Wicklow Way

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Der Wicklow Way ist ein Fernwanderweg in Irland und Teil des europäischen Fernwanderwegs E8. Ausgehend von den südlichen Vororten Dublins schlängelt er sich mit einer Länge von 132 Kilometern SSW auf Straßen und Waldwegen durch die Wicklow Mountains nach Clonegal. Höhepunkt ist sicher das alte Kloster Glendalough, das durchaus einen Ruhetag wert ist. Wenn auch nie weit von der Zivilisation entfernt, so wurde bei der Streckenführung jedoch Städte und auch Dörfer weitestgehend vermieden.


Schematischer Verlauf des Wicklow Ways

Streckenführung

Markierung auf dem Wicklow Way

Der Weg ist in beiden Richtungen ausgeschildert, kann daher ohne Probleme sowohl von Marlay Park nach Clonegal als auch umgekehrt gelaufen werden. Offiziell ist der Beginn in Marlay Park, weswegen Wanderführer ihre Beschreibung in der Regel auch dort beginnen.

Die Gesamtlänge des Trails beträgt 131 Kilometer, generell wird die Strecke in fünf bis sieben Tagen gelaufen. Die Strecke führt die Wanderer immer zivilisationsnah, häufig unmittelbar an Dörfern vorbei.

Wie bei allen anderen irischen Fernwanderwege ist das Symbol, das den Weg markiert, ein kleiner gelber Wanderer, ein Pfeil deutet die Richtung. Obwohl der Weg insgesamt gesehen hervorragend beschildert ist, bietet es sich an manchen Stellen, an denen die Richtung nicht ganz eindeutig ist an, zu kontrollieren aus welcher Perspektive man den Pfeil in die Richtung aus der man gerade kommt am Besten sieht.

Die Etappen

Hier beschrieben sind sechs Etappen. Es mag sich jedoch häufig anbieten, die Etappen anders zu planen und sie je nach Leistungsvermögen zu verlängern oder zu verkürzen.

Blick über die Heide bei Fairy Castle

Von Marlay Park nach Knockree

Der erste Teil des Weges durchquert den Park entlang des Little Dargle River und verlässt ihn auf der Südseite wieder. Daran schließen sich zwei unerfreuliche Kilometer an, die entlang einer Schnellstraße und unter einer Autobahn und dann noch ein ganzes Stück eine geteerte Straße hoch in Richtung Wald (durch)führen. Von dort an geht es ein ganzes Stück durch den Wald, am Kilmashogue Mountain vorbei um anschließend durch Moor und Heide bei Fairy Castle zu führen. Hier dominieren Ginster und Heidekraut das Bild, die Landschaft wirkt je nach Licht und Wetter sehr spektakulär. Der Weg führt über einen kleinen Pass zwischen Two Rock Mountain und Kilmashogue Mountain und dann weiter hinab zwischen Two Rock und Tibradden Mountain bis ins Glencullen Valley. Ab dort folgt man erneut ein ganzes Stück einer Schnellstraße, um später über Feldwege hinauf zu Prince William's Seat zu gelangen. Von hier aus geht runter ins Glencree Valley, nach Knockree, das Ende der ersten Etappe.

Die Jugendherberge befindet sich nur wenige Meter entfernt vom Wicklow Way und ist der ideale Endpunkt für Leute die ohne Zelt unterwegs sind. Für alle die zelten wollen empfiehlt es sich noch ein Stückchen weiter zu gehen, am Glencree River finden sich einige gute Möglichkeiten sein Zelt aufzuschlagen.

Winterlicher Ausblick von Djouce Mountain im März 2011

Von Knockree nach Oldbridge

Der Erste Teil des nächsten Tages führt entlang des Glencree Rivers und durch den Wald und hoch zu Ride Rock. Von dort aus kann man den beeindruckenden Powerscourt Wasserfall beobachten, der mit seinen 121 Metern der höchste in Irland ist. Durch das Tal Glensoulan und über den Fluss Dargle führt der Weg hoch auf Djouce Mountain. Einige Stellen sind dem Wetter sehr ausgesetzt, je nach Wetterlage sollten daher entsprechende Ausrüstung (Mütze, Handschuhe, Regensachen) griffbereit sein. In Gipfelnähe führt hier über Bog-Bridges, die sehr nützlich sind und sich bis White Hill ziehen. White Hill stellt gleichzeitig den höchsten Punkt des Wicklow Ways dar, mit nur 635 Metern.[1]

Von White Hill aus, und während des Abstiegs hat man einen wunderbaren Blick über Lough Tay. Der Weg führt anschließend durch ein Waldstück, dass unterbrochen ist von einem kurzen Stück auf der Straße. Im zweiten Teil des Waldes hat man schließlich Ausblick auf Lough Dan und erreicht Roundwood, das Ziel der zweiten Etappe.

