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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Trekking-mit-Kindern-Thread



Cattlechaser
27.10.2011, 13:25
Im Forum gibt es immer wieder Posts, die von kurzen Touren mit Kleinkindern berichten. Viele schreiben keinen Reisebericht, vielleicht auch deshalb weil die Touren vermeintlich zu kurz hierfür sind.

Mich interessiert ein Erfahrungsaustausch, um von den Erfahrungen der anderen zu lernen. Natürlich ist jedes Kind anders, aber prinzipiell geht es doch immer wieder um die gleichen Fragen: Wie weit laufen Kinder ab einem bestimmten Alter? Kommen sie mit guten Wanderschuhen auch in schwierigem Gelände zurecht? Schlafen sie im Zelt? Wenn ja, mit welchem Schlafsack (Wärmeleistung)? Benötigt man Spielzeug, um sie zu beschäftigen oder genügt ihnen die Natur. Benötigt man (noch) eine Kindertragen und wenn ja, wie verteilt sich dann das Gewicht unter den Erwachsenen? Wann können die Kinder einen eigenen Rucksack tragen? Wie viele Tage kann man mit Kindern in welchem Alter gehen? Wie halten Sie schlechtes Wetter aus?

Eine Menge Fragen, zu denen viele Leute hier wohl ihre eigenen, individuellen Erfahrungen gemacht haben. Ich fang dann mal an:


Wo: Schottland, Letterewe-Wilderness sowie Glen Affric
Dauer: je 2x2 Tage, je eine Übernachtung im Zelt
Wann: Anfang Juni
Wetter: Wolkig bis heiter, kurzer Nieselregen an einem Tag, windig – tags 10-15 Grad, nachts 4-8 Grad
Alter des Kindes: knapp 3 Jahre
Entfernung pro Tag: 14 km-17 km

Unser Sohn ist im Sommer 3 Jahre geworden. Er wandert mit uns, seit er ein paar Wochen alt ist und hält mittlerweile auch lange Touren im Rucksack durch. Zwischendurch will er dann immer Laufen.

Unsere Erfahrungen in Schottland waren überragend. Wir sind fernab der Zivilisation mit ihm getourt, über schmale Trampelpfade und im Glen Affric auch durch wegloses Gelände in die Wildnis gelaufen, haben dort gezeltet und sind den nächsten Tag zurück gelaufen. So gut gelaunt haben wir unseren Sohn selten erlebt. Er hat die Natur genossen, kein Spielzeug benötigt sondern Steine und Stöcke gesucht, ist über die Hänge geklettert und hat neben dem Zelt stundenlang Kiesel ins den Bach geworfen. Er ist insbesondere im Glen Affric für seine Verhältnisse erstaunlich weit gelaufen, etwa 5-6 Kilometer. Dabei war er ganz stolz, selbst über die steinigen, nicht sonderlich trittfesten Pfade zu laufen und hat immer betont, dass „wir da gut aufpassen müssen“- diese Belehrung hat er übrigens auch vom Rucksacksitz aus weiter verfolgt. Die Wanderschuhe haben ihm beim Laufen einen guten Halt gegeben.

Abends gab es nichts Schöneres, als mit Mama und Papa im Zelt zu sitzen und beim Kochen zuzuschauen. Selbst einen Nieselregen am letzten Tag im Glen Affric hat er ohne nur im Geringsten zu murren hingenommen. Im Glen Affric hatten wir auch eine (für Anfang Juni in Schottland) sehr kühle Nacht. Er hat sich aber von alleine ganz tief in den Schlafsack (Ajungilak Little Mammut) verkrochen und die Schlafsackkapuze über sich gezogen und war am nächsten Morgen trotz der kühlen Temperaturen überall warm.

Einziges Problem war natürlich der Transport: Bei mir sind mit Kind (inkl. Kleidung und Schuhen ca. 17 kg), dem Tragerucksack (3,5 kg), dem Wassersack (2 kg), seiner Kleidung und unserer Verpflegung (ca. 3 kg) sowie dem unten angeschnallten Zelt (3,2 kg) insgesamt etwa 29 kg zusammen gekommen. Meine Frau hat dann den gesamten Rest getragen, etwa 20 kg in einem 75 Liter-Rucksack. Gewicht und Volumen haben unseren Touren so eine Zeitgrenze gesetzt. Wäre es vom Packvolumen und Gewicht möglich gewesen, Nahrung und Kleidung für 3 oder 4 Tage mitzunehmen, hätten wir auch eine längere Tour gemacht. Ihm hätte es auf alle Fälle Spaß gemacht, er hat auch nach dem Urlaub davon geschwärmt, im Zelt zu schlafen.

Vielleicht geht es übernächstes Jahr auf eine 4 bis 5-tägige Tour, wenn er selbst die komplette Strecke (wenn ja, wie lange?) läuft.

Hier noch zwei Impressionen:

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/25/medium/SANY0076.JPG


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/25/medium/0482.JPG


Ich bin gespannt auch eure Erfahrungen.

felixheine
27.10.2011, 15:09
Interessantes Thema. Hab ich abonniert und werde hier regelmäßig mit lesen. Felix

Klappstuhl
27.10.2011, 15:26
5sterne

Super Idee, ich lese auch mit und wenn ich mit Klappstühlchen mal Erfahrung habe poste ich hier auch gerne mit...momentan war noch nicht viel drin...

aspreti
27.10.2011, 15:28
Super Thema.

Wir haben bislang mit unserem Kleinen (2,5 Jahre) ein paarmal im Zelt geschlafen. Er im Deuter Schlafsack, zwischen uns gekuschelt war es ihm eher zu warm, obwohl Anfang des Herbst. Das hat ihm gut gefallen.Tageswanderungen nur im nahen Alpenraum in der Kraxe von Deuter.

Längere Wandererungen scheut meine Liebste bisher. Alleine mit ihm losziehen in der Kraxe mit Zelt, Schlafsack ect ist ein Gewichtsproblem. Und mit der Kraxe auf dem Rücken wüsste ich auch nicht wohin mit dem restlichen Krempel. Aber vielleicht hat jemand einen Tipp????

chrischian
27.10.2011, 16:17
Zuerst dachte ich, muss das sein? Man kann doch die Kleinen einfach bei Oma und Opa lassen und sich in Ruhe erholen. :bg:


Hmm, dann habe ich mal in alten Ordnern gewühlt und ich werde schnell fündig: Ostern 2002. Wir waren mit Freunden in der Böhmische Schweiz zum Boofen unterwegs und hatten einige Kinder mit. Meine Tochter war 5 Jahre und meinem Sohn fehlten 2 Monate zu 3 Jahren! Die 1-jährige haben wir dann aber doch bei Oma gelassen. ;-) (Nummer 4 war noch nicht einmal geplant. Lang ist es her.)

