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  1. Fuchs
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    [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #1
    Mitreisende: Libertist
    Eigentlich ist es ja nur ein kleiner 4-Tagesausflug gewesen, aber damit das Thema „Packrafting“ hier im Forum ein wenig präsenter wird, möchte ich die Sache nicht in irgendeinem Sammelthread untergehen lassen, sondern der Tour einen gesonderten Bericht widmen. Aber ich fasse mich kurz, es gibt ein paar Hardfacts und zwei Videos. Bei Nachfragen bin ich natürlich zur Stelle.

    Am Morgen des 5. April fuhren Christian, MatthiasK und ich Richtung Kärnten, ins Mölltal, um genau zu sein. Als wir am Campingplatz in Obervellach ankamen, regnete es recht heftig und wir entscheiden kurzfristig, die Möll noch ein wenig warten zu lassen und mit dem Raften auf der Gail zu beginnen, da Christian in der Nähe wohnt und wir somit wenigstens eine trockene Unterkunft hatten. Bei Christians Familie angekommen, bezogen wir Quartier und besprachen die Lage. Das Wetter war wechselhaft, April halt. Endlich bekam ich eine SMS von roadrunner23, der tatsächlich bereit zum Aufbruch ins Mölltal war. Leider hatte ich bis dahin seine Nummer nicht, deshalb konnte ich ihn nicht schon vorher über unsere Planänderung informieren. Das Gailtal war für ihn mit dem Zug nun wesentlich schwieriger zu erreichen (9 Stunden Zugfahrt ab München) und so entschied er, diesmal nicht mitzukommen. Nachtrag an roadrunner23: Tut mir leid für die spontane Änderung, ich hoffe sehr, dass du beim nächsten Mal dabei bist!
    Ähnliches galt am nächsten Tag für alptraum, der aus Zeit-, Wetter-, und Wasserstandsgründen kurzfristig am Telefon absagte. Kann ich verstehen, und auch hier gilt: schade und ich hoffe, beim nächsten Ausflug sehen wir uns.

    Matthias, Christian und ich rafteten dann also die obere Gail von Birnbaum bis Kötschach-Mauthen. Eigentlich wollten wir tags darauf noch weiter oben einsetzen, nämlich in Untertilliach, aber der Fluss hatte einfach zu wenig Wasser. Die Boote blieben öfter mal auf den Steinen liegen, was meiner Meinung nach überhaupt kein Problem ist, da Packrafts wirklich sehr robust und langlebig sind. Ich weiß nicht, auf wievielen Felsen ich schon gestrandet bin, der Boden meines Rafts sieht jedenfalls noch relativ jungfräulich aus. Trotzdem fehlte die Wasserwucht, es gab wenig echte Herausforderungen. Und da weiter oben sicher noch weniger Wasser war, entschieden wir uns nach der zweiten Nacht im Gailtal, zurück an die Möll zu fahren. Solange wir auf dem Wasser waren, blieb das Wetter übrigens recht stabil: teilweise sonnig, teilweise bewölkt, aber kein Regen.

    Am Samstagmorgen brachen wir wieder ins Mölltal auf, wobei sich Matthias für die Heimfahrt entschied. Der Mann hat (anders, als Christian und ich) keinen Drysuit und steht im Training für ein Rennen auf Mallorca (UMSDT), darf sich also zur Zeit keine Erkältung erlauben. Da das Auto ihm gehört, waren Christian und ich nun auf Zug, Bus und Autostop angewiesen, was eigentlich sehr gut funktionierte.

