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  1. Fuchs
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    [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #1
    Mitreisende: blauloke
    Nationalpark Sumava

    Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen



    Planung


    Hinweisschild zum Notübernachtungsplatz

    Nachdem mein Plan feststand dieses Jahr eine Wanderung durch den Nationalpark Sumava in Tschechien und den daran anschließenden Nationalpark Bayerischer Wald zu machen, hatte ich mich auf eine Hüttentour eingestellt. Bei der Streckenplanung und der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten stieß ich auf die Seite des NP Sumava. Dort fand ich den Hinweis auf die Notübernachtungsplätze, so dass ich auf Zeltübernachtungen um plante. Diese Plätze sind für Leute gedacht, die den Sumava auf der „roten Linie“ durchwandern wollen.
    Heraus kam am Schluss eine Durchquerung des NP Sumava von Süd nach Nord auf den Zeltplätzen, sowie anschließend zwei Übernachtungen auf Hütten im NP Bayerischer Wald. Dort gibt es keine Möglichkeit im Nationalpark legal zu zelten.
    Der Start der Wanderung wurde durch die Sperrung einiger Wege in den Nationalparks festgelegt, die erst ab Mitte Juli freigegeben werden.



    Streckenübersicht © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA
    Die genaue Tagesstrecke ist jeweils bei den Kilometerangaben verlinkt

    1.Tag -------- 17.7.2011 -------- Start mit Hindernissen -------- 14,7 km

    Meine Frau bringt mich nach Amberg zum Bahnhof, von wo aus ich mit dem Zug nach Frauenberg, im Bayerischen Wald, fahren will. Gerade als ich die Fahrkarte lösen will, weist sie mich auf die Anzeigetafel hin. Dort steht dass mein geplanter Zug wegen Streik ausfällt. Ich kann nicht einfach auf den nächsten Zug warten, sonst erwische ich den Bus in Passau nach Frauenberg nicht mehr. Also fährt sie mich weiter nach Schwandorf, zum nächsten größeren Bahnhof. Auch dort wird der Anschlusszug bestreikt. Jetzt ist erst mal ein Kaffee fällig. Weiter geht es nach Regensburg. Am Infostand erfahre ich, dass der geplante Zug ab hier verkehrt, nur die Privatbahnen werden bestreikt, die Deutsche Bahn fährt.
    Als der Zug losfährt verabschieden wir uns und ich rolle Richtung Passau. In Passau scheint die Sonne und es verspricht ein heißer Tag zu werden. Nach einer dreiviertel Stunde Aufenthalt steige ich in den Bus, der mich nach Frauenberg schaukelt. Die freundliche und hilfsbereite Busfahrerin bewahrt mich davor, zu früh auszusteigen. Sie entlässt mich erst an der Haltestelle, an der direkt ein Weg zum Dreisessel beginnt.

    Ich marschiere los. Erst an ein paar Häusern vorbei, gelange ich bald in den Wald. Ab hier geht es ständig aufwärts, unterwegs sehe ich auch mal einen Wegweiser zum Dreisessel. Der breite Schotterweg geht in einen grasbewachsenen Waldweg über. Das Gras wird immer dichter und höher, bald folge ich nur noch einer Spur. Irgendwas stimmt hier nicht, das kann nicht der richtige Weg sein. Von rechts, schräg unten nähert sich eine schmale Teerstraße meinem Weg. Ich muss eine steile, rund 5m hohe Böschung runter um auf die Teerstraße zu kommen. Jedenfalls bin ich nicht der erste der falsch gelaufen ist, weil eine ausgetretene Erdspur die Böschung hinab führt. Vorsichtig mache ich mich an den Abstieg. Mit den Wanderstöcken stütze ich mich nach unten ab und lehne mich etwas zurück, um nicht mit meinem schweren Rucksack nach vorne über zu fallen. Die ersten paar Meter schaffe ich so, aber plötzlich verlieren meine Füße den Halt und ich rutsche auf dem Hosenboden und dem Rucksack die beiden letzten Meter zur Straße hinab. Gott sei Dank ist mir dabei nichts passiert. Nun will ich feststellen wo ich eigentlich bin. Der Blick auf meine Karte zeigt mir aber lediglich, dass ich keine Ahnung über meine Position habe. Nur, dass ich mich im Wald befinde bestätigt sie mir. Durch die Bäume ringsum war mir das aber schon vorher klar. Na, die Wanderung geht ja gut los. Ich bin noch keine Stunde unterwegs, habe den ersten Absturz hinter mir und keine Ahnung wo ich bin.

    Da ich als erstes auf den Dreisessel will folge ich der Teerstraße einfach aufwärts. Endlich taucht auch mal wieder ein Hinweisschild auf. Bald führt der Weg von der Teerstraße auf einen steinigen Fahrweg. Diesem folgend sehe ich bald den Gipfel des Dreisesselberges. War ich bis jetzt alleine unterwegs, sind jetzt auch andere Leute zu sehen. Später sehe ich auf der Karte, dass nur eineinhalb Kilometer unterhalb des Gipfels ein Parkplatz ist. Von dort besteigen die Sonntagsausflügler den Berg. An diesem sonnigen Tag sind viele Menschen unterwegs.

    Oben befindet sich das Dreisesselhaus mit Biergarten. Zunächst gibt es eine Apfelschorle gegen den Durst und anschließend ein Bier zum Schweinebraten.
    So erholt besichtige ich nun die Dreisesselfelsen. Das sind drei Granittürme auf denen der Sage nach die Könige von Bayern, Böhmen und Österreich gesessen sind und die Grenzen ihrer Reiche festgelegt haben.
    Danach gehe ich noch zum Hochstein, dem höchsten Felsen des Dreisesselberges, der durch Treppen erschlossen ist. Unterwegs komme ich an bizarren Felsgebilden vorbei. Vom Hochstein aus genieße ich die weite Aussicht und den weiß-blauen Himmel. Eindrucksvoll ist es, die von den Borkenkäfern vernichteten Wälder zu sehen. Im Nationalpark Sumava werden die toten Bäume liegen gelassen. Im direkt anschließendem Naturpark Bayerischer Wald werden die toten Bäume zum größten Teil entfernt. An diesem Unterschied kann man den Grenzverlauf erkennen.

