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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Testbericht] Katadyn Combi



Traeuma
16.07.2013, 07:44
Katadyn Combi

Kaufpreis: 215.00
Einsatzart: Einsatz in der ODS Jugendarbeit

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/katadyncombi.jpg[/img-r]Kaufdatum: 2013
Hersteller: Katadyn
Modellbezeichnung: Combi
Modelljahr: 2013
Unverbindliche Preisempfehlung: 215€
Preise Ersatzelemente: Keramikelement 115€ / Aktivkohle (2 Beutel) 18€
Ausstattung und besondere Details: Keramikfiltern inkl. Aktivkohlefilter (herausnehmbar)
Gewicht: 710g (siehe unten!)
Verarbeitungsqualität: sehr gut
Outdoorerfahrung Testperson (1-wenig bis 7-hoch): 5



1. Erster Eindruck
24.07.13

Für die Abteilung Jugendarbeit des outdoorseiten.net e.V. (https://www.facebook.com/ODS.Jugendarbeit) sind wir immer auf der Suche nach Händlern und Herstellern, die unsere Arbeit mit Sachspenden unterstützen möchten. Die Firma Katadyn (http://www.katadyn.com/dede/) ist von der ODS Jugendarbeit begeistert und hat sich daher entschlossen, uns mit einer großzügigen Sachspende zu unterstützen. Mit dabei waren vier Katadyn Combi Wasserfilter.


Kurzbeschreibung:
Der Katadyn Combi Wasserfilter ist ein Filter aus der Endurance Serie von Katadyn.

Die Produkte der Endurance Serie von Katadyn gewährleisten langjährige Strapazierfähigkeit und sind dank hochwertigen Materialien auch unter extremen Bedingungen absolut zuverlässig. Mit bis zu 100-facher Wasserleistung gegenüber Standardfiltern.

Für Expeditionen, Basislager und professionelle Anwendung
Sicherheit auch unter extremen Bedingungen
Ideal für 1–4 Personen
Auch für stark trübes Wasser
Sehr hohe Filterkapazität und Lebensdauer

Quelle: Katadyn Homepage

[img]http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/Katadyn-29.jpg


Lieferumfang:

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- Kunststofftasche
- Katadyn Combi Filter
- Zuwasserschlauch
- Vorfilter mit Schwimmer
- Adapter für Weithalsflaschen
- Wartungsset (Schwamm, Silikonfett, großer und kleiner Dichtungsring)
- 2 x Aktivkohle
- Handbuch



Zusammenbau Zuwasserschlauch:
Vor dem ersten Gebrauch muss der Zuwasserschlauch mit dem Vorfilter zusammengebaut werden.
Mit etwas Fingerspitzengefühl und einem gewissen Maß an Kraft an der richtigen Stelle ;-) ist dies aber schnell geschehen.
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Vorbereitung der Aktivkohle:
Der Combi ist auch ohne die Aktivkohlekartusche einwandfrei verwendbar (steht auch so in der Betriebsanleitung). Wer die Aktivkohle verwenden möchte, muss das Element zunächst Befüllen.

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Hierfür hebt man zunächst den Pumpstutzen nach oben.

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Als zweiter Schritt muss die Abdeckung der Aktivkohlekartusche ebenfalls nach oben (in den Pumpstutzen) geschoben werden. Mit einer kleinen Drehung lässt sich die Abdeckung gut lösen und nach oben schieben.

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Nun liegt die Aktivkohlekartusche frei und kann durch festes Ziehen herausgenommen werden.

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Mit ein wenig Kraft und Fingernageleinsatz bekommt man dann auch den Deckel der Aktivkohlekartusche abgenommen (kein Drehverschluss! Ich habe es wirklich lange versucht ;-))
Nun kann man die Aktivkohle aus einem der mitgelieferten Beutel einfüllen und dann alle Schritte zurückverfolgen, um das Aktivkohlefilterelement bereit zu machen.

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Vorne am Filter lässt sich übrigens mit einer Münze recht einfach der Monat einstellen, in dem man die Aktivkohle eingesetzt hat. So hat man immer schnell im Blick, wann die Aktivkohle gewechselt werden sollte.


Erster Einsatz:
Vor dem ersten Einsatz sollte man etwa 1l Wasser durch das Keramikelement pumpen. Das Wasser kommt recht milchig heraus, was normal ist und auf kleinste Keramikpartikel zurückzuführen ist.
Noch bevor jedoch der Liter durch ist wird das gepumpte Wasser klar und kann eigentlich bereits verwendet werden.
Nutzt man die Aktivkohle, so sollte man nach dem ersten Liter das Keramikelement mit dem mitgelieferten Schwamm reinigen, da sich Kohlestaub bei der ersten Nutzung auswäscht.

Wartung:
Die Wartung des Keramikelements erfolgt durch den Boden des Filters. Entweder man dreht ihn mit starken Fingern auf, oder man verwendet den Weithalsflaschenadapter verkehrtherum. Hierdurch lässt sich der Boden leicht öffnen und das Keramikelement herausnehmen.

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Beim Keramikelement selbst ist noch einen kleinen roten Messchieber angebracht. Wird die Keramik mit der Zeit (durch das Reinigen mit dem Schwamm) dünner, muss man mit dem Messschieber nachmessen. Passt er über das Element, dann ist die Keramik mittlerweile so dünn geworden, dass eine sichere Säuberung des Wassers nicht mehr gewährleistet wäre. Das Element ist dann durch ein Neues zu ersetzen.

Das Mitgelieferte Silikonfett für die Dichtungsringe sollte man bei Bedarf übrigens ruhig direkt vor der ersten Nutzung dünn auf den Dichtungsring des Pumparms auftragen. Bei zwei der gelieferten vier Filter war das Pumpen doch recht schwerlich. Nach Verwendung des Silikonfetts ging es dann aber sofort sehr leicht und angenehm.


