SchlafsackFAQ

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Diese FAQ richtet sich im wesentlichen an Leute, die einen preiswerten Sommer- bzw. 3-Jahreszeiten-Schlafsack für nicht allzu extreme Gebiete möchten. Sie soll ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen, indem sie Kriterien auflistet & verständlich macht, und Hilfestellung bietet, um im Laden die Spreu vom Weizen zu trennen.

Leute, die z. B. im Sommer bei 4000m in den Alpen übernachten oder im tiefsten Winter zelten gehen, dürften wohl so viel Erfahrung haben, dass sie eine solche FAQ nur noch zur "Auffrischung" lesen oder als "Checkliste" (dafür die fett formatierten Passagen überfliegen).

Warum und wie wärmt ein Schlafsack?

Ein Schlafsack erzeugt keine Wärme, sondern kann nur den Verlust der durch den menschlichen Stoffwechsel erzeugte Wärme vermindern. Das soll er mindestens so gut schaffen, dass man genau so viel Wärme erzeugen kann, wie verloren geht - man also nicht auskühlt. In der Praxis sollte die Isolationswirkung natürlich so gut sein, dass man im Inneren eine angenehme Wärme erzeugen kann. Schlafsäcke dienen also vor allem der thermischen Isolierung und sollten daher alle vier Arten Wärmeverlust verringern:

  • Wärmeleitung/Konduktion: Berührt kalte Luft die warme Haut, kühlt die Haut ab und die Luft wärmt sich auf. Damit nicht dauernd neue kalte Luft aufgewärmt werden muss, sollte der Schläfer also mit einer möglichst ortsstabilen Luftschicht umgeben werden, die er nur ein Mal nahezu auf Körpertemperatur bringen braucht. Wie bei Jacken usw. isoliert auch ein Schlafsack vor allem, indem Luft vom Füllmaterial an der Bewegung gehindert wird. Ob das nun Kunstfaser, Daune, geknülltes Zeitungspapier oder Popcorn ist, macht keinen prinzipiellen Unterschied, sondern nur einen im Wirkungsgrad und Komfort. Je voluminöser und feiner zerfasert die Isolierschicht, desto mehr Luft wird „gebunden“ und desto wärmer ist ein Schlafsack. Unter dem Körpergewicht wird die Füllung zusammengedrückt und isoliert daher nicht; eine Isomatte muss die Wärmeleitung in den Boden vermindern.
  • Umwälzung/Konvektion: Warme Teile eines Gases steigen auf, kalte sinken ab. Damit möglichst wenig körpernahe, warme Luft nach oben entweichen kann, sollten Öffnungen möglichst klein gehalten werden können - der Sinn von Wärmekragen und zuziehbaren Kapuzen.
  • Wärmestrahlung/Radiation: Jeder warme Körper entsendet Strahlung - darum hält man die Hand über Herdplatte & Bügeleisen, um zu sehen, ob sie noch heiß sind. Die Strahlung wird von der Füllung absorbiert und von einer reflektierenden Schicht am Innenstoff zum Körper zurück geschickt (die gibt es nur bei wenigen Modellen).
  • Verdunstungskälte/adiabatische Kühlung: Verdunstet ein Schweißtropfen zu Wasserdampf, braucht er dazu Energie. Die bezieht er nur zum kleineren Teil aus der Umgebungsluft, sondern hauptsächlich von der Oberfläche, auf der er sitzt. Ist das die Haut, ist das positiv, da man ja schwitzt um den Körper abzukühlen. Ist das dagegen die Schlafsackfüllung, muss sie wieder aufwärmen - auch wenn man bereits friert. Daher sollte ein Schlafsack im Idealfall gar keine Feuchtigkeit aufnehmen, sondern sie komplett und im dampfförmigem Zustand nach außen durchleiten können, aber natürlich ohne dabei auch warme Luft entweichen zu lassen...in der Realität hat man die Wahl aus verschiedenen Kompromissen.

Daune oder Kunstfaser?

Kurz gefasst: Alle, die ihren Schlafsack länger benutzen wollen, einigermaßen pfleglich mit ihrem Material umgehen und keine besonderen Gründe für Kunstfaser haben, sollten Daune wählen. Kunstfaser bietet bei Schlafsäcken im Unterschied zu Jacken, Hosen usw. funktional für die meisten Einsatzzwecke keine Vorteile, sondern ist im Gegenteil bemüht, der Daune überhaupt nahe zu kommen.

Der größte Vorteil einer Füllung aus Kunstfaser wie Hohlfaser, Primaloft usw. gegenüber Daune ist der geringere Preis. Dafür ist sie schwerer, weniger gut komprimierbar und weniger lange haltbar, weil sie schneller platt gelegen ist und grundsätzlich/überhaupt innerlich zerreißen kann, so dass Stellen ohne bzw. mit wenig Isolierung entstehen. Insgesamt sind die Qualitätsunterschiede bei Kunstfaser wesentlich größer als bei Daunen: Ein schlechter 3-Jahreszeiten-Schlafsack mit Kunstfaser-Füllung kann schon nach einen einzigen Urlaub "durch sein" und selbst im Spätsommer zu kalt sein, während gute Kunstfaser-Schlafsäcke in allen technischen Daten (Gewicht, Volumen, Temperaturbereich, Feuchtigkeitstransport) nah an einen Daunen-Schlafsack heran kommen und auch viele Jahre halten, obwohl ihr regulärer Preis grob 50-100€ niedriger liegt. Das Schlafklima von Daune wird von den meisten als angenehmer empfunden; der Vorsprung zu teureren Kunstfaser-Füllungen ist spürbar geringer als zu billigen.