    Bald mache ich mich auf den Weg über den Grenzsteig und komme in das Gebiet des abgestorbenen Waldes. Es ist ein eigentümliches Gefühl zwischen all den toten Bäumen zu stehen. Über einen unebenen Felssteig erreiche ich das Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Österreich. Dort markiert ein hoher, dreieckiger Grenzstein, mit den drei Länderwappen den genauen Punkt. Eine Tafel mit einem Zitat von Adalbert Stifter steht ebenfalls hier. Er gilt als „der“ Dichter des Böhmerwaldes.


    Dreisesselfelsen


    bizarre Felsen auf dem Dreisesselberg


    Blick über den Bayerischen Wald


    Unterschied Nationalpark - Naturpark


    toter Wald


    Drei - Länder - Stein

    Zitat von Adalbert Stifter


    Von nun an folge ich der Tschechisch-Österreichischen Grenze und erreiche kurz darauf den Plöckenstein, mit 1378m Höhe, den höchsten Berg im südlichen Böhmerwald. Noch einmal genieße ich das Panorama über drei Länder. Richtung Westen ist der Himmel immer noch weiß-blau. Nichts deutet auf schlechtes Wetter hin, obwohl laut Wetterbericht eine Schlechtwetterfront für Abends angesagt ist. Soll mir recht sein wenn es schön bleibt.

    Nun folge ich einem schmalen Pfad, der mich zunächst zu einem Aussichtspunkt über dem Plöckensteinsee führt. Anschließend geht es weiter zum Stifter-Denkmal. Einem hohen Obelisken der auf einer Felskanzel oberhalb des Sees aufgebaut wurde. Auch hier ist eine Aussichtskanzel. Über den großen Lipno-Stausee schweift mein Blick weit über das Land. Interessant auch, wie der Borkenkäfer gearbeitet hat. Zwischen Flächen mit silbrig-grau glänzenden, toten Bäumen sind auch immer wieder grüne Flächen in dehnen er anscheinend keinen Baum befallen hat. Hier am Stifter-Denkmal wachsen bereits wieder junge Bäume zwischen den toten Bäumen nach.

    Jetzt geht es einen steilen Felsenpfad, zwischen den Bäumen, abwärts. Bis zum See sind es rund 220 Höhenmeter. Unterwegs kommt mir ein tschechisches Paar entgegen. Die schnaufen ganz schön, bei dem steilen Aufstieg. Bis ich unten ankomme hat sich der Himmel, vom Plöckenstein her, zugezogen. Es ist noch nicht einmal eine Stunde her, als oben noch das schönste Wetter war. Ein kräftiger Wind bläst die Seewand herunter, wühlt den See auf und die Birken am Ufer beugen sich unter dem Wind. Ich raste erst mal etwas auf einer Bank und filtere dann Wasser in meine Flaschen, um genug für das Abendessen und das Frühstück zu haben.

    Da es nicht mehr weit zum Zeltplatz ist breche ich bald wieder auf. Es geht durch den Wald. Plötzlich kracht es etwa 50m neben dem Weg. Der Sturm hat einen Baum umgeworfen. Inzwischen hat es auch zu regnen angefangen aber im Wald merke ich nicht viel davon. Auf einem ausgewaschenen, felsigen Weg erreiche ich schließlich den ersten Notübernachtungsplatz „Pod Plesnym jezerem“. Er liegt hinter ein paar Büschen an einem Wanderweg. Ein Zelt steht bereits da. Im Regen baue ich auch mein Zelt auf. Nachdem ich alles eingeräumt habe koche ich mein Abendessen in einer überdachten Sitzgruppe am Wanderweg. Die beiden Sitzgruppen auf dem Platz sind nicht überdacht. Nach dem Essen lege ich mich ins Zelt und schlafe bald ein. Nachts prasselt der Regen weiter auf mein Zelt und auch ein Gewitter ist zu hören.


    Plöckensteinsee


    Lipnostausee


    abgestorbene Bäume biem Stifterdenkmal


    Plöckensteinsee im Sturm


    Notübernachtungsplatz Pod-Plesnym-jezerem


    2.Tag -------- 18.7.2011 -------- Schwarzenbergkanal -------- 37,4 km

    Morgens regnet es nicht mehr, aber alles ist noch nass. Ich frühstücke erst mal in der überdachten Sitzgruppe und baue dann mein Zelt ab. Der Boden des Platzes ist mit Rindenmulch ausgestreut. Dieser klebt jetzt am nassen Zelt. Die größeren Stücke bringe ich runter, jedoch die kleinen Teile bleiben penetrant kleben. Jedes mal wenn die Zeltplane den Boden berührt klebt wieder Rindenmulch daran. Schließlich gebe ich auf und packe das Zelt mitsamt dem restlichen Mulch ein. Inzwischen sind meine Zeltnachbarn wach geworden. Es ist ein junges tschechisches Paar. Leider können wir uns nicht verständigen, weil ich kein Tschechisch spreche.

    Auf einem typischen, tschechischen Wanderweg geht es weiter. Einer schmalen Teerstraße. Heute muss ich schneller gehen, weil ich am Schwarzenbergkanal entlang wandern will, bis zum übernächsten Zeltplatz. Das wird eine ganz schön lange Strecke heute.

