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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [GB] West Highland Way & Great Glen Way 2008



ChrZap1703
14.10.2008, 16:59
Land: Schottland
Reisezeit: August
Region/Kontinent: Mitteleuropa

Hallo !

Meine erste Wandertour überhaupt liegt hinter mir. Drei Wochen Schottland, West Highland Way & Great Glen Way, eine fantastische Zeit.

Ich habe einen kleinen Reisebericht unter http://web.me.com/christophzapletal ins Netz gestellt und würde mich über euer Feedback freuen.

Liebe Grüße,

Christoph

Sandmanfive
14.10.2008, 19:28
Bingo! Das nenne ich einen Volltreffer!

Eine echt Klasse Seite hast Du da ins Internet gestellt.
Hast Du eventuell noch ein paar Details zum Alltäglichen(Wetter, wie hast Du genächtigt usw.)?

Stelle doch Deinen Bericht auch hier herein.

NRWStud
14.10.2008, 19:39
Befürchte das gibt Mecker ;-)

Wirklich eine schöne Seite und schöne Fotos, das Rotkelchen schaut ja klasse aus. Der Bericht auf der HP ist auch gut

ABER:

Hier gehören Reiseberichte rein, für Websites haben wir den Thread "Zeigt mir Eure Website"

Wäre ärgerlich wenn der Thread gelöscht wird oder jetzt in jedem Beitrag zurecht gemeckert wird, deshalb:

* einfach deine gelungenen Tagesberichte hier ordentlich hinein kopieren,
* ein paar Fotos dazu
* Verweis zu Deiner Website für die restlichen Fotos etc.

und dann ist es so viel ich weiß auch regelkonform ;-)

LG

Chris

ChrZap1703
14.10.2008, 21:25
Ooops, verdammt, das habe ich übersehen. Danke für den Hinweis. Also, hier noch einmal der Reisebericht :

Schottland zu Fuss - Ein Reisebericht

Als ich meinen Freunden erzählte, dass ich diesen Sommer alleine drei Wochen lang durch Schottland wandern würde, war der übergreifende Konsens, dass ich nicht mehr alle Latten am Zaun hätte. Nicht nur, dass ich ausser ein paar ausgedehnten Spaziergängen absolut keine Wandererfahrung hatte, erschwerend kam hinzu, dass ich mir gleich 270 Kilometer antun wollte, von Glasgow aus über Fort William bis hoch nach Inverness.

Kurz vor dem Start der Reise fing dann auch ich kurz an, daran zu zweifeln, ob mir bei der Reiseplanung nicht doch ein etwas stärkerer Wind durchs Oberstübchen gefegt ist. Aber es gab für mich kein Zurück mehr und was ich in den drei Wochen erleben sollte, wurde zu einer der besten Erfahrungen, die ich je gemacht habe.

Ich bin dann mal weg...

An einem Montag Abend erreichte ich sehr spät das Euro Hostel in Glasgow. Ich ging dort noch ein Bier in der angeschlossenen Bar trinken. Dort sah ich lauter Menschen mit ihren Laptops, Blackberries und iPhones sitzen, die im Internet surften und genau das taten, was sie eigentlich auch zu Hause taten. Sie alle wirkten so unnahbar, dass ich es nur als abstoßend empfinden konnte. Und so entschied ich in dieser Bar zwei Dinge :

1.) Am nächsten Morgen würde ich so schnell wie möglich Glasgow verlassen.

2.) Ich würde die drei Wochen über „offline“ bleiben und auch das Handy nur für Notfälle benutzen.

Mit diesen Vorsätzen, ein paar guten Wanderstiefeln, meinem Tagesgepäck und einer Mischung aus Angst und Vorfreude bewaffnet ging es also nun los auf den West Highland Way

