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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [SE] LÄNGTAN – Die Reise eines Filmer-Duos durchs spätsommerliche Norrland



Fjaellripan
18.11.2008, 21:28
Land: SE/NO
Reisezeit: Ag/Sept '08
Region/Kontinent: Nordeuropa

Vorgeschichte

28. August 2007
-Jämtlandsfjällen-
Eisregen peitscht waagerecht über das Land, ein wehender grauer Schleier über der Hochebene. Kurz scheint er inne zu halten, dann stiebt er nach oben weg und gibt den verschwommenen Blick frei auf eine gewaltige schroffe Steilwand, der Neuschnee glänzt im milchigen Licht.
Einen Moment vergessen wir das Frieren, die Nässe, die Schmerzen – uns trifft die Wucht eines plötzlich auftauchenden Berges. Nicht dass wir den Sylarna noch nie gesehen hätten, es ist nur die Wirkung, wenn nach drei Tagen Wanderung durch eine dunstige, windgepeitschte Landschaft flacher weiter Hügel plötzlich die unmittelbare Präsens der Berge offenbar wird, die die Hochebene umgeben.
http://www.langtan.de/images/001n.jpg[/IMG-R]Rasch drängt eine neue Wolke in die Lücke. Die Kälte kriecht uns in die Knochen. Wir ziehen den Kopf zwischen die Schultern und gehen eilig weiter. Es ist August.

Feiner Schnee wirbelt mit uns durch die Tür der Sylarna-Fjällstation, einer hochgeheizten hotelartigen Anlage am Fuße des Berges. Ein Gewirr aus Wanderstäben und Bergstöcken flankiert das schlammverschmierte Schuhregal. Wir starren auf die Väderprognos des SMHI und müssen kapitulieren.

Das war der erste Versuch.
Nachdem wir noch am selben Tag unter Schmerztabletten bei Minusgraden mit einer kurzen Pause in einer überfüllten Raststuga zur talwärts liegenden Storulvån-Fjällstation durchmarschiert waren und dort die Zeltgebühr bezahlt, aber ein Sofa im Aufenthaltsraum dem Zelt vorgezogen hatten, verbrachten wir den Rest der Zeit an der Höga Kusten.

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Skuleskogen

Im sonnigen Skuleskogen den Blick über die schärendurchsetzte Bottensee in die Ferne schweifend hingen wir beide stumm unseren Gedanken nach. Ich erinnere mich, dass mich die Wucht des Wetters im Nachhinein stark beeindruckt hatte, die Nichtigkeit der eigenen Präsens an einem Ort, der dir die Gewissheit gibt, dass der Mensch es niemals schaffen wird die Mächte der Natur zu bezwingen. Lydia hat es seelisch verletzt. Die Angst vor Kälte und Nässe wurde sie nun nie mehr los.
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Wie konnte das passieren? Letztlich waren wir naiv gewesen, was die Zusammenstellung unserer Ausrüstung betraf. Aber das ist nur Nebensache. In erster Linie hatten wir einfach Pech. Oder doch: War es so gewollt?
Bei unseren eher halbherzigen Aufnahmen im Skuleskogen erprobten wir beide unsere Möglichkeiten und mir wurde schnell klar, dass wir beide nicht ausreichend vorbereitet waren. Ich glaube dass ich 2007 in keinem Fall mit befriedigendem Material zurückgekehrt wäre.


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[I]Tagebuch auf dem Valkallen

Einen Film drehen – im skandinavischen Fjäll. Warum? Es ist LÄNGTAN – die Sehnsucht.
Diese Landschaft zieht uns an. Der Kungsled ist einer der bekanntesten und meistbegangenen Strecken in Europa. Schweden ist mittlerweile in Deutschland zur Marke geworden, mit der Produkte und Dienstleistungen beworben werden. Und es wirkt.
Was treibt uns dazu unsere romantischen Vorstellungen und Sehnsüchte auf den kalten Norden zu projizieren? Warum rennen jedes Jahr mehr Menschen durch Norrlands Gebirge, stürmen den Kebnekaise, entfliehen in den Sarek…
Nun es ist einfach verlockend, die alltäglichen Sorgen durch unmittelbare kleine Probleme zu ersetzen, seinen Körper zu spüren, die Schönheit der Landschaft zu betrachten.
Doch vor allem ist es die Sehnsucht die Verbindung zu etwas zu spüren, was uns in den warmen Stuben unserer Wohnhöhlen, der physischen Passivität in unserer Mobilität und der Entfremdung zwischen Lebenserwerb und Lebensmittel abhanden gekommen ist – dem Wilden.
Sich bewusst auf das Wilde einlassen, versuchen mit den Urkräften zu leben, auf die man keinerlei Einfluss hat, und zwar ohne sich jeden Abend feige in sein abgeschottetes, beheiztes kleines Stück kontrollierte Umwelt zurück zu ziehen. Wo sonst, wenn nicht hier – in Norrlands Fjäll – kann man besser über die veränderte Beziehung zwischen Mensch und Natur, die eigene Lebensgestaltung, unseren Lebensstil nachdenken, hier von all dem weitgehend abgetrennt, was uns täglich umgibt und scheinbar erhält, hier, wo wir einen Hauch von euphorischem Freisein spüren, wenn wir vom Gipfel eines Berges in die Ferne blicken…


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Nun sitzen wir in Christiana in einem bunten Haufen von Leuten, die unseren Lebensstil mehr oder weniger abgelegt und durch ihren eigenen chaotischen Lebensentwurf ersetzt haben und lassen den Blick über bunt bemalte rundliche Hütten, wirr zusammengeschweißte Fahrräder und ein buntes Volk schweifen, während von einer kleinen Bühne bluesige Klänge tönen.
Es ist ein Jahr später. Der zweite Versuch.



18. August 2008
-Grövelsjön-
Uns ist übel. Bei vier Stunden wackeliger Busfahrt durchs nördliche Dalarna hatten wir Zeit genug die Fahrkünste unseres Fahrers kennen zu lernen. Und um die Filmausrüstung zu bangen, die im Gepäckraum zwischen Kloschüsseln und Autofelgen hin und her geworfen wird.
Regen und 8 °C. Das Übliche. Nachdem wir die Reste unseres Tagesproviants vertilgt und etwas trockenes Holz vom Vindskydd am See eingepackt haben, steigen wir gegen halb sechs zum Salsfjäll auf. Wir sind allein auf einem breiten mancherorts „fünfspurigen“ Wanderweg, der sich unweit im wirbelnden Regendunst auflöst.
http://www.langtan.de/images/004n.jpg[/IMG-R]Wir überqueren die norwegische Grenze. Lydia hat Verspannungen in den Schultern, da sich das Futter ihrer Rucksackträger seitlich heraus geschoben hat. Wir können aber nicht lange verweilen, da uns kalt und klamm wird und wir den Pass überqueren müssen, bevor es dunkel wird.

Graue Wolken schleppen sich durch die Enge zwischen Sjöhöjden und Salsfjället. Sprühregen peitscht in unsere geröteten Gesichter. Es geht wieder bergab.
Gegen halb acht lässt der Regen etwas nach und wir können das Zelt nahezu regenfrei an der Baumgrenze oberhalb des westlichen Grövelsjö aufbauen. Für ein Lagerfeuer ist es jedoch zu nass und wir begnügen uns mit Wurst- und Käsebrot bei Quellwasser.




19. August
-[I]Grövelsjön-Grøtådal-
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Bewölkter Himmel, aber kein Regen mehr. Wir frühstücken und blicken in das tiefe U-förmige Tal an dessen Grund der bleierne Grövelsjö ruht. Fernes Motorensummen steigt aus dem Tal auf. Es ist das Wassertaxi, das nun den See durchpflügt und die Tagestouristen an der norwegischen Anlegestelle Ryvang abwirft.
http://www.langtan.de/images/005.jpg[/IMG-R]Nach dem Dreh einer kurzen Szene packen wir zusammen und steigen ab zum ehemaligen Fäbodvall Sylen. Schon bald kommt uns die Bootsbesatzung entgegen, die wie gehetzt den Hang hoch schnauft. Flüchten sie voreinander oder haben sie Angst es bis zum Abend nicht zur Fjällstation zu schaffen, weil sie die Strecke und ihre Kräfte nicht einschätzen können? Wahrscheinlich beides.
Unten finden wir einen handgemalten Wegweiser, der den Trampelpfad ins Grøtådal markiert. Der Weg ist nicht offiziell markiert und liegt abseits der üblichen Touren. Der Grøtå wandelt sich hier vom rauschenden Bach langsam in einen breiten zäh dahin fließenden Fluss, bis er schließlich in der steinigen Ebene der Femundmark in den Røa mündet. Dabei durchquert er auf kleinem Raum vielfältigste Biotope. Hier konnten wir schöne Drehplätze finden und dabei ungestört sein.
Spuren von Rentier, Elch, Hund und Mensch vermischen sich auf dem Pfad. Es scheint Mensch und Tier hätten das selbe Anliegen, das selbe Ziel. Tatsächlich sind es die gehörnten Herdentiere, die hier die Straßen bauen, denn der Weg ist auf Grundlage der Rentier-Wechsel entstanden, auf denen die norwegischen Angler bequem zu ihren Jagdrevieren gelangen.