    Wir stellten das Zelt in Obervellach auf und fuhren gleich weiter nach Flattach, von wo aus wir die 20 km bis zum Stausee in Kolbnitz rafteten. Der Wasserstand der mittleren Möll war gut (wir erwischten „die Welle“, ausgelöst von den Aktivitäten des Kraftwerks), es herrschte ordentlicher Wellengang, aber aufgrund des relativ geringen Gefälles des Flusses gab es keine technischen Schwierigkeiten. Die mit den Kategorien II und III bewerteten Stellen machten uns nicht die geringsten Schwierigkeiten, uns fehlte ganz klar die Herausforderung. Positiv anzumerken ist mal wieder das Wetter: auch an diesem Tag fiel kein Tropfen Regen auf uns, solange wir im Boot waren. Abends schauten wir bei einem Fußballspiel zu, das direkt neben dem Campingplatz ausgetragen wurde. Es spielte der FC Mölltal gegen Arnoldstein, das Ergebnis: 1:1.
    Später widmeten wir uns dem trockenen Rotwein und schauten kurz vor’m Schlafengehen sogar noch im Clubhaus des Fußballvereins vorbei, wo wir zwar zum Weitersaufen eingeladen wurden, die Hütte aber aufgrund des extremen Zigarettenqualms bald wieder verließen und ins Zelt krochen. Schließlich klingelte am Ostersonntag ja um 7.00 Uhr der Wecker.

    Nun ging es weiter hoch, nach Winklern. Eigentlich wollten wir ja kurz hinter’m Gletscher einsetzen, also am Ursprung der Möll. Aber beim Trampen wurde uns schon gesagt, dass wohl viel zu wenig Wasser sei, selbst ab Winklern könnte es schon kritisch werden. Also setzten wir dort ein.
    Diesmal war der Himmel größtenteils blau, allerdings war es kalt. Sehr kalt, es schmolz weder der Gletscher, noch der Schnee in den höheren Lagen, wir fuhren im Niedrigwasser. Nach zwei Stunden brachen wir ab, weil wir nicht zum „Treibenlassen“, sondern zum sportlichen Raften in die Alpen gefahren sind und nun lieber woanders weitermachen wollten.

    Zurück am Campingplatz sprachen wir mit einem Rafting-Guide, der alle Flüsse der Umgebung gut kennt. Wir erzählten von unserem Plan, nun entweder zur Isel oder zu Lieser aufzubrechen – er riet uns stark davon ab: zu wenig Wasser. Es schien wohl gerade überall das gleiche Problem zu herrschen, in den Wochen zuvor gab es kaum Regen in den Südalpen und der wenige Schnee schmilzt aufgrund der Kälte auch nicht, deshalb die niedrigen Wasserstände.

    Es folgte eine kurze Beratung und anschließend die Heimreise. Man muss ja nichts übers Knie brechen... sobald die Flüsse wieder ordentlich Wasser führen, werden wir im Raft sitzen. Allen, die Interesse haben, gebe ich in den kommenden Wochen und Monaten kurzfristig Bescheid, vor dem Sommer geht es ganz sicher noch mal los. Packrafting ist eine geniale Sache, ich kann nur jedem empfehlen, sich damit mal auseinanderzusetzen. Wir hatten eine Menge Spaß! Ich hoffe, dass wir demnächst mal ein paar satte III'er und IV'er raften können, mal schauen, wo unsere Grenzen liegen. Die Boote können jedenfalls noch deutlich mehr als das, was wir jetzt über Ostern veranstaltet haben. In drei Rafting-Tagen lag keiner von uns im Wasser... so kann das nicht weitergehen.

    Nun die beiden Videos. Gefilmt habe ich mit der neuen Gopro in 60 FPS. Youtube setzt natürlich die Qualität herab, aber wenn man sich’s in 720p anschaut, geht’s schon. Ignoriert erstmal den Verweis auf meine Website, das dauert noch ein wenig.





    Geändert von Libertist (10.04.2012 um 13:56 Uhr)

  2. Fuchs
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #2
    Sehr schöne impressionen.
    Auf der einen seite bereue ich es nicht runter gekommen zu sein, aber ich wäre mit dem Zug weit über 12h unterwegs gewesen und mein Drysuit kam auch erst samstag. zudem noch das niedrigwasser. ich hoffe es finden sich eventuell noch ein paar leute in der woche vor pfingsten zusammen.

    nach meiner hochzeit habe ich auch etwas mehr luft und hoffentlich bis dahin ein neues boot

  3. Bergtroll
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #3
    Schöner (Video-)bericht. Langsam steigt mein Interesse an der Sache.

    Kann man in dem Wildwasser, welches man auf den Videos sieht, auch noch mit einem Denali Llama mit 25-30kg Rucksack vorne drauf fahren oder wird das dann schon schwierig?