Wandern für Anfänger

Wie schon erwähnt: Ich bin vorher noch nie ernsthaft gewandert. Aber einen Fuß vor den anderen zu setzen, das sollte auch ich hinbekommen. Und so traf es sich dann auch sehr gut, dass ich gleich zu Anfang auf zwei schwäbische Pfadfinder traf, die ein ordentliches Tempo vorgaben und mir so zeigten, was meine beiden Beine so zu leisten vermochten. Und die Lowlands meinten es gut zu mir und boten hauptsächlich flaches Wanderland. Dies sollte sich allerdings bereits am zweiten Tag ändern, wo ich dann Conic Hill bezwingen musste. Die von mir eher aus und in Verlegenheit gekauften „Wanderkrücken“ haben mir hier doch das Wandern sehr erleichtert und wurden so zu meinen ständigen Begleitern. Der Weg hat seine einfacheren und seine schwierigeren Passagen, aber jede schwierigere Etappe belohnt einen mit traumhaften Ausblicken und dem Gefühl, es geschafft zu haben. In meinen Augen der schwierigste Abschnitt auf dem West Highland Way : Die Passage zwischen Inversnaid und Inverarnan, gefolgt von Devil‘s Staircase. Und eine Sache sei hier noch gesagt : Glaubt keinem, dieser oder jener Abschnitt des Weges lohnt sich nicht. Ich kann nur empfehlen, den ganzen Weg zu gehen, es ergibt so ein schönes Gesamtbild

Wie, Du wanderst alleine ?

Jeden Tag alleine Wandern, ist das nicht ein bisschen einsam ? Ha, von wegen. Schon vom ersten Tag an habe ich so spannende und interessante Menschen auf dem Weg getroffen. Von den beiden bayrischen Lehrerinnen, die mich zum Tee an Loch Lomond einluden über die vielen Schwaben, Paul & Gordon aus Edinburgh, Anton, den belgischen Anwalt, René aus Nijmegen, Kate & Tony aus Kanada, und, und, und. Man trifft sich auf dem Weg, sieht sich, grüßt sich. Ein paar Kilometer später sieht man sich vielleicht wieder. Zack, man ist im Gespräch und ehe man sich versieht, versackt man zusammen im Pub. Und dann geht man wieder seiner Wege, und vielleicht trifft man sich wieder. Ich habe es sogar als riesigen Vorteil empfunden, alleine zu reisen, denn so bin ich offener auf andere Leute zugegangen und war nicht so eingekapselt. Und wer auch immer dieses von den Leuten liest, die ich auf dem West Highland Way getroffen habe : Vielen Dank an euch alle, Ihr alle wart Teil einer einzigartigen Reise !

Spiritualität jenseits des Jakobsweges

Der West Highland Way bietet Passagen, da kriegt man von der Zivilisation nicht all zu viel mit. Und den Weg nur mit der Kraft des eigenen Körpers zurückzulegen, durch Ehrfurcht erregende Land-schaften, vorbei an riesigen Wasserfällen und uralten Bergen, all das ließ mich einen unheimlichen Respekt vor Mutter Natur fühlen. Die stärkste Erfahrung in dieser Hinsicht hatte ich auf Devil‘s Staircase, als ich nach einem anstrengenden Aufstieg diese wunderschöne Landschaft vor mir sah und begriff, dass all das, was ich sah, schon ewig da war und noch da sein würde, lange, lange nachdem es mich schon nicht mehr geben würde, es würde sogar noch da sein, wenn die Menschheit selber wieder vom Planeten Erde verschwunden wäre. In diesem Moment habe ich mich auf eine sehr angenehme Art und Weise unbedeutend gefühlt. Die Fotos können diesen wunderbaren Momenten, wo ich diese wahnsinnig schöne Landschaft genießen könnte, leider nicht ganz gerecht werden.

Der Abstieg in die Zivilisation

Alles Gute muss mal zum Ende kommen, aber auf dem West Highland Way endet das Gute leider drei Kilometer zu früh. Denn nachdem man nun tagelang durch diese unglaubliche Landschaft gegangen ist, muss man nun die letzten drei Kilometer an der Ausfallstrasse von Fort William zurücklegen. Das offizielle Ende des West Highland Way befindet sich dann auf einem Busparkplatz, komplettiert durch ein Großraumcafé und einen Souveniershop. René, den ich auf dem Weg kennengelernt hatte, empfand dieses Ende ebenso „underwhelming“ wie ich, weswegen wir entschieden, unser persönliches Ende des West Highland Ways im besten Fischrestaurant des Ortes, dem Cronach, zu begehen. Obwohl dies glücklicherweise noch nicht das Ende meiner Reise war, hieß es jetzt, sich der schönen Momente dieser Reise zu erinnern und das, was man auf der Reise gelernt hat, mit zurück in die Zivilisation und in der Folge dann auch in den Alltag mitzunehmen.Doch zu viel Sentimentalität hätte uns in diesem Moment auch nicht gut getan, und René läutete den zweiten Teil des Abends, einen ausgedehnten Pub-Besuch mit den weisen Worten „Fish must swim“ ein. Übrigens, René, vielen Dank für die Überschrift zu diesem Abschnitt.

