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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [ES] GR221 lustiges Wegesuchen auf Mallorca mit UL happy ending



MatthiasK
10.05.2010, 21:31
Land: Mallorca
Reisezeit: Frühling 26.04.2010-04.05.2010
Region/Kontinent: Südeuropa

Fakten:

GR221 Weitwanderweg von Port d´Andratx nach Pollenca, ca 150km länge, ca 4500hm, 8 Tagesettapen

Packliste (http://uloutdoors.files.wordpress.com/2010/05/gr221-mallorca4.pdf)



1. Tag, 26.04.2010:

Ich lande planmäßig am Flughafen bei Palma de Mallorca um 16:00 Uhr. Das Wetter ist perfekt, da ich heute noch die erste Etappe schaffen möchte verschwende ich keine Zeit mit suchen des richtigen Busses sondern steige in eines der vielen Taxis vor dem Flughafen. Dem Fahrer teile ich mit das ich gerne zum Hotel „Mon Port“ in Port d´Andratx möchte und ob er freundlicherweise unterwegs stehenbleiben kann, dass ich Spiritus (Brennstoff) kaufen kann. Alles kein Problem, in einem Supermarkt kaufe ich 750ml Spiritus. 300ml zuviel wie sich nach einigen Tagen zeigte aber was solls.
Nach gut einer halben Stunde bin ich auch am Hotel Mont Port angelangt. Ich bereite meinen Rucksack nach dem Flug auf die Tour vor und Fülle den Spiritus in die mitgebrachte Brennstoffflasche um. Mein Rucksack fühlt sich trotz Brennstoff, und 2 L Wasser immer noch leicht an. Ich kann es kaum erwarten, endlich aus der Zivilisation rauszukommen und die ersten Meter auf dem Trail zu laufen. Doch ich muss mich noch etwas gedulden, denn die Wegbeschreibung aus meinem Buch ist nicht wirklich klar zu deuten für mich. Ich laufe also in die Richtung die ich für richtig halte durch Baustellengebiet. Die Straße schlängelt sich steil den Berg hinauf . Sicherheitshalber frage ich dann doch einen „einheimischen“ er antwortet auf meine Frage mit amerikansichem Akzent: „ you mean the small trail up to sant elm?“ „it is right in front of you, behind that red plastic“ damit meinte er eine Baustellenabsperrung und siehe da tatsächlich verläuft dahinter ein ca 40cm breiter Waldweg in die Berge. Diesen hätte ich so wohl nie gefunden. Ich bedanke mich freundlich und verschwinde hinter der Absperrung. Der schmale Weg verläuft einige hundert Meter den Berg hinauf und mündet dann in einen breitern Fahrweg. Zum ersten Mal erblicke ich die herrliche Küstenlandschaft und das Meer auf der anderen Seite. Ich bin guter Dinge und freue mich eigentlich nur endlich hier zu sein.
Über den Coll des Vent geht es weiter zum Pas Vermell von dem ich die Insel Sa Dragonera erblicke. Ich verweile und genieße den Ausblick. Unterhalb ist auch schon das Dorf Sant Elm zu erkennen. Ich bin am richtigen Weg, ein positives Gefühl.
Vom Pas Vermell verläuft ein wunderschön rot gefärbter Weg in richtung Sant Elm. Die Badegäste sind zum Glück noch nicht da, mir kommt es vor als wäre ich der einzige Mensch an diesem Ort. Im Supermarkt steht zumindest jemand hinter der Kassa, ich genieße ein kaltes San Miguel und fülle meine Wasservorräte auf. Mein nächstes Ziel heißt La Trapa, der Ort an dem ich auch die erste Nacht verbringen werde.

Irgendwo zwischen Sant Elm und La Trapa erwische ich aber eine falsche Abzweigung die mich nach vielen Kilometern an die Küste führt. Ich laufe immer weiter bis sich der Weg verliehrt. Quer Feld ein steige ich weiter entlang der Küste in der Hoffnung irgendwelche Steinmauern vom alten Kloster La Trapa zu sehen. So war es dann auch ca 150 hm ober mir verläuft eine solche. Umdrehen kommt nicht mehr in Frage ich setze den Weg über einige Felsvorsprünge fort und komme ausser Atem von der Kletterei um ca 21:00 in La Trapa an. Ich nutze die untergehende Sonne hinter Sa Dragonera um mein Camp zu errichten. Ich stelle Wasser für Tee und Essen auf. Es weht leichter angenehmer Wind, kurz nach 22:00 schlafe ich zufrieden ein.

