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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zelten bei Gewitter



Corton
01.04.2003, 10:45
Wie verhält man sich beim Zelten abseits der Zivilisation (z.B. im Hochgebirge), wenn ein Gewitter naht? Wir sind bisher immer (betend) im Zelt geblieben, bin mir aber nicht sicher, ob das auch richtig war. Ist das Risiko im oder vor dem Zelt größer? Was meint ihr?

Corton

Haiko
01.04.2003, 13:04
Moin²,

IMHO ist es im Zelt gefährlicher. Blitze werden magisch von allen Geländeerhebungen angezogen. Also auch vom Zelt. Wenn das Zelt dicht an der Bergflanke steht, sollte es nicht gerade in der Nähe von Eisenleitern oder Kletterhilfen (Drahtseile etc.) stehen. Die wirken wohl mehr als Blitzableiter. Und da hat man durch die Nässe schlechte Karten.

Abseits der Flanke würde ich eher "Raus aus dem Zelt!" empfehlen und in einer Senke abtauchen oder mich zur Not auch flach auf den Boden legen.

Bitte beachtet, dass das die Theorie ist, da ich noch nie in einer solchen Situation im Hoch-Gebirge war. Jedoch gibt es die gleiche Problematik im Flachland. Wenn ich durchs Blockland nach Hause radle und ein Gewitter im Anmarsch ist, dann kurbeln die Beine doppelt so schnell. Und ich bin in meinem früheren Leben nicht vom Blitz getroffen wurden! :wink:

Ahoi,
Haiko

Haiko
01.04.2003, 13:17
Moin²,

Corton, mir fällt gerade wieder ein, dass Dein Geotracker aufgeladen ist. Wenn nun das Zelt eine Ladung hat, die mit der des Blitzes übereinstimmt, wird der Blitz vom Zelt abgelenkt. Dann ist es am besten, im Zelt zu bleiben. Wenn die Ladung des Zeltes den Blitz anzieht (wie der Nordpol die Kompassnadel), dann nichts wie weg von dort.

Ahoi,
Haiko

Atron
01.04.2003, 18:20
Moin²,
... mich zur Not auch flach auf den Boden legen. ...
Haiko

JA NICHT AUF DEN BODEN LEGEN!!

Die Ableitung des Blitzes am Erdboden verursacht einen Spannungsabfall
(Spannung pro Weg) - legst du dich auf den Boden bekommst du im Fall
eines Einschlages die maximal mögliche Spannung ab - deswegen
NIEDRIG ZUSAMMENGEKAUERT (FÜSSE GESCHLOSSEN) am Boden
hocken.

Falls des Zelt nicht total exponiert steht würde ich darin bleiben (Hocken).
Zum Schlafen (wenn nötig) isoliert sicher Isomatte entsprechend - doch bei
einem richtigen Gewitter ist sowieso nichts mit schlafen...

Atron

edit1: Nicht umsonst werden jedes Jahr soviele Kühe auf den Almen vom
Blitz erschlagen und dann vom Heer tot ausgeflogen - deren Schritt-
spannung ist natürlich noch verheerender - und hocken können die auch
nicht :bg:

edit2: aja - sämtliche (nicht lebenswichtige) Metallteile ablegen (auch
Halsketten, etc. - vor Jahren hat's in Ö mal einen Unteroffizier wegen
seiner Hundemarke erschlagen - das U-Leibchen mit kleinem Eintrittsloch,
die angesengte Hundemarke und den zerfetzten Stiefel (Austritt) kann
man im Elektropathologischen Museum in Wien "bewundern")

gi
01.04.2003, 18:22
Abseits der Flanke würde ich eher "Raus aus dem Zelt!" empfehlen und in einer Senke abtauchen oder mich zur Not auch flach auf den Boden legen.
Ähm, AFAIK ist das NICHT gut.
Das beste: Tief in die Hocke, so wenig Kontakt mit der Erde wie möglich, und A****l**ch in die Höhe. Die angenehmste Öffnung, in die der Blitz eintritt! ;)

Christian J.
01.04.2003, 18:29
Moin²,

Corton, mir fällt gerade wieder ein, dass Dein Geotracker aufgeladen ist. Wenn nun das Zelt eine Ladung hat, die mit der des Blitzes übereinstimmt, wird der Blitz vom Zelt abgelenkt. Dann ist es am besten, im Zelt zu bleiben. Wenn die Ladung des Zeltes den Blitz anzieht (wie der Nordpol die Kompassnadel), dann nichts wie weg von dort.

Ahoi,
Haiko

Das wird wohl nix. Um den Blitz abzulenken müsste dein Zelt eine gegenteilige Ladung gleicher Größe haben. Ein Elektron kann nur jeweils ein Neutron ablenken. Das heisst, dein Zelt müsste so stark wie der Blitz geladen sein. Selbst wenn das technisch hinzukriegen währe, hättest du nichts davon: Du könntest nicht in die Nähe deines Zeltes gehen da du sonst genauso vom zelteigenen Blitz getroffen würdest. Also eher kontaproduktiv.

So liebe Naturwissenschaftler: Ich schreibe in ein paar Wochen mein Physikleistungskursabi und habe erhlich gesagt ziemliche Angst davor. :o Ihr könntet mein Ego erheblich aufbessern wenn ihr mir jetzt mal meine Theorie bestätigen könntet. :bg:

Christian

Fledi
01.04.2003, 18:47
So liebe Naturwissenschaftler: Ich schreibe in ein paar Wochen mein Physikleistungskursabi und habe erhlich gesagt ziemliche Angst davor. :o Ihr könntet mein Ego erheblich aufbessern wenn ihr mir jetzt mal meine Theorie bestätigen könntet. :bg:

Also, zu den Naturwissenschaftlern zähle ich mich schon, auch wenn ich mit Physik nix am Hut hab... Aber hörte sich gut an, Deine Theorie! :)

Aber vor dem Abi brauchst Du keine Angst zu haben. Ich weiß, ist leicht gesagt, wenn man's schon hat! Viel schlimmer als ne normale Klausur wirds nicht und Du kennst außerdem die Prüfer und deren Aufgabenstellungen.
Also, Kopf hoch! Du schaffst das schon! :D

Gruß, Britta

Corton
01.04.2003, 19:02
Hab natürlich auch schon Copernic (Meta-Crawler) und Google bemüht, um mich zu informieren, aber noch nichts wirklich Hilfreiches gefunden, was das richtige Verhalten beim Zelten betrifft.


oder mich zur Not auch flach auf den Boden legen.

