Rheinhöhenweg

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Der 1910 eröffnete Rheinhöhenweg ist ein Weitwanderweg, der meist über die Höhen beidseits des Mittelrheins verläuft. Traditionell wird in linksrheinisch und rechtsrheinisch unterschieden. Zusammen sind beide Varianten heute gut 510 Kilometer lang. Der rechtsrheinische Rheinhöhenweg führt von Wiesbaden nach Bonn-Beuel (ca. 240 km), der linksrheinische von Alsheim (südlich Mainz) nach Bonn (ca. 270 km).

Entstehung vor dem Ersten Weltkrieg

Hans Hoitz Rheinwanderbuch Aufl. 1908

Ideengeber und treibende Kraft war der Kölner Lehrer und Wegeobmann des Eifelvereins Hans Hoitz, der 1904 den Rheinischen Verkehrsverband in Koblenz, dessen Aufgabe u.a. die Förderung des Tourismus entlang des Rheins war, für sein Vorhaben gewinnen konnte.

Dr. Bruno P. Kremer (s. Link bei den Quellenangaben unten) schreibt:

"Hoitz (...) erhielt er 1907 vom kontaktierten Verkehrsverband offiziell den Auftrag, den schon seit Beginn der Planungsphase so genannten Rheinhöhenweg mit Zugängen und Verbindungsstrecken im Detail zu projektieren. Das nach dem Kartenbild zunächst einfach erscheinende Vorhaben, den Weg unmittelbar entlang der Talkante des Mittelrheintals zu führen, ließ sich im Gelände jedoch so nicht immer umsetzen. In Teilen musste der Streckenverlauf recht beträchtliche Umwege in Kauf nehmen, um beispielsweise an den zahlreichen Seitentaleinmündungen unnötig viele Ab- und Aufstiege zu vermeiden."

Und weiter:

"... Nach rund vier Jahren war das neue Wegesys­tem des ersten Rheinhöhenweges linksrheinisch von der Nordostecke der Eifel bei Bonn bis Andernach auf 72 km und von Koblenz bis Bingen auf weiteren 100 km Wegstrecke eingerichtet. Auf der rechten Rheinseite war der Weg bereits durchgehend von (Bonn-)Beuel bis Wiesbaden auf einer Gesamtlänge von 280 km angelegt ..."

Die Rheinhöhenwege waren 1910 soweit erkundet und markiert, dass sie der wandernden Öffentlichkeit übergeben werden konnten. Noch vor dem Eröffnungstermin konnte Hans Hoitz 1908 das von ihm verfasste Wanderbuch "Rheinwanderbuch - 18 Tage auf den Rheinhöhen und im Rheintal" vorlegen (s. Link unten). Neben der Wegbeschreibung hatten auch vier Karten und ein Verzeichnis preiswerter Unterkünfte für Schüler und Studenten Platz im Buch gefunden. Werbung durfte auch nicht fehlen.

Die damalige Streckenführung nutzte oft die Wege entlang oder auf den Höhenrücken des Rheintals. Nutzbare Wege, die näher an der Abbruchkante zum Rhein lagen, waren aus Mangel an motorisierter Land- und Forstwirtschaft nicht vorhanden. Es gab praktisch keine Wirtschaftswege in den Wäldern parallel zum Rheinverlauf. Zum Beispiel verlief die Etappe von Linz am Rhein ins Wiedtal und weiter nach Rengsdorf teils auf der alten steinigen und lehmigen Höhen-/Dorfverbindstraße über den Rhein-Wied-Rücken weit weg vom Rhein. Heute ist das eine breite, stark befahrene Landstraße. Einige der ganz alten Bewohner des Höhenrückens nennen diese heute (2019) noch immer "Rheinhöhenweg".

In den 1970er-Jahren wurde die Streckenführung überarbeitet und an die damals üblichen Standards, Vorstellungen und Möglichkeiten angepasst. Trotzdem bleiben die Rheinhöhenwege oft auf den umliegenden Höhenrücken oder lassen touristische Höhepunkte aus. Der Drachenfels, das beliebteste Ausflugsziel am Unteren Mittelrhein, wird heute noch immer weiträumig umwandert, ebenso andere Sehenswürdigkeiten, wie die Wein- und Rebenlandschaft des Rheingaus. Dort bleibt der Rheinhöhenweg fast durchweg auf dem Taunushauptkamm. Es soll ein Höhenweg sein und bleiben, der sowenig wie möglich ins Rheintal hinabsteigt.

Gegenwart

Betreut und in Schuss gehalten werden/wurden die Rheinhöhenwege von den regionalen Wandervereinen, in der Regel von den übergeordneten Hauptvereinen. Zu nennen sind Westerwald-Verein, Eifelverein, Hunsrückverein, Taunus-Klub und Rhein-Taunus-Klub.