Kunstfaserschlafsäcke sind empfehlenswert für

  • Anfänger, welche das mit dem campieren erst mal ausprobieren möchten
  • Leute mit zu schmalem Geldbeutel für den Anschaffungspreis eines Daunen-Schlafsacks
  • Leute, die wenig Ansprüche an ihren Schlafsack stellen (Notreserve im Auto, Übernachtungen im Haus bei Freunden etc.)
  • Leute, die eher sorglos mit ihrem Schlafsack umgehen bzw. ihn als Verbrauchsgut sehen (Festivals etc.)
  • Leute, die ihren Schlafsack häufig waschen müssen (z.B. bei Kindern) oder "ganz einfach" waschen wollen, also ohne viel beachten zu müssen
  • Sommerschlafsäcke, weil kaum thermische Isolierung nötig ist und man häufiger geschwitzt hinein steigt, daher häufiger wäscht. Bei Temperaturen über 25°C ist ein dünnes Inlett aus Coolmax, Seide o.ä. meist angenehmer als jeder Schlafsack.

Tipp: Aldi, Norma, Lidl & Co haben im Frühjahr immer recht günstige Einsteigerschlafsäcke für um die 20-30€ im Angebot, die für den Preis sehr ordentlich sind und für Europa inklusive Skandinavien von Juni bis Anfang September ausreichen. Ein spürbar leichterer und wärmerer Schlafsack kostet schnell 2-3 Mal so viel.

Daune empfiehlt sich für dauerhaft genutzte Schlafsäcke, mit denen aufmerksam umgegangen wird. Daunenschlafsäcke, die nach 10 Jahren intensiver Benutzung nicht spürbar schlechter wärmen als am Anfang, sind keine Seltenheit - der hohe Anschaffungspreis verteilt sich also über einen langen Nutzungszeitraum und ist daher relativ (pro Nacht) gesehen gar nicht mehr so hoch. Gänsedaune ist qualitativ hochwertiger als andere Daunen.

Ein häufiges zu hörendes Argument: Kunstfaser zieht im Gegensatz zu Daune Feuchtigkeit viel weniger an, speichert sie viel weniger, trocknet schneller und hat auch nass noch bis zu 70% ihrer Isolationswirkung, während nasse Daune verklumpt und fast gar nicht mehr isoliert. Damit diese Effekte in relevantem Ausmaß auftreten, muss die Luftfeuchtigkeit durchgehend so hoch sein, dass der Schlafsack über viele Tage hinweg nicht trocknen kann, also bspw. bei längeren Wintertouren ohne VBL (s.u.) oder bei Segeltörns, Kajaktouren usw. gerade in kalt-feuchter Umgebung ohne Sonnenschein. Im Alltagsleben eines trekkenden Outdoorers gibt's dagegen eigentlich keine Probleme, wenn man sich nicht ganz doof anstellt und seinen Schlafsack in den Fluss fallen lässt: Morgens, abends oder bei einer Pause legt/hängt man ihn einfach zum Trocknen in den Wind & die Sonne; es reicht, wenn die Sonne alle paar Tage scheint. Zum Transport legt man den Schlafsackpackbeutel mit 1-2 Mülltüten aus oder gönnt sich den Komfort eines wasserdichten Packsacks mit Rollverschluss (15-20€). Zum Schlafen legt man ihn unters Tarp oder ins Zelt - so ist er vor Regen und Tau geschützt. Falls der Daunensack ab und an mal mit einem feuchten Innen- oder Außenzelt in Berührung kommt, ist das kein Beinbruch - selbst eine Woche Lappland mit ständigem, feuchten Verpacken des Schlafsacks schaden nicht, selbst ohne wasserdichten Bezugsstoff.

Welchen Temperaturbereich soll ich nehmen?

Fast nirgendwo wird im Schlafsackbereich so viel geflunkert wie hier - unter anderem, weil nur wenige Angaben so wichtig und zugleich so wenig exakt (nach-)messbar sind. Warum? Der individuell passende Temperaturbereich hängt von sehr vielen Faktoren ab: Erschöpfung, Ernährungslage, Stoffwechselaktivität, Verteilung von Fett- und Muskelgewebe, Körperform, ob Alkohol oder andere gefäßweitende Mittel eingenommen wurden, individuelles Kälteempfinden, im Schlafsack getragene Kleidung, Luftfeuchtigkeit, psychische Verfassung, usw. Jegliche Temperaturangabe ist also nur als grober Richtwert und nicht als exakt ermittelt zu verstehen.

Um eine Hausnummer zu haben: Für die Tropen reicht meist ein Inlett, für den Sommer in Südeuropa ist oft ein Inlett angenehm und für kältere Nächte ergänzend ein dünner Sommerschlafsack mit +15°C, von Juni bis August sollte die persönlich relevante Grenztemperatur des Schlafsacks (s.u.) in Mitteleuropa bei 5°C und in Nordeuropa bei 0°C liegen, während ein 3-Jahreszeiten-Schlafsack für Frühjahr-Herbst in Mitteleuropa und für Mai-September in Nordeuropa keine schlechte Idee ist und ungefähr bis –7°C warm halten sollte. Wichtigste Faustregel: Im Zweifel lieber einen zu warmen Schlafsack mitnehmen als einen zu kalten.