Danke für die Aufmerksamkeit, zum Abschluss noch die Fotos vom ersten Tag!

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Teil 2 in kürze..

Ixylon
10.05.2010, 21:54
Sehr schön. Erinnert mich daran, dass ich auch noch meinen Bericht schreiben muss. :ignore:

Was hast du für das Taxi bezahlt?

MatthiasK
10.05.2010, 22:07
Dankesehr!
40 Euro inkl. Aufenthalt :ignore:

Dekkert
10.05.2010, 22:18
Schaut gut aus. Das ist ja mal ein perfekter Platz für die erste Nacht. Inselwandern ist super.

peter-hoehle
11.05.2010, 09:18
Sehr schöner erster Teil. :cool:
Erinnert mich an Wanderungen auf LaGomera
und Teneriffa.

Gruß Peter

Mika Hautamaeki
11.05.2010, 21:41
Endlich mal eine andere Sichtweise auf diese Insel. Danke!
Freue mich auf die Fortsetzung

MatthiasK
11.05.2010, 23:18
so habe noch gerade Teil 2 geschafft!

2. Tag, 27.05.2010:

Ich erwache gut ausgeschlafen um sieben Uhr, am Horizont lässt sich bereits erkennen, dass das Wetter auch heute gut wird. Ich verwende die letzten 400ml für Kaffee und Milchreis mit getrockneten Erdbeeren. Nach gut einer Stunde bin ich aufbruchbereit, lasse aber den gepackten Rucksack vor Ort und begebe mich in die Ruinen von La Trapa in der Hoffnung dort Wasser für die nächste Etappe zu finden. Leider vergebens, ich endtecke dafür ein anderes Biwak, dort wird aber noch geschlafen. Ich bin also doch nicht ganz allein unterwegs, worüber ich auch sehr froh bin wie sich einen Tag später herausgestellte.
Ich mache mich also ohne Wasser auf den Weg in Richtung dem Aussichtspunkt Morro d´en Fabioler. Von hier aus geht es gut 400m vertikal ins Meer. Der Weg hier verläuft relativ eindeutig, ich biege am großen Steinhaufen dann nach links ab um in die Region von Ses Basses zu gelangen. Hier unterlauft mir in der Wegfindung ein Fehler der mich beinahe die Tour kostet. Anstatt dem Hauptweg zu folgen steige ich in Richtung dem Ort S´Arraco. Sogar ein einfacher Blick auf meine skizzenhafte Karte hätte mich wohl davon abgehalten. Ich war mir aber irgendwie sicher auf dem richtigen Weg zu sein. 3 Stunden später war ich dann sicher, dass dies nicht der Fall war. Im Ort angekommen überlege ich hin und her was ich wohl jetzt am besten machen soll, den gleichen Weg zurück zu gehen konnte ich mir in diesem Moment nicht vorstellen. Ich überlege einen Bus zu nehmen und bis an das Etappenende zu fahren. Dies war aber nicht möglich da die Hauptstrasse nach Estellencs (MA 10) gesperrt war. Ich ziehe mich in den schattigen Wald zurück, und gönne meinen Beinen etwas Entspannung. Ich esse und überlege. Gestärkt und ausgeruht sieht die Welt schon wieder anders aus, die Gedanken die Tour hinzuschmeißen verwerfe ich ganz schnell wieder. Nach gut einer halben Stunde beschließe ich mich doch wieder in Richtung des Trails zu bewegen, jedoch möchte ich nicht wieder den selben nehmen. Ich gehe hinter dem Dorf entlang und suche nach einem neuen Weg der mich in die Berge führt. Ich folge einem schmalen Pfad dieser verliehrt sich aber wieder mal irgendwo in den Bäumen. Von nun an geht es gute 500hm den Hügel hinauf ohne Weg durch hohes Gras und irgendwelchen Dornen. Diesen schenke ich aber wenig Beachtung und gehe immer weiter Bergauf. Nach ca 2 Stunden vom Rastplatz komme ich oben an und laufe den Kamm entlang. Ich erkenne den Weg wieder und folge ihm. Nach einer weiteren Stunde bin ich wieder in Ses Basses, an der Kreuzung, an der ich mir vieles Ersparen hätte können. Von nun an gibt es nur einen Weg ich folge ihm bis ich an die MA 10 komme. Ich folge dieser laut meiner Wegbeschreibung Richtung links, über die Baustelle weswegen die Straße gesperrt war. Nach einigen Kilometern entlang der Hauptstraße biege sollte es bei Kilometer 104,4 nach rechts in ein kleines Tal gehen. Ich komme aber erst gut einen Kilometer zu spät darauf das Kilometer 104,4 nicht zwischen Kilometer 104 und 105 liegt sondern einen früher. Ich bin seit ca 10 Stunden unterwegs, mir kommt vor als würde der Asphalt unter mir sich in alle Richtungen bewegen.
Letztendlich finde ich dann die Abzweigung und bin sehr froh wieder vom Asphalt weg zu sein. Ich folge den Steinmänchen in Richtung des Pas Gran. Über schroffe Felsplatten geht es immer weiter Bergauf. Hinter mir geht bereits die Sonne unter ich halte nur mehr nach einem geraden Plätzchen ausschau, an dem ich mich endlich hinlegen und schlafen kann. Es geht noch über eine Leiter und einen Zaun dann finde ich einen geeigneten Platz. Ich nutze das letzte Licht um mein Biwak aufzubauen, gleichzeitig werfe ich den Kocher an und bereite Wasser für mein Essen und Tee vor. Der Wind weht etwas stärker legt sich aber in der Nacht. Nach insgesammt 14 Stunden fallen meine Augen von selbst zu. Gute Nacht.