  4. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #4
    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Kann man in dem Wildwasser, welches man auf den Videos sieht, auch noch mit einem Denali Llama mit 25-30kg Rucksack vorne drauf fahren oder wird das dann schon schwierig?
    Kein Problem, das hatte ich in Alaska auf dem Teklanika River auch schon. Man muss nur etwas vorausschauender fahren, weil man nicht ganz so schnell und wendig ist. Mit Gepäck ist meine Konzentration definitiv höher, ich beobachte dann den Wasserlauf der nächsten 30m, nicht nur den, der nächsten 5. Dazu kommt ein verlagerter Schwerpunkt des Bootes, den man bei entsprechenden Stellen mit dem Körpergewicht ausgleichen muss. Das alles fühlt sich dann nicht mehr ganz so "leichtgängig" und sportlich an, aber im Prinzip sind die Packrafts ja für Touren mit Gepäck gebaut worden. Wie es bei anspruchsvollerem Wildwasser ist, weiß ich selbst noch nicht.

  5. Bergtroll
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #5
    Wie funktioniert das denn auf einer Alaskatour mit 70% Wandern und 30% Raften? Schleppt man da dann nicht 5kg an Rafting Ausrüstung mit?

    Allein das Llama mit Spraydeck wiegt über 3kg? Ist es eigentlich richtig, dass die Rafts ab 2011 schneller umkippen? Ist das neue Spraydeck besser oder hat es auch Nachteile?

    Nimmt man den Trockenanzug zusätzlich oder anstelle der normalen GTX Klamotten mit? Oder zieht man nur die normalen Regensachen an?

    Welchen Helm und welches PFD/Schwimmweste nimmt man mit (falls überhaupt)?

    Welches Paddel kann man auch als Zeltstange für das MLD DuoMid verwenden? Nur das Sawyer?

    Braucht man sonst noch was? Neoprenhandschuhe? Besondere Schuhe? Gurtzeug zum Befestigen des Rucksacks? Aufblassack für das Raft? Reparaturkit? Ersatzteile?

    Scheint mir, dass da schnell so einiges an Gewicht zusammenkommt (und dem Materialfetischismus keine Grenzen gesetzt sind ;)

    Danke!

  6. Neu im Forum

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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #6
    Schöner Bericht, das nächste Mal bin ich bestimmt dabei - und wenn das Wetter besser ist, dann kann ich mit dem Bike fahren

  7. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #7
    @ Bergtroll

    Mein lieber Schwan, du kannst Fragen stellen...! Na wenigstens sind es konkrete Fragen.

    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Wie funktioniert das denn auf einer Alaskatour mit 70% Wandern und 30% Raften? Schleppt man da dann nicht 5kg an Rafting Ausrüstung mit?
    Das kommt ganz darauf an. In den Wrangells 2010 hatte ich nur das Boot, Paddel, Befestigungssystem für den Rucksack und die Schwimmweste dabei, was Rafting-Ausrüstung angeht. Das waren insgesamt 4,2 kg. Je nach körperlicher Belastbarkeit, Länge und Schwierigkeit der Rafting-Abschnitte, Temperatur, Sicherheits- und Komfortbedürfnis empfehlen sich ein Drysuit, Helm, stabileres Gepäcksystem, Neoprenhandschuhe und ein wasserdichter Schutzsack für den Rucksack. Dann wird's schwerer. Zwingend nötig ist das alles aber nicht.


    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Allein das Llama mit Spraydeck wiegt über 3kg?
    Mein Denali Llama (Modell 2010) wiegt 2795 Gramm, wenn du's genau wissen willst. Das neue Modell wird etwas schwerer sein, genaue Angaben kannst der Website von Alpacka entnehmen.


    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Ist es eigentlich richtig, dass die Rafts ab 2011 schneller umkippen?
    Angeblich kippen sie weniger schnell. Durch das verlängerte Heck ist das Risiko, nach hinten aus dem Boot zu kippen (zum Beispiel, wenn man mit dem vorderen Teil auf einen Wasserschwall prallt) sicher minimiert. Ich vermute, der Unterschied ist marginal, kann dir diesbezüglich aber keine fundierte Auskunft geben. Dazu gibt es sicher Berichte im Netz zu finden.