[img-l]http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/ostern2002_01.jpg[/img-l] (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=39482&title=unterwegs-mit-kleinen-kindernostern-2002&cat=500)
Von Drježdźany bis Hřensko ist es nur 1h mit dem Zug. Kleine Kinder mögen keine lange Anreise. Da wir zwei Kinder mit hatten, mussten wir doch einiges an Gepäck tragen. Kleine Kinder brauchen Wechselsachen. Nasse Sachen am Körper trocknen ist nicht.


[img-r]http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/ostern2002_02.jpg[/img-r] (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=39483&title=unterwegs-mit-kleinen-kindernostern-2002&cat=500)
Das Wetter war schön und es hat Spaß gemacht. :)


[img-l]http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/ostern2002_04.jpg[/img-l] (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=39484&title=unterwegs-mit-kleinen-kindernostern-2002&cat=500)
Ein unschlagbares Wanderteam an der Grundmühle(Dolský Mlýn (Růžová)). Bis zur Boofe ist es nicht mehr weit. Wenn mein Sohn nicht mehr konnte, habe ich ihn auf den Schultern getragen. Kindertrage ging nicht, da hätten wir unser Gepäck nicht wegbekommen.


Ansonsten habe ich mehre Reiseberichte (mit 6-jährigen Kindern) geschrieben:

- E3 - Von der Böhmischen Schweiz bis ins Riesengebirge (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?48936-CZ-E3-Von-der-B%F6hmischen-Schweiz-bis-ins-Riesengebirge)
- Nordöhmen - Eine Herbsttour für die Sinne (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?56875-CZ-DE-Nordb%F6hmen-Eine-Herbsttour-f%FCr-die-Sinne)

Ab einem bestimmten Alter tragen Kinder ihr Zeug selber und alles ist wesentlich einfacher. ?:o Oder auch nicht. ;-)

chrischian
27.10.2011, 16:22
wenn ich mit Klappstühlchen mal Erfahrung habe

5sterne

Atze1407
27.10.2011, 16:27
@ Chrischian

Du brauchst einen eigenen Thread mit dem Titel, wie jage ich meine Kinder durchs Gebirge und treibe sie Berg auf, Berg ab. :ignore:

chrischian
27.10.2011, 16:36
@ Chrischian

Du brauchst einen eigenen Thread mit dem Titel, wie jage ich meine Kinder durchs Gebirge und treibe sie Berg auf, Berg ab. :ignore:

Genau so ein Thread ist das hier. Mal sehen, was ich noch so finde. :grins:

Schön, dass Du ein Lebenszeichen von Dir gibst.

blue0711
27.10.2011, 17:18
Hab ja meinen Reisebericht zum Berliner Höhenweg schon drin. mini-blue ist zwar schon 10, aber das gilt noch, glaub ich.

Ebenso die Runde bei Bad Hindelang, Westweg und das Heidiland (die fehlen noch teilweise) (9,9 und 8)
Mit 7 große Klettersteigtour Alpspitze - Matheisenkar (versuche ih auch mal nachzuliefern)
Davor kleinere Sachen ab 4

Mein Erfahrung ist, dass man fast nicht früh genug anfangen kann. Wetter ist in den seltensten Fällen ein Problem für die Kids, und bei ordentlicher Planung/Ausstattung können sie bereits mit 8-9 ihre Ausrüstung alleine tragen.
Die Begeisterung für die grandiose Natur is ganz schnell da.
Und das durchaus auch in sogenannten Mondlandschaften.

Bergschuhe einerseits, aber auch Fivefingers sind beim Laufen sehr hilfreich, Hauptsache Schuhe, die outdoortauglich sind und mt denen das Kind gerne läuft.

Leistungsfähigkeit:
Meine Kleine hat mit 8 bereits fast meine Leistungsstufe erreicht, Mama war schon abgehängt.
Was aber immer wieder kommt: Kinder machen schlapp, wenn die Motivation zuende geht, nicht erst, wenn die Reserven zuende sind. Das ist einerseits gut, weil man sie dann doch noch etwas motivieren kann, andererseits schlecht, weil man im Notfall nicht weiss, wo die Reserven zuende sind.

chrischian
27.10.2011, 17:30
Hab ja meinen Reisebericht zum Berliner Höhenweg schon drin. mini-blue ist zwar schon 10, aber das gilt noch, glaub ich.


Meinst Du?


Im Forum gibt es immer wieder Posts, die von kurzen Touren mit Kleinkindern berichten.


Hier würde ich die Grenze ziehen. ;-)



Meine Kleine hat mit 8 bereits fast meine Leistungsstufe erreicht,


Noch was zur Motivation. Wenn Gleichaltrige dabei sind, macht's gleich viel mehr Spaß. ;-)

blue0711
27.10.2011, 17:32
Das Klein- ist mir untergegangen nach der Überschrift.
Egal, die Reiseberichte liefer ich trotzdem mal nach.

chrischian
27.10.2011, 17:38
Das Klein- ist mir untergegangen

Das war auch etwas kleinlich von mir. ;-)

fcelch
27.10.2011, 18:47
Hei,

prima Thema.

Bei meinen Reiseberichten findet ihr je einen Wanderbericht mit Kindern über
- Hüttentour im Allgäu (2010)
- und Norwegen (Rondane) 2011

Gruß,
FCElch

-ph-
27.10.2011, 20:01
5sterne

Super Idee, ich lese auch mit und wenn ich mit Klappstühlchen mal Erfahrung habe poste ich hier auch gerne mit...momentan war noch nicht viel drin...

Schließe mich (mit kleinem Chauken statt Klappstühlchen) voll an!

blauloke
27.10.2011, 20:21
So einen Thread hätte ich vor zwanzig Jahren gebraucht.

Meine Töchter habe ich, als sie klein waren, anscheinend überfordert. Seit dem setzen sie keinen Fuss mehr vor den anderen.:(

Eine Bitte habe ich.
Wenn es nicht nur ein reiner Erfahrungsaustausch ist, sondern schon eine Art Reisebericht, dann verlinkt ihn auch in die Reiseberichte. Auch wenn es nur eine Tageswanderung ist.
Wegen meiner eigenen schlechten Erfahrungen lese ich Berichte mit Kindern sehr gerne.

Atze1407
27.10.2011, 20:28
@ blauloke
Meine Töchter habe ich, als sie klein waren, anscheinend überfordert. Seit dem setzen sie keinen Fuss mehr vor den anderen.



