasselbe bedeuten, sofern ich am Hals und Kopf warm genug habe.
    Du hast vollkommen recht, die Daunenqualität ist mitentscheidend, daher schrieb ich in der Eröffnung von „hau ruck“.


    Die Frage ist Quilt oder Schlafsack besser, ist meiner Meinung nach sinnlos, da es viel mehr auf persönliche Prioritäten als auf reine Werte (Gewicht/Wärme) ankommt, denn die beiden Konzepte unterscheiden sich doch erheblich.
    Ja, da muss ich Dir recht geben. Die Frage wäre etwas komplexer als "was ist besser?. Ist auch eine Sache des Einsatzzwecks.
    Ich kann mir nicht wirklich vorstellen im Offenen bei Wind und Schnee einen Quilt zu benutzen. Übernachtungen im Sitzen stelle ich mir auch eklig vor. Wahrscheinlich kommen Quilts für mich nicht wirklich in Frage. Bei den Touren, die für Quilt-Gebrauch ideal wären, werde ich wohl (oder übel) beim Sack bleiben, da ich diese schon besitze.

    Wenn ein Bär an der Zelttür klingelt, ist man schneller auf den Beinen.
    DAS Argument schlechthin

    Kapuze Jein, da ich bis ca. -3 Grad nur meine leichte Odlo-Kappe nutze die ich eh dabei habe.

    Auch wenn der Wind pfeifft? Hui...
    Dies ist der Punkt, bei dem ich mir am meisten Gedanken mache, wie Quilt-Benutzer damit umgehen.

    Schliesslich bleibt fest zu halten: Auch ein schöner Rücken kann entzücken

  8. Erfahren
    Avatar von Raus
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    AW: Quilt oder Schlafsack?

    #8
    Zitat Zitat von winter Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich kommen Quilts für mich nicht wirklich in Frage. Bei den Touren, die für Quilt-Gebrauch ideal wären, werde ich wohl (oder übel) beim Sack bleiben, da ich diese schon besitze.
    Der Quilt ist flexibler und bequemer wegen größerem Platzangebotes. Es muß kein minimalistischer Quilt sein.
    Benutze ich nie eine Kaputze beim Schlafsack, kann ich den Schlasack bedenkenlos gegen den Quilt tauschen.
    Beim Quilt kann jede Mattenform genutzt werden, egal ob kurz, oder lang.

    @ Winter, du hast noch in keinem Quilt geschlafen, daher resultieren wahrscheinlich deine Bedenken gegen ihn.
    Ich habe mehrere Schlafsäcke und einen Quilt, den ich definitiv vorziehe...von Frühling bis Herbst. Den hier:
    http://www.outdoorseiten.net/wiki/Daunen_Quilt
    Im Prinzip führe ich das Leben einer kinderlosen Hausfrau. Nur ohne die ganze Hausarbeit...

  9. AW: Quilt oder Schlafsack?

    #9
    Es kommt sicher auch ein wenig drauf an was man genau machen will. Für meine Hängematte habe ich mir extra einen (Unter+Ober)Quilt gekauft weil das bequemer ist als mit Isomatte. Ich bin bisher nur noch nicht dazu gekommen einen der Quilts als Schlafsackersatz zu testen. Das kommt aber sicher noch Und das wäre auf jeden Fall leichter als mein 'alter' 3 Jahreszeitenschlafsack. Den hab ich damals aber nicht mit Blick aufs Gewicht gekauft, also ist das nicht schwer..

  10. Lebt im Forum
    Avatar von barleybreeder
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    AW: Quilt oder Schlafsack?

    #10
    Beim Schlafsack kommt im Fussbereicht z.b. der Rucksack, EVA (Rückenteil d. Rucksacks) etc
    ...machst du das wirklich, oder ziehst du nicht doch mit Schlafsack und langer Matte los?