    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Ist das neue Spraydeck besser oder hat es auch Nachteile?
    Ich habe es noch nie live gesehen, vermute aber, dass es dem alten um Welten überlegen ist. Klar, es ist schwerer, aber das Spraydeck ist das einzige, was ich an meinem Boot wirklich für stark verbesserungswürdig halte, weil es immer aufgeht und somit Wasser ins Boot läuft. Demnächst werde ich mir dazu eine Lösung einfallen lassen, wahrscheinlich werden zwei Druckknöpfe eingenäht. Hätte ich jetzt die Wahl, würde ich mich für das neue Spraydeck entscheiden. Die Damen und Herren von Alpacka Raft denken sich schon was dabei.


    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Nimmt man den Trockenanzug zusätzlich oder anstelle der normalen GTX Klamotten mit? Oder zieht man nur die normalen Regensachen an?
    GTX-Klamotten sind die Leichtvariante. Wie oben bereits angesprochen würde ich die Wahl zwischen Drysuit und (sowieso mitgeführten) Hardshells von verschiedenen Merkmalen der Tour abhängig machen. In dem Fall hier war es ja ein reiner Packrafting-Trip, da trug ich dicke Merino-Unterwäsche und den Drysuit. Ich war natürlich auch schon mit "normalen" Trekking-Klamotten raften, das ist dann immer ein Kompromiss. Man wird halt nass, wenn man nicht gerade auf einem reinen Wanderfluss unterwegs ist.


    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Welchen Helm und welches PFD/Schwimmweste nimmt man mit (falls überhaupt)?
    Was dir sinnvoll erscheint - Packrafting stellt keine anderen Ansprüche an Helm und Schwimmweste, als andere Wildwassersportarten auch. Mein Helm ist ein "Motion Research" und die Schwimmweste noname, habe ich für 40 Dollar beim REI in Anchorage gekauft.


    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Welches Paddel kann man auch als Zeltstange für das MLD DuoMid verwenden? Nur das Sawyer?
    Keine Ahnung! Ich bevorzuge Zelte mit eigenen Gestängebögen, aber vielleicht kann dir MatthiasK diesbezüglich weiterhelfen.


    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Braucht man sonst noch was? Neoprenhandschuhe? Besondere Schuhe? Gurtzeug zum Befestigen des Rucksacks? Aufblassack für das Raft? Reparaturkit? Ersatzteile?
    Ich nutze dünne Neopren-Handschuhe, die 10-Dollar-Walmart-Variante hält immer noch dicht. Über die angenähten Socken des Drysuits ziehe ich Crocs, die habe ich auf meinen Touren sowieso immer dabei (Alternative: Neoprenschuhe). Das Packtach-System von Alpacka Raft ist nur bis zu einem gewissen Rucksackgewicht gut nutzbar, bei mir hat es gleich mal die Schnalle gesprengt. Inzwischen habe ich meine eigene Konstruktion: viel stabiler, universeller, besser einstellbar... schwerer.
    Der Sack zum Aufblasen gehört zum Lieferumfang, ein Reparaturkit gibt es auf der Website zu bestellen, glaube ich. In Alaska lernte ich jemanden kennen, der eine undichte Stelle mit Duct Tape abklebte und so noch drei Tage fuhr. Die Wahrheit ist: halb Alaska hält mit Duct Tape zusammen. Wie auch immer, ich führe auf meinen Touren keine Ersatzteile mit; wüsste nicht, was da kaputt gehen sollte.


    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Scheint mir, dass da schnell so einiges an Gewicht zusammenkommt (und dem Materialfetischismus keine Grenzen gesetzt sind ;)
    Ja, ein Raft wiegt mehr, als kein Raft und uns allen ist weniger Gewicht lieber, als mehr Gewicht. Aber überleg mal, welche Möglichkeiten so ein Packraft eröffnet... außerdem macht es einfach Spaß.

  8. Erfahren
    Avatar von nicki1005
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #8
    Tolle Sachen macht ihr immer!!! Und gutes Gelingen an Matthias für Mallorca!!!

