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  1. Administrator
    Fuchs
    Avatar von sudobringbeer
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #21
    Mitreisende: Wafer
    Wunderschöne Bilder und wirklich eine mehr als anständige hm und km Leistung jeden Tag.

  2. Erfahren
    Avatar von Wandermaedel
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #22
    Schön geschriebener Bericht. Die Gegend gefällt mir. Allerdings würde sich die Übernachtung mit einem Hund sicher noch schwieriger gestalten und so lange Etappen mit so vielen Höhenmetern würde ich nicht laufen wollen.
    Danke fürs Mitnehmen auf die Tour. Bin gespannt auf die Fortsetzung.

  3. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #23
    Zitat Zitat von sudobringbeer Beitrag anzeigen
    Wunderschöne Bilder und wirklich eine mehr als anständige hm und km Leistung jeden Tag.
    Hallo Sudobringbeer.

    Danke! Leider sind das seit dem Pasubio eigentlich meist Handybilder. Die heutigen Handys haben aber auch überraschend gute Kameras. Dafür, dass die eigentlich gar kein vernünftiges Objektiv haben machen die qualitativ ganz anständige Bilder. Alles was Landschaftsaufnahme ist bzw. eher Weitwinkel, ist seit dem Pasubio Handy und Nahaufnahmen und Portraits sind mit einem 35er Festbrennweite mit der Halbformat-Kamera gemacht. Das Objektiv hatte ich vor der Tour zum Glück vergessen aus der Fototasche zu nehmen.

    Die Höhen- und Kilo-Meter-Leistung kam unter anderem daher, dass ich einen Termin zum Treffen mit meinem Mitwanderer in Bozen hatte und mir die Alpin-Variante im Lagorai gut gefallen hat. Daher hatte ich geschaut, ob ich diese Variante zeitlich da noch unterkriege. Und wie du bei den nächsten Tagen lesen wirst, hat es gereicht. Aber auf der anderen Seite merke ich natürlich auch, dass wir seit 2 Jahren einen Hunde haben. Da ist man viel unterwegs und die Kondition ist schon überraschend gut. Und wenn ich alleine bin laufe ich meistens recht schnell. Das habe ich mir mal angewöhnt, ich glaube damals auf den Wegen nach Santiago. Und ständig das Tempo zu wechseln und sich bewusst zu bremsen strengt teilweise mehr an als mit ausgehängtem Hirn einfach vor sich hin zu laufen. Da bin ich gleichmäßiger und dadurch ausdauernder unterwegs.

    Gruß Wafer

    Zitat Zitat von Wandermaedel Beitrag anzeigen
    Schön geschriebener Bericht. Die Gegend gefällt mir. Allerdings würde sich die Übernachtung mit einem Hund sicher noch schwieriger gestalten und so lange Etappen mit so vielen Höhenmetern würde ich nicht laufen wollen.
    Danke fürs Mitnehmen auf die Tour. Bin gespannt auf die Fortsetzung.
    Hallo Wandermaedel.

    Auch hier bedanke ich mich für die Blumen! Freut mich, wenn es gelesen wird! Dazu macht man sich ja die Mühe. Und wenn es dann noch gefällt: um so besser!

    Ich finde "die Gegend" kann man gerade dort gar nicht so über einen Kamm scheren. Ich fand es sehr abwechslungsreich und unterschiedlich. Aber genau das gefällt mir sehr gut! Der Aufstieg hinauf in die Monte Lessini mit dem Blick in die Po-Ebene war grandios. Die Cima-Carega-Gruppe und die Conretto-Gruppe sowie der Pasubio geben noch mehr her, als ich kennenlernen konnte. Hier gibt es noch Hütten und Wege, die auf eine Entdeckung warten. Im Lagorai herrscht dann Hütten- aber keine Wege-Knappheit. Weiter hinten kommt man dann in bekanntere Gefilde.

    Ja, und das mit dem Hund ist so ein Ding. Seit ich auch so einen habe schaue ich immer, was ich mit ihm machen könnte und bin meist recht enttäuscht. Die meisten Hütten nehmen keine Hunde und wenn müssen sie in einem Verschlag bleiben oder sowas. Wir haben einen Zwergpinscher. Der läuft viel und gut. Aber wie er reagiert, wenn er nachts nicht bei uns im Zimmer schläft haben wir noch nicht so häufig probiert. Der ist sehr quirlig und steckt seine Nase überall rein. Gechillt irgendwo hinliegen ist da eigentlich kaum angesagt. In Gaststätten haben wir eigentlich recht wenige Probleme mit ihm aber auf Hütten war es bisher teilweise recht mühsam. Wenn er bei uns mit ins Zimmer darf gibt es kein Problem aber schon draußen auf dem Gang ist schwierig bis nicht machbar.
    Aber die Anzahl der Nächtigungsmöglichkeiten sind gerade in den Monte Lessini und eigentlich bis in den Pasubio hinein recht gut. Erst weiter hinten wird es etwas eng. Meine Etappen sind da sicher nicht das Maß der Dinge. Das geht auch ruhiger – siehe auch oben. An vielen Hütten stand aber dran, dass Hunde verboten sind.
    Ich denke ein Zelt wäre hier mit Hund eine gute Lösung. Habe ich aber z.B. mit meinem auch noch nicht probiert. Und wie ich in einem Gespräch mit einem Hüttenwirt mitbekam, haben die mit zeltenden recht wenig Probleme, wenn die Plätze so verlassen werden, wie sie vorgefunden wurden.

    Gruß Wafer

  4. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #24
    7. Tag: Albergo Aurora – Rifugio Sette Selle
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    Freitag, 13. Juli 2018
    Strecke: 17 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.750 m, ↓ 1.200 m
    Gehzeit: 7 h 30

    Gesamtstrecke: 167 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 8.650 m, ↓ 7.050 m
    Gesamtgehzeit: 54 h 30

    Der Morgen begrüßt mich mit Sonne im Gesicht. Sie hat aber wohl eine Weile gebraucht um mich zu wecken. Kein Wunder: Nach dem opulenten Mahl gestern Abend!
    Ich schwinge mich aus dem Bett und mache mich fertig. Das Frühstück ist sehr gut. Ich nähere mich wohl der deutschen Frühstückskultur. Um 8 Uhr 45 komme ich heute weg. Zuerst geht es den gleichen Weg wie gestern hinauf zur Terme. Kurz davor verlasse ich aber den E5 schon wieder weil ich nicht die Straße laufen will sondern lieber auf dem Grat oben auf den Bergen. Ich nehme einen markierten Weg hinauf zum Grat.


    Durch den Wald geht es hinauf zum Cima Storta

    An dem Weg liegt auch die eigentliche Mineralwasser-Quelle, das unten an der Straße für die Terme verwendet wird. Leider wird hier aber gebaut. Es muss auch mal einen Lift – ich tippe auf eine Sesselbahn – von der Terme hinauf zum Gipfel gegeben haben. Die Stützen dazu liegen zumindest noch im Wald und rosten vor sich hin.


    Am Cima Storta sind die nächsten Gipfel gut zu sehen

    Zum Cima Storta (1.872 m) führen auch einige Lifte auf der Nordseite des Hanges hinauf. Die Anlagen haben aber auch schon bessere Tage gesehen. Zeit dazu hatten sie zumindest. Der Weg führt am Grat entlang zunächst im Wald weiter aufwärts. Am Monte Panarotta (2.002 m), auf den der Weg mich leitet, hat man eine grandiose Aussicht.


    Monte Panarotta Panorama

    Die Berge in der Mitte des Bildes sollen als nächstes bestiegen werden. Ein paar Meter weiter steht ein eisernes Kreuz, das an den Alpenkrieg erinnert vor großartiger Kulisse.


    Am Gipfelkreuz des Monte Panarotta

    Zunächst geht es aber nochmal abwärts. Hinunter zum Sattel ‚La Bassa‘ (1.852 m) zu dem der E5 auf der Straße geführt wird.
    Durch Latschenfelder geht es wieder aufwärts. Hier sind Wegbauaktionen in vollem Gange. Das sieht man den Wegen aber auch an, dass die hier gut gepflegt sind! Auf tollen Wiesenwegen geht es aufwärts in Richtung Monte Fravort.


    Aufstieg zum Monte Fravort

    Vom Panarotta-Gipfel bis zum Monte Fravort (2.347 m) brauche ich fast 2 Stunden. Der Weg führt mich meist am Grat entlang hinauf.


    Am Gipfel des Monte Fravort mit dem Grat zum Monte Gronlait

    Bis auf die Wegebauer am Sattel habe ich hier noch keine Menschenseele getroffen. Ich mache Pause und genieße die Aussicht.
    Über den Grat oben im Bild gehe ich weiter um auf den nächsten Gipfel zu steigen: den Monte Gronlait (2.383 m). Eine Stunde später stehe ich am nächsten Gipfel mit hitverdächtiger Aussicht.


    Trient vom Monte Gronlait

    Ich muss sagen, von den Lagorai-Dolomiten hatte ich schon mal irgendwann gehört. Aber gesehen hatte ich sie noch nicht. Wirklich schön! Aber in diesem Gebirgszug der Dolomiten, der hier vor mir liegt, gibt es nur noch 2 bewirtschaftete Hütten. Ansonsten nur Biwakschachteln. Andere Regionen der Dolomiten haben jede halbe Stunde eine riesige Hütte und hier steht kaum eine. Dafür ist die Gegend auch menschenleer.
    Auf einsamen Pfaden steige ich vom Monte Gronlait hinab.


    Die Dolomiti di Lagorai

    An Wegen oder Markierungen fehlt es hier in der Gegend auf jeden Fall nicht. Die sind alle Top. Recht schnell bin ich am Pass unten (2.152 m).


    Am Passo della Portela

    Die letzten beiden Gipfel kann man auch auf einer Variante umgehen. Dieser Umgehungsweg stößt hier wieder zum E5. Aber bei diesem Wetter war das für mich keine Option!
    Am liebsten würde ich an jeder Ecke Pause machen und gucken. Aber ich habe heute noch ein paar Meter vor mir. So wandere ich weiter auf Wegen, die sich meist in der Gegend der Bergkämme halten. Einfach toll hier!


    Genusswandern vom Passo della Portela zur Forcela del Lago

    Und damit meine ich nicht nur die Aussicht. Sondern auch die Flora dieser Berge.


    Die Blumenwelt in den Lagorai-Dolomiten

    Etwas Auf und Ab führt mich der E5 durch diese großartige Bergwelt.


    Grat zur Forcela del Lago

    Gegen 14 Uhr 30 komme ich an die Forcela del Lago (2.213 m). Hier muss ich mich entscheiden, wo ich heute übernachten will und wie ich da hinkomme. Der Führer will mich eigentlich von hier aus ins Tal hinab nach Palù del Fersina/Palai im Fersental leiten. Dort soll eine Straßenetappe folgen. Das spricht mich jetzt nicht wirklich an. Es gibt aber eine E5-Alpin-Variante, die in den Bergen bleibt. Sie führt von hier durch die Berge zu den Hütten Sette Selle und Tonini und dann erst hinunter ins Tal.
    Das Wetter soll gut bleiben. So entscheide ich mich für die Alpin-Variante. Und die stellt mir von hier aus auch schon 2 mögliche Wege zur Verfügung: In 3½ Stunden über die Berge oder in 2½ Stunden über den Lago Erdemolo. Da ich heute schon den Grat über den Panarotta genommen habe und ich gerne auch im See baden würde ist die Entscheidung schnell getroffen. So steige ich zunächst dem E5 folgend hinunter zum Lago Erdemolo (2.036 m).


    Der Lago Erdemolo mit gleichnamiger Hütte

    Grandiose Gegend hier! Der See liegt mir zu Füßen in dieser tollen Bergwelt. Viele Hänge hier oben sind durch eine rote Farbe betupft, die sich bei Annäherung als Alpenrosen herausstellt.


    Alpenrosen oberhalb des Lago Erdemolo

    Viel zu schnell bin ich am See. Hier treiben sich ein paar Tagestouristen herum. Somit fällt ein Bad leider flach – denn Badehose habe ich keine dabei. Und die meisten lagern direkt am See. Denn die Rifugio Lago Erdemolo ist seit ein paar Jahren geschlossen.
    Ich ziehe weiter, wandere aber nicht ins Tal hinab nach Palai sondern bleibe auf der Höhe und wandere nach Norden auf dem Weg 324.


    Übergang vom Lago Erdemolo zur Rifugio Sette Selle

    Der Weg ist gut gepflegt und führt mich unterhalb der Felswände entlang. Gefällt mir! Es geht nochmal unter die Baumgrenze in den Knappenwald. Von dort geht es an einem kleinen Bach entlang aufwärts in ein kleines Tal, an dessen Ende die wirklich großartige Rifugio Sette Selle (1.978 m) liegt.


    Die Rifugio Sette Selle - Ein Traum von einer Hütte

    Als ich auf der Hütte ankomme bricht die Hüttenwirtin gerade auf. Sie bringt Müll ins Tal und wird morgen mit frischem Brot wieder heraufkommen.
    Der Wirt bleibt oben um Gäste zu versorgen. Trotz dieser grandiosen Lage und dem richtig guten Wetter bin ich bisher der einzige Gast. Wir stellen uns Liegestühle auf und genießen den Nachmittag in der Sonne. Stünde die Hütte im Allgäu wäre sie gnadenlos überlaufen. Dass das hier manchmal auch der Fall zu sein scheint zeigen die vielen Tische, die draußen vor der Hütte stehen. Aber heute bin ich hier mit dem Wirt den ganzen Abend alleine. Mir soll es recht sein!
    Ich stromere noch ein wenig um die Hütte. Die haben sogar einen Winterraum und ein separates WC-Häuschen.