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Dekkert
11.05.2010, 23:23
würden meine Knie leider nicht machen so 'nen Gewaltmarsch. Hast du viele Esel gesehen?

MatthiasK
11.05.2010, 23:44
Nicht sooo viele, alles in allem vielleicht 4!

Ixylon
12.05.2010, 09:33
Auf dem Südabschnitt gibt es tatsächlich keine "natürlichen" Wasserstellen. Wo hast Du denn letztlich welches bekommen? Ich habe auch aus der Wasserknappheit im Süden "gelernt" und dann im Norden immer viel zu viel Wasser mit mir rumgetragen.

In La Trappa gibt es eine Zisterne. Das Wasser daraus sollte man aber tunlichst vorher durch einen Filter jagen.

MatthiasK
12.05.2010, 09:55
Ich konnte erst am Weg nach S´Arraco Wassertanken, an einem Schlauch der aus einem Zaun ragte.
Filter hatte ich keinen dabei für die Zisterne..

MatthiasK
12.05.2010, 20:28
3. Tag, 28.04.2010, erster Teil:

Ich erwache recht früh um ca 6:30. Da es sich um ein Privatgrundstück handelt auf dem ich geschlafen habe, beschließe ich um nicht unnötig aufzufallen so schnell wie möglich zusammenzupacken und erst weiter oben zu frühstücken. Später stellt sich heraus, dass dies nicht notwendig gewesen wäre da ich hier mit einigen Weidetieren allein bin. Laut meiner Wegbeschreibung ist mein Ziel der Berg S´Esclop ich folge dem gut ausgetretenen, schmalen und steinigen nach oben ansteigenden Pfad. Ich bin noch nicht richtig wach folge einfach den Steinmänchen gut eine dreiviertelstunde lang. Ich komme an einen Pass, dem Caseta de n´Arago wie ich meiner Beschreibung entnehme. Hier sind Spuren von alten Behausungen und Terassenartigen Feldern zu sehen. An einem Lagerplatz mit Feuerstelle werfe ich den Spirituskocher an, ich bereite Kaffee und Wasser für Müsli vor. Ich sitze direkt vor der Felswand des S´Esclop, mir ist aber unklar ob links oder rechts. Ich tendiere links zu gehen, mein Kompass würde dem auch zustimmen. Ich will aber auf keinen Fall nochmal ein Risiko eingehen mit verlaufen und beschließe daher die restlichen ca 150hm ohne Gepäck auf den S´Esclop zu steigen. Während ich dem schmalen Steig entlang klettere esse ich mein Müsli aus der Tupperschüssel. Oben angekommen geht es in alle Richtungen. Ich werfe einen Blick nach Osten und erkenne unterhalb tatsächlich die 2 Wege die in der Wegbeschreibung vorkommen. Ich bin mir relativ sicher richtig zu sein und steige wieder ab. Unten angekommen trinke ich den letzten mittlerweile kaltgewordenen Kaffee fertig und packe meinen Kocher zusammen. Da ich schon oben war beschließe ich mit dem Gepäck links am Fusse des Berges entlangzugehen. An den Steinmänchen und Zwergpalmen hier erkenne ich im Wind wehende Absperrbänder die einen Weg markieren sollen, ich nehem diese genauer unter die Lupe und erkenne das ich mich auf einem Streckenabschnitt des Ultra Traillaufs Serra de Tramuntana befinde. Im Gedanken stelle ich mir vor den Trail ohne Gepäck zu laufen. Eine schmerzvolle aber schöne Vorstellung. Ich bin mir zumindest sicher auf dem richtigen Weg nach Estellences zu sein. Es geht lange den Berg hinunter, durch Zwergpalmen und Dissgras. An einer Gabelung treffe ich auf den ersten offizellen Wegweiser auf dem „GR221 Estellences“ geschrieben steht. Ich treffe auf einige Tageswanderer. Die letzten Kilometer folge ich der MA-10 nach Estellences. Diese ist auf Grund der Sperre wenig befahren.
