Zelt

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Einer der wichtigsen Gegenstände unterwegs ist das Zelt. Es dient abseits befestigter Unterkünfte als Schutz vor Wind, Regen, Schnee oder lästigem Ungeziefer. Entsprechend gross ist das Angebot an verschiedenen Zeltmarken, -typen und formen auf dem Markt. Um die Zeltsuche insbesondere für Anfänger zu erleichtern, haben wir daher einen Fragekatalog (Zeltkauf) entwickelt, den man lediglich nach bestem Wissen ausfüllen und ins Forum stellen sollte. Zusätzlich dazu folgen hier einige Erläuterungen zu Details rund um Zelte.

Zeltformen / -bauart

Die Bauart bestimmt grundlegend, für welche Einsatzzwecke ein Zelt mehr oder weniger geeignet ist. Tunnelzelte beispielsweise bieten aufgrund der Röhrenform und somit steile Seitenwände eine sehr gute Ausnutzung des Inneraums und eine passable Höhe im Zelt, so dass man in fast allen Bereichen darin aufrecht sitzen kann. Allerdings benötigen sie zur Stabilisierung Abspannleinen, was den Gesamtplatzbedarf zum Aufstellen stark erhöht (schlecht für alpine Regionen).

Zeltformen

Gewicht/Raum

Stellfläche

Wandwinkel

min. Heringe

Stabilität

Lavvu

++

--

--

4 – 8

-

Einbogen

+

-

--

2 – 6

--

Tunnel

+

-

++

4 – 6

-

Kuppel

o

++

o

0 – 2

o

Semigeodät

-

++

+

0 – 2

+

Röhrengeflecht

--

+

+

0 – 2

++

Geodät

--

o

-

0 – 2

++


Tunnelzelte

Wechsel Kamtschatka 2 mit minimal notwendigen Abspannpunkten (rot umrandet).
Ein Tunnelzelt von Helsport beim Schlechtwettereinsatz. Deutlich erkennbar ist die aufgrund der schlechten Abspannpunkte durchhängende Apsis.

Ein Tunnelzelt besteht aus mindestens zwei Gestängebögen, die in Längsrichtung abgespannt werden müssen. Die Form des Zeltes ist "tunnelförmig". Tunnelzelte bieten die beste Raumnutzung, meist große Apsiden und viel Kopffreiheit. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich diese Zelte sehr schnell aufbauen lassen. Meistens ist Innen- und Außenzelt miteinander verbunden! Um eine gute Windstabilität zu erreichen müssen diese Zelte sehr gut abgespannt werden. Tunnel sind typischerweise Nordland- und Schlechtwetterzelte.

Pro:

  • Dank steiler Seitenwände gute Ausnutzung des Innenraums möglich.
  • sehr windstabil, besonders wenn in Windrichtung aufgebaut
  • sehr gutes Verhältnis Platz zu Gewicht.

Contra:

  • grosser Platzbedarf, da Zelt abgespannt werden muss und nicht freistehend ist.
  • gewisse Windanfälligkeit quer zur Aufbaurichtung (steile Seitenwände)
  • bei warmem Wetter häufig schlechter zu belüften als Kuppelzelte - Tendenz zur "Sauna"


Typische Anwendungsbereiche:

  • Skandinavien und anderen Gegenden mit grossen Stellflächen.
  • Schlechtwettergebiete mit starkem Wind und niedrigen Temperaturen
  • Bei Fahrrad- und Trekkingtouren mit viel Gepäck.

Kuppelzelt

Wechsel Forum 42.
Hilleberg Staika.

Ein Kuppelzelt besteht aus mindestens zwei Gestängebögen, die sich meist in der Mitte kreuzen. Das Gestänge wird in Kanälen, Schlaufen oder Haken am Innenzelt befestigt und dann an der Bodenfläche abgespannt. Diese Zelte sind meist freistehend und benötigen sehr wenig bis keinerlei Heringe für einen sicheren Stand. Das Außenzelt wird meist einfach über die Gestängebögen gespannt. Diese Zelte bieten durch ihre steilen Wände eine relativ gute Platzausnutzung.