    Sanitäre Anlagen des Winterraums

    Das Wasser zum Spülen muss man wohl selber liefern .
    Der Wirt fragt mich was ich denn zur Halbpension gerne essen würde. Ich wähle Gulasch mit Knödeln und genieße die letzten Sonnenstrahlen bis das Essen soweit ist.


    An der Rifugio Sette Selle

    Als die Sonne hinter den Bergen verschwindet gehe ich zum Essen rein. Als ich in meinem Zimmer das Bett richte sehe ich, dass doch noch ein Gast kommt.


    Der letzte Gast ist heute etwas schüchtern

    Der Wirt hat ein paar Reste vor die Hütte geworfen, die sich eine Fuchsfamilie holt. Mutter und Vater sind klar zu unterscheiden. Und als sich die beiden kleinen mal kurz blicken lassen, führt sie die Mutter aber ganz schnell wieder weg. Schade eigentlich!
    So geht der Abend am Fenster hängend zu ende. Das war wieder ein toller Tag! Eine großartige Bergetappe in den südlichen Dolomiten.
    Was mir aufgefallen ist: Es gibt zunehmend deutsche Begriffe in der Karte und auf Schildern. Das hatte ich hier noch nicht erwartet sondern erst in Südtirol. Aber es gibt wohl hier Regionen, in denen sich Reste der deutschen Sprache gehalten haben.
    Geändert von Wafer (11.10.2018 um 22:06 Uhr)

  5. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #25
    8. Tag: Rifugio Sette Selle – Albergo Lago Santo
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    Samstag, 14. Juli 2018
    Strecke: 25 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.000 m, ↓ 2.300 m
    Gehzeit: 8 h 15

    Gesamtstrecke: 192 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 9.650 m, ↓ 9.350 m
    Gesamtgehzeit: 62 h 45

    In der Nacht wache ich mal auf. Der Himmel ist wolkenlos und die Sterne stehen am Himmel. Ich schleiche mich raus. Aber außer dem Wirt kann ich ja eigentlich niemanden wecken. Und der fotografiert auch sehr gerne – wie man an den Bildern in der ganzen Hütte sieht.


    Nachthimmel an der Rifugio Sette Selle

    Der Morgen bringt mir ein gutes Frühstück auf den Tisch. Gegen 8 Uhr 30 mache ich mich auf den Weg. Selten habe ich mich auf einer Hütte auf dieser Tour so wohl gefühlt wie hier! Der Abschied fällt schwer.


    Start an der Rifugio Sette Selle

    Direkt an der Hütte geht die E5-Alpin-Variante vorbei. Ich folge dem Weg durch den lichten Lärchenwald. Der Himmel verspricht wieder einen schönen Tag. Über Wiesen geht es immer weiter hinauf.


    Aufstieg zum Schrimbler

    Je näher ich dem Schrimbler (2.204 m) komme desto lauter wird das geblöke von Schafe. Oben am Kamm verläuft ein Elektrozaun. Ein paar Pfosten sind niedergetrampelt und ein paar Schafe sind auf der anderen Zaunseite. Aber eines hat sich mit dem Kopf im Zaun verfangen und bekommt alle paar Sekunden einen Schlag. Das Tier ist schon ganz heißer. Es braucht eine Weile bis es begreift, dass ich es befreien will. Dabei kriege ich auch ein paar Ladungen ab. Aber irgendwann ist der Kopf befreit und das Schaf springt auf – aber nicht davon. Bei seiner Familie bleibt es stehen und glotzt mich an.


    Schafe am Schrimbler

    Irgendwann ziehen sie von dannen. Und ich mache mich wieder auf den Weg. Der ist hier immer am Kamm entlang geführt und bringt mich von einem Gipfel zum nächsten Sattel und wieder auf den nächsten Gipfel hinauf. Bei toller Sicht ist das ein Genuss!


    Abstieg vom Schrimbler

    Aber auch hier bin ich heute nicht alleine. Die Vielzahl der Tiere, die sich hier oben rumtreibt ist schon beachtlich. Menschen kann ich nirgends sehen. Nur einen Offenstall am nächsten Sattel.


    Tierisch Verkehr auf dem Weg zum Ausertoljoch

    Und überall steht Nachwuchs mit rum. Richtig nett hier! Ein Esel läuft auf dem Weg vor mir her als wolle er mir den Weg zeigen.
    Am Ausertoljoch (2.073 m) hat man wieder einen sehr einladenden Blick in die Lagorai-Dolomiten.


    Am Ausertoljoch

    Einfach schön hier! Nach einer kleinen Pause starte ich wieder und muss wieder aufsteigen. Aber auch hier ist wieder tierisch Betrieb auf dem Weg. Zuerst kommt ein Hund und dann jede Menge Schafe.


    Schafe am Cima Palu

    Mittendrin der Schäfer. Ich sage ihm Bescheid, dass oben am Schirmbler der Zaun liegt und ein paar Schafe stiften gegangen sind. Er wolle sich drum kümmern.
    Die Schafe weichen vor mir aus und gehen über die Wiesen an mir vorbei. So habe ich den Weg für mich. Und hinter mir streben sie wieder dem Weg zu.


    Wandern in den Dolomiti di Fiemme

    Das ist aber eine riesige Herde. Die nimmt schier kein Ende.


    Endlich Betrieb auf dem E5 Alpin

    Am Ende gehen ein Bock und ein Hund. Die beiden mustern mich sehr genau. Ob der Wanderer wohl ein Lamm im Rucksack verschwinden lassen hat?


    Und der passt auf dass ich seinen Damen nichts tue

    Ab dem Kunko (2.301 m) bin ich aber wieder alleine auf dem Weg. Und der ist mal wieder bestens markiert und gut in Schuss! Die Lagorai dehnen sich in Richtung Nord-Ost aus. Ich bin aber in Richtung Nord-West unterwegs. Dort liegen bewaldete Bergrücken vor mir.


    Der E5 Alpin kommt hier sehr schön aber recht zahm daher

    Weiter geht es zum Sattelenjoch (2.121 m) hinunter und wieder hinauf zum Passo Val di Mattio (2.310 m). Hier folge ich dem Wegweiser des E5 und steige hinab zum Busona Val die Mattio (2.160 m). Dafür, dass es hier kaum bewirtschaftete Hütten gibt, gibt es hier eine Vielzahl an Wegen. Und die sind gut markiert und eher viel begangen.


    Am Busona di Val Mattio

    Das „viel begangen“ gilt leider anscheinend nicht für die E5-Alpin-Variante. Der Weg wird immer kleiner und verkommt teilweise zur kleinen Trittspur, die schon ganz gut mit Büschen und Bäumen zuwächst. Gut markiert ist er aber immer noch. Falsch kann ich also nicht sein.


    Der E5 Alpin wird kleiner und alpiner

    Der E5 hält sich am Hang auf der Höhe und zieht unterhalb der Felsen entlang. Sehr schön zu gehen aber man muss aufpassen weil doch schon einiges in den Weg hineinwächst. Hier waren in letzter Zeit nicht mehr viele Wanderer unters. Warum nur? So schön wie es hier ist ...


    Der E5 Alpin ist teilweise etwas zugewachsen

    Nach guten 3 Stunden komme ich zur Rifugio Tonini (1.906 m). Die ist vor 2 Jahren abgebrannt. Sie wurde zwar gesichert aber von einem Neuaufbau scheint man hier noch weit entfernt zu sein. Hier begegne ich aber einigen Tageswanderern, die hier die Aussicht bei einem Vesper genießen. Toller Platz hier! Die sollten die Hütte mal wieder aufbauen. Bei der Lage ist die sicher gut besucht.
    Ich mache hier nur kurz halt und gehe weiter hinab zur Malga Stramaiolo (1.678 m). Die hat die Funktion der Rifugio Tonini wohl übernommen: Es werden Lager und Betten angeboten sowie etwas zu essen. Also Zeit für die Mittagspause.


    Die Malga Stramaiolo

    Damit verlasse ich die hochalpine Region der Lagorai-Dolomiten. Der weitere Abstieg erfolgt durch den Wald. Wie schon ein Teil des Abstiegs von der Rifugio Tonini hierher. Tolle Waldwege haben die hier!


    Abstieg nach La Centrale

    Ich halte direkt auf La Centrale zu, da kann ich mir ein paar Meter Teerstrasse sparen. In La Centrale ist es entsprechend heiß. Bedollo (1.165 m) liegt über mir am Hang.


    Bedollo

    Der E5 biegt hinter der Brücke bei La Centrale gleich wieder von der Strasse ab und in den Wald. Stetig geht es weiter abwärts. Über Marteri führen mich kleine Waldwege hinüber nach Quaras (955 m).


    Quaras

    Der kleine Weiler besteht eigentlich nur aus einer handvoll Häusern. In den Gärten wird emsig gearbeitet. Eine Wirtschaft gibt es aber leider nicht. Auf einer kleinen Teerstrasse geht es nach Segonzano (670 m). Am Wege liegen die Erdpyramiden von Segonzano mitten im Wald. Direkt bevor ich dort ankam wurde eine Busladung Touristen dort abgeladen. So bleibe ich nicht lange und ziehe weiter. Im Ort gibt es eine kleine Pause. Es ist richtig warm und schwül geworden. Nun, ich war bisher meist über 2.000 Metern unterwegs. Und nun nähere ich mich den 500 Metern.
    Eigentlich wollte ich hier übernachten. Nur ist leider nirgends was zu finden. Mir wird berichtet, es sei ein Musik-Festival in der Gegend und außerdem sei jetzt Hochsaison. Ich solle es doch auf der anderen Talseite in Cembra probieren.
    Also ziehe ich nochmal weiter. Zunächst geht es durch gut gepflegte Weinberge abwärts.


    Faver auf der anderen Talseite - hoch über dem Tal des Avisio

    Der Weg schlängelt sich durch kleine Weiler, die wohl alle noch zu Segonzano gehören und führt ein Stück das Tal des Avisio hinter. Dort gibt es eine Brücke, auf der man den Fluss überqueren kann. Sie liegt auf 486 Höhenmetern.


    Das Tal des Avisio

    So langsam ballen sich am Himmel ein paar recht dunkel dreinschauende Wolken zusammen. Mir schwant nichts Gutes! Im Stechschritt mache ich mich an den Aufstieg in Richtung Faver – der letzte Ort vor Cembra.


    Ein Gewitter zieht über Segonzano auf

    Völlig nassgeschwitzt erreiche ich Faver als die ersten Tropfen fallen. Glück gehabt! Der Ort zieht sich aber ganz schön am Hang entlang. Als ich eine Bar erreiche donnert es laut und vernehmlich direkt hinter mir. Ein deutliches Zeichen es nicht noch weiter zu überreizen. Ich betrete die Bar und lasse mich nieder.
    Hier spricht nur leider keiner eine der mir gängigen Sprachen. So unterhalte ich mich mit den Gästen und dem Wirt mit den Händen und den Füssen. Bis er die Nase voll hat und seine Tochter einbestellt. Die kann Englisch.
    Draußen entlädt sich das Gewitter und mir wird berichtet, dass heute in Faver das Gnocchi-Fest sei. Im ganzen Dorf würde an Ständen Gnocchi angeboten. Jeder Stand mit einer anderen Soße. Bei meinem zweifelnden Blick aus der Tür zu dem tobenden Gewitter wird mir berichtet, dass die Feuerwehr vor ein paar Minuten ein großes Zelt aufgebaut hat und dort die Stände aus dem ganzen Dorf gerade hingebraucht werden. Ab 19 Uhr sei dort alles bereit.
    Vorher sollte ich mich aber noch um eine Unterkunft bemühen. Das gestaltet sich aufgrund des Musik-Festivals aber sehr schwierig. Zum Glück übernimmt das Problem der Chef des Hauses. Er verspricht mir, dass er mir ein Bett besorgen würde. Ich solle mal getrost auf das Gnocchi-Fest gehen. Nun, das mache ich dann natürlich auch. Der Regen lässt langsam nach und ich ziehe mit Regenschirm und ohne Gepäck zur Kirche, wo das Zelt steht. Da ist zwischenzeitlich das halbe Dorf angekommen. Überall werden Gnocchis gekocht. Es gibt knapp 10 verschiedene Soßen. Riecht alles total lecker!