Siehste, sag ich ja immer, der Chrischian sollte sich mal zwecks Erfahrungsaustausch mit dir in Verbindung setzen. :grins:

chrischian
27.10.2011, 20:48
@ blauloke

Siehste, sag ich ja immer, der Chrischian sollte sich mal zwecks Erfahrungsaustausch mit dir in Verbindung setzen. :grins:

Jetzt ist es bei blauloke doch zu spät. ;-) Ich glaube, dass ist Veranlagung. Entweder es klappt oder es klappt nicht. Ich fordere meine Kinder recht stark. Bis jetzt hat es nicht geschadet. Inzwischen planen(träumen :bg:) die Großen bereits Ihre eigenen Touren. Da fällt auch schon mal der Begriff Jakobsweg. Man kann doch auch mal mit was Kleinem beginnen. Kein Ahnung, woher sie diesen Hang zum Übertreiben haben. :grins:

Cattlechaser
27.10.2011, 23:09
Danke an alle für die vielfältigen und positiven Reaktionen (und auch für den Humor :D)


Super Thema.
Längere Wandererungen scheut meine Liebste bisher. Alleine mit ihm losziehen in der Kraxe mit Zelt, Schlafsack ect ist ein Gewichtsproblem. Und mit der Kraxe auf dem Rücken wüsste ich auch nicht wohin mit dem restlichen Krempel. Aber vielleicht hat jemand einen Tipp????

Wenn die Liebste in dem Alter des Kindes streikt, sehe ich kaum Möglichkeiten. Wir hatten, wie gesagt, das Zelt unter die Kraxe geschnürt und mir Verpflegung und Kindersachen überlassen - plus das Kind natürlich. Zu mehr hätte es auch bei höhrem Tragevolumen bei mir kaum gereicht. Hat jemand einen anderen Vorschlag für dieses Kinderalter?



Zuerst dachte ich, muss das sein? Man kann doch die Kleinen einfach bei Oma und Opa lassen und sich in Ruhe erholen. :bg:


Ja, wir sollten Den-ohne-Kinder trekken-Thread eröffnen und über Betreuungserfahrungen der Großeltern plaudern. :bg:



Ansonsten habe ich mehre Reiseberichte (mit 6-jährigen Kindern) geschrieben:

- E3 - Von der Böhmischen Schweiz bis ins Riesengebirge (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?48936-CZ-E3-Von-der-B%F6hmischen-Schweiz-bis-ins-Riesengebirge)
- Nordöhmen - Eine Herbsttour für die Sinne (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?56875-CZ-DE-Nordb%F6hmen-Eine-Herbsttour-f%FCr-die-Sinne)

Ab einem bestimmten Alter tragen Kinder ihr Zeug selber und alles ist wesentlich einfacher. ?:o Oder auch nicht. ;-)

Sind sie denn bei euch ab 5 Jahren komplett selbst gelaufen? Und wenn ja: Wie weit? Konkret: Kann man Kinder mit 5 Jahren (soweit die Eltern alles andere tragen) im Sommer über den Kungsleden oder den WHW usw. mitnehmen?

Den ersten Bericht habe ich schon vor geraumer Zeit gelesen und er hat mir sehr gefallen. Besten Dank hierfür.


Hei,

prima Thema.

Bei meinen Reiseberichten findet ihr je einen Wanderbericht mit Kindern über
- Hüttentour im Allgäu (2010)
- und Norwegen (Rondane) 2011

Gruß,
FCElch

Ich schließe mich Blauloke, Post 15, an. Bitte nehmt doch die Gelegenheit wahr, eure Reiseberichte zu verlinken. Viele sind nicht direkt am Titel als "Trekking-mit-Kindern" erkennbar.

Gruß
Ulf

ckanadier
28.10.2011, 00:07
Die Idee mit dem Thread finde ich super auch wenn wir mehr mit Kindern paddeln als trekken. Das gibt da aber sehr ähnliche Problematiken und Fragen. Es ist wahrscheinlich besser den paddeln-mit-Kindern-Thread zu eröffnen als das hier dazu zu bringen. Was meint ihr dazu?
Gruß Jürgen

BukitTimah
28.10.2011, 05:44
Wir machen nicht wirklich zusammenhaengende Touren sondern 2/3-Tages "base"camp und von dort aus laengere Tageswanderungen.
<--

Zwischen den Basecamps dann immer mit dem Auto unterwegs. So haelt sich das Gewicht in Grenzen. Knapp 3 jaehriges Kind plus Kraxe, Wasser und Tages Geroedel sind schon ~20Kg und unsere ist eher schmal ud leicht gebaut. Wenn noch Zelt, Kocher, Essen, Schlafen etc dazu kaeme schaffen wir es einfach nicht.

Unsere Kleine geht inzwischen auch Spazierenstehen/ je nach Motivation sind so 3km am "Stueck" moeglich. Da muss es aber Spannend sein, so von Spinne zu Gecko, zu etc und manchmal kurz auf den Arm. Die 3km dauern dann um die 2 Stunden.

Was wir uns ueberlegen ist mal mit nem Esel loszuziehen (Problem: woher vorher die Pflege lernen und zu wissen was das Tier kann und nicht kann) und so das Gewichtsproblem entschaerfen. Wahrscheinlich gehen wir erst mal in Begleitung eines Eselskundigen (Besitzer) kuerzere Strecken und dann irgendwann ne laengere Tour.

Enja
28.10.2011, 09:49
Kinder über zwei Jahre haben wir nicht mehr getragen. Ab vier sind sie dann auch bei längeren, mehrtägigen Touren selbst gelaufen und haben auch einen Rucksack getragen. In dem Alter sind sie anscheinend kaum zu bremsen. Auch die Kinder, die wir unterwegs im gleichen Alter trafen, mussten ständig zurückgerufen werden. Unsere Vierjährige trug also mehr auf dem Rücken als die sechsjährige Schwester, die sich sich wesentlich schwerer tat.

Auf die 10-12 Jahre zu wurden sie dann alle unkaputtbar. Als erstes habe ich aufgegeben, da noch Schritt zu halten. Zwei Jahre später mein Mann. Da mussten sie halt allein los.

Ich denke schon, dass man Kindern solche Touren verleiden kann.

Philipp
28.10.2011, 10:45
Längeres Trekking haben wir aufgrund der Gepäckproblematik (allein die - vollen - Windeln! :() bisher noch nicht mit den Kindern gemacht. Wie der Viehtreiber schon schrieb, paßt in eine Kinderkraxe ja fast nichts rein, so daß man in Sachen Gepäcktransport sehr eingeschränkt ist.

Wir gehen aber mit den Wichteln seit ihrer Geburt viel raus, auch regelmäßig Skiwandern im Winter, und haben den Eindruck, daß ihnen das gut gefällt. Unser Großer lief mit unter 3 Jahren schon gute 5 km und die Kleine mit jetzt 1,5 will auch schon immer öfter selbst laufen (naja...;-).

Neben der Gepäckfrage sehe ich die Beschaffenheit der Wanderwege als problematisch an. Kinder finden es oftmals abgrundtief langweilig, sich wie Erwachsene zielstrebig von A nach B zu bewegen (wozu soll das gut sein? :roll:), und das gar auf Forstwegen oder dergleichen. Deshalb schaffen unsere auch fast nur auf verwinkelten Pfaden, in kleinen Schluchten und ähnlichen spannenden Weg(abschnitt)en gute Strecken.
Das Gepäckproblem könnte man mit einem gezogenen Fahrradanhänger lösen, der einen allerdings dann wieder an eher - aus Kinderaugen - langweilige Wege bindet.