Pro:

  • Oftmals freitragend bzw. kaum Abspannleinen notwendig, daher geringerer Platzbedarf beim Aufbau.
  • oft angenehmeres Zeltklima in warmen Regionen, wenn Durchzugslüftung bei gegenüberliegenden Eingängen möglich ist und Außenzelt nicht bis zum Boden abgespannt ist
  • gutes Allroundzelt, oft komfortabler als andere Zeltformen

Contra:

  • teilweise flach ansteigende Seitenwände verhindern eine Raumnutzung in allen Bereichen
  • Raum-Gewichtsverhältnis schlechter als bei Tunnelzelten
  • windanfälliger als Tunnel oder Geodäten

Typische Anwendungsbereiche:

  • Zelten im alpinen Gelände oder in Regionen mit kleinen Stellflächen.


Geodät

Mont-Bell Jupiter Dome 4 in Japan

Eine Verbesserung des Kuppelzeltes. Es werden mehr als zwei Gestängebögen verwendet, die sich mehrfach kreuzen und die eine annähernd kreisförmige Aufbaufläche ergeben. Durch die Überkreuzung der Gestängebögen können einwirkende Kräfte auf mehrere Gestänge übertragen werden. Zudem wird das Zelt in viele kleine Flächen unterteilt, was die Wind- und Eigenstabilität im Vergleich zum Kuppelzelt nochmal deutlich erhöht. Diese Zelte werden meist bei Expeditionen und in alpinen/polaren Regionen verwendet, wo mit hohen Windstärken zu rechnen ist.

Pro:

  • Freistehend, daher geringer Platzbedarf insgesamt.
  • Dank vieler Gestängebögen unempfindlich gegen Wind aus allen Richtungen und gegenüber Schneelasten.

Contra:

  • Teilweise flach ansteigende Seitenwände verhindern eine Raumnutzung in allen Bereichen.
  • Schlechtes Verhältnis Platz zu Gewicht, bedingt durch den höheren Materialbedarf, insbesondere beim Gestänge.

Typische Anwendungsbereiche:

  • Zelten in stürmischen Gegenden und/oder im Winter, auf Expeditionen.
  • Zelten im alpinen Gelände

Röhrengeflecht

Mountain Hardwear EV3 ohne Heringe
Mountain Hardwear EV3 mit Heringen

Eine Abwandlung des Geodäten, bei dem die Kreisform in die Länge gestreckt wird. Durch diese Verzerrung ergeben sich Unterschiede in der Stabilität, z.B. gegenüber Wind aus unterschiedlichen Richtungen.

Pro:

  • Mit sehr wenigen Heringen freistehend.
  • Dank vieler Gestängebögen unempfindlich gegen Wind und gegenüber Schneelasten.
  • Durch die Verzerrung eine bessere Raumnutzung als beim Geodäten.

Contra:

  • Teilweise flach ansteigende Seitenwände verhindern eine Raumnutzung in allen Bereichen.
  • Schlechtes Verhältnis Platz zu Gewicht, bedingt durch den höheren Materialbedarf, insbesondere beim Gestänge.
  • Stabilität Abhängig von der Aufbaurichtung.

Typische Anwendungsbereiche:

  • Zelten in stürmischen Gegenden und/oder im Winter, auf Expeditionen.
  • Zelten im alpinen Gelände


Mischformen

Alle Zelte, die sich nicht in obige Kategorien einordnen lassen, weil sie entweder zwei Formen kombinieren oder für spezielle Zwecke angefertigt werden. Diese Zelte sind meistens sehr speziell für einen Anwendungsfall gedacht und haben Eigenschaften die auf spezielle Anforderungen zugeschnitten sind.

Außerdem gibt es noch Firstzelte, Pyramidenzelte und Einbogenzelte.