    Gnocchi-Fest von Faver im Zelt

    Die Portion Gnocchi kostet 1 €. Nach 2 Portionen bin ich aber leider Papsatt. Ich hätte gerne noch mehr probiert.
    Zurück in der Bar berichtet mir der Wirt zähneknirschend, dass er noch kein Bett für mich gefunden habe. Er hat ein ganz schlechtes Gewissen. Ich hänge mich auch ans Telefon und finde tatsächlich noch ein Zimmer am Lago Santo in einer Albergo. Ich reserviere sofort und frage den Wirt, über welche Wege ich da hinkomme und wie lange ich da noch unterwegs bin. Er fackelt nicht lange, schwingt sich in sein Auto und fährt mich zur Albergo. Jetzt fehlen mir leider 3 Km Weg auf dem E5. Ich denke aber, das kann ich verkraften.
    Am Lage Santo gibt es eine Rodeo-Ranch, auf der das Musik-Festival stattfindet, aufgrund dessen ich nirgends ein Bett bekommen habe. Und in der Albergo Santo Lago direkt daneben komme ich für diese Nacht im letzten Zimmer unter. So bin ich gegen 21 Uhr 30 in der Albergo und eine halbe Stunde später geduscht und recht erschöpft im Bett. Und die Musik dazu bekomme ich frei Haus durch das offene Zimmerfenster geliefert. Andere geben dafür viel Geld aus ...
    Wieder so ein grandioser Tag mit viel Abwechslung, unerwarteten Begegnungen, tollem Wetter und wirklich großartigen Wegen mit überragender Landschaft! Der E5 gefällt mir hier unten immer besser! Mal sehen, was noch so kommt!
    Geändert von Wafer (25.09.2018 um 16:09 Uhr)

  6. Fuchs
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    #26
    9. Tag: Albergo Lago Santo – Trudner-Horn-Alm
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    Sonntag, 15. Juli 2018
    Strecke: 20 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.000 m, ↓ 525 m
    Gehzeit: 5 h 15

    Gesamtstrecke: 212 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 10.650 m, ↓ 9.875 m
    Gesamtgehzeit: 68 h

    Der Morgen begrüßt mich recht trüb. Dem Wettergott hat wohl gestern die Musik nicht so gefallen. Das Frühstück ist auch etwas karg – irgendwie geht der Tag nicht wirklich gut los. Gegen 8 Uhr 45 komme ich dann endlich weg. Viel zu sehen gibt es heute eh nicht: Es steht eine Waldetappe an.
    Was hier auffällt: Es gibt jede Menge kleine Wochenendhäuschen hier im Wald. Das ist wohl so eine Art „Trentiner Datscha“.


    Eines der gepflegten Waldhäuschen

    Sie sind gut in Schuss und teilweise auch bewohnt. Ob das daran liegt, dass heute Sonntag ist? Die Leute scheinen hier aber recht viel Zeit zu verbringen. Am Weg steht einiges, was man nicht in ein paar Minuten zusammenzimmert.


    Hölzerne Kunst am Wegesrand

    Mit viel Liebe und Zeit wurden hier jede Menge hölzerne Skulpturen geschaffen und am Weg platziert. So wird das leichte Auf und Ab durch den Wald schon mal nicht so eintönig. Gute Idee eigentlich!


    Da ist jemand mit viel Spaß bei der Sache

    Der E5 zieht durch den Wald immer höher hinauf. Ich bin seit heute Morgen auf dem Dolomiten-Höhenweg Nr. 8 unterwegs. Er führt von Brixen nach Salurn – oder anders rum. Ich werde ihm wohl ein paar Km treu bleiben. Markiert ist der Weg aber auch als E5.


    Der E5

    Es geht immer näher an den Kamm heran und zunehmend gibt es dadurch auch ab und zu ein paar tolle Ausblicke.


    Blick ins südtiroler Etschtal oberhalb von Salurn

    Es geht an ein paar Felsen vorbei aber meist ist der Weg recht breit und problemlos begehbar. Ab und zu wird der Wanderweg getrennt von einer Radroute geführt.


    Die Adamello-Gruppe am Horizont

    So richtig prickelnd hat sich das Wetter außerhalb vom Wald noch nicht entwickelt. Also bleibe ich da noch ein bisschen. Recht zügig komme ich an den Passo Potzmauer mit gleichnamiger Hütte.


    Ich nähere mich der Rif. Potzmauer

    Die Hütte liegt an einer Waldlichtung und ist auf Tagesgäste ausgelegt. Aber am Vormittag ist man wohl noch nicht auf Wanderer eingestellt. Nach längerem Warten erhebt sich eine der ratschenden Damen und bedient mich eher unwillig. Irgendwie scheine ich die Damen in ihren Kreisen zu stören. Und einen Stempel will ich auch noch!


    Die Rif. Potzmauer liegt gerade noch im Trentino

    Ich halte mich hier aber auch nicht lange auf. Ich ziehe weiter und irgendwo hier in der Gegen verlasse ich dann das Trentino und betrete Südtirol. Am Hang entlang geht es auf Gfrill zu. Als ich aus dem Wald komme hat man einen tollen Blick ins Etschtal. Und ein blauer Himmel wird auch geliefert.


    Kurz vor Gfrill

    Ich komme in den Ort und die Häuser sehen hier irgendwie anders aus als in den letzten Dörfern. Es steht hier auch alles zuerst in Deutsch dran und dann in Italienisch. Und jeder kann deutsch.


    Gfrill ist erreicht

    Der Führer spricht sich hier recht eindeutig für den Fichtenhof aus. Also lasse ich mich dort zur Mittagspause nieder. Hier wird eine gute südtiroler Kost geboten. Und mit der Wirtin komme ich ins Gespräch. Ich solle ihr doch bitte meine Erfahrungen auf dem E5 schreiben. Sowohl vom Weg her als auch kulinarisch. Sie ist wohl bei der Pflege des Weges recht aktiv beteiligt und will regionale Küche mehr etablieren.
    Alleine der Blick vom Tisch aus lohnt hier schon einen Besuch.


    Blick beim Mittagessen in Gfrill ins Etschtal

    Die blauen Löcher werden größer und als ich wieder starte scheint die Sonne.


    Start in Richtung Trudner Horn

    Aber zunächst geht es doch nochmal in den Wald. Und hier begegne ich dann erneut einem Weitwanderer, den ich im Schwarzwald auf dem Westweg vor ein paar Wochen kennen gelernt habe. Er ist im Raum Köln vor etlichen Wochen gestartet und über den E1 in den Schwarzwald gewandert, wo ich ihn bei Schonach getroffen habe. Wir haben damals den Abend im Silberhof miteinander verbracht und sind am nächsten Tag ein paar Km miteinander gewandert. Er ist dann bis Konstanz auf dem E1 geblieben und dann auf den E5 abgebogen, der ihn dann bis hierher geführt hat. Erstaunlich, dass wir uns erneut getroffen haben.


    Eine kleine Gedenkstätte am Weg

    Wir plaudern ein wenig. Schade, dass wir nicht wieder gemeinsam einen Abend verbringen können!


    Schöne Wege führen mich hinauf zum Trudner Horn

    Meist bin ich wieder im Wald unterwegs. Aber häufig auf kleineren Wegen. Diese führen mich zum Weißen und zum Schwarzen See.


    Der Schwarze See am Trudner Horn

    Das Trudner Horn (1.781 m) ist nun nicht wirklich ein Berg, den man gesehen haben muss. Es wurde zwar ein Naturpark nach ihm benannt aber herausragend ist das Horn nicht.
    Aber der Wald geht etwas zurück und es wird wieder mehr Aussicht geboten.


    Über Wiesen geht es hinab zur Trudner-Horn-Alm

    Und die ist wieder richtig klasse! Ich beziehe ein Bett in einem Raum, in dem heute noch 2 weitere Wanderer untergebracht werden sollen. Frische Bettwäsche und eine Dusche in einem separaten Haus sind großräumig angelegt.
    Ich erledige den Waschtag, hänge die Klamotten auf den Zaun in die Sonne und stelle mir einen Liegestuhl so, dass ich die Aussicht auf die umliegenden Berge genießen kann.


    Die Dolomiti di Fiemme bzw. die Lagorai-Gruppe in der Abendsonne

    Bei gutem Essen und einem Bier lasse ich den Nachmittag an mir vorüber ziehen. Ich hätte auch noch weiter wandern können aber hier gefällt es mir sehr gut. Die Küche ist auch richtig gut und der Service sehr nett aber unauffällig. So muss es sein!
    Ich kann auch gut überblicken, was mich die nächsten Tage erwartet: Es geht in etwa in dieser Höhe so weiter mit viel Wald in Richtung Norden. Am Horizont sind Lagorai, Latemar und Rosengarten mit Schlern und Langkofel zu sehen. Der Weg nach Bozen wird mich aber nicht durch diese Gruppen führen sondern mich eher in den etwas tieferen Regionen etwas westlich vom Latemar nach Norden führen.


    Grandiose Aussicht an der Trudner-Horn-Alm

    Nun ist es gut absehbar, dass ich rechtzeitig in Bozen ankommen werde. Ich kann die Tage auch etwas kürzer gestalten. Ich habe jetzt noch 2 volle Wandertage, bis ich mich mit meinem Freund in Bozen treffen will. Wenn nichts mehr dazwischen kommt, sollte das also klappen.
    Ich lasse den Abend in Ruhe an mir vorüberziehen und genieße die grandiose Aussicht bis es zu kalt wird. Ich ziehe mich zurück und freue mich auf Morgen. Das Wetter soll wieder besser werden!

  7. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #27
    10. Tag: Trudner-Horn-Alm - Schmieder Alm
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    Montag, 16. Juli 2018
    Strecke: 21 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.150 m, ↓ 1.200 m
    Gehzeit: 6 h 30

    Gesamtstrecke: 233 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 11.800 m, ↓ 11.075 m
    Gesamtgehzeit: 74 h 30

    Heute liegt ein ruhiger Tag vor mir. Also genieße ich das Frühstück. Grandios! Mit Rührei, frischem Joghurt, Waldfruchtkompot, Obstsalaten, diversen Müslis, hausgemachtem Brot, Butter und Marmelade, ... Man merkt, dass ich in den deutschsprachigen Raum komme, in dem das Frühstück einen höheren Stellenwert hat als im Rest von Italien.


    Die Unterkunft auf der Trudner Horn Alm

    Das Wetter ist super! So habe ich mir das vorgestellt. Nach einem letzten Warmgetränk auf der Aussichtsterrasse der Trudner Horn Alm (1.710 m) starte ich. Es geht abwärts. Erst über Wiesen und dann im Wald. Mitten im Wald liegt ein kleines Häuschen mit einem Garten. Das ermöglicht einen guten Blick nach Norden.


    Etschtalblick kurz vor dem Zisssattel

    Der Weg wird etwas breiter und führt mich nach Truden (1.245 m) hinunter. Ging erstaunlich schnell. Dort merke ich dann, dass es auch Nachteile hat, wenn die Sonne scheint: Es ist richtig heiß zwischen den Häusern. Und es geht im Ort anständig aufwärts. Die Markierungen in dieser Richtung sind seit Südtirol etwas optimierungsbedürftig. Man merkt deutlich, dass die meist in der Gegenrichtung unterwegs sind, wenn sie markieren.
    Hinter Truden geht es dann wieder abwärts. Erst über Felder und dann auch wieder im Wald.


    Das Weißhorn


    Das Weißhorn und das Schwarzhorn liegen grob im Nord-Osten von mir. Besteigen werde ich sie aber beide nicht. Der E5 führt mich im Wald weiter abwärts. Ab und zu gewährt der Wald aber auch schöne Ausblicke, wie hier auf Adlein.


    Aldein - wie gemalt

    Die Wege sind hier teilweise recht steil aber in der Regel gut gepflegt.


    Gepflegte Abstiegswege nach Truden

    Zum Glück verläuft der Weg hier meist im Wald. Da ist es von der Temperatur her angenehm zu laufen. Zwischen den Bäumen kommt der nächste Ort in Sicht: Kaltenbrunn (832 m).


    Kaltenbrunn mit dem Weisshorn

    Das dürfte dann wohl der tiefste Punkt des heutigen Tages sein. Hinter dem kleinen Weiler geht es zunächst steil aufwärts und dann ca. 1 Km an der Straße entlang bis Unterradein (1.090 m). Ein Gasthof wie vor 100 Jahren liegt am Weg. Die Besitzerin scheint aus dem gleichen Jahrhundert zu stammen. Mal was ganz anderes als diese geleckten und modernen Gasthäuser.
    Steil führt mich der E5 aufwärts nach Oberradein (1.552 m). Als ich aus dem Wald komme erkennt man gleich, dass hier schwer auf den Feldern gearbeitet wird.


    Feldarbeit in Oberradein

    Ein paar Meter weiter liegt dann der Wastlhof. Alles ist mit blühenden Blumen geschmückt. Selbst die Scheune.


    Der Wastlhof

    Der Hof liegt aber auch wirklich klasse! Die haben einen tollen Blick ins Etschtal.


    Aussicht am Wastlhof

    Obwohl ich nun weiß, dass die Wege in dieser Richtung etwas sparsam markiert sind und ich weiß, dass der Weg hier irgendwo über die Felder aufwärts geht, finde ich ihn nicht. So werden es ein paar Meter an der kleinen Bergstraße entlang. Die strahlt so schön von unten ...
    Aber auch das kleine Sträßchen führt mich zum Zirmerhof. Ein Hotel in erstklassiger Lage.


    Großartige Aussicht am Zirmerhof

    Ein Top gepflegter Garten lädt mit diversen Terrassen mit unterschiedlicher Bestuhlung und Aussicht zum Verweilen ein. Der Magen meldet: Zeit für eine Mittagspause. Die Uhr meint das auch. Den Großteil der Höhenmeter habe ich für heute. Und von der Strecke her sollte es schon mehr als die Hälfte sein. Da kann ich auch mal ein wenig die Seele baumeln lassen und diese wirklich grandiose Aussicht bei einem Mittagssnack genießen.


    Mittagspause

    Hier wären sogar Hunde erlaubt. Bisher eine der ersten Unterkünfte, wo das schon dransteht.
    2 Stunden später habe ich dann Mühe mich los zu reißen. Aber ein paar Meter sollten das heute schon noch werden. Am Feld- und Waldrand geht es entlang mit Blicken auf die Berge und die Täler.