Mein Rucksackgewicht drückt mir so in die Schlüsselbeine das ich bereits mit dem Gedanken spiele mein Fotoequipment loszuwerden. Ich hatte schon gar keine Lust mehr Bilder mit der schweren DSRL zu schießen, Wechselobjektiv und Stativ sowie Zubehör waren sowieso nur mehr unnötiger Ballast in meinen Augen. In Estellences angekommen mache ich erst mal Pause auf einem angenehm schattigen Plätzchen gegenüber eines Greißlerladens. Ich kaufe mir kalte Getränke und Donuts mit Zuckerglasur. Ich ziehe meine Schuhe + Socken aus um meine Füße zu kühlen. Dabei entdecke ich 4 Blasen an jeweils den gleichen Stellen auf beiden Beinen. Die müssen wohl vom Vortagsmarsch sein. Ich versorge Sie mit Compeed und Leukoplast. Etwas weiter rechts von mir sitzen ebenfalls pausierend 2 Wanderer. Anhand der Größe ihrer Rucksäcke schließe ich, dass sie vielleicht das selbe Vorhaben wie ich verfolgen. Ich nähere mich ihnen und Frage, nach einem Postamt um meine Fotoausrüstung mit der Post heim schicken zu können. Die beiden sind mir auf anhieb Sympathisch, ich erkundige mich nach ihren Zielen und beschließe daraufhin mich ihnen anzuschließen. Mit dem Postamt ist es aber auch heute nichts geworden. Wir machen uns also ab jetzt zu dritt auf den Weg nach Esporles, einem weiteren Ort am GR221. Aus einem der Gespräche unterwegs ergibt sich das die beiden, Uwe und Krista ebenfalls am selben Tag wie ich in La Trapa Biwakiert haben. Wir umgehen die Finca Es Rafal und den gesperrten Wegteil über die Ausweichstrecke Planicia. Der Weg verläuft von relativ einfach und eben. Ich konzentriere mich eigentlich nur mehr darauf das Tempo zu halten und auf meine schmerzenden Füße...

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Fortsetzung voraussichtlich morgen!

heinze
13.05.2010, 10:54
Seehr schöner Bericht!
Bei wie viel Rucksackgewicht bist du mit deiner DSLR gelandet? Hast du evtl. ne Packliste?
danke, mfg heinze

MatthiasK
13.05.2010, 18:27
Vielen Dank!

In Kilo gesehen eigentlich nicht so arg, ca 14 kg mit Wasser und Essen.
Hab nun die Packliste dem ersten posting beigefügt.

MatthiasK
13.05.2010, 19:12
3.Tag, 28.04.2010, zweiter Teil:
Der weitere Abschnitt dieser Etappe verläuft unspektakulär und relativ Eben mit nur einem richtigen Anstieg der dafür schön in der Sonne liegt. Am späten Nachmittag kommen wir in Esporles an. Ich hab beschlossen einen Tag Auszeit zu nehmen und beschließe gleich am Ortsanfang in das erste Hotel (auch das einzige) zu gehen um nach einem Zimmer zu fragen. Das tat ich dann auch. Der Herr an der Rezeption meinte das ein Zimmer 90,- Euro pro Nacht kostet. Ich frage nochmal um sicher zu gehen richtig gehört zu haben. Er wiederholt „ninety Euros per night“. Ich frage ob das Zimmer einen Whirlpool hat, grinse drehe mich um und gehe.
Ich treffe wieder auf Krista und Uwe. Wir erfrischen uns mit kalten Getränken in einem Café. Es wird langsam dunkel, da mit der Übernachtung nichts wird verlassen wir den Ort natürlich in Richtung der nächsten Etappe, um einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Dies stellt sich als nicht einfach heraus da das Gebiet sehr bewohnt ist. Wir laufen noch ca 1:30 den Berg hoch, dem Coll de sa Basseta. Vor dem letzten Steilstück finden wir eine schöne Köhlerfläche, dort liegt sogar Stroh und eine Feuerstelle gibt es auch. Wir errichten unser Camp, am Lagerfeuer wird noch gegessen und Rotwein getrunken. Ein schöner Ausklang eines langen Tages. Insgesamt war ich 12 Stunden unterwegs.