Vorzelte / Apsiden

Apsiden (Singular: Apsis) sind Zeltvorräume, die von der Schlafkabine abgetrennt sind und zur Unterbringung von Material und zum Kochen dienen. Grosse Apsiden bieten den Vorteil, viel Material beherbergen zu können, was der Ordnung zugute kommt. Mehrere Apsiden ermöglichen es jedem Bewohner, seinen eigenen Materiallagerplatz zu haben. Apsiden ohne Schneelappen sind dagegen im Winter oft nur eingeschränkt nutzbar, da sich bei starkem Wind und Schnee im Vorraum überall Schnee ablagert und die Ausrüstung zusätzlich geschützt werden muss. Für Abhilfe können hier Schneelappen sorgen, die garantieren, dass die Apsis nahtlos mit dem Boden abschließt und so Triebschneeablagerungen vermeiden.

Apsidenbauformen

Es gibt verschiedene Ansätze, Apsiden an Zelten zu realisieren. Dabei ist das Ziel stets, möglichst viel zusätzlichen Raum zu erhalten. Gleichzeitig versucht man, Zusatzgewicht, Stabilitätseinbußen und zusätzlich nötige Heringe zum Abspannen so gering wie möglich zu halten.

Dreieck.gif
Trapez.gif
Tunnel.gif
Hielo.gif

Apsidenformen

Gewicht/Raum

Stellfläche

min. Heringe

Dreieck

--

++

1

Dreieck+Stange

-

++

1

Trapez

o

+

2

Trapez+Stange

+

+

2

Tunnel

++

--

1 – 2

Die verschiedenen Typen lassen sich recht gut nach der Form der zusätzlichen überdachten Grundfläche kategorisieren:

  • Dreiecksapsis

Durch die dreieckige Grundform ist nur ein Hering (in der zeltfernen Spitze) zum Aufstellen nötig. Diese Bauform ist die leichteste, ist jedoch nur bedingt als Lagerraum (z.B. für Schuhe, Steigeisen, Eisgeräte) und nur mit zusätzlicher Aufstellstange zum Kochen tauglich. Findet oft verwendung bei Alpinzelten, da es hier oft schwer ist, Heringe zu platzieren.

Diese Form wird auch öfters durch eine Querstange aufgespannt und ist so komplett freihstehend. Ein populäres Beispiel sind die Apsiden des Forum 42.

  • Trapezapsis

Trapezförmige Grundform. Zwei Heringe nötig, aber deutlich mehr nutzbarer Platz als bei der Dreiecksapsis. Durch zwei Reißverschlüsse an den Kanten zwischen Hering und Apsidendach ist es möglich, Trapezapsiden in drei verschiedenen Richtungen zu öffnen. Daraus ergibt sich derselbe Vorteil wie durch mehrere Zelteingänge: Es sollte sich immer ein windabgewandter Eingang finden lassen.

Eine zusätzliche Aufstellstange erhöht das Raumangebot enorm und ermöglicht Kochen, wiegt aber auch deutlich mehr.

  • Tunnelartige Apsiden

Diese Apsidenform ist wie ein Tunnel gebaut: Eine Austellstange steht frei im Raum und spannt einen Tunnel auf. In einer Richtung wird dieser Tunnel durch ein oder zwei Heringe gespannt, auf der anderen Seite stellt das eigentliche Zelt die Spannung her. Dadurch ergibt sich eine sehr große Apsis mit rechteckiger Grundfläche (plus Dreiecks-/Trapezteil an den Abspannpunkten). Diese Apsiden bieten viel Lagerraum und ermöglichen es bei offener Tür zu kochen, da der Regen nur in Türnähe in die Apsis kommt und noch genügend trockener Raum zum Kochen vorhanden ist. Das vermindert die Kondensbildung beim Kochen im Vorzelt enorm.

Diese Bauform ist jedoch auch die schwerste und nicht so stabil wie die anderen Formen bei denen die Aufstellstange direkt am Zelt angebracht ist. Bei guter Qualität reicht die Stabilität aber auch für nordische Stürme.