Weiter gehts - und doch ganz anders

Einen Tag Pause gönnte ich mir in Fort William. Nichts tun, Olympia gucken und ein paar notwendige Erledigungen machen. Dann ging es weiter, auf dem 2000 eingeweihten Great Glen Way Richtung Inverness. Ein leichtes Katergefühl schlich sich bei mir ein. All die Leute, die ich auf dem West Highland Way getroffen habe, würde ich hier nicht wieder sehen. Der Weg selbst nahm sich auch sehr viel Zeit, mich aus der Zivilisation heraus zu führen, es ging durch zwei große Vororte. Nach zwei Stunden erreichte ich endlich Neptune‘s Staircase, ein riesiges Schleusenwerk, welches Schiffe in den caledonischen Kanal hebt. Die ganze Zeit geht es am Kanal längs, eine schöne, aber doch sehr monotone Strecke.

Irgendwie war das alles nach diesem wahnsinngen Erlebnis West Highland Way ein wenig deprimierend und einsam. Doch dann erreichte ich Moy Bridge und traf Tricia..

Gruppendynamik

Dieser Weg war komplett anders als der West Highland Way, aber nicht nur landschaftlich. War es auf dem West Highland Way so, dass man Leute traf und dann wieder aus den Augen verlor, hat sich auf dem Great Glen Way sehr schnell eine Gruppe gebildet, die dann den Weg zusammen bis zum Ende gelaufen ist. Hier die Mitglieder : Tricia, Fitnesstrainerin und freie Producerin aus Vancouver, Anna und Jesal aus New York City, Stephanie und ihre Mutter Denise aus England und Alan und Debbie, ein Farmerehepärchen aus Neuseeland auf Europareise. Ich weiss nicht, warum sich so schnell diese Gruppe bildete, aber es war toll und ich genoss es mit den Tagen mehr und mehr, dass sich dieser Abschnitt meiner Reise so anders entwickelte, denn so musste ich gar nicht anfangen, den einen Weg mit dem anderen zu vergleichen.

Insbesondere Tricia hat mich sehr beeindruckt, und das nicht nur wegen des Tempos, was sie vorlegte. Tricia geht (!!) neben nämlich nebenbei noch Marathons und Ultramarathons. Auf dem Great Glen Way ging sie allerdings nur ihr Trainingstempo, war ja schließlich Urlaub. Naja, und ich war froh, dass ich überlebt habe.

Von Waldelfen, alten Brücken und schiefen Bäumen

Der Great Glen Way beginnt ruhig und seicht in jeder Hinsicht, und er wird sicherlich nicht so hektisch oder atemberaubend wie der West Highland Way, aber er hat eine durchgehende Schönheit, die man genießen darf und es gibt Stellen, die darf man auf keinen Fall verpassen. Kurz hinter Gailochry Locks betritt man einen Wald. An einer gut erkennbaren Stellen führt einen ein kleiner Pfad ab vom Wanderweg in den Wald hinein, wo unbekannte mit viel liebe zum Detail aus altem Spielzeug ein kleinen, zauberhaften Märchenwald errichtet haben.

In Invermoriston sollte man, nachdem man die Brück zum Ort überquert hat, unbedingt links auf die alte Brücke gehen und die wunderschönen Wasserschluchten und den Blick auf die „neue“ Brücke geniessen.

Und kurz vor Blackfold begegnet einem dieser äußerst windschiefe Baum, der einem mal wieder zeigt, wie mächtig das Tandem natur und Zeit sein kann.

Und dann war es wirklich zu Ende...