[I]
Abstieg nach Sylen/Norwegen
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[I]Erzwungene Drehpause

Es schauert. Hektisch werfe ich den aus einem Duschvorhang gebastelten Regenschutz über die Kamera. Als sich der Niesel in richtigen Regen wandelt, beschließen wir rasch das Zelt aufzubauen. Das Wetter fordert stets viel Flexibilität von uns ab. Doch darum geht es bei diesem Projekt ja auch: Mit dem arbeiten, was da ist; nicht das erkämpfen, was man gern hätte, sondern dankbar annehmen, was man bekommt – denn die Natur zeigt sich in ihrer Unberechenbarkeit und Schönheit viel beeindruckender und spannender als jede menschkontrollierte Inszenierung.

Als es wieder aufklart, ist es zu spät zum Drehen. Schräg flutet das gelbe Abendlicht durch das Tal und wirft seinen Schein an die kreideweißen Stämme der windgebeugten Fjällbirken. Mit dem trockenen Holz, das ich noch im Gepäck habe, ist schnell ein Feuer entfacht und wir kochen zwei dieser klebrigen Fertiggerichte, mit einem Birkenpilz verfeinert.
Als die Sonne zu anderen Ländern abtaucht und sich die eiszerschmetterten Felsblöcke wie Trolle gegen den blassen Abendhimmel erheben, sitzen wir bei den leuchtenden Flammen und nehmen die Energie des Holzes in Form warmen Tees in uns auf.

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20. August
- Grøtådal-
Unkontrolliert kriecht der Ärger auf, als das Geräusch nicht aussetzt. Der Regen hört sich im Zelt immer nach mehr an. Doch Regen ist Regen und die Kamera bleibt im Koffer. Wir haben beschlossen die Szene hier zu Ende zu drehen, doch der Blick nach draußen offenbart tief hängende graue Wolken, die im Tal bei nahezu Windstille festgesetzt haben. Wir sind frustriert. Das taube Gefühl der Hilflosigkeit, im engen Zelt festzusitzen und nichts tun zu können, frisst an uns.
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Umso mehr freuen wir uns, als gegen halb zwölf der Regen aussetzt und die Sonne als milchiger verschmierter Fleck sichtbar wird. Wir kriechen aus den Schlafsäcken und frühstücken erstmal. Doch da nahen bereits wieder Regenwolken und verhindern den Dreh.
Das Wetter ist eine launische Diva.
Halb zwei dann klart es nochmals kurz auf und wir drehen in großer Hektik die Szene zu Ende. Während es wieder zu nieseln beginnt, bauen wir schnell das Zelt zusammen und raffen uns auf. Wandern lässt es sich bei dem leichten Regen und der Windstelle gut und wir genießen die Bewegung und die Luft.
Ganz wie der Bach mäandert der Weg sanft durch die Landschaft aus Geröllwüsten und dünenartigen Sandhügeln, zwischen Birkenhainen und Wacholderheiden hindurch, an rauschenden Wasserfällen und stillen Sümpfen vorbei.
Wir halten Ausschau nach einer passenden Stelle für die Szenen am Lagerplatz, doch obgleich wir zahlreiche von Anglern angelegte Lagerstellen an malerischen Plätzen passieren, finden wir nichts Passendes.
Das Tal flacht ab und dunstige Moore ziehen sich am Grøtå hin, der nun schleppend dahin fließt, als hätte das Wasser die junge fliegende Leichtigkeit verloren und wäre zu bleierner Schwere gealtert. Eine recht abenteuerliche Brückenkonstruktion aus einem Baumstamm und einem Drahtseil komplettiert den Weg, der hier die Stormyrskojian passiert, eine kleine verlassene Trapperhütte. Das alte Thermometer zeigt 12°C an. Recht angenehm.

Gegen sechs geben wir vorerst die Suche nach einem geeigneten Drehplatz auf und lassen uns an einem schönen mit Kiefern bestandenen Platz nieder. Zwei Norweger lagern hier schon. In gebrochenem Englisch frag ich sie, ob sie etwas dagegen haben, wenn auch wir hier unser Zelt aufschlagen. „Nice place for camping. You’re welcome!“ Doch sein Gesichtsausdruck scheint das nicht auszudrücken. Egal, wir werden sie nicht stören, stellen unser Zelt hinter eine breite Kiefer.
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http://www.langtan.de/images/008.jpeghttp://www.langtan.de/images/012.jpeg

[I]<-Catering ------------- Der Grøtå->
-Fortsetzung folgt in Kürze-

KuchenKabel
18.11.2008, 23:19
Sehr genial geschrieben. Wirklich! Hut ab dafür. Bin schon gespannt wie es weiter geht. Und vor allem bitte ein paar Details über den Film einwerfen ;-). Bei so viel Mühe würde mich auch das Ergebnis interessieren.

Peet
18.11.2008, 23:47
Gleiches kam mir auch in den Sinn, bin gespannt was Ihr da gedreht habt. Freue mich auf eine Fortsetzung, wirklich sehr schön zu lesen vom Schreibstil. Gerade da ich ja auch Norwegen-Fan bin freue ich mich auf mehr.

Mange takk! ;-)

doesse
19.11.2008, 10:29
Danke schon mal bis hierher, scheint ja eine sehr reflektierte Reise gewesen zu sein. War das Vorsatz oder hat es sich einfach ergeben im Versuch, das Tagebuch mit etwas Sinnvollem zu füllen ?

Eine Frage noch: Wird man den Film/die Filme bzw. Teile davon zu sehen bekommen oder ist das rein privat ? Die Bilder sehen nämlich sehr vielversprechend aus.

Grüsse,
/doesse

Sapmi
19.11.2008, 14:10
Sehr schön geschrieben. 5sterne
Freue mich auch auf die Fortsetzung.

Fjaellripan
19.11.2008, 14:22
Hej,
bin sehr erfreut über die positiven Reaktionen!
Der Film ist eine nichtkommerzielle Independent-Produktion, die aber in kleineren Kinos/Programmkino laufen soll. Mit der Fertigstellung wird es sich noch mindestens ein Jahr hinziehen, da noch Material gedreht werden muss und die ganze Postproduktion noch ansteht. Werde aber gelegentlich einen kleinen Teaser zusammen schneiden und das online stellen. Der gesamte Film wird jedoch wahrscheinlich aus rechtlichen Gründen nicht im Web veröffentlicht; hoffe aber durch Kontakte zu Kinobetreibern, die für sowas offen sind, den Film auf diesem Wege an die Öffentlichkeit bringen.

Wer sich für das Projekt interessiert:
http://www.langtan.de
Dort seht ihr schon mal ein paar Bilder, Infos und auch diesen Reisebericht.
Wird aber hier auch noch komplett gepostet.

@doesse: Das Reisetagebuch war inhaltlich sehr sachlich und pragmatisch. Lydia und ich haben uns täglich mit dem Schreiben abgewechselt. Im Nachhinein habe ich das Material gesichtet und den Reisebericht komplett neu verfasst und versucht ihn in eine lesenswerte Form zu bringen.

Heut abend stell ich den zweiten Teil rein.
Dann geht die Reise weiter durch Femundmarka und zum Rogen.

Viele Grüße!

KuchenKabel
19.11.2008, 14:33
Klingt sehr interessant. Viel Erfolg schon mal!

Nordlandfreak
19.11.2008, 15:25
Einfach Klasse. Sehr scön geschrieben.

Wenn es den Film im Kino oder auf DVD gibt , bin ich auf jeden fall dabei :popcorn:

Fjaellripan
19.11.2008, 17:57
21. August 2008
-Grøtådal-
Der Schlaf war gut. Der Morgen ist kalt und grau, aber es regnet nicht mehr. Sieben Uhr treibt es mich aus dem Schlafsack und ich mache einige Naturaufnahmen, bis gegen neun auch die Frau sich unter freien Himmel bequemt.
Es ist kalt und windig. Zwischen einem sich auflockernden Wolkenhimmel wirft die Sonne weißes Licht aufs Land. Wir können einige schöne Aufnahmen machen. Doch während ich von einer eiszeitlichen Blockmoräne eine Gruppe Rentiere auf der locker bewaldeten Ebene filme, stürzt Lydia in eine seelische Krise, weil ihr bewusst wird, dass sie in den Filmkostümen immer die Kälte spüren wird, die ihr solche Angst macht.

http://www.langtan.de/images/014n.jpg[/IMG-R]Die Suche nach einem Drehort für die Lagerszenen wird auch zusehends schwieriger. Auf dieser Höhenlage hat der Fluss nicht mehr den Charakter, den ich mir für die Szene vorgestellt habe. Es scheint, dass wir die geeigneten Stellen gestern in unserem durch das Wetter bestimmten Wunsch zu wandern verpasst haben.
Der Pfad entfernt sich vom Grøtå, wendet sich der baumlosen Hochebene am Fuße des Stor-Svuku zu. Lang überlegen wir, ob wir die Szene hier noch drehen sollen, doch dem sumpfigen, dicht bewachsenen Ufer des hier mit fast künstlich wirkender Gradlinigkeit verlaufenden Grøtå fehlt der rechte Fjällcharakter. Und wir verlassen den Fluss zunächst.

Eine gute Entscheidung. Denn der Weg passiert schon bald einen glasklaren kleinen Bergsee, aus dem sich ein plätschernder Bach ins Tal ergießt, in dem sich die Forellen tummeln und gelegentlich nach Insekten schnappend aus dem Wasser springen und der von einem Hain aus uralten knorrigen gedrungenen Fjällbirken umgeben ist. Ein wunderschöner Flecken Erde.
Ich verspüre plötzlich den brennenden Wunsch mich mit diesem Ort zu verbinden und nehme kurzerhand ein Bad im See, lasse mich beißen. Normalerweise bade ich nicht gern, Lydia dafür umso lieber. Aber hier ist alles anders.
Bei goldenem Abendlicht drehen wir die Szenen, danach ist keine Zeit mehr um Abendessen zu kochen. Wir begnügen uns mit ein paar Nüssen und Knäckebrot und planten dabei die Szenen am nächsten Morgen. Hoffentlich regnet es dann nicht!