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MatthiasK
25.05.2010, 14:43
Sorry war etwas viel zu tun in letzter Zeit, weiter gehts mit Tag4!

Wir erwachen in etwa um 8 Uhr, lassen die vom Tau benetzten Sachen in der immer stärker werdenden Sonne trocknen und frühstücken. Eine Stunde später geht es dann weiter den Berg hoch in Richtung Valdemossa. Ich werde schon vorgewarnt, dass es dort ziemlich touristisch zugeht, die Chancen daher auch sehr hoch stehen ein Postamt zu erwischen. Dem war dann auch so zumindest was den Tourismus angeht. Der Ort ist voll von Ausflüglern und Radfahrern. Leider habe ich kein Glück mit der Post. Ich entschließe mich mit dem Bus nach Palma zu fahren und dort auch einen day-off zu halten. Uwe gibt mir freundlicherweise einen Tip für ein Hostel in der Straße Apuntadores. Wir tauschen Mailadressen aus, ich verabschiede mich und begebe mich auf den Weg zum Bus. Ein Ticket um 1,50 und 30 minuten später stehe ich am Busterminal in Palma. Ich nehme einen weiteren zur nahegelegenen Station an der sich das Hostel befinden soll. Es verläuft alles reibungslos, ich checke im Hostel für eine Nacht ein. Kaum im Zimmer angekommen springe ich unter die Dusche. Ein gutes Gefühl. Das Postamt hier hat bis 20:00 offen und ist gleich auf der anderen Straßenseite. Ich fülle das Formular für mein Packet aus und erkläre dem Postbeamten der nicht wirklich englisch spricht und ich noch weniger spanisch was ich will, ich habe dennoch ein gutes Gefühl als ich im das Packet im Wert eines Gebrauchtwagens überreiche.
Ich erkunde zufrieden die Stadt, in einem Restaurant bestelle ich Pizza und gleich danach Spaghetti. Ich bin selbst recht erstaunt darüber. Der Abend in der Stadt und die Nacht im Hostel verlaufen gut, am nächsten morgen mache ich mich wieder auf den Weg zum Busterminal um wieder nach Valdemossa zu kommen. Von dort aus geht es mit einem Basis gewicht von in etwa 4,5 Kilo weiter auf die nächste Etappe, über Deia nach Soller!
Unweit vom Busbahnhof finde ich relativ leicht den Einstieg zum Trail, er befindet sich beim Sportplatz links die Straße hinauf. Seltsamerweiße ist hier der GR221 wiedermal nicht ausgschildert. Ich finde mich aber anhand der Wegbeschreibungen gut zurecht. Der Weg und die Etappe ansich ist ein wirkliches highlight, den Weg über Cingles de son Rullan wäre ich am liebsten gleich 2 mal gegangen. Irgendwo unterwegs frage ich einen Amerikaner ob ich richtig bin, der weiß aber trotz Karte auch nicht genau wo er ist, ich bin dennoch zuversichtlich und folge weiter dem Weg.
Nach einigen 3-4 Stunden komme ich nach Deia, hier befindet sich das Refugio Can Boi. Ich lege eine ca 20 minütige Pause ein. Der Weg ist ab der Unterkunft ausgeschildert und geht anfangs quer durch den Ort. Nach ca 2 Stunden komme ich am Refugio de Muleta vor Port de Soller an. Unweit von dort suche ich mir ein schönes Plätzchen für die Nacht.