    Das Weißhorn rückt näher

    Dann überrascht mich eine Schrift, die in den Beton eingelassen wurde: UNESCO-Weltnaturerbe. Ein Schild am Wegrand verkündet auch, dass man ohne Bezahlung dieses Erbe nicht betreten darf. Zahlen könne man in Radein – der Ort zu dem der Zirmerhof gehörte – und im Besucherzentrum auf der anderen Seite der Schlucht. Und Helmpflicht bestünde auch.
    Ich glaub die hat’s! Ich kehre doch jetzt nicht mehr um, laufe einige Kilometer zurück und leihe mir einen Helm, den ich dann dort auch wieder abgeben muss! Ich bin ja gerne bereit für sowas zu bezahlen, aber so hätte ich mir das nicht vorgestellt. Ich gehe erstmal weiter und beschließe den Obolus später zu entrichten. Und das Risiko ohne Helm unterwegs zu sein muss ich wohl auf mich nehmen. Wer hat schon auf so einer Tour einen Helm dabei?


    Abstieg zur Bletterbachschlucht

    Ein gut gesicherter Steig führt ohne problematische Passagen bis auf den Grund der Bletterbachschlucht (1.423 m) hinunter. Nun, hier sind ja auch Halbschuhtouristen unterwegs, für die das hier ein hochalpiner Ausflug ist. Da haben die die Wege recht gut gesichert. Die Schlucht ist ca. 8 Km lang und 400 Meter tief und wird ca. seit der letzten Eiszeit in die Landschaft geschnitten. Und das sieht man! Am Grund liegt jede Menge Geröll rum, das mit dem nächsten Hochwasser vermutlich weit mit ins Tal genommen wird. So verändert sich die Schlucht ständig.


    In der Bletterbachschlucht

    Und aus den brüchigen Wänden kommt ausreichend Schutt nach. An vielen Stellen sieht man, wie der Stück für Stück abrutscht.
    Ab halber Strecke gibt es auch mal ein paar Stufen, die das Wasser abwärts ganz einfach überwindet. Nur aufwärts ist das nicht immer so ganz einfach.


    Ein Wasserfall in der Bletterbachschlucht

    Hier unten ist es auch ganz gut warm. Die Sonne steht über mir und es bewegt sich kaum ein Windchen. Und es ist richtig voll hier. Ich tippe mal auf einige Schulklassen, die hier unterwegs sind. Und viele Tagestouristen. Ich bin der Einzige ohne schlagfeste Kopfbedeckung. Mein genähter Helm würde mir hier im Ernstfall wenig helfen.


    Die Erosion in der Bletterbachschlucht ist nicht zu übersehen

    Geologen sollen von dieser Schlicht recht begeistert sein weil man in den verschiedenen Schichten viel aus der Vergangenheit erkennen kann.


    Geologen lesen in den Wänden wie in einem Buch

    Nachdem ich am Ende der Schlucht angekommen bin muss ich wieder ca. die Hälfte der Strecke zurück um die Schlucht in Richtung Norden wieder verlassen zu können. Endlos gehen die Stufen aufwärts. Zwischendrin recht gut besuchte Pausenplätze mit Bänken. Nicht jeder schafft die schier endlosen Stufen wohl am Stück.


    Eidechse am Ausstieg

    Die Treppenkonstruktionen aus Holz müssen wohl auch öfter Mal aufgrund der Erosion versetzt werden. Als ich oben bin, hat man nochmal einen guten Blick bis zum Grund der Schlucht.


    Steiler Ausstieg im oberen Bereich der Bletterbachschlucht

    Weiter geht es dann auf breiten Wegen. Und hier ist richtig was los! Nun, es ist Hauptsaison in den Dolomiten. Wenn nicht jetzt – wann dann?
    Der nächste Halt ist dann schon ein paar Meter weiter. An der Laneralm (1.583 m) gibt es Erfrischungen. Aber auch hier wollen die mein Geld für die Schlucht nicht haben. Da müsse ich schon noch bis in das Besuchszentrum weiter gehen.
    Irgendwo hier liegt in etwa die Hälfte des Weges vom Trudner Horn nach Bozen. Hier in der Gegend wollte ich eigentlich übernachten. Ich schaue mal in die Karte, wo es evtl. eine gute Aussicht gibt. Ich entscheide mich für die Schmieder Alm. Die ist nicht mehr weit weg. Eine Stunde vielleicht. Man kann sie von hier eigentlich fast liegen sehen.


    Blick zur Schmieder Alm

    Auf richtig tollen Waldwanderwegen geht es abwechslungsreich hinüber zur Schmieder Alm (1.674 m). Hier gefällt es mir. Ich lasse mich nieder und reserviere ein Bett. Mit Badewanne! So ist der weitere Verlauf des Nachmittags vorgezeichnet.
    Als ich wieder in die Wirtschaft komme, bin ich wiedermal der einzige Gast, der über Nacht bleibt. Ich komme mit dem Wirt ins Gespräch. Er macht den Job jetzt seit über 10 Jahren und ich bin der dritte, an den er sich erinnert, der den E5 in dieser Richtung geht. Ich muss wohl schon ein sehr exotisches Gewächs sein! So kann ich mir aber auch aussuchen was ich gerne zur Halbpension essen würde. Und da gibt die Südtiroler Küche einiges her! Ich habe noch einen wirklich schönen Abend mit den Wirtsleuten und ziehe mich dann in mein Zimmer zurück.
    Und Morgen soll das Wetter wieder so gut werden! Das hört sich doch mal richtig gut an! Gute Nacht!

  8. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #28
    11. Tag: Schmieder Alm - Bauernkohlern
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    Dienstag, 17. Juli 2018
    Strecke: 21 Km
    Höhenmeter: ↑ 500 m, ↓ 1.100 m
    Gehzeit: 5 h 30

    Gesamtstrecke: 254 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 12.300 m, ↓ 12.175 m
    Gesamtgehzeit: 80 h

    Heute Morgen schaue ich nicht aus dem Fenster. Nein, ich gehe auf meinen Balkon! Und das lohnt sich aber mal so richtig!


    Blick vom Balkon der Schmieder Alm auf das Etschtal mit dem Alpenhauptkamm

    Es ist einfach ein Traum! Da wird mir auf dieser Tour aber wieder richtig was geboten.


    Schmieder-Alm-Panorama

    Ich reiße mich los und gehe frühstücken. Auch hier wieder erstklassiger Service und ein Rundum-Sorglos-Frühstück. Heute geht es wieder nicht sehr weit. Also kann ich wieder trödeln.
    Der Chef klärt mich noch über den schönsten Weg auf. Der E5 orientiert sich wohl etwas viel an zu breiten Wegen. Also starte ich auf dem E5 und biege noch in Sichtweite der Alm auf den Weg Nr. 8 ab. Ein guter Tipp! Ein richtig toller Weg führt mich abwärts.
    In einer Kurve merke ich, dass der Stiefel nicht mehr drückt. Ah – angenehm! Dann muss ich ihn nicht mehr neu schnüren. In der nächsten Pfütze merke ich woran das lag: Der rechte Socken ist nass! Die Sohle löst sich vom Schuh. Die wollte ich nach der Tour eh ersetzen. Nun ist das eben früher fällig. Aber noch kann ich damit wandern.


    Auf den Stietwiesen

    Der Weg führt mich landschaftlich sehr schön nach Maria Weißenstein (1.520 m). Ein Wallfahrtsort der Region.


    Ankunft in Maria Weißenstein

    Der Ort selber ist nicht wirklich groß. Ein paar Häuser. Aber daneben steht ein riesiges Kloster. Ich schaue mir die Kirche an. Eine Führung gibt es leider erst heute Nachmittag. So lange habe ich leider doch nicht Zeit.


    Das Kloster von Maria Weißenstein

    Hinter dem kleinen Örtchen geht es ganz geruhsam weiter. Maria Weißenstein liegt so, dass man keine anderen Orte sieht. Nur Wald und Berge. Sehr angenehm. Zunächst geht es über Felder weiter.


    Genusswandern unter dem Weißhorn

    Dann folgt viel Waldweg.


    Auch im Wald gibt es was zu sehen

    Es geht recht happig abwärts um wieder etwas anzusteigen. Als die Bäume mal etwas weiter auseinander stehen kann man das nächste Zwischenziel sehen.


    Auf der anderen Hangseite liegt Deutschnofen

    Das ist ein größerer Ort. Da sollte es ein Sportgeschäft geben. Hoffentlich haben die Wanderschuhe.


    Deutschnofen ist erreicht

    Direkt an der Hauptstraße gibt es ein Sportgeschäft mit einer großen Auswahl an Wanderstiefeln. Die alten sind nicht mehr reparabel. Nun, nach ein paar Tausend Kilometern ...
    So werden noch die Stockspitzen ersetzt und neue Wandersocken gibt es noch obendrauf. Hoffentlich gibt es beim Einlaufen keine Blasen. Mit den neuen Schuhen geht es in die Innenstadt.


    Die beste Lage von Deutschnofen

    Durch den Ort geht es weiter aufwärts um auf den vorhin gesehen Hügel hinauf zu kommen. Hier hat man wieder eine grandiose Aussicht.


    Deutschnofen vor dem Latemar

    Der E5 ist hier gut markiert, führt aber etwas teerlastig durch die Lande. Aber landschaftlich gibt es viel zu sehen. Da verzeihe ich gerne mal ein paar Meter Asphalt.


    Die Sarntaler Alpen im Norden von Deutschnofen

    Irgendwie habe ich hier wohl zu viel auf die Aussicht und zu wenig auf den Weg geachtet. Auf jeden Fall passt die nächste Kreuzung nicht wirklich gut zur Karte. Hier sollte eigentlich der Wölfl-Hof stehen. Da sollte es eigentlich auch ein Mittagessen geben. Ich bin wohl zu weit nach Westen abgekommen. So muss ich eben auf der Straße wieder etwas nach Norden, dann sollte der Hof kommen. Und das tut er auch! Gut, dass ich doch immer noch eine Karte dabei habe.
    Am Wölfl-Hof mache ich Mittagspause. Die neuen Schuhe haben sich bisher bewährt. Ich sitze auf der Terrasse in der Sonne und schaue einer Eselfamilie zu, die ihren Nachwuchs präsentiert.


    Meine Animation während der Mittagspause

    Von dem weiteren Weg erwarte ich nicht viel. Sieht auf der Karte recht langweilig aus. Aber er ist schön zu gehen und erstaunlich abwechslungsreich. Er führt über kleine Lichtungen im Wald auf denen man sehr gute Ausblicke auf die Dolomiten rund rum hat.


    Der Rosengarten

    Recht schnell bin ich bei der Wolftalalm.


    Die Wolftalalm mit dem Schlern

    Eigentlich wollte ich hier nochmal einen Boxenstopp einlegen. Nur ist hier leider geschlossen. Nun, das ist nicht wirklich schlimm. Sehr weit habe ich es heute nicht mehr.


    Rosengarten und Schlern von der Wolftalalm aus gesehen

    So langsam wird der Weg etwas voller. Ich scheine in den Einzugsbereich der Bahn zu kommen. Auf Herrenkohlern gibt es eine kleine Kapelle.


    Die Kapelle Maria Himmelfahrt in Herrenkohlern

    Und eine tolle Aussicht. Aber leider bin ich hier von Tagesausflüglern ziemlich umlagert. Ist eben doch eine recht bekannte Gegend und vor allem auch mit Auto und Bahn erreichbar.
    Ich gedenke eigentlich hier oben hoch über Bozen zu übernachten und morgen zur passenden Zeit mit der Bahn hinunter zu fahren um mich mit meinem Wanderkollegen zu treffen. Die Suche einer Unterkunft gestaltet sich aber überraschend schwierig. Ich komme im Gasthof Kohlern (1.520 m) unter. Ein Gasthof direkt am steilen Hang mit einer grandiosen Aussichtsterrasse.


    Pausenblick am Gasthof Kohlern ins Eisacktal

    Ich checke ein und mache erstmal Pause auf der Terrasse. Ein toller Blick! Als die Füße wieder marschbereit sind drehe ich noch eine Runde durch das Dorf. Hier stehen ein paar richtig schicke Holzhäuser. Bei der Aussicht und Lage ist das sicher nicht das Harzer-Viertel.


    Der Schlern von Bauernkohlern aus

    Zurück im Gasthof fällt mir auf, dass es hier Sauna und einen kleinen Pool gibt. Also ist eine Runde Wellness angesagt. Am Pool bin ich alleine. Nun, er ist auch nicht gerade gut beheizt. Aber zum Schweiß und Staub abwaschen genau richtig.


    Chillen im Gasthof Kohlern

    Als ich in der Sauna mit Fenster und Bergblick sitze lässt sich davor eine Gruppe der Südtiroler Volkspartei für ein Meeting nieder. Den einen oder anderen Teilnehmer scheint es doch schon mächtig ab zu lenken, als ich in der Sauna Aufguss und Handtuch-Wedeln veranstalte. So hat jeder seinen Spaß.
    Das Abendessen ist sehr gut. Und was mir da wettertechnisch noch an dem Abend geboten wird ist auch beachtlich.