    Nach einer halben Stunde erreiche ich den Kanal. Ihm werde ich knapp 20km lang folgen, immer durch Wald. Der Schwarzenbergkanal wurde um 1800 rum gebaut, um Brennolz Richtung Donau schwemmen zu können, von wo aus es dann nach Wien transportiert wurde. Insgesamt ist er etwa 50 km lang.
    Am Kanal entlang ist ein breiter Schotterweg, der ständig leicht ansteigt. Der Kanal ist gut einen Meter breit, etwa genauso tief und mit Steinen ausgeplastert. Das darin fließende Wasser ist jedoch meistens nur 10cm tief.

    Bereits an der Stelle wo ich auf ihn treffe wird er über einen Bach geleitet. Es ist schon erstaunlich. Während das Wasser, im Kanal, mir links vom Weg entgegen kommt, fließt es rechts von mir, unten im Tal, in meine Marschrichtung. Immer wieder sehe ich kleine Stauwehre im Kanal mit denen der Wasserstand reguliert werden konnte. Auch fließen kleine Bäche dem Kanal zu. Sie stürzen kaskadenartig von den Hängen, werden jetzt aber direkt durch den Kanal, unter dem Weg durch, ins Tal geleitet. In Jeleni Vrchy raste ich an einer Sitzgruppe. Hier endet der Tunnel mit dem der Kanal die Wasserscheide zwischen Moldau und Donau untertunnelt. Der rund 400m lange Tunnel ist mit einem Gitter abgesperrt. Eigentlich hatte ich gehofft durch den Tunnel gehen zu können. Da es hier auch eine Ausstellung zum Schwarzenbergkanal gibt, nehme ich an, dass im Rahmen einer Führung der Tunnel besichtigt werden kann. Ich gehe über den Bergrücken zum oberen Tunneltor. Natürlich ist auch dieses abgesperrt.
    Ab hier ist der Kanal nicht mehr gepflegt. Im Prinzip sieht er hier wie ein mit Gras zugewachsener Straßengraben aus. Auf dem Weg sind viele Radfahrer unterwegs. Die meisten abwärts - da können sie viele Kilometer gemütlich vor sich hin rollen. Die aufwärts Fahrenden müssen ständig treten. Nach über 5 Stunden am Kanal entlang erreiche ich den Anfang. Hier ist er wieder instand gesetzt und man kann gut erkennen wie der Kanal von einem Bach abzweigt. Ein Stein mit einer Gedenktafel erinnert an den Planer des Kanals, einen gewissen Rosenauer.

    Nach einer kurzen Rast geht es weiter. Wieder auf einem Teersträßchen wandere ich Richtung Nove Udoli abwärts. Unterwegs halten mich zwei tschechische Radfahrer an und wollen wissen wie weit es noch zum Schwarzenbergkanal ist. Als sie hören, dass es nicht mehr weit ist sind sie sichtlich erleichtert. Ich schwärme ihnen noch von der langen Abfahrt am Kanal entlang vor. Daraufhin sagen sie mir, dass sie nicht am Kanal entlang fahren wollen, sondern Tschechien umrunden. Auch eine schöne Tour.


    Schwarzenbergkanal


    unteres Tunneltor


    oberes Tunneltor


    Beginn des Schwarzenbergkanals unter dem Steinträger

    Kurz vor Nove Udoli sehe ich mir noch den dortigen Notübernachtungsplatz an, um anschließend in einem Restaurant ein zukehren und mir ein Gulasch zu bestellen. Wo der Weg weiter geht ist mir nicht ganz klar. So gehe ich erst mal einen kleinen Hang abwärts, bis zum Bahnhof von Nove Udoli. Der Bahnhofsvorplatz ist eine einzige Baustelle. Er wird gerade neu angelegt. Da ist alles mit Bauzäunen abgesperrt. Auf einem restlichen Stück Gleis stehen ein paar alte Waggons. Hier wird ein Eisenbahnmuseum aufgebaut. Auch eine kleine Lokomotive steht da, mit der man mitfahren kann. Entschuldige bitte, Pfad-Finder: Ich hab vor lauter Wegsuche vergessen ein paar Fotos für dich zu machen. Weil da auch gleich die Grenze ist, kann der Weg hier nicht weiterführen. Ich gehe ein Stück zurück und sehe entfernt eine Markierung. Ich hätte nur um das Restaurant herum gehen müssen.

    Der Weg führt jetzt durch relativ offene Landschaft. An einem Hang entlang habe ich immer wieder Ausblicke Richtung Bayern. Ich gehe durch Feldfluren von eingegangenen Dörfern. Mehrere haben als Gründungsjahr 1795, womit sie im Zusammenhang mit dem Bau des Schwarzenbergkanals stehen. Nach dem Krieg wurden die Dörfer im Grenzgebiet abgerissen.

    Schließlich komme ich an eine stark befahrene Straße. Der Wanderweg unterquert sie. Danach sehe ich eine rote Markierung und folge ihr. Bis ich registriere, dass die Markierung gelb-rot für die Radroute, und nicht weiß-rot für den Wanderweg ist bin ich bereits ein Stück gegangen. Na gut, dann gehe ich halt von hinten auf den Berg, wo der Übernachtungsplatz ist. Leider muss ich vorher noch gut 500m auf der viel befahrenen Straße gehen, die wäre mir auf der Wanderstrecke erspart geblieben. Jetzt muss ich nur noch auf den Berg. Hier merke ich die heute zurück gelegten Kilometer. Mehrmals bleibe ich stehen um Luft zu schnappen. Endlich bin ich oben.

    Auf dem Platz stehen bereits fünf Zelte. Ich baue mein Zelt auch noch auf. Der Boden ist zwar mit Gras bewachsen, aber darunter ist er hart und steinig. Mit einem herum liegenden, faustgroßen Stein klopfe ich die Heringe für mein Zelt zur Hälfte in den Boden. Mehr geht nicht. Anschließend setze ich mich auf einen Baumstamm und koche mein Abendessen. Mit den anderen Wanderern kann ich mich leider nicht unterhalten, weil wir keine gemeinsame Sprache haben. Es gehen dann auch alle früh in ihre Zelte zum Schlafen.


