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  1. [DE] Rheinsteig ... aber geil ist er schon + Fotos

    #1
    Mitreisende: Werner Hohn
    Land: Deutschland
    Kontinent: Mitteleuropa

    Ein Bilderbuchweg?

    Aus Gründen der Fairness einige Bemerkungen vorab. Das ist kein Wanderbericht in dem eine Tour minutiös von A über B nach C beschrieben wird. Hier geht es um den Rheinsteig, also um meine nähere und weitere Heimat, mehr ums Gefühl und sehr viel Meinung ist auch dabei. Und hier geht es um einen Weg, der ziemlich stark vermarktet wird. Und dieser Wanderbericht handelt auch noch von einen Weg, der über weite Strecken über einen 100 Jahre alten Weitwanderweg läuft, über den Rheinhöhenweg, der leider so langsam in Vergessenheit gerät. Den bin ich vor Jahren schon einmal gegangen, und war begeistert - trotz aller Mängel, die ein Weg in diesem Alter nun mal mit der Zeit anhäuft. Ob man es will oder nicht, man vergleicht dann immer das Neue mit dem Alten.



    Und ich zähle nicht zu den Wanderern die mittags eine Gaststätte für eine Mahlzeit benötigen, sowie abends eine gesicherte Unterkunft vorfinden müssen. Der letzte Punkt war für die Tour im Rheinland nicht wichtig. Denn gegangen bin ich immer nur in einzelnen Etappen, beginnend in Bonn-Beuel bis zum Kloster Eberbach im Rheingau. Einer der Vorteile, wenn man in der Region wohnt; und ein ganz großer Vorteil wenn Deutschlands meist befahrene Bahnstrecken (Plural!) im Tal verlaufen. Auf einen bis in die kleinste Abzweigung markierten Weg lege ich im Normalfall auch keinen großen Wert.
    Manchmal war ich alleine unterwegs, gelegentlich mit meiner Frau. Und es hat sich hingezogen: vom September 2005 bis in den Februar 2007. Mal waren es lange Etappen bis knapp 40 Kilometer, mal ganz kurze. Ganz nach Lust und Laune.
    Mir fehlen bis zum offiziellen Ende in Wiesbaden noch gut 30 Kilometer, wie es aussieht werde ich die nicht mehr gehen. Aber nur weil die Anreise für eine Tageswanderung langsam auch mir zu lang wird.

    Nun denn, ich bin mit Sicherheit nicht objektiv und auch nicht repräsentativ.

    Noch eine Bemerkung muss ich loswerden bevor es ans Eingemachte geht, und für die Leute die den Rest nicht lesen wollen.

    Ich finde den Weg klasse ...

    ... trotz der oft kritischen Bemerkungen oder der Meckerei, über Schilder, Vermarktung und Massenbetrieb die im nachfolgenden Text hin und wieder auftauchen.

    Vor einigen Jahren stand ein Artikel in unserer Regionalzeitung (Rhein-Zeitung) in dem ein neuer Wanderweg durch das Mittelrheintal angekündigt wurde. Der solle dem darbenden Fremdenverkehr neue Impulse geben. Für die neu entdecke Wanderleidenschaft der Deutschen musste natürlich ein Premiumwanderweg her. Zusammen mit der kurz vorher erfolgten Anerkennung des Oberen Mittelrheintals als UNESCO-Welterbe der Menschheit reichte das für viele Folgeartikel in der lokalen Presse. Irgendwann tauchte auch die erste Skizze mit dem Streckenverlauf auf. Na, das ist doch der Rheinhöhenweg auf der rechten Rheinseite, fiel mir da nur ein. Damit stand fest, dass ich den neuen Weg nicht gehen werde. Es war jedoch unvermeidlich, dass bei Wanderungen vor der Haustür auch mal das neue Rheinsteiglogo auftauchte und, oh Wunder, sogar Wanderer mit Rucksäcken. Die hatte ich vor Jahren auf dem Rheinhöhenweg nicht gesehen. Jetzt wollte ich auch mal, aber den ganzen Rheinsteig, wenn auch nur in Tagesetappen.



    Die erste Überraschung war dann die Karte: 320 Kilometer auf einer Karte im Maßstab 1:50.000! Die beteiligten Landesvermessungsämter haben die Region von Bonn bis Wiesbaden in drei Abschnitte aufgeteilt. Nord, Mitte, Süd. Meist ist auch nur ein kleiner Ausschnitt der Gegend links und rechts des Weges zusätzlich abgebildet. Mit einer besonderen Kartenaufteilung passt alles auf ein Kartenblatt. Zum Wandern reicht es allemal, es bleibt sogar noch Platz für Bilder und ein paar touristische Informationen. Daneben gibt es noch zwei Wanderführer für den Rheinsteig. Der eine beschreibt den Weg von Norden nach Süden, der andere in die Gegenrichtung. An der Gehrichtung der Wanderer konnte ich meist erkennen, mit welchem Buch die Leute unterwegs waren. Aber ganz ehrlich: Wanderkarten, Wegbeschreibungen und ähnliches werden nicht zwingend benötigt.