Ein weiterer Nachteil ist der große Stellplatzbedarf weshalb sich für alpine Touren eher kleinere Apsiden durchgesetzt haben.

  • Varianten

Von diesen Bauformen gibt es allerlei Varianten und Abwandlungen, die versuchen, die Vorteile verschiedener Bauformen in sich zu vereinen. Oft werden kürzere Aufstellstangen integriert, die nicht an den Eckpunkten des Kuppelzeltes sondern auf halber Höhe an den Stangen angreifen. Dadurch wird bei geringerem Gewicht derselbe Effekt wie mit einer längeren Aufstellstange erzeugt (Beispiel ME Hielo).

Eine interessante Variante wird beim Black Diamond Hilight eingesetzt: Hier handelt es sich um eine aufgestellte Trapezapsis, bei der die Stange nur an einem Ende am Zelt fixiert ist. Das andere Ende steht wie bei der Tunnelapsis frei im Raum und spannt so eine der Ecken der Trapezapsis auf. Dadurch muss nur noch die andere Ecke der Apsis mit einem Hering abgespannt werden und die Vorteile von Trapez- und Dreiecksapsis werden vereint.

Apsiden mit geraden, senkrechten Aufstellstangen werden kaum noch verwendet. Ein Beispiel dafür ist das Vorzelt der berühmten Discounter-Kuppelzelte, welches von zwei senkrechten Stangen aufgespannt wird. Diese Stangen müssen jeweils einzeln mit Abspannleinen fixiert werden.

Ein neueres Beispiel ist das Espri von Nemo welches eine Lavvuartige Apsis benutzt. Der vorteil dieser Konstruktion ist das sehr geringe gewicht bei großer Überdachunsgfläche. Nachteilig sind die mitten im Raum stehende Stange und die Anzahl der benötigten Heringe. Als Stange wird ein Trekkingstock eingesetzt.

Einsatzbereiche

Sommerzelt

Zelte für den Sommereinsatz bestehen (ähnlich wie Sommerkleidung) aus relativ leichten Stoffen, da sie nicht für die im Winter herschenden Bedingungen (Starkwind, Schneelast) ausgelegt sein müssen. Im Vordergrund stehen gute Belüftungsmöglichkeiten, ausreichend Platz zur Unterbringung von Gepäck und Personen sowie Schutz vor Stechmücken (Mückennetze).

Dreijahreszeitenzelt

Dreijahreszeitenzelte sind für den Einsatz von Frühjahr bis Herbst konzipiert. Sie bieten einerseits wie Sommerzelte Schutz vor Insekten, sind jedoch stabiler konzipiert, so dass sie auch starkem Regen und/oder Wind trotzen können.

Winterzelt

Hilleberg Helags

Ein Zelt für den Wintereinsatz muss den Elementen trotzen können und wird oft in den unwirtlichsten Bedinungen genutzt. Um eine zuverlässige Unterkunft zu haben, sollte ein Zelt für den Wintereinsatz eine ganze Reihe von Eigenschaften erfüllen. Es sollte möglichst freistehend oder mit wenigen Heringen aufstellbar, der Aufbau auch mit Handschuhen schnell und einfach möglich sein. Um alles Ausrüstung und die extrem voluminöse Winterausrüstung unterzubringen sollte es möglichst viel Volumen bei kleiner Stellfläche haben, der gesteigerte Platzbedarf verglichen zu Sommertouren ist hierbei allerdings zu berücksichtigen. Um den Einfall von Schnee zu verhindern sollte das Außenzelt möglichst weit heruntergezogen sein oder Snowflaps besitzen. Da im Winter häufig im Zelt gekocht wird bzw. werden muss, muss eine ausreichende Belüftung im Zelt und der Apsis vorhanden sein. Besonders im Winter kann Kondenswasser im Zelt zu großen Problemen führen. Zu guter Letzt sollte ein Winterzelt aus hochwertigen Materialien bestehen, um eine große Sicherheitsreserve zu gewährleisten.