    Hans-Werner Sahm grüßt zum Abendessen

    Die markanten Spitzen hinten rechts im Bild sind übrigens eines unserer nächsten Ziele. Das sind die höchsten Spitzen der Sarntaler Alpen. Aber davon will ich euch in ein paar Tagen berichten. So weit sind wir noch nicht.
    Ich genieße den Abend und die großartige Lage meiner Unterkunft. So geht der Tag leider viel zu schnell zu Ende und es wird Zeit fürs Bett.
    Geändert von Wafer (10.10.2018 um 14:50 Uhr)

  9. Fuchs
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    #29
    12. Tag: Bauernkohlern – Meraner Hütte
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    Mittwoch, 18. Juli 2018
    Strecke: 26 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.250 m, ↓ 450 m
    Gehzeit: 7 h 30

    Gesamtstrecke: 280 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 13.550 m, ↓ 12.625 m
    Gesamtgehzeit: 87 h 30

    Der Tag beginnt, wie der letzte geendet hat: Mit großartigem Ausblick! Und das direkt vom Frühstückstisch aus.


    Frühstück mit Blick auf die Tagesherausforderungen

    Da wird das Frühstück früh begonnen und in die Länge gezogen. Aber leider muss ich irgendwann los. Ich habe noch einen Termin gegen halb 12 am Bahnhof unten in Bozen. Ich reiße mich los und packe meine sieben Sachen zusammen.
    Gestern war ich noch nicht auf dem Aussichtsturm. Als ich dort war, hat sich da oben gerade eine große Gruppe herumgetrieben. Da wollte ich nicht hoch. Das hole ich jetzt nach.


    Der Aussichtsturm in Bauernkohlern

    Ich bin ganz alleine und ersteige den hölzernen Turm. Die Aussicht heute Morgen ist wiedermal hitverdächtig.
    Unter mir liegt Bozen. Da werde ich nachher durchwandern. Etwas weiter westlich liegt Jenesien mit den Sarntalern dahinter, die wir heute noch erwandern wollen. Etwas weiter östlich davon liegen die Sarntaler Alpen, die wir letztes Jahr auf dem Südalpenweg zusammen erstiegen haben.


    Blick vom Turm auf den Bozener Nordraum

    Rechter Hand liegt der Rosengarten mit Schlern und links das Etschtal, das nach Meran hinauf führt.


    Schlern und Bozen mit dem Etschtal

    Einfach grandios!
    Ich sehe wie sich eine Klasse der Bergstation der Kohlernbahn, der ersten Personenseilbahn der Welt, nähert. So mache ich mich auch auf den Weg dorthin. Da wird die Bahn nicht nur alle halbe Stunde fahren. Dafür ist die Bahn dann etwas voller.
    Da schmilzen die Höhenmeter rasant dahin. Aber davon hatte ich ja die letzten Tage reichlich. Unten in Bozen (255 m) geht es über die Straßen zum Bahnhof. Mein Wanderfreund kommt recht pünktlich mit der Bahn an. Wir schlagen uns durch das Stadtzentrum in Richtung Norden durch. Ein Eis unterwegs darf natürlich nicht fehlen. Auf Straßen geht es zur Talstation der Gondelbahn nach Jenesien hinauf. Als wir dort ankommen fährt gerade die letzte Bahn vor der sehr langen Mittagspause ab. Die haben wir um satte 5 Minuten verpasst.
    Ein wenig die Strasse runter gibt es aber eine Bushaltestelle, an der wir den nächsten Bus nach Jenesien (1.050 m) nehmen. Der fährt da rauf, als wolle sich der Busfahrer für die Formel 1 bewerben.
    Es geht noch ein wenig an der Strasse entlang bis wir oberhalb von Jenesien auf Wanderwege abbiegen.


    Parkähnliche Landschaft oberhalb Jenesiens

    Der Weg führt uns auf einem Bergrücken immer weiter aufwärts. Die Landschaft ist sehr gut gepflegt. Das wirkt hier alles, als würde man durch einen Park wandern. Ab und zu stehen auch Dinge am Weg, die ich in der Sparte Kunst einsortieren würde.


    Skurile Kunst

    Die Sonne scheint von oben und der Schweiß läuft in Strömen. Der Wasserverbrauch ist entsprechend hoch. Aber von den ersten beiden Hütten, die in der Karte eingezeichnet sind, ist nicht viel zu sehen.
    Zugegeben: Die Wege sind hier recht breit.


    Gepflegte Hochweiden mit breiten Wanderwegen

    Und es scheint hier recht viel Verkehr zu sein.


    Gegenverkehr auf dem E5

    Je höher wir kommen umso mehr sieht man wieder von der Bergwelt um uns herum. Bozen lag so tief, da war nix von den bekannten Bergen zu sehen. Vor uns kann man immer nur bis zur nächsten Kuppe sehen. Aber rechts und links von uns stehen die berühmten Berge zum Greifen nahe.


    Rosengarten, Schlern und Sella am Horizont

    Immer weiter hinauf führt uns der E5. Und der eine oder andere Wanderer kommt uns entgegen. Nach E5-Wanderern sehen aber nur 2 aus. Also richtig viel los scheint auf diesem Teil des E5 auch nicht zu sein.
    Als wir aus einem kleinen Wäldchen treten liegt der Gasthof Langfenn am Salten (1.527 m) vor uns. Endlich! Denn es wird langsam echt Zeit für eine Pause.


    Gasthaus Langfenn am Salten

    Hier legen wir dann eine längere Mittagspause ein. Auch die Flaschen müssen aufgefüllt werden. Die Sonne meint es heute wieder sehr gut mit uns.
    Was uns gut gefällt ist auch die kleine Kapelle St. Jakob hinter dem Haus. Die ganzen Häuser liegen hier auf dem Gipfel einer Bergkuppe und gewähren wieder eine großartige Aussicht.


    Die Texelgruppe vom Gasthaus Langfenn aus gesehen

    Etwas weiter südlich liegt Mölten auf dem Bergrücken und hinter dem Etschtal stapeln sich die Alpen der Ortlergruppe.


    Blick in die Ortlergruppe

    Irgendwann reißen wir uns los. Wir wollen heute ja noch ankommen. Es geht hinunter zum Schermoossattel (1.450 m) und dann werden die Wege endlich etwas kleiner. Und der Verkehr der Tagestouristen lässt etwas nach. Am Langfenn war es schon recht voll.


    Traumweg E5 oberhalb von Jenesien

    Hinter einer Kuppe taucht aber immer wieder die nächste auf. So geht es immer weiter hinauf. Der Weg ist mehr als gut markiert.


    Wegweisung am E5

    Am Möltner Joch (1.733 m) grüßen wieder die bekannten Bergspitzen der Dolomiten herüber.


    Rosengarten, Schlern und Langkofel

    Einfach toll hier. Irgendwie komme ich kaum voran, weil ich ständig nach der Kamera greife. Ein paar Meter weiter liegt dann die Alm am Mölter Kaser (1.770 m).


    Am Mölter Kaser

    Hier wird schon zusammengeräumt. Es ist schon viertel vor 5 und wir scheinen die letzten Wanderer zu sein. Naja, wer als Tagestourist wieder nach Jenesien zurück muss, der hat von hier noch was vor sich.
    Wir werfen noch einen halben Liter ein und starten durch. Bis zur Meraner Hütte sollen es noch einiges über 2 h sein.
    Durch ein letztes kleines Wäldchen geht es weiter hinauf. Für Romantiker ist hier nochmal eine Stelle zum Verweilen vorgesehen ...


    Verliebungsbaum

    Die Bäume werden niedriger und bleiben dann ganz zurück. Oberhalb der Baumgrenze geht es stetig weiter aufwärts.


    Weitläufig geht es zum Auener Joch hinauf

    Am Auener Joch (1.960 m) sind wir dann endlich fast ganz oben. Zumindest sind wir schon mal auf der Höhe der Hütte. Aber das sind noch ein paar Meter. Die Gegend hier ist wieder sehr weitläufig. Das haben wir ja letztes Jahr schon kennen gelernt. Einen Bergzug weiter östlich.


    Am Auener Joch

    Die Schatten sind schon etwas länger. Lange hält der Tag nicht mehr durch. Zumindest im Tal nicht. Hier oben hat man ja immer noch etwas mehr Zeit. Einen Vorteil hat es, dass wir so spät unterwegs sind: Es wird zunehmend klarer. Damit wird die Sicht auch immer besser. Die Dolomiten bekommen schon einen leichten Touch ins rötliche. Einfach ein Traum!


    Grandioses Panorama auf dem Weg zum Kreuzjoch

    Ich werde immer langsamer. Ich kann mich bei der Aussicht kaum noch auf den Weg konzentrieren. Aber gegen viertel nach 6 sind wir dann am Kreuzjoch (2.084 m) oben. Das ist eigentlich gar kein Joch sondern eine Bergkuppe. Aber die Aussicht ist einfach fantastisch! Das finden auch 2 Mädels, die hier schon eine Weile chillen und die Landschaft genießen.


    Nachmittags-Chillen auf dem Kreuzjoch mit weitläufigem Blick

    Auch wir lassen uns nieder. Es sind zwar noch ein paar Meter bis zur Hütte aber das wird schon irgendwie gehen. So eine Sicht wird einem dort auf der Hütte nicht geboten.
    Irgendwann ziehen aber auch wir weiter. Es steht noch eine Stunde dran. Die brauchen wir aber nicht mehr ganz bis zur Meraner Hütte (1.980 m).


    Ankunft an der Meraner Hütte

    Wir kommen dort an, als für die anderen Wanderer das Essen serviert wird. Wir nehmen ein Zimmer und setzen uns zu Tisch. Das war ein langer Tag. Aber auch mit recht viel Pausen. Und wieder sehr abwechslungsreich: Bauernkohlern, Bozen als Stadt, der Höhenpark oberhalb von Jenesien und die letzten Meter über die Bergkuppen der Sarntaler Alpen. Auch dieses Jahr fasziniert mich diese Gebirgsgruppe. Sehr grün und sehr schön. Und gar nicht so voll. Weil sie wohl im Schatten der bekannten Dolomiten steht.
    Wir schauen uns noch an was morgen auf dem Plan steht. Wir wollen auf den Hirzer, den höchsten Berg der Sarntaler Alpen, und zur Hirzerhütte. Alles Weitere werden wir sehen. Das Wetter soll wieder gut werden. Könnte also wieder ein langer Tag werden. Also gehen wir nicht zu spät ins Bett. Auch wenn wir uns schon längere Zeit nicht mehr gesehen haben. Gute Nacht!
    Geändert von Wafer (11.10.2018 um 21:05 Uhr)

  10. Fuchs
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    #30
    13. Tag: Meraner Hütte – Pfandler Alm
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    Donnerstag, 19. Juli 2018
    Strecke: 19 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.400 m, ↓ 2.000 m
    Gehzeit: 8 h 30

    Gesamtstrecke: 299 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 14.950 m, ↓ 14.625 m
    Gesamtgehzeit: 96 h

    Und wieder ist uns der Wettergott hold: Die Sonne scheint. Hier waren sich die Propheten im Vorfeld nicht wirklich einig. Je nachdem wo man schaute ...
    Wir packen unsere Sachen und machen uns fertig. Um 7 Uhr steht das Frühstück auf dem Tisch und eine halbe Stunde später wir vor der Tür. Seit mein Freund dabei ist weht hier morgens ein ganz anderer Wind. Ein paar Meter hinter der Meraner Hütte steht die Kirchsteigalm (1.945 m). Und noch ein paar Meter weiter die Grubalm (2.051 m).


    Die Meraner Hütte im Skigebiet Meran 2000

    Die hohe Hüttendichte erklärt sich durch das Skigebiet. Wir sehen zu, dass wir hier rauskommen. Der E5 zieht sich am Hang entlang hinauf zum Missensteiner Joch (2.128 m).


    Das Pensertal vom Missensteiner Joch

    Die Umgebung liegt noch im Schlaf und präsentiert sich weitläufig. Wir schwitzen weiter aufwärts. In Richtung Nord-Ost liegt das Pensertal.


    Das Pensental mit dem Alpenhauptkamm

    Der Weg heißt hier „Gebirgsjägersteig“. Im Grunde ist es aber ein ganz normaler hochalpiner Wanderweg. Zunächst zieht er sich noch die Höhe haltend nach Norden. Wir kommen um die nächste Spitze herum und stehen vor dem Kratzberger See (2.120 m).


    Licht und Schatten am Kratzberger See

    Geradezu eine Einladung für einen kurzen Boxenstopp. Erstaunlich, wie sich der See hier am eigentlich recht steilen Hang halten kann.


    Am Kratzberger See

    Der weitere Wege stellt vorerst keine besonderen Anforderungen. Außer der obligatorischen Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.


    Noch geht es gemütlich am Hang entlang

    Der Hang wird nur zunehmend steiler. Bisher kann ich noch nicht ganz verstehen, warum gestern Abend auf der Hütte alle so ehrfurchtsvoll von diesem Steig gesprochen haben.


    Der Gebirgsjägersteig auf dem Weg zum Hirzer

    Der Steig zieht immer weiter hinauf bis wir auf der Anteranalm stehen. Diese Hochalm ist im Augenblick aber nicht bewirtschaftet.


    Die Anteranalm mit dem Hirzer

    Und dann steilt es auf. Und zwar ganz anständig. Im Bild führt der Weg über die Wiesen durch zunehmend mehr Geröll in der Mitte zu dem Geröllfeld hinauf und zieht dann links zu der Scharte hinauf. Der obere Teil ist dann ein kleiner Pfad im Fels. Gut markiert und ab und zu durch ein Seil gesichert geht es weiter hinauf bis sich die Wege zur Scharte und dem Gipfel trennen. Auf einer kleinen Steigspur geht es weiterhin gut markiert auf den Gipfel des Hirzer (2.781 m).