    Die Markierung ist idiotensicher. Es kann schon mal eine fehlen (die Schilder sind anscheinend beliebt), aber nach wenigen hundert Metern kommt garantiert die nächste Wegmarkierung. Wer über eine längere Strecke keine Markierung des Rheinsteigs sieht, ist bestimmt auf dem falschen Weg. In ferner Zukunft werden die mehr als X.000 Schildchen wohl gegen die gemalte Version ausgetauscht werden.

    Damit verschwindet endlich das ®-Symbol auf den Schildern. Für diese Filigranarbeit hat der Wegemarkierer meist keine Zeit - hoffe ich. Es hat zwar nichts mit dem Rheinsteig im eigentlichen Sinne zu tun, aber mir geht der Hinweis auf eine geschützte Marke, die der Rheinsteig nun mal ist, gewaltig gegen den Strich. Wandern ist für mich gleichbedeutend mit Freiheit, das Fehlen von Regeln und Vorschriften. Ist die nächste Steigerung eventuell eine Erhebung von Wegezoll? Angesichts der zahlreichen Burgen am Rhein (es waren ja oft Zollburgen), ist mir dieser Gedanke mehr als einmal gekommen, wenn ich mal wieder das ® auf den Logo gesehen habe. Es ist ja verständlich, wenn man Trittbrettfahrer (Hotels, Buchautoren, usw.) die vom Erfolg des Steigs wirtschaftlich profitieren möchten, das Leben schwer machen will. Das muss aber nicht an jedem zweiten Baum stehen, bzw. mit dem ® auf jedem Markierungsschildchen dokumentiert werden. Nebenbei bemerkt: Der Rheinsteig wurde zum großen Teil mit öffentlichen Geldern finanziert. Die beteiligten Wanderverbände, Gemeinden und Personen haben mit ihrer sehr oft ehrenamtlichen Tätigkeit den Weg erst möglich gemacht. Das verträgt sich nach meiner Meinung nicht mit dem Hinweis aufs Markenrecht. Als Privatperson darf ich jedenfalls noch ohne schlechtes Gewissen über den Steig reden, schreiben oder Bilder machen, sofern keine wirtschaftlichen Absichten dahinter stecken.

    „Dann bleibt doch einfach weg“, wird manch einer einwerfen. Das ist aber nicht so einfach. Der Weg führt nun mal durch meine Heimat. Zu Fuß habe ich in die eine Richtung knapp 5 Kilometer bis zum Steig, in die andere nicht ganz 10 Kilometer. Da kann ich dem Steig schlecht aus dem Weg gehen. Trotz dieser persönlichen Aversion, lasse ich mir deshalb den Weg nicht entgehen.



    Gleichzeitig mit dem Rheinsteig wurde der Rheinburgenweg (stilisierte rote Burg auf weißem Grund) aus der Taufe gehoben. Das war eine Vorgabe der Landesregierung in Mainz. Während der Rheinsteig nur auf der rechten Rheinseite verläuft, gibt es für den Rheinburgenweg auf jeder Uferseite eine Variante. Linksrheinisch von Bingen bis kurz vor Bad Godesberg als eigenständiger Weg (oft über den alten Rheinhöhenweg, den gab es schon immer an jedem Ufer), rechtsrheinisch ist diese weniger bekannte Wanderroute beinahe zu 100 Prozent mit dem Rheinsteig identisch. Die Markierung ist auch nicht so dicht, nur da wo er vom Steig abweicht trifft man häufiger auf die rot-weißen Schilder des Rheinburgenwegs.

    Überraschend war schon mal der Beginn in Bonn. Ich wusste überhaupt nicht das Beuel eine Grünanlage mit altem Baumbestand am Rhein hat. Über den Campus einer bekannten Telekommunikationsfirma ging’s ins Siebengebirge. Der übliche Betrieb, sogar wochentags. Ansonsten gab es nicht wirklich Neues. Meist, wenn auch mit Abweichungen, führt die Trasse über den alten Rheinhöhenweg – dachte ich anfangs.

