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  1. Anfänger im Forum

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    Umgang mit Bären

    #1
    Hallo liebe Forengemeinde,

    lange habe ich überlegt, ob ich diesen Thread erstellen soll, jedoch glaube ich, dass hier wahnsinnig viel Wissen über das Thema "Umgang mit Bären" zu finden ist.

    Gerade aktuell wurde in berniehhs Rockies Traverse Reisebericht das Thema wieder angesprochen.

    Kurz zum Kontext: Ich werde im Sommer drei Wochen in Kamtschatkas Wildnis unterwegs sein, wir sind zu zweit und bewegen uns in einem abgeschiedenen Gebiet, das eine sehr hohe Bärendichte aufweist. Nach allem, was ich nun gehört habe (Leute aus der Region, Leute die dort schon waren) werden wir definitv "Bärenkontakt" haben. Natürlich kenne ich die üblichen Tipps zur korrekten Verhaltensweise, lese mich auch gerade in die Literatur und trotzdem merke ich doch immer wieder (z.B. hier), dass manche Leute ganz anders mit diesen Hinweisen und Tipps "arbeiten".

    Eine ganz konkrete Frage, die mich eigentlich am meisten umtreibt: Ich halte es für recht unwahrscheinlich, dass wir immer einen geeigneten "Bärenbaum" zum Aufhängen des Essens vorfinden. In der Literatur wird dies ja auch als eines der gängisten Probleme dargestellt. Runtergebrochen stellt sich ja auch die Frage: Lieber einen schnüffelnden Bären am Zelt oder alle Vorräte verlieren? Was macht man in so einer Situation, in der man sein Essen eben nicht "weghängen" kann?

    Weiterhin gibt es gelegentlich unheitliche Meinungen darüber, was zu tun ist, wenn man nachts vom typischen Schnüffeln geweckt wird? Ich erlebte das in diesem Sommer in Grönland, allerdings war es nur ein Fuchs, trotzdem war ich ziemlich gestresst in dem Moment. Macht man sich also - im Falle eines schnüffelnden Bären- bemerkbar (durch ruhiges Sprechen) oder verhält man sich weiter ruhig?

    Wir werden in Kamtschatka wieder recht viel angeln und so unseren Speiseplan erweitern. Müssen denn Ruten, Köder usw. auch mit auf den Baum gepackt werden? Der Hinweis findet sich eigentlich überall, nur stelle ich mir das in der Realität wieder etwas schwieriger vor. (?)

    Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen den nordamerikanischen Grizzlys und dem Kamtschatka-Braunbär, gleichwohl erscheint mir der Umgang in Russland mit den Tieren etwas "lockerer". Einige meiner russischen Kontakte sagten ganz offen, dass sie das Essen immer im Rucksack lassen und diesen mit uns Zelt nehmen würden. Wird das in den USA/Kanada auch gemacht? (natürlich nicht offen propagiert) Berniehh hat ja gerade gezeigt, dass es geht, allerdings spielt hier wohl auch die Tatsache eine entscheidende Rolle, dass er fernab von jeglicher Zivilisation war. (ist das wirklich ein wesentlicher Faktor?)

    Insgesamt würde ich mich freuen, wenn ihr mich an eurem Wissen teilhaben lassen würdet. Möglicherweise kommen wir hier noch auf weitere Fragen und Ideen.

    Danke und beste Grüße
    Julian

  2. Erfahren
    Avatar von Taunuswanderer
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    AW: Umgang mit Bären

    #2
    wurde, glaube ich, an anderer Stelle auch schon mal gepostet...

    https://andrewskurka.com/admission-sleep-with-my-food/

    ...macht er aber nur in Gebieten mit niedrigem Bärenrisiko. In Armenien habe ich das entsprechend auch so gehandhabt.

  3. Dauerbesucher

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    #3
    Zitat Zitat von JulianD Beitrag anzeigen
    Natürlich kenne ich die üblichen Tipps zur korrekten Verhaltensweise, lese mich auch gerade in die Literatur und trotzdem merke ich doch immer wieder (z.B. hier), dass manche Leute ganz anders mit diesen Hinweisen und Tipps "arbeiten".
    Wem jahrelange Erfahrung in Bear Country fehlt, der macht nix falsch, wenn er die üblichen Maßnahmen zur Konfliktvermeidung mit Bären beherzigt. Mit zunehmender Erfahrung bzw. Dauer vor Ort werden sich einige Regeln relativieren. Das merkt ihr dann schon selber.

    Zitat Zitat von JulianD Beitrag anzeigen
    Eine ganz konkrete Frage, die mich eigentlich am meisten umtreibt: Ich halte es für recht unwahrscheinlich, dass wir immer einen geeigneten "Bärenbaum" zum Aufhängen des Essens vorfinden. In der Literatur wird dies ja auch als eines der gängisten Probleme dargestellt. Runtergebrochen stellt sich ja auch die Frage: Lieber einen schnüffelnden Bären am Zelt oder alle Vorräte verlieren? Was macht man in so einer Situation, in der man sein Essen eben nicht "weghängen" kann?
    Einfachste Lösung: Bärentonne. Die kann man abseits vom Zelt lagern und sie sind so beschaffen, dass der Bär nicht an den Inhalt kommt. Außerdem kann er sie weder im Maul noch mit den Klauen davon tragen.