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22. August
-Femundmarka-
4.44 Uhr weckt uns das technische Fiepen des Weckers. Es ist trocken, aber ein eisiger Hauch kriecht uns entgegen. In der blauen Dämmerung vor Sonnenaufgang baue ich die Kamera auf. Zwischen den Aufnahmen kriecht Lydia, die nur dünn bekleidet ist, in den aufgewärmten Schlafsack. Die morgendliche Stimmung hat etwas Magisches und ich mache mich als alles im Kasten ist, auf um zu beobachten wie das Licht der nahenden Morgensonne über die fernen Gipfel und Wolken streicht.
Gegen acht wurde die Schauspielerin wieder aus dem Bett geholt für die nächste Szene. Der kalte Wind hatte nun zugenommen, was ein zusätzlicher Stressfaktor für Lydia war. So war Eile angebracht bei den Kameraeinstellungen, auch deshalb, weil die Lichtstimmung durch die steigende Sonne und die ziehenden Wolken in ständiger Veränderung war.
Aber es ging alles gut und ich konnte wieder etwas abhaken auf der Szenenübersicht. Anschließend kochten wir erst einmal was Heißes. Gegen zehn nahmen wir die erste Mahlzeit für den heutigen Tag zu uns: Tomatencremesuppe mit vielen Nudeln.

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-Lagerplatz am Stor-Svuku-

Gegen zwölf setzten wir den Weg fort. Die Sonne strahlte und wir hatten einen schönen Blick über die gesamte Femundmark. Nachdem wir dies auch filmisch genutzt hatten, verließen wir den Pfad und stiegen in die Mark hinab.

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Jahrhunderte alte, in sich verdrehte Kiefern, ebenso lang vor sich hin sterbende rindenlose, graue Stämme, die geisthaft ihre toten Äste in den klaren Himmel strecken; ein schwer zugängliches Gewirr aus Blockmoränen und kleinen Sümpfen und Tümpeln dazwischen; eine erbarmungslose Hitze mit Schwärmen von Bremsen, Mücken und Knotts im Sommer und frostige Kälte durchschnittlichen -20°C im Winter – das ist der Charakter von Femundmarka, einer der letzten Wälder in Norwegen, die weitgehend unberührt geblieben sind.


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Von den Stechinsekten und den extreme Wetterbedingungen haben wir diesmal nichts mehr, da wir in der Übergangszeit hier sind. Doch schnell müssen wir feststellen, dass der markierte Fernwanderweg hier vielerorts schwerer zu finden ist als der unmarkierte Pfad im Grøtådal.
Auf der Suche nach einem Zeltplatz müssen wir weit laufen, da das Gebiet sehr steinig und sumpfig ist und selten fließendes Wasser bereit hält.

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23. August
-Femundmarka-
Die Mittagssonne heizt das Land auf, in dem kein Wind weht. Lydia liegt in den wolkenartigen trockenen Flechten und lässt die Wärme über ihre Haut fließen.
Ich scheuche sie auf – sie soll noch einmal im Kostüm durch die Landschaft gleiten. Die Motivation ist schwer. Kälte ist kein Problem heute, doch der Weg ist sehr beschwerlich und das Gepäck zerrt an den Schultern. Da wir über eine Woche in einem Gebiet ohne Lebensmittelversorgung sind, müssen wir alles mittragen. Lydia hat mehr auf dem Rücken, als für eine Frau gut ist. Auch mich plagen Verspannungen und Rückenschmerzen. Dazu haben wir einen kilometerweiten Umweg hinter uns, da wir fälschlich Markierungen gefolgt waren, die auf der Karte gar nicht eingezeichnet waren.
http://www.langtan.de/images/022n.jpg[/IMG-L] Lydia ist völlig erschöpft. Ich habe mich zu sehr auf meinen Plan versteift, heute noch am Rogen zu sein. Ich muss mir eingestehen, dass ich zu viel von ihr abverlangt habe, die Grenze der Belastung übertreten habe.
Mit viel Schokolade zwingt sich Lydia zu den erforderlichen Aufnahmen. Ich hoffte, dass man ihr später im Film nicht die ständige Erschöpfung und das Frieren ansehen wird. Bei der Sichtung des Rohmaterials einen Monat später sollte ich feststellen, dass auf den Bildern tatsächlich alles romantischer aussieht als es war.
Nach einer Stunde hat sich Lydia weitestgehend erholt und da das Wetter anhaltend warm und sonnig ist, besserte sich ihre Laune schon bald. Von der Anhöhe einer Endmoräne werfen wir einen ersten Blick auf den in der Sonne glitzernden Rogen-See. Wir überqueren den Rentierzaun und passieren das gelbe Schild, das den Grenzübertritt nach Schweden markiert.
Bei der Gelegenheit fällt mir wieder ein, dass ich meinen Personalausweis zu Hause liegen gelassen habe. Wie durch ein Wunder war ich im EC in Dänemark als einziger nicht von den Beamten kontrolliert worden. In der Natur sind solche menschdefinierten Linien nichtig. Das Schild zu dessen beiden Seiten sich nichts als wilder Wald, Geröll und Berge erstrecken, ist die lächerliche Karikatur des Bestrebens unserer Zivilisation alles einem bestimmten Besitz zu zu ordnen.

Eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichen wir den westlichen Hang des Bustvålen. Etwas in Eile suche ich nach einer alten dicken freistehenden Kiefer, die ich für die Aufnahme im Abendlicht benötige. Am windstillen klaren Abend fällt das goldene Licht auf die rotbraune Kiefernrinde und bringt sie zum Leuchten. Lydia ist entspannt, denn solang die Sonne noch ihre Strahlen über das Land schickt, ist es noch warm. Nur ein paar Knotts freuen sich über meine Hände, die sie aufgrund der Kamerabedienung nicht verscheuchen können.
Die Sonne ist schon lang verschwunden, die Kühle erhebt sich und der Tau fällt, als wir eilig zusammen packen und den trockenen Hang herunter steigen, auf der Suche nach fließend Wasser und einer Zeltstelle. Am Wanderweg zwischen Skedbro- und Rogenstuga finden wir ein Rinnsal, das sich aus einem höher gelegen Moor zehrt, und wir löschen erst einmal unseren starken Durst. Dann schlagen wir im letzten Dämmerlicht das Zelt an einer recht unebenen aber dennoch bequemen Stelle auf. Wir essen noch etwas, das man wegen der Dunkelheit nicht sehen kann. Es schmeckt trocken.



25. August
-Rogen-
Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Müsli-Frühstück besteigen wir mit neuen Kräften unter einem tiefblauen wolkenlosen Himmel den westlichen Gipfel des Bustvålen, der sich etwa 300 Meter über dem Rogen erhebt. Es ist warm und sonnig, langsam bilden sich viele weiße Quellwolken. Oben geht jedoch ein scharfer Südwest-Wind und Lydia friert schnell in dem dünnen Kostüm. Zudem nehmen die Wolken an Größe zu und wir müssen einige Viertelstunden warten, bis wir wieder die gleichen Lichtbedingungen haben.
Am windgeschützten Nordhang nehmen wir ein Mahl zu uns und schauen zum Skedbrofjäll herüber.

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- Auf dem Bustvålen -

Dann gehen wir am Hang entlang Richtung Rödviken, wo der offizielle Rastplatz des Kungsled ist. Da das Rogen-Gebiet ein Naturreservat ist, ist Feuermachen im Wald nur an markierten Stellen mit ausgelegtem Holz erlaubt.
Der Abstieg macht uns zu schaffen, da wir querfeldein gehen und das Gelände recht unwegsam ist. Gegen vier kommen wir am Rastplatz an und wir erinnern uns an eine Kungsleden-Wanderung vor drei Jahren zurück, als wir ebenfalls hier gerastet haben.
Wir laufen am zerklüfteten Ufer herum auf der Suche nach einem Sandstrand, den wir für die Schlussszene brauchen, und von dem ich in einem alten Reisebericht gelesen habe. Doch trotz genauen Suchens finden wir ihn nicht.
Nach einer Brokkoli-Cremesuppe mit Spätzle und einem Roibos-Tee kriechen wir in die Schlafsäcke, denn wegen des kalten Windes, der vom See kommt, frieren wir, sobald die Sonne hinter dem Bustvålen verschwunden ist.

http://www.langtan.de/images/025n.jpg[/IMG-L] 26. August
-Rogen-
Der Morgen ist klar und eisig. Ich stehe früh auf und lasse Lydia ruhen, die wegen starken Juckreizes aufgrund von Knott-Stichen und auslaufender Daune sowie Kälte am Morgen schlecht geschlafen hat. Mit einem heißen Yogi-Tee und einem Linseneintopf locke ich sie schließlich aus den Federn.
Ein anderer Sandstrand soll auf einer Landzunge nahe der Rogenstuga sein. Das hatte ich in einem deutschen Kanubericht gelesen und gesehen. Auf dem Wanderweg kommen wir gut voran. Bis zur Rogenstuga sollen es etwa zehn Kilometer sein. Während wir zwischen den toten Kiefern an weiten Mooren und Rentiergrüppchen vorbei dahin schlendern, malen wir uns aus, wie wir uns unsere imaginäre Hochzeit vorstellen. Beknackt.
Gegen zwölf sind wir bereits am Abzweig zur Rogenstuga. Wir verlassen den Pfad und folgen der Karte zur beschrieben Stelle. Und tatsächlich: Zwischen niedrigen Birken und jungen Kiefern glitzert eine kleine Bucht, an die sich ein schmaler Sandstrand schmiegt. Der Sand leuchtet gelbbraun, fast golden. Die Farbe kommt durch feine Schwebstoffe zustande, die aus den Mooren in den See gespült werden. Es ist sonnig und windgeschützt, Stechinsekten gibt es nicht, dafür zahlreiche Birkenpilze direkt am Strand. Wunderschön.
Wir beschließen, da wir noch genügend Zeit haben, zur Rogenstuga zu gehen und Proviant nachzukaufen. Leider ist der Stugvård nicht anwesend und als er auch nach einer halben Stunde nicht auftaucht, gehen wir wieder zu unserem Strand zurück.
Es ist warm und sonnig, mückenlos und der Sand weich.