    Aber im Gegensatz zum alten Rheinhöhenweg nimmt der Rheinsteig beinahe jeden Aussichtspunkt oder nennenswerten naturbelassenen Pfad mit. Anfangs fällt das noch nicht sonderlich auf. Das Siebengebirge ist halt wandertechnisch voll erschlossen. Später aber, besonders ab Braubach, also da wo aus der Rheinlandschaft der „romantische“ Rhein wird, geht der Rheinsteig seine eigenen Wege. Nicht immer, gelegentlich ist er identisch mit dem Oldie aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Nur auf ganz kurzen Abschnitten wurde für den Rheinsteig ein neuer Weg angelegt. Etwa im Bereich der „Feindlichen Brüder“, zwei Burgen oberhalb von Bad Salzig. Meist geht es über altbekannte Wege, zum Beispiel über den alten RP-Weg im Bereich zwischen St. Goarshausen und Kaub, oder mit dem Rheingau-Riesling-Pfad durch den Rheingau. Der Rheinhöhenweg hat diese Wege zum großen Teil gemieden, vielleicht wegen der Höhenmeter und der zusätzlichen Entfernung.



    Immer wieder führt der nun auch nicht mehr ganz so neue Premiumwanderweg zu Aussichtspunkten hoch überm Flusstal. Neben der längeren Strecke muss der Wanderer dafür einem Preis zahlen: Höhenmeter bis zum Abwinken sind eines der Markenzeichen des Rheinsteigs. Es gibt Etappen da fallen auf 15 Entfernungskilometer gut 1.000 Höhenmeter an. Wer für eine Alpentour fit werden will, ist auf dem Rheinsteig gut aufgehoben. Wir haben Menschen getroffen, die waren fertig mit sich und dem Rheinsteig. Das Wort Höhenmeter konnten die nicht mehr hören, besonders bei drückendheißem Wetter. Oft weht auf den Höhen beidseits des Rheins ein leichter, erfrischender Wind. Unten im Tal jedoch steht die warme Luft. Das ihrige tun die Weinberge hinzu, die sich schon im zeitigen Frühjahr aufheizen und die Wärme über Nacht speichern. Das Rheintal ist nicht ohne Grund auch ein Weinanbaugebiet. Die Nord-Süd-Ausrichtung des Tals sorgt für eine mehr als ausreichende Sonneneinstrahlung.

    Musste dieser neue Wanderwege genau so geführt werden wie er nun verläuft? Diese Frage habe ich mir mehr als einmal gestellt. Eine ganz kleine Überarbeitung wäre bestimmt nicht schlecht. Besonders im Oberen Mittelrheintal. Da gibt es einige Teile bei denen man, frau auch, schon mal den Kopf schüttelt. Etwa der Aufstieg vom Bahnhof in St. Goarshausen nach Patersberg oberhalb der Stadt. Sogleich geht es durch einen alten Weinberg wieder runter ins Tal – wieder nach St. Goarshausen. Eine kurze Variante durch die neuen Uferanlagen des Loreleystädtchens hätte es auch getan. Oder die Strecke südlich der Loreley. Musste für einige zwar schöne, aber nicht zwingend notwendigen Aussichtspunkte eine Schleife hin zur Hangkante oberhalb des Rheins gemacht werden? Nach etlichen hundert Metern kommt man fast wieder zum Anfang der Schleife zurück. Verwundert taucht die Frage auf (nicht nur bei uns) ob man sich verlaufen hat. Wenn der Rheinsteig ein Weg wäre auf dem Aussichtspunkte eine Rarität sind (wie auf einem anderen bekannten Steig), dann könnte man ja Verständnis für die Schleife aufbringen. Aber so?



    Es sind Streckenabschnitte darunter, da musste ich mich fast zwingen auf der ausgeschilderten Route zu bleiben. Etwa am „Auge Gottes“ im Siebengebirge. Ein Blick auf die Rheinsteigkarte verspricht da jede Menge Höhenmeter. Runter bis an den Ortsrand von Rheinbreitbach, rauf nach Bruchhausen, wieder runter zu Bundesstraße 42 in Unkel, erneut hinauf nach Orsberg. Dann kommt man endlich zur Erpeler Ley, einem Aussichtsplateau hoch überm Rhein und der nicht mehr vorhandenen Brücke von Remagen. Ich hätte auch ganz gemütlich ohne das Auf und Ab vom „Auge Gottes“ dem Rheinhöhenweg folgen können. Aber wie gesagt. Manchmal muss man sich zwingen.