Gewicht der einzelnen Bestandteile:
Filter inkl. Schlauch und Vorfilter: 652g
Filter, Schlauch, Schwamm, Adapter, Tasche: 710g


Weitere technische Daten (laut Hersteller):
Lebensdauer (Liter): ~ 50'000 (Keramik) ~ 400 (Aktivkohle)
Leistung (Liter): ~ 1 l/min
Masse (cm): 27 x 6
Technologie: 0,2 Mikron Keramik-Filter (reinigbar), Aktivkohlegranulat


Verwendung mit verschiedenen Trinkgefäßen:
Prinzipiell lassen sich standardmäßig normale Plastikflaschen direkt an den Boden des Filters anschrauben. Prinzipiell... da es nicht mit allen Flaschen einfach so funktioniert. Mit einer Evian Flasche hatte ich beispielsweise Probleme, während sich die PET Flaschen von Aldi ohne weiteres anschrauben ließen.
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Für Weithalsflaschen oder auch Sigg-Flaschen (Gewinden innen im Flaschenhals) liefert Katadyn gleich einen Adapter mit. Einmal aufgeschraubt lassen sich auch Nalgene Flaschen meist Problemlos mit dem Combi verbinden. Auch hier wieder "meist", da ich mit einer Nalgeneflaschen keine Probleme hatte, eine andere Nalgene (bereits älter) sich aber warum auch immer nicht anschrauben ließ.
Am besten also vor der Tour probieren, ob die mitzunehmenden Flaschen auch auf das Gewinde passen.


Vorläufiges Fazit nach dem ersten Eindruck:
Der Combi macht einen sehr guten und hochwertig verarbeiteten Eindruck. Sicherlich ist das Gewicht und die Größe ordentlich, aber die zu erwartende Haltbarkeit, die Lebensdauer des Filterelements (ca. 50 000 Liter!) und die robuste Verarbeitung hinterlassen ein sehr gutes Gefühl. Vor allem für unsere Belange verspricht dieser Filter genau das Richtige zu sein. Wenn wir mit den Jugendlichen auf Tour gehen, dann werden die Filter von ihnen verwendet und je nach Alter und Reife alles andere als "zimperlich".
Auch die Gefahr, dass hier vielleicht einmal der Pumpmechanismus zerbrechen sollte (wie bei mir bereits bei einem MSR MiniWorks Filter mal geschehen) beseht hier eigentlich nicht. Der Pumparm ist aus Metall und die restlichen Elemente aus sehr hartem Plastik gefertigt.
Ich freue mich schon auf den ersten Einsatz mit den Jugendlichen :D




2. Praxistest
30.07.2013

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Vom 27. - 28.07.2013 hatten wir die Filter das erste Mal mit auf einer Jugendarbeits-Tour (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/73226-Tour-BaW%C3%BC-Tour-2013-3-Walking-in-the-rain).
Der Vorteil eines Filter zu einem (bisher verwendeten) Steripen ist ganz klar, dass wir auch trübes Wasser filtern konnten. So war es kein Problem, ein paar Meter durch das Dickicht den Hang hinunter zu einem kleinen Bach abzusteigen und dort dann Trinkwasser für die Gruppe zu gewinnen.
Die Jungs und Mädls waren mit Begeisterung dabei und waren auch sehr erstaunt, wie schnell man denn die Flaschen voll bekommt. Das Pumpen an sich und das Befüllen der Flaschen war selbsterklärend und erforderte kaum Hilfe durch die ODS-Begleiter. Das "Drumherum" allerdings doch. So sollte man nicht unbedingt direkt oberhalb der Entnahmestelle im Bach mit dreckigen Stiefeln herumstapfen. Sicherlich macht der Filter auch das mit, aber die Reinigung des Keramikelements würde hierdurch nur umso schneller geschehen müssen.
Etwas schwierig gestaltete sich die Befüllung einer 1,5l Plastikflaschen. Wenn man den Filter darauf schraubt, dann ist zum einen die Höhe des Gesamtkonstrukts doch recht beachtlich und zum anderen "faltet" man bei zu engagiertem Pumpen doch auch das ein oder andere Mal die Flasche.
Da wir großteils Metallflaschen mit dabei hatten und diese mit dem Adapter verwendetet, war es aber kein größeres Problem.


Noch ein Wort zur Lagerung:
Vor einer längeren Lagerung ist der Filter natürlich zu reinigen. Man schrubbt das Keramikelement also sauber und lässt Aktivkohle und Keramik gut trocknen.
Das habe ich auch so getan und dann den Filter zusammengebaut verstaut.
Nach einer Woche habe ich mir dann das Keramikelement nochmals kurz angeschaut und musste zu meinem Erschrecken feststellen, dass sich kleine "Schimmelfleckchen" auf der Keramik gebildet hatten.
Entweder die Keramik war noch nicht ganz durchgetrocknet, oder aber es hatte noch ein paar Tropfen in dem Gehäuse gegeben.
Wie dem auch sei habe ich daraus gelernt, die Keramik einfach zu säubern und dann eine Woche lang irgendwo im Zimmer stehen zu lassen, dass sie auch wirklich komplett durchtrocknen kann.







3. Langzeittest
Erfolgt nach ca. 12 Monaten der Nutzung.

Fazit

Der Combi macht einen sehr guten und hochwertig verarbeiteten Eindruck. Sicherlich ist das Gewicht und die Größe ordentlich, aber die zu erwartende Haltbarkeit, die Lebensdauer des Filterelements (ca. 50 000 Liter!) und die robuste Verarbeitung hinterlassen ein sehr gutes Gefühl.