    Blick über die Grenze nach Bayern


    untergegangenes Dorf


    alte Steinmauern


    Notübernachtungsplatz Strazny


    3.Tag -------- 19.7.2011 -------- Moldauquelle -------- 30,1 km

    Nachdem es gestern überwiegend bewölkt war, wird es heute ein sonniger Tag. Auf dem Baumstamm sitzend mache ich mein Frühstück. In der Zwischenzeit trocknet mein Zelt über die Platzabgrenzung gelegt. Nun kann ich auch den restlichen Rindenmulch, von gestern, von meinem Zelt entfernen.Ich breche als erster auf, heute will ich wieder eine lange Strecke bis zum übernächsten Zeltplatz gehen.

    Wieder habe ich schöne Ausblicke über die Landschaft. An einem kleinen Bach filtere ich erst mal meine Wasserflaschen voll, der Tag verspricht heiß zu werden. Nach einem längerem Stück Weg will ich rasten. Normalerweise sind in Tschechien die Sitzgruppen an den Wanderwegen dicht gesät, nur wenn ich rasten will kommt natürlich keine. Also setze ich mich auf einen Stein im Weggraben. Ein schöner, schattiger Platz. Nach einiger Zeit höre ich Stimmen näher kommen. Es ist eine größere Wandergruppe, aus Deutschland, mit einigen Hunden. Diese schnüffeln gleich an meinem Rucksack. Da ist ja auch mein Essen drin. Die Besitzer haben ihre Hunde im Griff und pfeifen sie zurück. Die Gruppe macht eine Tageswanderung über die Grenze.

    Nachdem die Gruppe weiter gezogen ist, mache ich mich auch wieder auf den Weg. Jetzt komme ich in ein Gebiet mit vielen Wiesen. Es ist schon erstaunlich wie viele Blumen auf so einer ungemähten Wiese stehen. Einfach schön. Kurz darauf verlässt der Weg die asphaltierte Straße um einem Feldweg zu folgen. An einem Punkt berühren sich der Weg und die Grenze. Danach folgt ein Holzsteg der durch ein Feuchtgebiet führt. Danach ist der Weg nur noch ein fast zugewachsener Pfad. Mit meiner kurzen Hose muss ich aufpassen, dass ich den Brennnesseln ausweiche. Ein schönes Stück Weg.
    Solche Wegabschnitte sind in Tschechien ungewöhnlich. Meistens ist man auf Schotter- oder Teerwegen unterwegs.

    Hier sind auch Rinder auf der Weide. Immer wieder durchziehen halb verfallene Steinmauern die Wiesen. Das Gelände ist hügelig und ich merke jetzt jede Steigung. An normalen Anstiegen, die ich sonst schaffe, muss ich stehen bleiben und Luft holen. Außerdem ist es sonnig und ich schwitze. An der nächsten überdachten Sitzgruppe mache ich Halt, lege mein nass geschwitztes Hemd in die Sonne und koche Nudeln zum Mittag. Erholt geht es weiter. Am nächsten Berg muss ich schon wieder stehen bleiben. Die Strecke gestern war wohl doch zu lang. Schließlich gelange ich nach Bucina. An der Auffahrt zu einem Hotel/Restaurant steht ein Stück des ehemaligen tschechischen „Eisernen Vorhangs“. Was da nun Original ist, oder nach gebaut kann ich nicht feststellen. Von der Lage her passt es jedenfalls.


    Sommerwiese


    Rinder auf der Weide


    Schilder an der Grenze


    schmaler Pfad


    Eisener Vorhang


    Ein Stück gehe ich noch einen Hügel hoch um mir den dort liegenden Notübernachtungsplatz anzusehen. Danach wieder etwas zurück und ich biege in den Weg Richtung Moldauquelle ein. Das Wandern fällt mir immer schwerer. Fast an jeder Steigung bleibe ich stehen. Irgendwann erreiche ich die Quelle. Wie erwartet sind hier etliche Leute unterwegs. Kein Wunder, gilt die Moldau doch als Nationalfluss der Tschechen. Am Auslauf der Quelle lasse ich das Wasser direkt in meine Flaschen rinnen. Das ungefilterte Wasser hat mir nichts ausgemacht und war gut zu trinken. Sonst habe ich gefiltert, was nicht immer nötig gewesen wäre.

    Nach einiger Zeit breche ich wieder auf. Wieder an einem Berghang mit toten Bäumen vorbei komme ich nach längerer Strecke an den Fluss Modravsky podok. Diesem folge ich bis Modrava, das ich durchquere um den dortigen Notübernachtungsplatz zu erreichen.
    Zuerst sehe ich das Toilettenhäuschen an der Straße stehen, aber keinen Zeltplatz. Dieser ist erst ein Stück weiter, hinter ein paar Büschen versteckt. Es ist schon fast 20 Uhr als ich den Platz erreiche. Ein Zelt steht bereits da. An der Sitzgruppe rastet eine junge Tschechin, die mit einem kleinen Hund unterwegs ist. Nach dem Zeltaufbau setze ich mich zu ihr, esse noch etwas und mit meinem rudimentären Englisch können wir uns soweit verständigen, dass wir kapieren wo der andere jeweils herkommt und hin will. Hier, in der Nähe des Flusses sind viele, kleine Mücken. Sie vertreiben uns bald in unsere Zelte.

    Heute bin ich nur langsam vorwärts gekommen. Unterwegs habe ich schon beschlossen morgen die geplante Strecke abzukürzen. Ich habe mich wohl doch überschätzt.
    Nachts beginnt es zu regnen und Gewitter sind auch wieder zu hören.