Danke, war bestimmt gut gemeint - aber ich bin nicht suizidgefährdet! :bg:
Die angesprochene Hockstellung mit geschlossenen Füßen ist der gängigen Meinung nach die beste, wenn man vorhat weiterzuleben. Ich frage mich nur, ob es sinnvoller ist, diese Haltung im Zelt oder vor dem Zelt einzunehmen. Hängt das Risiko möglicherweise auch vom Zelttyp (innen- oder außenliegendes Gestänge) ab? Eigentlich sollte ich da Bescheid wissen, hab aber Physik leider nach der 11. abgewählt... und somit von E-Lehre und E-Technik verhältnismäßig wenig Ahnung.

Corton

Christian J.
01.04.2003, 19:09
Aber vor dem Abi brauchst Du keine Angst zu haben. Ich weiß, ist leicht gesagt, wenn man's schon hat! Viel schlimmer als ne normale Klausur wirds nicht und Du kennst außerdem die Prüfer und deren Aufgabenstellungen.


Danke für die Aufmunterung. :bg: Prüfer kenne ich übrigens nicht da ich mein Leistungskursabi schriftlich machen muss und Sachsen Zentralabitur hat. Also wird das Abi von irgendjemanden für das gesamte Bundesland entwurfen.

Naja, Всё будет!

Christian

gi
01.04.2003, 19:10
Mhhh, hast du schon mal was vom Faradaischen (hoffe den schreibt man jetzt so) Käfig gehört?
Ich glaube, da ging es darum. Ich persönlich würde jetzt sagen, dass dein Zelt sicher ist, so lange du die Gestänge nicht anfasst. Die Blitze werden vom Gestänge abgeleitet, sind ja geerdet. (Zumindest bei den meisten Zelten). Dein Zelt ist dann natürlich kaputt. Ich persönlich würde drinnen bleiben ;)

Christian J.
01.04.2003, 19:12
Ist halt die spannende Frage ob so ein paar Metallstangen für einen Faradayschen Käfig reichen.
Freiwillige zum Selbstversuch mit verschiedenen Zelttypen bitte vortreten!

boehm22
01.04.2003, 19:24
Hi,
ich denke nicht, daß ein Zelt ein Faradaischer Käfig ist, ein Auto ja - aber das hat nun mal wirklich eine Art Metalgeflecht.

Becks
01.04.2003, 19:33
Der Becks hat mal wieder am schönsten gegoogelt:

http://www.mein-blitz.de/Inhaltsverzeichnis/Blitz_Info/Verhalten_bei_Gewitter/verhalten_bei_gewitter.html

Und noch ein Tipp: Wenn Metallteile die direkt am Körper anliegen (Eispickel, Karabiner) sich anfühlen wie wenn die Dinger einem Nadeln in die Haut treiben würden oder es um dich herum plötzlich rauscht wie wenn ein Bach neben Dir auftaucht - dann vielk Spaß.
Dann haste das Zeus'sche Fadenkreuz schon direkt auf Dich gerichtet und es vergehen kaum noch ein paar Minuten bis die Erleuchtung persönlich kommt.
Fühlt sich übrigens besch* an wenn man auf dem Präsentierteller sitzt und es rings rum hell wird.


Alex

Christian Wagner
01.04.2003, 23:12
Lt. Pit Schubert ist das Zelt KEIN Faradayscher käfig. Man hat mal versuche gemacht, bei denen künstliche Blitze verwendet wurden. Diese sind IMMER auf die Köpfe der Testdummies übergesprungen. Zeltstangen können nur dann als Blitzableiter dienen wenn sie weit genug in der Erde stecken. Das tun aber so viel ich weis die wenigsten Zeltstangen. Hockstellung auf einer Isomatte mit eng beieinanderstehenden Füssen in nichtexponiertem Gelände ist weohl das Beste was man tun kann. Hüten sollte man sich auch vor Überhängen, engen Löchern und Hütteneingängen. auch da fungiert man als Kurzschlussbrücke.

Rüro
02.04.2003, 00:02
@Becks

Du bist doch schon einmal in ein Gewitter geraten.
Wie ist das eigentlich, hast Du den Einschlag aus nächster Nähe gesehen?
Und der Knall, war der so laut wie eine Gewehrkugel?

Cu, Mark

Becks
02.04.2003, 08:32
Nu ja, es war halt laut und hell.
Stell Dir einfach vor rings um Dich rum würden irgendwelche Idioten Leuchtkugeln mit Magnesium und großen Böllern zünden. Man sieht nur noch was grelles und dann machts Rums... Groß rumgeguckt hab ich nicht da gleichzeitig noch ein Sturm in Kombination mit Graupel loslegte.
Volles Programm halt, auf jeden Fall hatte ich dann genug für den Tag.