Daher hatten wir uns dieses Jahr zu einer Kanutour mit den Kindern entschlossen, weil wir glaubten, damit das Gepäckproblem zu lösen und gleichzeitg viel spannende Beschäftgungsmöglichkeiten für die Kinder zu bieten. Außerdem konnte sogar auf den Kindermittagsschlaf Rücksicht genommen werden.

Fazit nach drei Wochen Elbe mit Zelt, Ally und 1- und 3-jährigen Kindern: voller Erfolg, sofort wieder! :grins:

Ob Kanutouren am besten in einem gesonderten Thema untergebracht werden sollten, solte Cattlechaser als Themenersteller entscheiden.

Gruß, Philipp

chrischian
28.10.2011, 12:03
Wir hatten, wie gesagt, das Zelt unter die Kraxe geschnürt und mir Verpflegung und Kindersachen überlassen - plus das Kind natürlich. Zu mehr hätte es auch bei höhrem Tragevolumen bei mir kaum gereicht. Hat jemand einen anderen Vorschlag für dieses Kinderalter?



Wenn mein Sohn nicht mehr konnte, habe ich ihn auf den Schultern getragen. Kindertrage ging nicht, da hätten wir unser Gepäck nicht wegbekommen.


Statt Kindertrage hatte ich einen normalen Rucksack. Wir haben natürlich getrickst. Beim Boofen braucht man kein Zelt. ;-)

fcelch
28.10.2011, 13:02
Ich schließe mich Blauloke, Post 15, an. Bitte nehmt doch die Gelegenheit wahr, eure Reiseberichte zu verlinken. Viele sind nicht direkt am Titel als "Trekking-mit-Kindern" erkennbar.

Gruß
Ulf

Du brauchst nur links unter meinem Namen auf "Meine Reiseberichte" klicken. Bei dem Rondanebericht habe ich den Hinweis auf die Kids in der Überschrift nicht eingepflegt, das stimmt.

Randonneur
28.10.2011, 15:42
Richtige Treckingtouren habe ich nur mit mit den aelteren beiden gemacht. Mit meinem Sohn zum ersten mal als er neun war. Da haben wir in Schweden im Jämtland neun Tage gewandert, mit Zelt und dem meisten Essen. Wir haben etwa 120km zurueckgelegt und den Helags bestiegen. Die naechsten beiden Jahre sind die Strecken dann etwas laenger geworden. Meine Tochter hat mit elf zum ersten Mal mit gemacht.

Die beiden Kleinen haben wir nur auf Tagestouren mitgenommen, wie frueher auch die beiden Grossen. Mein Sohn ist bevor er zwei wurde runde 10km gelaufen. Die anderen laufen soweit (bis vielleicht 15km) seit sie etwa drei sind. Natuerlich muss man ein nettes Picknick mitnehmen und sich Zeit lassen. Die Grossen sind auch schon ueber 30km gelaufen (mit 900m Anstieg und den Nachmittag bei Regen) und danach noch auf den Spielplaetz gegangen, waerend ich mich bei einem Bier erholen musste.

Aber es kommt auch vor, dass die Kinder nicht mitwollen und meine Frau oder haeufiger ich alleine gehen.

bjoernsson
28.10.2011, 16:58
Meine Erfahrung: In der Regel sind eher die Eltern das "Problem" (die sich selbst oder dem Kind etwas nicht zutrauen), nicht die Kinder. Wir haben mit unserer damals elf Monate alten Tochter im Juni eine zehntägige Fahrradtour auf Öland unternommen (Übernachtung im Zelt). Durch den Fahrradanhänger gab es gar kein Gepäckproblem.

Jetzt Anfang Oktober - knappe 14 1/2 Monate alt - war dann die erste Mehrtagestour in den Alpen auf dem Programm (Übernachtung in Hütten). Kurze Strecken ist die Kleine selbst gelaufen, ansonsten hat sie in der Kraxe gesessen. Diese hat meine Frau getragen. Im großen Rucksack (25 kg schwer - ich habe gut abgenommen... ;-)) waren dann sämtliche Klamotten für uns drei, saubere Windeln (da wir von Hütte zu Hütte gewandert sind, durften wir die gefüllten Windeln auf Nachfrage eigentlich immer auf den Hütten lassen), Verpflegung, etc. In der Kraxe, neben unserer Tochter, die Tagesverpflegung, ein Satz Wechselwäsche, die Schuhe der Kleinen.

Zu beiden Touren werde ich demnächst einen ausführlicheren Bericht schreiben - habe ich mir fest vorgenommen! :ignore:

Canyoncrawler
28.10.2011, 18:44
Super-Thema. :D

Ich werde den Thread auch abonnieren, wir erwarten nämlich gerade Nachwuchs und möchten auch mit Kind nicht auf Pauschalurlaub o.ä. umstellen und weiter Outdoorurlaub machen. ;-)

Stev
28.10.2011, 21:48
:D Ich habe mittlerweile die ganze Palette durch. Von Tagestouren in den Alpen mit der Rückentrage bei ca. 1,5 Jahren bis zu den Mehrtagestouren in Skandinavien mit dem Zelt ab ca. 5 Jahren. Wenn man sich dann darauf einlässt und nichts erzwingen will, macht das ganze unglaublich viel Spaß.

Ist schon ein paar Tage her, und daher noch analog fotografiert.

http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/1_1_2.jpg (http://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=39540&title=1-1-2&cat=500)

Der Himmel sah übrigens wirklich so schwarz aus.


http://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/2106.jpg

Cattlechaser
28.10.2011, 22:05
@ckanadier: Obwohl der Titel eigentlich "Trekking" heisst, spricht nichts dagegen auch Kanuerfahrungen zu posten. Eigentlich geht es mir nur darum, die Erfahrungen mit (eher kleineren) kindern in der Wildnis auszutauschen. Ob dies nun Trekking oder Kanu oder sogar Skitour ist, ist mir letztlich egal.

@fcelch: Werde gleich mal in deinen Bericht reinlesen

@stev: Mit fünf Jahren durch Skandinavien? Ich vermute im Sommer? Welcher Weg? Welche Tagesstrecken? Welche Temperaturen?

.