    Begrenzt wird der Nutzen durch das Gewicht und die Größe der Tonnen bzw. von der Länge der Tour. Die größten gängigen Tonnen fassen Vorräte für ca. eine Woche. Mehr als eine Tonne würde ich aber auch nicht tragen wollen. Ich habe für mich den Kompromiss gefunden, in Bear Country immer eine große Bärentonne dabei zu haben. Auf Touren >1 Woche verpacke ich den Rest des Proviants geruchsdicht bzw. nutze nur eingeschweißte Lebensmittel. Gleichzeitig sorge ich dafür, dass die Bärentonne immer randvoll ist, solange die Vorräte es hergeben. So ist sicher gestellt, dass mir selbst bei Entdeckung meines Proviantlagers durch einen Bären volle Verpflegung für eine Woche übrig bleibt, die man ggf. auch noch strecken kann. Innerhalb einer Woche sollte man meist in der Lage sein, sich bei Verlust des restlichen Proviants irgendwie aus dem Schlamassel zu befreien.

    Zitat Zitat von JulianD Beitrag anzeigen
    Weiterhin gibt es gelegentlich unheitliche Meinungen darüber, was zu tun ist, wenn man nachts vom typischen Schnüffeln geweckt wird? [...] Macht man sich also - im Falle eines schnüffelnden Bären- bemerkbar (durch ruhiges Sprechen) oder verhält man sich weiter ruhig?
    Ja, die Meinungen gehen auseinander. Sie reichen von gar nix machen bis anbrüllen. Hat alles schon funktioniert und dann auch wieder nicht. Dieses Problem werden wir hier auch nicht lösen. Ich persönlich würde mich einfach ruhig verhalten. Der Bär weiß mit Sicherheit auch ohne mein Zutun, ob jemand zuhause ist. Erst wenn der Bär tatsächlich versucht, ins Zelt einzudringen, würde ich lauter werden. Ein Guide in Alaska hat mal empfohlen, Zelte ohne festen Boden (z.B. Tipi, Lavvu) zu verwenden, um ggf. schneller aus dem Zelt zu kommen, wenn der Bär sich an selbigem vergreift. In Alaska werden auf Jagd- und Fishing Trips auch gerne tragbare Bärenzäune zur Sicherung des Camps genutzt. Die sorgen recht effektiv dafür, dass der Bär gar nicht erst direkt bis ans Zelt gelangt. Würde ich aber nur bei eher stationären Unternehmungen nutzen.

    Zitat Zitat von JulianD Beitrag anzeigen
    Wir werden in Kamtschatka wieder recht viel angeln und so unseren Speiseplan erweitern. Müssen denn Ruten, Köder usw. auch mit auf den Baum gepackt werden? Der Hinweis findet sich eigentlich überall, nur stelle ich mir das in der Realität wieder etwas schwieriger vor. (?)
    Stell Dir einfach mal die Frage, was mit der Lagerung auf einem Baum erreicht werden soll und ob man das auch anders erreichen kann. Worum geht es? 1. Verlust der Ausrüstung verhindern. 2. Verhinderung eines Konflikts zwischen Mensch und Bär durch Lagerung interessant duftender Dinge abseits vom Lager. Es gibt ja durchaus verschiedene Wege, diese beiden Ziele zu erreichen. Ein Baum muss es nicht unbedingt sein. Eine Angelausrüstung wäre meine geringste Sorge. Denkt lieber daran, eure nach Fisch duftenden und eventuell blutigen Klamotten abseits zu lagern oder wenigstens zu reinigen.

    Zitat Zitat von JulianD Beitrag anzeigen
    Einige meiner russischen Kontakte sagten ganz offen, dass sie das Essen immer im Rucksack lassen und diesen mit uns Zelt nehmen würden. Wird das in den USA/Kanada auch gemacht? (natürlich nicht offen propagiert)
    Ja, das wird auch in USA/Kanada teilweise so gehandhabt. Absolute Aussagen sind hier schwierig. Beide Methoden haben ihre Berechtigung. Man muss sich ebend der möglichen Konsequenzen bewusst sein und damit umgehen können. Es ist nicht jedermanns Sache, in dem Bewusstsein unterwegs zu sein, nicht das letzte Glied in der Nahrungskette zu sein. Das gehört ja auch irgendwie zum Reiz solcher Touren. Der Grad zwischen Leichtsinn und kalkuliertem Risiko ist manchmal recht schmal.

    Ihr könnt alle Regeln im Umgang mit Bären brechen und euch passiert wahrscheinlich nichts. Genauso könnt ihr alle erdenklichen Maßnahmen ergreifen und Regeln befolgen und trotzdem holt Euch der Bär. Alles schon passiert. Gewöhnt Euch dran
    Wer anderen eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät.

  4. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: Umgang mit Bären

    #4
    Wie haben damals auf Kamtschatka (https://www.outdoorseiten.net/forum/...mtschatka-2012 ) nach der zweiten Nacht, unsere Lebensmittel nicht mehr in den Baum gehangen. Aufgrund von Bärennichtsichtungen und der unglaublichen Mückenpopulation war unsere Gruppe (9 Personen) der Meinung, die sind alle tot...