Alex

Corton
02.04.2003, 08:32
Hat der Becks denn am schönsten gegoogelt?
Der Informationsgehalt dieser Seite (von denen es etliche nahezu identische gibt) ist (was das Zelten angeht) doch eher mager.
Da steht: „Zelten sie niemals unmittelbar neben Masten und Stangen, am Waldrand oder unter alleinstehenden Bäumen. Relativ sicher zeltet man im Wald. Benutzen Sie eine isolierende Matte. Berühren Sie während des Gewitters nicht die Zeltstangen.“ Na ja - das sollte eigentlich jedem klar sein, klärt aber meine eigentliche Frage nicht.
Dass ein Kuppelzelt mit 2 Stangen und 2 Firststangen als Faradayscher Käfig dienen soll, war für mich schon vor der Anmerkung von Christian W. schwer vorstellbar. Ich weiß allerdings nicht, wie so ein Metall-Käfig im Detail funktioniert – ich weiß nur dass er funktioniert. Vielleicht kann hier jemand für Aufklärung sorgen.


Zeltstangen können nur dann als Blitzableiter dienen wenn sie weit genug in der Erde stecken. Das tun aber so viel ich weis die wenigsten Zeltstangen..

Wie sieht´s dann mit den Heringen aus, die man ja (je nach Ausführung) relativ tief in den Boden befördern kann? Wenn man diese mit Metalldraht mit dem Gestänge verbindet, könnte diese Konstruktion nach Deiner Theorie ja eigentlich als Blitzableiter funktionieren – vielleicht aber auch nicht... Wie schon von anderer Seite gefordert: FREIWILLIGE VOR! :bg:

Corton

Maico Schulz
02.04.2003, 09:15
Hihø

'N Faradayscher Käfig funktioniert im Prinzip dadurch, daß er im inneren ein E-Feldfreien Raum erzeugt. Stell dir einen typischen handelsüblichen Faradayschen Käfig vor: Das ist eine Kugel aus Metallgitter, sinnvollerweise mit einer Tür. Ersatzweise geht hier auch ein Auto.
Wenn du im Auto sitzt; oder in der Metallkugel, so stehst du auf dem gleichen Potential wie auch das Dach über dir hat. Der ohmsche Widerstand zwischen Dach und Boden ist so klein, daß man ihn mal beherzt ignoriert.

Wenn nun also ein Blitz in dein Auto brutzelt, dann hast du z.B. 100kV auf dem Dach des Autos, aber auch 100kV am Bodenblech. Die gesamte Blechhülle steht unter 100kV. Und was passiert in dem Auto? Nix. Weil sich zwischen 100kV Autodach und 100kV Bodenblech kein Potentialunterschied befindet und daher auch kein elektrisches Feld. Ohne Potentialunterschied fließt kein Strom, ohne Feld gibts keine Ionisierung der Luft, keinen Blitz.

Warum nun funktioniert ein Zelt nicht als Faradayscher Käfig? Das liegt nicht mal allein am eher armseligen Metallanteil, sondern einfach daran, daß der Erdboden im Vergleich zum Auto/Faradayscher Käfig ein hundsmiserabler Leiter ist, also recht ordentliche Widerstände aufweist. Innerhalb des Raumes - also zwischen Zeltdach und dem Fleckchen Erde unten - bauen sich Potentialunterschiede auf. Und wo die sind, kann Strom fließen. Und elektrische Felder kommen auch noch.

Betrachte den Menschen einfach als eine lustige Reihen/Parallelschaltung aus 100Ohm Widerständen (näherungsweise für Kopf, Arm, Rumpf, Bein je 100Ohm) und geh von MegOhm im Falle des Bodens aus. Der Strom sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstandes, in diesem Falle den Menschen.

Im Prinzip isses schnuppe, ob du im oder außerhalb des Zeltes bis, während des Gewitters ist es einfach gefährlich.

Sehr anschaulich ist der Faradaysche Käfig im Deutschen Museum / München, da kann man nämlich reingehen und sich Blitze aufs Haupt donnern lassen.
Ansonsten lohnt sich der erschreckend langweilige Besuch der Pflichtvorlesung "Theoretische Elektrotechnik II, Elektrische und Magnetische Felder." Meist im zwoten Semester eines Etechnikstudiums. Mein Skript von damals ist so um die 500S stark.

so hilfreich
Maico

Steffen Schwientek
02.04.2003, 11:00
Hihø

Ersatzweise geht hier auch ein Auto.
Wenn du im Auto sitzt; oder in der Metallkugel, so stehst du auf dem gleichen Potential wie auch das Dach über dir hat. Der ohmsche Widerstand zwischen Dach und Boden ist so klein, daß man ihn mal beherzt ignoriert.

Wenn nun also ein Blitz in dein Auto brutzelt, dann hast du z.B. 100kV auf dem Dach des Autos, aber auch 100kV am Bodenblech. Die gesamte Blechhülle steht unter 100kV. Und was passiert in dem Auto? Nix.


Falsch. Es ist feldfrei von statischen E-Feldern, nicht jedoch von Wechselfeldern. Als Beweis kann jedes handelsübliche Handy dienen. Empfang ist nämlich auch im inneren des Autos möglich.



Weil sich zwischen 100kV Autodach und 100kV Bodenblech kein Potentialunterschied befindet und daher auch kein elektrisches Feld. Ohne Potentialunterschied fließt kein Strom, ohne Feld gibts keine Ionisierung der Luft, keinen Blitz.


Das ist wiederum richtig. Herzschrittmacherbesitzer sollten dennoch nicht im Auto sitzen, wenn der Blitz das Auto trifft. Der Schrittmacher kommt nämlich außer Takt. Wie es mit normalen Körperfunktionen aussieht, weiß ich nicht.



Warum nun funktioniert ein Zelt nicht als Faradayscher Käfig? Das liegt nicht mal allein am eher armseligen Metallanteil, sondern einfach daran, daß der Erdboden im Vergleich zum Auto/Faradayscher Käfig ein hundsmiserabler Leiter ist, also recht ordentliche Widerstände aufweist.