Wie ermittelst Du nun die für Dich persönlich relevante Grenztemperatur-Angabe des Schlafsacks? In erster Näherung suche aus den folgenden normierten Temperaturangaben heraus, wo Du Dich einsortierst, oder anders formuliert, welche Angabe für Dich aussagekräftig ist. Beispielsweise passt für einen 2x wöchentlich sportelnden Mann von 28 Jahren mit leicht kompakterem Körperbau und Bürojob die Mitte des Limit-Bereichs.

Für Schlafsäcke werden in der EU die Temperaturen seit 2017 gemäß EN ISO 23537-1:2016 (vorher EN 13537) angegeben. Die Norm definiert zwar eine recht praxisnahe Messung, die allerdings einige im tatsächlichen Einsatz relevante Aspekte wie die Feuchtigkeitsabgabe und Bewegung des Körpers nicht berücksichtigt, und die Messung wird nicht bis ins letzte Detail vorgegeben, so dass die Labore bspw. Test-Dummys mit unterschiedlich vielen Temperatursensoren einsetzen. Die genormte Messung hilft also "lediglich" dabei, relativ praxisnahe Angaben einigermaßen gut herstellerübergreifend miteinander vergleichbar zu machen - vor Einführung der Norm hat dagegen jeder sein ganz eigenes Maß gehabt, das obendrein gern alle paar Jahre geändert wurde und nicht immer über alle Modellreihen gleich war.

  • Die obere Grenze ist außer bei Winterschlafsäcken praktisch egal - wenn's zu warm ist, macht man den Schlafsack halt komplett auf ;-) Das funktioniert in Winterschlafsäcken nur eingeschränkt: Fängt man zugedeckt bei +5°C an zu schwitzen und öffnet den Schlafsack etwas, kommt ziemlich kalte Luft an die nasse Haut, was unangenehm ist. Die grundsätzlichen Lösungsansätze sind, entweder im zu warmen Schlafsack durch eine Zwischenschicht (Inlett, Jacke o.ä.) die kalte Luft nicht direkt an die Haut gelangen zu lassen, oder statt einem extrem warmen zwei weniger warme Schlafsäcke mitzunehmen, so dass man sich bei mäßigen Temperaturen in einem wohl fühlt, und nur bei sehr niedrigen Temperaturen beide kombiniert - den Temperaturbereich der Kombination kann man allerdings nur schätzen.
  • An der unteren Grenze des Komfort-Bereichs soll es einer unerfahrenen, entspannt (=ausgestreckt) liegenden Person mit geringerem Stoffwechsel, auch "Standard-Frau" oder "Norm-Frau" genannt (25 Jahre mit 60 kg bei 160 cm), gerade noch nicht zu kalt sein, um schlafen zu können.
  • An der unteren Grenze des Übergangs-/Limit-/Grenzbereichs soll es einer zusammengerollt (=minimierte wärmeabstrahlende Körperoberfläche) liegender Person mit höherem Stoffwechsel, auch "Standard-Mann" genannt (25 Jahre mit 70 kg bei 173 cm), gerade noch nicht zu kalt sein, um schlafen zu können.
  • Der Risiko-/Extrem-/Überlebensbereich sollte für die Praxis ignoriert werden - willst Du in deinem Schlafsack wenigstens einigermaßen gut schlafen oder lediglich als zusammengerollte Standard-Frau mindestens 6 Stunden lang nicht erfrieren?

Im zweiten Schritt solltest Du die geplanten Einsätze mental durchspielen, und Dir überlegen, wie weit Du Deine Grenztemperatur nach oben/unten verschieben solltest und wie viel "Notreserve" Du einplanen solltest. Beides hängt von vielen Faktoren ab, folgend einige "übliche Verdächtige" von den wichtigeren zu den unwichtigeren sortiert:

  • Zu erwartende Temperaturen: Recherchiere für die geplanten Einsatzgebiete zur geplanten Einsatzzeit die langjährige durchschnittliche Tiefsttemperatur - mindestens dafür sollte der Schlafsack alleine komfortabel ausreichen, d.h. die niedrigste zu erwartende Temperatur sollte bei "Standard-Frauen" mindestens die untere Grenze des Komfort-Bereichs sein. So kann man bei den "normalerweise zu erwartenden" Tiefsttemperaturen noch gut schlafen und hat genug Puffer, dass eine einzelne, ungewöhnlich kalte Nacht ("statistischer Ausreißer") mit Socken, langer Unterhose, Fleece-Jacke, Mütze ... selbst dann ohne ernsthafte Konsequenzen bleiben sollte, wenn das Zelt just in dieser Nacht versagt und auch keine Hütte erreichbar ist.
  • Umgebung beim Schlafen: Unter einem Tarp ist der Schlafsack zwar vor Regen/Schnee geschützt, aber nur wenig vor Wind. Dieser trägt die warme Luft um den Schlafsack ("Haftluftschicht") davon, drückt durch Reißverschluss & Kapuze & Bezugsstoff kalte Luft in den Sack und "entzieht" so Wärme. Davor schützt ein Biwaksack oder - noch besser - ein Zelt mit abdeckbarem Mesh / verschließbaren Lüftern, weil da auch die über den Kopfbereich verlorene warme Luft nicht sofort ganz davon getragen wird, sondern das Zeltinnere aufwärmt. Je mehr Menschen pro Volumenseinheit darin schlafen, desto mehr wärmen sie die Innenluft auf. Bei doppelwandige Zelten baut sich zwischen Innen- und Außenzelt noch eine weitere isolierende Luftschicht auf, so dass es innen nochmal ein paar Grad wärmer als draußen ist - über die genaue Differenz gehen die Meinungen stark auseinander, irgendwas zwischen 2°C und 8°C dürfte oft erreicht werden. In einer Hütte ist es meist nochmal etwas trockener und wärmer, auch wenn sie nicht geheizt werden kann.
  • Bei niedrigen Temperaturen: Einige Grad zusätzlicher Puffer beruhigen gerade in kälterer Umgebung wie märchenhaft verschneiten Landschaften sehr, denn immerhin drohen da im schlimmsten Fall Erfrierungen bis hin zum Kältetod - am Schlafsack zu knausern wäre sparen am falschen Ende! Zusätzlich zu bedenken: Wie sind die Möglichkeiten, auf einer mehrtägigen Tour Feuchtigkeit aus der Füllung fern zu halten bzw. sie zu trockenen, und wie feuchtigkeitsempfindlich ist die Füllung? Zu beidem sind im Artikel an mehreren Stellen Tipps und Zusammenhänge aufgeführt.
  • Individuelle und von der Tour abhängige Faktoren wie zu Beginn dieses Abschnitts genannt (Erschöpfung, Ernährungslage usw). Menschen, die nur wenig Outdoor-Erfahrung haben oder eher frieren als der Durchschnitt, sollten lieber einen etwas wärmeren Schlafsack nehmen (als Hausnummer 5-15°C, je kälter das Zielgebiet desto mehr).
  • Ausweich- und Rettungsmöglichkeiten: Sind weitere Personen dabei, mit denen im Zweifelsfall der Schlafsack getauscht werden kann, oder die den eigenen vor-/mitwärmen können? Kann - auch bei widrigen Umständen - in einigen Stunden eine warme Unterkunft erreicht werden? Kann bei verletzungsbedingt stark eingeschränkter Beweglichkeit Hilfe gerufen werden (Handy-Empfang, Sichtkontakt, Rufweite) und schnell eintreffen? Ist insgesamt wenig Unterstützung möglich, sollte eine großzügiger bemessene "Notreserve" eingeplant werden, evtl. sogar Redundanz.
  • Bei Kunstfaser für die langjährige Nutzung bedenken, dass sie mit jeder Verwendung und Wäsche ein klein bisschen weniger wärmt; bei Daune ist dieser Effekt deutlich geringer.

Woran erkennt man, wie warm ein Schlafsack ist?

Es gilt die Faustregel: Je dicker desto mehr Isolation. Ein Schlafsack, der bis 0°C isoliert, sollte im "entfalteten" Zustand an der dünnsten Stelle auf der Schlafsackoberseite so um die 5 cm Wandstärke aufweisen. Bei einem Schlafsack bis –7°C sollten etwa 7 cm Isolation vorhanden sein. (Quelle: Feathered Friends ™ Webseite)

Vorsicht bei Katalogangaben - da werden oft Angaben zum Loft gemacht. Dieser Wert bezeichnet aber die Schlafsackdicke, also Ober- und Unterseite, muss also noch durch 2 geteilt werden.

Manche Modelle haben auf Oberseite mehr Füllmaterial, sodass diese besser isoliert. Eigentlich keine schlechte Idee, da die Schlafsackunterseite sowieso durchs Körpergewicht plattgedrückt wird und deshalb eh nicht so gut isoliert. Dreht man sich jedoch im Schlaf (wie die meisten Menschen) und dreht dabei auch den Schlafsack, kommt die schwächer gefüllte Unterseite in Kontakt zur Luft und der Schlafsack ist dann kälter als ein Schlafsack mit gleichmäßiger Verteilung der Füllung auf Ober- und Unterseite.

Was bedeutet Fillpower/cuin?

Fillpower ist ein Maß für die Daunenqualität. Je höher der Wert, desto besser die Daune. Die Fillpower gibt an, wie viel Volumen eine Unze Daune einnehmen kann und wird in cuin - cubic inches (Kubikzoll) - angegeben. Eigentlich eine gute Idee diesen Wert zu messen: Je hochwertiger die Daune, desto weniger (Gewicht) brauche ich, um ein und denselben Schlafsack zu füllen / dasselbe Volumen isolierende Luft einzufangen. In der Praxis ergeben sich mehrere Probleme:

Es wird nur stichprobenartig gemessen - die Daunenqualität unterscheidet sich oft schon von Gans zu Gans. Für den einen Schlafsack mögen die Angaben dann stimmen, für den nächsten schon nicht mehr. So sind dann auch Schlafsackempfehlungen mit Vorsicht zu genießen. Ein Schlafsack Modell Superwarm kann richtig gut und prall befüllt sein, ein anderer vom Modell Superwarm macht evtl. eine recht schlappe Figur.

Es gibt mehrere Prüfmethoden - 700 cuin beim Hersteller A können was ganz anderes sein als beim Hersteller B.

Und oft wird auch schlicht geschummelt: Bei einem Schlafsacktest einer deutschen Fachzeitschrift wurde mal die Fillpower der Daunen nachgemessen. Die meisten Hersteller erreichten nicht die werbeversprochenen Fillpowerwerte; nur ein Hersteller lag über seinen Angaben. Komisch, oder?

Abhilfe: Guckt euch die Schlafsäcke life im Laden an, fühlt die Daune mit den eigenen Händen, legt sie auf die Waage und legt euch rein. Anschließend kauft ihr genau den Schlafsack den ihr im Laden ausprobiert habt.

Welche Größe und Form soll ich wählen?

Bei der Größe ist wichtig, das man ringsrum "etwas Luft hat", damit man nicht die Füllung zusammen drückt und damit die Isolation zunichte macht (also friert), aber auch nicht ewig viel Luft im Schlafsack hat, die man aufwärmen muss.