Inverness kam am letzten Tag in Sicht und auch hier zeigte sich der Great Glen Way ruhiger als der West Highland Way. Über sechseinhalb Kilometer wurden wir langsam immer mehr in die Stadt geführt, bis wir gegen Mittag Inverness Castle fanden und übrigens zu siebt immer noch zu blöd waren, die Plakette mit dem wirklich offiziellen Ende zu finden.

Trotzdem begriff ich in diesem Moment gerade, was ich in den letzten sechzehn Tagen gemacht habe. Ich bin 270 Kilometer zu Fuss gegangen. Ohne fremde Hilfe, nur weil ich es wollte. Es war ein herrliches Gefühl, zu wissen, dass ich das kann, wenn ich es nur will.

Unseren Triumph feierten wir bei einem fantastischen indischen Abendessen im „Shapli“ direkt am River Ness. Denn am nächsten Tag würden uns unsere Wege alle erst quer durch Großbritannien und ein paar Tage später rund um den Globus verteilen. Und so endete hier die beste Reise, zu der ich je angetreten war.

ChrZap1703
14.10.2008, 21:40
Das Alltägliche. Gut, auch das ist jetzt vielleicht nicht unbedingt outdoor pur gewesen, war aber trotzdem spannend.

Da dies meine erste Fernwanderreise überhaupt war und ich auch alleine unterwegs war, entschied ich mich ziemlich schnell, dass ich in Herbergen und B&Bs übernachten würde. Gebucht habe ich das ganze über ein schottisches Reisebüro, die mir dann ein paar Wochen vor Reiseantritt eine wunderbare Liste mit den einzelnen Stationen und den Unterkünften mit Wegbeschreibung und allem drum und dran lieferten.

Ich muss aber sagen, dass es mich für einen kürzeren Trip, oder aber wenn ich mit jemand anders zusammen auf so eine Tour gehen würde, ziemlich reizen würde, das Ganze mal mit Zelt und allem drum und dran zu versuchen.

Mit dem Wetter hatte ich mehr als Glück, ich hatte nur drei tage richtig heftigen Regen, einer davon war auch noch mein Pausentag in Fort William, die restliche Zeit war es zwar meist ziemlich bewölkt, aber irgendwie gehört das zu Schottland auch dazu. Ausserdem waren so die Temperaturen wirklich angenehm zum Laufen.

Was den einen oder anderen vielleicht auch noch interessiert, ist Equipment. Ich hatte ein paar sehr gute Wanderstiefel von Meinl mir zugelegt, die ich in zwei strammen Spaziergängen hier im flachen Hamburg eingelaufen habe, und die mir in Schottland in jeder Hinsicht eine Riesenstütze waren. Keine Blasen, nur ganz leichte Druckstellen, und immer Superhalt. Ansonsten bestand mein Equipment fast ausschließlich aus den Globetrotter-Hausmarken, und fast alles funktionierte so, wie es sollte. Einzig und allein die T-Shirts aus Synthetik, die ja besonders gut den Schweiss nach aussen tragen sollen, waren - zumindest für mich - eine totale Fehlinvestition, denn die waren nach den ersten zwei Kilometern getränkt und wurden auch bei allen Bemühungen nicht mehr trocken. Ich habe ab dem Moment wieder auf normale Baumwollshirts gewechselt, das ging wesentlich besser. Ausserdem, ich habe es ja bereits im Bericht erwähnt, wollte ich spätestens ab dem zweiten Tag meine Wanderkrücken, also Walking Sticks, nicht mehr missen. Man fühlt sich am Anfang zwar wie bei Nordic Stalking, aber das ist spätestens hinter Conic Hill vorbei.

NRWStud
14.10.2008, 22:46
Zum Reisebericht hatte ich ja schon etwas gesagt :popcorn: Das Fazit gefällt mir auch. Nutze derzeitig auch noch SynthetikShirts, denke aber, das ich wohl wegen den gleichen Gründen im Frühjahr Merino testen werde.



Ich muss aber sagen, dass es mich für einen kürzeren Trip, oder aber wenn ich mit jemand anders zusammen auf so eine Tour gehen würde, ziemlich reizen würde, das Ganze mal mit Zelt und allem drum und dran zu versuchen.