    Lg Nicki

  9. Fuchs
    Avatar von hrXXL
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #9
    Zitat von Bergtroll
    Allein das Llama mit Spraydeck wiegt über 3kg?
    Also ich hab letztes Jahr das 2011 Modell auf der Salza gesehen und bin selber das 2010 gefahren. Mit dem 2010 finde ich kann du besser spielen, da es vorne schneller hochgeht und man eher mal ausgleichen muss. Das 2011 liegt recht stabil im wasser auch bei Wellengang und geht vorne nocht so schnell hoch, da des durch die neue form hinten länger ist.


    Zitat von Bergtroll
    Ist das neue Spraydeck besser oder hat es auch Nachteile?
    Da bin ich auch der Meinung von Gabriel. Sofern man sich nicht eine Lösung mit Druckknöpfen (was funktioniert) oder so ausdenkt, geht die Spraydeck öfters auf und Wasser kommt ins Boot. Die neue Spritzschutzdecke ist denke ich schon eine feine Sache und ich werde sie auch nehmen, sofern ich mein altes boot verkauft bekomme.

    Zitat von Bergtroll
    Welches Paddel kann man auch als Zeltstange für das MLD DuoMid verwenden? Nur das Sawyer?
    Also ich weiß das Joe Newton von Thunder in the Night bei seinen letzten beiden Touren 3 Teile des Manta Ray Carbons von Aquabound als Zeltstange genutzt hat. Es muss eben die länge passen, wobei es dass DuoMid etwas höher vom Boden abgespannt hat und dann das Boot als bequeme Schlafunterlage genutzt hat.

  10. Gerne im Forum

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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #10
    Hallo Bergtroll, da will ich Gabriel mal nicht alleine lassen mit dieser Fülle an Fragen ;) Aber danke schon mal der umassenden und konkreten Antwort. Hier nur ein paar Ergännzungen:

    > Allein das Llama mit Spraydeck wiegt über 3kg?

    3,1 um genau zu sein, allerdings wirklich komplett (Spritzdecke, Schürze, Sitze, Packsack etc.) und nachgewogen (siehe die nackten Einzelgewichte hier unter Daten: http://www.packrafting-store.de/Pack...ic:::9_11.html) Schon eine mittlere Größe (Yak), welche für die Mehrheit passend ist, liegt komplett unter 3 kg

    >Ist es eigentlich richtig, dass die Rafts ab 2011 schneller umkippen?

    Kann man so pauschal nicht sagen. Einen Vergleich in den Fahreigenschaften habe ich mal hier versucht aufzuzeigen:
    https://picasaweb.google.com/1019733...16839228662402

    >Ist das neue Spraydeck besser oder hat es auch Nachteile?
    Hat mehr Vor als Nachteile. Siehe dazu den Post hier: http://www.packrafting.de/2011/11/ne...-for-2012.html Ein paar Argumente gibt es trotzdem für die Klettvariante. Die findest du im Store oben.

    >Nimmt man den Trockenanzug zusätzlich oder anstelle der normalen GTX Klamotten mit? Oder zieht man nur die normalen Regensachen an? Welchen Helm und welches PFD/Schwimmweste nimmt man mit (falls überhaupt)?

    Das ist alles sehr stark vom Vorhaben abhängig und muss jeder für sich nach seinen Sicherheitsanforderungen entscheiden.
    Mit einer kompletten (traditionelle) Wildwasserausrüstung ist man natürlich schnell weg vom Pack und Raft Gedanken, hat es in der Logistik aber immer noch deutlich leichter als mit "normalen" Booten. Ohne Sicherheitsausrüstung hat man in richtigem Wildwasser natürlich auch nichts zu suchen.

    >Welches Paddel kann man auch als Zeltstange für das MLD DuoMid verwenden? Nur das Sawyer?

    Naja, es ist zumindest das einzige, was in der Länge verstellbar ist und somit ein spannen den Tarps erlaubt.

    >Braucht man sonst noch was? Neoprenhandschuhe? Besondere Schuhe? Gurtzeug zum Befestigen des Rucksacks? Aufblassack für das Raft? Reparaturkit? Ersatzteile?