    Oft, sogar ziemlich oft, wird dieser „Zwang“ belohnt. Der führt zu Punkten an denen einem klar wird, woher der Begriff Rheinromantik kommt. Oder wenn es an einem sonnigen Herbsttag durch einen lichten Eichenwald geht, dann stellt sich die Frage nach der Wegführung nicht mehr. Die Hangeichenwälder gibt es hier öfter als man denkt. Eine wohltuende Abwechslung zu den eintönigen Fichtenkulturen anderer Wege. Weinberge, Burgen, Kirchen, alte Sagen, Märchen und Mythen, neue Geschichten, schreckliche Bausünden der letzten Jahrzehnte und auch der letzten Jahre, alles das gibt es in dieser uralten Kulturlandschaft - und macht vielleicht den Reiz aus.

    Leider, leider gibt es mehr als genug Verkehrslärm. An den Lärm der zwei Bundesstraßen habe ich mich mit etwas guten Willen noch gewöhnen können. Aber den Lärm, der von den Güterzügen, ganz besonders von den alten Waggons, ausgeht, kann einem die schönste Etappe versauen – meist aber nur für eine kurze Zeit.



    Denn oft wird der Steig in die ruhigen, meist kleinen Seitentäler des großen Tals geführt. Schon im Siebengebirge bleibt der Verkehr weit zurück, erst recht bei der Umgehung des Neuwieder Beckens. Dort geht’s ins ruhige Wiedtal und auf die umliegenden Höhen am Rand des Westerwalds. In dem vom Verkehr schon stärker beanspruchten Lahntal wird es dann wieder etwas lauter und hektischer. Die passende Einstimmung auf den nun wieder näher am Strom verlaufende Wegführung im Oberen Mittelrheintal – dem UNESCO-Welterbe. Die Strecke hoch überm Rhein bietet zwar fantastische Aussichten, leider dringt der Lärm auch sehr leicht nach oben. Wenn man der Meinung ist das man so langsam die Schnauze voll hat vom Lärm, dann biegt der Rheinsteig auch schon wieder in ein ruhiges Seitental, eine tiefen Einschnitt oder auf eine einsame Hochebene ab. Im Rheingau ist vom Verkehrslärm fast nichts mehr zu vernehmen. Hier verläuft der Weg weit oben am Waldrand, meist auch am Rand der hier nicht mehr so steilen Weinberge entlang. Neben relativer Ruhe gibt es nach den engen Mittelrheintal hier wieder Blicke weit ins Tal zwischen Bingen und Mainz, und an Wochenendtagen mit schönem Wetter jede Menge Spaziergänger.

    Die, und für mich überraschend, auch jede Menge Wanderer haben wir auf dem Rheinsteig getroffen. Wie weiter oben erwähnt, habe ich vor Jahren auf dem Rheinhöhenweg so gut wie niemanden getroffen (ausgenommen Hundegassigeher), in den letzten anderthalb Jahren auf dem Rheinsteig waren es jede Menge Wanderer, sogar ein paar Weitwanderer waren darunter. Im Siebengebirge fiel es mir noch nicht so auf, da ist immer Betrieb, aber schon kurz danach habe ich mich über Leute gewundert, die offensichtlich auf dem Steig unterwegs waren. Und das mit System, also Etappe für Etappe. An einigen Wochenenden war man zum Teil mit den selben Leuten unterwegs. Nicht in der Gruppe, aber irgendwo hat man sich gesehen.



    Offensichtlich, teils auch nach eigener Aussage, waren darunter viele Menschen, die zum ersten Mal eine Wanderung in diesem Stil machten. Ein älterer Mann aus der Region bemerkte, dass er es leid war, immer wieder von wanderbegeisterten Bekannten auf den Rheinsteig angesprochen zu werden. Nun wolle er sich das „Ding“ mal antun. Das ganze Ding am Stück, wie er sich ausdrückte. Es war seine erste Wanderung vom mehr als fünf Stunden. Nach gut der halben Gesamtstrecke war er hellauf begeistert.

    Eigentlich bewundere ich solche Wanderanfänger, die das „Ding“ bis zum Ende durchziehen. Schuhe, Rucksack und Stöcke kaufen, danach ab auf die Piste. Obwohl jede Nacht in einem Hotel oder in einer Pension geschlafen wird, und jeder Tag mit dem Blick in die Speisekarte eines Restaurants endet, haben die dann schon mal gut 15 Kilo im Rucksack (gute Schuhe fürs Hotel, Kleidung in der man sich sehen lassen kann, und mehr). Vor solchen Leuten habe ich Respekt, ganz im Gegensatz zu denen die sich ihr Gepäck von Hotel zu Hotel transportieren lassen und falls die Motivation den Tiefpunkt erreicht hat, sich auch schon mal vom Hotelbus abholen lassen. Eine ganz besondere Wandergruppe habe ich auch getroffen. Ich nenne sie mal die Rosinenwanderer. Immer nur wenige Kilometer ging’s übern Rheinsteig. Immer die schönsten Strecken, die Rosinen. Genau die Stellen an denen die Speicherkarte der Digitalkamera ans Schwitzen kommt. Am vorher abgesprochen Treffpunkt wartete der Kleinbus. Auf diese Art kann man den ganzen Rheinsteig an einem langen Wochenende machen – und angeben. Bilder von den Höhepunkten sind ja vorzeigbar.

