Store Mosse Nationalpark

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Hochmoorfläche im Store Mosse
Foto von Kati Becker ([1])

Der 1982 eingerichtete Nationalpark Store Mosse beherbergt das größte Hochmoor Südschwedens, einige Niedermoore und mehrere Seen. Auf einer Größe von 7.740 ha verteilen sich 40 km Wanderwege, ein paar Schutzhütten sowie ein Naturum als Informationszentrale. Für Ornitologen ist der See Kävsjön eine überregional bekannte Attraktion, da hier viele seltene Vogelarten alljährlich ihr Brutgeschäft verrichten. Als Besonderheit wird eine Hügelkette bestehend aus Flugsanddünen hervorgehoben. Im Winter ist das Gebiet für Ski-Langlauf geeignet.

An- und Abreise

Eisenbahn: Bis nach Värnamo und dann weiter mit Bus oder Taxi.
Bus: Ab Värnamo Richtung Hillestorp.
Auto: Über die E4 bis Värnamo und dann auf die 151 Richtung Norden.

Wanderwege

Moorwiese im Store Mosse
Foto von Kati Becker([2])

Es gibt ein insgesamt 40 km langes Wanderwegnetz welches sich durch den ganzen Park zieht. Das Meiste sind kürzere Routen von 4 km - 15 km Länge. Es gibt einen längeren Weg der aber auch an einem Tag zu schaffen ist. Alternativ kann in zwei Hütten übernachtet werden. Ein Weg ist komplett für Rollstuhlfahrer bzw. Kinderwagen geeignet.

Übernachten

Zelten ist im gesamten Nationalpark verboten, es muss also ausserhalb oder in den (kostenpflichtigen) Hütten übernachtet werden.

Geschichte

Vor ca. 8.000 Jahren trocknete ein großer See namens Fornbolmen aus. Er hatte seit der Eiszeit die gesamte Region unter Wasser gesetzt. Sandiger Seeboden wurde freigelegt, der durch neu aufkommendes feuchtes Klima zur Versumpfung des Bodens führte. Sauerstoffmangel im Boden sorgte dafür, dass abgestorbene Pflanzenteile nicht vollständig zersetzt werden konnten. Immer mehr unvollständig zersetzte Schichten lagerten sich übereinander ab, Torf entstand. Dieser überragte mit zunehmend den Grundwasserspiegel. Durch das niederschlagsreiche, kühle Klima des südschwedischen Hochlands, bilden sich weiterhin Torfschichten. In der Mitte des Moores hat sich so ein Hochmoor gebildet, das sich weiter erhebt. Das Hochmoor wird ausschließlich durch Niederschlag bewässert, Niedermoore werden im Gegensatz dazu aus Grund- und Oberflächenwasser gespeist. Der Torfabbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts und das Absenken einiger Seen haben das Moor in seiner Ursprünglichkeit verändert. Seine Größe, die Vielfalt der Vogelarten und die durch Nährstoffarmut geprägte nordische Flora, zeichnen Store Mosse jedoch auch heute noch aus.

Fauna und Flora

Bohlenweg im Store Mosse
Foto von Kati Becker([3])

Das Store Mosse ist berühmt für seine vielfältige Vogelwelt. Es kommen Singschwäne, Zwerkschnepfe, Regenbrachvogel, Kraniche, Goldregenpfeifer oder auch Fischadlervor. In der Dämmerung bestehen auch Chancen auf Elche, Dachse oder Luchse zu treffen. Rehe, Hirsche und Wiesel wurden auch schon gesichtet.

Im Gegensatz zu Tiefmooren ist die Vegetation im überwiegend durch Hochmoore geprägten Store Mosse auf Regenwasser angewiesen, welches jedoch im luftigen und bis zu 7 m dicken Torfboden schnell versickert. Die Folge ist eine recht arme Vegetation die sich hauptsächlich aus den verschiedenen Torfmoosen und Heidekraut zusammensetzt. Neben den vielfältig vorkommenden Zwergbirken kommen auch Moosbeere und vereinzelt Sonnentau vor.

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