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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Carbonstahl oder rostfrei?



Doschdn
08.01.2012, 12:31
Ich weiß nicht, ob diese Frage schon gestellt wurde, oder nicht. Ich habe auf jeden Fall nichts vergleichbares im Forum gefunden, und lasse Einsicht walten, falls mich doch jemand auf einen ähnlichen Faden hinweist:grins:...
Ich kenne mich noch nicht so gut mit Messern aus und will mir ein Mora sozusagen als "Zweitwagen" zulegen. Meine Frage: Ist ein Mora mit Carbonstahl oder rostfreiem Stahl besser. Was sind die Vor- und Nachteile von rostend und rostfrei?

MfG
Doschdn

Aktaion
08.01.2012, 14:19
Vielleicht hilft Dir diese Kurzzusammenfassung schon weiter:

Stahl für Dummies (http://www.gungfu.de/messer/stahl.html)

(Titel stammt nicht von mir, Sorry:ignore::D)

Doschdn
08.01.2012, 15:07
Hammer Ding, danke. Das müsste es zu mehr Themen geben! Aber euch eure Erfahrungen würden mich interessieren! Aber danke schon ein mal für die Hilfe.

lina
08.01.2012, 15:21
Naja, das kommt drauf an.
Meine Arbeitsmesser für zuhause sind inzwischen fast aussschließlich nicht rostfreie (außer für Zitrusfrüchte, Ananas, etc.), die für unterwegs auch mal rostfrei, dann aber in guter Stahl-Qualität (was für große Küchenmesser schon in den Bereich des Unbezahlbaren geht, Messer für unterwegs sind ja kleiner (meine jedenfalls ;-)) und demnach erschwinglicher).

Lefu
08.01.2012, 15:40
Im Endeffekt ist ein Mora in meinen Augen ganz nett für kleine feine Arbeiten, für gröberes wie Hacken oder durch einen Klotz treiben einfach zu zerbrechlich und auch nicht massiv genug.


Für mich wäre interessant, was dein "Erstwagen" ist, wofür du ihn einsetzt und welche Aufgaben dein "Zweitwagen" ergänzend erledigen soll. Schleppst du beide mit, oder nur eines und wozu?
Je nach Aufgabe haben halt verschiedene Stahlarten ihren Vorzug. Pauschal zu sagen, was besser ist... ist so eine Sache ;)

Doschdn
08.01.2012, 15:59
Also mein "Erstwagen" ist dieses Einsteigerdingens hier (bin ja auch noch Einsteiger): http://www.fahrtenbedarf.de/cgi-bin/shop/iboshop.cgi?showd578000!0,737190396819901,578160

Verwendet wird es bisher für alles außer Essenszubereitung. Also Schnitzen, auch mal Hacken und Batoning, und, und, und.
Das Mora sollte dann eben mal filigranere Schnitzarbeiten mitmachen oder auch als Messer für den Gürtel dienen, da ich das Herbertz eigentlich nur im Rucksack habe und es nur raushole, wenn ich es brauche...

BleiStift
08.01.2012, 16:46
http://www.hkgt.de/shop/messer/mora-of-sweden/index.html ... weiß nicht ob du die seite schon kennst da sind ne menge mor messer :D

... naja nun zum thema ... ich denke das man bei relativ wenig aufwand auch ein messer was nicht rostfrei ist rostfrei halten kann ... daher würde ich ruhig zu einem rostenden stahl tendieren weil dieser eigentlich immer die besseren schneide eigenschaften hat ... wenn du aber keine lust hats dich ein bissel ums messer zu kümmern geht es natürlich auch mit dem rostfreien stahl ;-)

Doschdn
08.01.2012, 16:56
Also bei der Arbeit, das ein Messer für mich leisten soll, bin ich auch durchaus bereit "etwas dafür zurückzugeben":grins:.
Das Thema Pflege wäre für mich also kein Problem!

Lefu
08.01.2012, 17:17
Messer in der Größe wie dein Herbertz, oder in meinem Fall ein Falkniven F1 sind in meinen Augen bereits dazu ausgelegt, feinere Arbeiten zu verrichten. Noch feinere Arbeiten wären dann Detailschnitzereien an Wanderstöcken - mir fällt gerade kein besseres Beispiel ein. An sich würde ich sagen, dass für Feinarbeiten dein Herbertzmesser vollauf reichen dürfte, auch wenn ich nicht weiß wie es in der Hand liegt und wie die Schnitteigenschaften sind.

Dein Herbertzmesser entspricht von der Klingenlänge her an sich den Moramessern.
Nur dürften diese eine dünnere und damit beweglichere und biegsamere Klinge haben.