Stev
28.10.2011, 23:08
Ja, es war mit Ihr immer nur im Sommer. Und die Temperaturen waren so wie sie halt im Sommer im Fjell nun mal so sind. Von leichten Minusgeraden bis deutlich über 20°C. Die Temperaturen waren eigentlich nie das Problem. Nur wenn es mal wieder eine Schlechtwetterphase gab kann es schnell anstrengend werden. 3 Tage Dauerregen macht keinen Spaß.
Wir haben uns den Rother Wanderführer Norwegen Süd zugelegt. Da sind zum Teil sehr schöne Touren rauszuholen. Von der Hardanger Vidda über das Rondane, Jotunheimen war alles dabei. Auch kleinere Ecken haben sehr schöne Touren zu bieten wie durch das Kvanndalen auf das Haukelifjell (eine sehr schöne Tour von 72 km) haben wir mit unserer Tochter (war damals 6 Jahre) in 6 Tagen gemacht. Im Schnitt waren die Touren so 4-6 Tage je nach Wetter Lust und Laune. Wir haben es auch schon geschafft in 5 Tagen nur ca. 15 km zu gehen weil wir nur tolles Wetter hatten und viel am faulenzen und Karten spielen waren. Also es war von allem was dabei.

ich
29.10.2011, 13:43
Ich schließe mich da Stev an...

Wir haben unsere beiden Mädels von Anfang an mit raus genommen. Zuerst auf Wochenendtouren irgendwo auf nem festen Platz ( da waren sie 3 bzw. die zweite 2,5 Wochen alt). Dann haben wir kleine Wander- und Radtouren übers WE angefangen und uns einfach langsam gesteigert.
Auf unserer ersten größeren Radtour war die Große noch alleine (ca. 9 Monate alt) und da haben wir uns echt verkalkuliert; wir haben einfach keinen Tourenrhythmus gefunden, sodass die Kleine immer dann wach war, wenn wir dringend Schlaf brauchten :bg: - gequengelt hat sie nicht, ist nur nachts durchs Zelt getobt.
Das haben wir aber dann ganz automatisch in den Griff bekommen! Inzwischen sind die beiden 7 und 9 und haben eigentlich an allem Spaß, was draußen statt findet. Radtouren von 2 Tagen bis 3 Wochen, Wandern, Paddeln, Langlauf. Auf KM haben wir dabei nie geachtet, hauptsache unterwegs!
Spielzeug brauchen sie auch nicht unterwegs. Aber ein Buch ist immer dabei. Und dann natürlich alles was man zu Spaß haben braucht: Messer, Feuerstarter, Angeln, wenns passt die Bögen ;-)

Sie entscheiden unterwegs viel mit haben meiner Meinung nach dadurch vieeel Spaß!

Mal schauen was sie zu dem Thema sagen, wenn sie voll in der Pubertät stecken :ignore:

blue0711
30.10.2011, 00:00
Mal schauen was sie zu dem Thema sagen, wenn sie voll in der Pubertät stecken :ignore:Zumindest müssen irgendwann mal die Freunde mit.

Und irgendwann werden die Eltern dann daheim gelassen ... :bg:

ich
30.10.2011, 00:08
Zumindest müssen irgendwann mal die Freunde mit.

Und irgendwann werden die Eltern dann daheim gelassen ... :bg:

Solange sie den Spaß an der Sache nicht verlieren, gerne!

Mus
04.11.2011, 22:39
Wir sind ursprünglich ausschließlich mit der Kombination Fahrrad / Zelt unterwegs gewesen. Unser Großer hatte da auch mit 9 Monaten seine "Premiere". Da er sich mit seinen knapp 6 Jahren zu einem Powerpaket ausgewachsen hat aber ständig "mit dem Kopf in einer Wolke" steckt haben wir dieses Jahr kurz vor dem Sommerurlaub beschlossen, es mal mit Wandern zu probieren. :roll:
Mit dabei: die kleine Schwester mit 1,5 Jahren. Wir haben daher glaube ich eine recht "radlermäßige" herangehensweise an die Tour gehabt.

Route: Dänemark verschiedene Radwege entlang des Limfjords, dann den Haervejen nach Padborg.

Übernachtung:
Shelter oder Nallo3 GT auf kleinen Naturlagerplätzen. Die Kleine schläft auf der "Besucherritze" zwischen uns im Ajungilak Littel Viking. Der große hat eine (halbe) Evazote und den Deuter Starlight EXP. Beide Schlafsäcke sind tendenziell eher zu warm für den Sommer und wurden deshalb z.T. nächtens im Schlaf kriechend verlassen. Bei der Papa-Sohn-Tour im Herbst (mit Nachtfrösten) war der Starlight iselbst unterm Tarp immer noch gut ausreichend.

Gepäck und Kindertransport:
Da wir ja bisher nur per Rad unterwegs waren und 2 Wochen vorm Urlaub umgeplant haben, hatten wir keinerlei Wanderausrüstung und auch keine Erfahrung wie viel Gepäck wir tragen können. So sind wir auf Nummer Sicher gegangen und haben die Kleine und das Gepäck in den Fahrradhänger (Chariot Captain XL) gepackt und diesen mit Joggerrad versehen. Für den Fall dass der Große schlapp macht, haben wir für die Kleine noch das Tragetuch dabeigehabt, so dass der Platz im Hänger geräumt werden kann. Schlafsäcke, Isomatten und (neue) Windeln waren in einem Packsack oben auf dem Hänger festgezurrt. Müll und Lebensmittel und Wasser mussten wir ja nur über kürzere Strecken transportieren.
Papa und der Große waren jetzt auch eine Woche mit Rucksäcken unterwegs, wobei Sohnemann seine Sachen im Deuter Junior selbst getragen hat.

Laufleistung Kinder:
Der Große ist in den drei Wochen bis auf 5 km alles selbst gelaufen. Im Schnitt pro Tag 25 km mehrfach deutlich über 30 km. Die ersten drei Tage war er dann auch gut müde :D .
Anschließend ist er auch in den Pausen und am Abend noch wie wild übern Platz gesaust, geklettert,..... :baetsch:
Die Kleine wäre gerne mehr gelaufen, aber da hat definitiv an Zeit und Geduld gefehlt und so haben wir ihr nur den halben bis einen Kilometer nach der Mittagspause gegönnt.