    Der Gipfel des Hirzer

    Hier in Blickrichtung West – vielleicht mit einem Tick Süd dabei. Das Etschtal liegt uns zu Füßen und die Texelgruppe grüßt herüber. Eine sagenhafte Aussicht!


    Der Hirzer - Der höchste in den Sarntaler Alpen

    Die Texelgruppe sieht wirklich einladend aus. Mit dem Meraner Höhenweg führt ein Weg in ein paar Tagen um die Gruppe herum und durch sie hindurch. Wieder sowas für die ToDo-Liste ...
    Die Wasservorräte sind schon ganz gut verbraucht. Aber weit ist es ja nicht mehr. Nach einer längeren Pause machen wir uns vom Acker – pardon: vom Gipfel. Wir kehren zu dem Ablageplatz mit dem Rucksack zurück und steigen noch kurz hinauf zur Oberen Scharte (2.698 m). Es folgt ein Abstieg von 800 Höhenmetern.


    Abstieg über die Obere Scharte

    Durch unseren recht frühen Start an der Meraner Hütte sind wir recht früh auf dem Plateau, auf dem die Hirzerhütte (1.983 m) liegt.


    Die Hirzerhütte vor der Texelgruppe

    Bis zur Hirzerhütte kommen wir aber vorerst gar nicht. Kurz vorher liegt noch die Resegger Alm. Ein wesentlich kleinerer Betrieb, der uns sehr zusagt. Hier lassen wir uns nieder.


    Die Resegger Alm gefällt uns für die Mittagspause besser

    Es ist gerade mal Viertel vor 2. Das ist dann doch etwas früh, um hier den Tag zu beschließen. Wir waren aber auch schon früh auf der Piste. Wir genießen die Aussicht und ich drehe eine Runde über das Plateau. Die Speisekarte der Hirzerhütte, die auch Gasthaus Tallner Alm heißt, sieht auch gut aus.
    Wir beschließen dann noch ein wenig weiter zu ziehen. Wir brechen auf und halten am Hang entlang weiter nach Norden.


    Almbetrieb an der Hinteregger Alm

    Ein paar Meter weiter liegt bereits die nächste Alm. Auch die ist gut besucht. Da macht sich die Nähe zur Bergbahn bemerkbar. Aber nicht nur bei der Menge der Leute sondern auch bei deren Schuhwerk. Mit was die manche Leute in den Bergen rumstiefeln ...
    Wir gehen gleich weiter.


    Ein letzter Blick hinauf zum Hirzer

    Die nächste Alm lässt auch wieder nicht lange auf sich warten. Die Mahdalm (1.990 m) ist die letzte der Almen, die hier oben liegen. Wir halten schon gar nicht mehr an. Nur kurz den Stempel holen und weiter.
    Und schon ist man wieder alleine. Sobald man den Bereich von Bergbahnen verlässt ist selbst bei diesem Wetter recht wenig los. Der E5 zieht sich unterhalb des Prantachkogel entlang nach Norden. Dabei hat man einen tollen Blick ins Passeier Tal.


    Wandern über dem Passeier Tal

    Meist die Höhe haltend führt der Weg hinüber zur Riffelspitze (2.060 m). Bis dahin hält er sich immer kurz oberhalb der Baumgrenze.


    Die Waldgrenze naht

    Es folgt ein Abstieg über recht steile Wiesen. Bei Feuchtigkeit oder Regen sicher keine einfache Sache. Bei dem Wetter und der Aussicht aber ein Genuss.


    Etschtal und Texelgruppe

    Nach den Wiesen geht es in lichte Wälder. Da hängt so manches Stahlseil an dem geschlagenes Holz zu Tal gelassen wird. Hier Holz zu fällen ist nicht nur anstrengend sondern erfordert auch ausreichende Erfahrung. An so steilen Hängen darf man sich keinen Fehltritt erlauben.
    Auf größeren Lichtungen stehen einzelne Hütten. Meist recht klein und nicht dauerhaft bewohnt. Aber sehr gut in Schuss. Und die Wiesen sind sehr ordentlich. Auf einer der Almen sehen wir, wie die Heuernte eingefahren wird.


    Almarbeit - sieht mühsam aus

    Immer weiter geht es abwärts. So langsam merke ich meine Knie. Kurz bevor wir an der Pfandler Alm ankommen begegnet uns eine Familie mit Kindern. Die Kinder befragen uns recht quengelnd wie weit es denn noch sei. Wenn das so weit unten sich schon so anhört, dann haben die aber noch was vor sich!
    Als die Pfandler Alm (1.350 m) dann in Sicht kommt bin ich auch froh, dass wir es für heute geschafft haben. Die Socken qualmen ganz schön. Ich finde Abstiege immer deutlich anstrengender als Aufstiege.


    Die Pfandler Alm über dem Passeier Tal

    Zeitlich wäre ein Weiterwandern zwar möglich aber mir reicht es für heute. Wir lassen uns auf der sonnigen Terrasse nieder und ersetzen verbrauchte Mineralien. Nachdem der erste Durst gestillt ist beziehen wir die Lager. Die sind ganz gut voll. Hier ist nix mehr mit „alleine mit dem Wirt“.
    Ich drehe noch eine kleine Runde und sehe, dass hier oben eine kleine Außenstelle des MuseumPasseier ist. Hier wurde wohl Andreas Hofer gefangen genommen. Der Freiheitskämpfer ist in Südtirol sowas wie ein Volksheld.
    Das Abendessen ist reichlich und gut und beschert uns damit auch die nötige Bettschwere in dem vollbesetzten Lager gut zu schlafen.

  11. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #31
    14. Tag: Pfandler Alm – Gasthof Hochfirst
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    Freitag, 20. Juli 2018
    Strecke: 23 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.400 m, ↓ 900 m
    Gehzeit: 7 h

    Gesamtstrecke: 322 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 15.350 m, ↓ 15.525 m
    Gesamtgehzeit: 103 h

    Früh geht es heute los mit dem Trubel im Lager. Ich bin Lager halt nicht mehr gewohnt. Ich versuche noch ein wenig weiter zu dösen aber es klappt natürlich nicht. Also quäle ich mich zu unchristlicher Zeit auch aus dem Bett. So sitzen wir um 7 schon beim Frühstück. Mit meinem Wanderkollegen liegt der morgendliche Start deutlich früher als die letzten Tage.


    Wild bei der Pfandler Alm

    Der E5 verliert bei der Pfandler Alm zunächst weitere Höhenmeter. Im Wald geht es abwärts, bis wir oberhalb von Prantach aus dem Wald kommen. Der Pfandlerhof liegt unter uns. Über Wiesen geht es weiter abwärts. Schade um die schönen Höhenmeter! Denn der Hauptkamm liegt ja noch vor uns. Wir müssen also alles wieder rauf.
    Die Sonne kommt raus und lässt die Texelgruppe in bestem Licht erstrahlen.


    Morgendlicher Blick in die Texelgruppe

    Bis ca. 730 Meter geht es hinunter. Endlich geht der Weg langsam in die Horizontale über. Am östlichen Hang geht es oberhalb des Passeiertals nach Norden.


    Oberhalb des Talgrundes geht es das Passeiertal hinter

    Mal Wald, mal Wiese – der Weg bietet uns einiges.


    Ein Wasserfall oberhalb von St. Martin in Passeier

    Der Talgrund kommt uns immer näher. Und die Häuser am Weg häufen sich auch. Irgendwann geht der Weg in Teer über und führt uns nach St. Leonhard hinein. Gestern haben wir von Wanderern und vom Wirt den Tipp bekommen ab St. Leonhard nicht dem E5 zu folgen sondern den Wanderweg durch die Passeierschlucht zu nehmen. Der sei recht neu und würde sehr schön und weit weg von der Straße durch die Schlucht geführt. Das wollen wir uns ansehen. Also müssen wir aufpassen, dass wir nicht zu weit dem E5 folgen sondern in die Stadtmitte gehen und dem Fluss aufwärts folgen. Eine Eispause wird auch noch gemacht. Am Schwimmbad und Sportplatz geht es vorbei und der Weg wird wieder kleiner und der Teer hört auch wieder auf.


    Einstieg in die Passeierschlucht

    Zunächst geht es normal am Fluss entlang bis die Wände etwas steiler werden. Der Weg wurde mit viel technischer Hilfe teilweise an recht steile Wände geklebt. Schön zu gehen! Und zu sehen gibt es auch was.


    Der Weg wechselt die Seite in der Passeierschlucht

    Nichts extrem spektakuläres aber abwechslungsreich.


    Wildwasser in der Passeierschlucht

    Ab und zu muss man mal rauf und runter. So ganz eben geht der Weg nicht durch die Schlucht. Trittsicher braucht man nicht zu sein aber Schwindelfreiheit sollte schon vorhanden sein. Das gehen auf solchen Gitterwegen mit freiem Blick nach unten ist nicht jedermanns Sache.


    Der Weg durch die Passeierschlucht

    Unterhalb von Moos in Passeier hört der Schluchtenweg auf und führt im Zickzack zur Straße zurück, auf der man aber nicht wandern muss. Unter den Felsen entlang geht es dann hinein in das Dorf.


    Ausstieg aus der Schlucht nach Moos in Passeier

    In Moos (1.007 m) gibt es einige Restaurants und wir sind genau zur Mittagszeit dort. Passt! Wir lassen uns nieder und probieren den Mittagstisch. Was uns dabei weniger gefällt, sind die Wolken, die da am Himmel so ganz langsam aufziehen. Der Wetterbericht hatte schon eine Wetterverschlechterung angekündigt. Aber ich glaube das immer erst, wenn ich es dann auch sehe.
    Wir machen uns auf den Weg. Der kommt erst als breiter Feldweg daher und führt neben dem Bach Passer nach Norden. Da hatten wir schon schönere Wege heute!
    Und die Wolken beim Blick zurück gefallen uns auch nicht wirklich!


    Regen zieht auf

    Irgendwann wird der Weg aber auch kleiner. Und der Himmel immer dunkler.


    Der E5 oberhalb von Moos in Passeier

    Das sieht nach Regen aus. So langsam legen wir einen Zahn zu. Zügig sind wir auf dem Weg unterwegs. Da kommt uns eine Gruppe in voller Regenmontur entgegen. Weiter oben scheint es also auch schon zu regnen. Sch...ade!
    Als wir an die kleine Straße kommen, die nach Rabenstein hinauf führt beginnt es dann zu tröpfeln. Ich lasse es vorerst beim Regenschirm. Mein Wanderfreund legt die Regenhaut an.
    Als wir in Rabenstein (1.433 m) einlaufen lässt der Regen wieder nach.


    Rabenstein

    Das kleine Dorf zwängt sich in das enge Tal. In der Ostwand wird irgendwo da oben die Passstraße entlang geführt. Ab und zu hört man mal ein Motorrad oder einen Sportwagen dröhnen. Was finden die Leute nur immer an lauten Auspuffanlagen? Ich finde die unmöglich!
    Am oberen Ortsende gibt es einen Gasthof. In dem umgehen wir den nächsten Schauer. Nach einer ¾ h hat sich das Wetter wieder beruhigt und wir ziehen weiter. Zunächst geht es noch etwas an einer Straße entlang bis der Weg links abbiegt und wieder zum Wanderweg wird.


    Nach der Pause oberhalb von Rabenstein

    Durch den Wald geht es aufwärts. Irgendwann haben wir wohl genug Höhenmeter und das Passeiertal weitet sich wieder. Im Talgrund liegen ein paar einzelne Höfe verstreut.


    Der Gasthof Hochfirst taucht am Hang über uns auf

    Über den letzten Bäumen kann man auf dem nächsten Hang sowohl die Passstraße als auch unser heutiges Ziel, den Gasthof Hochfirst liegen sehen. Gemütlich geht es das Tal hinter.
    Und wie es sich gehört kommt auch die Sonne wieder raus. Da wird es doch gleich wieder etwas freundlicher.


    Kühe am Weg nach Schönau

    Auf den Weiden stehen Kühe, die uns interessiert zusehen. Die sind Wanderer wohl gewohnt.
    In Schönau, einer Ansammlung von Höfen, geht es ein letztes Mal über den Passer.


    Bachquerung in Schönau

    Am Brunnen stehen schon wieder ein paar E5-Wanderer. Auf dem Teil der Strecke trifft man ständig welche. Vor allem, wenn man den E5 ‚falschherum‘ geht.
    Auf einem kleinen Steig geht es nun steil aufwärts. Über uns liegt der Gasthof und meldet uns ständig, dass es noch einige Höhenmeter sind. Mit jedem Meter wird aber auch die Aussicht wieder besser. Unten am Talgrund war es mit der Aussicht nicht so weit her.


    Rückblick auf halber Höhe zum Gasthof Hochfirst

    Der Weg zieht nach ein paar Zick-Zack-Schlägen in das Seebachtal hinein.


    Der Weg zieht das Tal hinter

    Auf halbem Weg steht ein kleiner Gedenkstein.


    Schöne Wege hinauf zum Gasthof Hochfirst

    Irgendwo meckert es. Über uns müssen Ziegen sein. Erst beim Rückblick sehe ich, dass sie in den Felsen direkt über dem Weg stehen. Kein Wunder, dass ich sie von unten nicht gesehen habe.


    Neugierige Blicke folgen uns

    Aber so sonnig wie der Blick in der rückwärtigen Richtung ist, ist er nicht in jeder Richtung.