    GoLite und T-A-R Quilts würde ich nicht berücksichtigen, da diese einfach nur schwer sind.
    Wie kommst du darauf? Das Alpine Down Blanket wiegt 650 Gramm und hat erwiesenermaßen einen Komfortbereich von 4°C, bei den Nunataks (Arc Specialist) die angeblich 0°C erreichen mit was über 200 Gramm Daune möchte ich bei mir bezweifeln.

    Das gleiche gilt für Schlafsäcke. Da sind bei einigen Herstellern die Angaben mehr als realistisch. Wenn Cumulus mit 200 Gramm Dauen 3°C erreichen will kann ich nur lächeln. Soviel Daune bester Quali stecken in meiner Polenyetijacke.
    Und dass man mit 300 Gramm Daune keine-2°C erreichen kann haben glaube ich schon einige hier im Forum bemerkt.
    Man muss also schon genau hinschauen um realistisch zu vergleichen!

    Bei mir gehen die Zahlen aber eher nach unten. 400 g 750 cuin geben mir bis -5 °C warm
    Welcher Schlafsack soll das sein? Ich brauche schon mind. 500g sehr gute Daune um dahin zu kommen. Wenn du das bei einem deiner Schlafsäcke schaffst (wenig kälteempfinglich) reichen dir bei nem Quilt auch 250 Gramm..oder so.

    Ist auch eine Sache des Einsatzzwecks.
    Ich kann mir nicht wirklich vorstellen im Offenen bei Wind und Schnee einen Quilt zu benutzen. Übernachtungen im Sitzen stelle ich mir auch eklig vor.
    Im Schnee werden die wenigsten Qulitbesitzer übernachten und im Sitzen auch nicht, das möchte ich auch in einem Schlafsack nicht.

    Was soll sein wenn der Wind pfeift, im Zelt macht das kein Problem und sonst gibts ne Mütze.

  11. AW: Quilt oder Schlafsack?

    #11
    @ Winter, du hast noch in keinem Quilt geschlafen, daher resultieren wahrscheinlich deine Bedenken gegen ihn.
    Eigentlich schon, aber nicht in dem Umfeld wie hier diskutiert.
    Ich werde mich drum tun und einen für mich ausprobieren.

    Der Quilt ist flexibler und bequemer wegen größerem Platzangebotes. Es muß kein minimalistischer Quilt sein.
    Benutze ich nie eine Kaputze beim Schlafsack, kann ich den Schlasack bedenkenlos gegen den Quilt tauschen.
    Ja, das Platzangebot ist wohl das grösste Plus (wenn man es braucht).
    Ich benutze praktisch immer eine Kapuze, auch bei 5 °C mit Mütze.

    ...machst du das wirklich, oder ziehst du nicht doch mit Schlafsack und langer Matte los?
    Ja und zwar hhmmm... praktisch immer.

    650 g für wärme bis gegen 4 °C finde ich schon 'ne schlechte Nummer.

    Was die Temperaturempfindung anbelangt; es ist mir ja bewusst, das dies auch für den Quilt gilt:
    Bei mir gehen die Zahlen aber eher nach unten. 400 g 750 cuin geben mir bis -5 °C warm (unter den Umständen wie Eingangs beschrieben). Aber das würde natürlich auch für den Quilt dasselbe bedeuten, sofern ich am Hals und Kopf warm genug habe.
    Und dass man mit 300 Gramm Daune keine-2°C erreichen kann haben glaube ich schon einige hier im Forum bemerkt.
    Vielleicht weil viele den Kopf nicht genügend einpacken...

    Wegen den Plattgelegenen Daunen:
    Die Kammern sind ja nicht immer seitlich geschlossen, somit kann die angeblich plattgedrückte Daune nach oben geschüttelt werden und vice versa. Das erweitert den Temp - Bereich des Sacks ebenso wie RV öffnen.
    Betreffend Füllgewicht:
    Ein 250 g Quilt wird also nicht wirklich einem 400 g Sack entsprechen.
    Wohl eher 250 g Quilt = 300 g Sack (wenn Kammern seitlich durchgehend).