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Der Himmel bezieht sich. Da wir Angst haben, den späten Abend das Sonnenlicht zu verlieren, beschließen wir die Schlussszene jetzt zu drehen. Eine gute Entscheidung, denn so ist alles noch in warmes gelbes Licht getaucht.

Als wir später zufrieden unsere Pilzsuppe löffeln, schiebt sich noch einmal ein goldener Lichtstrahl durch die blaue Wolkendecke und tastet über die Bucht. Dann verschwindet auch er und der Rogen verwandelt sich in eine silbrige Fläche.
Als es schließlich zu dunkel wird, reißen wir uns von dem Anblick los und kriechen in die künstlichen Felle.

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[I]<- frische Waldpilzsuppe ------- Tagebuchschreiben am abendlichen Rogen ->



Fortsetzung folgt in Kürze

Meer Berge
19.11.2008, 19:44
Wow, wunderschön!

Und der Film -
die erste Version habe ich schon gesehen. Sie lief vor meinem inneren Auge ab und war sehr beeindruckend.

Danke schonmal bis hier.

Meer Berge

martin boehm
20.11.2008, 14:19
Hallo Jånas,
sehr schönes Projekt! Ich wünsche Euch viel Freude und Erfolg damit.
Werde auf jeden Fall Eure Webseite im Auge behalten und bin gepannt auf den Film!

Viele Grüße:
Martin

Prachttaucher
20.11.2008, 14:36
Sehr schöner Bericht, tolle Bilder, weckt Erinnerungen an meinen diesjährigen Trip dort.

;-) Das Stück bis zum Rogen zieht sich sehr hin, auch wenn´s auf der Karte nicht nach viel aussieht.

:roll: Das Verlaufen geht gut dort

;-) Ganz so dramatisch ist die Versorgungslage dort eigentlich nicht, eher sogar sehr entspannt. An den Hütten kann man einiges besorgen, an der Skedbro sprang bei mir gegen 14 Uhr die Tür auf, als ich nur in Reichweite kam. Es wurde sehnsüchtig auf "Kundschaft" gewartet. Der Stugvärden von der Rogenstugan war allerdings auch erst gegen 16.30 zurück.

Gruß Florian

Fjaellripan
20.11.2008, 19:33
Sehr schöner Bericht, tolle Bilder, weckt Erinnerungen an meinen diesjährigen Trip dort.

;-) Das Stück bis zum Rogen zieht sich sehr hin, auch wenn´s auf der Karte nicht nach viel aussieht.

:roll: Das Verlaufen geht gut dort


Das ist richtig. Zumal wir irgenwie auf einen Weg geraten sind, der durchgängig markiert ist, aber auf meiner Fjällkarta nicht eingezeichnet war (war allerdings eine der schwedischen, für die Femundmark sollte man sich wohl besser eine norwegische zulegen). Der führte von der Grenze weg ins Innere der Mark. Man muss schon höllisch aufpassen und kann sich ziemlich verschätzen, was die Strecke auf der Karte angeht.
Nichtsdestotrotz aber eine wunderschöne Gegend!


Ganz so dramatisch ist die Versorgungslage dort eigentlich nicht, eher sogar sehr entspannt.

Das stimmt schon, was das Rogengebiet angeht. Gilt aber nicht für die norwegischen Gebiete der Tour. Und wir mussten flexibel sein, konnten nicht so von vornherein planen dann und dann sind wir da und da. Ging ja auch nicht ums "Kilometerschrubben" ;-) auch wenn's manchmal so scheint.

@Prachttaucher: Wo verlief denn deine Tour im Speziellen?

Fjaellripan
20.11.2008, 21:46
26. August 2008
-Rogen-Funäsdalen-
Dumpf trappelt es draußen herum. Über den Boden hören wir im Halbschlaf die Schwingungen der Rentiertritte. Fein sprüht der Regen auf die Zeltplane.
http://www.langtan.de/images/029n.jpg[/IMG-L] Morgens wollen wir nicht so recht aus den Säcken und nehmen erst mal das obligatorische Müsli zu uns. Kurz nach acht setzt der Regen aus und wir packen zusammen. Tiefe Wolken schleppen sich über den See, verhüllen die Berge. Graublau. Still. Ruhend.

Ich will weiter. Schönes Material habe ich aus dem Femundmark- und Rogen-Gebiet, doch ich will auch den Charme des Hochfjälls einfangen. Ich will zum Gebiet um das Helags-Massiv, dem höchsten Gipfel in Härjedalen. Das Wetter heute ist gut geeignet für den Aufbruch – zum Filmen ist es zu feucht und es wandert sich angenehm.
Recht zügig geht es nach Käringsjön, wo die Wasserwanderer ihre Kanu-Touren starten. Ich weiß, dass Lydia unzufrieden ist. Sie genoss die Idylle am Rogen, fürchtet das garstige Wetter auf dem Hochfjäll. Ich weiß, dass es ungemütlich werden wird, aber ich will die Aufnahmen.




http://www.langtan.de/images/030n.jpg[/IMG-R] Schritt für Schritt auf der endlosen Schotterpiste. Hinter jeder Kurve, jedem Hügel weitere eintönige Kilometer durch lichten Kiefernwald. Jetzt ist die Jagdsaison auf Fjällripan, das Moorschneehuhn, und gelegentlich brettert ein vollbesetzter Jeep mit Ripjägern samt Jagdhunden an uns vorbei. Der Blick zweier Carnivoren-Spezies klebt unverhohlen an uns.




[I]-Wieder in der "Zivilisation"-

[IMG]http://www.langtan.de/images/031n.jpg

-knapp hinter Käringsjön-

Bei der Mittagspause kommt es zu einem Konflikt, infolgedessen Lydia alles hinschmeißen will. Ich kann sie nicht mehr motivieren. Wir sind beide nervlich am Ende als ein Geländewagen knirschend neben uns hält.
Es ist der junge Mitarbeiter eines Sportgeschäfts in Funäsdalen, der die Kanus aus Käringsjön abgeholt hat. Rasch gewöhnen wir uns an den großartigen Fakt bereits heute in der Stadt zu sein, was uns zwei Tage Plackerei durch gleichförmiges Wald- und Sumpfgebiet mit Mangel an Motiven und Motivationsproblemen erspart. Auch sparen wir das Geld für den Bus von Tännäs. Und: Wir werden mal wieder so richtig reinhauen können.
Er stellt keine unbequemen Fragen. Ein Schwede ist diskret. „Tack för sällskapet“, sagt er beim Abschied, „danke für die Gesellschaft.“

http://www.langtan.de/images/032n.jpg[/IMG-L] Im Lokalzentrum West-Härjedalens angekommen, unterliegen wir erst mal dem Konsumzwang. Eine neue Fotospeicherkarte muss her, die alte ist fast voll. Gleich nebenan ist ein samisches Geschäft und wir langen zu und gönnen uns einen äußerst delikaten Ren-Räucherschinken. Anschließend wird im Supermarkt das Ausgangsgewicht von Lydias Rucksack wiederhergestellt.

Bei Nieselregen gehen wir auf einer Nebenstraße zum Dorfende und stellen unser Zelt auf eine Weide am Waldrand. Gegen acht nähern sich Schritte dem Zelt. Durch das Fliegengitter sehen wir einen großen Rottweiler. Schnell hechtet Lydia zur Zelttür, eine Entschuldigung auf den Lippen. Doch der Norrländer versteht gar nicht, was das Problem ist. Allemansrätten!








