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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [SCO] Kurzbericht August 2011



GuidoLange
13.09.2011, 10:47
Hallo Forum!

Vorab ein kleiner Hinweis, dies wird kein WHW oder sonstwie Trekking-Bericht.
Es geht hier mehr so um Camping, bitte nicht enttäuscht sein.

Es war unser erster Urlaub mit dem Zelt in Schottland, also eigentlich war es unser erster richtiger Urlaub mit Zelt.

Wir dachten uns nämlich, bevor wir 2 Wochen nur mit Sack und Pack beladen durch die Highlands taumeln, sollte man sich das erstmal ansehen und uns selber "erfahren".
Also haben wir lediglich Tagestouren geplant.

Und das war, so fanden wir, auch gut.

Also den ganzen Krempel ins Auto und losgedüst.
Kaum in Edinburgh angekommen, geht es nämlich auch schon los - das Unwetter.
Toiletten und Chem Disp übergelaufen, alles knöcheltief unter Wasser, Schlamm und nochmals Schlamm.
http://s6.photobucket.com/albums/y245/Hofnarr/P8110053.jpg
Laune: am Arsch.

Durch eine Änderung der Route (immer der Sonne nach) wurde es aber doch ganz angenehm: Edinburgh - Inverness - Tyndrum - Bladnoch. *1

Was haben wir nun festgestellt haben:
1) Das Zelt darf ruhig nen Euro mehr kosten. Mein altes endete schon in Edinburgh in der Tonne. Auf ein enges (!) Moskitonetz achten!

2) Die Schlafsäcke dürfen ruhig ne Nummer dicker sein. Eine Nacht in Tyndrum hatte 5°C! Bei Schlafsäcken mit den Werten 11/7/-7 (Werten, denen ich ab jetzt sehr skeptisch gegenüber stehe) wurde es frisch.

3) Schuhe! Auch hier kann Sparen auf Kosten der Qualität katastrophal enden. Wasser dicht und so hoch wie möglich.

4) Avon Skin-so-soft wirkt, hindert die Midges aber nicht am "landen", lediglich am beissen. Gesichtsschutz (Hut mit Netz) ist angeraten, auch wenn es blöd aussieht. Übrigens: Wenn jemand am Tisch zum Essen 15 Minuten lang den Karajan macht, sieht es noch blöder aus.

Da wir jetzt schlauer sind, werden wir uns im nächsten Jahr mal an Touren wagen, die 2-3 Tage dauern. Vielleicht auch den GR20 im Herbst.


Gruß aus Köln


Guido
Und ja, in Tyndrum kann man wirklich Gold im Bach finden!



*1
Tour 1: Rund um Loch an Eilean
Startpunkt war das doch sehr touristisch ausgelegte Inverdruie bei Aviemore.
Es ist eher ein längerer Spaziergang als eine Wanderung, denn es werden kaum Anforderungen gestellt.
Wir haben die etwas längere Route zusätzlich um das benachbarte Loch genommen.
Das Wetter war herrlich, jedoch musste man an einigen Stellen recht tiefe Moorlöcher umgehen oder durchqueren.
Auch wenn die Ruine im Loch An Eilean für viele das Hauptziel ist, finde ich den Ausblick auf die Cairngroms während des 2. Teils der Route wesentlich beeindruckender.
Ausser am Parkplatz des Loch An Eilean gibt es keine Toiletten bzw. Verpflegungsstellen.

Wir empfanden das als einen guten Einstieg in die Highlands.

Länge 17km, 5h30

Tour2: WHW Teilstrecke Ardlui - Tyndrum
Wo wir schon in der Nähe waren, wollte ich es mir nicht nehmen lassen doch noch einen Teil des WHW zu gehen.
Also haben wir uns von Tyndrum aus mit dem Bus nach Ardlui bringen lassen. Dort die "Fähre" (meine Badewanne ist größer) ans andere Ufer bringen lassen.
Nach einem kleinen Bad im Lach Lomond, was ich schon immer machen wollte, gingen wir dann los.
Der WHW ist ziemlich gut ausgeschildert und nicht anspruchsvoll.
Beinglas nutzen wir zur Einkehr.
Die Falls of Falloch sind auf jeden Fall eine Pause wert.
Wer allerdings meint, am WHW durch die Einsamkeit zu wandern, liegt falsch. Manchmal war es mehr der West 'HighWay': Wandergruppen, Fahrradfahrer etc.
Kurz vor Crainlarich steigt es leicht an und wird bis Tyndrum etwas anspruchsvoller, besonders wenn man nichts gewohnt ist, wie wir.
Eine insgesamt schöne Strecke, die nur einmal unangenehm wird, als der Wanderweg UNTER der A82 her geht. Wer damit Probleme hat sei vorgewarnt.

Länge 22km, 8h30

Tour 3: Rund um Tyndrum
Das war der eher klägliche Versuch, einen Ben zu erklimmen.
So untrainiert wie wir waren, hatte wir nie eine Chance. Ausserdem hat es tagelang geregnet, was die Hänge sehr rutschig und somit nicht ungefährlich machte. Einmal den Halt verloren geht es als Ein-Mann-Lawine bergab. Überwucherte und moosbedeckte Steine tragen dazu bei, daß man sehr vorsichtig sein muß.
Ein Wetterumschwung von wenig auf viel Regen hat uns zur Umkehr gezwungen.
Auf dem Rückweg kamen wird dann an der Stelle vorbei, an dem ein Goldschürfer schon seit dem Vormittag zu gange war. Ein netter Mensch aus Edinburgh, der uns nach geholfen hat und seinen "Claim" mit uns geteilt hat.

Länge 10km, 7h (mit Goldwaschen)

hotdog
13.09.2011, 13:14
Kommt da noch was?