    Also mehr Betrieb als ich erwartet hatte. Nennt man wohl Marketingerfolg. Der Höhepunkt in Sachen Betrieb war ausgerechnet die so genannte Königsetappe von Kaub nach Lorch. Ohne uns Gedanken zu machen hatten meine Frau und ich uns einem Samstag auf diese Etappe gemacht. Leider war es ein Samstag an einem dieser langen Herbstwochenenden, die durch eine Feiertag versüßt werden. Die Folgen hatten wir nicht bedacht: Hochbetrieb wie auf einer Kirmes. Einzelwanderer, genussvolle Spaziergänger, sportliche Typen im Laufschritt, Wanderhorden mit Führer vorne weg, Rentner mit Hund, Jugendgruppen, alles war vertreten. An den engen Abschnitten des Weges staute sich der Fußgängerverkehr. Damit hatten wir nicht gerechnet. Wir waren froh als die Etappe ein Ende hatte. Hochbetrieb auf Wanderwegen ist nicht unser Ding. Die nächsten Etappen waren dann wieder ruhiger. In diesem Winter war ich, gelegentlich auch wir, meist wieder alleine unterwegs.



    Wie findet man einen Abschluss, eventuell einen stilgerechten? Wer mehrere Etappen hinter sich gebracht hat, vielleicht sogar den kompletten Steig in einem Rutsch, der kommt vielleicht auf den Gedanken die Rückreise mit dem Schiff anzutreten. Zugegeben, dass ist touristisch. Tief im Inneren denk manch Einer dass es mehr als das ist, nämlich spießig. Kann sein.

    Aber wenn einige Vorraussetzungen stimmen dann könnte es passen. Ein Wochentag sollte es sein, die Sonne muss scheinen, es sollte sogar warm sein damit man sich aufs Oberdeck setzten kann. Sich einen Stuhl greifen, - die Füße gehören auf die Reling - mit einer Dose Bier aus den Rucksack oder einen Kaffee aus der Bordküche hat man etwas an dem man sich festhalten kann. Wenn dann noch ein Trupp Amerikaner oder eine Busladung japanische Touristen zusteigt (die ganze Strecke fahren die nicht, dafür ist deren Zeitplan zu eng), dann könnte es zwar ein sehr touristischer Tag, aber nicht unbedingt der schlechteste Tag der Rheinsteig-Tour werden. Die langsame Rückreise (einen halben Tag sollte man schon einplanen) mit dem Schiff, lässt bestimmt die Erinnerungen an den Weg wieder aufleben. An die verfluchten Aufstiege, das Gedrängel auf der Loreley, die Aussichtspunkte mit den Panoramablicken ins Tal oder über den Hunsrück, die Eifel und den Taunus. Auf einigen Flussabschnitten kommen Wanderer mit Rucksack ins Blickfeld, die sich über schmale Pfade an der Hangkante entlang zwängen. Man wird sich an die Dörfer und Städtchen erinnern die sich touristisch noch in den siebziger oder achtziger Jahren aufhalten (nicht alle), nicht zu vergessen die Burgbesitzer oder Pfarrer die ihr Gemäuer für den Besucher verschlossen halten. Warum eigentlich? Der Weinliebhaber wird eventuell in Gedanken die bekannten Lagen im Rheingau noch mal abrufen durch die er gewandert ist, und sich insgeheim schon eine Liste für die Bestellung zurecht legen.

    Wer es machen will: Es gibt ein Unternehmen, das fährt in der Saison die Strecke von Wiesbaden bis Bonn an einem Stück nach Fahrplan. Aber wie gesagt. Schönes Wetter muss sein. Unter Deck, an den ordentlich gedeckten Tischen wird das nix.



    Ob ich den Rheinsteig als Weitwanderweg in einem Stück erwandern würde? Ich glaube nicht! Bei einer Wanderung von mehr als 300 Kilometer erwarte ich eine Wegführung die nicht nur nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“, sondern auch nach dem Grundsatz „Ich will auch mal ankommen“ angelegt ist. So schön die Strecke ist, aber irgendwann siegt bei mir der Wille zum Ankommen über die „offizielle“ Wegführung. Ich würde auf einigen Stecken auf den alten Rheinhöhenweg ausweichen. Der nimmt nicht jeden Aussichtspunkt und jeden Einschnitt ins Tal mit.