27. August
-Funäsdalen-Ramundberget-
http://www.langtan.de/images/033n.jpg[/IMG-R] Die Väderprognos im Touristburå kündigt Regen an und wir beschließen einen Ruhetag einzulegen und erst am Spätnachmittag nach Ramundberget zu fahren, wo man über den södra Kungsled gut zum Helags gelangen kann.
Als wir uns auf den Weg ins Dorf machen, treffen wir den Norrländer von gestern wieder, der auf seinem Morgenspaziergang in den Wald ist. Zu unserer Überraschung bietet er an uns nach Ramundberget zu fahren, sobald wir wollten.
Pünktlich zur Öffnungszeit sind an Härjedalens Fjällmuseum. Beim Rundgang durch die Ausstellung erfährt man, wie die Menschen in dieser Gegend gelebt haben, bevor es Elektrizität, Zentralheizungen und Schneeskooter gab. Und wie verweichlicht wir heutzutage sind…


Gegen zwölf trafen wir Simone, eine deutsche Immigrantin, die wir bei der Kungsleden-Tour vor drei Jahren hier kennen gelernt hatten. Ob es denn nicht trostlos ist im Winter bei zwei Stunden Sonne und -20°C, fragen wir sie. „Überhaupt nicht. Das ist die schönste Zeit des Jahres. Ich liebe den Winter.“ Sie erzählt von dem Moschusochsen-Schutzverein, in dem sie sich engagiert. Diese eiszeitlichen Zottelrinder sind einst vom norwegischen Dovrefjäll ins Rogen-Gebiet eingewandert. Jetzt ist der Stamm fast eingegangen. „Wegen der Klimaerwärmung“, sagt sie „die Tiere brauchen die trockene Kälte des Winters. Sie vertragen keine Feuchtigkeit.“
Simone stellt uns Markus vor. Wir kennen ihn schon. Es ist der Norrländer, der uns nach Ramundberget fahren will. Wir verabreden uns auf 14 Uhr.
Die Straße schlängelt sich durch ein tiefes Tal an Rinderweiden vorbei. Begeistert erzählt Markus vom Friluftsliv: das Wandern, seine Arbeit als Stugvård beim STF, vom bequemen Schlafen in selbstgegrabenen Schneehöhlen bei -30°C und von der Elchjagd. „Du darfst alles schießen“, erzählt er auf schwedisch und Lydia übersetzt, „Bullen, Kühe, Kälber. Nur immer das Kalb vor der Kuh schießen.“ Um keine Waisen zu produzieren. Was grausam erscheint ist die Simulation des natürlichen Laufs der Dinge. „Han älskar kött!“, sagt die Krone der Nahrungskette und blinzelt zu seinem blonden Sprössling herüber, der friedlich nuckelnd im Kindersitz hin und her schaukelt, „er liebt Fleisch!“
Über schottrige Pisten fährt uns Markus bis vor den Einstieg zum Wanderweg. Luxus.
Wir bedanken uns mit einer deutschen Schokolade und stolz zitiert er den Werbespruch, den er von Freunden aus Deutschland kennt.
Als wir gemütlich am Ljusnan Fika essen, lichten sich die Wolken und die Sonne bricht durch. Voll neuer Energie und Motivation laufen wir nach Klinken, einem ehemaligen Bergbauernhof, wo gerade aus Gründen des Denkmalschutzes die Wiese geheut wurde. Die Viehwirtschaft ist zu mühsam. Die letzten Bauern sind im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert. Und so wird das frische Heu in kokelndeln Haufen verbrannt.

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[I]
- Im Birkenhain am Kungsleden -
Auf dem Wanderweg geht es nun steil bergauf. Wir wandern bis zur Baumgrenze und errichten das Zelt in einer Mulde. Im Birkenwald wuchsen einige Kantarellen. Passenderweise hatten wir eine Pfifferling-Cremesuppe dabei. Dazu grillten wir Falukorv über dem Feuer, die mit frischem Tunnbröd ein festliches Mal ergab. Lydia reparierte mit dem Nähzeug, das ihr Simone geschenkt hatte, das Loch in ihrem Schlafsack und machte dem Verlust der Daune im Fußbereich ein Ende.



28. August
-Giertebåvne-Mittån-
http://www.langtan.de/images/038n.jpg[/IMG-L] Das Zelt muss nass eingepackt werden. Der starke Wind treibt immer neue Regenwolken heran. Wir ziehen alles an, was wir dabei haben und nachdem wir den breiten Bach unweit des Zeltplatzes von Stein zu Stein springend überquert haben, geht es auf dem Kungsled zum Kalfjäll hinauf. Mit jedem Höhenmeter wird das Wetter garstiger. Oben beträgt die Temperatur 5°C und ein peitschender Wind stiebt den Regen waagerecht über die Hochebene. Wir sind trotz Regenkleidung innerhalb von Minuten nass und durchgefroren.
Der Wind heult kreischend an den Kanten der gedrungenen Raststuga Svaletjakke. Schlotternd greife ich nach der Tür der kleinen Hütte. Sofort schleudert der Wind mir selbige aus der Hand und sie kracht gegen die massive Holzwand.
Drinnen wird uns nicht wärmer. Doch wir hängen erst mal die nassen Überkleider auf und wechseln die Strümpfe. Die Finger sind steif vor feuchter Kälte und das Aufknoten der geschnürten Schuhe ist ein wenig problematisch. Wir fühlen uns in der Zeit zurück versetzt.
Vor genau einem Jahr zwingt uns das Fjäll in die Knie. An dem Tag befinden wir uns 35 Kilometer weiter nördlich am Sylarna.
Doch diesmal tragen wir wollene Unterwäsche, Handschuhe und Mützen.
Nach und nach füllt sich die Hütte. Zwei frustrierte Sachsen, die den Kungsled in Fjällnäs begonnen und bereits eine schlaflose Nacht hinter sich haben, zwei angehende Sportlehrer, die sich wegen einer Verletzung von ihrer Gruppe trennen und statt auf den Helags ins Tal absteigen mussten und zwei ältere Schweden, die sich bei der Überquerung des Mittå einen Nassen bis zum Knie geholt haben.
Vier Päärchen sitzen in der engen dunklen Holzkapsel, starren auf das kleine helle Fenster, wo Tropfen-Schlieren kometenhaft über die Scheibe fließen, und reißen bissige Witze in drei Sprachen. Die Sachsen geben auf.
Nach zwei Stunden ringen wir uns dazu durch weiter zu gehen. Am Wochenende soll sich das Wetter bessern. Das haben uns die Sportlehrer nochmals bestätigt.
http://www.langtan.de/images/039n.jpg[/IMG-R] Es regnet nicht, als wir auf dem ausgetreten Weg weiter wandern. Doch das kann sich in Sekundenschnelle ändern. Über uns rasen die Wolken dahin. Als es wieder zu schauern beginnt, setzen wir uns auf meine Idee hin an der windabgewandten Seite eines mannshohen Felsblocks nieder und tatsächlich: Links, rechts und über uns peitscht der Regen am Stein vorbei, doch wir bekommen keinen Tropfen ab. Auch die Temperatur ist im Windschatten recht angenehm. Während wir den Schauer vorbei ziehen lassen, philosophieren wir über die Bedeutungslosigkeit des Menschen in den Naturgewalten und das Ausgeliefertsein. Lydia fühlt sich verloren in der Weite dieser Landschaft. Es ängstigt sie. Ich hingegen fühle mich frei. Ich genieße es die Naturkräfte zu spüren, die an mir zerren.
Der Fluss fließt schnell dem Tal entgegen. Der Regen hat ihn anschwellen lassen. Wie die beiden Schweden in der Stuga bereits berichtet haben, ist es nicht möglich trockenen Fußes über den Mittå zu kommen – also Schuhe aus. Zitternd tastet der nackte Fuß über die glitschigen Steine durch das eisige Wasser. Mit einem Bergstock im steinigen Flussbett stochernd suche ich nach Halt. Die Strömung drückt gegen die Beine. Ein letzter Sprung, die Füße abgetrocknet und wieder rein in die Schuhe. Ich spüre, wie das warme Blut zurück in die Glieder fließt. Lydia fühlt sich ausgekühlt. Sie hat Angst nicht wieder warm zu werden. Ich glaube, dass es das Beste ist, einen Zeltplatz hier im Flusstal zu suchen, wo es wahrscheinlich windgeschützter ist, als auf der Strecke zur Fältjägarstuga, wo es wieder bergan geht. Auf der Suche nach einem Lagerplatz müssen wir noch einen Flussarm des Mittå überqueren. Für Lydia öffnet sich die Hölle. Lautstark auf das Fjäll fluchend watet sie durch das eisige Wasser.
Als wir wenig später eine zwar relativ windgeschützte, aber recht unebene Stelle zum Zelten gefunden haben, fühle ich, dass ich meiner Schauspielerin eine warme Mahlzeit schuldig bin. Obwohl es angesichts des Wetters recht aussichtslos erscheint, hebe ich eine Grube aus, sammle totes Wacholder- und Zwergbirken-Holz und lege mich seitlich vor das Loch. In meinem Windschutz gelingt es schließlich mit Hilfe von Kien-Spänen und Verpackungspapier das nasse Holz zum Brennen zu bringen und wir kochen unter vollem Körpereinsatz eine Tomatencremesuppe mit Snabb Makkaroner. Auch als einsetzender Hagel das Feuer rund um den dampfenden Kessel löscht, lässt unser fast verbitterter Ehrgeiz nicht nach und so löffeln wir schließlich gierig die heiße Suppe in unsere warmen Schlafsäcke eingewickelt. Wie die mundet!