    Siehe oben. Nenn ein konkretes Vorhaben und man kann genauere Angaben machen. Blasesack brauchst du immer, Minimum an Reparatur (patchNGo) ist keine Ding, "Ersatzteile" wüsste ich nicht was und eine Packriemen mit zwei mal Reepschnur reicht als "Gurtsystem". Extra Schuhe sind nicht verkehrt, des Komforts wegen. Samdalen und Neosocken haben sich bewährt, Crocs sind super (nehmen kein Wasser auf), allderings nicht ganz so trittsicher. Manche lassen einfach ihre Trailrunner an und leben mit nassen Füssen. Wichtig: immer zwischen Komfort und Sicherheit unterscheiden. Im Zweifelsfall eine Trockenazug ohne Neohandschuhe als Umgekehrt ;)

    >Scheint mir, dass da schnell so einiges an Gewicht zusammenkommt (und dem Materialfetischismus keine Grenzen gesetzt sind ;)

    Nicht zwingend. Für viele Unternehmungen, gerade am Anfang, reicht sicher Boot, Paddel und Weste. 4 zusätzliche Kg sind absolut realistisch. Und es muss auch kein Alpacka sein! Auch das ist Packrafting: http://www.youtube.com/watch?v=a-dLYSVBQwk.

    Sven
    --------------------------
    http://www.packrafting.de/
    Geändert von SvenSch (11.04.2012 um 17:02 Uhr)

  11. Bergtroll
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #11
    Vielen Dank an Euch 3 für die sehr hilfreichen Tips!

    @Sven

    "Nenn ein konkretes Vorhaben und man kann genauere Angaben machen."

    Abgesehen von "Lernfahrten" auf der Orke usw. ginge es mir um eine mehrwöchige Tour mit ca. 30kg Gepäck (z.B. McCarthy-Alaska Highway; dort kann man ca. 80km den Nabesna River (Klasse II?) raften und den Rest laufen). Frage mich, ob man bei sowas mit einer normalen Regenhose ausreichend bedient ist und lediglich anstelle der GTX Jacke eine Tourenpaddeljacke wie die z.B. die Palm Alaska ( http://www.wandern-klettern-kanu.de/...eljacke-Alaska ) nehmen kann. Oder ist die beim Wandern zu schwitzig oder nicht ausreichend robust?

  12. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #12
    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Abgesehen von "Lernfahrten" auf der Orke usw. ginge es mir um eine mehrwöchige Tour mit ca. 30kg Gepäck (z.B. McCarthy-Alaska Highway; dort kann man ca. 80km den Nabesna River (Klasse II?) raften und den Rest laufen). Frage mich, ob man bei sowas mit einer normalen Regenhose ausreichend bedient ist und lediglich anstelle der GTX Jacke eine Tourenpaddeljacke wie die z.B. die Palm Alaska ( http://www.wandern-klettern-kanu.de/...eljacke-Alaska ) nehmen kann. Oder ist die beim Wandern zu schwitzig oder nicht ausreichend robust?
    Für den Nabesna River würde ich keinen Drysuit mitschleppen. Erstens paddelst du die Strecke vom Cooper Creek bis zum Highway in gemütlichen drei Tagen, zweitens wirst du zwar ordentlichen Wellengang, aber kaum "Whitewater" haben. Wenn du die Tour für Juli/August planst, erwartet dich ein ziemlich breiter Fluss - die Schwierigkeit liegt dann eher im Wählen der richtigen Kanäle, nicht im Ausweichen von irgendwelchen Hindernissen. Der Fluss ist schnell (zumindest im Oberlauf, den Rest kenne ich ja nicht), aber ungefährlich, solange du keine groben Fehler machst. WENN es dich auf dem Nabesna allerdings aus dem Boot reißt, hast du ein Problem, und zwar ein Kälte-Problem. Trotzdem würden mir dafür normale GTX-Klamotten reichen. Helm brauchst du nicht, Schwimmweste ist unverzichtbar.

  13. Bergtroll
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #13
    Kommt man eigentlich mitten in so nem schnellen Fluss wieder in sein Raft rein (welches umgekippt und mit einem schweren Rucksack beladen ist)?