    Man muss ja nicht unbedingt der Masse hinterherlaufen. Es geht auch anders, wenn auch nur auch Teilstrecken.

    Wer etwas „Abenteuer“ will oder auf eigene Faust das Rheintal erkunden will, dem bieten sich mehr als genug Möglichkeiten. Der Rheinsteig streift oder durchquert mehr als ein wanderwertes Seitental des großen Stroms. Mit den passenden Wanderkarten lassen sich einige sehr schöne, noch nicht vom Tourismus befruchtete Täler oder Hochebenen erwandern.

    Wer es einfacher haben will, der findet direkt am Rheinufer auch genügend Möglichkeiten. Einfach mal direkt am Rheinufer entlang. Es gibt im Bereich zwischen Bonn und Neuwied noch ein paar Kilometer gut erhaltene Treidelpfade oder die Schleichwege der einheimischen Angler und Spaziergänger. Wenn’s gar nicht weitergehen sollte, dann bietet sich bei Niedrigwasser (kommt häufiger vor als allgemein angenommen) das trocken fallende Rheinbett an. Es gibt Stellen am meist befahrenen Strom Europas, die erinnern an einen kleinen Urwald. Auf den vom Wasser freigegebenen Sandbänken wachsen Birkenschösslinge, am Ufer sind die Muschelschalen zu kleinen Bergen angehäuft und manchmal trifft man auf einen freundlichen Einheimischen der einem mit Geschichten aus dem Dorf oder aus der guten alten Zeit (als der Rhein noch eine Kloake war) die Zeit vertreibt. Der Rheinländer an sich neigt von Natur aus zum Erzählen – nicht die schlechteste Eigenschaft der Menschen am Rhein und auf seinen umliegenden Höhen.

    Und wenn es warm ist, so richtig warm, so warm das man keine Lust mehr aufs Wandern mit dem schweren Rucksack hat, dann fällt dem aufmerksamen Ortsfremden auf, dass im Rhein wieder geschwommen wird. Der Rhein hat viele ruhige Stellen ohne nennenswerte Strömung, wo der Schiffsverkehr nicht hinkommt, die zum Schwimmen einladen. Am Rhein ist das im Sommer nach langen Jahren der Abstinenz schon beinahe wieder normal.



    Fazit: Unbedingt wandernswert. Aber nicht an den berühmten Brückentagen und nicht im Hochsommer. Die Bahnstrecken und die Bundesstraßen sorgen zwar für einen hohen Lärmpegel (vereinfachen die An/Abreise aber erheblich), die alte Kulturlandschaft und die vielen Burgen und historischen Ortskerne gleichen das sehr gut aus. Touristisch ist die ganze Veranstaltung schon. Reisebusse, Ausflugsdampfer, Horden mit Kameras bewaffneter Asiaten, und, und, und.

    Es sind einige Orte darunter die stehen in jedem Reiseführer der Welt der sich mit Deutschland befasst: der Drachenfels, der Blick aufs Deutsche Eck, die Marxburg, die Loreley, die Drosselgasse in Rüdesheim, das gesamte Tal des Oberen Mittelrheins um nur einige zu nennen. Da staut sich schon mal der Touristenstrom. Was soll’s! So ist es nun mal. Man kann wenn man will, endlich mal ein paar Touristen aus dem Ausland kennenlernen (Niederländer meine ich nicht, die werden am Strom beinahe als Einheimische gehandelt), denn auch im benachbarten Ausland ist man auf den Rheinsteig aufmerksam geworden.

    Wer nicht ganz blind durch die Landschaft geht, der wird sich vielleicht über eine Kuriosität der Geschichte wundern, über den „Freistaat Flaschenhals“. Oder über einen Wirt der kein Limonadengetränk aus den USA verkauft und das sogar in seiner Speisekarte begründet.
    Oder er wird sich die Frage stellen, wie der Rheinsteig in 100 Jahren aussieht. Etwa so wie der Rheinhöhenweg heute? Mit Markierungen, die gegen die Schilder eines dann neuen Konkurrenten langsam verblassen? Der Rheinhöhenweg wäre dann allerdings mit 200 Jahren auf seinen Pfaden schon ein Methusalem.

    Ach ja ... Vater, Mutter, Tante, Onkel, sogar Oma und Opa gefällt es in der Ecke ganz gut. Aber das muss ja nicht negativ ausgelegt werden.

