Seile

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Seile haben vielfältige Verwendungsmöglichkeiten in alpinem Gelände.

Im wesentlichen wird unterschieden zwischen dynamischen Seilen, die zur direkten Personensicherung genutzt werden, und statischen Seilen, die z.B. in der Höhlenforschung benutz werden, um daran aufzusteigen.

Ein Seil kann mit dem Lebensfaden eines Kletterers verglichen werden - reist das Seil, endet meist auch das Leben seines Nutzers.

Dynamische Seile

Als Bergseil bezeichnet man jegliche Art von Stricke, mit denen man Personen in schwierigem Gelände oder auf einem Gletscher vor dem Abstürzen sichert. Hierzu kommen dynamische Seile zum Einsatz, welche sich aufgrund ihrer Bauart in drei Kategorien unterteilen laasen.

Einfachseil

Einfachseile werden in jeder Situation als einzelner Strang verwendet und sind daher mit 9,2-10.5 mm Durchmesser die dicksten Seile am Markt. Vorteilhaft ist ihr niedriger Preis sowie die einfache Handhabbarkeit, als Nachteil kommt die fehlende Redundanz und das Metergewicht zum tragen, ebenso kann man nicht über die volle Länge des Seiles abseilen. Ein solcher "Strick" wiegt relativ viel, und kommt es unter ungünstigen Bedingungen zum Seilriß ist der Abflug der zu sichernden Person vorprogrammiert.

Halbseil

Halbseile sind dünnere Seile (8-9mm) als Einfachseile, ihre Handhabung unterscheidet sich daher. Eine Person, welche im Vorstieg irgendwo hochklettert wird mit zwei Halbseilen gesichert, wobei jeder Strang in einer seperaten Sicherungskette geführt wird. Kommt es zum Sturz werden nicht alle Sicherungspunkte gleichstark belastet und die Wahrscheinlichkeit dass was hält ist grössser. (Einsatz beim Eisklettern, oder alpinen Touren welche selber abgesichert werden) Nachsteigende Leute dagegen können einen einzelnen Strang zur Sicherung verwenden, da hier die Belastungen des Seils im Falle eines Sturzes ausreichend niedrig ist. Auf diese Weise können z.B. drei Personen mit zwei Halbseilen klettern. Der Vorsteiger zieht zwei Stränge hinter sich her an denen dann zwei Nachsteiger gleichzeitig klettern können. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit einem 60 Meter Halbseil auch 60 Meter abseilen kann und im Falle eines Seilrisses immer noch einen Strang hat.

Zwillingsseil

Zwillingsseile sind Seile mit einem Durchmesser von 7.5-8.5 mm. In der Anwendung unterscheidet sich das Zwillingsseil vom Halbseil in dem, dass nicht nur der Vorsteigende an beiden Strängen klettert sondern auch der Nachsteigende in beide Stränge eingebunden ist. Ebenso werden beide Stränge in die gleiche Sicherungskette eingehängt. Diese Seile finden Vorallem in Alpinen Sportkletterrouten (Eiger, Wendenstöcke) welche Teilweise mit Bolts abgesichert sind ihre Anwendung. Der Vorteil ist, das geringe Gewicht und wie beim Halbseil, dass man über die volle Länge abseilen kann. Dazu kommt die doppelte Sicherheit. Achtung: an einem eizelnen Strang eines Zwillingsseiles darf nicht geklettert werden.

Statische Seile

werden z.b. in der Höhlenforschung eingesetzt, wobei dann am Fixseil auf und abgestiegen wird. Durch das Fehlen der Seildehnung darf ein statisches Seil NIE zum Klettern verwendet werden, da bei einem Sturz die Belastung auf die Sicherungskette so gross wird, dass einzelne Elemente wie Schlingen, Karabiner oder Gurte brechen können und die Kräfte, die auf den Körper wirken, zu groß werden.

Reepschnur

Als Reepschnüre werden dünnere Seile bezeichnet, welche aufgrund des Durchmessers (2 bis 8 mm) und der fehlenden Eigendynamik, die im Falle eines Sturzes einen zu hohen Fangstoss ergibt, nicht zur Sicherung von Personen im Vorstieg geeignet sind. Verwendung finden sie als Sicherungs- und Fixierungsmittel, z.B. beim Bau provisorischer Abseilplätze oder bei der Spaltenrettung.

Kennzeichnung von Seilen

Seiltypen

Neue dynamische Seile haben an beiden Enden eine Banderole mit folgenden Informationen:

  • Name/Logo des Herstellers
  • Seiltyp (Einfach, Halb- oder Zwillingsseil)
    Banderole
  • CE-Kennzeichen mit vierstelliger Nummer
  • EN 892 (Statikseile: EN 1891)
  • UIAA-Zeichen

Desweitern haben viele Seilhersteller ein im Kern verlaufendes Einlegeband, auf dem ebenfalls Informationen sind. (z.B. Herstellungsdatum) Z.B. Mammut und Lanex/Tendon

Seillänge

Seile werden oft in festen Längen von 50m, 60m und 70m angeboten. Kürzere Seile (z.B. 40m) eignen sich nur fürs Hallenklettern, oder als Wanderseil.

Eine gängige Seillänge ist 60m, da auf manchen Abseilpisten ein 50m Seil zu kurz ist. Ein 70m Seil wiederum ist schwerer, aber bei langen Topropes nützlich.

Farbe

Die Farbe ein Kletterseil ist sicherlich geschmackssache. Auffällige Farben (Neon, Orange, etc.) haben den Vorteil das man dem Seilverlauf besser folgen kann.

Bei Zwillings-/Halbseilen sollen beide Stränge gut voneinander unterscheidbar sein.

Mittlerweile gibts es Seile, welche das Muster bzw. die Farbe in der Seilmitte wechseln. Die hat den Vorteil, dass die Seilmitte dauerhaft markiert ist und bringt Vorteile beim Abziehen des Seils,

Imprägnierung

Eine Imprägnierung ist nur sinnvoll, wenn man das Seil in Eis und Schnee nutzen möchte. Ein nasses Seil ist schwerer und lässt sich schwerer handhaben.

In geringen Maße wirkt die Imprägnierung auch schmutzabweisend.

Transport

Man kann Seile entweder aufnehmen und als Puppe transportieren, oder man nutz einen Seilsack indem man das Seil einfach reinlaufen lässt. Ein Seilsack ist bequemer und schützt vor Verschmutzung.

Links

Aufbau eines dynamischen Seils
Edelrid Seilfibel 2015 (pdf)
Mammut Seilfibel (pdf)
tendon Seilfibel (pdf, englisch)
Kletterseile u.a. von Edelrid, Tendon und Mammut zu günstigen Preisen

Hersteller:

Lanex bzw. Tendon
Beal
Mammut
Edelrid