    Figur an der Moldauquelle


    Moldauquelle


    abgestorbene Bäume am Hang


    Notübernachtungsplatz Modrava


    4.Tag -------- 20.7.2011-------- Tal der Vydra -------- 22,9 km

    Als ich morgens aus meinem Zelt krieche, bricht die Tschechien gerade auf. Wieder ist alles nass. Das Zelt packe ich wieder feucht ein, weil es immer noch nieselt. In Modrava suche ich etwas, bis ich die Markierung finde. Natürlich bin ich schon mal daran vorbei gelaufen ohne sie zu bemerken. Der Weg führt gleich mitten durch eine Blumenwiese. Normalerweise ein schöner Weg, nur ist die Wiese heute nass und meine alten Schuhe sind schon lange nicht mehr wasserdicht. Jetzt wäre mir ein Teerweg lieber gewesen. Ja, ja, ich weiß: mir kann man nichts recht machen.
    Später geht der Weg durch Wald und an ein paar Häusern vorbei komme ich auf die Brücke über die Vydra.

    Jetzt habe ich einen breiten Schotterweg unter den Füßen, der den Fluss ständig begleitet. Im Fluss selber liegen große Steine, über und um die herum das Wasser sich seinen Lauf sucht. Das Tal ist tief eingeschnitten und bewaldet. Von den Hängen bedrängen mehrere Blockströme den Fluss, Felswände brechen an seinem Ufer ab. Trotz des schlechten Wetters sind viele Leute unterwegs. Es ist auch ein interessantes Tal, dem ich rund 7 km folge. Das Tal zieht sich noch weiter, doch in Cenkovar Pila gehe ich in eine Wirtschaft zum Mitagessen. Ein Schnitzel und zwei Bier bauen mich wieder auf. Am Schluss lasse ich noch meine Wasserflasche auffüllen.


    nasse Wiese


    Vydra


    Steine in der Vydra


    Vydratal

    Zunächst leicht ansteigend auf einer Autostraße, zweigt ein Pfad ab und steigt steil den Talhang hinauf. In Srni angekommen raste ich wieder an einer Sitzgruppe. Der Ort bietet viele Hotels/Pensionen und Restaurants, sowie einen Konsum. Hier könnte man Verpflegung nach kaufen. Ich brauche nichts, weil ich ohne hin zu viel dabei habe, wie ich feststelle.
    Weiter geht es. Zunächst relativ eben steigt der Weg bald wieder an. Kein Wunder, ich will heute auf dem Polednik, einem 1315m hohen Berg übernachten.

    Wieder kommt ewig keine Sitzgruppe. Ich denke eigentlich nur noch von Pause zu Pause. Schließlich raste ich an einem Wegkreuz, dessen Sockel eine Stufe hat. Ich koche mir eine große Portion Milchreis. Bei dem leicht regnerischen Wetter tut das gut. Wie ich auf dem restlichen Weg feststelle, war das die letzte Rastmöglichkeit.
    Als nächstes muss ich über einen von Harvestern zerschundenen Waldweg. Hier werden gerade Bäume gefällt. Ein Stück weit geht es wieder eben dahin, dann wird der Weg wieder steiler. Öfters bleibe ich stehen um Luft zu holen.

    Warum sind die Anstiege hier auch so hoch und so lang? Ein klarer Konstruktionsfehler! Die Berge hätte man doch auch flach bauen können.

    Irgendwie erreiche ich den Gipfel des Polednik. Es hat stärker zu regnen begonnen. Auf dem Gipfelplateau steht ein Aussichtsturm mit einer überdachten Terrasse. Wie bereits zwei andere Zelte, stelle ich mein Zelt auch unter dem Dach der Terrasse auf. In die Steinplatten bringe ich natürlich keine Heringe. Mein Innenzelt steht ohne Heringe, aber für das Außenzelt brauche ich zwei Fixpunkte. Einen herumstehenden, leider leeren, Bierkasten benutze ich um mit zusätzlicher Hilfe eines Trekkingstocks den hinteren Teil zu spannen. Den zweiten Trekkingstock klemme ich so zwischen eine Bank und einen Tisch, dass die Apsis gespannt wird. Die, dem Wind zugewandte Seite, binde ich noch an einer Säule an.

    Inzwischen ist aus dem Regen ein Wolkenbruch geworden, der auf das Blechdach trommelt und der Wind bläst stürmisch. Ich denke an die junge Tschechin von gestern Abend. Wenn sie heute auf dem Platz Bucina übernachtet, wie vorgesehen, wird sie weggeblasen. Der Platz liegt hoch und ist nur von ein paar Büschen umgeben.

    Im größten Regen kommt noch eine zehnköpfige Mädchengruppe an. Die schauen zum Erbarmen aus. Sie drängen sich noch in das „Kaminzimmer“. Am Ende der Terrasse steht nämlich ein offener Kamin. Als ich ankam war dieser Platz natürlich schon besetzt. Ich war nur mal dort um meine Hände am Feuer aufzuwärmen. Nun wird es eng da hinten. Mein Platz ist mir da schon lieber. Inzwischen habe ich gekocht. Eine vorgefertigte CousCous-Gemüsemischung. Ich esse sie zwar, aber geschmeckt hat sie nicht. Die zweite Hälfte werfe ich weg. Das nächste mal mische ich mir meinen CousCous wieder selber.
    Von einer Dachrinne fehlt das Abflussrohr, wodurch ich ein paar Meter neben meinem Zelt fließendes Wasser habe. So kann ich meinen Topf ordentlich ausspülen. Die Gruppe im „Kaminzimmer“ hat ihre Zelte aufgebaut und legt die schweren Holztische als Windschutz davor.
    Von Tschechen lernen heißt siegen lernen. Ich hole mir auch einen Tisch und lege ihn vor mein Zelt. So ist die untere Hälfte windgeschützt.
    Im Zelt liegend denke ich zum ersten mal daran die Wanderung abzukürzen. Das Gehen hat heute keinen Spaß gemacht. Mal sehen wie es mir Morgen geht. Mit dem Getrommel des Regens auf dem Blechdach schlafe ich ein.