    Wer sollte da auf keinen Fall hin? Menschen die Ruhe, Einsamkeit und unberührte Wildnis suchen, sind im Rheintal und seinen Hängen am falschen Platz. Wer sich im täglichen Überlebenskampf mit wilder Natur bewähren möchte, wer exotische Ecken dieser Erde braucht, um mal wieder die Wanderschuhe aus dem Schrank zu holen, oder das Abenteuer seines Lebens sucht, der ist auf dem Rheinsteig mit Sicherheit falsch.

    Für all die anderen jedoch ... geil ist er schon!

    Mehr Infos bei:

    www.rheinsteig.de

    http://www.welterbe-atlas.de/

    http://www.welterbe-mittelrheintal.de
    Geändert von Werner Hohn (23.07.2013 um 14:35 Uhr) Grund: Foto neu hochgeladen

  2. Fuchs
    Avatar von Fernwanderer
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    #2
    Eigentlich hatte ich ihn ja schon abgehakt, aber jetzt habe ich doch wieder Lust es mal mit dem Rheinsteig zu probieren. Schöner Bericht!
    Und von wegen Abenteuer, wer das Abenteuer nicht vor seiner Haustür findet, der findet es wahrscheinlich nirgendwo.

    Fernwanderer
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  3. Meister-Hobonaut Alter Hase
    Avatar von Harry
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    #3
    Danke Werner für den etwas anderen guten Reisebericht mit angebrachter Kritik für den Rheinsteig.
    Ich glaub jetzt werd ich mich auch trauen deine Gegend unsicher zu machen.
    Wie sieht es da eigentlich mit Schutzhütten auf dem Weg aus zum Biwakieren. Das Zelt spar ich mir ja immer lieber.
    Gruss Harry

  4. Fuchs
    Avatar von Robiwahn
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    #4
    HEy WErner

    Sehr schöner Text, Bericht kann man ja nicht sagen. Eigentlich ist es auch kein bloßer Text, sondern trotz deiner manchmal Negativaussagen schon fast eine Liebeserklärung, aber eben eine mit Ecken und Kanten.

    Danke, das du uns gewissermaßen an deiner Liebe teilhaben lässt.

    Grüße, Robert
    quien se apura, pierde el tiempo

  5. #5
    N'abend Leute,

    freut mich das euch der Text gefällt. Wie das mit der Liebe nun mal so ist - es muss auch Fehler geben. Sonst wird's langweilig. Einen neutralen Bericht übern Steig gibt es beim Netzwerk Weitwandern.

    @Harry Auf der erwähnten Rheinsteigkarte sind alle Schutzhütten eingezeichnet. Zusätzlich gibt es in den Weinbergen (sofern vorhanden) die Unterstände/Schutzhütten der Winzer. Irgendwo im Netz gibt es einen Erfahrungsbericht über eine Schutzhüttentour ohne Zelt oder Tarp auf dem südlichen Steig.

    Gruß, Werner

  6. Fuchs

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    #6
    Noch etwas- schöne Photos.

    Grüße
    Folko
    www.mitrucksack.de
    Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

  7. #7
    Danke, aber da gibt es viel bessere :wink: Fotografen im Forum. Ich nehme mir nie genug Zeit fürs Motiv. Für die Bearbeitung schon gar nicht.

    Werner

  8. Gerne im Forum
    Avatar von Erwin
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    #8
    Danke Werner. Der neue Rheinsteig liegt bei mir auch vor der Haustür. Den Rheingau werde ich aussparen, mit dem Fahrrad oder zu Fuß genügend erkundet. Aber ab Lorch, denke mal im Mai wird es klappen. Aus Faulheit letztes Jahr gecancelt, jetzt ist er fällig. Träum ... Erwin

  9. Dauerbesucher
    Avatar von German Tourist
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    Premiumwanderwege

    #9
    Hallo Werner,

    vielen Dank für Deinen tollen Bericht / Text und die wirklich schönen Fotos. Es hat richtig Spaß gemacht, das alles zu lesen.

    Ich selbst bin mal 2 Tage auf dem Rheinsteig gewandert und fand es ziemlich furchtbar. Aber ich bin auch jemand, der vor allem seine Ruhe haben will, und das ist - wie von Dir ja ausführlich beschrieben - auf dem Rheinsteig leider nicht so gut möglich.

    Prinzipiell stelle ich mir allerdings die Frage, was uns die vielen neuen Premiumwanderwege bringen. Denn eines muss man dem Rheinsteig lassen: Das Marketing inklusive seiner zahlreichen Produkte wie Karten und Führer sind richtig spitzenmäßig.