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[I]
- Rauhes Land-


29. August
-Mittån-Helags-
http://www.langtan.de/images/044n.jpg[/IMG-L] Das Zelt hat gut Regen und Kälte abgehalten, nur Steine im Rücken schlagen sich auf die Bequemlichkeit nieder. Dafür ist es am Morgen nicht mehr so windig und es klart ein wenig auf.
Nahezu trocken kommen wir an der Fältjägarstuga an und ich mache im Windschatten der Berghütte einige Aufnahmen vom wolkenumtanzten Helags. Lydia lässt sich währenddessen von einem rassistischen Norweger vollquatschen, der findet, die Jugend sei „spoiled to death“. Bis auf uns natürlich, da wir ja in den Bergen wandern würden.
Im hügeligen Tal südlich des Helags drehen wir, wie Lydia auf den Berg zuläuft, kurz bevor uns ein neuer Schauer erreicht. Nach kurzem Überlegen entscheiden wir uns dafür noch bis zur Fjällstation zu laufen. So sind wir beim guten Wetter, das für morgen prognostiziert ist, direkt am Berg.
Das weite Tal ist von wandernden Lichtflecke überseht und Sonnenstrahlen brechen sich im Dunst zwischen den Schauerwolken. Lydia erfasst in Vorfreude auf die Bastu der sportliche Ehrgeiz und so sind wir bereits gegen sieben an der Hüttenansammlung. Von weitem hören wir bereits das Kläffen und Jaulen der Hunde. Der Wind heult.
Zähneknirschend bezahlen wir die überteuerte Teltavgift. Während ich mich draußen auf dem recht ungemütlichen Gelände mit dem im Wind flatternden Zelt abmühe, kocht Lydia Bärlauchsoße, Falukorv und Nudeln. Als ich in die Küche komme, ist diese mit schnatternden schwedischen Rentnern überfüllt. Auch kommt mir die Temperatur in den Räumen völlig überhöht vor, da ich mittlerweile so an die Kälte gewöhnt bin. In gleicher Weise friert man in der Stadt recht schnell, weil alle öffentlichen Gebäude und Konsumtempel unverhältnismäßig hoch geheizt werden.
Satt liege ich im Zelt. Die 18 Kilometer Wanderung heute entfalten ihre Wirkung und ich schlafe rasch ein. Erst spät kommt Lydia aus der Bastu.



30. August
-Helags-
Nach einer windigen, frischen Nacht genieße ich erst einmal eine heiße Dusche. Gemütlich frühstücken wir, während die Stationsschläfer schon zum Helags-Gipfel jachten. Dieser ist jedoch heute von einer Krone aus weißen Wolken bedeckt, die sich hartnäckig hält.
Ich packe den Kamerakram zusammen. Da taucht Markus auf. Er ist mit Freunden über das Wochenende ebenfalls hier. Lydia vertraut ihm die Geburtstagskarte ihrer Großmutter an, die er am Abend in Ljungdalen einstecken will.
In dem von Steilwänden umgebenen Talkessel, in dem sich der südlichste Gletscher Schwedens befindet, finden wir gute Bedingungen zum Drehen vor. Die Landschaft ist eindrucksvoll, am blauen Gletscherbach leuchten die weißen Samenstände des Wollgrases zwischen von der Schneealge rotgefärbten Sandflächen. Der Wind dringt kaum bis hier vor und Lydia friert nicht so schnell in dem Kostüm.

[IMG-R]http://www.langtan.de/images/044_3Fn.jpg[/IMG-R] Nachdem die Szene auf dem Band ist, wollen wir zum Gletscher hochsteigen, der geheimnisvoll tiefblau leuchtet. Doch der Wolkennebel drängt tiefer und feiner Sprühregen setzt ein. Die wasserempfindliche Technik muss vorerst im Koffer bleiben.
Schwebende, auf und ab tanzende Wassertröpfchen vor einer Wand aus grauweißem Eis. Eine mystische Ruhe, alles ist durch den Nebeldunst abgedumpft, der uns umgibt – Geräusche, Licht, alles verschwimmt im Weiß. Fast scheint das Oben und das Unten, die Tageszeit, die Schwere, die Luft zu zerfließen…
Die Uhr zeigt 17 als wir den Abstieg beschließen. Vom zunehmenden Sprühregen nass und glitschig glänzt das Geröll im Zwielicht. Die Sicht ist auf fünf Meter geschrumpft.

Bis auf einen halben Nassen, den ich mir beim Überqueren des Gletscherbaches holte, kommen wir jedoch heil unten an, dort, wo strahlender Sonnenschein über die geschwungenen Hügel fällt. Aufgetaucht aus einer anderen Welt. Bis zum Abend hält sich die Wolke hartnäckig am Gipfel fest.
Während Lydia sauniert, erwärme ich eine überteuerte Dose Köttbullar, die wie Katzenfutter aussahen und auch so schmeckten. Mittlerweile genervt vom ununterbrochenen schwedischen Singsang der Alten freue ich mich wieder auf das „echte“ Friluftsliv. Wehmütig blicke ich durch die kleinen Fenster hinaus, wo ein blutroter Sonnenuntergang über dem zackigen Bergkamm des Sylarna die Abendkälte durchschneidet. Wie hinter Gittern wirkt das Naturschauspiel. Auch dieses Wort… Als diente die machtvolle Kraft des Himmels unserer Unterhaltung! Ein stimmungsvolles Panorama an der Wand, das wir auf vom gepolsterten Stuhl aus dem beheizten Raum betrachten. Bloß nicht zu viel Natur – nur die angenehmen Seiten. Es wirkt nicht echt. Ich muss raus hier!



31. August
-Helags-
Heiteres Wetter, wie versprochen. Wir machen uns bereit für die Gipfelbesteigung.
[IMG-L]http://www.langtan.de/images/044_2Fn.jpg[/IMG-L] Noch immer wallt weißer Wolkendunst, der sich am Gipfel festgefangen hat an der Steilwand hoch. Nach 800 Höhenmetern sehen wir das beeindruckende Naturschauspiel aus der Nähe und wir können schöne Aufnahmen machen. Als wir am Toppen ankommen, ist dort bereits eine Rentnergruppe, die schnatternd Fotos knipsen und aus ihren Thermoskannen trinken. Wir lassen uns nicht beirren und setzen die Dreharbeiten fort, was neugierige Leute anzieht.
Bald ziehen auch diese ab und wir haben den höchsten Punkt an der Steilwand für uns. Der Wind zischt eisig über den kahlen Felsen und die Kamerabedienung wird mit der schrumpfenden Feinmotorik der steifen kalten Finger schwieriger. Ich ärgere mich, dass ich nicht daran gedacht habe, eine Thermoskanne von der Rezeption auszuleihen, den Lydia ist völlig ausgekühlt.
Auf den geplanten Ulk-Eintrag ins Gipfelbuch verzichten wir mal eben und machen uns rasch an den Abstieg auf der Südseite. Dort ist der Hang nicht ganz so steil und wir können über das Geröll direkt an den Gletscher gelangen.
Auf dem tiefblauen Gletschereis und einem nahen Schneefeld sammeln wir einiges Material.
Beim Abstieg kommen wir durch ein kleines Tal, in dem sämtliche Leute mit Steinen ihre Namen auf den glatten Sandboden gelegt haben. Ein weiterer Hinweis der wachen Angst des Bergtouristen vor dem Vergessen und der Vergänglichkeit.
Als wir an der Fjällstation anlangen, ist es bereits um sieben. Doch angesichts der abendlichen Lichtstimmung treibt es mich noch einmal auf den Wanderweg Richtung Gåsen, wo ich von einer geschwungenen Anhöhe, die herauf kriechenden Schatten beobachte, die an den Gipfeln entlang fließenden Wolkenströme und das dumpfe Glühen der verborgenen Sonne.



1. September
-Helags-
Knisternder Reif hat sich auf der Zeltplane nieder gelassen. Als Lydia des Nachts aus dem Zelt kriecht, ist das Land von einem weißen Hauch überzogen. Am klaren Sternenhimmel fließt der Blick ins Unendliche. Er offenbart ungleich mehr Himmelskörper als irgendwo im lichtversmogten Mitteleuropa.
Am frühen Morgen frieren wir trotz Daunen und dicker Isomatte. Das über den Jalkedsåajja kriechende Morgenlicht verwandelt den Reif in glitzernden Tau.

[IMG-R]http://www.langtan.de/images/045n.jpg[/IMG-R] Wir sind recht erschöpft aufgrund der anstrengenden letzten Tage und gehen es ruhig an.
Bei schwacher Bewölkung und warmen Temperaturen liegen wir auf einer Bergwiese am Südhang des Helags und genießen den Spätsommer. Ich habe mich nach langem Überlegen und ausgiebigen Studierens der Väderprognos dafür entschieden wieder in dieses Tal zurück zu wandern, wo wir bei dem herrlichen Wetter einige schöne Landschaftsaufnahmen machen können. Von dort können wir dann über den Pilgrimsled nach Ljungdalen gelangen, wo wir unsere Vorräte ein letztes Mal aufstocken und im nahen Gebiet um Dunsjöfjäll und Falkvåltjärnarna die letzten Drehtage nutzen können.

Gegen Abend suchen wir eine Zeltplatzstelle mit Blick auf das herrlich von der einsetzenden Herbstfärbung erfasste Fjäll, das von zahlreichen kleinen Hügeln, blauen Bächen und klaren Seen durchsetzt ist. Von Süden her ziehen schwarzblaue Wolken auf, als wollten sie im Kontrast mit dem goldgelben Fjäll die schwedischen Nationalfarben komplettieren. Das Licht fällt in flachen Strahlen unter der blauen Decke entlang, wodurch es noch gelber wirkt, dann wird es zurück gedrängt. Das Blau siegt. Regen bringt es nicht.


[IMG]http://www.langtan.de/images/047n.jpg


Fortsetzung folgt in Kürze

Prachttaucher
20.11.2008, 23:22
@Prachttaucher: Wo verlief denn deine Tour im Speziellen?

Laß Dich nicht in Deinem tollen Bericht unterbrechen...

Bei mir war´s eine 9-tägige Rundtour mit Start in Elgå. Über Svukuriset ging´s zum Rogen, dort die Nordvariante über Skedbrostugan zur Rogenstugan. (Super Bilder von Euch am Bustvålen auf der Südvariante). Dann über Storrödtjärnst., Spångkojan, Storvätteshågna, Grövelsjön zurück.