Das "Forum" läuft Ende April/Anfang Mai 09 auch den WHW, den Thread dazu findest Du hier (http://forum.outdoorseiten.net/showthread.php?t=27439) ;-)

Kannst Dich ja uns anschließen.
LG

Chris

Rainer Duesmann
15.10.2008, 23:31
Du hast ein sehr gutes Auge Christoph! Respekt.
Danke für den Bericht und Deine Fotos.

Beste Grüße,
Rainer

sfhrvk
20.09.2014, 18:25
Hey Christoph,

angenommen du müsstest dich entscheiden.

WHW & GGW

welchen würdest du nehmen?

Vor allem wenn du ein wenig abgeschiedenheit, gute Wild-camp Plätze suchst und deine erste Fernwanderroute genießen willst!

Danke für tipps!

Gruß
Simon

codenascher
20.09.2014, 18:38
Hey Simon,

der Christoph war zuletzt 2010 hier im Forum aktiv ;-)

Ich kenne nur den WHW, kann ihn dir als Anfänger nur wämstens epfehlen. Abgeschiedenheit sowie Wild Camping Plätze wirst du aber nicht finden. Der WHW verläuft recht zivilisationsnah, und wild campen ist zumindest offiziel verboten. Ich habe es trotzdem gemacht, es stört sich niemand wirklich daran. Wenn du wild zeltest, versuch dich dennoch ein paar Meter abseites des Weges auf zu stellen ;-)

Von der Zivilisationsnähe solltest du dich gerade als Anfänger nicht abschrecken lassen. Es ist schon praktisch unterwegs in nem kleinen Coop oder so einzukaufen und Abends nen Pub Besuch lohnt natürlich immer. Auserdem hast du die Möglichkeit auszusteigen, wenn irgendwas ist, oder auch die Möglichkeit dein Gepäck transortieren zu lassen. Man weiß ja nie.

links unter "meine Reisen" verbirgt sich mein WHW Reisebericht, falls du etwas schmökern willst. Der hat hier im Forum einst schöne Resonanz bekommen :bg:

Zum GGW kann ich dir nichts persönlich sagen. Allerdings liest man immer wieder, dass er nicht empfehlenswert sein soll. Versuch dir einfach selbst ein Bild anhand von Reiseberichten zu machen ;-)

Viele Grüße
Sven

4ndy
20.09.2014, 22:23
hey hey,

ich kann codenascher nur zustimmen. Ich bin den GGW ab Mitte Loch Ness nach FW gelaufen und es war nur mäßig gut. Viele feste Wege und kaum Landschaftsausblick.
Ich habe gerade gestern Bilder einer WHW Tour gesehen und fand das sehr ansprechend!

Wenn du also tatsächlich was von Schottland sehen willst und es nicht bevorzugst im Wald und ohne die typischen Highlandausblicke zu wandern, dann wähle den WHW und freu dich schonmal auf eine tolle Tour!

Grüße

Hannes37902
22.09.2014, 16:30
Servus,

Yep - Der GGW is net soo schön
Für einsteiger ist der WHW genau der richtige mix zwischen "Wild" und gut erschlossen.
Das mit dem Campen verboten stimmt nur im bereich des "Loch Lomond" sonst is alles soweit nicht bebaut auch campbar. Außerdem gibt es auf dem Weg einige markierte Plätze die extra zum wild - Campen frei gegeben sind und auch guten Untergrund zum zelten bieten.

Zudem ist es möglich den WHW etwas zu variieren mit den Touren aus dem Buch "Not the West Highland Way"

Für den WHW empfielt sich die Harvey-Maps Karte - da sind alle etappen mit schlafplätzen etc. drauf.

Sonst gilt das übliche für schottland: Gamaschenplicht wenns weglos werden soll, bloß nicht im Ausgust außer man hat Elephantenhaut und sich nicht von Regen einschüchtern lassen!

Grüßla
Hannes

jungesmedium
22.09.2014, 16:43
Servus Simon,

schließe mich da meinen Vorrednern an, der GLW ist abgesehen von einer oder max. zwei Etappen sehr eintönig und keines Fall mit dem WHW zu vergleichen. Highlight auf dem GLW war lediglich das s.g. Eagle Barge Inn (ein Pub auf einem Boot im Kanal).