Als grobe Richtschnur für Bestellungen gilt "Außenlänge minus 30 cm = maximal hinein passende Körpergröße". Praxis-Test für die Länge (für Breite geht's analog): Gestreckt auf den Rücken legen & Kapuze locker über den Kopf ziehen, dann sollte am Fußende eine Handbreit "Luft" sein, damit man - auch bei Bewegung im Schlaf - oben bzw. unten nicht zu stark anstößt. Du sagst Hilfe, mein Körper sprengt alle Normen! Für Menschen, die größer als 2m sind, gibt es nur wenig Auswahl. Ajungilak von Mammut bietet z.B. Schlafsäcke bis 215 Körpergröße an. Außerdem besteht die Möglichkeit, Schlafsäcke maßschneidern zu lassen - z.B. bei Carinthia. Ursprungstext stammt von Christian Wagner (http://www.flusslinie.de)


Die üblichen Formen sind:

  • Mumie. Seine Form folgt der Körperform, minimiert so die im inneren vorhandene, aufzuwärmende Luft als auch das benötigte Material, und ist daher die leichteste und kompakteste und am schnellsten aufwärmbare Form. Kann seltener aufgeklappt und als Decke verwendet werden.
  • Rechteckform. Bietet viel Platz und damit viel Bewegungsfreiheit, gerade im Fußbereich, ist dafür die Form mit höchstem Gewicht und der meisten aufzuwärmenden Luft. Kann meist aufgeklappt und als Decke verwendet werden.
  • Ei. Kompromiss zwischen den beiden anderen Formen und bietet vor allem im Brust- und Hüftbereich mehr Platz als die Mumien-Form.

Auf dem Markt gibt es ein paar Modelle, die in einer der vielen anderen Formen daher kommen, bspw. als Schlafsack mit Armen und Beinen, der praktisch wie ein warmer Overall benutzt werden kann, so dass man nicht Schlafsack als auch warme Hose und Jacke mitnehmen muss. Da diese Formen und Modelle oft sehr eigene Einsatzgebiete, Vor- und Nachteile haben, aber kaum verbreitet sind, wird hier im Artikel nicht tiefer auf sie eingegangen - bei mehr Interesse einfach im Forum recherchieren.

Eng oder weit? Letztlich hängt diese Entscheidung davon ab, was einem wie wichtig ist. Ein enger Schlafsack ist leichter & die wenige Luft im Innern ist schnell aufgewärmt, ein etwas weiterer ist bequemer und erlaubt mehr Bewegungsfreiheit (empfinden vor allem Personen als angenehm, die sich nachts viel bewegen) und lässt auch genug Platz, um im Schlafsack ein schützendes Inlett, wärmende Klamotten, und/oder sogar einen zweiten Schlafsack zu packen - mit diesem Zwiebelschalten-Prinzip reichen ein Sommer- und ein 3-Jahreszeiten-Schlafsack zusammen auch für den Winter.

Stretch-Modelle wie bspw. Deuter Exosphere (2014) kombinieren Vorteile von eng und weit: Der Schlafsack liegt immer recht nah an & wärmt sich entsprechend schnell auf, ist aber eigentlich weit geschnitten, so dass man sich gut bewegen kann und viel "innen rein stecken" kann. Vom Gewicht her liegen diese Modelle zwischen engen und weiten, weil genauso viel Obermaterial wie bei einem weiten Schlafsack nötig ist, aber weniger Füllung für gleiche Wand-Dicke ausreicht, da diese meistens ja eng am Körper liegt und nicht komplett gedehnt bleibt wie bei einem weiten Modell.

Woran erkenne ich einen guten, preiswerten Schlafsack?

Die Daune ist der Teil am Schlafsack, welcher am teuersten ist. Folglich ist der Schlafsack, welcher volumenmäßig die meiste Daune besitzt, der beste Deal. Volumenmäßig bedeutet hier, das man sich zuerst das Füllgewicht ansieht. Je mehr desto besser. Dann schaut man auf die Fillpower-Angabe; auch hier gilt, je mehr desto besser. Man sollte sich jedoch vor Augen halten, dass Daune mit mehr als 650 cuin sehr viel teurer ist als Daune mit 600-650 cuin. Ob man das wirklich braucht, muss jeder selber entscheiden - auch mit guter 600er Daune lassen sich sehr gute, tragbare und warme Schlafsäcke bauen. Über 650 cuin kommt man sehr schnell in den hochpreisigen High-End-Bereich. Die 100-200 g Gewichtsersparnis muss man teuer bezahlen und können an anderer Stelle im und am Rucksack viel billiger erreicht werden.

Den "wahren Test" müssen die Schlafsäcke im direkten Vergleich mit anderen Säcken im Laden absolvieren. Lege sie nebeneinander aus:

  • Sieht der Sack prall aus, richtig aufgeplustert, oder sind einige Kammern noch schlapp und hängen durch?
  • Welcher der Schlafsäcke ist am fettesten?
  • Ist der Sack gut zu komprimieren?
  • Wie ist sein Gewicht? Leg sie auf eine Waage, Herstellerangaben ist da nicht unbedingt zu vertrauen.
  • Fühlst du dich im Sack wohl? Ist der Bezugsstoff angenehm?
  • Ist der Schlafsack eng/unbequem? Bedenke jedoch auch, dass ein zu weiter Schlafsack kälter ist als ein engerer bei gleichem Gewicht, da die gleiche Füllmenge sich auf mehr Fläche bzw. Volumen verteilt.
  • Wenn du die Kapuze bis auf ein Atemloch verschließt, ist es dann über Mund und Nase, oder irgendwo anders?
  • Passt die zugezogene Kapuze?
  • Wirkt das Außenmaterial ausreichend robust und für den Einsatzzweck geeignet?