    Rast am Wegkreuz


    Aussichtsturm Polednik


    Zeltaufbau mit Stöcken


    fließendes Wasser


    "Kaminzimmer"


    Tisch als Windschutz


    5.Tag -------- 21.7.2011 -------- Abbruch -------- 26,5 km

    Am Morgen ist es ruhig. Der Regen und der Wind sind vorbei. Die zum Zeltbau benutzten Bänke und Tische schiebe ich wieder auf ihre Plätze zurück. Das Zelt ist, die Nacht über, vom Wind trocken gepustet worden.
    Eine Wolke liegt noch auf dem Gipfel. Die toten Bäume sehen unwirklich aus im Nebel. Zunächst werde ich meine ursprünglich geplante Route weiter wandern und im Laufe des Tages entscheiden was ich mache.

    Es folgt ein Waldweg der ständig abwärts führt. Hier sehe ich auch mal ein Reh im Wald springen. Es ist das einzige, größere Wild, dass ich während der ganzen Wanderung sehe. Inzwischen kommt die Sonne zwischen den Wolken hervor. Ständig abwärts gehend erreiche ich einen Fluss. Eine mit Betonplatten ausgelegte Furt durchquert ihn. Soll ich hier furten? Zum Glück sehe ich ein Stück oberhalb, doch noch einen Steg über den Fluss. So komme ich trocken ans andere Ufer. Nun wieder auf einem breiten Schotterweg gehe ich am rauschenden Fluss weiter abwärts. Als nächstes kommt der Ort Prasily.


    Dort entdecke ich ein Holzgestell, an dem Schilder mit Zitaten des Künstlers Josef Vachal und des neuen, umstrittenen Direktors des NP Sumava, Jan Strasky, gegenüber gestellt sind. Tatsächlich habe ich während meiner Wanderung schon öfter größere Baumfällaktionen beobachtet. Der Streit geht haupsächlich um den Borkenkäferbefall und ob man den Käfer gewähren lässt oder die betroffenen Bäume fällt und entfernt.

    Mein weiterer Weg bringt mich nach Hurka/Hurkental. Ebenfalls eine aufgelöste Gemeinde im Grenzgebiet. Nur von der Kirche sind noch einige Reste erhalten und einige Grabsteine sind sichtbar. Eine Kindergruppe turnt auf den alten Mauern rum. Danach besichtige ich noch den Jezero Laka, einen der kleinen Seen im Böhmerwald. Anschließend komme ich nochmals durch ein großflächiges Gebiet in dem Totholz entfernt wird.


    tote Bäume im Nebel


    schmale Brücke


    Kirchenruine Hurkental


    Ausblick


    Jezero Laka


    Entenfamilie


    gefallene Bäume

    Wieder auf einer Teerstraße geht es jetzt lange aufwärts. Unterwegs bleibe ich erneut mehrmals stehen um kurz zu rasten. Am Pass ist ein überdachter Sitzplatz. Da setze ich mich rein und überlege was ich weiter mache.
    Wenn ich ehrlich zu mir bin habe ich keine Lust mehr. Solange der Weg eben ist geht es, aber an der kleinsten Steigung muss ich kämpfen, um vorwärts zu kommen. Meine alten Wanderschuhe lösen sich auch langsam auf. Die Knickfalten sind endgültig durchgebrochen und eine Öse für die Schnürsenkel hat sich verabschiedet. Die nächste Regenfront ist bereits sichtbar. Heute würde ich es zwar wie geplant zum Falkensteinhaus schaffen, aber morgen hätte ich dann 30 km bis zum Rachel vor mir.
    Ich beschließe Schluss zu machen und nach Bayrisch Eisenstein abzusteigen.

    Nach einer langen Rast mache ich mich an den Abstieg. Das sind sieben eintönige Kilometer auf einer Teerstraße, nur abwärts. Sogar bei dieser Strecke raste ich unterwegs nochmal. Der Regen holt mich ein und ich muss nochmals den Regenschutz über den Rucksack ziehen. Endlich erreiche ich die Unterführung der Eisenbahn. Damit habe ich Anschluss an den Beginn meiner Wanderung durch den Böhmerwald gefunden. Den letzten Kilometer zum Bahnhof lege ich im strömenden Regen zurück. Beim Start vor zwei Jahren zur Böhmerwaldwanderung bin ich im strömenden Regen losmarschiert.
    Während der Wartezeit auf den Zug gibt es noch ein letztes böhmisches Bier. Die Bahn bringt mich dann ohne Zwischenfälle nach Hause.


    junge Bäume am Hang


    kaputte Wanderstiefel


    Eisenbahnunterführung

    Detailierte Liste der Notübernachtungsplätze im Wiki.

    Übersichtskarte
    Geändert von blauloke (31.10.2017 um 23:23 Uhr)
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  2. chrischian
    Gast

    AW: CZ Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #2
    Schöner Bericht. Im Böhmerwald war ich leider noch nicht. Wenn es mir in den Sudeten oder im Erzgebirge zu langweilig wird, klappt es bestimmt auch mal. Gut finde ich die Notübernachtungstellen. Erschreckend die zahlreichen Waldschäden.

  3. Fuchs
    Avatar von Atze1407
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    Da wo die Berge am schönsten sind, in Sachsen.
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #3
    Hallo blaulocke,
    wie immer hast Du dir einen schöne Tour in einer schönen Gegend ausgesucht, wenn man von den vielen Toten Waldstücken absieht.
    Danke für deinen schönen Bericht.

    LG
    Atze1407
    Wenn du den Charakter eines Menschen kennenlernen willst, gib ihm Macht.
    Abraham Lincoln

  4. Dauerbesucher
    Avatar von MonaXY
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #4
    Danke für deinen ehrlichen Bericht - so Strecken wie am 2. oder 3. Tag hätten mir auch den Nerv geraubt und sofort ein "ich-hab-keine-Lust-mehr-Gefühl" geweckt!