    Am Hohen First braut sich was zusammen

    Und die Wolken kommen schnell näher. Ein kurzer Blick: Das müsste gerade so reichen! Wenn wir nochmal Gas geben. Also lassen wir es laufen. Es geht durch einen letzten Hof und dann auf einer Traktorspur zur Straße hinauf.


    Pilze kurz vor dem Gasthof Hochfirst

    Nassgeschwitzt kommen wir auf der Terrasse des Gasthofes an. Dort sitzen schon einige. Die meisten sind allerdings mit Fahrzeugen da. Die Mehrzahl mit Zweirädern. Und wie wir da so stehen und verschnaufen fängt es wieder an zu regnen. Wir gehen rein und kriegen ein Zimmer. Glück gehabt: Sowohl mit dem Regen als auch mit dem letzten Zimmer! Auf dem Balkon von unserem Zimmer beobachten wir, wie der Regenschauer nieder geht.


    Es regnet sobald wir das Gasthaus erreicht haben

    Leider wird der gesamte Wetterbericht unbeständiger. Na, mal sehen wo das morgen hinführt. Heute genießen wir den späten Nachmittag mit Blick über das Passeiertal und gehen irgendwann zu Bett.

  12. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #32
    15. Tag: Gasthof Hochfirst - Zwieselstein
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    Samstag, 21. Juli 2018
    Strecke: 13 Km
    Höhenmeter: ↑ 750 m, ↓ 1.200 m
    Gehzeit: 5 h

    Gesamtstrecke: 335 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 18.850 m, ↓ 18.175 m
    Gesamtgehzeit: 108 h

    Der morgendliche Fensterkontrollblick ist unbefriedigend: Es regnet. Also drehen wir uns nochmal um. Aber lange geht das nicht. Wenn es aufhört wollen wir sofort los. Also doch irgendwann raus und zum Frühstück.
    Um viertel vor 8 hört es auf zu regnen und wir starten.


    Wir erhalten grünes Licht für den Start am Gasthof Hochfirst

    Hinter dem Gasthof geht es genauso steil weiter, wie es gestern aufgehört hat. Der Blick rundrum ist immer noch nicht wirklich prickelnd.


    Wolken hängen an den Gipfeln

    Aber ganz langsam hebt sich die Wolkenuntergrenze. Wenigstens etwas! Auf wirklich schönen Wegen geht es weiter hinauf. Das nächste Zwischenziel ist die Lenzenalm (1.896 m).


    Aufstieg zur Lenzenalm

    Auf kleinen Wanderwegen geht es stetig aufwärts durch das Passeier Timmelstal. Der kleine Timmelsjochbach plätschert neben uns gen Tal.


    Aufstieg entlang des Timmelsjochbaches

    Zum Glück heben sich die Wolken immer weiter, je weiter rauf wir kommen.


    Der Urweg durch das Timmelstal

    Das ändert sich leider als wir zu dem alten Zollhaus auf ca. 2.300 Metern kommen. Hier im Talschluss hängen die Wolken drin und es wird immer kälter. Man hört aber schon die Straße. Und das recht deutlich. Gerade in den Wolken scheint der Schall sehr gut getragen zu werden.
    Es wird richtig kalt. Die letzten 200 Höhenmeter gehen recht steil aufwärts. Im Zick-Zack schlängelt sich der Weg zum Pass (2.509 m) hinauf. Die Sicht ist gleich Null.
    Oben hat uns dann die Zivilisation wieder: Parkplatz, Straße, Autos, Gasthaus, Grenze, ...


    Am Timmelsjoch

    Wenigstens hat das Gasthaus offen. Wir gehen rein zum Aufwärmen. Das ist richtig kalt geworden! So viel habe ich gar nicht dabei. Aber das liegt natürlich daran, dass wir hier rauf gut geschwitzt haben und dann erstmal am Pass stehen geblieben sind. Da hat die drübergezogene Jacke nicht gereicht.
    Nach einer halben Stunde hat sich am Wetter und vor allem an der Temperatur noch nichts entscheidendes getan. Trotzdem packen wir unsere Sachen zusammen und machen uns auf den Weg. Die Wolken sind hier so dicht, dass wir kaum den Weg finden. Mit jedem Meter, den wir allerdings tiefer kommen, wird es besser.


    Eindrücke vom E5 am Timmelsjoch

    Der E5 hält sich am Nordhang des Timmelstals und führt uns gleichmäßig abwärts. Als wir die Wolkenuntergrenze erreichen sehen wir endlich wo wir hinlaufen.


    Abstieg auf der Nordseite vom Timmelsjoch

    Als der Weg an die Straße kommt, um sie zu kreuzen, liegt ein Schmugglerdenkmal am Weg. Ein Betonklotz mit sehr eigenwillig geformten Eingängen. Drinnen gibt es etwas Geschichtliches über das Timmelsjoch und die Bedeutung für Schmuggler und die Talbewohner zu lesen.


    Schmugglerdenkmal im Timmelstal

    Der Wanderweg hält sich ab hier meist in der Gegend des Timmelsbachs. Die Straße verschwindet irgendwann nach Süden in Richtung Hochgurgel.


    Der E5 am Timmelsbach

    Leider fängt es schon wieder an zu regnen. Und der Regen ist hier schön kalt. Österreich hat eben eine niedrigere Durchschnittstemperatur als Italien.
    In Regenklamotten steigen wir weiter ab. Irgendwann kommt endlich Zwieselstein (1.450 m) in Sicht.


    Zwieselstein

    Wir steigen vollends ab und verziehen uns erstmal zwecks Mittagessen in ein Gasthaus. Wir schälen und aus den Regensachen und verdrücken eine Pizza.
    Der Wetterbericht der Region für die nächsten 3 Tage hört sich nicht gut an! Es soll noch kälter werden und reichlich Niederschlag geben. Die Schneefallgrenze sinkt unter 3.000 Meter. Das ist jetzt nicht das, was wir hören wollen, wenn wir über den Hauptkamm steigen wollen und dabei mehrfach über die 3.000-Meter-Marke gehen. Und so lange haben wir auch nicht Zeit, dass wir hier 3 Tage auf besseres Wetter warten können. Irgendwann akzeptieren wir die Tatsachen und brechen die Tour hier für dieses Mal ab. Da wir sowas schon einkalkuliert haben, haben wir bereits eine weitere Wanderwoche nach den Sommerferien reserviert um im Fall der Fälle da die Wanderung fertig machen zu können. Nun müssen wir leider auf diesen Plan B zurückgreifen.
    Wir kaufen uns Online Tickets für die Heimfahrt ab hier und fahren mit dem Bus das Tal vor zum Ötztaler Bahnhof.


    Bahnhof Ötztal

    Ein Regionalzug bringt uns nach Innsbruck. Der Fernzug, der uns zum Auto meines Wanderkameraden bringt, fährt aber erst heute Abend ab. Da haben wir noch etwas Zeit. Die gedenken wir in der Innenstadt von Innsbruck zu verbringen. Da wird sich hoffentlich was finden.
    Und es findet sich was: Das New Orleans Festival 2018! Auf einem großen Platz mitten in der Altstadt ist eine große Bühne aufgebaut und da treten diverse Bands auf. Das Alter des Publikums ist bunt gemischt. Nicht alle sind so leger gekleidet wie wir, aber das stört uns nicht lange. Die Musik ist super und die Zeit vergeht schnell.


    New Orleans Festival in Innsbruck

    Viel zu früh müssen wir uns losreißen um unseren Zug zu erwischen. Kurz nach Mitternacht bin ich dann zuhause.

  13. AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #33
    Och schade! Ich hoffe, ihr hattet schon Zeit für die Fortsetzung!

    LG,
    Babs

  14. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #34
    Bin auch wieder zum lesen gekommen.
    Immer wieder schön dich auf deinen Wanderungen zu begleiten.
    Freue mich auf den nächsten Abschnitt.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  15. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #35
    Epilog
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    Das war mal ein guter Anfang für den E5. Leider kam dann schlechtes Wetter genau im falschen Augenblick dazwischen. Aber das haben wir so schon in der Planung als Möglichkeit berücksichtig und als Plan B eine Woche nach den Sommerferien reserviert, an der wir diese Tour fortsetzen wollen.
    Der E5 ist auf den hier vorgestellten Etappen ein sehr abwechslungsreicher Weg, der sehr viel zu bieten hat: Städte (Verona und Bozen), Voralpenetappen (die ersten Tage ab Verona), Alpinetappen aber auch Waldetappen wie z.B. vor Bozen. Auf dem Abschnitt von Verona nach Bozen habe ich nur sehr wenige Weitwanderer getroffen. Und von denen wiederum waren noch weniger auf dem E5 unterwegs. Ab Bozen hat sich das deutlich verändert. Wobei ich hier von ‚voll‘ noch nicht sprechen möchte. Man hat ab und zu jemanden getroffen. Am Hirzer war es mal etwas voller. Gerade da haben wir eine der Wandergruppen getroffen. An einem Sattel, an dem der Weg nicht wirklich sehr breit ist, fällt das eben richtig auf. Ich hatte aber nie das Gefühl auf einer ‚Wanderautobahn‘ unterwegs zu sein, wie man an mancher Stelle über den E5 hört.
    Die vom Charakter her sehr unterschiedlichen Gebirgsgruppen, durch die ich bisher gekommen bin haben dem Weg seine eigene Note gegeben. Daher sollte man vielleicht immer unterscheiden von welchen Wegabschnitten jemand spricht, wenn er vom E5 berichtet.
    Wer mich kennt, weiß dass ich so eine Tour nie ohne Papierkarten unternehme. Für die bisher vorgestellten Etappen hatte ich folgende Kartenwerke dabei:
    • Kompasskarte 121 ‚Europäischer Fernwanderweg E5 Teil Süd‘ (ISBN 978-3-85491-413-6) im Maßstab 1:50.000 für den Bereich von Verona bis Mittelberg (wo ich leider noch nicht angekommen bin). Das ist eine Streifenkarte, also ein Blatt, auf dem 6 Teile des Weges jeweils auf eigenen Kartenbereichen abgedruckt sind. Sowas muss man mögen. Ich mag es nicht so, habe sie aber trotzdem mitgenommen. Daher hatte ich noch die jeweiligen Karten der Regionen dabei.
    • Kompasskarte 100 ‚Monti Lessini‘ (ISBN 978-3-85491-416-7) im Maßstab 1:50.000 für den Bereich von Verona bis zum Fugazzepass.
    • Kompasskarte 683 ‚Trentino – Blatt 3‘ (ISBN 978-3-99044-265-4) im Maßstab 1:50.000 für den Bereich von der Malga Malera bis zum Monte Gronlait.
    • Kompasskarte 683 ‚Trentino – Blatt 2‘ (ISBN 978-3-99044-265-4) im Maßstab 1:50.000 für den Bereich vom Monte Gronlait zur Rifugio Tonini und später vom Wastlhof/Radein bis zum Wölflhof.
    • Kompasskarte 683 ‚Trentino – Blatt 1‘ (ISBN 978-3-99044-265-4) im Maßstab 1:50.000 für den Bereich vom Lago Erdemolo bis zum Wastlhof/Radein und vom Wölfhof bis Bozen.
    • Kompasskarte 699 ‚Südtirol – Blatt 4‘ (ISBN 978-3-85491-649-9) im Maßstab 1:50.000 für den Bereich ab der Rifugio Potzmauer bis Jenesien. (Hier gibt es bereits eine neuere Auflage ISBN 978-3-99044-435-1. In wie weit sich der Blattsch)
    • Kompasskarte 699 ‚Südtirol – Blatt 2‘ (ISBN 978-3-85491-649-9) im Maßstab 1:50.000 für den Bereich ab Bauernkohlern bis zum Timmelsjoch.
    • Kompasskarte 699 ‚Südtirol – Blatt 1‘ (ISBN 978-3-85491-649-9) im Maßstab 1:50.000 für den Bereich ab Gashof Langfenn bis Rabenstein.
    • Kompasskarte 43 ‚Ötztaler Alpen‘ (ISBN 978-3-85491-049-7) im Maßstab 1:50.000 für den Bereich ab dem Timmelsjoch bis Wenns. (Auch hier gibt es eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-99044-440-5)

    Als Führer habe ich den Rother Wanderführer ‚Fernwanderweg E5‘ von Stephan Baur und Dirk Steuerwald (ISBN 978-3-7633-4357-7). Diesen Wanderführer soll es bereits in der 10. Auflage geben – behauptet Amazon. Ich war noch mit der ersten unterwegs.
    Damit hatte ich ein ganz anständiges Packet Papier dabei. Eigentlich waren es ja noch mehr Karten weil ich die weiteren Anschlusskarten ja auch noch dabei hatte. Da fehlen noch 3 Karten bis zum Bodensee und das Nord-Blatt der Streifenkarte. Ich kann in den Bergen ohne Karten auf Papier nicht unterwegs sein. Vielleicht ist das altmodisch aber so habe ich es gelernt und so bin ich es gewöhnt – so fühle ich mich wohl.
    Geändert von Wafer (28.10.2018 um 18:35 Uhr)

  16. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #36
    Zitat Zitat von Babsbara Beitrag anzeigen
    Och schade! Ich hoffe, ihr hattet schon Zeit für die Fortsetzung!

    LG,
    Babs
    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Bin auch wieder zum lesen gekommen.
    Immer wieder schön dich auf deinen Wanderungen zu begleiten.
    Freue mich auf den nächsten Abschnitt.
    Hallo ihr zwei.