Gruß Florian

Linus
20.11.2008, 23:35
mit teurem high-tec Equipment gegen unsere Konsumgesellschaft.... aber na gut, was wär die Welt ohne Paradoxa!? :roll:

bodach
21.11.2008, 10:31
Tag Linus, ein wirklich guter Satz.:ignore:
Ich nehme mal stark an, die beiden Längtaner wollten und werden mit ihrem Film ein gewisses Gefuehl fuer! die Natur rueberbringen. Es stand nicht zur Debatte, dass sie sich das Leben schwer machen und im Regen oder Sturm in Leder- oder WollKLAMMotten rumstehen. Auch nehme ich mal an (und die beiden in Schutz), dass die beiden mehr auf den Fuessen stehen als so man ein anderer hier. "High tec" hin oder her, die Frage ist ja wohl immer noch wie oft man sich sein Zeug beim Dealer des Vertrauens abholt. Oder sollten die beiden in altertuemlicher Kleidung mit der Staffelei durchs Fjell ziehen und ihr Projekt durchziehen?
RELATIONEN sehen LINUS, RELATIONEN (i.e. Verhältnisse).

:baetsch:
bodach

Fjaellripan
21.11.2008, 14:34
Laß Dich nicht in Deinem tollen Bericht unterbrechen...

Bei mir war´s eine 9-tägige Rundtour mit Start in Elgå. Über Svukuriset ging´s zum Rogen, dort die Nordvariante über Skedbrostugan zur Rogenstugan. (Super Bilder von Euch am Bustvålen auf der Südvariante). Dann über Storrödtjärnst., Spångkojan, Storvätteshågna, Grövelsjön zurück.

Gruß Florian

Schöne Route durch ein uriges Gebiet. Die Gegend ist ja auch nicht so überlaufen, wie im Jämtlandstriangeln.

Fjaellripan
21.11.2008, 15:14
mit teurem high-tec Equipment gegen unsere Konsumgesellschaft.... aber na gut, was wär die Welt ohne Paradoxa!? :roll:

Da hast du wohl recht. Es IST paradox. Allerdings ging es ja nun einmal darum einen Film zu machen und das geht ohne Technik nicht. Ich habe auch an keiner Stelle erwähnt, dass unsere Hochtechnologie grundsätzlich falsch ist und ich denke jeder, der Outdoorsport betreibt, kann das bestätigen. Was ich kritisiere ist die Unverhälnismäßigkeit der Technik, die uns umgibt. Es wird selten hinterfragt, ob dieses und jenes Gerät tatsächlich notwendig ist. Auch auf Qualität wird heutzutage kaum noch Wert gelegt, weil der Durchschnittskunde immer noch primär nach dem Preis auswählt. Aber gerade der ganze billig produzierte minderwärtige Ramsch ist es doch, der einen Großteil der Energie- und Ressourcenverschwendung ausmacht, weil die Teile nach ein paar Jahren defekt sind und auf dem Müll landen und weil durch die Produktion in Billiglohnländern soziale Konflikte verschärft werden. Du siehst also: teure Technik ist auf den zweiten Blick nicht wirklich ein Grund für ein Paradoxon.
Bei der Wahl des Filmequipments habe ich im Übrigen sehr sorgfältig auf Kosten-Nutzen-Relation geachtet, aber: Wenn man ein ernsthaftes Filmprojekt betreiben will, kann man nicht mit einer Ein-Chip-Cam aus dem M**** M**** losrennen und schon gar nicht ohne Stativ (und so etwas schweres muss schon extrem wichtig sein, wenn man sich damit abschleppt). Und ich kann dir versichern: Wir hatten wirklich die unterste Minimalmenge an Equipment im Filmbereich.
Und seien wir doch mal ehrlich: Keiner will verrauschte, verwackelte Aufnahmen mit verwaschenen Farben sehen. Schon gar nicht ist es möglich beim Zuschauer damit einen Ansatz des Gefühls zu induzieren, der einen in der freien Natur umpfängt.
Ich weiß, dass Einstellungen wie die Meinige häufig Ärger erzeugen, aber vielleicht müssen manche Leute gelegentlich geärgert werden.

KuchenKabel
21.11.2008, 15:34
Kannst du ein bisschen mehr zur Technik sagen? Kenne mich zwar überhaupt nicht damit aus aber interessant ist es.

Fjaellripan
21.11.2008, 19:22
Kannst du ein bisschen mehr zur Technik sagen? Kenne mich zwar überhaupt nicht damit aus aber interessant ist es.

Das Material wurde auf HDV aufgenommen mit Panasonic AY-DVM63er Kassetten. Dafür hatte ich einen Canon XL1-Camcorder dabei, ein Manfrotto ProB Stativ, Beyer MCE86 Richt-Mikrofon, 1 Polfilter und einen Achromaten (Nahlinse). Das wog alles zusammen um die zehn Kilo. Die Technik war in einem Alukoffer, den ich mit Noppen-Schaumstoff ausgekleidet hatte, der hat gerade eben in den Rucksack gepasst, d.h. da war dann nicht viel mehr Platz im Hauptfach. Die Kassetten waren in einem Gefrierbeutel wasserdicht verpackt.

Nammalakuru
22.11.2008, 13:00
Glückwunsch zu diesem toll geschriebenen Reisebericht. Dieser hat mich während meiner langen Zugfahrt prächtig unterhalten. Super geschrieben - Tausend Dank! ... sicher einer der besten Berichte die ich hier gelesen habe. ;-)

Beste Grüße,
Nam

dingsbums
22.11.2008, 16:51
Spätestens mit diesen Zeilen (also gleich am Anfang) hattet ihr mich:

Einen Film drehen – im skandinavischen Fjäll. Warum? Es ist LÄNGTAN – die Sehnsucht. ... Nun es ist einfach verlockend, die alltäglichen Sorgen durch unmittelbare kleine Probleme zu ersetzen, seinen Körper zu spüren, die Schönheit der Landschaft zu betrachten. Doch vor allem ist es die Sehnsucht die Verbindung zu etwas zu spüren, was uns in den warmen Stuben unserer Wohnhöhlen, der physischen Passivität in unserer Mobilität und der Entfremdung zwischen Lebenserwerb und Lebensmittel abhanden gekommen ist – dem Wilden.

Super Bericht und vor allen Dingen freue ich mich wahnsinnig auf den Film. Auch ich werde den Fortschritt hier und auf eurer Website verfolgen.
Danke! Claudia

Fjaellripan
22.11.2008, 17:11
http://www.langtan.de/images/046_2n.jpg[/IMG-R] 2. September 2008
-Helags-Gröndörrsfjället-

Wie ein Spiegel liegt der kleine See da, doppelt das Oben im Unten. Still ragt Helagsfjället auf unter einer starren Wolkendecke hoch oben. Sie bescherte uns gemäßigte Temperaturen in der Nacht, verwehrt aber nun auch den Eintritt der Wärme ins graue ruhende Land.






Predikstolen

Der Einstieg zum Pilgrimsled ist leicht gefunden. Wider Erwarten ist er gut markiert und wir wandern bequem durch eine Landschaft aus kleinen Hügeln, bewachsenen Schieferblöcken und stillen Seen. Einst waren auf diesem Pfad Pilger unterwegs, die von der nordschwedischen Ostseeküste kamen und ein Heiligtum im norwegischen Trondheim zum Ziel hatten. Sie waren die ersten Fjällwanderer, die nicht zum Jagen und Fischen durch dieses Land streiften. Da ihnen schnelles Vorankommen wichtig war, verläuft der Weg auf einer Route mit wenigen Höhenunterschieden.
Gegen Mittag reißt die Wolkendecke auf und gibt die wärmende Sonne frei. Wir legen eine lange Pause ein, denn Lydia ist durch ihre Tage geschwächt. Ich erkunde die Gegend und finde ein kleines Moor, wo wir die letzte wichtige Szene drehen können. Als Lydia sich ausgeruht hat, machen wir uns an die Aufnahme und da es warm ist, kaum Wind weht und Lydia sich besser fühlt, wird es ein angenehmes Arbeiten.
Nach drei Stunden war alles im Kasten und wir machten uns zufrieden auf die Weiterreise.
Wir kommen durch das kleine fruchtbare Tal Gröndörren, wo die Hänge von vielen bunten Blüten überseht sind und Rentiere mit Kuhglocken durch die Birkenhaine streifen, die sich an die kleinen Seen schmiegen. Das Abendlicht fällt von hinten durch das Tal.
Gegen sieben finden wir den auf der Karte markierten Vindskydd, der am Rand des Birkenwäldchens steht und von dem man einen weiten Blick über den Öjön hat, der von zahlreichen Inselchen durchzogen ist, auf denen kleine Hütten errichtet sind. Die Sonne senkt sich im Gröndörr nieder, rotes Licht fällt durch die Birkenzweige und Nebel steigt in den blauen Schatten des schroff in den See abfallenden Grönfjäll auf. Eine Wolke kommt von Norden und schickt feinen Nieselregen, sodass wir das Dach des Vindskydd dankbar annehmen.