    Und außerdem ist es auf den tschechischen "Teer- oder Kieselwanderwegen" viel ermüdender zu gehen, wie auf den schönen schmalen Waldpfaden auf bayerischer Seite... jedenfalls war das im Frühling unser Eindruck, als wir an der Moldauquelle waren.

    Wenn du - nach den vielen toten Bäumen - mal was für dein Gemüt tun möchtest: Es gibt unterhalb der Grenzlinie einen Weg vom Lusen in Richtung Rachel, der durch wunderschönen, stark emporwachsenden Jungwald führt. Da liegen "urwaldmäßig" auch alte Bäume querbeet, aber der neue, junge Wald hat sich durchgesetzt... Tut richtig gut, das zu sehen.

    Gruß,
    Mona
    "Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur."
    Jean Paul

  5. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #5
    Die vielen toten Bäume waren Anfangs schon ungewohnt. Es war aber auch faszinierend so einen Wald zu sehen. Der Borkenkäfer ist hauptsächlich in den Hochlagen unterwegs. Es gab auch genügend gesunden Wald. Wie ich erst zu Hause feststellt habe, habe ich den aber nicht fotografiert. Man lichtet halt immer das ungewöhnliche ab.
    Das Problem waren die langen Strecken. Die Übernachtungsplätze liegen ca 12-15km auseinander. Das ist mir zu kurz, deshalb habe ich, bei der Planung, immer einen übersprungen. Weil ich den Schwarzenbergkanal gehen wollte, ist am zweiten Tag diese lange Strecke heraus gekommen.
    Normalerweise gehe ich rund 30km am Tag und schlage mich dann in die Büsche, wenn ich merke es reicht. Aber hier musste ich ja zum nächsten Übernachtungsplatz.

    Hier noch ein Link zum Borkenkäferstreit im NP Sumava
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  6. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #6
    Im Wiki habe ich eine detailierte Liste der Notübernachtungsplätze geschrieben.
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  7. Dauerbesucher
    Avatar von Lotta
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #7
    Hallo blauloke,
    vielen Dank für deinen ehrlichen Bericht!
    Ich hoffe, du hast ein schönes neues Paar Wanderschuhe gefunden.

    Mit diesen Notübernachtungsplätzen klingt sehr interessant. Illegal irgendwo zelten traue ich mich nämlich nicht. Aber Forst- und Teerstraßen sind wandertechnisch so gar nicht meins, das fand ich auch auf dem Heerweg in Dänemark sehr sehr störend. Könnte man die Strecke auch gut mit dem Fahrrad fahren oder schätzt du das ganze dafür als zu bergig ein?

    Liebe Grüße
    Lotta

  8. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #8
    Hallo Lotta

    Ich habe bereits neue Wanderschuhe, Hanwag Canyon. Nur einlaufen muss ich sie noch gründlich.

    Wenn du dich für Radtouren in Tschechien interessierst schau mal auf Mapy.cz. Links oben bei "Zmenit mapu" auf "Touristika" klicken und dann "Cyklotrasy" anklicken. Wenn du die Karte dann stark vergrößerst bekommst du die Radstrecken angezeigt. Tschechien hat ein dichtes und gut ausgeschildertes Radwegenetz.
    Im Sumava und den übrigen Randgebirgen Tschechiens sind die Anstiege natürlich lang und steil. Ob sie für dich zu schwer sind musst du selbst entscheiden.
    Teilweise verlaufen meine Wanderstrecke und ein Radwege auf der selben Route. Diese Stücke kannst du dir mit Höhenprofil ansehen wenn du bei meinen Tagesüberschriften auf die Kilometerangabe klickst.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  9. Neu im Forum

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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #9
    Hallo Lotta,

    ich klinke mich hier kurz ein, weil wir gerade den Nationalparkradwanderweg übers lange Wochenende gefahren sind und auf den Notübernachtungsplatz Modrava genächtigt haben.

    Wir sind mit dem Zug nach Zwiesel, von dort aus den Regenwaldradweg bis zum Nationalparkradwanderweg, dann über Bayerischer Eisenstein auf die tschechische Seite
    und von dort Richtung Süden Bucinâ/Finsterau (Grenzübergang). Dann wieder zurück nach Zwiesel. Die ganze Tour (ca. 130km) hat zwei Tage gedauert und wie ich fand sehr anstrengend, aber schön. Also nicht vergleichbar mit gemütlichen Genussradeln an Flüssen.

    Die anstrengste Stelle war nach Bayrisch Eisenstein, dort geht es auf tschechischer Seite ca. 7km den Berg hoch. Ich musste hier mit Gepäck meistens schieben und kam oben total durchgeschwitzt und außer Atem an, während mein Neffe (15Jahre jünger, 15kg leichter und wesentlich weniger Gepäck) keine einzige Schweißperle an der Stirn stand. Trotzdem warn die meisten Moutainbiker mit den ersten Gang ganz langsam unterwegs. Danach kamen noch zwei, drei heftige Anstiege die ich meistens schiebend meisterte. Die Strecke kann man auch anders rum fahrn, dann dürfte der heftigste Anstieg bei Finsterau sein.

    Beim Notübernachtungsplatz in Modrova hatten wir leider etwas Pech. Erstens ist Platz etwas aufgeweicht und von Wurzeln durchwachsen. Auch hatte der Platz schon einige Verschleißerscheinungen. Zweitens waren dort zwei verwaiste Zelte, deren Besitzer erst ab ca. 23Uhr sternhagelvoll auftauchten und die Party bis um halb zwei Uhr auf dem Notübernachtungsplatz weiter feierten.

    Naja trotzdem sehr schöne, anstrengende Tour, aber eher für Mountainbiker ohne Gepäck geeignet. Es sei den dir macht es nichts aus, auch mal dein Rad eine Stunde den Berg hoch zu schieben.