Der WHW hatte da schon um einiges mehr zu bieten!

Solltest du es jedoch noch wilder mögen, schau mal hier, nicht weit davon entfernt und einer meiner Favoriten weltweit:
Letterewe Wilderness Walk
https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/68319-GB-Letterewe-Wilderness-Walk


MFG
Jungesmedium

inselaffe
22.09.2014, 17:35
Das mit dem Campen verboten stimmt nur im bereich des "Loch Lomond" sonst is alles soweit nicht bebaut auch campbar. Außerdem gibt es auf dem Weg einige markierte Plätze die extra zum wild - Campen frei gegeben sind und auch guten Untergrund zum zelten bieten.


Jain, es ist richtig, dass an der südlichen Hälfte des Ostufers von Loch Lomond zwischen dem Conic Hill kurz vor Balmaha bis ein paar Kilometer hinter Rowardennan nicht wild gezeltet werden darf. Es gibt aber ausgeschriebene zeltmöglichkeiten, sowohl wid, als auch Campingplätze in ausreichender Zahl.

Zusätzlich darf zwischen Invaranan (kurz hinter Bridge of Orchy) bis zum Kings House Hotel nicht wild gezeltet werden. Hier gibt es in der Verbotszone auf knapp 20km keine Zeltmöglichkeit.

Der Weg ist aber locker zu schaffen, keine bösen Anstiege, etc.


Je nach Ecke gibt es immer wieder mal Gebiete, wo man nicht wild zelten darf, die sind idR aber immer vorbildlich ausgezeichnet, also eigentlich kein Problem. Ansonsten gilt der Outdoor Access Code. Google einfach mal, dann bist du schlauer. Schottland hat was Betretung von Land angeht immernoch das Jerdermannsrecht.

Hunter9000
22.09.2014, 17:52
Für einen Anfänger ist der WHW schon sehr gut, da macht man in Schottland wenig falsch. Ihr könnt ja einen Tag mehr einplanen und in Fort William entweder noch Ben Nevis machen, oder - wenn der mal wieder im Nebel hängt - einen Ausflug entlang es Caledonian Canal machen. Dann seht ihr auch, wie es auf dem GGW aussehen würde. Der ist zwar nett, aber nochmals würde ich persöhnlich ihn nicht gehen.

Außer vielleicht mit dem Fahrrad oder als Marathonversuch in zwei Tagesetappen.

inselaffe
23.09.2014, 09:58
Man kann auch noch zwei bis drei Tage dran hängen und im Glen Nevis hoch laufen, ab kurz hinter dem Ende der Straße trifft man dann auch fast keine Menschen mehr. Von da immer weiter im Tal rauf bis zur Wasserscheide und dann dem Abhainn Rath folgen. Jetzt bieten sich mehrere Möglichkeiten, entweder ab kurz vor der Meanach Bothy links ab und nordwerts über den Pass (300hm)) zwischen Meall a'Buirich und Meall Mòr ins Paralleltal zur Lairig Leacach Bothie und weiter nach Spean Bridge :D (Bahnhof auf der Strecke Fort William - Glasgow), oder den Fluss furten und dem Fahrweg (Schotterpiste :( ) entlang Loch Eilde Beag und Loch Eilde Mor nach Kinlochleven (von hier gibts nen lokalen Linienbus nach Fort William oder Glencoe zum Easy Bus) oder weiter dem Fluss bis zur Südspitze von Loch Treig folgen und von da südöstlich nach Corrour :D (Bahnhof auf der Strecke Fort William - Glasgow) oder an der Südspitze von Loch Treig wie bei der Passvariante im Tal hoch nach Spean Bridge, ebenfalls über Lairig Leacach.

Oder bei noch mehr Zeit von Corrour weiter über Rannoch (Bahnhof) weiter druchs Rannoch Moor zum Kings House Hotel (Bus).