    Im Schnee werden die wenigsten Qulitbesitzer übernachten und im Sitzen auch nicht, das möchte ich auch in einem Schlafsack nicht.

    Was soll sein wenn der Wind pfeift, im Zelt macht das kein Problem und sonst gibts ne Mütze.
    Nun, 4 Monate im Jahr liegt weit verbreitet Schnee.
    Die Welt ist nich flach. Man hat nicht immer ein Zelt dabei und eine Mütze schützt nicht vor Auskühlung wie eine Kapuze. Wahrscheinlich sollte/würde eine Iso-Jacke mit Kapuze bei entsprechenden Bedingungen eingesetzt werden (?).

  12. Erfahren
    Avatar von Raus
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    AW: Quilt oder Schlafsack?

    #12
    Zitat Zitat von winter Beitrag anzeigen
    Ein 250 g Quilt wird also nicht wirklich einem 400 g Sack entsprechen.
    Wohl eher 250 g Quilt = 300 g Sack (wenn Kammern seitlich durchgehend).
    (?).
    Überschlägig gerechnet:
    Im Vergleich zum Schlafsack fehlt:
    Kaputze die durch Mütze ersetzt wird = Gewichtsersparnis 40 - 50 gr (Mütze ist sowieso am Mann)
    Reissverschluß 1,50 m = Gewichtsersparnis 33 gr.
    Stoff + Meshgewebe ca. 1 m² = Gewichtsersparnis 38 gr.
    Daune ca 60 - 80 gramm
    Da komme ich auf schlappe 190 Gramm Gewichtsersparnis und nicht auf 50 Gramm, wie bei deiner Schätzung.

    Beim Quilt kommt hinzu: Druckknöpfe, Bänder und Verschlüße und Stoff um die Verschlüße zu verstärken =geschätzt 30 - 40 gr, wenn überhaupt .Bleiben immernoch 150 Gramm zugunsten des Quilt.

    Es gibt auch keine Wärmebrücken wegen schlechter RV Abdeckleiste, obgleich an diesem Punkt auch der Quilt Probleme bieten kann, wenn er zu eng eingestellt ist.
    Im Prinzip führe ich das Leben einer kinderlosen Hausfrau. Nur ohne die ganze Hausarbeit...

  13. AW: Quilt oder Schlafsack?

    #13
    Überschlägig gerechnet:
    Im Vergleich zum Schlafsack fehlt:
    Kaputze die durch Mütze ersetzt wird = Gewichtsersparnis 40 - 50 gr (Mütze ist sowieso am Mann)
    Reissverschluß 1,50 m = Gewichtsersparnis 33 gr.
    Stoff + Meshgewebe ca. 1 m² = Gewichtsersparnis 38 gr.
    Daune ca 60 - 80 gramm
    Da komme ich auf schlappe 190 Gramm Gewichtsersparnis und nicht auf 50 Gramm, wie bei deiner Schätzung.

    Beim Quilt kommt hinzu: Druckknöpfe, Bänder und Verschlüße und Stoff um die Verschlüße zu verstärken =geschätzt 30 - 40 gr, wenn überhaupt .Bleiben immernoch 150 Gramm zugunsten des Quilt.

    Es gibt auch keine Wärmebrücken wegen schlechter RV Abdeckleiste, obgleich an diesem Punkt auch der Quilt Probleme bieten kann, wenn er zu eng eingestellt ist.

    Die Kapuze kannst Du m.E. nicht vernachlässigen. Über den Kopf kann die Wärme sehr gut reguliert werden und gerade um und unter 5 °C bringt die Kapuze einen sehr grossen Gewinn an Wärme. Bleiben noch 100 g.