  14. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #14
    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Kommt man eigentlich mitten in so nem schnellen Fluss wieder in sein Raft rein (welches umgekippt und mit einem schweren Rucksack beladen ist)?
    Ich kam noch nie in die verlegene Situation, aber zumindest mit Rucksack halte ich die Chance für gering. Im Zweifel Boot mit dem einen Arm festhalten, mit dem anderen Arm an Land rudern. Allerdings kann das beim Nabesna eine Weile dauern ...


  15. Bergtroll
    Gast

    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #15
    Eben. Und er ist saukalt. Also vielleicht doch lieber zumindest eine semi-trockene Paddeltourenjacke.

    Nebenbei gefragt: ich hatte die Strecke McCarthy-Alaska Hwy zunächst nur angedacht und dann Deinen Bericht gefunden. Wenn ich es richtig bei Google Maps nachgeschaut habe, seid Ihr quasi ein wenig "aussen" rumgelaufen. Hattest Du auch überlegt, ob man über die hohen Berge kann? Ich hab das noch nicht recherchiert...aber vielleicht hattet Ihr es Euch ja schon überlegt. Thx.

  16. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #16
    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Eben. Und er ist saukalt. Also vielleicht doch lieber zumindest eine semi-trockene Paddeltourenjacke.
    Die Jacke allein bringt dir nichts. Wenn, dann brauchst einen richtigen Trockenanzug mit Latexabschlüssen etc., so dass du absolut trocken bleibst, wenn du baden gehst.


    Zitat Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
    Wenn ich es richtig bei Google Maps nachgeschaut habe, seid Ihr quasi ein wenig "aussen" rumgelaufen. Hattest Du auch überlegt, ob man über die hohen Berge kann? Ich hab das noch nicht recherchiert...aber vielleicht hattet Ihr es Euch ja schon überlegt. Thx.
    Ja, wir sind quasi außen herum gelaufen und haben auch so ein paar Abstecher nach links und rechts gemacht. Wenn du über die Gletscher und Eisfelder willst, brauchst du 'ne Menge Erfahrung und zusätzliches Equipment. Die Gletscher sind extrem zerklüftet, ohne Partner solltest du das nicht riskieren, selbst wenn du über genügend Alpin-Erfahrung verfügst.

  17. Gerne im Forum

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    AW: [AT] Ostern 2012: Packrafting auf Gail & Möll

    #17
    Hey ihr,

    so kann man sich natürlich schon eher ein Bild machen. Für die lokalen Verhältnisse ist Gabriel natürlich der erste Ansprechpartner.

    Was das technische betriff, Ganz klar: Kälte tötet! Die 1/10/1 Regel sagt: 1 Minute Kältschock, 10 min handlungsfähig, 1 h überleben. Insofern, der Erwartunswert (Wahrscheinlichkeit mal Auswirkung) ist nicht gut am Nabesna.

    ABER: Der Reentry ist eine sichere Methode und die wichtigste Rettungsmaßnahme in solch einer Umgebung, welche man üben sollte. Grundsätzlich ist das der Vorteil von einem Schlauchboot. Das Lenzen ist einfach. Mit Boot an Land schwimmen? No way!

    Was den Rucksack angeht, heißt die Lösung 'Quick Release'. Ein Lösen des Gepäcks unter Wasser sollte schnell und einfach gehen. Mit Leine ist es gesichert, so daß man in Ruhe wieder einsteigen kann und ihn nachzieht.

    Ohne die Verhältisse genau zu kennen, also mich auf eure Angaben verlassend, würde ich auch keinen Trock mitnehmen, aber der Wiedereinstieg sicher üben! Und ja, ich stimme mit Libertist überein, Semi-Trockenjacken bringen nichts.

    Also, die Wahrscheinlichkeit einer Kenterung auf offenem Wasser mag gering sein, ist aufgrund der potentiellen Auswirkung aber absolut ernst zu nehmen, In Wellen und Gegenwind oder in Verbindung mit Sweepers, Baumstämmen etc. ist solch ein Szenario denkbar.

    Safe journeys!

    Sven
    ------------------
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