Die Wege kannst du hier nachvollziehen http://opencyclemap.org/

Im Vergleich zum extrem gut ausgebauten WHW ist das schon etwas mehr Abenteuer, besonders im Bereich der Wasserscheide, wo sich die kleinen Pfade im Sumpf immer wieder verlieren und teilweise weglos gelaufen werden muss. Es steht auch auf jeden Fall mindestens die einmalige Furtung des Abhainn Rath an, was aber mit kniehohen Gamaschen oder Sandalen an vielen Stellen problemlos möglich ist, sofern man nicht grad zur Schneeschmelze im Frühjahr da ist. Gamaschen sind aber allein schon aufgrund der vielen Bogholes, Nassrasenmatten und kleineren Bäche Pflicht!

Das Verirren bei den weglosen Passagen ist allerdings fast unmöglich. Ich empfehle aber trotzdem die entsprechenden Explorer-Karten von Ordonance Survey, auch wenn man besonders beim Verlieren des Weges nicht zu verkrampft versuchen sollte, diesen wiederzufinden, sondern einfach der groben Richtung zu folgen, bis man ihn wieder trifft. Dies gilt vor allem für den sumpfigen Bereich ab der Wasserscheide und entlang des Abhainn Rath.

Wasseraufbereitung via Filter oder Chemie stellenweise zu empfehlen. In der Ecke gibt es massiv Rotwild, einige Schafe und ab der Wasserscheide auch Rinder. Notfalls tun es aber auch Durchfalltabletten, wenn man bei der Wasserentnahme vorsichtig ist und strategisch vorgeht.

Infrastruktur ist auch nicht zu verachten, mit drei Bothies, unentgeltlich benutzbaren Schutzhütten, findet man auch bei mieserem Wetter einfach die Möglichkeit für eine geschützte Rast, Übernachtung oder das Trocknen von Kleidung.


Userin Borderli ist vor zwei Jahren in der Ecke diese Variante gelaufen, um dir einen Eindruck von der Ecke zu geben, alternativ zum GGW aber auch nicht zu verachten: https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/65231-UK-Midges-f%C3%BCttern-in-Lochaber?highlight=great+glen+borderli

Zum Great Glen Way kann ich nur sagen, dass er meiner Meinung nach schon eher langweiliger war. Der Weg, der ursprünglich mal eine Radroute war und zusätzlich einfach den Stempel Wanderweg aufgedrückt bekommen hat, folgt eigentlich recht unspektakulär entlang der Verwurfspalte im Tal. Von der Topographie auch eher sehr einfach, auch wenn es stellenweise etwas sumpfig werden kann. Er ist weniger überlaufen als der WHW, wenn du aber Abgeschiedenheit suchst, denk mal über obige Varianten nach. Wenn du dazu noch Fragen, nur zu.

Borderli
23.09.2014, 10:49
Userin Borderli ist vor zwei Jahren in der Ecke diese Variante gelaufen, um dir einen Eindruck von der Ecke zu geben, alternativ zum GGW aber auch nicht zu verachten: https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/65231-UK-Midges-f%C3%BCttern-in-Lochaber?highlight=great+glen+borderli

Ach ja, meine Schlammschlacht im Glen Nevis... :lol: Einsumpfen für Fortgeschrittene, sozusagen.

Die Strecke von Corrour nach Fort William - bei Trockenheit und schönem Wetter - habe ich in meinem 2010er Bericht beschrieben (war die letzte Etappe, also etwas suchen bitte).

Die Navigation im Glen Nevis fand ich weder bei gutem Wetter noch bei Dauerregen irgendwie schwierig. Eher das Suchen von Wegen um bodenlose Sumpflöcher herum. Und obwohl ich inzwischen ganz gut darin bin "gutes Gras" von "schlechtem Gras" zu unterscheiden, bin ich 2012 ganz gut eingesumpft.

Aber schön ist es. Anders als der WHW, aber richtig schön. Bei viel Zeit kann man von Corrour über den Bealach Dubh und Culra bis Dalwhinnie (Bushaltestelle und Bahnhof) laufen. Mein 2010er Bericht beschreibt den Weg aus der anderen Richtung. Lohnt sich auch! :D

sfhrvk
10.10.2014, 10:52
Vielen Dank!!!

Es wird im Juni dann auf jeden Fall der WHW werden mit ein wenig Zeit am Ende noch ein paar KM hinten dranzuhängen!

Vielen Dank! Ich werde Euch über meine Pläne informieren!

LG