    Links dazu:
    http://www.radtouren-bayerischer-wald.de/
    http://www.bayernbike.de/touren/baye...onalpark.shtml
    http://www.moldau.ch/sumava/tour.php

    Wichtigster Link: (Weil die Routen ähnlich von Skipisten farbig gekennzeichnet)
    http://www.npsumava.cz/gallery/13/41...viste_2011.pdf


    Grüsse Dida

  10. Dauerbesucher
    Avatar von Lotta
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #10
    Danke ihr Zwei!
    Wenn es so bergig ist, ist die Strecke für ein Nordlicht wie mich wohl nicht ganz das richtige...

  11. Gerne im Forum
    Avatar von cebewee
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #11
    Wie sieht es da eigentlich mit der Wasserversorgung aus? Du hast geschrieben, dass du teilweise Wasser gefiltert hast. Gibt es da auch genug Möglichkeiten, sein Wasser anderweitig aufzufüllen oder sollte man da lieber einen Filter mitnehmen?

  12. Erfahren

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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #12
    Wenn du einen Filter hast, lieber mitnehmen. An den Plätzen gibt es Wassertonnen. Auf die würde ich mich aber nicht verlassen. Teilweise waren sie leer oder voll mit Algen. Ich habe es bei meiner Tour ohne Filter und den Wassertonnen geschafft. Entweder im Dorf, oder an einer Quelle aufgefüllt.
    Der größte Reichtum ist der Mangel an Bedürfnissen

  13. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #13
    Ich bin bei Wasser vorsichtig und filtere lieber zu oft, als einmal zu wenig.
    Es sind schon genügend Bäche unterwegs, aus denen du Wasser entnehmen kannst. Ob du filterst musst du selbst entscheiden.

    Mit ein paar Freunden habe ich die Tour nochmal Anfang Oktober gemacht, da haben wir nicht gefiltert.
    Das einzige Problem war auf dem Polednik. Da steht ein Wassertank der, wie Tobby geschrieben hat im Sommer veralgt war. Als wir im Oktober ankamen waren keine Algen mehr drin, aber das Wasser hat stark nach Chemie geschmeckt. Da würde ich auf jeden Fall ausreichend Wasser mit auf den Berg tragen, falls du dort übernachten willst.
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  14. Gerne im Forum
    Avatar von cebewee
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #14
    Danke für die Antworten! Als vorsichtige Natur werde ich mir dann wohl einen Filter o.ä. besorgen.

    @blauloke: Vielen Dank für den schönen Bericht übrigens -- der hat mich motiviert, dem bayerischen Wald bzw. Böhmerwald mal etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

  15. Dauerbesucher

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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #15
    also mich hat der Bericht auch inspiriert und ich war nun schon öfters dort, danke.
    Wasser habe ich im übrigen immer aus einem Fluss genommen und nie Probleme. Aber vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste ;)
    Suche Freiwillige für gefährliche Reise. Niedriger Lohn, bittere Kälte, lange Stunden in vollständiger Finsternis garantiert. Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Fall des Erfolges.

  16. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #16
    Da ich bereits öffters danach gefragt wurde, welche Wanderkarten für den Sumava empfehlenswert sind.

    Ich empfehle die Wanderkarten vom "Klub Ceskych Turistu".
    Für den ganzen Sumava brauchst du drei Karten.
    Blatt 64, ISBN 9788073241605
    Blatt 65, ISBN 9788073242565
    Blatt 66, ISBN 9788073242015
    In den neuen Ausgaben sind die Plätze eingetragen.

    Im Wiki sind die Plätze über den Link "Lage" zur Reit- Wanderkarte verlinkt. Die habe ich damals dort eingetragen. Da kannst du dir die Plätze ausdrucken.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  17. Dauerbesucher

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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #17
    Hättest du denn Tipps für eine Tour etwas abseits von Wegen oder zumindest weniger begangenen?
    Suche Freiwillige für gefährliche Reise. Niedriger Lohn, bittere Kälte, lange Stunden in vollständiger Finsternis garantiert. Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Fall des Erfolges.

  18. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #18
    In den Nationalparks wie Sumava oder Bayerischer Wald halte ich mich an die Vorschriften, bleibe auf den Wegen und zelte nur auf den ausgewiesenen Plätzen. In den NP kommt hinzu, dass viele Wege zu bestimmtem Zeiten gesperrt sind um das Wild zu schonen und da halte ich mich auch dran. Besonders jetzt im Winter brauchen die Tiere ihre Ruhe.

    Etwas anderes ist es außerhalb der Nationalparks. Diese Wälder werden alle bewirtschaftet und da kannst du ohne Probleme quer durch den Wald laufen, zumindest hier in Bayern. In Ostbayern gibt es entlang der Grenze zu Tschechien viel Wald, wo du auch immer einen Platz für dein Zelt findest.
    Siehe dir mal meine Berichte vom Böhmerwald und Main-Donau-Weg an. Bei diesen Wanderungen habe ich mein Zelt immer irgendwo im Wald aufgestellt. Ich habe mich dabei an vorhandenen Wegen orientiert, aber du kannst ja nach Belieben quer durch den Wald laufen.
    Bei dem jetzigen "schlechtem" Wetter sind erfahrungsgemäß wenige Leute draussen unterwegs. Ich habe da schon öffters den ganzen Tag niemanden gesehen.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  19. Dauerbesucher

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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #19
    ja du hast recht, danke.

    Übrigens hier eine Liste mit den Notübernachtungsplätzen http://www.npsumava.cz/de/5426/7765/...ungen/?print=1
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  20. Erfahren

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    AW: [CZ] Nationalpark Sumava; Durchquerung auf Notübernachtungsplätzen

    #20
    Hallo zusammen,

    war Anfang Juni im NP Sumava und war mehr als positiv überrascht von der Gegend. Absolut zu empfehlen.

    Wen es interessiert: einen kleinen Bericht und ein paar Fotos darüber findet ihr auf meinem Blog (siehe Signatur)

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