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

    meine Weltkarte

  5. Anfänger im Forum

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    Verhalten im Bärengebiet

    #5
    Hallo zusammen,

    Da hier im Forum einige Theorien verbreitet wurden die ich so nicht stehen lassen möchte. Habe ich hier das Thema „Verhalten im Bärengebiet“ eröffnet.

    Besonders im Hinblick darauf dass Informationen im Netz ewig erhalten bleiben und immer wieder gefunden werden können.
    Falsche Informationen gefährden andere, die diese lesen und glauben.

    Es wurde die folgende These aufgestellt:
    Das größte Risiko beim Kochen im Zelt ist nicht die Gefahr vom Bären überrascht zu werden, sondern die Gefahr sich beim Kochen das Zelt abzufackeln.

    • Bären riechen bis zu 100.000 mal besser als ein Mensch.
    • Bären können Kadaver aus mehreren Kilometern Entfernung riechen.
    • Bären werden von Gerüchen angezogen.
      (Unter anderem von allen Lebensmitteln, Müll, Töpfe und Pfannen, Kosmetik, Insektenschutzmittel oder Zahnpasta.)


    Wenn man nun ständig im Zelt kocht und isst, riecht das Zelt und alles was darin ist(Schlafsack, Klamotten usw.) für einen Bären wie für uns eine Pommesbude.
    Das macht dich und dein Zelt für Bären attraktiv.
    Es wird sogar empfohlen nicht mit den Sachen in denen man gekocht hat, schlafen zu gehen und so zu kochen, dass der Wind die Gerüche nicht auf den Schlafplatz/Zelt weht.
    Daher ist das Kochen im Zelt im Bärengebiet keine gute Idee.

    Zur folgenden Behauptung:
    Wenn ein Bär sich einem Zelt nähert, in dem Essen gelagert ist, wird er es nicht anrühren wenn er merkt dass da auch noch ein Mensch mit drin ist, sondern sofort das Weite suchen.

    Das aufbewahren von Lebensmitteln im Zelt (im Bärengebiet) ist grob fahrlässig.
    Nicht alle Bären haben Angst vor Menschen.
    Man kann nicht wissen was für ein Bär einen nachts besucht, ist es ein älterer oder kranker Bär der Schwierigkeiten hat Nahrung zu finden? oder ein Bär der sich an die Nähe des Menschen gewöhnt hat? Ist es ein Schwarzbär der sich leicht vertreiben lässt oder ein Grizzly der durch Widerstand nur noch aggressiver wird.

    Schon zweimal so bei mir passiert.(Das mich ein Bär am Zelt besucht hat)

    Ich habe mehrere Wochen/ Monate in Gebieten gezeltet, die eine sehr hohe Bären Population haben unter anderem Kodiak Island, Denali National Park, Yellowstone National Park, das Gebiet um Stewart & Hyder etc.
    Ich hatte nachts noch nie Bären an meinem Zelt, allerdings achte ich auch darauf möglichst keine Gerüche im Zelt zu haben.

    All diese Informationen sind nicht auf meinem Mist gewachsen, all dies kann man leicht im Internet recherchieren.

    Wer das bestreitet möge bitte einen Nachweis Posten in dem nicht drin steht das Kochen oder das aufbewahren von Lebensmitteln im Zelt, das unklügste ist, was man in einem Bärengebiet machen kann.

    Ich schreibe dies so deutlich, weil es heutzutage ein leichtes ist eine Ausrüstung zu kaufen und innerhalb von ein paar Stunden ist man in der Wildnis. Es werden immer mehr Touristen die sich in Gebiete mit Bären begeben.
    Durch falsches Verhalten gefährdet man sich und andere und vor allem auch die Bären.
    Daher möchte ich jedem dem die Wildnis am Herzen liegt raten sich an die offiziell empfohlenen Verhaltensregeln zu halten.
    z.B.:
    http://www.env.gov.bc.ca/bcparks/explore/misc/bears/
    https://yukon.ca/en/stay-safe-bear-c...yukon-outdoors
    https://www.grizzlydiscoveryctr.org/...iking-camping/
    auf deutsch:
    https://mobil.wwf.de/fileadmin/fm-ww...biet_05_06.pdf
    oder auch als viedeo (Camping ab 5:10 min)
    https://www.nps.gov/media/video/view...242BBEFDF95190

  6. Dauerbesucher

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    AW: Verhalten im Bärengebiet

    #6
    Was Du wolle?

    Glaubst Du wirklich, Du verbreitest hier mit Deinem Post Neuigkeiten?

    Tatsache ist, es gibt eine Lehrbuchmeinung und es gibt die Realität. Das wirst Du auch mit noch so viel missionarischem Eifer nicht ändern.

    Viel Spaß noch!
    Wer anderen eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät.

  7. Anfänger im Forum

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    AW: Umgang mit Bären

    #7
    Zitat Zitat von codenascher Beitrag anzeigen
    Wie haben damals auf Kamtschatka (https://www.outdoorseiten.net/forum/...mtschatka-2012 ) nach der zweiten Nacht, unsere Lebensmittel nicht mehr in den Baum gehangen. Aufgrund von Bärennichtsichtungen und der unglaublichen Mückenpopulation war unsere Gruppe (9 Personen) der Meinung, die sind alle tot...
    Euer Reisebericht ist ja legendär, natürlich schon x-mal gelesen, immer wieder spannend vor allem aus sozialwissenschaftlicher Sicht Allerdings werden wir in Südkamtschatka unterwegs sein und vor allem in der Nähe von Gewässern, hier ist die Bärendichte doch eine ganz andere als am Tolbatschik. Trotzdem danke für deinen Einwand.

    @BigKahuna
    Sehr guter und vor allem hilfreicher Beitrag. Danke!
    Etwas verklausuliert (oder ich habe es nicht kapiert ) ist dein Einwurf zur Angelausrüstung. In Grönland habe ich die Ausrüstung immer einmal grob abgespült - nicht wegen der (Eis-)bären, sondern damit das Salz keine Schäden am Gerät verursacht- und dann unters Außenzelt geschoben. Wenn ich das Zeug in Kamtschatka spüle und dann wieder in die Reisetasche (der Angel) packe und vor dem Zelt lasse, ist das - bärentechnisch- okay?

    Der Hinweis auf die Realität ist natürlich der entscheidende. Jeder kennt das: Man kommt nass, erschöpft und von Milliarden Mücken verfolgt am Lagerplatz an. Ich glaube sich dann immer an alle Richtlinien zu halten ist teilweise unmöglich. Außerdem verursacht ja alleine das Kochen in der Nähe des Platzes Gerüche, die dem Bären schon reichen könnten.

    Eine konkrete Frage habe ich noch: Ein Ortsansässiger hat für uns folgenden Tipp: Mann soll das Geschirr nach dem Essen nicht spülen, sondern zu einem kleinen Turm stapeln und abseits der Zelte aufstellen. Kommt ein Bär - der durch das Kochen sowieso schon aufmerksam aufs Lager wurde- ist er von den Gerüchen der Teller abgelenkt und verrät sich außerdem durch das Geklapper. Dann kann man durch lautes Reden den Bären verjagen. (oder eben nicht) Ich denke halt immer, dass Tipps von Einheimischen Gold wert sind aber was denkt ihr dazu? Mit einem Augenwzinkern meinte er, dass dann ab und an auch morgens das Geschirr schon sauber sei, quasi wie geleckt...

    Liebe Grüße

  8. Anfänger im Forum

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    AW: Verhalten im Bärengebiet

    #8
    Du weißt aber schon, dass ich just gestern zum gleichen Thema einen Thread eröffnet habe, der in direkter Nachbarschaft zu deinem steht?

  9. Anfänger im Forum

    Dabei seit
    30.11.2012
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    AW: Verhalten im Bärengebiet

    #9

    Glaubst Du wirklich, Du verbreitest hier mit Deinem Post Neuigkeiten?

    Tatsache ist, es gibt eine Lehrbuchmeinung und es gibt die Realität. Das wirst Du auch mit noch so viel missionarischem Eifer nicht ändern.


    Ich fand es merkwürdig das so nachdrücklich, Verhaltensweisen propagiert wurden die der Lehrbuchmeinung widersprechen.
    Wo es doch wirklich überall steht.


    Du weißt aber schon, dass ich just gestern zum gleichen Thema einen Thread eröffnet habe, der in direkter Nachbarschaft zu deinem steht?
    Nein das tut mir leid , das habe ich übersehen.

  10. Fuchs

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    AW: Umgang mit Bären

    #10
    Direkte Erfahrung mit Bären habe ich zwar nicht, aber mal kurz einige Überlegungen:

    Lehrbuchmeinung ist, alles Essbare oder danach Riechende abseits und möglichst unerreichbar zu lagern.

    Wenn ich mir nun vor Augen führe, dass mein Hund so ziemlich alles Leckere, auch dick eingeschweisst, aus Entfernung riechen kann, dann gilt das auch für Meister Petz, der ganz anders auf seinen Geruchssinn angewiesen ist. Daher ja auch die Bärentonne. Nichts ist wirklich geruchsdicht, jedenfalls nicht, wenn es sich um solch feine Nasen handelt.

    Ob und wie weit die meisten Bären jetzt den Menschen scheuen oder nicht tut ja erstmal gar nichts zur Sache. Angelockt werden sie je nach Situation trotzdem. Ausser vllt, wenn garade die Lachse springen oder 2km weiter ein viel einladenderer Kadaver verwest.

    Lässt man nun Nahrungsdüfte verströmen, wird das das Risiko, Bären anzulocken nicht minimieren.

    Ist der Bär erstmal da, ist das Konfliktpotenzial gross. Dass es dazu dann noch böse ausgeht, wird von vielen Faktoren abhängen, je nach individueller Gesamtsituation also irgendwo zwischen "Secher im Lotto" und "Russisch Roulette".

    Im Endeffekt muss dann jeder sebst entscheiden, wie viel Risiko man eingehen will. Am sichersten ist es aber wohl, der Lehrbuchmeinung zu folgen.

    Nur weil es 1000x gutgegangen ist, heisst das nicht automatisch, dass es auch das nächste Mal so sein wird.

  11. AW: Umgang mit Bären

    #11
    Julian - Kamtschatka hat mit die weltweit höchste Bärendichte überhaupt. Nach der Angabe soll die Tour in ein definiertes Bärengebiet gehen. Das Problem wird bisher offenbar unterschätzt.
    Kamtschatka-Braun-Bären haben bis 380 cm Pürzel-Nasen-Länge und wiegen bis 400 kg, nicht nur 150 - 180 cm bzw. 90 - 120 kg wie ein kanadischer Schwarzbär.
    Jeder (!) Bär in der Natur ist ein gefährliches Großraubtier und kein schmusiger Eisbär-Teddy Knut aus dem Zoo. An den dortigen Bäche und Seen sucht der einfach was zum Fressen.
    Aus der Sicht als mögliches Beuteopfer bekommt das Wort Raubtier einen wahrhaft animalischen Sinn. Der grüne Tourismus-Slogan "Eins werden mit der Natur" kann hier anders enden als gedacht - nämlich wörtlich. Eine Diskussion wird der Bär nicht verstehen und sich auch nicht streicheln lassen.
    "Niedlichen" Kleinbären folgt immer in direkter Nähe die Mutter. Die liebt Überraschungen gar nicht und wird ohne Vorwarnung sofort lautlos (!) die "nur" fotografierenden Störer angreifen. Die Bärin weis einfach nicht, was ein Fotoapparat ist und kennt auch keine grüne Propaganda.
    Die meisten Menschen werden überraschend mit einem Prankenschlag von hinten angegriffen. Zelte werden häufig durch aufgerichtete Bären von oben mit beiden Tatzen eingeschlagen und der Bär lässt sich dann mit seinem ganzen Gewicht darauf fallen, um anschließend Leckerli in menschlicher Gestalt raus zu zerren. Der Bär kennt keine vor dem Angriff zu übergebende diplomatische Kriegserklärung. Er ist auf der Jagd und sie schützt ihre Kinder.
    Mit dem Prankenschlag wird das Opfer zunächst betäubt - deshalb wird man auch in 30 m Entfernung beim "Gang auf Toilette" kaum einen schreien hören.
    Im Normalfall weichen die Tiere auf Entfernung wahrnehmbaren Menschen aus. Bären werden Euch sehen, ihr aber sie nicht.
    Dass die Tiere meistens gegen den Wind gehen, muss beim Aufbau des Zeltes sowie der Kochstelle beachtet werden. Änderungen der Windrichtung am Abend beachten.
    Problematisch können hungrige, kranke oder verletzte Bären werden. Ob so einer in der Nähe ist, kann kein Mensch vorher wissen. 2010 wurden zwei bewaffnete Wächter einer Platin-Mine auf Kamtschatka von einer ganzen Gruppe Braunbären angegriffen und gefressen. Hintergrund war, dass nach vulkanischen Bewegungen einsetzende natürliche Schwefelaustritte in die Bäche die Lachse verenden ließen und die Bären damit ihrer Hauptnahrungsquelle beraubt waren.
    Bären tauchen selbst für auf der Jagd nach ihnen befindliche Jäger völlig überraschend nur 30 oder auch 10 m entfernt auf - von vorn aus dem Wald, aus dem Bach, an einer Seite des Hügels oder von hinten.
    Man sollte Bären nicht locken und auch nicht reizen. Im Dezember 2009 hat es einen Tierfilmer auf Kamtschatka erwischt. Im August 2011 sind in der sibirischen Region Tomsk 2 Mann getötet worden. Im gleichen Monat wurde ein am Bach rastendes Paar im Süden Kamtschatkas Opfer eines braunen Einheimischen.
    Nicht neben einem romantisch glucksernden Bach zelten, da das beliebtes Jagdgebiet des fischfangenden Mischa ist. Ein großer brauner Fleck in einer Blaubeerenmatte wird sich bei Störung sicher sofort als dann durch die Störung gestresster unleidlicher Braunbär outen. Wo viele der Sibirischen Streifenhörnchen (Burunduk) sind, wird auch Mischa nicht weit sein - er scharrt denen nämlich die nestartig vergrabenen Nüsse der Zirbelkiefer aus und frisst sie selbst. An Ufern mit Beerensträuchern sollte man auch nicht zelten.
    Wer für ein "besseres" Foto an einem Bären herangeht oder den gar noch umkreist, riskiert sein eigenes Leben und das seines Tourenpartners.
    Bären suchen meistens in der morgendlichen und abendlichen Dämmerung direkt an Bachläufen und Ufern von Seen Fressen - dort also nicht zelten.
    Unmittelbar vor dem Auspacken der Sachen sollte die nähere Umgebung auf verräterische Anzeichen der Anwesenheit des braunen Einheimischen wie Tatzen-Spuren im Sand, braune Haarbüschel an Sträuchern, frisch ausgescharrte Wurzeln oder Losung (Scheiße) häufig in Form einer Tellermine oder 4,5 übergroßen braunen Eiern mit Beeren-Resten sorgfältig geprüft werden. Bei Feststellung eines nur eines Anhaltspunktes sofort weiter. Der kurze Gang in den Wald kann sonst der letzte werden. Einmal nicht aufpassen kann reichen.
    Die Drei-Punkt-Lagerung Zelt-Essen/Kulturbeutel/Kleidung-Ausrüstung jeweils 50 m im Dreieck voneinander entfernt ist immer umzusetzen. Eine Bärentonne ist sinnvoll. Sonst mindestens Fleisch und Wurst in verschweißten Dosen oder in geruchloser Plaste eingeschweißt.
    Wer im oder am Zelt kocht, ist lebensmüde. Beim Kochfeuer durch Beachtung der Windrichtung und auch der abendlichen Windänderung sichern, dass die Rauchfahne weg vom Zelt und ja nicht übers Zelt geblasen wird. Sonst würde man dem Bären auf der Suche nach den Ursprung der leckeren Düfte direkt ins Zelt locken.
    Am sichersten ist es, abends erstmal nur zu essen und dann einige Kilometer weiter zu wandern. Dosen werden immer sofort ausgebrannt und keinerlei Spuren eigenen Essens hinterlassen - no trace!
    Wenn der Bär frühmorgens in den Lebensmitteln herumwühlt, ist es sein Fressen, nicht mehr euer Essen - wer Mischa dabei stört, riskiert völlig unnötig das eigene Leben und das des Tourenpartners.
    Im Zelt schläft man nicht in Sachen, die man beim Essen oder Kochen getragen hat. Man hat gefälligst keinerlei (!) duftendes Zeug wie Creme, Zahnpasta, Seife, Schokolade oder Zigaretten am Mann oder im Zelt - sonst wird man selbst Essen. Mischa geht auf alles, was irgendwie riecht. Das zur Essenszubereitung genutzte Küchenmesser bleibt also auch 50 m vom Zelt weg beim Essen - also kein "Messer für alles". Deshalb steckt man sein anderes langes starkes Messer auch nicht für ein Foto in einen Fisch oder wischt sich die fettigen Hände an der Hose ab, mit der man im Zelt schläft.
    Wer seinen Partner los werden will, braucht den nur mit fettig geschmierten Hosen im Zelt schlafen lassen. Da sollte man aber selbst in einem anderen Zelt schlafen.
    Schaumbad oder Seifen-Wäsche Morgens kurz vor dem Losmarschieren - nicht am Abend und nicht vor dem Frühstück. Die angegebenen Russen hatten einfach Glück, dass "ihr" Mischa satt war.
    Ein nächtlicher Alleingang zur Erleichterung "nur" 10 m hinters Zelt kann im Nirwana enden. Bei zwischenmenschlicher Betätigung im Zelt sollten Geräusche in der Art eines sterbenden Elchs vermieden werden. Sonst will der große Braune mitmachen.
    Morgens zieht man sich gefälligst im Zelt bzw. Vorzelt komplett (!) an, also auch die Stiefel und hat die voll zugebunden. Das Zelt wird erst mit sofortigem Rundum-Blick geöffnet, wenn man selbst hellwach und das große Messer wirklich griffbereit (ein! Griff) am Mann ist.
    Einen scharfen Essiggeruch nicht einer undichten Essigflasche zuordnen - der kommt von einem Braunen in unmittelbarer (!) Nähe hinter einem Stein oder Busch, der dort auf sein Frühstück wartet.
    Bei Erleichterung sollte immer einer maximal 5 m entfernt auch nach hinten abwehrbereit (!) aufpassen. Hinten sieht man selbst nichts. Aus 20 m oder gar noch weiter kann man nicht mehr helfen. Egal, wie sexy das nun ist oder nicht. Hier geht es um Überleben in der Wildnis, nicht um Schönheit. Falsch verstandene Scham kann lebensgefährlich oder lebensbeendend werden.
    Einen Bären wird man wegen seinem weichen Gang auf wie mit Gummi gepolsterten Tatzen und dem Streifen des langen weichen Fells an den Büschen niemals vorher hören, sondern immer nur überraschend und auf kurze Entfernung sehen.
    Also auch beim Essen immer hübsch gegenüber (!) und nicht kuschlig nebeneinander setzen, damit der eine sieht, was hinter dem anderen passiert. Sonst ist der Partner oder man selbst plötzlich spur- und lautlos verschwunden, weil niemand den großen Braunen vorher gesehen hat.
    Wer neugierig nachsieht, wenn sich etwas Braunes im Busch bewegt, hat das Gesetz der Wildnis nicht verstanden. Der folgende Lernprozess kann der letzte werden.
    Wer neben einer Bärenspur oder neben einem Busch mit braunen Haaren sein Zelt aufbaut, sollte sein Testament gemacht haben. Dummheit hoch Drei.
    Wer mal seine Ruhe vom stressigen Partner haben will und allein in den Busch oder hinter den Hügel geht, kann schnell die ewige Ruhe finden. Die Natur verzeiht keine Fehler.
    Wenn ein Bär auftaucht: Ruhig bleiben - nje panikuite! Nicht schreien. Das würde auch bei schlechtestem Wind der dümmste Bär mitbekommen. Auch nicht wegrennen - nje ubegaite ot newo!. Mischa bemerkt die Menschen nämlich häufig erst durch die Bewegung im Busch oder am Bach. Wegrennen würde nur den Beutetrieb des Bären anfachen. Der Bär ist mit 50 km/h schneller als Usain Bolt auf 100 m mit "nur" 33 km/h. Auf das "ruhig bleiben" und "nicht wegrennen" muss man sich mental vorbereiten - es kann überlebenswichtig werden.
    Ein Messer oder eine Saufeder sind kräftig (!) mit aller Kraft bis zum Heft (die gesamte Klingenlänge) in den Herz-Lungen-Bereich eine Handbreit hinter und über dem Vorderlauf zu rammen. Nicht nur ritzen. Nicht gleich wieder herausziehen, sondern mit aller Kraft nachdrücken und im Körper umdrehen, damit die Lunge zusammenfällt. Auch dann, wenn einen der Bär mit seinen Tatzen die Haut aufreißt oder abzieht. Das Messer nicht einfach irgendwo in die Mitte rammen - das reizt den Bären nur.
    Hinhocken und Totstellen gilt nicht für Braunbären in Sibirien. Das wäre Einladung zum Fressen.
    Das mit dem Messer vorher in der Heimat an einer toten Sau oder einem Gelatineblock üben, üben, üben. Ein Jäger oder Fleischermeister kann behilflich sein. Keine theoretische Diskussion. Nur Übung macht den Meister. Lieber 1.000 Schweißtropfen als ein Blutstropfen. Obwohl ich selbst mehrfacher Bärentöter bin, habe ich das auch mit meiner schlanken Lieben mehrfach hart geübt, damit sie es auch selbst bringt.
    Als Signalgeber unerwünschten Besuchs können ohne großen Aufwand überall herumliegende trockene Zweige in einigen Meter Entfernung streifenartig komplett um das Zelt herum gelegt werden. Oder man spannt eine dünne Schnur ums Zelt und befestigt daran leere ausgebrannte Dosen, die dann klappern. Aufwändiger ist das Mitführen und der Aufbau eines Akkubetriebenen Schutzzaunes mit Pfählen und Leitungen wie von www.weidezaun.info - als "Wildschweinnetz" bei uns mit 50
    m Leitung für 64,95 e plus Versand plus Akku oder bei www.udap.com 27x27 Fuß mit Akku für 269,99 US-$ bei 3,7 lbs (1,8 kg) Gewicht.
    Russen ohne Flinte oder Büchse kaufen in Jagdläden Pfeffer-Spray "Shok" in möglichst 200-ml-Dose (nicht: 40-ml-Spaß-Dose) UND "Raketnitsa" als eine Art Mischung von Knall-und Raketenfeuerwerk. Gibt es bei der Anreise in der Hauptstadt Petropawlowsk im Jagdladen "Magnum" auf der ulitsa Astana, 40-92 und im anderen Jagdladen "ANNA-14" auf der ulitsa Mira 226"a" - jeweils MO - Frei 10 - 18 und SA 10 - 14.
    Bei (!) entsprechender sonstiger Wildnis-Ausrüstung darf auch eine sehr zu empfehlende zerlegbare (!) und stabile (!) Saufeder als Abwehrmittel nach RU mitgenommen (groß geschriebene deutsche, englische und russische Beschreibung ins Transportbehältnis legen) oder in beiden o. g. Läden vor Ort gekauft werden. Bei uns z. B.
    www.saufeder.de
    für 360,- € oder
    www.frankonia.de
    von Martinez Albainox für 169,- €. Das muss dann aber in jedem Fall vor (!) Tour-Beginn hart geübt werden. Es ist im Ernstfall ultimo Ratio zum Überleben.
    Ein Mobilnik mit Netz(!) oder besser Satellitentelefon und Kenntnis der nächsten Rettungsstelle KONKRET sind sinnvoll - Englisch oder Deutsch wird dort niemand verstehen. Vorher Russisch-Kurs z. B. an der Volkshochschule besuchen.