Kindsbelustigung und Elternnervenschonung:
Für die Kinder, so unsere Erfahrung, müssten wir auf so eine Tour eigentlich kein Spielzeug mitnehmen. Aaaaaber, es gibt einfach Situationen, wo's die Elternnerven und die Ausrüstung schont. Also:
Eimerchen und Schäufelchen und schon haben wir eine Chance, dass die Schwedentassen nicht ständig zum Matschsuppe Kochen, Schneckenasyl Bauen, Kieshalde Umgraben,..:motz:....zweckentfremdet werden.
Ein kleiner Ball verhilft unausgelasteten Kinder zu Bewegung bei gleichzeitigem minimalen Körpereinsatz der leider gänzlich ausgelasteten Eltern.:ignore:
Einige Pixibücher, eine Dose Buntstifte und ein DinA5 Blankoheft hilft zu etwas Ruhe in frühen Morgenstunden, wenn's Hunde und Katzen regnet oder auf der Zugfahrt.
Darüber hinaus spielen die Kinder mit wirklich ALLEM (!) was sie finden. Wir sind da aber leider von jeder "Stöckchen und Steinchen Romantik" weit entfernt. Außerdem ist es bei uns so, dass alles mit dem einmal gespielt wurde auch gleich als Spielzeug definiert wird und mitgeschleppt werden soll: Ich kann doch nicht einfach mein SPIELZEUG wegwerfen!!!!! (Antwort: Die Radkappe kommt nicht mit!!!). :grrr:

Motivation:
Ich will Urlaub! Mein Kind kommt erst nach Kilometer 20 in einen Zustand, der dies überhaupt möglich macht! Das Essen und das Zelt befinden sich nicht in seinem Rucksack! Ha, ist das nicht Motivation genug? :ignore:
Naja, im Ernst: ich habe immer das Gefühl, solang der Mund läuft laufen auch die Füße. Also habe ich mir 100 Stunden lang Geschichten von Dinosauriern, Raketen, Urwaldhasen, Piep die Maus im Kornfeld,....... angehört und an passender Stelle "Ach ja!" und "Is ja n Ding!" gesagt :o. Bloß nicht, dass der Kerle anfängt darüber nachzudenken, dass er da gerade zu Fuß durch halb Dänemark laufen MUSS, und dass nach Erfindung des Autos!!!!!:bg: Papa hatte es im Herbst dann entschieden leicher. Mittlerweile hat der (kleine) Große nämlich gemerkt was für ein geniales Gefühl das ist ZU FUSS, also ganz allein aus eigener Kraft "von Horizon zu Horizont zu laufen" wie das bei uns heißt. Das fasziniert ihn mittlerweile wirklich und er ist, ganz zu recht, richtig Stolz darauf.
Ansonsten halt das Übliche: Alles Kleine und Große am Wegrand entdecken und darüber staunen und reden. Von Ameisenhaufen bis Zwetschkenbaum. Von Insektenei bis Wasserscheide. Von Steinzeitdorf bis Düsenjet.

Aktaion
05.11.2011, 01:02
@Mus:
Sehr schön geschilderte Erlebnisse!
Ich hatte während dem lesen stets das Gefühl, dass das auch eine Schilderung von mir in 1 1/2 Jahren sein könnte.
(Unser Ältester ist 4 1/2 und der Junior schlüpft, wenn alles klappt, in den nächsten paar Stunden:D )

Beruhigend zu lesen, dass jemand mit der fast identischen Konstellation so positive Dinge erlebt hat.
Das erhöht meine Vorfreude auf die ersten größeren Touren mit den Zwergen ungemein.
Danke für´s Gedanken zerstreuen!

LG

blue0711
05.11.2011, 11:53
ich habe immer das Gefühl, solang der Mund läuft laufen auch die Füße.Das ist kein Gefühl, das ist die Erste Regel der kindlichen Bewegung :bg:

Jakob
06.11.2011, 17:41
Im Schnitt pro Tag 25 km mehrfach deutlich über 30 km. Die ersten drei Tage war er dann auch gut müde :D .

@mus

staune ja wie weit euer knapp 6-jähriger läuft!!! ich selber schaffe ja kaum 30km am tag aber für ein kind in dem alter finde ich die strecke ja bemerkenswert!!!

zu unseren trekkingerfahrungen mit den kindern:

vor 2 jahren waren wir das erste mal länger mit den kindern in schweden wandern. es war eine tolle erfahrung und man staunt wie gut die kinder auch widrige umstände(mücken, regen, hunger,...) mitmachen. knapp 10 tage zusammen mit bene und familie durchs mittel-schwedische fjäll. in den rucksäcken alles was man so braucht....
http://bike-nord.de/schweden09/53.jpg

dieses jahr war wieder wandern in schweden, allerdings maximal 4 tage am stück, dadurch war auch das rucksack-gewicht erträglich ;) die kindern wandern wirklich wunderbar wenn sie motiviert sind und der weg spannend ist, noch besser natürlich wenn auch andere kinder dabei sind.

bis letzte woche waren wir mit den kindern in der türkei wandern, allerdings zum ersten mal eine reise ohne zelt. im vergleich ist so ein trekkingurlaub mit den kindern mit zelt ungleich intensiver und fast einfacher weil die kinder im zelt "ihr gewohnte umgebung" haben.

Jakob

Rattus
07.11.2011, 11:29
Total interessanter Thread auch für mich, obwohl mein Sohn mit 28 knapp aus dem Alter raus ist, von mir mitgenommen zu werden :bg:

<OT>

... und der Junior schlüpft, wenn alles klappt, in den nächsten paar Stunden<OT>

Und???

Aktaion
07.11.2011, 22:04
Und???

Schon da (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?21619-eure-neuesten-Errungenschaften..&p=933112&viewfull=1#post933112):D

Mus
08.11.2011, 13:01
QUOTE=Jakob;932468]@mus

staune ja wie weit euer knapp 6-jähriger läuft!!! ich selber schaffe ja kaum 30km am tag aber für ein kind in dem alter finde ich die strecke ja bemerkenswert!!


Ich staune ehrlich gesagt auch darüber. Wir könnten auch nicht wirklich mehr. Und ich denke man sollte diese Strecke auch ehr als Abgrenzung nach oben und nicht als Richtwert betrachten. Ich persönlich war in dem Alter nach knapp 20 km platt. Außerdem hat es die Sache erleichtert, dass wir unser Gepäck geschoben und nicht getragen haben und wir den Großen daher auch viel an der Hand hatten.

Randonneur
08.11.2011, 14:31
Also bei unseren war (und ist) in dem Alter 5 bis 6 bei 15-20km Tagestouren Schluss gewesen. Dann koennten sie vielleicht noch aber es macht ihnen keinen Spass mehr. Schliesslich muss auch noch reichlich Zeit fuer Pausen sein, um sich Irgendetwas anzuschauen.

Dafuer haben wir immer die Juensten auch laufen lassen wenn sie wollten. Ein Team muss sich nach den Schwaechsten richten. Die Groeseren und ich (oder meine Frau) haben dann halt noch Abstecher gemacht, auf diesen Berg rauf und so.

atlinblau
09.11.2011, 15:06
Regions- und interessenbedingt machen wir als Familie mit Faltbooten "water-trekking".
seit 12 Jahren. Tagestouren ab Kindesalter 4 Monaten und Urlaubstouren
ab 18 Monaten. Jetzt sind sie 8 und 15 Jahre.
Dieses Jahr 14 Tage auf dem Vännern die Schären unsicher gemacht.
Mit den Jahren ist es technisch und logistisch immer einfacher,
die Touren aber anspruchsvoller geworden.
Wirkung: auf die Kinder sehr gut, die "Langeweile" in der Natur tut ihnen gut
Nebenwirkungen: bisher keine bekannt
Als Familie gemeinsam unterwegs sein stärkt unsere Identität,
die Kinder genießen ihr Können und ihre Erfahrungen..
Städtereisen und Bildungsreisen machen sie dann mit der Schule.