In Roundwood gibt es einen Campingplatz und die Möglichkeit im B&B zu übernachten. Zudem gibt es dort einen Centra-Supermarkt und eine Apotheke als Einkaufsmöglichkeit. Für diejenigen die lieber „wild“ zelten wollen, bietet es sich an noch ca. 4 Kilometer weiter zu laufen. Dort gibt es eine sehr schöne Schutzhütte in der man ohne Probleme übernachten kann. Nette Anwohner haben ca. einen Kilometer vor der Schutzhütte einen Wasserhahn für durstige Wanderer zugänglich gemacht und weisen da auch mit einem großen Schild drauf hin. Dort kann man ohne Probleme auch etwas größere Mengen für den Abend und den nächsten Tag abzapfen.

Von Oldbridge nach Glendalough

Das erste Stück des Weges nach Oldbridge führt ungefähr 3 Kilometer die Straße entlang, doch an einigen Stellen entschädigt einen der Ausblick über die grünen Wiesen, doch alles in allem ist dieses Stück des Weges eher unspektakulär. Danach jedoch geht der Weg rechts ab, an einigen Häusern vorbei bis zur Brusher Gap. Hier sollen der Legende nach die Anwohner Proviant für Michael Dwyer und seine Gefolgsleute gelassen haben. Ab hier führt der Weg hauptsächlich über kleine Pfade und Forstwege. Nach einem kurzen Waldstück gelangt man zu dem bereits erwähnten Shelter. Der Weg führt danach über Paddock Hill und danach ein gutes Stück über Heide und Wiese entlang eines kleinen Waldstücks, bevor es erneut in den Wald hinein geht. Hier ist ein kleiner Naturlehrpfad aufgebaut, der ganz nett die verschiedenen auf dem Wicklow Way angewandten Wegebautechniken erklärt.

Nachdem man Glenmacross River überquert hat, geht es noch einmal ein Stück bergan in den Brockagh Forest. Von hier hat man auch bereits einen ersten Blick über Glendalough, das Ziel der kurzen Etappe.

In Glendalough und Umgebung ist wild zelten streng verboten. Die ganze Gegend um das Tal herum ist Naturschutzgebiet und die Einhaltung des Verbots wird von Rangern kontrolliert. Es gibt jedoch eine Jugendherberge am Ortsrand, die über eine Selbstversorgerküche verfügt und sich zum Übernachten anbietet, wenn man mit limitiertem Budget unterwegs ist.

Von Glendalough nach Iron Bridge

Der Großteil der Strecke führt über befestigte Waldwege. Die offizielle Route folgt ab Glendalough der Grünen Route in Richtung des Upper Lakes,und von da aus durch den Wald vorbei am Poulanass Wasserfall bis zum Borenacrow Pass, der zwischen den Bergen Mullacor und Lugduff liegt. Von hier aus hat man einen Blick über Glenmalure Valley und den Lugnaquilla, den höchsten mit 925 Metern der höchste Berg in Wicklow. Nach ca. 3 Kilometern kommt man erneut an einem Shelter vorbei, das sich für diejenigen, die bereits ab Oldbridge unterwegs sind eventuell als Übernachtungsmöglichkeit anbietet.

Das Tal selbst durchquert man auf einer alten Militärstraße und erreicht so Dumgoff Crossroads, wo der Avonbeg überquert wird. Der Weg führt danach entlang verlassener Militärbarracken welche um 1800 errichtet wurden. Dort wo der Wicklow Way wieder in den Wald führt findet sich der offizielle Mittelpunkt des Wicklow Ways. Der Weg führt danach für den Rest der Etappe überwiegend durch den Wald, mit einigen kurzen Abstechen über die Straße. Bei Iron Bridge führt der Weg über den Ow River, dem Ziel der heutigen Etappe. Ein Stück davor, an der Flanke des Carrickashane Mountain soll sich bei Mucklagh ein weiteres Shelter finden.

Von Iron Bridge nach Derry River

Die beiden verbleibenden Etappen führen über lange Strecken auf der Straße entlang. Nach Iron Bridge folgt zuerst erneut ein Stück Waldstrecke und die Landschaft verändert sich. Anstelle der doch recht bergigen vorherigen Etappen treten sanftere Hügel.

Der Weg steigt auf dem Waldstück zuerst leicht an, nördlich des Weges tut sich der Ballygobban, südlich der Shielstown Hill auf. Es folgt ein langer Straßenabschnitt, der sich fast ununterbrochen über ungefähr sieben Kilometer und vorbei am Dörfchen Moyne zieht. Anschließend folgt, sozusagen als Entschädigung eine lange Strecke, die überwiegend über kleine Pfade führt, vorbei am Garryhoe Hill und durch Mangan's Wood führt. Etappenziel ist der Derry River, bzw. das nahe gelegene Örtchen Tinahely.

Von Derry River nach Clonaghal

Ungefähr 65% der letzten Etappe führen über Straßen. Die Strecke beginnt auf der so genannten Muskeagh Boreen, einem ruhigen Weg der entlang des Muskeagh Hill durch die Wiesen führt. Daran schließen sich jedoch lange Kilometer Straße an, die nur an zwei Stellen durch Waldstücke unterbrochen werden. Einen alternativen Weg nach Clonaghal der über weniger Straßenabschnitte führt gibt es nach der Karte nicht. Nur hinter Stooken Hill könnte man ggf. von der vorgegebenen Route abweichen und so in etwa drei Kilometer Straße sparen. Der Wicklow Way endet in Clonaghal im Park, so wie er in Dublin im Marlay Park begonnen hatte.

Streckenabwandlungen

Für diejenigen die keine sechs Wandertage zu ihrer Verfügung haben, oder sich die letzten beiden Etappen, auf denen viel Straße gelaufen wird sparen wollen, gibt es mehrere Möglichkeiten die Strecke zu variieren.

Wer eine viertägige Tour planen möchte, kann beispielsweise die ersten drei Tage laufen wie beschrieben. Statt in Glendalough zu übernachten, bietet es sich jedoch an, diese doch sehr kurze Etappe von etwa 10 Kilometern bis ins Glenmalure Valley zu verlängern. Anstatt in Glendalough weiter dem Wicklow Way zu folgen, verlässt man dort für einige Kilometer den Weg, und folgt statt dessen der Miner's Road entlang des Upper Lake. Hinter dem Miners Village folgt man dem Pfad bis zur Fußgängerbrücke und läuft dann entlang des Upper Lake über „The Spinc“ zurück Richtung Laragh, bis man beim Poulanass Wasserfall wieder auf den Wicklow Way zurück kommt. Diesem folgt man dann weiter bis zu den Sheltern bei Ballinafunshoge, oder einer anderen Stelle, die zum Übernachten einlädt. Die Etappe verlängert sich dadurch auf eine Gesamtlänge von ungefähr 25 Kilometern und bietet zumindest bei halbwegs klarem Wetter einen umwerfenden Blick über Glendalough Valley und seine Seen.

Am letzten Tag folgt man dem Wicklow Way weiter bis kurz vor Drumgoff, verlässt ihn jedoch dort und geht statt dessen richtung Ballybraid weiter und von dort aus über den Slayfonn Gipfel und über den Bergrücken Richtung Derrybawn Mountain zurück nach Glendalough. Die Strecke beträgt geschätzt 15 Kilometer und ist so kurz genug, um in Glendalough noch den Bus zurück nach Dublin zu erwischen. Auch diese Etappe belohnt den Wanderer mit sehr sehenswerten Aussichten über die Täler von Glendalough und Glenmalure.

Der Ausblick über Lough Tay

Wichtige GPS-Koordinaten der Tour

  • N 053° 16´ 38.2´´ W 006° 16´ 06.9´´ Marley Park
  • N 053° 10´ 17.9´´ W 006° 13´ 40.2´´ Glencree River
  • N 053° 03´ 13.9´´ W 006° 16´ 23.1´´ Oldbridge
  • N 053° 00´ 35.4´´ W 006° 19´ 26.3´´ Glendalough
  • N 052° 57´ 27.4´´ W 006° 21´ 37.4´´ Glenmalure
  • N 052° 51´ 50.5´´ W 006° 27´ 43.7´´ Moyne
  • N 052° 46´ 54.5´´ W 006° 31´ 14.8´´ Tallon's Dyning Cow
  • N 052° 41´ 43.6´´ W 006° 38´ 54.2´´ Clongal

Übernachten auf dem Wicklow Way

Wildcampen bzw. biwakieren ist in ganz Irland generell gestattet. Dies gilt natürlich nicht für Privatland und Naturschutzgebiete. Große Teile des Landes über das die ersten 1,5 Wandertage führen sind im Besitz der Firma "Coillte". Coillte verbietet seit 2009 jegliches campen und biwakieren auf seinem Besitz. Dies ist inzwischen auch an vielen Stellen nicht nur in Form der allgemeinen bylaws (die man leicht mal übersehen kann) angeschlagen sondern auch mit entsprechenden Verbotsschildern bekräftigt.

Die Wicklow Mountains sind zum Großteil Nationalpark. Auch hier ist jedoch wildcampen erlaubt, mit Ausnahme einiger besonders schützenswerten Zonen. Dazu gehören unter anderem das gesamte Glendalough Valley und recht große Gebiete am Lough Dan bei Oldbridge.[2]

Auf einigen Etappen gibt es Shelter die explizit auch für Übernachtungen gedacht sind, jedoch nicht auf allen. Diese sind nur zum Teil im "The Wicklow Way Map Guide" eingetragen.

Am Ende jeder Etappe gibt es die Möglichkeit in Hostels, Jugendherbergen[3] oder B&Bs unterzukommen. Häufig gibt es sogar die Auswahl zwischen billigeren Hostels oder Jugendherbergen und etwas teureren B&Bs. In der Hauptsaison empfiehlt es sich rechtzeitig zu reservieren, es kann jedoch auch in der Nebensaison vorkommen, dass viel Nachfrage herrscht.

Verpflegung

Nahrungsmittel

Zwar führt der Wicklow Way jeden Tag an mindestens einem Dorf vorbei, bei weitem nicht jedes Dorf verfügt jedoch über einen Dorfladen. So gibt es Am Abend der ersten Etappe nur in Enniskerry eine Möglichkeit einzukaufen, Enniskerry liegt jedoch ca. drei Kilometer abseits des ausgezeichneten Weges. Am zweiten und dritten Abend bieten sich Roundwood bzw. Laragh an, die neben Pubs in denen man einkehren kann zumindest Tankstellen haben, an denen man zumindest Kleinigkeiten zu Essen bekommt. Ähnlich verhält es sich mit Drumgoff und Tinahely.

Trinkwasser

Das Wasser in den Bächen entlang des Weges sieht immer recht klar aus. Da die Wicklow Mountains jedoch als Weidegebiet für zahlreiche Schafe dienen und die Zivilisation nie weit ist, sollte man überlegen ob man dieses Wasser unbehandelt trinken möchte. Realistisch gesehen sollte das Risiko relativ gering sein wenn man es tut, sicher geht man allerdings mit entsprechender Behandlung (Filter o.ä.) des Wassers. Ansonsten gibt es jedoch auf jeder Etappe die Möglichkeit nach Wasser zu fragen bzw. es zu kaufen, sei es in Pubs, Tankstellen oder Privathäusern.


Verkehrsverbindungen

  • Dublin Bus, die Linie 16 bringt euch von Dublin Innenstadt bis zum Marlay Park. Alternativ kann man sich bis Kilmashogue Forest mit dem Taxi bringen lassen, das spart zwei wirklich ekelige Kilometer Straße.
  • St. Kevins Bus Service fährt mehrmals täglich von Laragh/Glendalough über Roundwood nach Dublin, bzw. umgekehrt. Ein A/R Ticket Dublin -- Glendalough kostet 20 Euro, eine Strecke 13 Euro. Es ist der einzige regelmäßige Busverkehr zwischen Glendalough und Dublin.
  • Bus Éireann fährt leider nicht von Clonegal selber, sondern nur von Bunclody, das ca. 6 Kilometer von Clonegal entfernt ist, nach Dublin.

Karten und Literatur

The Wicklow Way Map Guide ist ein von EastWest Mapping herausgegebenes DinA 5 Heftchen von 40 Seiten, das neben den benötigten Karten auch jede Menge interessante Zusatzinformationen über die Wicklow Mountains und den Wicklow Way enthält. Sehr empfehlenswert. ISBN 978-1-899815-24-1

Hiking in Ireland von Lonely Planet enthält hauptsächlich Tagestouren, beschreibt aber auch ausführlich die ersten 69 Kilometer des Wicklow Ways von Marlay Park bis Glenmalure, eingeteilt in drei Etappen und in wesentlich knapperer Form drei Etappen von Glenmalure bis Clonagal. Die Beschreibungen der Strecken sind ganz gut und die Einschätzung der Gehzeit realistisch gehalten. Insbesondere für Leute die sich auch für andere Wanderungen in Irland interessieren eine gute Lektüre. ISBN 978-1-74104-468-3


Weitere Informationen

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Fußnoten und Anmerkungen

  1. Djouce Mountan ist mit 733 Metern zwar höher, wird jedoch wenn man dem ausgeschilderten Weg folgt nicht am höchsten Punkt überschritten. Dies ist jedoch – je nach Wetterlage problemlos möglich.
  2. Detailliertere Informationen finden sich auf der Homepage des Nationalparks.
  3. Der irische Jugendherbergsverband An Oige betreibt Jugendherbergen in Knockree, Glendalough und Glenmalure.