Zumindest an der Verbindung Metall/Erdboden ist die elektrische Leitfähigkeit denkbar schlecht. Im Boden selbst ist der Querschnitt riesig.
Ferner ist der Abstand zwischen Zeltstangen groß, so daß sich dazwischen langwellige E-Felder ausbreiten können-Schutz vor Blitzschlag ist nicht



Betrachte den Menschen einfach als eine lustige Reihen/Parallelschaltung aus 100Ohm Widerständen (näherungsweise für Kopf, Arm, Rumpf, Bein je 100Ohm) und geh von MegOhm im Falle des Bodens aus. Der Strom sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstandes, in diesem Falle den Menschen.


Naja, die Verbindung Boden/Mensch muß ja auch noch überwunden werden. Wenn der Strom immer den Weg des geringsten Widerstandes ginge, würde der Blitz nicht durch den Mensch gehen.
Leider verhält sich der Strom eher demokratisch, er kann sich aufteilen.



Im Prinzip isses schnuppe, ob du im oder außerhalb des Zeltes bis, während des Gewitters ist es einfach gefährlich.


Im Zelt ists aber trocken, im draußen ists nicht nur gefährlich, sondern auch ungemütlich. Da freu ich mich über mein Tarp und kriech darunter :-)

Wie andere schon bemerkt haben, "ziehen Metallteile blitze an". Das ist richtig, der Effekt ist aber nicht so ausgeprägt, wie häufig angenommen wird. In Amiland wird sogar vom "Metall zieht Blitz an" Mythos gesprochen. Nach meiner Recherche zieht Metall Blitze in einem Umkreis von etwa 10m an. Wobei es natürlich auch nicht unmöglich ist, vom Blitz getroffen zu werden, wenn man 6m weit vom Zelt im Nassen sitzt.

Grüße Steffen

Maico Schulz
02.04.2003, 11:08
Hihø Steffen,

(willkommen hier, btw!)

Natürlich geht ein Handy im Auto. Allerdings nuckelt sich der Akku eher leer, aber das ist ein anderes Thema.
Blitze jedenfalls sind von gleichströmiger Natur und interessieren sich wenig für Wechselfelder.

so weit
Maico

Steffen Schwientek
02.04.2003, 13:37
Hihø Steffen,
Blitze jedenfalls sind von gleichströmiger Natur und interessieren sich wenig für Wechselfelder.
Maico

Nein. Blitzeinschlag verursacht Wechselfleder aller möglichen Wellenlängen. Deswegen wird ja auch Fernseh- Radio Funk und was sonst noch alles während eines Gewitters gestört.
Mit Mitteln der Elektrostatik lassen sich Gewitter nicht verstehen.

Steffen

Maico Schulz
02.04.2003, 13:48
Hihø Steffen,

Mea culpa. Du hast recht. <stirnpatsch>

so weit
Maico

Haiko
02.04.2003, 15:16
Moin²,

ja, sorry, das mit dem flach Hinlegen war absoluter Schwachsinn von mir. Könnte mich jetzt damit rausreden, dass es ein Aprilscherz war :wink:

Hatte nur daran gedacht, dass ich einen Blitzeinschlag definitiv nicht im Zelt erleben möchte, wenn ich drin bin. Ich denke, dass es nicht nur knallt und ein paar Stromschläge überspringen, sondern dass auch die Zeltmaterialien zu brennen anfangen. Und ich hatte einmal erlebt, wie ein Blitz in ein etwa 10 Meter entfernt stehendes Klettergerüst einschlug. Es krachte gewaltig!

@Christian

Ich habe nicht verstanden, warum das Zelt eine gegenteilige Ladung haben sollte, wenn der Blitz vom Zelt abgelenkt werden soll. Ich meinte, dass der Blitz nicht ins Zelt einschlägt. Bisher dachte ich, dass sich Plus und Minus und Nord und Süd anziehen, Plus und Plus, Minus und Minus sowie Nord und Nord etc. abstoßen.

Ahoi,
Haiko

Christian J.
02.04.2003, 15:24
@Christian

Ich habe nicht verstanden, warum das Zelt eine gegenteilige Ladung haben sollte, wenn der Blitz vom Zelt abgelenkt werden soll. Ich meinte, dass der Blitz nicht ins Zelt einschlägt. Bisher dachte ich, dass sich Plus und Minus und Nord und Süd anziehen, Plus und Plus, Minus und Minus sowie Nord und Nord etc. abstoßen.

Ahoi,
Haiko

Uups, ich meinte natürlich gleiche Ladung. :bash: Du hast natürlich recht. Aber trotzdem wird das Abstoßen aus genannten Gründen nicht funktionieren.