Thomas

Christian J.
10.11.2011, 02:11
Ich hab das Video mit den Kiddies auf dem Klettersteig und die nachfolgenden Posts dazu mal in einen passenderen Thread (http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?56400-Klettern-mit-Kindern/page2) geschoben.

Ich freu mich auf weitere spannende Beiträge- hier und im Kinderkletterthread!

Christian

rotkohl
18.11.2011, 21:02
Inzwischen sind die beiden 7 und 9 und haben eigentlich an allem Spaß, was draußen statt findet. Radtouren von 2 Tagen bis 3 Wochen, Wandern, Paddeln, Langlauf. Auf KM haben wir dabei nie geachtet, hauptsache unterwegs!
Zeltet ihr dann immer (oft) wild? Ich finde es bei der Planung von Radtouren nämlich gar nicht so einfach nicht auf die Kilometer zu achten, wenn man noch irgendwie von einem Campingplatz zum nächsten kommen will.

ich
18.11.2011, 21:18
Zeltet ihr dann immer (oft) wild? Ich finde es bei der Planung von Radtouren nämlich gar nicht so einfach nicht auf die Kilometer zu achten, wenn man noch irgendwie von einem Campingplatz zum nächsten kommen will.

Bei den Radtouren haben wir eigentlich immer auf nem Campingplatz gezeltet, da sind ein paar KM mehr am Tag ja kein Problem.
Bei den Wanderungen eigentlich immer wild.

ckanadier
19.11.2011, 00:04
Wassertrekking
Klettern und längeres Wandern (über Tage) habe ich bevor ich erstmals Papa wurde aufgegeben, somit sind alle Kinder ab ca. einem Jahr mit Jagen, Fischen und verschiedenen Wasserwanderarten outdoormäßig aufgewachsen.
Mein letzter Nachwuchs paddelt und segelt seit er ein Jahr alt ist fast immer mit, seid seine Schwester sportbedingt kaum noch Zeit für uns hat, sind wir außer den Schulferien und wenigen Wochenenden nur noch zu zweit unterwegs, reine Männerwirtschaft.
Seine erste längere Tour auf der Weser, gemeinsam mit seiner Schwester und mir, betrug ca. 2 Wochen und verlief, trotz Windeln und Fläschchen, auch ohne Mama unproblematisch. Mittlerweile planen wir Route, Touranfang und Ende gemeinsam, das Dazwischen entscheiden wir in der Regel spontan oder das Wetter nimmt uns die Entscheidung ab. Seit diesem Jahr paddelt der Kleine aktiv mit, nicht die ganze Strecke sondern eher nach Laune, das überwiegende Steuern vorne ist aber schon gern geleistete Pflicht.
Kann seine Schwester ausnahmsweise mal mitfahren, kommen der zweite Canadier und meine Frau mit, die Schwester kommt auch allein klar, ist aber mit 9 doch schnell bei dem hier häufigeren Wind am Limit und Beseglung habe ich bis jetzt nur für einen Canadier.
Die Tagesstrecken liegen ca. zwischen 5 und 40 selten bis 60km, immer auch abhängig davon ob gepaddelt wird oder der Wind das Tempo macht, die Länge und Zeit bestimmen immer die Kinder und das ist auch immer unterschiedlich. Entdeckungstouren an Land, fischen, Versteinerungen, Muscheln und Holz sammeln, Strandburgen bauen, baden etc. sorgen für den Sitzausgleich und wenn es uns an eine Traumstelle verschlägt, bleibt das Kanu einfach einen Tag an Land.
Der Kleine ist jetzt recht selbstständig, hilft überall mit, holt das Segel runter, schichtet Ballast um, befeuert seinen Künzi, angelt selbst, schlachtet seine Fische, etc. , kann sich über Stunden allein beschäftigen und bei Gelegenheit genauso mit anderen Kindern spielen.
Ist es unterwegs langweilig, stellt er pausenlos Fragen und turnt ständig im Kanu hin und her oder verschläft schon mal einen halben Tag , stimmt aber die Szenerie, hält er auch stundenlang die Klappe bis er etwas sieht was er nicht kennt.
LG Jürgen

PS: Gezeltet wird in der Regel wild.

rotkohl
19.11.2011, 00:28
Ein paar Kilometer ist relativ. Bei unserer Radtour im Frühjahr musste die Vierjährige auch mal 45km auf ihrem 16 Zoll Fahrrad ohne Gangschaltung in nicht ganz ebenem Gelände fahren. Da hatte ich schon auch Bedenken, ob sie das schaffen würde. Im schlimmsten Fall hätte ich eben unterwegs irgendwo gefragt, ob wir das Zelt in den Vorgarten stellen dürfen, aber wirklich auf so eine Planung verlassen möchte ich mich auch noch nicht (zumal es bei uns auf der Elternseite ziemlich unterschiedliche Ansichten zum Thema "einfach drauf los und irgendwo übernachten" gibt, die ich nicht einfach so übergehen würde). Letztlich war es kein Problem, sie hat das Rad nur einmal 500m vor dem Campingplatz in den Graben geschmissen, weil sie, mit dem Ziel vor Augen, die Nase voll hatte. ;-) Und ist dann 10 Minuten später für zwei Stunden auf den Spielplatz abgezogen...

ich
19.11.2011, 00:36
Die längeren Touren haben wir gemacht, als die beiden noch so klein waren, dass sie nicht selber fuhren bzw. später abwechselnd auf dem Tandem und im Anhänger.
Wir sind auch sehr viel hier durch Niedersachsen und Schleswig-Holstein getourt und da hab ich einfach immer die Etappen nach CPs gelegt. Ich hab mich damals immer schwer getan irgendwo mitten in der Zivilisation "wild" zu zelten.
Sowie man weiter draussen ist - bei uns z.B. beim Wandern oder Paddeln - ist ein geeigneter Lagerort aber eigentlich kein Problem.

blue0711
19.11.2011, 12:38
Sagst Du.
Ich bin schon mal über 10 Stunden gelaufen, weil die Kleine sich geweigert hat, an den möglichen Plätzen zu bleiben.
Das war ein Bergtal, in dem wohl im Frühjahr öfter mal große Brocken durch den Wald poltern, da man auch relativ junge umgeworfene Bäume sah.
Schliesslich zelteten wir hinter einem hausgroßen Block unten im Tal, aber nur unter Protest und weil es schon dämmerte.