Und was ist mit den Bezugsstoffen?

Der Innenbezug sollte sich auf der Haut gut anfühlen - ausprobieren. Baumwolle als Innenbezug fühlt sich zwar prima an, trocknet aber irre langsam.

Ein knisternder Bezugstoff nervt viele auf Dauer.

Die Farbe ist kein wichtiges Kaufkriterium, bei entsprechender Auswahl sollte wenigstens eine Seite des Schlafsacks dunkel sein, am besten schwarz. Legt man diese Seite in die Sonne, ist die Trockenzeit am geringsten.

Wasserdichte Oberstoffe behindern den Feuchtigkeitsdurchgang mehr als "normale" Oberstoffe, auch wenn sie noch so "atmungsaktiv" sind, und sorgen bei hoher Luftfeuchtigkeit eher für eine feuchtere Füllung (man verdunstet innen Wasser, das nicht schnell genug raus verdunsten kann) und damit Isolationsminderung. Bei einer Benutzung gänzlich ohne Dach oder im Biwaksack, also wenn Regen, Tau usw. direkt auf den Schlafsack gelangen, mögen sie evtl. sinnvoll sein - allerdings trocknet die Isolation extrem schlecht, wenn jemals Wasser hinein gerät (z.B. durch nicht ganz perfekt gedichtete Nähte, zermürbtes Material).

Für MYOG-Projekte:

  • Für Daunenschlafsäcke ist normale daunendichte Kunstfaser für die meisten Zwecke ausreichend.
  • Ein nur schwach atmungsaktives Material als Bezugsstoff ist für Schlafsäcke problematisch, da es ja per Definition kaum Luft durch lässt, d.h. die in der Isolationsschicht enthaltene Luft könnte beim Komprimieren fast nur an Nähten und Stellen mit Verarbeitungsfehlern entweichen, und ein komprimierter Schlafsack würde sein Loft nur sehr, sehr langsam entfalten.

Was gibt es bei der Schlafsack-Konstruktion zu beachten?

Das Füllmaterial muss am Verrutschen im Schlafsack gehindert werden, damit sich nicht die gesamte Isolierung an der tiefsten Stelle sammelt. Dafür wird es im Schlafsack mit Nähten oder Trennwänden fixiert. Es sind um so mehr Fixierungspunkte nötig, je "fließfähiger" und/oder fragiler die Füllung ist: Daunen sind nicht fixiert und können sich daher frei bewegen, leichtes Primaloft braucht etwa alle 7cm eine Stabilisierung damit es nicht zerreißt, festeres Primaloft nur alle 10-15cm.

Die einfachste Art Fixierung ist das Durchsteppen, d.h. die Vernähung von Außen- und Innenbezug. Dabei ist an der Naht keine Isolierung mehr, die Folge sind kalte Stellen bzw. Kältebrücken. Für reine Sommerschlafsäcke reicht diese Konstruktion aus, aber ein 3 Jahreszeiten-Sack braucht eine bessere Lösung.

Bewährt ist die H-Kammer-Konstruktion. Hier werden aus dünnem Stoff (Moskitonetz) senkrechte Trennwände eingearbeitet, d.h. die Trennwand ist der horizontale Strich des H und Außen- und Innenbezug die vertikalen Striche. Außen- und Innenbezug berühren sich nie, so dass keine kalten Stellen entstehen. Diese Konstruktion ist noch sehr leicht, und einfach (preiswert) herzustellen und für einen 3 Jahreszeitenschlafsack absolut ausreichend.

Schräge Kammerwände erhöhen die Isolationsleistung geringfügig, weil im Gegensatz zu senkrecht zum Körper stehenden Kammerwänden der H-Konstruktion nicht nur Füllung, Innen- und Außenmaterial Wärmestrahlung zurück zum Körper reflektieren, sondern auch noch die Kammerwände, und bei der H-Konstruktion direkt an der Trennwand keine Füllung ist und damit eine schmale Kältebrücke existiert. Der Wärmegewinn bewegt sich im Bereich von wenigen Gramm mehr Isolationsmaterial, ist aber teurer wegen der aufwendigeren Herstellung.

Welche Ausstattung ist wichtig?

Das hängt vom Einsatzzweck und dem persönlichen Geschmack ab. Außer bei reinen Sommersäcken sind Abdichtungen der Kältebrücken sinnvolle Ausstattungs-Details, weil sie die Hauptfunktion des Schlafsacks unterstützen: thermische Isolierung. Sie machen sich besonders bemerkbar bei Temperaturen unter grob 10°C und beim Biwakieren, besonders bei Wind. Übliche Bausteine sind ein Wärmekragen (an den Schultern), eine Reißverschluss-Abdeckung und eine einigermaßen dicht verschließbare Kapuze mit Atemloch am der richtigen Stelle. Seltener sind per Body Mapping zugewiesene, variable Materialstärken, also bspw. im Fußbereich etwas dickere Isolation als am Torso, weil man dort weniger Fett als körpereigene Isolation hat und auch weniger & kühleres Blut zirkuliert. Wärmekragen bis zur Frostgrenze sind weitgehend überflüssig, wenn man die Kapuze zuzieht.