alfi
03.04.2003, 08:36
Hi,

ich finde die physikalische Diskussion sehr interessant und die Beschreibung, dass sich Strom eher demokratisch verhält sehr amüsant, zumal ich im Augenblick sehr weit vom Schuss bin.
Aber wie ist es in der Praxis?
Du sitzt am Abend vor deinem Zelt, betrachtest glücklich den wunderschönen Sonnenuntergang, extra prächtig, wegen der beeindruckend mächtigen Wolken, deren Unterseite in immer dunklerem Rot leuchtet, wartest noch lange in vollkommener Zufriedenheit, bis auch das letzte Licht der Dunkelheit gewichen ist, kriechst dann - wegen der angenehmen Temperatur nur spärlich bekleidet - in deinen Schlafsack und schläfst in völliger Harmonie ein.
Dann - Krach - Rumms - Blend und Prassel in beliebiger Reihenfolge.
Adrenalin in unglaublicher Höhe - Panik?
Wo ist die Lampe, wo meine Hose, meine Gorejacke, die Schuhe in der Apsis, welch ein Chaos und wer drückt mir die Zeltplane so auf die Nase?
Hat da jemand die Sturmleinen nicht ordentlich abgespannt?
Was tun? Bis ich diese Scheiße auf die Reihe kriege, bin ich entweder schon erschlagen oder das Gewitter ist vorüber.
Und was dann draußen? Geblendet von einem Blitz, gleich über eine schon recht lose Abspannleine in völlige Dunkelheit gestolpert. Wo ist ein sicher Platz? Gut den Bach hab ich gefunden. Da die Kaputze irgenwo im Sturm baumelt und das Wasser schon eiskalt den Rüchen runterläuft auch schon egal, aber das irgendwer auch noch Felsen in die Landschaft streut, ist direkt gemein....
Gut, da ich fast ausschließlich Tagestouren unternehme steht das Auto nie weit weg. Trotzdem habe ich schon mehrere heftige Gewitter zitternd im Zelt überlebt, da selbst die 20 m zum Auto im schlaftrunkenem Zustand einfach unzumutbar waren.
Dennoch ein Tip: NIEMALS ein Zelt direkt am einem nicht windgeschützen
Ufer eines Sees oder Fjords (die hohen Berge täuschen und sind kein Schutz sondern erzeugen gerade dort einen Windkanaleffekt) und NIEMALS auf einer Hochfläche direkt an einer Abbruchkante aufstellen. Ich bin (war) so dämlich beides auszuprobieren. Es hat nur einen Vorteil. Wenn es soweit ist, hast du keine Angst mehr vor den Blitzen, du fürchtest dich nur noch vor der eventuell bevorstehenden Ballonflatterfahrt.
Sollte ich mit Bildern irgenwie zurechtkommen, zeige ich euch bei Gelegenheit eine nette Aufnahme (schlechte Qualität da Ausschnitt aus Videokamera).

mfg alfons

Saloon12yrd
03.04.2003, 08:46
Haha das ist ne ziemlich akurate Beschreibung der Situation, gratuliere. Geniale Morgenlektüre ;)

Sal-

ej64
03.04.2003, 08:48
Das wird wohl nix. Um den Blitz abzulenken müsste dein Zelt eine gegenteilige Ladung gleicher Größe haben. Ein Elektron kann nur jeweils ein Neutron ablenken. Das heisst, dein Zelt müsste so stark wie der Blitz geladen sein. Selbst wenn das technisch hinzukriegen währe, hättest du nichts davon: Du könntest nicht in die Nähe deines Zeltes gehen da du sonst genauso vom zelteigenen Blitz getroffen würdest. Also eher kontaproduktiv.
So liebe Naturwissenschaftler: Ich schreibe in ein paar Wochen mein Physikleistungskursabi und habe erhlich gesagt ziemliche Angst davor. :o Ihr könntet mein Ego erheblich aufbessern wenn ihr mir jetzt mal meine Theorie bestätigen könntet. :bg:
Christian

Abgesehen davon, dass das ganze sowieso unter Christians Märchenstunde einzuordnen ist, solltest Du Dir das mit den Elementarteilchen besser nochmal anschauen... Neutronen sind nämlich -- wie der Name schon sagt -- elektrisch neutral und werden durch elektromagnetische Felder gar nicht tangiert (und spielen auch keine Rolle bei elektr. Entladungen)!

Ansonsten ist richtig gesagt worden, dass von einem Zelt nicht viel übrig bleibt, wenn da der Blitz einschlägt, IMO wird die Zelthaut glattweg verdampfen und dann wär sowieso Essig mit dem lieben Faraday, das trifft auch auf "Rettungsdecken" aus Alu oder ähnlichem zu. Ich denke, am sichersten wird das Hocken in der Geländekuhle sein, am sichersten und komfortabelsten im Auto, wenns denn da ist und im Zelt bleibt man halt so lang es nicht allzu exponiert steht.
Im übrigen kann man schon was merken wenns wirklich brenzlig wird, ich selber hatte schon das Kribbeln in den Haaren (auf nem Grat in den Pyrenäen) und bin dann in den Hang gehechtet... das liegt daran, dass von der Erde zur Wolke ein Kanal ionisierter Luft gebildet wird, über den dann die Entladung stattfindet.

Gruß ej

Loki
19.04.2003, 15:54
Ich hätte da auch noch einen Verhaltensvorschlag: man nehme eine möglichst lange Metallstange und halte diese senkrecht in die Höhe. So ausgerüstet läuft man wie verrückt über ein möglichst hoch gelegenes Plateau ohne weitere Erhebungen... Getreu der Redensart, dass kleine Kinder, Besoffene und Verrückte einen Schutzengel haben, dürfte eigentlich nix passieren...

Aua, aua, nicht schlagen bitte ;-)

Sawyer
27.04.2003, 03:04
Ein Zelt ist allein deshalb kein Faraday´scher Käfig, da
1. Die Gestänge zu weit auseinander liegen und
2. die Gestänge nicht in den Boden reichen.

Elektriker wissen:
Eine Erdung wird nicht dadurch erzeugt, daß ein elektrischer Leiter (Kabel) auf dem Boden liegt, sondern in den Boden getrieben wird (Erdanker).

Ansonsten mal ganz ehrlich:

Wer hockt sich bei ´nem richtigen Sauwetter und Gewitter in Hockestellung mit angezogenen Knien ´ne halbe - ganze Stunde ins Freie und hofft, daß er nicht getroffen wird???
Bei den Gewittern, die ich erlebt habe, hat´s bisher immer geregnet und Wasser ist ein sehr guter Leiter, also bin ich bedacht trocken zu bleiben (Zelt!) und mich gegen den Untergrung zu isolieren (Isomatte+Hockestellung).
Ich habe mir überlegt, ob es evtl. was bringt LEKI-Stöcke in einiger Entfernung in den Boden zu stecken (primitiver Blitzableiter) und die metallischen Gegenstände um´s Zelt herum zu verteilen. Zu beachten ist auch, daß der einschlagende Blitz im Boden einen Spannungskrater beschreibt, d.h. der Durchmesser der einwirkenden Spannung mit der Tiefe abnimmt (oh gott welche Beschreibung, der Leser verzeihe mir).