Materialien Außenzelt

Polyester (PES)

Pro:

  • leicht
  • gute Reissfestigkeit
  • UV resistent

Contra:

  • bei Wind laut

Nylon (Polyamid)

Pro:

  • Sehr leicht
  • Gute Reißfestigkeit

Contra:

  • UV-empfindlich
  • Dehnt sich bei Nässe aus, so dass gelegentliches Nachspannen erforderlich werden kann.

Ripstop Nylon

Pro:

  • sehr leicht
  • sehr gute Reissfestigkeit

Neutral:

  • dehnt sich bei Nässe minimal aus

Contra:

  • UV empfindlich

High Tenacity Ripstop Nylon

Pro:

  • leicht
  • beste Reissfestigkeit
  • dehnt sich bei Nässe nicht aus

Neutral:

  • kaum UV empfindlich

Baumwolle

Pro:

  • atmungsaktiv
  • nimmt Wasser auf ohne das es durchregnet
  • angenehmes Zeltklima

Contra:

  • schwer
  • trocknet langsam
  • schlechte Reissfestigkeit

Membranen (Gore-Tex, eVent, etc)

Pro:

  • wasserdicht
  • winddicht
  • atmungsaktiv

Contra:

  • teuer
  • schwer

Materialien Gestänge

Beim Gestänge kommen hauptsächlich vier unterschiedliche Materialien zur Anwendung, Glasfiber, Alu und Carbonfasern. Je nach Anspruch und Einsatz sollte man hier auch einen Blick drauf werfen. Bei einem Campingplatzzelt oder bei Touren in Ziviliastionsnähe ist es oftmals unerheblich, was das Zelt aushält und wieviel es wiegt. Ein Gestängebruch bedeutet nicht automatisch Tourabbruch oder zieht schlimme Folgen nach sich. Auf Expeditionen dagegen ist ein Zelt teilweise über Wochen der Garant für das Überleben und sollte entsprechend stabil gebaut sein.

Glasfiber:

Pro:

  • billig

Contra:

  • schwer
  • geringe Stabilität
  • neigt zum Splitterbruch

Alu

Pro:

  • leicht
  • hohe Stabilität
  • bricht nicht sondern knickt - dadurch gut durch Hülsen zu reparieren

Contra:

  • teuer

carbonfaserverstärkter Kunststoff

Pro:

  • sehr leicht
  • hohe Stabilität


Contra:

  • sehr teuer
  • billige Varianten neigen zum Splitterbruch

Stahl

Pro:

  • billig.
  • quasi unverwüstlich.

Contra:

  • schwer

Heringe

Aluhering vor und nach dem Einsatz auf Rasen(!)

Heringe (auch Häringe) gibt es aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Formen - für jeden Einsatzbereich gibt es einen speziellen Hering. Übliche Materialien sind:

  • Stahl: Hart, aber schwer. Für sehr harte Böden.
  • Kunststoff: Leicht, aber nicht sehr stabil. Wird selten verwendet.
  • Aluminium: Häufig der beste Kompromiss aus Gewicht und Härte.
  • Carbon: Leicht, aber zerbrechlich.
  • Stoff Sand und Schneeheringe in Beutelform

Bauformen sind:

  • Nägel: Diese empfehlen sich für harte Böden, wo der Hering nur schwer zu setzen ist und Profilheringe daher unpraktisch sind.. Kann man auch mal in eine Felsritze stecken.
  • Profilheringe
    • Das V-Profil gibt dem Hering zusätzliche Stabilität, so dass auch aus weicheren Materialien wie Aluminium Heringe gefertigt werden können, die es an Stabilität mit Stahlnägeln aufnehmen können. V-Profi-Heringe halten besser als Nägel, sind aber oft auch schwerer zu setzen.
    • U-Profil-Heringe haben vergleichbare Eigenschaften wie V-Profi-Heringe, empfehlen sich jedoch eher für weichere Böden.
    • Y-Profil-Heringe sind noch stabiler als V- und U-Profile und können sich aufgrund der dritten Rippe nicht aus dem Boden herausdrehen. Universell verwendbare Bauform.
  • Schneeanker, Sandheringe: Entweder Beutelform (mit Schnee oder Sand gefüllt) oder in Form von langen (ca. 50cm) Alu-T-Profilen (dann auch zu sicherungszwecken im Bergsteigen).