    Die RV-Abdeckleiste treibt das Gewicht wieder nach oben, auch wenn sie noch so klein ist. Macht ca. 30-40 g.

    Also bei knapp 150 g Gewichtsunterschied.

    Danke für Deinen Überschlag. Sieht schon stimmiger aus. Jetzt würde die Gewichtsersparnis rein rechnerisch auch Sinn machen.


    Aber am Ende hat ToniBaer schon recht. Eigentlich versuche ich Birnen mit Äpfeln zu vergleichen - nur weil ich diese am gleichen Ort essen möchte...

    Jedenfalls Danke für Eure Meinungen

  14. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Quilt oder Schlafsack?

    #14
    Ein guter Ansatzpunkt für einen Vergleich ist es, das Gewicht des unbefüllten Hüllenrohlings zu berechnen.

    Da werden die durch gute Hüllen-Konstruktion erzielbaren Gewichtsersparnisse deutlich. Das Gesamtgewicht verfälscht nämlich oft den Eindruck, weil (auch aus Kostengründen) notorisch schwach befüllt wird, das heißt eine eigentlich gar nicht so leichte Hülle wird durch Underfill "leicht" gemacht. Beispiele: Habe kürzlich bei Globi Köln Exemplare der grausligen Yeti-Passion-Serie befingert, die Kammern waren z.T. halbleer Und auch die Exped-Ultralites, die der Outdoorhändler meies Vertrauens im Programm hat haben IMO einfach zuwenig Daune. Und: In der Spitzenklasse gibt IMO es keinen Gewichtsvorteil der Quilts gegenüber den Schlafsäcken.


    Quilts:


    Sarekmaniacs MYOG-Quilt (M )
    Hüllenrohling: 315 g (38 g Nylon)
    Füllmenge 470 g
    Zusammen: 785 g
    Nutztemperatur realistisch (bereits getestet): -5 Grad.
    Verhältnis Hülle/Füllung (Hülle=100%): 100/149

    Herons MYOG-Quilt (S )
    Hüllenrohling: 315 g
    Füllmenge 515 g
    Zusammen: 830 g
    Nutztemperatur realistisch (geschätzt): -5 Grad.
    Verhältnis Hülle/Füllung (Hülle=100%): 100/163

    Thermarest Down blanket (Regular):
    Hüllenrohling: 324 g
    Füllmenge 300 g
    Zusammen: 624 g
    Nutztemperatur laut Hersteller 2 Grad.
    Verhältnis Hülle/Füllung (Hülle=100%): 100/93

    Nunatak Arc Alpinist (L):
    Hüllenrohling: 280 g (25 g Quantum)
    Füllmenge 340 g
    Zusammen: 620 g
    Nutztemperatur laut Hersteller -7 Grad.
    Verhältnis Hülle/Füllung (Hülle=100%): 100/121

    Go Lite Ultra 20 Quilt (L):
    Hüllenrohling: 290 g
    Füllmenge 300 g
    Zusammen: 590 g
    Nutztemperatur laut Hersteller -7 Grad.
    Verhältnis Hülle/Füllung (Hülle=100%): 100/104

    Schlafsäcke:

    Feathered Friends Egret (small):
    Hüllenrohling: 343 g (robuster Vollreißverschluss)
    Füllmenge 450 g
    Zusammen: 793 g
    Nutztemperatur laut Hersteller -7 Grad).
    Verhältnis Hülle/Füllung (Hülle=100%): 100/131

    Western Mountaineering Ultralite (small):
    Hüllenrohling: 365 g (robuster Vollreißverschluss)
    Füllmenge 425 g
    Zusammen: 790 g
    Nutztemperatur laut Hersteller -7 Grad).
    Verhältnis Hülle/Füllung (Hülle=100%): 100/116