3. September
-Gröndörrsfjället-Dunsjöfjället-
Wie vom SMHI bereits angekündigt herrscht heute trübes verregnetes Wetter. Nicht so schlimm – die wichtigsten Szenen sind abgedreht und wir haben den Vindskydd, in dem wir in Ruhe essen und packen können.
Lydia hat Bauchschmerzen und liegt noch im Zelt, während ich gemütlich frühstücke und beobachte, wie erst das Grönfjäll und dann der Öjön im wehenden Regendunst verschwinden. Dann schneide ich eine Mülltüte zurecht, die ich zusätzlich zum herkömmlichen Regenschutz über den Rucksack ziehe. Nur die Träger schauen heraus – perfekt.
Regenschleier stieben uns entgegen, während wir dem Pilgrimsled weiter nach Ljungdalen folgen. Die Strecke passiert nun einige weitläufige sumpfige Wiesen, ist von Geländefahrzeugen in knöcheltiefen Schlamm verwandelt. Danach geht es in den dichten Kiefernwald, der sich bis ins Tal hinzieht. Mit zunehmendem Gefälle verwandelt sich der Pfad in einen tiefen Bach und die Goretex, kann nicht länger standhalten.
Erschöpft, nass und hungrig erreichen wir das weitläufige Dorf Ljungdalen und finden schließlich im Zentrum, der Kreuzung der zwei Landstraßen der Gegend, ein kleines Lebensmittelgeschäft und ein Pizza-Restaurant. Wir beschließen mal richtig fett reinzuhauen.
Das Lokal wirkt innen ein wenig wie die Mischung aus brandenburgische Dorfkneipe und Omas Wohnstube und tatsächlich: Das ältere Ehepaar, das uns bedient, spricht Schwedisch mit deutschem, wenn nicht gar berlinerischem Akzent. Die Fjäll-Spezial-Pizza mit Rentierfleisch, Champignons und Soße Bernaisse schmeckt jedenfalls vorzüglich.
Satt und zufrieden durchkämmen wir noch den Laden nebenan, in dem es irgendwie alles und nichts gibt. Dann bestellen wir im Touristburå den Rufbus für Samstag. Der Mitarbeiter quält sich mit der Aussprache unserer Nachnahmen ab, bis er schließlich aufgibt und „två tyskar“ an Jämtlands Bustrafiken durchgibt.
Für die Einheimischen mag es bekloppt aussehen. Als wir auf der Hälfte der 75° steilen Skipiste sind, bin auch ich mir der Blödheit der Idee bewusst, auf dem Abfahrtshang wieder ins Fjäll aufzusteigen. Nun ja, der Weg wird fortgesetzt und schließlich kommen wir auf der Spitze des Norra Ljungdalsberget an. Die Betreiber der Anlage haben hier den Wald abgeholzt, damit die Leute, die bequem mit ihrem Skilift, dem Stolz der Ortschaft, hier hoch gelangt sind, einen schönen Rundumblick haben. Beknackt.
Wir sind recht durstig aufgrund des fetten Essens und da es hier kein fließend Wasser gibt, gehen wir rasch weiter und trinken an der erstbesten Gelegenheit: einem bemoosten Rinnsal zwischen zwei Sümpfen. Und wir essen seit Langem mal wieder frisches Obst, das wir im Laden eingekauft haben. Apfel. Und Banane. Tropische Banane im nordischen Fjäll. Irgenwie abartig.
Ein Stück weiter folgen wir noch dem Wanderweg zum Dunsjöfjäll und stellen dann unser Zelt an der Baumgrenze zu dessen Fuß auf.
Das Wetter klart langsam wieder auf. Wir beobachten die Wolken, die am fernen Helags entlang ziehen, die fernen Täler und Berge, die von der Abendsonne beschienen wurden und verwandeln unsere spontanen Gefühle beim Anblick dessen in eine Maultrommel- und Lautgesang-Session.



4. September
-Dunsjöfjället-Tandån-
Die Zeltplane knattert im Sturm, zerrt an den Heringen. Stoßweise schütten Regenschauer herab. Es ist vier Uhr morgens. Lydia kriecht nach draußen und spannt alle Schnüre nach. Das Zelt flattert nicht mehr ganz so furchterregend.
Morgens ist es noch immer kalt und windig. Zitternd schüttle ich die dicken Tropfen vom Außenzelt ab und wir packen schnell zusammen.
http://www.langtan.de/images/047_3Fn.jpg[/IMG-R] An der Dunsjöfjällsskrevan, einer schroffen, schneegefüllten Schlucht machen wir Rast für einige Aufnahmen und Nahrungsaufnahme. Wir sitzen lang und essen viel. Mittag geht in Fika über. Irgendwann gegen drei raffen wir uns endlich auf den Rest des Hangs zu erklimmen. Oben bietet sich wie erwartet ein herrlicher Blick auf den Helags, der gleich filmisch genutzt wird. Die Hochebene auf dem Dunsjöfjäll ist eine steinige vegetationsarme Öde, die bei der grauen Bewölkung heute noch karger und verlassener aussieht. Auch eine beeindruckende Stimmung, wie ich finde.

Auf der anderen Seite steigen wir durch das schmale Bachtal des Tjaaksendurrie zur weglosen Hochebene der Falkvåltjärnarna hinab. Obwohl es bergab geht kommen wir langsam voran, denn die sanft abfallende Ebene ist überseht mit eiszeitlichen Schutthalden, Moränen und verästelten Sümpfen.
Schließlich erreichen wir einen kleinen herbstlich verfärbten Birkenhain, der sich zwischen einem plätschernden Bach und eine reißende Stromschnelle des oberen Tandå schmiegt. Zwischen den knorrigen Fjällbirken finden wir eine von Heidelbeersträuchern gepolsterte geschützte Stelle von gerade Zeltgröße. Unten am Felsen finde ich eine alte zugewachsene Feuerstelle. Während es leicht zu nieseln beginnt und die Dämmerung Einzug hält, sitzen wir unter Birkenlaub am warmen hellen Fleck des Lagerfeuers und trinken heißen Tee.



5. September
[I]-Tandån-Husvålen-
Herrliches heiteres Wetter an einem Fleck wunderschöner Motive für zahlreiche Naturaufnahmen veranlasst uns dazu bis zum Spätnachmittag hier zu bleiben. Die Farbenfülle, die Weite, das gleitende Licht an den Konturen der Bergkette, die ziehenden Schatten der Wolken, das lebendige Spiel des Wassers an den zahlreichen Felskanten, -stufen und blank geschliffenen Flächen faszinieren mich. Während ich filme, macht Lydia, wie sie sagt, zum ersten Mal auf dieser Reise Urlaub.
http://www.langtan.de/images/049n.jpg[/IMG-L] Nachdem wir zwei Suppen gekocht haben, bauen wir ab und gehen nach Süden. Mithilfe der Karte fanden wir die alte verfallene Husvålstugan, von der ein Wanderweg nach Ljungdalen zurück geht. Der Weg ist anfangs jedoch kaum zu sehen, da er schlecht markiert und selten begangen ist. An den Kreuzen für die Skilangläufer kann man sich jedoch leicht orientieren. Am Fuße des Husvålen bauen wir schließlich das Zelt auf, machen ein kleines Feuer und sehen noch das letzte Sonnenlicht über Falkvålen. Als die Sonne verschwunden ist, pfeift ein frischer Wind übers Fjäll und es wird schnell sehr kalt. Lydia verkriecht sich im Zelt. Ich mache ihr noch eine heiße Schokolade.








[I]Praktischer Rückenkratzer


6. September
-Husvålen-Ljungdalen-
Nachts ist es noch mal richtig kalt, denn der Wind treibt die Wolken fort. Das Zelt steht jedoch windgeschützt und wir bemerken den Frost nicht, der in unser Zelt beißt. Herrlicher Sonnenschein weckt uns und macht uns die Abreise schwer.
Als wir schließlich im Kleinbus über Flatruet dahinbrettern, schauen wir wehmütig aus dem Fenster über die sonnige weite karge Ebene. Ein Teil von uns bleibt dort…
Der Fahrer drückt aufs Gaspedal.


[IMG]http://www.langtan.de/images/050_1F.jpeg

Fjaellripan
09.01.2009, 18:45
Hej!
Nun gibt es den ersten kleinen Film anzuschauen:
http://www.langtan.de/teaser1.htm
Im Laufe der Postproduktion werden voraussichtlich drei Teaser und abschließend der Trailer veröffentlicht. Die Teaser orientieren sich an grundlegenden Thematiken im Film, sind aber nicht eng an den Inhalt des Films gekoppelt und können daher auch für sich stehend betrachtet werden.
Einen Eindruck von der Landschaft bekommt man allemal.
Viel Spaß!

KuchenKabel
09.01.2009, 18:53
Sehr cool!! Ich harre der Dinge die da kommen...

Buck Mod.93
09.01.2009, 18:58
Hej!
Nun gibt es den ersten kleinen Film anzuschauen:
http://www.langtan.de/teaser1.htm
Im Laufe der Postproduktion werden voraussichtlich drei Teaser und abschließend der Trailer veröffentlicht. Die Teaser orientieren sich an grundlegenden Thematiken im Film, sind aber nicht eng an den Inhalt des Films gekoppelt und können daher auch für sich stehend betrachtet werden.
Einen Eindruck von der Landschaft bekommt man allemal.
Viel Spaß!

Sehr kunstvoll...gefällt mir.Auch wenn ich das Gewicht meiner DSLR schon bedrückend finde hat sich das Tragen der Kameraausrüstung in euerm Fall sehr gelohnt....intressante Stimme übrigens:grins:

Fjaellripan
09.01.2009, 21:45
intressante Stimme übrigens:grins:

;-)

Hab mich aber schon sehr an diese Stimme gewöhnt...:p