Flachlandtiroler
28.04.2003, 14:09
So, ihr Hobbyphysiker, nach all der Theorie jetzt noch'n bißchen Prosa, evtl. etwas off topic ;-)

Das erste "ernste" Hochgewitter hatte ich in jungen Jahren im hinteren Schnalstal; kam um ´ne Wiesenecke, der Blick auf den Grenzkamm der Ötztaler Alpen wurde frei; überwölbt von einem sich wälzenden, dukelgrauen Ungetüm, vielleicht noch 5km weg. Instinktiv auf dem Absatz kehrt gemacht (zur Alm wären es noch 20, 30min. gewesen) und talwärts gerannt. Noch bevor ich die vermeintlich schützende Baumgrenze unterquert hatte, schlug es im Umkreis von vielleicht einem halben Kilometer paarmal ein, dazu jeweils das Echo vom gegenüberliegenden Similaunmassiv. Wie in dem Kriegsfilm, wo der Protagonist durch die feindlichen Linien rennt und links und rechts die präparierten Böller hochgehen -- nur echt. Den Platzregen, der mich auf dem restlichen Abstieg bis auf die Haut durchnäßt hat, habe ich überhaupt nicht mehr wahrgenommen.

Folge 2 -- kennt jemand den Anstieg zum Ref. Quintino Sella unterm Lyskamm? Vom Talschluß weg sind es jeweils so 1800 Höhenmeter offenes Gelände, kein Unterstand. Die letzten hundert davon gehen (gut gesichert) auf exponiertem Grat. Ich war, von der Theodulhütte kommend am späten Nachmittag auf dem Weg nach oben, schwerer Rucksack, noch nicht recht akklimatisiert und konnte / mußte daher gemütlich verfolgen, wie sich die Wolken auftürmten (das ab etwa 3100m), die ersten Böen aufkamen (so 3300m), und es schließlich begann zu hageln (vielleicht 3400m). Umkehren war nicht drin, also Flucht nach vorne. Bin das Rennen meines Lebens gelaufen, äähm gegangen. Zweimal hat´s instantan geleuchtet und geknallt, gefolgt von einem scharfen Geruch. Bin jedesmal direkt in Stellung gegangen, gelernt ist gelernt... Auf den letzten Metern legt sich der Hang zurück, die Hütte kommt in Sicht - sieht aus wie ein Schiff, kam mir auch vor wie ´ne rettende Arche. Dummerweise steht dreißig Schritt davor eine Wetterstation, mitten auf dem Weg. Der Mast knisterte lautstark... paarmal tief Luft geholt und losgesprintet, maximalen Bogen herum geschlagen, dann Hüttentür aufgerissen und schnell wieder hinter mir zugezogen. Ein dicker Rumms nebst Blitz folgte direkt auf das Zuschlagen der Tür, quasi Finish mit Zielfoto...
Eine gute Stunde später kam noch eine Familie, die wohl in offenem Gelände biwakiert hat - das Erlebte stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Später am Abend noch das beeindruckende Schauspiel, ein Gewitter von oben (am Simplon) beobachten zu können --- Blitze im Sekundentakt, diesmal ohne Ton.

Letzte Episode, diesmal mit Zelt (und damit on topic ;-) ). Wetterstein. Morgens vom Ferchantsee (Biwak) zur Meilerhütte, beim Abstieg von da nach Süden ins Puittal (mündet ins Leutaschtal) schon unglaubliche Hitze und starke Quellwolkenbildung. Klar, Gewitterwetter... Bin dann das Puittal aufwärts (Südsteig) und hab' die Entgegenkommenden immer schon nach der Wetterlage oben am Scharnitzjoch gefragt, wo man halbwegs Blick nach Westen hat. Eine Viertelstunde unterhalb des Jochs meint ein Holländer schließlich, die "dunklen Wolken" da oben sähen "komisch" aus, er wirkt ziemlich unsicher. Ich drehe vorsichtshalber mit ihm um und wir erreichen noch mit Mühe die Baumgrenze. Unter der Zeltplane kauernd kann ich in aller Ruhe die Stangen einziehen und wir warten gelassen das halbstündige Gewitter ab.
Frohe Mutes steige ich wieder an, bleibe aber wegen der fortgeschrittenen Tageszeit auf etwa 1800m im Puittal. Zelt hinstellen, Steinböcke zählen, die Sonne lacht nochmal unschuldig... das Unwetter ist schon wieder vergessen und ich schlafe bald arglos den Schlaf der Gerechten. :sleep:

Um zehn abends dann der erste Einschlag, kurz darauf gefolgt von einer mächtigen Detonation. Ich klappe aus dem Tiefschlaf hoch. Jetzt stellt sich die Frage, die schon in den anderen Beiträgen diskutiert wurde: Was tun? Hab mir Jacke und Schuhe gegriffen und erstmal rausgeguckt; die Regenböen prasselten schon aufs Zelt, iiiih. Ne geschütztere Stelle war nicht in Sicht, also bin ich wieder ´rein und hab' flehentlich mitgezählt. Die meisten Donner kamen mit fünf oder sechs Sekunden Nachlauf, offensichtlich hing das Unwetter irgendwo nebenan fest. Die großen Wände der Schlüsselkarspitze warfen den Donner zurück, das keine Langeweile aufkam. Irgendwie ging's dann vorüber...

Gruß, Martin

Thomas
11.05.2004, 22:06
Habe mal in der Slowakei gezeltet und durfte nachts auch ein schönes Gewitter erleben. Ungefähr 50 Meter neben dem Zelt stand irgend ein alter Mast, der die Blitze natürlich schön auf sich gezogen hat. War auch kein schönes Gefühl, simultane Blitz- und Donnerfolgen im 20 Sekunden-Takt zu erleben. Noch dazu da ich mich dunkel an die Berechnung der Schrittspannung in der Umgebung von Kugelerdern erinnern konnte und die Bilder von toten Rindern noch lebhaft im Gedächtnis hatte.

