Zecken

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Zecken sind ein Übel, mit dem jeder, der draußen unterwegs ist, zu kämpfen hat. Hier eine kleine Übersicht.

Verbreitung

Zecken sind weltweit verbreitet und leben überall dort, wo sie geeignete Wirte vorfinden. Sie halten sich meistens im Gestrüpp, im hohen Gras, oder im Unterholz auf. Entgegen häufiger Behauptungen lassen sich Zecken nicht von Bäumen auf ihre Opfer fallen. Aktiv sind sie meist von März bis Oktober, doch manche Zecken halten sich nicht an diesen Terminkalender. Im Winter sind Zecken nicht aktiv.

Übertragene Krankheiten

Bedingt durch ihre Entwicklung sind Zecken Überträger vieler verschiedener Krankheiten. Die wichtigsten sind im Folgenden aufgeführt.

Borreliose

Borreliose wird durch Bakterien aus der Gruppe der Borrelien ausgelöst. Die Krankheit wird auch Lyme-Borreliose genannt, da diese Krankheit das erste Mal in dem Örtchen Lyme in Connecticut in den USA untersucht wurde.

In Deutschland sind im Mittel etwa 25 Prozent der Zecken mit Borrelien infiziert. Je nach Gebiet kann die Durchseuchung jedoch auch wesentlich höher oder geringer sein. Allgemein gilt jedoch ganz Deutschland als Risikogebiet. Die Übetragung der Bakterien erfolgt allerdings nicht sofort; mit einer Infektion ist erst nach 8 - 12 Stunden zu rechnen. Daher sollten Zecken immer sofort - und möglichst "schonend" - entfernt werden.

Wenige Tage (bis 2 Wochen) nach der Infektion bildet sich in etwa 50 Prozent der Infektionsfälle eine von der Eintrittstelle sich ringförmig ausbreitende Rötung mit einer zentralen Abblassung (Erythema migrans oder "Wanderröte"[1]). Das Auftreten einer Wanderröte ist ein sicheres Zeichen für eine Borreliose, auch wenn man keine Zecke bemerkt hat. Neben Zecken sind - wenn auch seltener - Bremsen Überträger der Krankheit.

Es folgen grippeähnliche Symptome. Später (nach Wochen bis Monaten) kommt es dann zu neurologischen Symptomen: gürtelförmige Schmerzen ähnlich eines Bandscheiben Vorfalls, Gesichtslähmungen, Herzrhythmusstörungen und Müdigkeit sind möglich. Wird die Krankheit nicht behandelt, kommt es im letzten Stadium nach Monaten bis Jahren zu einer chronischen Infektion. Vielfältige Symptome wie Menigitis, Arthritis und ein rheumaähnliches Krankheitsbild können dabei auftreten.

Je eher eine Behandlung stattfindet, umso größer ist die Aussicht auf Erfolg. Wichtig ist, sobald sich eine Wanderröte zeigt oder bei Auftreten von grippeartigen Symptomen nach einem Zeckenstich, einen Arzt aufzusuchen und die Erkrankung mit Antibiotika zu behandeln. [2] In späteren Stadien ist die Erkrankung wegen der Symptomvielfalt sowohl schwerer zu diagnostizieren, als auch zu behandeln.

Aktuelle und ausführliche Informationen zur Borreliose bietet im Netz die (englischsprachige) Seite der European Union Concerted Action on Lyme Borreliosis ([3]).

FSME

Die Frühsommermenigoenzephalitis wird durch Viren übertragen. In Deutschland beschränken sich die Risikogebiete auf den südlichen Teil des Landes (siehe Karte unten). Vereinzelt sind jedoch auch in anderen Teilen Deutschlands Infektionen möglich. Am Anfang steht ein unspezifisches Krankheitsbild in Form eines grippalen Infekts mit Kopf- und Gliederschmerzen. Danch kommt es zu der klassischen Hirnhautentzündung mit Kopfschmerzen und hohem Fieber. In schweren Verläufen kommt es zu Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit. Im geringen Maß bleiben Lähmungen zurück, aber in circa 90% der Fälle heilt die Krankheit komplett aus.

Die folgenden Übersichtskarten zeigen die FSME-Risikogebiete:

Deutschland
Europa

Prävention

Wenn man in Zeckengebieten unterwegs ist, sollte man auf langärmlige und -beinige Kleidung achten. Vorteilhaft ist helle Kleidung, da man Zecken darauf besser erkennt. Möglich ist auch der Einsatz von z.B. DEET- oder Icaridin-haltigen, chemischen Abwehrmitteln. In jedem Fall sollte man sich abends nach Zecken absuchen.

Eine FSME-Impfung wird allen Risikopersonen in endemischen Gebieten empfohlen. Eine Impfung gegen Borrelliose steht derzeit für den Menschen nicht zur Verfügung.

Entfernung

Die Zecke sollte mit einer spitzen Pinzette mit leichtem Zug entfernt werden. Dabei sollte man darauf achten, dass auf den Körper kein Druck ausgeübt wird, da man sonst den Speichel und den Darminhalt in die Wunde drücken kann. Es ist nicht nötig, die Zecke zu drehen, da das Beißwerkzeug kein Gewinde hat. Genauso sollte kein Öl oder Kleber verwendet werden, da dadurch auch Speichel in die Wunde übertreten kann. Vor und nach dem Entfernen sollte der Biss desinfiziert werden.

Falls keine Pinzette zur Hand ist, kann zum Entfernen ein Baumwollfaden verwendet werden: Man macht eine kleine Schlinge, legt diese , so nah wie möglich an der Haut, um die Zecke herum und zieht sanft nach oben und außen.

Verhalten nach Entfernen einer Zecke

Falls der Biss nicht prompt heilt oder schmerzt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, weil eine Lokalinfektion mit einem der vielen durch Zecken übertragenen Erregern die Ursache sein kann.

Die Bissgegend sollte einige Wochen lang beobachtet werden. Ein sich ausbreitender roter Fleck deutet - besonders, wenn er zwischen 3 und 30 Tagen nach Entfernen der Zecke auftritt - auf eine Borreliose hin. Falls sich in dieser Zeit Symptome zeigen, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Das Risiko, eine Borreliose zu entwickeln ist jedoch selbst in stark infizierten Gebieten gering.