    Das mit dem nächsten Abschnitt wird leider noch etwas auf sich warten lassen. Denn:


    Zur Umsetzung von unserem Plan B – sprich die Weiterwanderung ab Zwieselstein – ist es dieses Jahr leider nicht mehr gekommen weil sich mein Freund Rippen gebrochen hat und er damit keine Alpintouren gehen kann. Wir hatten noch auf den goldenen Oktober gehofft, wo es dieses Jahr lange noch gegangen wäre aber so schnell verheilen gebrochene Rippen nicht. Schade! Aber das holen wir nächstes Jahr hoffentlich nach.
    In der geplanten Woche bin ich dann alleine los gezogen und habe die Tour auf dem Südalpenweg nach Osten durch die Karawanken fortgesetzt.
    Ich hoffe, es geht hier nächstes Jahr weiter. Wir sind gerade am Termine abstimmen.

    Gruß Wafer

  17. AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #37
    Hallo Wafer,

    das habe ich auch schon gelesen (verschlungen wäre wohl besser) - und hab es fast verwechselt.

    Gute Besserung für deinen Freund und erfolgreiches Planen fürs nächste Wanderjahr dann!

    LG,
    Babs

  18. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #38
    Prolog 2. Etappe: Von Fischen im Allgäu nach Hittisau

    Das Wetter ist gut, wir haben Zeit und wir wollen wandern! Gute Voraussetzungen um unsere E5-Tour fort zu setzen. Ich kontaktiere Hüttenwirte um zu überprüfen ob die Hütten offen sind und ob Platz wäre. Die Hütten sind alle offen. Aber was da so an Anmerkungen zu dem geplanten Weg kommt ist wenig motivierend: „... ja, da liegt jetzt eine Spur drin. Man sollte jetzt über den Pass kommen. Gipfel sind noch nicht möglich!“ so oder ähnlich war der Tenor der meisten Hüttenwirte. Wir wollten eigentlich keine Schneeschuhwanderung machen. Wie wollten von Zwieselstein über den Hauptkamm. Aber der hat dieses Frühjahr noch sehr spät sehr viel Schnee bekommen. Der letzte soll erst noch im Juni dazugekommen sein. Und davon nicht wenig.
    Was ist zu tun?
    Da es der E5 werden soll verlegen wir den Startpunkt unserer Tour einfach in den Bereich der niedrigeren Berge und planen das Loch später zu stopfen. So kommt es, dass ich meinen Freund an einem Donnerstag in Nesselwang von einem Firmenmeeting abhole und wir in Richtung Oberstdorf fahren. Wir wollen die Variante über die Hörner gehen und mindestens bis zum Bodensee kommen.
    Geändert von Wafer (10.09.2019 um 23:47 Uhr)

  19. Fuchs
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #39
    16. Tag: Fischen - Bolsterlang
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    Donnerstag, 4. Juli 2019
    Strecke: 4 Km
    Höhenmeter: ↑ 125 m, ↓ 25 m
    Gehzeit: 1 h 15

    Gesamtstrecke: 338 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 18.975 m, ↓ 18.200 m
    Gesamtgehzeit: 109 h 15

    Das Wetter ist gut und wir sind hoch motiviert. Die Planung sieht vor, dass wir das Auto nach Oberstdorf stellen und von dort den E5 in Richtung Norden angehen. Soweit zur Planung. Ich habe Verwandtschaft in der Region. Und mit denen Telefonieren wir. So überzeugt mich meine Kusine bei ihr in Fischen einen kurzen Boxenstopp ein zu legen. Meine 78-jährige Tante ist auch dabei. Das ist die, die mich schon vor ein paar Jahren mit ihrem künstlichen Knie am Mittag und am Steineberg konditionell überflügelt hat. Sie will uns morgen auf einem Teil unserer Tour begleiten.
    Der Boxenstopp wird wieder erwarten dann etwas länger. Und so wird die Planung geändert und der Startpunkt der Tour wird kurzerhand nach Fischen verlegt. Das Auto wird an den Bahnhof gestellt und wir wandern los. Der Tag ist schon recht fortgeschritten als wir Fischen verlassen.


    Wir verlassen Fischen mit Entschenkopf und Rubihorn dahinter

    Durch den Wald geht es aufwärts.


    Die Weiler Ach zeigt wie langweilig sie sein kann

    Oberhalb des Waldes geht es über Wiesen weiter hinauf nach Bolsterlang. Hier beginnen wir optimistisch mit der Quartiersuche. Diese gestaltet sich überraschend schwierig: Entweder ist alles voll oder es werden Traumpreise verlangt. Das Hörnerhaus, das wir noch erreichen könnten, will uns gar nicht haben. Das ist aber so groß, dass es kaum voll sein kann. In einer Pizzeria essen wir zu Abend und diskutieren das Problem.


    Die Allgäuer Bergwelt von Bolsterlang aus

    Als der Wirt das mitbekommt bietet er uns ein Doppelzimmer zu moderatem Preis an. Na also – geht doch! So wird das noch ein sehr netter Abend. Wie immer, wenn man sich lange nicht gesehen hat, wird es etwas später bevor wir ins Bett kommen.

  20. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    #40
    17. Tag: Bolsterlang – Alpe Gund
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    Freitag, 5. Juli 2019
    Strecke: 24 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.775 m, ↓ 1.175 m
    Gehzeit: 9 h

    Gesamtstrecke: 362 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 20.750 m, ↓ 19.375 m
    Gesamtgehzeit: 118 h 15

    Der Morgen beginnt mit einem guten Frühstück und dem Tipp doch nicht den direkten Weg hinauf zum Hörnerhaus zu nehmen sondern über Sonderdorf und das Sonderdorfer Kreuz zu wandern. Der Weg sei wesentlich schöner und nicht so teerlastig. So ziehen wir gegen halb Neun los und bleiben zunächst auf gleicher Höhe wie Bolsterlang (858 m) und wandern nach Sonderdorf hinüber. Ab dort gehen wir den Aufstieg an.


    Oberhalb von Sonderdorf

    Das Tal mit Fischen und den Bergen dahinter begleitet uns. Je höhe wir kommen, desto mehr Berge des Allgäuer Hauptkammes sehen wir. Aber auch der Blick in nördliche Richtungen hat was zu bieten.


    Der Grünten auf dem Weg zum Sonderdorfer Kreuz

    In großen Zick-Zack-Bögen geht es auf tollen Wegen recht zügig aufwärts. Da ist eine Verschnaufpause am Sonderdorfer Kreuz (1.135 m) nicht nur der Aussicht geschuldet.


    Am Sonderdorfer Kreuz

    Ich liebe diese grünen Berge - Vor allem wenn dahinter noch der Hauptkamm steht! Weiter geht es hinauf zum Hörnerhaus (1.390 m). Der Teerstrasse können wir recht lange erfolgreich aus dem Weg gehen.


    Pause am Hörnerhaus

    Zum Glück mussten wir gestern Abend hier nicht mehr bis hoch! Das wäre noch anstrengend geworden. Und vor allem Dunkel. Wir sind die einzigen Gäste und werden mit wenig Begeisterung empfangen.
    Weiter hinauf geht es unter der Bahn durch aber über Wiesen zum Sattel neben der Bergstation der Hörnerbahn.


    Blick auf Wannenkopf und Grasgehren

    Auf dem Kamm geht es weiter hinauf in Richtung Weiherkopf (1.665 m).


    Aufstieg zum Weiherkopf

    Ab hier merkt man dann, dass die Bahn läuft. Waren wir bisher alleine unterwegs sind hier doch ein paar Menschen an zu treffen. Der Weiherkopf ist nichts Spektakuläres: Ein Gipfel mit Sesselbahn eben.
    Ab hier haben wir das Wandergebiet der nächsten Tage vor Augen: Die Nagelfluhkette. Auf dem Hörner-Höhenweg gehen wir hinüber zum Rangiswanger Horn (1.615 m).


    Blick vom Rangiswanger Horn auf die Nagelfluhkette

    Die Hörner sind nicht nur wegen der schönen Wege sondern vor allem auch wegen der großartigen Aussicht beliebt.


    Der Grünten über dem Sigiswanger Horn

    Wir machen uns an den Abstieg. Hier in der Gegend sind wir mit meiner 78-jährigen Tante mit Metallknie verabredet. Wir treffen sie beim Abstieg. Sie sitzt an einem kleinen See – Pfütze wäre hier vielleicht eher passend – und genießt die Bergwelt. Diese Region und die Nagelfluhkette sind bekannt für seine Bergflora. Sie hat ihr Auto in Ofterschwang stehen und ist mal kurz in einer Stunde hier raufgelaufen. 1,5 Stunden stand dran – Respekt! Und das in dem Alter! Wir lagen nicht so deutlich unter der angegebenen Zeit.


    Bergflora auf der Hörnergruppe

    Weiter geht es auf dem Höhenweg entlang in Richtung Norden. Tiefblicke inklusive.


    Am Hörner Höhenweg

    Wir umgehen das Sigiswanger Horn und halten auf die Fahnengehrenalpe zu. Hier gibt es dann ein zweites Frühstück.


    Die Fahnengehrenalpe

    Die Alpe ist so, wie man sich sowas eben vorstellt: Alt, einfach ausgestattet, gepflegt, ... Allgäuidylle pur!


    Auf der Fahnengehrenalpe

    Das Ofterschwanger Horn (1.411 m) ist seit der neuen Bahn recht überlaufen. Überhaupt ist das Wandern in Skigebieten immer etwas gewöhnungsbedürftig – auch wenn die Landschaft wirklich schön ist. Unglaublich, was für Skigebiete alles flachgewalzt und betoniert wird! Im Winter freue ich mich ja auch über schöne Pisten. Aber da sind die Sünden mit Schnee bedeckt.


    Auf dem Weg zum Allgäuer Berghof

    Am Allgäuer Berghof trennen wir uns dann wieder von dem Skigebiet und leider auch von meiner Tante. Durch den Wald geht es abwärts. Das Bergasthaus Blässe ist leider nicht bewirtschaftet. Also keine Gelegenheit Mittag zu machen. Wir telefonieren nach einer Unterkunft für heute Abend. Wir bekommen auf der Alpe Gund die letzten beiden Plätze. Die haben nur 12 davon. Glück gehabt!
    So steigen wir vollends bis Genzesried (889 m) ab und steigen auf der anderen Hangseite wieder auf. Aber leider ist auch die Dürrehornalm nicht bewirtschaftet.


    Die Hörner mit dem Allgäuer Berghof

    Das ist ein Südhang, den wir hier raufsteigen. Und der Wald liegt schon ein wenig zurück. Da wird uns gut warm! Wenigstens sind wir noch auf dem richtigen Weg!


    Wir sind noch auf dem E5

    Ein kleiner Fahrweg führt uns weiter hinauf zur Vorderen Krummbach Alpe (1.320 m). Hier ist endlich Betrieb!


    Typisch Allgäu

    Zum Glück nicht nur auf den Weiden. Wir bekommen Buttermilch und eine Brotzeit.


    Chillen auf der Vorderen Krumbach Alpe

    Nach ausgiebiger Mittagspause kühlt es langsam etwas ab. So machen wir uns nochmal auf den Weg. Zuerst hinauf zum Sattel und dann am Grat entlang in Richtung Steineberg. Hier war ich vor ein paar Jahren schon mal mit meiner Tante unterwegs. Wer wissen will, wie die Tour über den Mittag hier rauf aussieht, die im Rother-Führer erwähnt wird, der kann das dort nachlesen.
    Die letzten Meter geht eine recht lange Leiter (über 50 Stufen) hinauf auf den Steineberg (1.660 m). Sie lässt sich aber auch umgehen.


    Aufstieg auf den Steineberg

    Bei so einer Aussicht ist schon die nächste Pause fällig!


    Auf dem Steineberg

    Gerade als wir aufbrechen kommt einer mit seinem Mountainbike daher. Ich soll ihn mit seinem Drahtesel am Gipfelkreuz ablichten. In meinen Augen haben Räder auf solchen Wegen nichts verloren. Zumal hier einige Wegstücke nicht unberechtigt versichert sind.
    Auf einem schönen Kammweg geht es weiter die Nagelfluhkette entlang nach Westen.


    Genusswandern vom Steineberg zum Stuiben

    Der Blick schweift weit über das Alpenvorland im Norden und den Allgäuer Hauptkamm im Süden. Und jetzt ist es auch nicht mehr ganz so heiß.


    Kammwandern vom Feinsten – Steinköpfle und Stuiben

    Da unten taucht die Alpe Gund auf, wo wir übernachten wollen.


    Die Alpe Gund mit dem Alpenvorland

    Gemütlich lassen wir es hinter dem Steinköpfle zu der Alpe hinunter laufen.


    Es geht über die Almwiesen der Alpe Gund

    Kaum zu glauben, dass wir gerade noch auf einem drahtseilgesicherten Weg unterwegs waren. Recht müde kommen wir auf der Alpe an. Genau richtig zum Abendessen: Schinkennudeln mit Käse und Salat. Auf der Terrasse geht der Tag zu ende.


    Der Stuiben von der Alpe Gund aus gesehen

    Wir bekommen ein eigenes Lager weil die Wirtin uns nicht zu der Gruppe stecken will, die das andere Lager belegt. So haben wir ein eigenes Zimmer für uns. Das kommt uns sehr entgegen. Nach so einem ersten Wandertag falle ich recht früh ins Bett.

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