Und für alle Wohnzimmer-Camper gibts Indoor Camper Häringe für den Teppichboden.

Zeltfarbe

Die Farbe des Zeltes is Glaubens- bzw. Anwendungsfrage. Einige wollen in der Natur nicht als Papagei auffallen und bevorzugen gedeckte Farben (Sand- oder Grüntöne), andere sehen hier jedoch einen Vorteil: Als Sicherheitsaspekt in abgelegenen Regionen Sind Signalfarben sinnvoll (Wiederfinden des Zeltes bei schlechter Sicht / Sichtbarkeit in Notsituationen). Manch Einer will auch andere Wanderer zum Informationsaustausch anlocken.

Generell gilt: warme Farbtöne beim Innenzelt sind vorteilhaft (gelb, orange, rot) da sie einen tristen Regentag im Zelt erträglicher machen. Helle Farben (gelb, sandfarben) lassen mehr Licht durch, was im Herbst/Winter von Vorteil, im Sommer jedoch auch störend sein kann. Gelb finden auch manche Insekten zum Anlanden sehr attraktiv - als Farbe für das Außenzelt ist es also nicht so günstig.

Weitere Fachbegriffe rund ums Zelt

Apsisboden

Separate Bodenplane, die in die Apsis gespannt werden kann, Schutz vor Dreck und Bodenfeuchte.

Snowflaps

Snowflaps (deutsch=Schneelappen) bedeutet das der untere Rand des Außenzeltes etwas verlängert ist um zu verhindern das, wenn das Zelt im Schnee aufgebaut wird dieser von unten her ins Zelt geweht wird. Praktischerweise fixiert man die Snowflaps indem man sie mit Schnee beschwert. Snowflaps findet man i.d. Regel an sogenannten Expeditions.- & Alpinzelten sowie speziellen Winterzelten.

Footprint

Unterlage unter dem Boden des Innenzeltes, den Maßen des Zeltes entsprechend und am Innenzelt bzw. am Gestänge zu befestigen. Manche Footprints können beim Abbau dran bleiben. Meist werden sie jedoch separat aufgebaut. Hier ist wichtig, dass das Footprint nicht seitlich unter dem Zelt hervorschaut da es sonst das Regenwasser sammelt und sich Pfützen unterm Innenzelt bilden.

Weblinks

Groundsheet

Mit Groundsheet wird meist eine Plane bezeichnet, die die ganze Grundfläche des Zeltes ausfüllt, also Innenzelt und Apsis/Apsiden. Es schützt so den Zeltboden und bietet gleichzeitig einen schmutzfreien Raum in der Apsis. Das Groundsheet ist in der Regel so dimensioniert, daß es mittels Ösen an das Gestänge fixiert wird und zusammen mit dem Außenzelt abgespannt wird. Auch hier ist es wichtig, daß die Enden des Groundsheets nicht über die Grundfläche des Außenzeltes hinausragen, um zu verhindern, daß Regenwasser in den Zwischenraum zwischen Groundsheet und Zeltboden gelangt.

Einwand- / Doppelwand

Doppelwandzelte bestehen aus einer wasserdichten Aussenhülle, in die eine wasserdurchlässige Kabine (Innenzelt) eingehängt wird. Diese Konstruktion bewirkt, dass Wasserdampf (Atmung, kochen) aus dem Innenzelt schnell entweicht und entweder über Lüftungsklappen nach aussen abgegeben wird oder innen an der äusseren Hülle kondensiert. Da die beiden Bestandteile nur wenig Kontaktflächen besitzen, läuft das Wasser ziemlich ungehindert an der wasserdichten Hülle nach unten auf den Boden und wird so an die Umgebung abgegeben.