Mit dem Aufkommen der neuen Wanderbewegung nach der Jahrtausendwende, sowie Errichtung der Premiumwanderwege Rheinsteig und Rheinburgenweg werden die Rheinhöhenwege nur noch selten begangen - wenn überhaupt. Auf einigen Teilstrecken wird der Weitwanderweg nicht mehr von Wandervereinen oder lokalen Verkehrsvereinen betreut. Markierungsarbeiten unterbleiben oft. Bei einigen der einst beteiligten Wandervereinen wie Eifelverein, Hunsrückverein oder Taunusklub taucht der Rheinhöhenweg nicht mehr in den Wegeverzeichnissen auf.

Beim rechtsrheinischen Rheinsteig (2005 eröffnet) und seinem linksrheinischen Pendant Rheinburgenweg (2007), wurde die Wegführung häufiger weiter hinab ins Tal und näher an den Rhein gelegt. Neue Wirtschaftswege und die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen lokalen Spazier- und Ausflugswege machten es möglich. Der Rheinsteig ist jedoch rund 70 km länger und weist bedeutend mehr Höhenmeter auf.

Routenverlauf, Betreuung, Markierung

Linksrheinisch (270 km):

Alsheim - Mainz - Bingen - Boppard - Güls (Koblenz) - Andernach - Bad Breisig - Bonn. Oberwesel bis Bonn Gleichlauf Europäischer Fernwanderweg E8

Markiert wird mit einem weißen oder schwarzen R, gelegentlich weißes R auf schwarzem Spiegel.

Betreut von: Bingen bis Koblenz nur noch bei Gleichlauf E3 u. E8, Hunsrückverein. Weiter bis Bonn, Eifelverein.

Rechtsrheinisch (240 km):

Wiesbaden - Kaub (Kreuzung Europäischer Fernwanderweg E3 - St. Goarshausen - Braubach - Lahnstein - Bendorf-Sayn - Rengsdorf (im Wiedtal kurz Gleichlauf mit Wiedweg und HWW 2 Eitorf - Neuwied) - Bad Hönningen - Bad Honnef - Bonn-Beuel.

Markiert wird unterschiedlich. Anfang der 2010er-Jahre wurde die Markierung in einigen Abschnitten überarbeitet.

Betreut von: Wiesbaden bis Kaub, Rhein-Taunus-Klub. Durchgängig neue Markierung meist durch genagelte Schildchen. Gelegentlich alte Schildchen, gemalte Markierungen sind keine mehr zu sehen.

Weiter bis Lahnstein, Taunusklub (Betreuung eingestellt). Auf dieser Teilstrecke sind gelegentlich Markierungsschilder des Rhein-Taunus-Klubs zu sehen. Oft sind noch alte bis sehr alte weße "Rs", die in Breite und Höhe gewachsen sind zu sehen.

Lahnstein bis Bonn-Beuel, Westerwald-Verein. Der Westerwald Verein markiert auf seiner Teilstrecke (Lahnstein - Bonn-Beuel) mit einem weißen R auf schwarzem Spiegel. Die Markierung ist bis auf den Bereich von Neuwied (Heimbacher Wald) bis Altwied gut bis sehr gut.

Zwischen den beiden Rheinhöhenwegen konnte an einigen Stellen über markierte Verbindungswege (Markierung "RV") gewechselt werden. Diese Markierung ist nur noch selten vor Ort zu sehen. Meist ersetzt(e) sie die nachstehend genannte RZ-Markierung. Komplett fehlt die Markierung der einstigen Rheinhöhen-Zugangswege ("RZ"), die Orte am Rhein mit den Rheinhöhenwegen verbanden.

Verlauf 1910:

Bonn-Oberwinter
Koblenz-Wiesbaden
Remagen-Andernach
Um Koblenz

Alle Karten aus Hans Hoitz "Rheinwanderbuch" Auflage 1908.

Wanderkarten und GPX-Daten

  • RheinWandern. Rheinsteig/ RheinBurgenWeg. Nord. Topografische Streifenkarte kompl. Mittelrheintal 1 : 25.000 Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz ISBN 978-3-89637-388-5.
  • Wanderkarte: "Die Rheinhöhenwege" 1:50.000, Kompass Verlag, ISBN 3850268950 ISBN-13: 978-3850268950


Siehe auch

Rheinsteig, Europäischer Fernwanderweg E3, Europäischer Fernwanderweg E8, Wiedweg, HWW 2 Eitorf - Neuwied

Tourberichte bei outdoorseiten.net

In Zukunft sind nicht viele Wanderberichte vom Rheinhöhenweg zu erwarten. Deshalb finden sich hier auch Links zu Tourberichten von Rheinsteig und Rheinburgenweg, die die Aufmerksamkeit der Wanderer*innen haben.

Rheinhöhenweg

Rheinsteig

Rheinburgenweg

Quellenangaben und Weblinks

Quellenangaben:

Weblinks: