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    [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 1: Vom Atlantik bis Candanchu

    #1
    Mitreisende: FatmaG
    Mitreisende Fatma G

    Land: Spanien
    Reisezeit: 17. – 29. Juli 2018
    Region: Pyrenäen, Norden Spaniens

    Startpunkt: Cabo de Higuer
    Endpunkt: Candanchu

    Wandertage: 11.5
    Kilometer: ca 217

    Nachdem ich vor 2 Jahren den französischen Pyrenäenweg, den GR10, gelaufen bin, zieht es mich diesmal in die spanischen Pyrenäen. Diesmal jedoch nicht als Gesamtweg geplant, sondern in mehreren Etappen vom Atlantik bis zum Mittelmeer.





    Der Sommer 2018. Hitzewellen im Norden, späte Schneefälle im Süden. Die Wettervorhersage für die Pyrenäen ist wechselhaft. Wir werden sehen...

    An einem strahlendblauen hitzeversprechenden Dienstagmorgen fahre ich von Brüssel über Paris nach Hendaye mit der SNCF. Ein glücklicher Zufall: Der Platz neben mir bleibt leer und so kann ich mich genüsslich ausdehnen mit meinen Siebensachen – die wohlbemerkt recht bescheiden sind. Immerhin bin ich 'leichten Gepäcks' unterwegs.
    Zunächst stecke ich – wie immer unterwegs – voller Vorfreude und Spannung meine Nase in meine Wanderführer; der Rother in Papier- und der Cicerone in Ebook-Version. Sobald wir uns jedoch meinem Reiseziel nähern, kann ich mich von dem Anblick der vorüberziehenden Landschaft nicht mehr trennen. Rechts die Atlantikküste, links die Vorläufer der Pyrenäen. Und La Rhune! Erinnerungen werden wach...

    Von Hendaye geht es gleich weiter nach Irun auf der spanischen Seite; die kleine Regionalbahn bringt mich fast an die Haustüre meiner vorreservierten Pension. Und von dort aus noch am Nachmittag mit dem Bus Richtung Startpunkt des GR11, den ich nach der letzten Haltestelle ca 30 Minuten später zu Fuß über die kleine Landstraße zum Campingplatz am Faro de Higuer, am Leuchtturm, erreiche. Am Fuße des Leuchtturms ist eine Bar mit netter Terrasse, die mich dazu einlädt, erst einmal etwas zu trinken und mit mir selber auf meinen Sommerurlaub anzustoßen. Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau, die Aussicht auf den Atlantik frohlockend! Gleich hinter dem Gebäude führt ein Weg herab zu den Steilklippen des Cabo de Higuer.




    Gleich hinter dem Leuchtturm geht’s los.



    Di., 17.7. - 1. Tag: Vom Cabo de Higuer nach Irun (ca 7 km)

    Bestens gelaunt und voller Vorfreude stehe ich am Kap.
    Der ausgeschilderte Weg ist – noch – der GR121, der am Meer entlang über den Klippen entlangläuft, bis er kurz vor dem Fischerdörfchen Hondarribia (und der Bushaltestelle von eben) auf Meerebene ausläuft. Spektakulär ist der erste Eindruck nicht, aber sehr hübsch und schattig führt der Weg mit Blick auf Meer, das gegenüberliegende Hendaye, die alte Hafenanlage und den Strand entlang der Landzunge bis Hondarribia. Da die eigentlichen GR11-Markierungen erst in Irun beginnen, ist die Wegführung nicht ganz klar. Der Cicerone-Führer umgeht das Dörfchen; jedoch war ich nun schon einige Male in Irun und habe es bisher nie geschafft, mir dieses angeblich sehr schöne Fischerdorf anzusehen. Also wähle ich den Weg durch die Altstadt. Ich habe Zeit!




    Hondarribia! Sehr hübsch anzuschauen, auch sehr touristisch. Und irgendwie typisch baskisch!


    Ganz unspektakulär an der Straße entlang geht es dann jedoch bis nach Irun. Zum Glück ist es eine relativ kurze Strecke.
    Am Abend treffe ich mich noch mit Xabier, einem Wander- besser gesagt Pilgerfreund, den ich vor vielen Jahren auf dem Camino Primitivo (von Oviedo nach Santiago) kennengelernt habe, und mit dem ich Jahre später den Camino Aragones (Von Oloron-Sainte-Marie bis Puente la Reina) gewandert bin. Ein Sprung ins kalte Wasser für mein Spanisch, das alle Jahre wieder erst einmal aufgetaut werden muss...



    Mi., 18.7. - 2. Tag: Von Irun nach Bera (24,5 km)

    Nach einer wohltuenden Nacht nehme ich ein schnelles Frühstück zu mir, bevor ich erst um 8:45 Uhr die Hauptstraße Iruns entlanglaufe Richtung GR11. Kaum 5 Meter weiter klatscht wer in die Hände. Xabier! Klein ist die Welt, klein ist Irun. Wir verabschieden uns also ein zweites Mal voneinander. Und auf geht’s!
    Und zwar recht bald im wahrsten Sinne des Wortes. Am Stadtrand steigt es mächtig und steil hinauf zur Ermita de San Martzial. Wow! Wie eigentlich jedes Jahr komme ich recht untrainiert an meiner Startpunkt an und muss also erst einmal mächtig schnaufen.

    Anschließend verläuft die Strecke über diverseste Wege, Treppen, Feldwege, Asphalt, Waldwege. An unzähligen Hochsitzen vorbei, an isoliert liegenden Häusern und Höfen, an der Embalse de San Anton. Beeindruckend immer wieder der Blick auf „La Rona“, La Rhune, auf Biriatou. Der GR10 lässt grüßen... Farn gibt’s natürlich in Hülle und Fülle. Baskenland halt. Dafür recht wenig Wanderer. Ein einziger Mann überholt mich in einem Waldstück, kurz bevor mir ein Paar aus der Gegenrichtung entgegenkommt. Überfüllt ist es nicht hier...




    Blick auf die Rhune – kurz vor Bera


    Die Aufs und Abs sind mal mehr, mal weniger erträglich; ich sagte es bereits: Kaltstart.
    Dann endlich: Bera!
    Ich habe gestern noch kurzerhand ein Zimmer im Hotel Churrut gebucht. Bevor ich im Hotel einkehre, drehe ich eine kleine Extrarunde durchs Dorf und halte Ausschau nach einem Optiker, dem Supermarkt und anderen Läden, um meine Ausrüstung und Lebensmittel für die nächste Etappe zu ergänzen. Das Dörfchen finde ich ganz nett; besonders beeindruckend sind die vielen Wandfresken und die alten Villen am Dorfeingang.








    Das Hotelzimmer ist wunderbar und das Abendessen im Restaurant des Hotels ein purer Genuss. Ich stehe am Anfang meiner Wanderung und am Ende einer anstrengenden Etappe, die sich wie Fitness in der Sauna mit 10kg Gepäck und zu warmer Trainingshose angefühlt hat. Ich habe Ferien. Den Luxus habe ich mir verdient !



    Do., 19.7. - 3. Tag: Von Bera nach Elizondo (30,5 km)

    Heute morgen schaffe ich es, um 7 Uhr zu starten – trotz einer furchtbar unruhigen Nacht. Fürs Frühstück ist es noch zu früh, zum Glück gibt es einen Nescafé in der Eingangshalle.
    Die frische Morgenluft begleitet mich auf dem ersten echt happigen Aufstieg. Auf dem Gipfel des „Santa Barbara“ angekommen (läppische 396m hoch), bin ich bereit zu sterben. Allerdings sind die Aussichten so unglaublich – also lasse ich das Sterben noch bleiben.
    Hier steht eine kleine Hütte, an der 2 junge Wanderer sitzen. Bestimmt haben sie hier oben übernachtet.
    Der Morgennebel ist allerliebst und malerisch; der Atem ist wieder da. Weiter gehe ich durch ein kurzes Waldstück und quer über eine Sommerblumenwiese. Pure Freude!




    Wunderbare Aussichten





    Baskenland im Nebel – what else?!




    Der GR11 führt direkt über die Blumenwiese.


    Irgendwann übermannt mich der Hunger so, dass ich einfach mitten auf dem Weg stehenbleibe, um
    ein spätes Frühstück, Aprikose, Nektarine und ein paar Mandeln, zu genießen. Kurz darauf komme ich an der spanisch-französischen Grenze auf dem Kamm (Collado de Lizarieta) an und entscheide mich spontan für das Café auf der linken Seite. Das junge sympathische Paar spricht mich auf Französisch an. Aha, ich trinke also in Frankreich 'Café au lait'.




    Blick auf den Collado de Lizarieta


    Weiter geht es nun über Forstwege und den „Tauben-Weg“, bzw. den „Tauben-Ende-Weg“ - die Gegend ist berühmt für ihre Taubenjagd. Dann folgt der GR11 einigen Hügelkuppen, entlang an Bunkern aus fernen Zeiten. Es ist heiß, Gewitter ist trotz Meldung nicht in Sicht. Nach einer Rast treffe ich den Mann von gestern wieder; er ist Baske und ist den GR11 schon vor vielen Jahren gelaufen. Jetzt ist er pensioniert, hat mehr Zeit und möchte diese Erfahrung nun wiederholen. Nach 10 Minuten gemeinsamen Weges wählt er eine alternative Strecke nach Elizondo, ich den offiziellen Weg.

    Das bereue ich recht bald! Ein Teilstück – nicht sehr lang, erscheint jedoch wie eine Ewigkeit – lässt mich mit meterhohem Farn und Dornen kämpfen. Mein Fluch des Tages!
    Mittlerweile haben mich die beiden jungen Wanderer (aus Katalonien) ebenfalls überholt – ein wenig wortkarger als der Baske.




    Eine 'Trinkete' in Elizondo. Klingt sympathisch!


    Endlich Elizondo!
    So schön hatte ich das Städtchen nicht in Erinnerung. (Ich bin die „Voie du Baztan“ in einer Aprilwoche vor einigen Tagen gewandert; sie führt von Bayonne bis Pamplona).
    Fein. Nach der Dusche und dem Versorgen meiner Sachen mache ich mich wie gewohnt auf, um Proviant für den nächsten Tag zu besorgen und auf der Terrasse eines kleinen Bistros mit Blick auf den Fluss 'Baztan' ein (heute) bescheideneres Abendbrot zu mir zu nehmen.
    Kaum liege ich in meinem Bett bricht mit voller Gewalt das gemeldete Gewitter aus. Und damit der angekündigte Wetterumschwung für den morgigen Tag...



    Fr., 20.7. - 4. Tag: Von Elizondo zur Albergue de Sorogain (26,2 km)

    Grau-trüb ist der Himmel, als ich nach dem Frühstück aufbreche. Immerhin ist es trocken. Noch... Die zwei Landwirte, die ich unterwegs treffe, helfen nicht wirklich, optimistisch zu bleiben: 'Ich habe wohl keine Angst vor Wasse', meinen sie.
    Die Wege sind etwas aufgeweicht von dem Regen der Nacht; in einer nassen Wiese steht das Zelt der jungen Katalanen, die jetzt erst aus den Federn kriechen. Der Baske holt schnellen Schrittes auf und zieht an mir vorüber. An einer Jägerhütte machen wir schließlich gemeinsam Rast. Dort trifft kurz danach ein weiterer spanischer Wanderer ein, ein Mann aus Andalusien. Auch kommen heute immer wieder Menschen aus der Gegenrichtung mir, uns, entgegen.
    Es geht weiter stetig bergauf, einige Male durch bzw. über Bäche. Einmal rutsche ich aus und falle auf mein Knie. Noch einmal gut gegangen.
    All diejenigen, die in Gegenrichtung unterwegs sind, warnen vor „da oben“, die Sichtverhältnisse seien extrem schwierig.
    Und in der Tat auf dem Plateau sieht man nicht sehr weit; aber es geht. Denke ich...




    Wenig gute Aussichten...



    Irgendwann kommt mir wieder ein Wanderer entgegen im orangefarbenen Plastikponcho. Es ist der Andalusier von eben. Beide haben wir eine Abzweigung verpasst und müssen umkehren. Der GR11 führte über einen Zaun rüber; galant hilft mir der Herr hinüber und gemeinsam versuchen wir nun, uns im dichten Nebel zu orientieren. Wir folgen dem Weg, müssen nach einer Weile feststellen, dass wir viel zu hoch einem anderen Weg folgen. Also schlittern wir den steilen Hang herab. Ich folge – fast willenlos – meinem Mitstreiter; sein GPS scheint sich ja nun doch zu bewähren.
    Irgendwann haben wir den Wald erreicht, die Sicht verbessert sich schlagartig und jeder geht nun wieder seiner Wege.




    Der Mann, dem ich fast willenlos folge – zumindest eine Zeit lang. Kein Wunder, er zumindest ist gut sichtbar!


    An der Puerto de Urkiaga treffen wir uns alle drei wieder: José-Lu, so heißt der Baske, sitzt in einem offenen Bauwagen, der sogar ein Doppelstockbett (ohne Matratzen) enthält, und rastet. Ich geselle mich hinzu und versuche, meine nassen Socken zu trocknen. Der Andalusier trifft kurz danach ein und rastet ebenfalls. Nun geht jeder wieder seiner Wege, der letztere folgt der Landstraße bis zu einer Unterkunft, der erste zieht vor mir los.




    In solchen Bunkern sollen auch ab und an Wanderer übernachten. Nicht wirklich kuschelig!


    Nach einem kurzen Teil Betontrasse geht es recht zügig und steil durch ein Waldgebiet bergab. Da ich mich Ende August in Belgien für den Oxfam-Trailwalker (100 km in 30 Stunden im Viererteam) eingetragen habe, mache ich mir zum ersten Mal ernsthafte Gedanken um meine Knochen. Gut aufpassen und langsam machen.
    Tja, und dann verpasse ich schon wieder ein GR-Zeichen, laufe rechts am Bach statt links entlang und finde jedoch keine Stelle zum Furten. Meine Füße sind zwar schon wieder klatschnass, dennoch kehre ich um und suche (ähm, fluchend!) nach dem regulären Übergang.




    Eher rutschend und schlitternd statt aufrecht gehend unterwegs...


    Dann endlich gelange ich an eine kleine Landstraße und kurz danach stehe ich an der Albergue de Sorogain, bekomme Bett und Abendbrot, das ich in Begleitung von José-Lu und Pina, einer jungen alleinreisenden Schweizerin (von Ost nach West unterwegs und fast am Ende ihrer Wanderung) zu mir nehme.



    Sa., 21.7. - 5. Tag: Von der Albergue de Sorogain nach Burguete (10,5 km)

    Ich habe Zeit. Meinem gestrigen Vorsatz folgend entscheide ich mich für eine kurze Etappe und dazu, lediglich bis Burguete zu laufen.
    Das Wetter ist immer noch trüb; ich stapfe (mehr oder weniger) entschlossen den Berg hinter der Herberge hoch. Die höher gelegenen Weiden sind von Schafen, Pferden und Kühen bevölkert. Kurz reißt die Wolkendecke auf und gibt ein winziges Stück Aussicht und blauen Himmel frei, bevor der Nebel wieder dichter, schließlich zu Nieselregen wird. Weiter geht es über die nassen Weiden und durch matschige Passagen, bevor der GR durch einen wunderschönen alten Buchenwald wieder hinab führt.




    Ein Stück blauer Himmel!


    Auch unten angekommen stehen grasende Kühe links und rechts des Weges. Fast fassungslos blicken sie mir nach, wie ich über die Steine hüpfend den Bach hinter mir lasse. Das letzte Stück ist fast langweilig; einem breiten Schotterpfad geht’s entlang bis zum Dorfrand.
    Schon um 13 Uhr stehe ich im Café Fronton und bestelle mir einen Milchkaffee. Obwohl der Camino Frances durch Burguete führt, mache ich mir keine großen Gedanken um eine Unterkunft – immerhin ist die große Pilgeretappe Roncesvalles fast in Sichtweite. Und zurecht: Im Hostal Burguete bekomme ich ohne Probleme ein Bett. Sogar eine Badewanne gibt es, wunderbar nach diesen zwei recht feucht-kalten Tagen. Dass der Gummipfropfen fehlt, ist nur ein kleines Hindernis, das ich irgendwie wegimprovisiere. Das heiße Bad, eine Wohltat!

    Nach Bad und Siesta geht es durchs Dorf, einkaufen, später einen Apéro trinken.
    Und am Abend genieße ich im ruhigen Restaurant des Hostals ein Abendmahl. In diesem Etablissement ist schon Hemingway eingekehrt. Den Charme von früher hat man zu bewahren gewusst: knarzende Holzdielen, geräumige Zimmer, alte Portraits und Fotos sowie dezente Deko aus vergangenen Zeiten.




    Burguete! Eine lange gerade Straße links und rechts von Häusern gesäumt. Das wars.



    So., 22.7. - 6. Tag: Von Burguete nach Hiriberri (18 km)




    Allerdings sieht das alles bei Sonnenschein schon viel freundlicher aus!


    Die spanischen Hostals sind nicht unbedingt auf Frühaufsteher eingestellt. So starte ich auch heute Morgen eher spät. Kein Problem bei einer recht übersichtlichen Etappe.
    Endlich einmal ist der Himmel nicht bedeckt, als ich aus der Türe trete und durch das Dorf wandere. Am Dorfausgang sind die beiden Katalanen beim Zeltabbau. Gleich dahinter führt der Weg aufwärts in einen angenehmen Wald hinein, später an einem Feldweg entlang, der endlich ein paar Ausblicke auf die Hügellandschaft freigibt. Die gute Laune steigt!




    Yesssssss! Sonne! Und Sicht!


    An einer schönen Bergwiese angelangt, sehe ich die Tierschädel erst auf den zweiten Blick; und kurz darauf einen 2m großen Mann, der auf mich zukommt. Er sucht nach dem GR11. Wir legen eine kurze Strecke gemeinsam zurück, bevor sich unsere Wege am Rande der Klippe hinunter ins Dörfchen Orbara trennen.
    Der Abstieg ist recht moderat, der Weg schlängelt sich stetig durch die schattenspendenden Büsche und Sträucher bergab. Plötzlich steht da mitten auf dem schmalen Pfad ein Eichelhäher an einer Pfütze, der mit seinem Schnabel ins Wasser pickt. Wir blicken uns an. Obwohl ich ganz dicht an ihm bin, bleibt er sitzen: Flügel verletzt. Himmel, was tun?!
    Ich überlege, ob und wie ich ihm helfen kann. Ein zaghafter Versuch, ihn per Stock zumindest auf die Seite zu tragen scheitert. Er flattert recht hilflos einen halben Meter weiter. Ich komme zu keinem überzeugenden Ergebnis und setze irgendwann resigniert meinen Weg fort. Unerbittliche Natur.




    Unerwartete Begegnung.



    In Orbara, das ich 5 Minuten später erreiche, ist die Bar geöffnet und voller Menschen. Sonntagsmahl. Nicht nur für den Riesen (er stammt übrigens aus Schweden und ist so ziemlich der größte Mann, den ich je gesehen habe), der an einem Tisch sitzt und schlemmt, sondern für das gesamte Dorf. Mir reicht ein Cafe con leche auf der sonnigen Terrasse. Der Schwede geht, die Katalanen kommen. GR-Leben.

    Für heute habe ich nicht wirklich ein Bett reserviert, in Hiriberri gibt es nur private Gästezimmer, die laut Web ausgebucht sind. Pina aus der Schweiz meinte allerdings vor ein paar Tagen, dass die Gastgeberin immer für alle Wanderer ein Bett findet – vorausgesetzt zumindest man kommt unverhofft dort an. Auf dem letzten Anstieg für heute finde ich ein vierblättriges Kleeblatt – ein gutes Omen für ein Bett? Sicherheitshalber kucke ich mich jedoch ebenfalls nach Biwakmöglichkeiten um – dazu habe ich zwar nicht wirklich Lust, aber sollte es mal kein Bett geben, ist das natürlich besser als nichts!
    Der Pfad ist recht bewachsen, der Vegetation im Süden geht’s gut; es gab genügend Regen in den letzten Zeiten. In der Ferne erblicke das Dorf Orbaizeta.




    Blick zurück auf Orbara



    Hiriberri liegt verschlafen in der zurrenden Sonne. Ich stoße fast sofort auf die 'Casa Aguerre'. Eine freundliche junge Frau meint optimistisch, es würde schon klappen mit dem Bett. Ihre Schwester, die Hausherrin, schlägt schon die Hände überm Kopf zusammen. Und verdreht die Augen. Anabelle ist eine quirlige gesprächige Frau, die für ihre Herberge lebt. Ihre Gästezimmer sind schon seit Monaten ausgebucht – die Wanderer werden überall anderswo untergebracht: in ihrem Büro (ich) oder in der winzigen Kammer neben der Dusche (Bernard aus Frankreich, der kurz nach mir dort eintrifft). Bei Bedarf gibt es noch die ehemalige Scheune im Erdgeschoss. Dort haben in der vergangenen Nacht wohl auch ein paar gestrandete Wanderer übernachtet...




    Hirriberri


    Im großen Wohnraum, der Esszimmer, Sofaecke und Küche sowie Bügelstube umfasst, bekomme ich gleich ein frisches San Miguel angeboten. Thomas, so heißt der Schwede, steckt seinen Kopf durch die Türe. Er bekommt ebenfalls ein Bier. Anabelle schwirrt herum, wäscht unsere Wäsche, bügelt ihre, telefoniert und erzählt mit uns. Ihre Schwester sitzt ebenfalls am Tisch. Später gesellen sich die Eltern hinzu. Bevor ich – nach Dusche und Wäsche in den Wind hängen - in die Dorfbar zum Abendessen gelange, gibt’s noch zum Aperitif ein Glas Wein und Oliven. Während der Vater mit Bernard über Politik fachsimpelt, tätigt Anabelle etliche Anrufe: Sie möchte Thomas Reservierung für den folgenden Tag bestätigen; und übernimmt kurzerhand ebenfalls meine. Sowohl in Ochagavia als auch in Isaba kenne sie die Herbergsbetreiber. Eigentlich wollte ich ja zumindest in Ochagavia lieber auf Campingplatz mein Zelt aufstellen, um es nicht ganz umsonst mit mir zu schleppen. Aber das spielt irgendwie gerade gar keine Rolle hier. Ich lasse es und Anabelle willenlos geschehen...




    Halleluja!



    Mittlerweile ist es 20 Uhr. Zeit fürs Abendbrot. Ich schlendere zur Bar. Bei meiner Ankunft schlägt die Wirtin die Hände überm Kopf zusammen. Das scheint hier üblich zu sein...
    Ich versichere ihr, dass ich zum Essen kein Brot brauche und mich mit dem zufrieden geben würde, was das Haus zu bieten hat. Sie wirkt beruhigt.
    Für Thomas – ihn hatte ich gar nicht wahrgenommen – hat sie schon ein Gedeck gedeckt. Er ist definitiv besser organisiert als ich!
    Ich setzt mich zu ihm, kurz danach folgt Bernard. Das Essen ist köstlich! Lomo zum Umfallen. Und eine tarta de queso, wie ich sie liebe.
    Seitdem der Brotstress geklärt ist, ist die Senora extrem freundlich. Der Stress erklärt sich übrigens, als eine 15-köpfige Truppe wohlgenährter Spanier in die kleine Bar stürmt und – wahrscheinlich wie jeden Sonntag – gesättigt werden muss. Da zählt jede Scheibe Brot.

    Einen kurzen Buenas-Noches-Gruß in den Wohnraum, dann sinke ich glücklich in die Federn.
    Geändert von FatmaG (16.02.2019 um 11:45 Uhr) Grund: Geotag auf Karte hinzugefügt

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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 1: Vom Atlantik bis Candanc

    #2
    Mo., 23.7. - 7. Tag: Von Hiriberri nach Ochagavia (21 km)

    Das nenne ich Frühstück! Der riesige Familientisch steht voll mit Nahrung. Früchte, Melonen, Käse, Fleisch, Joghurt, Corn Flakes, Törtchen, Toastadas, Säfte, Kaffee, Tee und und und.
    So richtig großen Appetit habe ich um die Uhrzeit noch nicht. Und schaffe sogar einen Abflug gegen 8:30 Uhr. Wie ich hoffe, ohne Anabelle in ihrem unermüdlichen Redefluss allzusehr zu unterbrechen. Thomas bleibt übrigens dort, er hat Fieber und möchte seine für dieses Jahr letzte Etappe lieber nicht laufen. Unsere großherzige Gastgeberin zeigt mir noch in der Ferne die Abbiegung, die ich auf keinen Fall verpassen darf. Dann startet mein Wandertag.

    Ob ich dann „hier oben“ am richtigen Bäumchen links oder rechts entlanglaufe, kann ich gar nicht wirklich sagen. Immerhin verlaufe ich mich nicht und steige immer höher.




    Ob wohl Anabelle am Küchenfenster steht?


    Der Himmel strahlt blau, noch ist die Luft frisch vom Morgen. Genießen ist angesagt!
    Der stetig ansteigende Weg führt am Hang entlang über Weideland, an mehreren Viehtränken vorbei, bis er in einer scharfen Kurve in den Wald hineinführt. Der zunehmend schmaler werdende Pfad ist völlig von der Vegetation, Farnen, Brennnesseln, Dornen und ähnlichem, überwuchert; es sieht nicht gerade nach viel Betrieb hier aus. Urplötzlich gibt der Weg einen großartigen Blick auf die höher werdenden Pyrenäen frei. Ich stehe nun über der Steilwand der Sierra de Abodi und lasse den Blick lange Zeit schweifen.




    Einen Fluch (oder zwei) kann ich mir nicht verkneifen...


    Weiter geht’s immer noch höher über Weideland und durch bewaldete Gebiete, an Kuhherden (mit männlichem Beschützer und Kindergarten), Pferden, Schafen vorbei bis hinauf aufs Hochplateau aus Kalkgestein, auf dem es lange Zeit weitergeht.




    Ah! Peu à peu nähere ich mich also doch!




    Bloss kühlen Kopf bewahren!


    Natürlich muss ich mehrere Kuck- und Genießpausen einlegen. Und neugierig in eine kleine Betonhütte hereinspingsen. Da könnte man fast schlafen – wer ganz ohne Komfort auskommt.





    Die Sonne brennt mittlerweile unerbittlich auf die Sierra herab. Ein wenig Schatten gibt es erst wieder am Fusse der Sierra. Erst an dem Santuario de Muskilda angekommen, gibt es wirklich frisch Kühle: ein Wasserhahn, dessen kaltes Wasser unglaublich köstlich ist! Von der hinteren Terrasse aus sieht man den Pic Anie, die 3 Reyes, den Ansabère.




    Rückblick auf den heutigen Weg.


    Nach Ochagavia führen unzählige Treppen, die meine Beine am Ende des Nachmittags als sehr unangenehm erleben. Und dann verliere ich auch noch die Wegmarkierung im Dorf. Naja, eigentlich egal. Ich halte Ausschau nach einer Bäckerei und einer Bar. Beides finde ich. Logo. Und genehmige mir ein kühles Bier mit Oliven als Aperitif, bevor ich mit einem Brot in der Tasche Richtung Camping weiterziehe. Das Refugio ist übrigens auf dem Campingplatz, und so kann ich sogar das Bett gegen einen Zeltplatz umtauschen. Super!




    Ochagavia!



    Hier herrscht übrigens ein ungewöhnlich reges Treiben von GR11-lern. Cristiano aus Andalusien (der von dem Nebelplateau) sitzt an einem Holztisch; ein Spanier meines Alters geht zum Einkaufen in den Ort mit einer noch sehr jungen Frau. Er ist David aus Barcelona und Richtung Atlantik unterwegs, sie, Hanna aus Deutschland, geht zum Mittelmeer. Immer mehr Wanderer aus allen und in alle Richtungen tauchen auf; einige werde ich in den nächsten Tagen wiedersehen.
    Das heutige Abendessen ist das mit Abstand schlechteste von der bisherigen Tour. Zu Glück ist der Abend mit Hanna, David und Cristiano (er berichtet von seinem Kilometer-Lebenslauf) kurzweilig.



    Di., 24.7. - 8. Tag: Von Ochagavia nach Isaba (21 km)

    Nach einer sehr unruhigen Nacht werde ich frühmorgens schlechtgelaunt in meinem Zelt wach – geweckt von den Stimmen neben mir. Ich liebe ja die Spanier, aber - ***** - ein wenig mehr Diskretion um die Uhrzeit wäre toll!
    Schließlich schäle ich mich aus dem Zelt, mache mich ans Packen. Es zieht sich alles in die Länge. Um Hanna versammelt stehen mehrere Spanier und versuchen, ihr Alternativstrecken herauszusuchen bzw. zu erklären. Sie möchte womöglich nach Frankreich überwechseln, da sie Französisch, jedoch kein Spanisch spricht.

    Meine erste Etappe des Tages ist eine Dorfcafé fürs Frühstück. Dann, schon unterwegs Richtung Dorfausgang, fällt mir zum Glück noch ein, dass Wasser ja keine dumme Idee wäre. Ich kehre auf der Stelle um und drehe eine Extrarunde durchs Dorf auf der Suche nach Wasser.

    Dann geht es wie eigentlich jeden Morgen erst einmal ordentlich bergauf (naja, ordentlich, ich bin ja noch nicht mal in den Zentralpyrenäen angelangt und jammere schon). Die Strecke heute führt etwas langweilig fast gesamt über Forstwege. Zwei spanische Pärchen vom Campingplatz nehmen ein zweites Frühstück am Wegesrand zu sich. Ich picknicke etwas später in Begleitung eines jungen deutschen Paares, das schon seit zwei Monaten unterwegs ist, den Camino Portugues, rückwärts den Camino del Norte und nun den GR11 läuft.




    Fantastisch!


    Gut, dass der Forstwegtag mit einem gigantischen Blick auf einen Teil der Pyrenäenkette endet, bevor es nach Isaba herabgeht. Mein bewunderndes Dahinschmachten wird unsanft von einem Insektenbiss beendet; entrüstet eile ich weiter. Zunächst in angenehmen Schleifen durch einen lichten Buchenwald, die dann jedoch von dicht bewachsener Vegetation und unangenehmem Gefälle abgelöst werden.




    Ganz schön steil!


    Ganz unten stehe ich plötzlich abermals an einer Kapelle, der Emita de Nuestra Senora de Idoia. Ein wunderschöner Garten liegt hinter dem Toreingang und lädt mich dazu ein, nochmal ein paar Minuten die Stille zu genießen, bevor ich in Isaba eintreffe. In dem Bergdörfchen stehen die beiden Katalanen und umarmen freudig einen Dritten, der sich wohl zu ihnen gesellt. Die Albergue ist angenehm. Und – purer Luxus – ich bekomme ein Zimmer mit 10 Betten nur für mich!

    Nach einem Streifzug durchs Dorf, dem Shopping-Ritual esse ich einfach eine Kleinigkeit in meinem Zimmer; irgendwie bin ich zu faul, um in den Aufenthaltsraum hinunterzugehen. Außerdem bin ich hundemüde und liege also schon um 9 Uhr im Bett. Wunderbar!




    Isaba/Izaba



    Mi., 25.7. - 9. Tag: Von Isaba zum Camping Zuriza (11 km)

    Als ich am Morgen ohne Wecker um 7:30 Uhr wachwerde, habe ich mich sozusagen schon für die „softere“ Variante entschieden, d.h. nicht über den Gipfel des Eskaurre zu gehen. Dh ich habe Zeit für ein ausgedehntes Frühstück im Dorf. Bei dem obligatorischen café con leche beobachte ich eine süddeutsche Radreisegruppe, die sich zum Tagesausflug fertig macht.
    Beim Verlassen des Dorfes komme ich wieder an einem Mini-Kapellchen vorbei – sehr pittoresk!Dann führt ein Schotterweg weiter und an der Gipfel-Variante vorbei; leicht fällt mir die Entscheidung nicht – sie soll bei gutem Wetter wirklich toll sein-, dennoch bleibe ich bei meiner morgendlichen Entscheidung und dem Weg durchs Tal.
    Bei einem Schlenker verlasse ich kurz den GR11 und lande unverhofft an einem kleinen idyllischen Wasserfall – seltsam, dass dieser schöne Ort nicht mit einbezogen wurde. Zudem der Fernwanderweg weiterhin dem Bachbett folgt...



    Unerwarteter Schlenker


    Auf einer breiten Wiese im Talkessel muss ich über den Bach rüber und an etlichen Pfadfindercamps vorbei, und sogar durch das erste durch. Die jungen Menschen, wohl noch nicht so lange auf, stehen singend im Kreis auf dem „Platz“ und führen ein morgendliches Ritual aus. So sieht es zumindest aus...
    Beim 3. Camp, das ich von der rechten Bachseite aus sehe wundere ich mich plötzlich über die Vielzahl an Wegesmarkierungen des GR11, bis mir dann auffällt:
    „Finden Sie den Fehler“; a) es gibt viel zu viele Markierungen; b) bei manchen ist rot oben, weiß unten; und c) der „reguläre Pfad“ ist mit Ästen und Zweigen regelrecht abgesperrt...
    HA! Die Jungs von Camp 3 wollen wohl ungestört bleiben und haben eine Umleitung improvisiert!




    Moment, irgendwas stimmt hier nicht...


    Kurz danach geht es über Viehweiden weiter.
    Und ab da gleicht der Weg dann auch eher der Flucht : Bremsenattacken und zwar gewaltige; es soll ja auch im Tal nicht langweilig werden! Verdammte Biester! Das wäre über den Gipfel des Eskaurre wohl nicht passiert! Welch eine Erleichterung, als der Weg dann endlich wieder in den Wald hineinführt und ansteigt!




    Trügerische Idylle: biestige Bremsenattacken!


    Als es etwas später wieder zum Wald herausgeht, stehe ich an der Grenze zu Aragon. Und der Weg bis zum Tagesziel ist nur noch kurz. Ich werde Zeuge eines Schaftransportes und kann meinen Blick nicht abwenden, bis mir klar wird, dass die Tiere gerade aus dem LKW herausgetrieben und zur Weide gebracht werden und nicht umgekehrt zum Schlachthof.
    Das Thema Fleischkonsum, Tierhaltung und industrielle Tötung begleitet mich bis zum Camping. Ich bin, wie wohl die meisten meiner Generation, in einer Fleischesser-Familie großgeworden, und habe mittlerweile jedoch meinen Fleischkonsum extrem reduziert. Kurz, das Thema kann – denke ich – niemanden kalt lassen.




    Blick auf die Sierra de Alano...


    Auf der Terrasse der Bar brechen gerade die beiden Paare auf, denen ich nun schon einige Male begegnet bin. Sie bestellen mir noch eine Nachricht für Silvia, der alleinwandernden Frau, der ich später begegnen werde. Nach einem kurzen Austausch mit ihr lasse ich den Nachmittag gemütlich anklingen.
    Als ich am Abend wieder vor der Bar sitze, gesellt sich Silvia hinzu. Wir erzählen. Gegen 20 Uhr werde ich etwas ungeduldig, der Hunger stellt sich ein. Just da taucht plötzlich Hanna am Eingang des Campings auf! Sie lässt sofort den Rucksack fallen und sich auf den Stuhl. Zelt und Dusche können warten, entscheidet sie.
    Und so verbringen wir zu dritt einen sehr geselligen Abend mit Essen und Erzählen.



    Do., 26.7. - 10. Tag: Vom Camping Zuriza bis zur „Borda Bisaltico“ (ca 22,3 km)

    Die Zeit zwischen wachwerden und losgehen zieht sich mal wieder in die Länge – obwohl ich diesmal tatsächlich fast ausgeschlafen wachwerde. Gegen 8:30 Uhr verlasse ich den Campingplatz. Der Morgen ist noch frisch, die Luft sehr klar.
    Das erste Wegstück über den flachen Feldweg liegt schnell hinter mir und bald schon komme ich an dem kleinen Parkplatz an, von dem aus der GR sich wieder in die Berge schwingt.
    Einige Wohnmobile und Autos stehen schon oder noch dort; und auch hier werden Schafe hin und her geschoben. Ein kleiner Teil der Herde wird getrennt zusammengepfercht, alle anderen dürfen raus und zurück zur Herde.




    … die mich lange Zeit begleiten wird.


    Ich folge dem GR in die Berge; an den Ruinen eines kleinen „Refugios“ vorbei. Das „refugio“ gleicht einer Mini-Schutzhütte, eine Wandergruppe hat dort ihr Gepäck abgelegt – ich werde sie später auf einem der Kämme vor mir sehen.

    Aragon! Hier beginnen nun endlich die Gebirgswelten; das erste Murmeltier steht auf seinen Hinterpfoten und blinzelt umher, bevor es über die Wiese hoppelt. Die beeindruckende Sierra de Alano begleitet mich stetig während vieler Stunden. Auf einem Grat über mir sehe ich zwei Wanderer, wo die wohl herkommen?




    Collado de Piedraficha


    Am Collado de Piedraficha sehe ich dann besagte Gruppe, bzw eine Gruppe steigt höher hinauf, eine andere kommt mir entgegen. Das heißt auch, dass ich diese fantastische Aussicht am Kamm für mich ganz alleine habe. Nach einer ausgiebigen Rast mit Blick auf den Pic du Midi d'Ossau (souvenirs, souvenirs an den GR10...) gehe ich schließlich weiter, man kann ja schlecht den ganzen Tag hier verweilen, oder?! Beim Abstieg tut sich ein weiterer grandioser Ausblick auf, nämlich auf die „Aiguilles d'Ansabère“. Fotosession angesagt!




    La France in Reichweite...



    Ab hier jagt sozusagen eine spektakuläre Sicht die andere, während der Weg sich ganz gemütlich Richtung Tal schlängelt.




    Gemütlich geht es bergab...




    … ins Valle de Hecho


    Vor mir tauchen die canyonartigen Felsen des Valle de Hecho rund um La Mina auf und so gehe ich erfüllt meinem auserkorenen Etappenziel entgegen: Dem Rother-Wanderführer folgend möchte ich im Camping Selva de Oza halt machen. Bis dahin habe ich ein paar Kletterer beobachten, meine Wasserflaschen mit herrlich kalten Quellwasser auffüllen und ein paar besonders biestige Bremsen totschlagen können. Nach einer kurzen Rast auf der Terrasse des Campings entscheide ich, dass ich lieber noch etwas weitergehen möchte. Jedoch kehre ich nicht – wie der Rother es empfiehlt – wieder zurück auf den GR11 sondern folge einer Variante, dem GR11.1.
    Der GR11 und seine Varianten sind übrigens – bis hierher – sehr gut ausgeschildert!




    Bei Bedarf ein schöner Biwakplatz


    Die Variante 11.1. schlängelt sich nun auf nicht weniger schönen Wegen, die nicht weniger auf und ab gehen weiter Richtung Ebene. Es geht über Bäche, entlang einer Via Romana, an einer Burgruine vorbei, bis zu der Abzweigung, an der ich mich entweder für das „Hotel Uzon“ oder den Campingplatz „Borda Bisaltico“ entscheiden muss, was mir zu dieser nun doch etwas fortgeschritteneren Stunde recht schwer fällt.
    Schließlich entscheide ich mich für die Borda, was ich auf dem Weg dorthin aber dann mindestens fünfmal bereue, so sehr zieht sich der Weg dorthin in die Länge. Ein Kilometer? Pfff, ganz sicher nur per Luftlinie!
    Der sehr nette Empfang macht alles wieder wett, der Empfang und das kühle Bier!
    Nun bin ich recht spät dran, Zeltaufbau, Dusche, Abendbrot, nächste Etappe vorbereiten – das alles folgt Schlag auf Schlag. Und so geht es heute mal so richtig spät ins Bett, nämlich erst nach Mitternacht.
    Im Schlafsack grübele ich immer noch übers Abendbrot, und darüber, dass ich dann doch mehr als unsozial war. Die etwas unwirsche Aushilfskraft hatte mich mit einem anderen Alleinreisenden an einen Tisch gesetzt. Allerdings war mich wirklich nicht danach, Höflichkeiten mit dem in die Jahre gekommen Spätrocker auszutauschen, der mit seinem knatternden Motorrad durch die Berge fuhr...



    Fr., 27.7. - 11. Tag: Von der „Borda Bisaltico“ zum Refugio de Lizara (ca 12 km)

    Auch heute Morgen werde ich „zäh“ wach; in der Nacht ständiges Hundegebell in der Ferne und am recht frühen Morgen ist ein Bagger keine 5 Meter von meinem Zelt auf der Terrasse unter mir tätig. Mein Kopf droht zu platzen!
    Also, ohne Kaffee und Frühstück ist da nichts zu machen. Ich schreibe den Rekordspätstart meiner diesjährigen Wanderung und gehe erst um kurz vor 10 Uhr los!
    Zum Glück muss ich nicht umkehren, um auf den GR11.1. zu stoßen, denn es gibt einen direkten Pfad, der hinter dem Café-Restaurant des Campings zurück auf den Weg führt.
    Bis zum Refugio Gabardito schlängelt sich der Weg durch den Wald und kreuzt immer wieder die Strasse, die auch dorthin führt. Ich bin schneller dort als erwartet. Die beiden freundlichen Hüttenwirtinen sind dabei, das von allen Wanderern verlassene Haus auf Vordermann zu bringen. Dennoch darf ich was bestellen. Und so genehmige ich mich einen Café con leche auf der Terrasse und ein Kitkat. Das brauche ich jetzt.
    Aber da wird es besser. Und auf alle Fälle schöner! Stetig geht es höher hinauf; der Weg ist abwechslungsreich, Waldweg, Bergpfad, zum Teil grob in den Felsen gehauen, ein wenig überschaubare Kraxelei und dann ein wunderbares Hochplateau (mit dem malerischen Namen 'el plan de Dios te salve') voller Kühe, Pferde, Blumen und kleiner Bäche, bzw. Rinnsale.
    An zwei kleinen Schutzhütten komme ich vorbei, die erste liegt direkt am Weg. Ich stecke kurz meinen Kopf hinein – die Neugier siegt – und besichtige dann den Ort: Spanische Pfadfinder haben wohl hier für Ordnung und Sauberkeit gesorgt, damit die Wanderer einkehren können. Tolle Initiative.







    Kuhkucken


    Wie eigentlich immer, wenn ich auf eine Kuhherde treffe, ist mir erst einmal etwas mulmig zumute. Ich liebe Kühe, jedoch ihre Körpergröße und Kraft imponieren mir immer wieder. Auch halte ich Ausschau nach dem Stier, bzw. den Stieren – diese Herden sind so riesig, dass es meist mehrere Bullen gibt. Zum Glück sind sie alle sehr beschäftigt, die einen mit Grasen, die andern mit dem Beschnuppern der 'Ladies'; Kuh-Schäferstündchen...




    Collado de lo Foraton


    Während des gesamtes Tages kommt mir nur ein einsamerer Wanderer entgegen. Der GR11 (sowie die Varianten) sind wesentlich weniger überlaufen, als ich das erwartet hatte. Allerdings bin ich auch noch nicht in den Zentralpyrenäen mit den berühmten Nationalparks angelangt!
    Am Collado de lo Foraton eröffnet sich mir ein weiterer atemberaubender Blick auf das Gebirge. Leider pfeift der Wind so stark, dass ich meine Picknickpause ein paar hundert Meter tiefer einlege. Auf einem Felsbrocken genieße ich Picknick mit Aussicht. Einige Lämmergeier schweben im Gleitflug völlig geräuschlos an mir vorbei.
    Am Kamm über mir tauchen drei Köpfe auf. Die drei kürzen kurzerhand die Serpentinen ab und steigen querfeldein ab – die Erosion läßt grüßen!




    Der parque national valles occidentales





    Nun erreiche ich recht bald das Refugio de Lizara. Das übliche folgt: Ich bekomme ein Bett, dusche und kümmere mich um meine Ausrüstung. Dann lasse ich den Nachmittag vor dem Refugio in der Sonne ausklingen. Nehme mir Zeit zum Postkartenschreiben. Und genieße den Blick auf den Pico de Olibon, die Ruabe de Bernera und lasse die Seele baumeln. Ich schalte ab und nehme die Gespräche um mich herum kaum wahr...
    Kurz vor der Abendbrotzeit kommt jedoch Silvia aus dem Refugio – vorbei mit der Einsamkeit! Wir trinken was zusammen und tauschen über unsere Wege aus; sie ist während der letzten beide Tage dem offiziellen GR gefolgt und hat bei den Aguas Tuertas wild gecampt.




    So alt werden...


    Beim Abendessen teile ich den Tisch mit einer jungen spanischen Familie, zwei Franzosen, die die „Senda de Camille“ gehen und zwei deutschen Wanderern (in Gegenrichtung).
    Von ihnen erfahre ich später, dass „sie“ alleine seit dem Mittelmeer unterwegs ist und ihren jetzigen Begleiter erst heute morgen getroffen hat. Sie hat einiges zu berichten, ich höre gerne zu. Von ihm bekomme ich einen tollen Hoteltipp in Candanchu, dem Endpunkt meiner diesjährigen Wanderung.
    Bevor ich zu Bett gehe, lasse ich den Abend noch mit Silvia an der Theke gemütlich ausklingen.



    Sa., 28.7. - 12. Tag: Vom Refugio de Lizara nach Candanchu (23,5 km)

    Wie bisher so oft habe ich eine unruhige und wenig entspannende Nacht hinter mir. Dennoch freue ich mich riesig auf diesen Tag. Es ist erstens mein letzter Wandertag für diesen Sommer und zweitens geht’s zum Abschluss hoch hinaus!
    Silvia strolcht noch im Refugio herum, obwohl sie eigentlich schon längst fertig ist. Sie scheint nicht alleine losgehen zu wollen...
    Schließlich und endlich starten wir gemeinsam mit drei etwas älteren Spaniern, deren Stimmen hinter mir durchs Tal hallen. Ich spüre wieder meine unsoziale Ader in mir, spurte mich, damit ich all diesen Stimmen und dem Geplapper entgehe. So stehe ich schließlich als erste am Collado del Bozo und genieße...
    Nach und nach kommen alle an und die drei Spanier erzählen, dass sie auf der Suche nach Edelweiß sind! Und – tatsächlich – kurz nachdem wir alle weitergegangen sind, entdecken sie einen kleinen Büschel! Magisch!!! Die letzten Edelweiß, die ich gesehen habe, waren in eine kitschige Alpenpostkarte in Plastik eingeschweißt – das ganze muss 40 Jahre her sein...




    Edelweiß






    Unterdessen lasse ich mich ein wenig zurückfallen (immer noch wenig sozial eingestellt) und beobachte, wie Silvia an einem Drahtseil bei der Ribereta do Bozo höher steigt. Aha. Ich kann also hier das in den letzten Monaten in der Kletterhalle geübte gleich mal in die Praxis umsetzen. Gelingt tadellos. Allerdings ist diese Stelle nun auch wirklich nicht besonders kompliziert...




    Erster Altschnee


    Allmählich nähern wir uns dem zweiten Kamm, der Puerto de Aísa – mit ihren 2.262m der höchste Punkt bisher. Und so sind auch links und rechts immer wieder kleine Schneereste zu finden, die aber allesamt gut umgangen werden können. Allerdings – und das ist wesentlich ungemütlicher – zieht dichter Nebel von der anderen Seite des Kamms auf und versperrt jede Sicht.
    Wir verweilen also nicht am Kamm, sondern ziehen recht zügig weiter. Ganz einfach ist der Abstieg nicht und ganz besonders nicht unter diesen Umständen...




    Ungemütlicher Abstieg


    So stehen wir plötzlich vor einem im Nebel enorm wirkenden Schneefeld und können die Markierung des GR11 auf der anderen Seite gar nicht sehen. Suchend bleiben wir beide etwas ratlos am Rande des Schnees stehen, bis endlich irgendwann sich die Sonne für kurze Zeit einen Weg durch die Wolkendecke bahnt. Da, eine Markierung! Vorsichtig betrete ich die Schneedecke und gehe langsam im wieder aufziehenden Nebel Richtung Markierung. Geschafft! Na also, geht doch!
    Als ich mich herumdrehe, sehe ich meine Begleiterin auf allen vieren über den Schnee kriechen. Sie – so sagt sie mir später – hat Riesenangst davor, ein Schneefeld zu queren. Aber auch sie kommt heil rüber.




    Wohin?



    Etwas später müssen wir feststellen, dass es nicht der letzte Schnee war auf unserem Weg. Bei dem noch ausgedehnteren nächsten Restschneefeld warten wir wieder geduldig darauf, dass die Sonne uns den Wegweiser weist. Ab dann wird alles endlich einfacher: Kleinere Restschneeflächen, weniger penetranter Nebel, wir begegnen sogar einer Herde von Gämsen, die vor uns über die Steine springen.




    Kurzer Blick zurück




    Freie Sicht …





    ...kurz vorm Paso de Tuca Blanca




    und ins Tal hinab.


    Jetzt ist mal Pause angesagt mit Blick auf die ersten Skilifte und kurz vorm Paso de Tuca Blanca. In der Ferne sehen wir dann doch noch ein paar der legendären Pyrenäengipfel. Und auch der Blick auf den Col du Somport tut sich auf: Dort überquert der Camino Aragones die Pyrenäen, er verläuft in der Gave d'Aspe von Oloron-Sainte-Marie über Jaca Richtung Puente de la Reina...
    Ab hier geht es langweilig den Skipisten entlang Richtung Candanchu.
    Eine erleichterte Silvia läßt ihrem Redefluss freien Lauf und wie ein plätschernder Wasserfall begleitet mich ihre Stimme. Ich bleibe eher einsilbig, so gleichen wir uns aus. Ehrlich gesagt ist mein Spanisch zwar ganz gut, hält dem Mitteilungsbedürfnis meiner Begleiterin aber nicht stand...




    Durchs Skigebiet


    Irgendwann Candanchu! Wir trinken noch ein Glas zusammen, bevor Silvia zum Refugio und ich zum Hotel Edelweiß gehen, wo ich diesen Tag, diese Wanderung genüsslich ausklingen lasse mit Vollbad, Liegestuhl in der Sonne plus Rosé, Abendbrot im Restaurant und einem wunderbar gemütlichen Bett.
    Ein entspannter - und schweigsamer - Abschluss...




    Abhängen und entspannen...
    Geändert von FatmaG (23.02.2019 um 15:11 Uhr)

  3. Fuchs

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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 1: Vom Atlantik bis Candanc

    #3
    Sehr schön, Fatma! Der nächste Abschnitt ist noch hübscher - wir sind von Canfranc eingestiegen.

  4. Dauerbesucher
    Avatar von danobaja
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 1: Vom Atlantik bis Candanc

    #4
    hey fatmag!

    vielen dank für den bericht! ich freu mich schon auf den rest der tour irgendwann. bisher ist das alles seehhr vielversprechend!
    danobaja
    __________________
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  5. Fuchs

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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 1: Vom Atlantik bis Candanc

    #5
    Grad der letzte Teil vor Candanchu liest sich sehr spannend.

    Ja, die Pyrenäen- ich mag die auch .... :-)
    www.mitrucksack.de
    Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

  6. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 1: Vom Atlantik bis Candanc

    #6
    Hallo Fatma!
    Oh, wie schön, wieder etwas aus den Pyrenäen zu lesen und zu sehen!
    Ich freue mich, hier auch etwas die spanische Seite und den GR11 kennen lernen zu können!
    Und ein paar bekannte Steine zu sehen :-)

    Wann geht es weiter? Diesen Sommer?
    Vielleicht treffen wir uns ...

    Viele Grüße,
    Sylvia
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  7. Gerne im Forum
    Avatar von FatmaG
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 1: Vom Atlantik bis Candanc

    #7
    Zitat Zitat von Katun Beitrag anzeigen
    Der nächste Abschnitt ist noch hübscher - wir sind von Canfranc eingestiegen.
    Juchuuu, darauf freue ich mich jetzt schon! Die Zentralpyrenäen!!!
    Obwohl ich es ja so entschieden habe, fiel es mir doch auch schwer, gerade dann 'auszusteigen', wenn es erst richtig losgehen sollte...


    Zitat Zitat von danobaja Beitrag anzeigen
    vielen dank für den bericht! ich freu mich schon auf den rest der tour irgendwann. bisher ist das alles seehhr vielversprechend!
    Daaaankeschön! Es macht mir Spaß, mich im Winter wieder in den Sommer hineinzuversetzen. Und beim Schreiben eine Spur nostalgisch zu werden.


    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    Grad der letzte Teil vor Candanchu liest sich sehr spannend.
    Yep! Das war auch definitiv der spannendste Teil und Höhepunkt der Tour.
    Ich mag das Baskenland ja sehr, aber irgendwann ist's auch gut ;)

    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    Ja, die Pyrenäen- ich mag die auch .... :-)
    Oh ja, Folko!
    Und – das habe ich schon anlässlich meines GR10s geschrieben – Deine Webseite hat mich nicht nur einmal inspiriert bzw mir geholfen! Dafür an dieser Stelle nochmal besten Dank!


    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Oh, wie schön, wieder etwas aus den Pyrenäen zu lesen und zu sehen!
    Ich freue mich, hier auch etwas die spanische Seite und den GR11 kennen lernen zu können!
    Und ein paar bekannte Steine zu sehen :-)
    Tja, Sylvia, Dich hat ja das 'Pyrenäenfieber' nun definitiv auch erwischt ;)

    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Wann geht es weiter? Diesen Sommer?
    Vielleicht treffen wir uns ...
    Ich möchte unbedingt dieses Jahr wieder hin und weiterlaufen.
    Jedoch endet hier auch schon meine bisherige Planung.
    Beim Lesen und Betrachten eurer HRP-Berichte habe ich ja schon große Lust auf Herbst bekommen. Mal abwarten.

    Und ja. Wäre echt ein herrlicher Zufall, sich unterwegs zu treffen.


    Für die spanischen Pyrenäen gibt es übrigens eine sehr gute (spanische) Webseite, die auch alle Wegvarianten beschreibt:
    https://travesiapirenaica.com/gr11/gr11.php

  8. AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 1: Vom Atlantik bis Candanc

    #8
    Hallo Fatma,

    ein schöner Bericht! Ist Burguete der Ort bei Roncesvalles? Also, von da, wo du hergekommen bist, quasi davor? Dann bin ich auf einem Stück Jakobsweg dort auch schon mal durchgewandert - ein ganz netter Ort!

    Und so langsam freu ich mich auf Spanien, wo ich im Mai dann auf dem Camino Frances weitergehen will...

    LG,
    Babs

  9. Gerne im Forum
    Avatar von FatmaG
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 1: Vom Atlantik bis Candanc

    #9
    Zitat Zitat von Babsbara Beitrag anzeigen
    Ist Burguete der Ort bei Roncesvalles? Also, von da, wo du hergekommen bist, quasi davor?
    Hallo Babs!

    Genau der Ort ist es ;)
    Der GR11 läßt Roncesvalles sozusagen (3km entfernt) links liegen und kreuzt nur den Jakobsweg. Der "alte" GR ging, soweit ich es richtig gelesen habe, jedoch bis dorthin.

    Ja, Burguete ist ganz nett und vor allem sehr sehr ruhig. Von dem Trubel in Roncesvalles war hier nichts zu spüren.
    Ich habe übrigens 2009 dort in der Pilgerherberge (der alten) übernachtet - ein unvergessliches Erlebnis, in mehrfacher Hinsicht...

    Viel Spaß Dir im Mai auf dem Camino!

    FatmaG

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