  12. AW: Verhalten im Bärengebiet

    #12

    Post als Moderator
    Ich möchte freundlich daran erinnern, auf die Netiquette zu achten. Auch ein Austausch von unterschiedlichen Erfahrungen ist respektvoll möglich.

    Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden.  Dein Team der
    Geändert von Lobo (17.12.2019 um 14:46 Uhr)

  13. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: Umgang mit Bären

    #13
    Zitat Zitat von JulianD Beitrag anzeigen
    Euer Reisebericht ist ja legendär, natürlich schon x-mal gelesen, immer wieder spannend vor allem aus sozialwissenschaftlicher Sicht Allerdings werden wir in Südkamtschatka unterwegs sein und vor allem in der Nähe von Gewässern, hier ist die Bärendichte doch eine ganz andere als am Tolbatschik. Trotzdem danke für deinen Einwand.
    ...
    Wir waren aber auch im Bystrinsky NP, da sollte es einige Bären mehr geben als am Tolbacik. Mein Hinweis sollte aber natürlich auch mit etwas schmunzeln zu verstehen gewesen sein.

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

    meine Weltkarte

  14. Dauerbesucher

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    AW: Umgang mit Bären

    #14
    @JulianD, bevor jetzt wieder der Weltenkampf gegen Alles und Jeden (sofern es nicht ein Hase oder Rebhuhn ist) ausgerufen wird, sprich mit den Menschen vor Ort.
    Du willst dorthin, ok, dann bist du dir der Gefahr bewußt und willst lernen, sie einzuschätzen. Und das geht nicht mit Rotkäppchen.... sondern mit dem Wissen vor Ort.

    Klar, man kann immer alle möglichen und unmöglichen Gefahren aufzählen. Aber dann bleibt man zuHause und erzählt diese Geschichten weiter....

    Btw, in der 'Warnschrift' fehlen die Tournique, Notfallbandagen, mögliche offene Knochenbrüche, Schädelverletzungen sowie Vorsorge gegen die alltäglichen Angriffe von tollwütigen Wölfen und Keilern....