Andere Details sind für die meisten Einsätze unwichtig bzw. bestehen gute Alternativen, daher sollten sie von den wirklich wichtigen Dingen wie Passform, Daunenqualität und –menge nicht ablenken. Extras erhöhen auch etwas das Gewicht und den Preis.

  • Ein nicht verklemmender Reißverschluss (bauartbedingt oder durch verstärkten Bezugsstoff nahe am Reißverschluss) vermeidet nicht nur Beschädigungen (damit Lebensdauer des Schlafsacks) und ist ein Komfort-Gewinn (weil man nicht dauernd den Reißverschluss wieder gängig machen muss), sondern auch ein Sichtheitsgewinn - kaum etwas ist ätzender, als in einer wirklich kritischer Situation (z.B. Angriff durch ein Tier) die Hände nicht schnell aus dem Schlafsack zu bekommen.
  • Geringes Gewicht & Volumen werden um so wichtiger, je länger man am Stück unterwegs ist, weil man dann mehr Nahrungsmittel, Kleidung etc. mitnehmen muss und nach oberen ein Limit fürs Gesamt-Gewicht und -Volumen existiert.
  • Stretch-Funktion: Quer verlaufende elastische Bänder ziehen einen bequem weit geschnittenen Schlafsack zusammen, so dass er trotz seiner Weite immer körpernah liegt und entsprechend weniger Luft angewärmt werden muss, d.h. schneller und besser wärmt, ohne einzuengen.
  • Reißverschluss-Länge: Ein kürzerer macht den Schlafsack leichter, ein rundum laufender vereinfacht das Trocken & Lüften und erlaubt eine Nutzung als Decke.
  • Zweiwege-Reißverschluss oder Öffnung/Reißverschluss im Fußbereich: Ermöglicht, nur den Fußbereich zu kühlen, wenn einem an den Füßen warm aber am Oberkörper angenehm bzw. kalt ist.
  • Kein Reißverschluss spart Gewicht (Reißverschluss selbst, die wärmende Abdeckung, den Schutzstreifen, alle Nähte), dafür muss man etwas umständlicher hineinsteigen und kann nicht so leicht die Wärme regulieren.
  • Reißverschluss links oder rechts je nach dem, was einem angenehmer ist; für Rechtshänder ost ein links verlaufender Zip.
  • Uhren- und Wertsachentasche können beruhigen, wenn man nicht vertrauenswürdige Personen Zugang zum Material haben, können aber gut durch einen Packbeutel oder eine Hüfttasche ersetzt werden.
  • Unterschiedlich geformte Bänder für den Kordelzug am Hals und den an der Kapuze machen die beiden Züge leichter unterscheidbar. Das kann leicht selbst nachgerüstet werden.
  • Beschichtetes/Wasserdichtes Außenmaterial
    • über die gesamte Oberfläche s.o. bei Bezugsstoff
    • im Kopf- und Fußbereich soll die Isolierung auch dann trocken halten, wenn man eine vom Kondenswasser feuchte Zeltbahn berührt. Kann natürlich nur einen Effekt haben, wenn das Zelt nicht ausreichend lang ist, bspw. weil man extrem groß gewachsen ist oder aus Gewichtsgründen ein knapp bemessenes Zelt wählt. Kann durch Imprägnier-Spray zu einem gewissen Grad selbst nachgerüstet werden.
  • Stärkeres Außenmaterial im Kopf- und Fußbereich, teilweise auch auf der gesamten Unterseite, soll Beschädigungen durch rauen Untergrund vermeiden, wenn man beim Biwakieren etwas von der Isomatte rutscht. Eine untergelegte Folie, Tyvek o.ä. schützt genauso gut vor Abrieb und zusätzlich Schlafsack & Isomatte vor Dreck.
  • Eine reflektierende Beschichtung am Innenstoff soll Wärmestrahlung zum Körper zurück schicken und ist nur bei wenigen Modellen zu kriegen, die fast alle für niedrige Temperaturen gedacht sind - nur dann lohnt diese aufwändige Art, ein wenig Wärmeleistung zu erreichen.
  • Anatomisches Fußteil
  • Koppel-Funktion: Zwei Schlafsäcke werden mit dem Reißverschluss zusammen gefasst und ergeben einen großen Schlafsack für 2-3 Personen. Der ist schneller angewärmt und schön kuschelig, aber langfristig nicht so warm, weil die gekoppelten Schlafsäcke am Kragen nicht so dicht schließen und mehr warme Luft entweicht. Eine Kopplung ist nur sinnvoll, wenn der Reißverschluss bis sehr weit unten geht, also nicht schon an Hüfte oder Knie aufhört, und wenn beide Schlafsäcke vom gleichen Hersteller sind (teils gleiches Modell nötig). Beim Kauf auf darauf achten, dass ein Sack den Reißverschluss rechts hat und einer links.

Mit welchen Ausgaben muss ich rechnen?

Das hängt natürlich sehr stark vom Geldbeutel und dem Einsatzbereich ab. Ein sehr guter 3 Jahreszeiten Schlafsack mit Kunstfaser-Füllung kann durchaus 130€ kosten, mit Daune 200€ und mehr. Falls man in der glücklichen Lage ist, den Schlafsack nicht sofort zu brauchen, kann man etwas länger die Läden und das Internet nach Sonderangeboten durchstöbern - für um die 150€ sollte man dann auf jeden Fall einen Daunenschlafsack finden.