In der hohen Tatra standen mir unter einer Gewitterwolke mal meine langen Haare senkrecht vom Kopf ab und haben wie verrückt geknistert. Haben dann auch zugesehen, dass wir Land gewinnen.

Schlimm war es auch letztes Jahr in Les Houches am Fuße des Mt.Blanc.
Erst gemütlich draußen im Biwaksack gelegen und sich über die Wetterleuchten gefreut und zwei Stunden später mit Herzrasen im Zelt gelegen, während draußen nahestehende Bäume im gleißenden Licht mit ohrenbetäubendem Krachen zerschmettert wurden.
Teilweise hatten wir wirklich das Gefühl, die Blitze würden wahllos zwischen die Zelte des großen Platzes schlagen während wir ausgeliefert mittendrin lagen.


Thomas.

Gwenny
13.05.2004, 22:12
Oh ja, Geschichten erzählen....
Letzten Sommer biwakierte ich etwas nördlich vom Königssee, wollte gerade in meinen Biwaksack schlüpfen, als es anfing zu schiffen und zu gewittern. Ich bin nur noch schnell aufgesprungen, hab meine Teleskopstöcke 20 Meter von mir entfernt in den Boden gerammt, bin wieder zurückgejoggt und hab mich dann in meinen Biwaksack verkrochen, meine Ohren zugestopft und die schlimmste Nacht meines Lebens verbracht (Hagel, Katastrophenalarm o. Ä. in Berchtesgaden, ein aufgebrachter Campingplatz in der Nähe und Blitze, die wahllos überall niederschlugen). Mir war in dieser Stunde völlig egal, ob ich da jetzt liege oder hocke, nass oder trocken bin... ich hab einfach nur gehofft, dass es möglichst schnell vorbeizieht. Was nützt einem die Theorie, wenn man sie nicht anwendet?
War schade, dass ich nicht auf die Idee kam, mich 200 Meter zurück zu einer kleinen Höhle zu begeben, da wäre ich geschützt gewesen.
Aber es hat auch etwas gutes: ich hab keine Angst vor nächtlichen Gewittern mehr :)

Gruß,
Corina

Um eventuellen Nachfragen vorzubeugen: Normalerweise kann ich mit Gewittern ganz gut umgehen, weiß, wie ich mich verhalten soll etc. und kann es sogar anwenden.

Flachlandtiroler
14.05.2004, 08:50
Letzten Sommer biwakierte ich etwas nördlich vom Königssee,
Nördlich? :o
Da liegt doch der Ort "Königssee" respektive der Großparkplatz usw., wo findet sich denn da ein schönes Plätzchen zum Biwakieren?
Die Akustik ist da bestimmt gut...

Gruß, Martin

Gwenny
14.05.2004, 10:08
Vielleicht hätte ich nördlich voN Königssee schreiben sollen...
Irgendwo zwischen Berchtesgaden und Königssee an der Königsseer Ache (?), der Campingplatz war relativ nah, zumindest war das Megafon ausreichend laut. Sonst war da schön Wald, ein bisschen Wiese und keine Häuser, soviel konnte ich im Halbdunkel noch sehen. Halbdunkel, weil ich erst gegen halb neun mit viel Verspätung mit dem Zug in BG ankam.

Da war der Weg zu den netten Plätzchen einfach zu weit. :(
Aber die Akustik war wirklich gut.

Gruß,
Corina

Christoph1972
19.05.2004, 10:45
Hm......aber wie verhält man sich den nu?

Zum Thema Zelten bei Gewitter gibt es scheinbar kaum gute Infos.


Christoph

Christoph1972
25.06.2004, 07:13
Hi,

hier ist eine recht nette Infobroschüre, die jemand im DAV Forum gepostet hat.

Click (https://www.blids.de/service/PDF/BlitzschutzBroschPM65.pdf)

Christoph

tibex
10.07.2008, 12:52
Ich habe gerade ne Reportage gesehen die sich mit Blitzen beschäftigt hat: "Blitze - Anatomie einer Naturgewalt".

Dort wird unter anderem erklärt das die Verbrennungen auf dem Körper nicht durch den Blitz selber entstehen, sondern durch dampf der sich beim exterm schnellen erhitzen (Blitz) aus dem Schweiß gebildet hat.

Um mögliche Verbrennungen zu vermindern wird erklärt das es deshalb von Vorteil sein kann nur ein Baumwollshirt anzuhaben, da der heisse Dampf durch das Gewebe entweichen kann. Schwerere Bekleidung wie z.B Leder lassen den Dampf nicht hindurch was die Verbrennungen erheblich verschlimmert. Gleiches natürlich auch für festes Schuhwerk.

Falls sich wer für diese Reportage interressiert: Bitte ne PN an mich ich gebe dann n Link raus wo man die Reportage herbekommt (liegt auf Rapidshare).

Gopher
10.07.2008, 19:56
Wenn der alte Thread jetzt schon mal rausgekramt ist, dann kann ich auch gleich noch eine Frage posten:

Bringt die berühmt Rettungsdecke unter der Isomatte eher einen Vorteil oder Nachteil?

So wie ich es verstehe, würde diese Kombination besser isolieren, da durch die Rettungsdecke die Spannung im Boden nicht nach oben abgeleitet wird. Zusätzlich dazu isoliert dann die Isomatte über der Rettungsdecke.

Ein spannungsgeladenes Thema.