Palma:
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wildscan
26.05.2010, 00:26
Super Bericht!!! Schreib doch bitte weiter 5sterne

MatthiasK
26.05.2010, 10:18
Dankesehr!
Ich habe vor den Bericht noch bis zum Wochenende ganz fertig zu schreiben :bg:

MatthiasK
27.05.2010, 20:14
Tag 5, 30.05.2010:

Um 7:30 krieche ich aus dem Schlafsack, der Himmel ist wolkenverhangen es regnet aber nicht. Mit dem letzten Wasserrest wird Frühstück gekocht. Ich lasse meine Sachen ein wenig auslüften und trocknen, packe dann zusammen um mich auf zur nächsten Etappe zu machen, heute soll es nach Soller über den Cuber Stausee zur Refuge Tossals Verds gehen. Ich mache noch einen Abstecher nach Mulletta um meine Wasserbeutel aufzufüllen. Der Weg bis Soller verläuft einfach, es beginnt stellenweise zu regnen, teilweise auch stark. Zum ersten Mal kommt das Regengewand zum Einsatz. In Soller angekommen regnet es immer noch, es ist aber trotzdem einiges los in dem schönen Städtchen. Ich liege gut in der Zeit und beschließe ein wenig unter dem Regendach eines Cafes zu verweilen und ein zweites Frühstück einzuschieben. Die Schokoladecroissants in der Vitrine sehen einfach zu gut aus. Ausserdem brauche ich neue Compeeds aus der Apotheke. Weiter geht es durch Soller nach Biniaraix von dort aus auf den Puig de l´Ofre. Der Weg verläuft sehr schön stufenartig angelegt den Berg hinauf. Daneben fließt ein Bach in steilen Schluchten. Noch ist es sonnig, der Gipfel hängt jedoch in einer dichten Wolke. Es beginnt wieder stellenweise zu regnen. Ich erreiche schließlich den Pass und erkenne in der Ferne bereits den Cuber Stausee, das Wetter wird wieder besser. Ich bin seit ca 5 Stunden unterwegs, es ist Zeit für eine Pause. Ich schöpfe Wasser aus dem türkisfarbenen See und lasse mich etwas oberhalb von diesem nieder. Nach einem Kaffee begebe ich mich auf den letzten Abschnitt für heute, nach Tossals Verds. Der Weg beginnt anfangs recht eintönig neben einer oben offenen Wasserleitung aus Beton, wird dann aber noch richtig schön im Wald verlaufend. Der Himmel sieht bedrohlich dunkel aus. Ich hab leichte bedenken in ein Unwetter zu geraten und laufe deshalb. Dem leichten Rucksack sei dank. Tossals Verds liegt wunderschön von Bergen umgeben. Ich betrete das Refugio und frage nach einem Zimmer. Es ist noch Platz für die Nacht frei.

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MatthiasK
31.05.2010, 20:38
Der gesamte Bericht inkl. allen Fotos ist auf meinem soeben halbwegs fertig gestalteten Blog zu finden!
Anregungen und Linktausch sehr willkommen!

http://uloutdoors.wordpress.com/

Lotta
31.05.2010, 21:11
Ein schöner Reisebericht mit bezaubernden Fotos :D

Bist du mit deinen Fizan Compact zufrieden oder "vibrieren" sie stark?

Liebe Grüße
Lotta

MatthiasK
31.05.2010, 21:27
Vielen Dank!

Ich liebe diesen Stock!
Die Black Diamond die ich davor hatte haben vibriert, beim fizan kann ich es gar nicht feststellen..

sieb10er
13.07.2010, 19:34
Schöner Bericht!

Bin Ende August mit meiner Freundin für 2 Wochen auf Mallorca, da ich keine Lust habe nur am Strand zu liegen, würde ich gerne mindestens eine Etappe des GR221 mitnehmen. Zu mehr bekomme ich meine Liebste wahrscheinlich nicht bewegt ;).

Kannst du mir eine Tagesetappe besonders Empfehlen? Rein von deinen Bildern gefällt mir ja die erste sehr gut, da man anscheinend durchgehend einen Traumhaften Blick auf die Küste und das Meer sowie die vorgelagerten Inseln hat. Auch sollte es nicht zu viel Trittsicherheit erfordern, da ich wie gesagt meine Freundin "im Schlepptau" habe.

Fahren am Ende der einzelnen Etappen Busse? Müssen nämlich irgendwie wieder zu unserem Auto an den Start kommen...

Freue mich über Tipps!

winnetoux
13.07.2010, 21:38
Deine Frage wäre in den Fragen Europa besser aufgehoben. Klar fahren Busse, aber wenn ihr ein Auto habt, würde ich das eher am Endpunkt stehen lassen und mit dem Bus zum Start fahren - dann verpasst man nicht den letzten und außerdem kann man den ersten verpassen ;-) Teilweise sind die Busse auch recht voll. Letztendlich hängt das davon ab, wiewowieoft die fahren und in welche Richtung ihr geht .... nicht jede Strecke ist toll bedient.