Die Moramesser kosten nun aber auch nicht die Welt und sind für ihren Preis qualitativ sehr sehr gut.
Wenn dich die 15-20 Euro nicht umbringen würde ich mir an deiner stelle einfach eines kaufen und herausfinden ob es etwas für dich ist. Im schlimmsten Fall packst du es aus, merkst, dass es nicht ist was du wolltest und schickst es zurück. Wobei die Portokosten dann wohl schon 1/4 des Messerpreises abgäben.

Wenn es dir nicht zu viel Aufwand ist, das Messer nach Gebrauch trocken zu wischen und gegebenenfalls einzuölen, damit es nicht rostet, hättest du bei Carbonstahl etwas an der Hand, was zäh ist und sich sehr scharf bekommen lässt für Detailarbeit.


Das hier kostet sogar unter 6 Euro (http://www.hkgt.de/shop/messer/mora-of-sweden/k-j-eriksson-arbeitsmesser-95-cm-klinge.html)

Für unter 7 hier die rostfreie Variante (http://www.hkgt.de/shop/messer/mora-of-sweden/k-j-eriksson-arbeitsmesser-aus-mora-95-cm-klinge.html)


Könntest dir auch beide kaufen und ausprobieren, was für dich angenehmer ist ;)

Doschdn
08.01.2012, 17:26
Also ich denk auf jeden Fall drüber nach;-)! Danke dir

Lefu
08.01.2012, 17:31
Wobei die halt eben auch viele kleinklingige Schnitzmesser haben.
Ich wie gesagt finde aber schon Messer wie dein Herbertz von der Größe her als passend für feinere kontrollierte Arbeiten.

cast
08.01.2012, 17:33
Willst du ein Mora weil es billig ist ?

Carbonstahl, filigran UND schön geht nämlich auch. Nur richtig billig geht dann nicht.


http://www.nordisches-handwerk.de/shop/gebrauchs_messer_skandinavische_herst,rid,39,pgruppen.html

Im großen und ganzen würde ich dir trotzdem ein Messer aus rostfreiem Stahl empfehlen, die Dinger machen einfach weniger Arbeit und man kann auch mal gedankenlos ein dreckiges Messer einstecken ohne, daß man sich anschließend ärgert.

Peter83
08.01.2012, 19:33
Ich empfehle dir auch, dich für ein Messer aus rostfreiem Stahl zu entscheiden. Es braucht erheblich weniger Pflege - wenn du dich später für etwas spezielles entscheiden willst, kannst du mit mehr Erfahrung immer noch zu einem Carbonstahl greifen.

Liebe Grüsse,
Peter

Lefu
08.01.2012, 21:14
Hier im Forum hat das schon mal wer umfassender betrachtet. (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?34165-Mora-711-Carbon-Steel-Test) Sieht recht interessant und informativ aus und muss es selbst erst mal lesen ;)

Shuya
10.01.2012, 13:06
Vielleicht hilft Dir diese Kurzzusammenfassung schon weiter:

Stahl für Dummies (http://www.gungfu.de/messer/stahl.html)

(Titel stammt nicht von mir, Sorry:ignore::D)

Für den Anfang nicht schlecht, jedoch nicht in allen Details korrekt.

Es fehlt der Punkt, dass auch Rostträge Stähle mittels Legierung in ihrer Schnitthaltigkeit verbessert werden können, zu Lasten der Feinkörnigkeit der SChneide (ausgenommen Pulvermetallurgie). Bestimmte Legierungselemente verbessern bei gleichem Kohlenstoffgehalt, gleicher Härte die Zähigkeit maßgeblich, die Schnitthaltigkeit ebenfalls.

Doschdn
10.01.2012, 14:30
Ja, gut, da sprechen die Experten. Aber für den Laien ist das immerhin schon mal ein Anfang, wenn er sich diesen Text durchliest...


Willst du ein Mora weil es billig ist ?
Also ich muss ganz ehrlich sagen dass mir diese Messer (zwar nicht alle Modelle, aber so im großen und ganzen) sehr gut gefallen. Nachdem ich mich informiert habe wurde mir auch versichert, dass es keine schlechten Messer sind. Und bei dem Preis ist es auch kein Weltuntergang, wenn es dann halt doch mal kaputt geht...

Fritsche
10.01.2012, 14:46
Mit Kohlenstoffstahl kann man feinere Schneiden erzeugen als es bei rostfreiem geht. Das allerdings ist erst in einem Bereich an Schärfe, den ein Normalanwender eh nie erreicht, und der anwendungsmäßig völliger Overkill ist: Thema "Haarespalten". Eine Klinge aus Kohlenstoffstahl kann man so ausschleifen, dass man einzelne Späne aus menschlichen Kopfhaaren abheben kann. Das geht mit rostfreiem nicht. Aber wie gesagt: man braucht das auch nicht unbedingt.