Wenns nach ihr gegangen wäre, wären wir noch im Dunkeln weitergelaufen, bis sie was passendes gefunden hätte. :roll:

Da war meine Frau dabei, die schleppte sich schon mit letzter Kraft hinterher.

ich
19.11.2011, 12:42
Hehe, deshalb empfehlen wir ja auch alle immer: ausprobieren. Denn alle Kinder sind unterschiedlich - wie wir ;)

blue0711
19.11.2011, 13:09
Schon klar, die Kleinen haben aber IMHO definitiv die überraschenderen Einfälle. In jeglicher Richtung. :bg:

chrischian
19.11.2011, 13:17
Schon klar, die Kleinen haben aber IMHO definitiv die überraschenderen Einfälle. In jeglicher Richtung. :bg:

Ist das so? Das liegt wohl eher an Dir. ;-)

blue0711
19.11.2011, 13:38
Nö, alleine durch die andere Perspektive und ihre "systemimmanente" Sorglosigkeit bekommen die Sachen mit und dementsprechend auf Ideen, auf die kann kein Erwachsener mehr kommen.
Die kindiche Offenheit ist im Leben nicht mehr zu erreichen.

Das macht es ja so faszinierend, den Kleinen beim Entdecken zur Seite zu stehen.

chrischian
19.11.2011, 13:42
Nö, alleine durch die andere Perspektive und ihre "systemimmanente" Sorglosigkeit bekommen die Sachen mit und dementsprechend auf Ideen, auf die kann kein Erwachsener mehr kommen.


Sagte ich doch, "es liegt an Dir".

ShortBrini
19.11.2011, 15:34
Hallo,

hier mal ein Buchtipp zum Thema :

http://www.amazon.de/Mit-zwei-Elefanten-%C3%BCber-Alpen/dp/3724310315/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1321709650&sr=1-1

Ich finde das Buch wirklich toll und auich ehrlich geschrieben.

Sabrina

ich
19.11.2011, 15:53
Die kindiche Offenheit ist im Leben nicht mehr zu erreichen.

Das macht es ja so faszinierend, den Kleinen beim Entdecken zur Seite zu stehen.
Das kann ich voll bestätigen! Ich hab mit den Kleinen auch gelernt die Natur nochmal ganz anders wahrzunehmen!

chrischian
19.11.2011, 16:03
Das kann ich voll bestätigen! Ich hab mit den Kleinen auch gelernt die Natur nochmal ganz anders wahrzunehmen!

Was heißt das, ganz anders? Vielleicht kannst Du ein Beispiel dazu nennen.

blue0711
19.11.2011, 16:20
Das geht schon damit los, dass die Knöppe auf einer für Dich leeren Wand eine ganze Menge Lebewesen entdecken.

chrischian
19.11.2011, 16:58
Das geht schon damit los, dass die Knöppe auf einer für Dich leeren Wand eine ganze Menge Lebewesen entdecken.

Man könnte das altersbedingte Nachlassen der Sehfähigkeit auch einfach mit einer Brille ausgleichen. :bg:

ich
19.11.2011, 17:49
Was heißt das, ganz anders? Vielleicht kannst Du ein Beispiel dazu nennen.

Das erste Mal wurde ich mir dessen bewusst, als wir mit unserer damal 6 Monate alten Tochter auf WE-Tour waren. In einer Pause robbte sie über den Waldboden und zog mit ihren winzigen Finger Teile von Libellen und andere Tieren aus dem Gras. So genau hab ich vorher nie den Waldboden untersucht und seitdem sehe ich viel mehr Dinge und Lebewesen beim Gehen!

Christian J.
19.11.2011, 19:48
Das erste Mal wurde ich mir dessen bewusst, als wir mit unserer damal 6 Monate alten Tochter auf WE-Tour waren. In einer Pause robbte sie über den Waldboden und zog mit ihren winzigen Finger Teile von Libellen und andere Tieren aus dem Gras.

...und steckt sie blitzschnell in dem Mund. So genau kommt man nie wieder dazu, drüber nachzudenken, was auf dem Waldboden alles essbar und was nicht essbar sein könnte. :bg:

ich
19.11.2011, 19:57
:bg:

Mus
19.11.2011, 21:08
...und steckt sie blitzschnell in dem Mund. So genau kommt man nie wieder dazu, drüber nachzudenken, was auf dem Waldboden alles essbar und was nicht essbar sein könnte. :bg:

Oh ja! Ich erinnere mich da noch gut an die erste Tour mit unserem Großen, der damals 9 Monate war. Er hob ganz behutsam einen Mistkäfer vom Waldboden auf und zeigte ihn uns stolz "Da!" Mama und Papa strahlen: "Ja, das ist ein Mistkäfer!" :D
Da muss er wohl gedacht haben "Nu, dann kann ich wohl!" und schon war das Tier im Mund verschwunden, dreimal gekaut, gulp und weg. Unser entsetztes "Nein!" :o kam da eindeutig zu spät. Allerdings konnten wir die Weinbergschnecke wenige Sekunden später im letzten Augenblick (angeschnullt war sie schon) retten. Wenn ich ihn heute ärgern will muss ich nur diese Geschichte erzählen.:bg: "Oh Mama, hör auf, mir wird schlecht, das ist voll eklig!"

Philipp
21.11.2011, 11:47
Man könnte das altersbedingte Nachlassen der Sehfähigkeit auch einfach mit einer Brille ausgleichen. :bg:

Es geht nicht um Sehfähigkeit, sondern um Wahrnehmungsfähigkeit. Und die ist bei uns Alten Säcken einfach eingeschränkt, da hilft auch keine Brille.

Mein Großer (knapp 4) verwundert mich auch immer wieder mit seinen Entdeckungen, für die ich einfach keine Wahrnehmung (mehr habe). Dabei stelle ich jedes Mal wieder fest, daß ich am besten noch mal von vorn anfangen sollte ;-).

Gruß, Philipp

chrischian
21.11.2011, 12:08
Es geht nicht um Sehfähigkeit, sondern um Wahrnehmungsfähigkeit. Und die ist bei uns Alten Säcken einfach eingeschränkt, da hilft auch keine Brille.



:sorry: Das war ein Scherz.

2Bsontour
03.07.2017, 12:35
Ich hole diesen Thread mal wieder nach oben, die letzten Einträge sind ja schon etwas her.

Unser Kleiner war mit 3 Monaten zum ersten Mal mit uns auf Schneeschuhtour über 3 Tage. Diverse Kanu- und Schneeschuhtouren folgten, genau wie ein paar Mehrtagestouren. Diese allerdings mit unserem Chariot in zivilisiertem Gebiet.
Diesen Sommer möchte ich eigentlich endlich mal wieder nach Norwegen.
Unser Sohn ist 3,5Jahre und ein Waldkindergarten-Kind. Er kennt es also zu laufen und auch was man mit Stöcken und Steinen so alles machen kann...
Habt ihr Tips für mich über gute Strecken? Ich hatte die Hardangervidda oder den Rondane im Auge. Beides kenn ich schon, wo es aber besonders gute Strecken für Kinder gibt hab ich natürlich nicht im Blick.