Von St. Elm nach La Trapa ist nett, geht auch als Rundtour, der Rückweg auf einem breiten Fahrweg ist dann nicht sooo spannend, aber okay. Wenn noch Puste, von St. Elm zurück nach Port Andratx (oder eben umgekehrt). Schätze, nach St. Elm fahren nicht so viele Busse, das ist eher eine Nebenstrecke.
Empfehlen kann ich Soller und Port de Soller. von Port de Soller nach Deia z.B., das ist gut mit Bussen machbar und die Route ist recht hübsch, vor allem, wenn man irgendwann nach Lluc Alcari abbiegt, der Abzweig ist allerdings recht unscheinbar, da gibt es wohl auch eine Badebucht und man kann dann näher an der Küste über einen teilweise etwas verwegenen Pfad, manchmal sind Abschnitte weggerutscht, zur Bucht von Deia wandern. Besonders für heiße Tage evtl., da man doch öfter in Waldzonen ist, mit schönen Blicken auf die Küste. Deia wird allerdings wohl auch nicht so oft angefahren, die Route ist etwas abgeschnitten, seit es direkter nach Soller geht, wenn ich nicht irre. Von Soller mal rauf und wieder denselben Weg runter ist auch okay.

Reitweg des Erzherzogs ab Valledemossa ist auch super, da gibt es eine Rundtour bzw. man kann die Länge wohl variieren, ist etwas anstrengender und die Blicke zum Meer von oben halt etwas entfernter. Das geht auch als Streckentour.

sieb10er
13.07.2010, 23:03
Dachte, es lohnt nicht hierfür bei einen neuen Thread zu eröffnen...

Habe mal ein wenig gegoogelt und die Route von Soller nach Deia scheint mir wirklich sehr lohnenswert. Gibt es auf der Strecke ein paar bewirtete Hütten/Gaststätten wo man sich was zu trinken etc. holen kann oder sollte man ausreichend Wasser mitnehmen, vor allem wenn es heiss ist?

Ist es empfehlenswert sich entsprechende Literatur zu besorgen, zwecks Route (vorallem um erst einmal die Route zu finden) oder reicht eine einfache Karte?

MatthiasK
13.07.2010, 23:16
Gute Idee! Eines vorweg, schönd fand ich alle Etappen ausser die letzte nach pollenca.

Ich würde dir aber gar keine Etappe im Südteil empfehlen weil die zur gänze Unmarkiert sind und es einige haarige Stellen in Verbindung mit der Markierung gibt.

Am besten ihr lauft von Valldemossa rüber nach Deja und wenn ihr noch Lust habt noch weiter bis Soller.
Eine Wanderkarte für den mittleren Teil kann hier hilfreich sein!
Ich ging den ganzen GR221 ohne Karten aber das darf ich in diesem Forum nicht laut sagen :ignore:

Von all diesen Orten gehen regelmäßig Busse um wieder nach Palma zu kommen.
Ich beantworte dir gerne weitere Fragen falls du welche hast!

winnetoux
13.07.2010, 23:47
Ich würd ein Buch der Karte vorziehen ... einfach, weil es da diverse Alternativen wohl gibt und da ist dann gleich erklärt, wie lang es ungefähr dauert etc. (sofern die im Buch drin sind und meist gibt es dazu auch einen kleinen Kartenausschnitt). Bei Deia etwa haben wir uns etwas verfranst und glatt die Bucht verpasst ;-) war aber sowieso keine Badezeit. Ich glaube, auf den Trampelpfaden da hätte eine Karte auch nicht unbedingt geholfen. Letztendlich war dann auch klar, wo wir uns falsch entschieden hatten und wir hätten auch nochmal runtergehen können ;-) Ansonsten sind da eigentlich deutliche Schilder. Und am Startpunkt gibt es gewöhnlich auch andere, die irgendwohin wandern wollen, wenn man mit dem Bus kommt. Startpunkte sind nicht immer ganz so eindeutig sofort zu finden, etwa wie es nun am besten nach La Trapa raufgeht, da muss man manchmal etwas aufpassen vor lauter kreuzenden Waldwegen.
3 l pro Nase würd ich schonmal großzügig mitnehmen, außer Orangensaft an der Finca ist wohl nichts. Dafür hübsche Picknickplätze an der Küste. Das Edelrestaurant, das wir kürzlich bei "Wo bin ich" hatten, ist a)teuer und frag mich b) nicht, wo es genau liegt, wahrscheinlich eher anzutreffen, wenn man unterwegs wieder abbiegt, um weiter oben zurückzugehen (Alternativen eben ...)