    Mountain Equipment Titans (regular)
    Hüllenrohling: 610 g (robuster Vollreißverschluss)
    Füllmenge 450 g
    Zusammen: 1060 g
    Nutztemperatur laut Hersteller Com/Lim/Extr: 4, -1, -17
    Verhältnis Hülle/Füllung (Hülle=100%): 100/73

    Exped Ultralite 300
    Hüllenrohling: 300 g (filigraner Halbreißverschluss, 25 g Quantum)
    Füllmenge 270 g
    Zusammen: 570 g
    Nutztemperatur laut Hersteller Com/Extr: 5, -7
    Verhältnis Hülle/Füllung (Hülle=100%): 100/90

    Deuter Trek Lite 300
    Hüllenrohling: 690 g (robuster Vollreißverschluss)
    Füllmenge 300 g
    Zusammen: 990 g
    Nutztemperatur laut Hersteller Com/Lim/Extr: 3,2,-18
    Verhältnis Hülle/Füllung (Hülle=100%): 100/45
    Geändert von Sarekmaniac (18.04.2012 um 10:54 Uhr)

  15. AW: Quilt oder Schlafsack?

    #15
    Am Quilt mag ich, dass ich den zu erwärmenden Luftraum ganz individuell verstellen kann - vor allem, wenn es kalt ist kann ich den freien Raum im Quilt ganz reduzieren.
    Beim Schlafsack ist das wesentlich schwieriger - mit Kleidung vollstopfen, Fussende nach innen stülpen. In MH Phantom 15, Rating bis -9°, friere ich oft einfach deshalb, weil zuviel freie Luft da ist. Im Quilt habe ich trotzdem mehr Bewegungsraum, wenn ich mag.

    Im Schlafsack teilt der Wärmekragen in zwei Kompartments - vom Hals abwärts und der Kopf in der Kapuze.
    Bei Bewegung geht die warme Luft nach aussen verloren.
    Beim Quilt kann ich einen einzigen grossen Wärmeraum haben mit dem Kopf drin, ohne dass ich alles mit Wasserdampf beatme, indem ich ihn einfach über den Kopf ziehe und nur ein Atemloch lasse.
    Beim Seiten- und Bauchschlafen ist es so wesentlich angenehmer, ich habe immer den Daunenberg über mir, wo ich ihn brauche und das Atemloch, wo ich es will.

    Vorausetzung dafür ist aber ein ausreichend grosser Quilt, der möglicherweise den Gewichtsvorteil wieder ausgleichen könnte.
    Ich finde das Quiltkonzept von Ray Jardine sehr gut, von der Kunstfaser einmal abgesehen - mit Draftstopper und 3D Abschluss (gorget) am Kopf, kleiner Fussbox.

    Um den tollen Vergleich von sarekmaniac fortzusetzen:
    Mein MYOG Qilt hat 830g bei 515g Daune - ja ich hab da noch einmal 100g Daune in meinem schlauchförmigen Draftstopper untergebracht
    Temperaturgrenze noch nicht ausgereizt, aber -5° sollten für mich schon drin sein.
    Keine Schnüre, Druckknöpfe; kleine Fussbox aus der ich bei Bedarf leicht ausparken und lüften kann.
    Die Hülle könnte noch leichter sein, aber den Stoff hatte ich zur Verfügung.
    Ich habe keine grossen Ambitionen. Still sitze ich und betrachte wohlgemut das Gewimmel der Welt.
    Ich benötige nur so viel, wie ich mir ohne Anstrengung und Demütigung beschaffen kann. (György Bálint)

  16. AW: Quilt oder Schlafsack?

    #16
    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Ein guter Ansatzpunkt für einen Vergleich ist es, das Gewicht des unbefüllten Hüllenrohlings zu berechnen.