Rostfreie Stähle sind in der Regel per Hand schwerer wieder scharf zu bekommen, bleiben aber genauso auch länger scharf. Willst du eher oft nachschärfen, und das recht einfach, oder selten, dann aber schwieriger?

Kohlenstoffstähle werden tatsächlich stumpf, auch wenn du sie nicht benutzt, sofern du die Schneide nicht penibel ölst oder fettest.

Als Fan rostender Stähle meine ich, dass für die meisten Anwendungen ein sog. rostfreier Stahl sinnvoller ist.

Doschdn
13.01.2012, 09:07
Also ich habe mich jetzt erst einmal für ein rostfreies Mora entschieden. Wenn ich Lust und Laune (und ein bisschen mehr Erfahrung) habe, kann ich mir ja immer noch eines aus Carbonstahl kaufen...

krupp
13.01.2012, 15:22
hey doschdn :-)

mal die stahlsorte beseite lassend,
da du dich ja auch für survival und bastelein interessierst wäre eine alternative zu einem
kleinerem messer für feinarbeiten evt auch ein multitool.
das wiegt natürlich einiges mehr, hat idr eine etwas dickere klinge und ist auch teurer
als zb ein mora aber dafür vielseitiger einsetzbar.
ich persönlich finde die kombination "messer fürs grobe" (zb zum holz spalten ect)
+ multitool ganz brauchbar. kompromisse geht man immer irgendwo ein.
tomaten filetieren kann ich mit keinem von beidem :bg:

Doschdn
13.01.2012, 17:18
Ein Multitool habe ich schon und muss sagen, dass es einfach zu "Dank mir schaffst du alles" ist. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, weil ich eher der "Normal-Messer"-Fan bin oder mir alles außer Messer aus der Natur improvisieren möchte. Aber wenn ich etwas mit ihm gemacht habe, dann hat's auch funktioniert. Also durchaus brauchbar, aber ich würde gerne darauf verzichten...

GHL
22.01.2012, 17:29
Thema "Haarespalten". Eine Klinge aus Kohlenstoffstahl kann man so ausschleifen, dass man einzelne Späne aus menschlichen Kopfhaaren abheben kann. Das geht mit rostfreiem nicht. Aber wie gesagt: man braucht das auch nicht unbedingt.


Sorry, es gibt auch Rasiermesser aus rostfreiem Stahl, die ihren rostenden Geschwistern ebenbürtig sind.

Gruß

Fritsche
22.01.2012, 18:04
Sorry, es gibt auch Rasiermesser aus rostfreiem Stahl, die ihren rostenden Geschwistern ebenbürtig sind.

Gruß

Sorry, aber Haare zu spalten erfordert eine feinere Schneide, als Haare zu schneiden.

Jeder der Legierungszusätze, die die Rostanfälligkeit reduzieren, erhöhen gleichzeitig die Gefügegröße, allerdings tut das auch Kohlenstoff.

Bleibt man aber beim Kohlenstoff unter ca. 0,8%, und der üblichste rostfreie Messerstahl ist nun mal C75, beträgt der Unterschied in der Gefügegröße mindestens eine Zehnerpotenz.

Die Details kann man zum Beispiel beim Messerpapst Roman Landes nachlesen, inklusive Mikroskopaufnahmen mit Massstab.

Wie gesagt, das was rostender Stahl an feiner Schneide besser kann als rostfreier, fällt erst im "Fetischismusbereich" auf, aber nicht im Alltag. Und Rasierklingen fallen in die Kategorie "Alltag". In dem Fall hast du recht: Haare schneiden kann man mit jedem Stahl.

nebulos
22.01.2012, 18:19
Sorry, aber Haare zu spalten erfordert eine feinere Schneide, als Haare zu schneiden.

Mein FK U2 aus SGPS konnte nach einer Polierorgie auch Haare spalten und war Rostfrei.
Das kleine Ding war schon fast unheimlich ;-)

Fritsche
22.01.2012, 18:33
Mein FK U2 aus SGPS konnte nach einer Polierorgie auch Haare spalten und war Rostfrei.
Das kleine Ding war schon fast unheimlich ;-)

Das ist auch der Sinn von Pulverstahl. Pulverstahl steht bei der Diskussion aussen vor, der hat sowieso ganz eigenes Gefüge.

Und ja, das U2 ist wirklich klasse :-)