MatthiasK
13.07.2010, 23:52
Ich weiß nicht auf welchen "trampelpfaden" du unterwegs bist aber der GR221 ist auf jeden Fall in der Karte Serra de Tramuntana 1:25 000 eingezeichnet.
Mit etwas Grundkondition werdet ihr ca 4 Stunden von Valldemossa nach Deja gehen. Weitere 2 Stunden nach Soller.

winnetoux
13.07.2010, 23:57
Das ist auch nicht (komplett) GR 221 oder eben eine Alternative. Nicht Soller, sondern Port de Soller, und eben ab Alcari oder wie auch immer der Weiler hieß, weiter unten die Steilküste lang. Das sind eher 5 Stunden mit kurzen Pausen, zumindest mit Deia als Ziel, dann wohl leicht mehr Höhenmeter, aber insgesamt ist das nix Wildes. Irgendwo bei der Orangensaftfinca oder so kann man sich überlegen, ob man nach Soller geht - kürzer - oder abbiegt zum Port - falls von Deia losgegangen. Wobei ich nicht weiß, was da für ein Schild ist, wir stutzten in Gegenrichtung über das Soller-Schild (wenn es keinen Spaß macht, kann man auch eine Runde von Port de Soller nach Soller gehen, das scheinen auch einige zu machen, ist aber kurz und nur Anfangs bisschen Blick aufs Meer.)

sieb10er
25.07.2010, 20:32
Vielen Dank erst einmal für eure hilfreichen Tipps!

Habe mir nun die Serra Tramuntana 1:35.000 geholt und werde wohl die von euch vorgeschlagene Etappe Valdemossa nach Deia gehen. Wenn ich meine liebste dann noch für eine zweite Etappe begeistern kann, vielleicht noch von Deia nach Soller oder Port de Soller.

Aber ich habe noch ein paar weitere Fragen zwecks notweniger Ausrüstung. Da ich bisher noch gar nichts an Outdoor-Ausrüstung besitzte, und für eine oder zwei Tagestouren keine Unsummen ausgeben will, stellt sich die Frage was unbedingt nötig ist. Vorallem zwecks Sicherheit, Komfort spielt dabei erst einmal keine große Rolle.

Wir beide haben Knöchelhohe Timberland-Boots mit recht vernünftiger Sohle. Reicht das aus? Ein Rucksack mit 30-35l werde ich mir wohl sowieso anschaffen. Brauchen wir Ende August Wetterfeste Kleidung wenn die Wettervorhersage einen sonnigen Tag prophezeit? Sind Stöcke empfehlenswert? Könnte ich mir auch bei Bekannten leihen...

Bin auf weitere Tipps gespannt!

MatthiasK
25.07.2010, 20:39
In Sachen Schuhe kann ich dir nicht sagen was DU brauchst. Ich gehe alles in Geländelaufschuhen.

Sind Timberland nicht solche Lederstiefel? Viel zu schwitzig wenn du im Sommer dort unterwegs bist.

Im Prinzip brauchst du überhaupt nichts mit ausser einer leichten Regenjacke und Wasser. Auf dieser Etappe gibt es unterwegs keines.

Stöcke würd ich bei minimalem Rucksackgewicht nicht mitnehmen ausser ihr tut euch leichter damit beim Bergabgehen. Vom Kamm aus Richtung Deja geht es recht lang runter.

In Valdemossa musst du vor dem Sportplatz die Abzweigung nach rechts in Richtung Berg nehmen dann links halten bis du zum Trail kommst. :D

Harry
25.07.2010, 20:51
Und dann an den Köhlerplätzen vorbei den Hang hinauf. da gibts dann auch eine schöne eingefasste Quelle unter der Erde. Schwärm. War ein genialer Lagerplatz mit Feuerstelle.
In Port de Valdemossa 100 hm oberhalb geht ein Weg rechts rein. Dort kommt ihr zum Anwesen von Michael Douglas. War auch ein nettes Plätzchen.
Für ungeübte Füsse würde ich leichte Wanderschuhe mitnehmen für die Schotterpisten und Waldwege.

MatthiasK
26.07.2010, 08:49
Ach stimmt auf dieser Ebene (weiß jetzt nicht auswendig) gibt es auch einen Brunnen!

torus
02.08.2010, 23:24
vielen dank für den super bericht. tolle anregung fürs frühjahr 2011.