Es lohnt sich durchaus auch, mal Schlafsäcke anzusehen, die viel teurer bzw. viel billiger sind als man ausgeben will. Bei den billigen kann man evtl. ein Schnäppchen machen, bzw. man weiss dann, was man nicht will, und bei den teureren erkennt man dann oft, auf was es ankommt. Teurere Säcke verwenden wie schon gesagt oft bessere Daune und leichtere Bezugsstoffe, sie sind also bei gleicher Wärmeleistung meist leichter und stärker komprimierbar. Ob die paar Gramm Gewichtsersparnis jedoch den finanziellen Aufwand wert sind, sei dahingestellt.

Verdammt, nun liege ich im Wald und friere doch wie ein Schneider, was soll ich tun?

Zuerst sorge für gute Bodenisolation - die Schlafsack-Unterseite wird vom Körpergewicht platt gedrückt und wärmt dann so gut wie gar nicht mehr. Deshalb eine gute Isomatte drunter, falls die nicht reicht, dann noch Tannenreisig oder Laub unterlegen.

Ziehe die Kapuze des Schlafsacks bis auf ein Atemloch zusammen, damit möglichst wenig warme Luft aus dem Inneren entweichen kann. Rolle Dich zusammen, damit die Außenfläche möglichst gering wird.

Setze eine Mütze auf, und ziehe alles an, was noch trocken ist und locker genug am Körper sitzt, um eine isolierende Luftschicht zu binden. Das Gerücht, dass ein Schlafsack nur wärmt wenn man in Unterhose reinsteigt, ist völliger Blödsinn - es ist jedoch kontraproduktiv, sich soviel Kleidung überzustreifen, bis man aussieht wie eine Presswurst, denn das behindert die Loftentwicklung und den Blutkreislauf. Schlüpfe mit den Beinen in eine Fleece-Jacke, wickle eine andere um die Füße. Lege die Oberjacke wie eine Decke auf den Schlafsack. Hast Du eine Rettungsdecke, benutze sie - körpernah, um Wärmestrahlung zu reflektieren, außen als Windschutz.

Iss viel und reichlich (auch extra fettiges schadet nicht) zu Abend. Koche ’nen heißen Tee. Mach deine Trinkflasche mit heißem Wasser voll und packe Steine, die Du am Lagerfeuer gewärmt hast, in einen Socken o.ä. und steck' sie als Wärmflasche in den Schlafsack.

Hilft alles nix, dann pack deinen Kram zusammen und wandere weiter - Schlaf kannst du in der Mittagssonne immer noch nachholen.

Wie pflege ich meinen Schlafsack?

Der Artikel Schlafsackpflege geht auf dieses Thema näher ein.

Hilfe beim Schlafsackkauf

Wenn auch nach dem Lesen dieses Artikel noch Unklarheiten über den richtigen Schlafsack herrschen ist es evtl. an der Zeit, mal eine Nachfrage im Forum zu stellen. Der Artikel Schlafsackkauf zeigt, wie's geht.

Der Artikel Schlafsackvergleich vergleicht aktuelle Modelle und der Artikel Schlafsackhersteller bietet eine Übersicht als Ausgangspunkt für weitere Recherchen.

Zubehör

Inletts haben mehrere Funktionen (im entsprechenden Artikel detaillierter beschrieben):

  • Sie vermindern die Verschmutzung des Schlafsackes von innen durch Dreck, aber auch durch die Ablagerungen vom Schweiß (Öle, Salze usw.), die die Isolationswirkung und den Feuchtigkeitstransport negativ beeinflussen. So vermeiden sie ein häufiges Waschen, wodurch die Isolierleistung schneller nachlassen würde.
  • Sie sorgen für ein angenehmes Schlafklima, bspw. durch ein angenehmeres Gefühl auf der Haut als beim Schlafsack-Innengewebe.
  • Sie wärmen etwas und können den Temperaturbereich des Schlafsacks nach unten ausweiten.
  • Inletts, die als Dampfbremse fungieren (engl. VBLs Vapor Barrier Liners), werden insbesondere bei mehrtägigen Touren in frostiger Umgebung verwendet, um die Isolationsschicht des umgebenden Schlafsacks vor der Feuchtigkeit zu schützen, die der menschliche Körper abgibt. Dies erhöht die Wärmeleistung, reduziert das Gewicht und reduziert die nötige Trinkmenge.


Schlafsäcke sollten in voluminösen Netzbeuteln, Kopfkissenbezügen o.ä. aufbewahrt werden - gerade Daunensäcke sollten locker gelagert zu werden; allen anderen tut das auch gut.

Für den Transport ist eine wasserdichter Packsack mit Rollverschluss (15-20€) sinnvoll: Er schützt den Schlafsack als auch die Schlaf-Klamotten zuverlässig vor Nässe, auch wenn das Boot kentert oder man beim Queren eines Baches ausrutscht und alles voll im Wasser landet. Nebenbei lässt damit der Sack sehr stark komprimieren (Schlafsack in den Packsack, draufsetzen um die Luft rauszudrücken, schließen).

Eine gute Isomatte ist buchstäblich die Grundlage für guten Schlaf.

Ein guter Biwaksack ersetzt für manch einen das Zelt.

Alternativen zum Schlafsack

Durch immer bessere Isomatten wird die Isolation nach unten im Schlafsack immer unwichtiger. Für Gewichtsparer und Bastler bietet sich die Lösung "Quilt" an - eine Daunensteppdecke aus Schlafsackmaterial, die man bei Bedarf um sich herum zusammenziehen kann.

Links

"Sleep Well - Daunen 'Know-How'", Mammut Sports Group AG, 2005 (PDF-Dokument)