Gopher

Buck Mod.93
10.07.2008, 22:55
Also ich kann dazu folgendes Berichten:
Es war wieder mal ein wundervoller Tag zum Zelten.Wundervolles Wetter,schön warm die Sonne lachte und ich machte mich auf um mit einem Freund zwei Tage zu zelten.Leider war es halt nur ein Wochenendtrip,deshalb auch so kurz.Wir hatten uns vorgenommen die Ausrüstung so primitiv wie möglich zu halten.Das heisst für jeden eine imprägnierte Baumwollplane ne Decke eine Isomatte ne Gusspfanne Schupfnudeln und ein wenig Speck.Alles in DIESEM (http://www.asmc.de/de/Rucksaecke-Seesaecke/Rucksaecke-bis-60L/Schweizer-Gebirgsrucksack-gross-gebr-p.html) Rucksack verstaut falls es jemanden interessiert.Unser Ziel war ein kleiner Berg neben dem sich auch ein See befand.Nach einem anstrengenden Tag voller Qualen wegen des Rucksackes kamen wir schließlich oben an.Die Sonne begann langsam unter zu gehen und sie wurde von eindrucksvollen Wolken ummalt.Nachdem wir unsere Planen gespannt hatten,was sich als sehr schwierig erwies da der Boden äusserst hart war und die Heringe sehr dick rollten wir uns in unsere Decken.In primitivster Art und Weise bereiteten wir uns dann die Nudeln und den Speck zu.Wir haben einfach ein Loch in den Boden gehauen und dann den Kocher dort hinein gestellt ein paar Steine oben drauf und dann die Gusspfanne.Ein grandioser Duft stieg auf und nach unserer Mahlzeit schliefen wir selig ein.Doch bald wurde diese Nachtruhe gestört.Zunächst dachte ich noch meine Blase hätte ihren Dienst verweigert doch nach kurzer Zeit bemerkte ich,dass jene Nässe die dort an meinem Hinterteil hochkroch nicht aus eigener Herstellung stammte sondern folge dieses beeindruckenden Naturschauspiels war.Als ich die Augen aufriss erblickte ich einen in seiner nassen Decke kauernden Kameraden eine im Wind flatternde Plane und Heringe die nur noch von ihrem unnachgibiegem Haltewillen lebten.Der Wind prasselnde gegen die Plane und als ich diese verlies auf meinen ohnehin schon Nassen Kopf.Die Heringe die ich noch vor wenigen Stunden unter Aufbringung größter Kraft in den Boden trieb stachen nun locker in der Erde.Blitze kamen von Himmel und der Donner hallte in meinen Ohren.Nachdem mein Gehirn meinen geschundenen Körper dazu gebracht hatte die Heringe wieder zu befestigen,die Plane wieder in form zu bringen und den Kameraden zu trösten kroch ich nass und Müde unter meine klamme Decke.Meine Gedanken schweiften ab unzwar nicht zu diesem F*******Käfig sondern zu einen trockenen Bett und einer Dusche.Da hätte mich auch kein Diplomphysiker mehr hockend in die Kälte quatschen können.:ignore::gosche:

Poldi
10.07.2008, 23:39
Da bekommt man doch Augenkrebs :o bei dieser mahlerischen Schreipweiße!

Buck Mod.93
10.07.2008, 23:46
Ist es dir zu bunt soll ich es etwas allgemeiner Verfassen.Und weiss mich nicht auf die schreibfehler hin:grrr:

Buck Mod.93
10.07.2008, 23:51
Sei mal nicht so spitzfindig also wirklich das passiert mal.Ich denke die treuen Seelen,die um diese Zeit noch im Forum sind sollten doch zusammenhalten:bg:Oder nicht

Becks
17.07.2008, 17:54
Wenn der alte Thread jetzt schon mal rausgekramt ist, dann kann ich auch gleich noch eine Frage posten:

Bringt die berühmt Rettungsdecke unter der Isomatte eher einen Vorteil oder Nachteil?


Das ist wie die Frage, ob man sich die Hand vors Gesicht halten kann, um die Kugel einer Magnum aufzuhalten.

Bei der Spannung, die ein Blitz besitzt, nutzen 1 mm Isoliermaterial nicht viel. Ich würd einfach versuchen, nicht der höchste Punkt der Umgebung abzugeben, nicht gerade mein zelt unter dem einzigen Baum mitten auf einer Wiese aufzuschlagen, oder das Zelt direkt neben den Einstieg zu einem Klettersteig mit Stahlseilsicherung zu setzen.

Das reicht aus.

Alex

Gopher
17.07.2008, 22:19
Das ist wie die Frage, ob man sich die Hand vors Gesicht halten kann, um die Kugel einer Magnum aufzuhalten.


Kommt drauf an auf welches Körperteil geschossen wird! :bg:

Aber der Vergleich ist gut. Dann muss man die Rettungsdecke wenigstens nicht rauskramen wenn es soweit ist.

Gopher

Hexe
18.07.2008, 19:01
Mit 13 oder so, war ich und noch so 30 andere Jugendliche im Zeltlager im Hunsrück...!

Da hat es eines Abends auch mal heftig Gewittert, ich habe am Zelteingang gelegen und hatte so freies Sichtfeld auf das Geschehen.. war beeindruckend aber ich hatte auch ne MENGE RESPEKT....!

Lustigerweise lief irgendwo im Dorf wohl eine Feier und gerade als es am heftigsten war hörten wir das Lied ,, Engel ,, von Rammstein.... :grins:

Habe mir noch nie so wirklich Gedanken über das Thema Zelt und Gewitter gemacht trotz dieser Nacht...

Ehrlich gesagt fand ich die Ameisen schlimmer die einmal unser Zelt gestürmt hatten und wir alles ausräumen mussten und den Zeltboden mit Spüli-Wasser-schrubben mussten... :motz::grrr:

Ich mag Gewitter (wenn Sie nicht gerade mich im Zelt erwischen;-) )

Grüßli Hexe