Bei Einwandzelten ist dies nicht möglich, da das Zelt nur aus der wasserdichten Aussenhülle besteht. Aus diesem Grund wurden Einwandzelte früher nur in kalten Regionen eingesetzt, bei denen der entstandene Niederschlag in Form von Schnee aus dem Zelt gefegt werden kann (Expeditionen, Wintereinsatz). Moderne Einwandzelte bestehen aus "atmungsaktivem" Gewebe welches wasserdicht ist aber torzdem Wasserdampf durchlässt. Diese modernen Einwandzelte sind daher nicht mehr nur in kalten und trockenen Gegenden tauglich sondern können bei geringfügig schlechterem Komfort (durch klamme Zeltwände) eigentlich überall eingesetzt werden. Der Pluspunkt der Einwandzelte liegt im fast halbierten Gewicht, da nur eine Hülle und somit weniger Stoff benötigt wird. Zudem besteht das Zelt nur aus einem Stück und flattert dadurch weniger im Wind (Geräuschpegel). Auch ist die Aufstellzeit bei Einwandzelten typischerweise kürzer, da nicht Aussen- und Innenzelt nacheinander aufgebaut werden müssen.

Wassersäule

Die Wassersäule gibt an, wieviel Millimeter Wasser aufgeschichtet werden kann, bis der Druck so hoch ist, dass Wasser durch den Stoff gedrückt wird. Faustformel hier: Ab 1500mm gelten Aussenstoffe als wasserdicht. Bodenplanen sollten höhere Werte aufweisen, da durch punktuelle Belastung (z.B. im Zelt knien) höhere Werte auftreten und durch die Benutzung das Bodenmaterial belastet und im Laufe der Zeit entsprechend stärker abgenutzt wird. Damit Zelte wasserdicht sind, müssen diese oftmals an den Stellen, wo der Stoff durchlöchert ist (Nähte) zunächst mit einem passenden Nahtdichter (Seam Grip) behandelt werden.

Eine hohe Wassersäule wird oft als Werbemittel bei billigen Zelten verwendet, obwohl sie verhältnismäßig wenig aussagekraft hat:

  • Die Wassersäule nimmt bei vielen Stoffen mit hohen Wassersäulen recht schnell ab und ist dann niedriger als bei den hochwertigeren Stoffen.
  • Ein Stoff gilt bereits ab einer Wassersäule von 1500mm als wasserdicht und für ein Zelt ist dieser Wert eigentlich ausreichend. Nur bei Regenjacken oder Zeltböden, bei denen zusätzlich Druck ins Spiel kommt, sind höhere Werte notwendig (auch hier reichen aber 3000mm)
  • Ein Zelt muss nicht zwingend komplett wasserdicht sein: Baumwollzelte haben oft nur Wassersäulen von 750mm, werden aber durchs Aufquillen der Fäden dich genug, um das Wasser abzuleiten.

Einwandzelte sollten atmungsaktiv sein, um Kondenswasser zu vermeiden. Daher wählt man dort manchmal Stoffe, die zwar minimale Regenmengen durchlassen können aber dafür in trockenen Zeiten weniger zur Kondensbildung neigen .

Personenzahl

Die Personenzahl gibt an, wieviele Leute in einem Zelt untergebracht werden können. Die Angabe ist nicht normiert, so dass je nach Hersteller der reale Platz bei Vollauslastung zwischen "bequem", "kuschelig" und "nervig eng" schwanken kann. Auch die Menge an Gepäck (Winter, längere Touren bedingen viel Gepäck) spielt eine Rolle und sollte bei der Zeltwahl bedacht werden.