  15. AW: Umgang mit Bären

    #15
    Zitat Zitat von reinergeorg Beitrag anzeigen
    Der kurze Gang in den Wald kann sonst der letzte werden. Einmal nicht aufpassen kann reichen.
    Du hast zwar im Prinzip recht mit all deinen Warnungen, aber du hast noch nicht angegeben, mit welch geringer Wahrscheinlichkeit das alles passiert. Und da es tatsächlich nur mit geringer Wahrscheinlichkeit passiert, kann man auch im Bärengebiet relativ ruhig schlafen, selbst, wenn man all die Vorsichtsmaßnahmen nicht ergriffen hat.

    Gewiss, ergreift man die Vorsichtsmaßnahmen, ist man vielleicht 10 mal sicherer dran als ohne. Das senkt dann die Wahrscheinlichkeit, während einer Nacht im Bärengebiet angegriffen zu werden, von 0.000...* auf 0.0000...*



    *die Wahrscheinlichkeit 0.000... entspringt meiner Vorstellung und ist nicht durch Daten gestützt. Ich wäre aber an Daten interessiert.

  16. Dauerbesucher

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    AW: Umgang mit Bären

    #16
    Link zu Video

    Gucken und lernen.
    Wer anderen eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät.

  17. Neu im Forum

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    AW: Umgang mit Bären

    #17
    Zitat Zitat von reinergeorg Beitrag anzeigen
    Obwohl ich selbst mehrfacher Bärentöter bin
    ich nehme mal an mit einer Schusswaffe?

    du beschreibst es als ob Bären systematisch Jagd auf Menschen machen, was ja wohl komplett falsch ist. Die "grüne Propaganda" hat nunmal Recht damit, dass es eine Ausnahme ist. Ansonsten schadet es natürlich nicht zu wissen wie man sich bei einem Angriff verhalten sollte, ob das noch viel bringt ist eine andere Frage.

  18. Anfänger im Forum

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    AW: Umgang mit Bären

    #18
    @reinergeorg
    Wow, dein Beitrag ist sehr deutlich, danke dafür.

    Du schreibst, du bist selbst "mehrfacher Bärentöter". Meinst du damit, du hast Bären beim Jagen abgeknallt oder musstest du dich tatsächlich schon - wie beschrieben- zur Wehr setzen?

    Die von dir genannten Vorfälle sind mir- bis auf den Tierfilmer von 2009, hast du da einen Link zu?- bekannt, wurden ja auch in den Medien publiziert. Auffällig ist aber doch, dass es mit Wanderern in Kamtschatka bisher kaum oder keine Probleme gibt/gab (?). Ich habe mich ein wenig mit der Siedlungsgeschichte beschäftigt und in einem Beitrag, den ich leider gerade nicht zur Hand habe, hieß es, dass der Kamtschatka-Braunbär von den lokalen Ethnien aber eben auch von Europäern und "westlichen Russen" als relativ friedlich und wenig interessiert am Menschen beschrieben wurde. Ein grund dafür könne die Spezialisierung auf Fisch und Beeren in den Sommermonaten sein.
    Wie dem auch sei: Du hast sicher recht, dass sich die Situation verschärft, allein schon durch die wachsende Anzahl an Touristen.
    Ich denke aber auch, wenn unser Vorhaben viel zu riskant und gefährlich wäre, dann hätte einer der Organisatoren bereits Alarm geschlagen.

    @codenascher

    So oft den Beitrag gelesen und doch vergessen, dass ihr auch dort gewesen seid.
    Aber dann würde es mich interessieren, warum ihr wirklich alle Vorsichtsmaßnahmen in den Wind geschlagen habt?
    Ich denke als größere Gruppe ist man aber auch immer recht sicher; wir sind halt auch nur zu zweit.

    Weiter Informationen, Erfahrungen und Fragen sind sehr erwünscht

  19. Fuchs
    Avatar von Pielinen
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    AW: Umgang mit Bären

    #19
    Uuh, es wird wieder archaisch, die Urangst des Menschen gefressen zu werden bricht wieder durch.
    Es ist ja nicht so, daß ständig unbewaffnete Touristen aufgefressen werden. Spektakulär sind die Einzelfälle, die alle paar Jahre passieren.
    Die meisten Unfälle passieren zuhause im Haushalt, ganz zu schweigen von den 3000 Verkehrstoten.

    Die die regelmäßig in Bärengebiet sind, sehen das entspannter.
    (im Zelt kochen würde ich mich aber auch nicht getrauen)
    Geändert von Pielinen (17.12.2019 um 18:12 Uhr)
    Wer nichts weiß muss alles glauben...

  20. Dauerbesucher

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    AW: Umgang mit Bären

    #20
    Zitat Zitat von Pielinen Beitrag anzeigen
    Uuh, es wird wieder archaisch, die Urangst des Menschen gefressen zu werden bricht wieder durch.
    Dabei passieren die meisten Unfälle zuhause, ganz zu schweigen von den 3000 Verkehrstoten.
    Die die regelmäßig in Bärengebiet sind, sehen das entspannter.
    (im Zelt kochen würde ich mich aber auch nicht getrauen)


    Und deswegen sollte man sich auch von den mit der Örtlichkeit vertrauten Personen beraten lassen.

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