Tag 3
Scourie – Laxford Bridge – Rhiconich Hotel - Durness
Gesamtkilometer: 46km
Der nächste Morgen beginnt mit dem Auffrischen der Wasserbestände bei der "hübschen Krämerstochter" in Scourie. Wir haben täglich ca. 1,75 Liter Wasser pro Nase für unterwegs dabei. Eine Flasche bekommt dabei immer eine Mineralstoff-Brausetablette ab. Die andere bleibt klar, damit wir damit im Notfall kochen können.
Wir verlassen Scourie in Richtung Nordküste. Vorbei an Loch A Badhaid Daraich (uiuiui…die Namen haben es hier schon in sich) geht es zunächst an Meeresarm „Loch Laxford“ im stetigen Auf und Ab bis zur Laxford Bridge.
Mein Tourpartner David muss oftmals auf mich warten, weil ich noch ein Foto machen will.
Nach Laxford Bridge kommt eine knackige Steigung von ca. 20%. Rauf bis auf eine einsame, windgepeitschte Hochebene (Cárn Leacach?) auf ca. 180m (Ja ich weiß, das ist nicht viel. Aber auf ein paar Kilometer mit dem
Zeltgepäck und meiner Büromensch-Konstitution. Die Pumpe ging jedenfalls). Die Landcshaft entschädigt aber mal wieder. Der Ganu Mor hat schon 911 Meter. Gut, dass wir nicht rauf müssen.
Hier wird Torf gestochen. Hoffentlich für die Whisky-Herstellung.
Am Ende der Hochebene geht die Straße runter ins Tal des River Dionard, der in den Kyle of Durness mündet.
Dieser Track führt quer durch das Strath Dionard. Man kann ihm von hier mit dem Auge ewig folgen. Das kommt auf die Wander-to-do-Liste.
Dann geht es von der Hochebene wieder runter ins Tal, dem Meer entgegen. An einer schönen alten Brücke machen wir noch einmal Rast.
Ein idyllisches Plätzchen - schöner Kontrast zur gerade verlassenen, kargen Hochebene.
Dann erreichen wir Durness und finden einen perfekten Parkplatz für unsere Bikes.
Dies ist definitiv einer der schönsten Orte Mitteleuropas. Da bin ich mir sicher. Wir können uns nicht satt sehen. Ich lasse die Impressionen dieses kleinen Küstenortes mal einfach wirken. Das Wetter tat sein Übriges.
Sind wir überhaupt noch in
Schottland? Hier muss unser
Zelt stehen. Nur ca. 2 Meter von der Abbruchkante einer Klippe, die direkt zu einem Traumstrand führt.
Da müssen wir natürlich runter.
Und - wie man an den Spuren sieht - kein Mensch hier! Es ist Nachmittag an einem Sonnentag im Mai. Und kein Mensch ist an diesem Mega-Strand. In
Spanien müssten wir hier Handtuch-Hürdenlauf machen.
Wir klettern ein wenig auf den Klippen rum und finden weitere, völlig einsame, kleine Buchten. Zum Teil von oben gar nicht erreichbar.
Hier sieht man, wo unser
Zelt steht.
Mit den Resten der Chips zum Feierabend-Bier füttern wir die Möwen. Die dafür schöne Kunstflüge vor Traumkulisse aufführen. Angestrahlt von der untergehenden Sonne.
Auf den Klippen über einem Traumstrand im Abendlicht. Für mich ein Moment für die Ewigkeit! Dieser Tag hatte alles, was
Schottland bieten kann. Morgen müssen wir leider weiter.
[to be continued…]