Längs- / Querschläfer

Sagt aus, wie die Türen zur Schlafrichtung ausgerichtet sind. Bei Längsschläfer (typisch für Tunnelzelte) finden sich die Ausgänge an Kopf- und/oder Fussende, bei Querschläfer parallel zur Liegerichtung.

Längsschläfer:

  • meist nur ein Ein-/Ausgang, weniger Material notwendig, leichter
  • Bei nur einem Ausgang und zwei Personen ist die Materialtrennung erschwert (Ordnung)
  • Nutzung der Apsis schlechter möglich als beim Querschläfer
  • Ausgang auf der Schmalseite - bei engen alpinen Schlafplätzen mit Absturzgefahr von Vorteil

Querschläfer:

  • höherer Materialaufwand, dafür meistens zwei Apsiden (Ordnung)
  • Apsiden besser nutzbar, da man im Schlafsack sitzend arbeiten kann
  • Breitere Zelttüren ermöglichen nebeneinandersitzen in den Türen. Dadurch bessere Nutzung der Apsiden bei Schlechtwetter

Siehe auch

Zelthersteller, Zeltkauf

Als Alternative zu einem Zelt kann ein modulares System aus Tarp, Unterlage/Footprint/Bodenwanne (als Boden & gegen Nässe von unten), Insektenschutz, Biwaksack/Innenzelt (gegen Wind) und Wanderstöcken als extrem robustes & sowieso mitgeführtes Gestänge verwendet werden. Man kann komplette, aufeinander abgestimmte Systeme der Hersteller, als auch selbst zusammen gestellte nutzen. Zentrale Unterschiede zu "normalen Zelten"

  • Bei Tarp-Nutzung gibt's ein stärkeres/intensiveres Outdoorgefühl/Naturerlebnis: Du bist draußen und nicht in einem Haus aus Stoff, Du kannst in den Sonnenuntergang gucken beim Einschlafen, Du siehst die Tiere, Du spürst den leichten Wind.
  • Um bei widrigen Bedingungen (Wetter, Gelände usw.) einen ähnlich guten Schutz und Komfort zu erreichen, ist mehr Know-How als bei einem Doppelwand-Zelt nötig.
  • Die Einzel-Teile können jeweils einzeln gekauft werden, was schrittweisen Aufbau des Materialbestands ermöglicht, und sowohl MYOG als auch Beschaffung von Ersatzteilen einfacher macht.
  • Durch die Kombinierbarkeit der Einzelteile ist das System hoch flexibel und kann perfekt an die Anforderungen der jeweiligen Tour angepasst werden (Weglassen von Überflüssigem, Stichwort Ultra-Leicht). Man spart aber nur nennenswert Gewicht, wenn man entweder alleine unterwegs ist oder gute Bedingungen bzw. geringe Ansprüche hat (bspw. weder Biwaksack noch Insektenschutz nutzt) – man kann also gegenüber geschickt entworfenen Einwand-Zelten ordentlich Gewicht sparen, tut dies aber nicht automatisch/immer. Begründung: Ein Tarp ist erst mal recht leicht (3x3m knapp 400g außer 300g bei Cuben aber dafür auch 300€!), jedoch ist ein einwandiges Pyramidenzelt ohne Boden kaum schwerer (z.B. DuoMid von MLD ca. 450 g). Wenn dann noch für zwei Personen Biwaksäcke (je 160g) und Unterlage (ab 80g) dazu kommen, dann kann man für das Gewicht (rund 800g) schon ein (teures) Zelt mit Boden und Insektenschutz kriegen (z.B. ZPacks Hexamid Triplex mit 750g & 3,5m²). Braucht man auch Insektenschutz, kommen noch mal 150-300g dazu, so dass man dann sehr nah an Einwandzelten wie TarpTent Rainshadow 2 mit 1170g & 3,1m² landet, und ein freistehendes (!) doppelwandiges (!) Zelt wie GoLite Imogene UL3 (1,5kg) ist auch nicht mehr so viel schwerer.

Weblinks