    Ich bin selbst fast jedes Wochenende unterwegs - meist verbinde ich einen Geschäftstermin mit einer Wanderung. Und da will ich mir nicht jedes Mal eine extra Wanderkarte kaufen und tagelang im Internet recherchieren, wie ich hin- und wegkomme und am besten laufe. Die sogenannten Premiumwanderwege sind da recht hilfreich. Einmal einen Führer kaufen - vielleicht noch eine Karte dazu - und dann ist man mehrere Wochenenden versorgt. Vor allem hat man dann noch den Ansporn, den auserkorenen Weg auch zu Ende zu laufen.

    Schön finde ich auch, dass durch diese Wege auch hartgesottenen Nicht-Wanderer verführt werden.

    Persönlich würde ich mich allerdings freuen, wenn man neben naturbelassenen Wegen auch lärmgeschützte Wege bevorzugen würde.... aber das ist halt mein persönliches Problem.

    Mal abgesehen vom Rheinsteig und meinem großen Flop mit dem Altmühltal-Panoramaweg habe ich mit den Premiumwanderwegen schon viel Freude gehabt. Meine Lieblinge sind der Rothaarsteig und der Frankenweg.

    Christine

  10. #10
    @Erwin Bei dir in Eltville war vor 2 Wochen Schluss. Wir sind vom ehem. Kloster runter nach Hattenheim und dann - wir hatten noch jede Menge Zeit - mit dem Zug nach Eltville (Hattenheim ist ja nicht so ...)

    @German Tourist Was hast du denn für eine Arbeit? Geschäftstermin und dann noch Zeit für eine Wanderung! Ich dachte zuerst ich müsste mal meine Brille putzen, wegen Lesefehler oder so.
    Tja, die Premiunwanderwege. Sie locken natürlich jede Menge Volk an. Aber sie vereinfachen einem die Angelegeneheit schon sehr. Ich vermute das der Westweg und der Rennsteig (bei dem eher später) da Pate gestanden haben. Für die gab es schon immer diese Art der Information.

    Gruß, Werner

  11. Dauerbesucher
    Avatar von German Tourist
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    Rheinsteig

    #11
    @Werner: Nur zur Aufklärung: Ich lege mir Geschäftstermine in interessanten Wandergegenden immer auf einen Montag oder Freitag und hänge dann das entsprechende Wochenende dran.

  12. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: [DE] Rheinsteig ... aber geil ist er schon + Fotos

    #12
    Hi,

    obwohl schon älter - allein der Titel spricht mir aus der Seele

    Ich bin Anfang September in 4 Tagen von Bad Honnef nach Leutesdorf gewandert (Übernachtungen in Hotels - göttlich). Den Weg an sich fand ich wunderschön, sehr abwechslungsreich, war wirklich alles dabei von lichten Buchenwäldern über schmale Pfade bis hin zu verwunschenen Wegen vorbei an Streuobstwiesen. Da der Rheinsteig in Bonn anfängt (wo ich wohne), ich mich schnell entscheiden musste (Seminar war ausgefallen) und ich das Siebengebirge mag, bot er sich an.

    Jaaa - war eine schöne Erfahrung (auch allein mit mir zu sein). Ich habe allerdings rausgefunden, dass das Rheintal amfürsisch nicht so mein Ding ist - hab wirklich kapiert, warum da der Wein gedeiht, es war heiß, in den Weinbergen gibt's kaum Schatten *keuch*. Von unten tönte jede Menge Krach herauf Je weiter es ins "Inland" ging, desto besser hat es mir gefallen.

    Ergo: nächstes Mal Westerwaldsteig oder Natursteig Sieg (wenn's in der Nähe sein soll). Trotzdem: Es hat sich gelohnt

    Grüße, Ute

  13. Dauerbesucher
    Avatar von Lotta
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    AW: [DE] Rheinsteig ... aber geil ist er schon + Fotos

    #13
    Hallo Ute,
    ich hatte 2008 auch geplant bis Leutesdorf zu kommen, Start war in Königswinter. Aber ab Bad Hönningen war mein Knie so dick das ich leider nicht weiter gehen konnte. Wie war denn die Strecke noch bis Leutesdorf?

    Jedenfalls gab es schlechtere Orte für einen Tourabbruch : in Bad Hönningen war gerade Weinfest und es gibt eine schöne Therme.

  14. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: [DE] Rheinsteig ... aber geil ist er schon + Fotos

    #14
    Hallo Lotta,

    ich fand sie sehr schön - auch nicht ohne wegen der Steigungen , wobei ich das bergab laufen viel anstrengender finde. Wieder eine bunte Mischung aus Wald- und Wiesenwegen mit ein bisschen klettern. Das letzte Stück war hart - an den Weinbergen entlang, die Sonne knallte, so dass ich froh war, mich in Leutesdorf in den Zug setzen zu können. Das Praktische am Rheinsteig ist ja, dass die Züge nie weit weg sind.

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