    Da werden die durch gute Hüllen-Konstruktion erzielbaren Gewichtsersparnisse deutlich.
    Das ist eine interessante Aussage, die kombiniert mit den von den Dir angegebenen Vergleichswerten suggeriert, dass Du zumindest mal irgendwas anders bzw. besser gemacht hast als die restlichen Hersteller. Mich würde mal interessieren, was genau das ist? Inwiefern unterscheidet sich denn Deine Hüllenkonstruktion von denen der in Deinem Vergleich genannten Hersteller und was gibt es denn dafür für Gründe? Und ist sie Deiner Meinung nach nur besser, weil sie leichter ist oder gibt es noch andere Argumente? Ich kenne zwar den Beitrag Deines MYOG-Quiltes, aber irgendwie geht für mich da nicht so klar hervor, wodurch Deine Hüllenkonstruktion besser (= leichter bei gleicher Leistung) wird.

  17. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    7.391

    AW: Quilt oder Schlafsack?

    #17
    Darum gings mir eigentlich nicht. Eigentlich nur, darum, dass die konstruktive Untergrenze für Quilts so bei 280 bis 320 für die Hülle zu liegen scheint, und für Schlafsäcke 350 bei 370 g. Und dass man in Quilts durchaus sinnvoll, ohne Stopferei, mehr Daune reinpacken kann, bis zum Anderthalbfache, als die Hülle wiegt. Und in Schlafsäcke auch.

    Und d.h. wenn eine Schlafsackhülle das doppelte wiegt wie die Füllung, dann sollte man vielleicht die Finger davon lassen, da es sich offensichtlich um ein suboptimales Produkt handelt, was die Konstruktion, Materialien und/oder die Befüllung angeht?

  18. AW: Quilt oder Schlafsack?

    #18
    @Sarecmaniac Ok, dann habe ich das jetzt besser verstanden. Interessant ist allerdings trotzdem, dass die Selbstbauvarianten relativ gesehen offenbar leichter sind. Bei Deinem Quilt verwendest Du ja ein um 50% schwereres Material, aber das Resultat ist nur ca. 10% schwerer als z.B. der Nunatak. Ich frage mich gerade, wie das kommt. Meine Vermutung: Es liegt an den engeren Maßen der Selbstbauvarianten. Aber eben nur eine Vermutung.

    Ich habe mir gerade das Nunatak Backcountry Blanket angeschafft, konnte es aber noch nicht testen. Mal schauen, wie es sich schlägt. Seit ich aber mal in einem Quilt geschlafen habe, möchte ich nicht mehr zu einem Schlafsack zurück.

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    AW: Quilt oder Schlafsack?

    #19
    Zitat Zitat von milkmonsta Beitrag anzeigen
    Bei deinem Quilt verwendest Du ja ein um 50% schwereres Material, aber das Resultat ist nur ca. 10% schwerer als z.B. der Nunatak. Ich frage mich gerade, wie das kommt. Meine Vermutung: Es liegt an den engeren Maßen der Selbstbauvarianten. Aber eben nur eine Vermutung.
    Die Frage ist gut, die Antwort kenne ich nicht, aber deine Vermutung ist vermutlich falsch (wobei ich jetzt noch nie einen Nunatak Quilt zum Vergleich in der Hand hatte. Aber einen GoLite Ultra 20 (der von qnze auf Lühesand, Größe Regular):



    Ein paar Bilder und Daten zum Nunatak Down Blanket wären interessant.

  20. AW: Quilt oder Schlafsack?

    #20
    Naja, wenn ich mir die Kammerbreiten Deines Selbstbauquilts so anschaue, dann sind die schon deutlich enger (=schmaler) als die der kommerziellen Anbieter.

    Daten und Bilder zum Nunatak Backcountry Blanket kann ich nachliefern, wenn die guten Teile mit umgezogen sind. Das dürfte allerdings noch bis Mitte Mai dauern. Bis dahin finden sich die allgemeinen Daten auf der offiziellen Nunatak-Seite.

    Irgendwie kann ich Dir keine PN schicken. Woran liegt das? Hier den Thread zu kapern ist ja nicht die feine englische Art.

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