Pickerweg

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Strecke: Osnabrück-Wildeshausen Länge: ca. 107 km / 130 km

Markierung

Der Pickerweg wird von einem weißen P auf schwarzem Grund markiert. Einzige Ausnahme: von Osnabrück bis Engter/Mühlort weist ein weißes X auf schwarzem Grund den Weg, da dieser Abschnitt mit anderen Routen zusammen ein Wegebündel bildet, dessen verschiedenen Stränge sich in Engter trennen.

Streckenverlauf

Strecke: Osnabrück-Wildeshausen

Länge: ca. 107 km / 130 km (je nach Quartiernahme), die GPS-Daten geben 117 km an (www.geolife.de)

Mögliche Etappen (inkl. Umwege in die Orte): OS-Engter 19 km – Engter-Vörden 21 km – Vörden-Damme 13 km – Damme-Steinfeld 14 km – Steinfeld-Vechta 23 km – Vechta-Visbek 20 km – Visbek-Wildeshausen 22 km

Steigungen: aufwärts 985m, abwärts 992m

Höchster Punkt: Aussichtsturm Venner Berg (bei Engter) 155 m

Asphaltanteil: insges. erstaunlich niedrig fürs Flachland, stellenweise jedoch mittel, besonders im nördlichen Bereich

Fahrradtauglichkeit: eingeschränkt (Dammer Berge z.T. nur mit MTB passierbar)

Historisches: Älter geht es im Nordwesten kaum. Der Pickerweg folgt einer uralten Route am Treffpunkt der Niederungsgebiete Hasetal und Dümmerniederung. Dadurch streift oder durchquert er nahezu alle Landschaftsformen, die in der Tiefebene so anzutreffen sind (Mittelgebirge, Urstromtal, Hochmoor, Endmoräne, Geest und hinter Wildeshausen optional noch Marsch), was ihn zwar nicht anspruchsvoll, dafür jedoch sehr abwechslungsreich macht.

Erste Erwähnung findet der Weg in kirchlichem Kontext; im Jahre 850/851 n. Chr. wurden die Gebeine des Hl. Alexander entlang der heutigen Route nach Wildeshausen gebracht ("Translatio Alexandri"). Zwischen Damme und dem Steinhuder Meer existiert gegenüber dem damals bereit erwähnten Hof Bokern bis heute eine Kapelle, die an das dort gewirkte Wunder der Reliquie erinnert.

Im Osnabrücker Land dominiert bergiges Gebiet mit vielen Waldanteilen, durch die der Pickerweg bis Engter/Mühlort auf einem wahren Bündel an Routen verläuft (Hünenweg, E11, Wittekindsweg, DiVa Walk). Zwischen Engter und Vörden folgt nach dem geografischen Scheitelpunkt (155 m) dann das große Campemoor, durch das es quer hindurchgeht. Ein Abstecher nach Kalkriese ist auch empfehlenswert, kostet aber Zeit – und Unterkünfte sind in der Ecke leider rar. Von Vörden bis Steinfeld überquert man dann die Endmoräne der Dammer Berge, deren Ausläufer sich geologisch gesehen nördlich bis Vechta hinein erstrecken und früher eine Art natürlichen Damm zwischen Haseniederung und Dümmer bildeten.

Die Namensgebenden "Picker" waren Fuhrleute, die diese Route nutzten, um Waren von Nord nach Süd zu schaffen. Ihre ursprüngliche Wegetrasse führte von Bramsche übers Wittefeld gen Vörden und dann an den Dammer Bergen südlich entlang, immer knapp über Moorniveau und unterhalb der Steigungen der Dammer Berge. Ein letztes Relikt dieser Trasse kann als alter Hohlweg in Bergfeine begangen werden; die beiden kleinen Kapellen westlich bzw. nördlich des Ortes weisen auf den hier abknickenden Hohlweg. Der Pickerweg ist übrigens Teil der "Rheinischen Heerstraße", deren ehemaliger Wegeverlauf sich bis heute weitgehend im Verlauf der Autobahn A1 ("Hansaroute") wiederspiegelt.

Hinter Vechta auf der Geest wird es flacher und „typisch“ norddeutsch. Trotzdem hat man immer wieder abwechslungsreiche Natur mit vielen Waldgebieten und hinter Visbek die berühmten Hünengräber (z.B. die Visbeker Braut, die man durchquert), und deren beeindruckenden Anlagen ein bisschen Pepp in die Angelegenheit bringen. In Wildeshausen lohnt sich auch ein Abstecher zum ein paar Kilometer südlich gelegenen Pestruper Gräberfeld, das aus der Bronze- und vorrömischen Eisenzeit stammt. Ganz in der Nähe befinden sich noch die Kleinknetener Steine, eine beeindruckende und z.T. begehbare Hünengrabanlage.

Die Beschilderung des Pickerwegs ist größtenteils hervorragend, da der Wiehengebirgsverband den Weg pflegt und seine Aufgabe ernst nimmt. Das weiße P ist überall zuverlässig zu sehen, nur im Bereich der Dammer Berge kann es an einigen Ecken etwas Aufmerksamkeit erfordern, den Weg zu finden. Auf der „Wanderautobahn“ von Osnabrück bis Engter ist der Weg übrigens völlig „überschildert“ und daher selbst blind nicht zu verfehlen.

Was sich zum Anschauen wirklich lohnt:

- Wallenhorst, alte Alexanderkirche (Achtung! Größerer Umweg ab Rulle, nicht ausgeschildert)

- Rulle, Wallfahrtskirche

- Kalkriese, Varusschlacht

- Moorlehrpfad Campemoor

- Damme, Stadtmuseum

- Vechta, Museum im Zeughaus und Castrum Vechtense

- Visbeker Braut und Bräutigam

- Wildeshausen, Alexanderkirche

- Pestruper Gräberfeld und Kleinknetener Steine

2008 wurde der Pickerweg auch noch zum Pilgerweg und in das Netz der Jakobswege eingegliedert. Er gehört zur Route der Via Baltica und schließt in Osnabrück an die westfälische Strecke via Münster bis Wuppertal an. Der Führer ist textlich nicht mehr völlig aktuell (jedenfalls hinsichtlich der Unterkünfte), aber die Karten sind hervorragend und der (Picker-)Weg hat sich in den letzten Jahren nicht verändert. Wer gerne ein Buch dabei hat, ist hiermit gut bedient.

An-/Abreise

Anfahrt:

OS Hbf, Startpunkt Dom

Wildeshausen Bhf, Nordwestbahn via Bremen; Startpunkt Alexanderkirche

Ausstiegsmöglichkeiten auf der Strecke:

Bahnhöfe in Neuenkirchen (bei Vörden), Steinfeld, Lohne, Vechta

Ansonsten die üblichen, spärlichen Überlandbusse (sofern vorhanden)

Anschlussmöglichkeit zum Weitwandern:

Ab Wildeshauen nach Bremen über den Geestweg via Harpstedt und Barrien (sehr asphaltlastig, aber immer noch besser als durch Delmenhorst hindurch!)

Versorgung

Der Pickerweg führt durch und an mehren größeren Orten vorbei, in denen man sich verpflegen und Wasser bekommen kann:

Engter, Vörden und Visbek werden durchquert und haben diverse Supermärkte.

Steinfeld, Lohne und Vechta liegen neben der Strecke und bieten ebenfalls zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten.

Zwischen Kalkriese und Vörden sowie Damme und Steinfeld gibt es keine regulären Möglichkeiten, um Wasser nachzufüllen.

Karten

Jakobswege Bd. 7 – Wege der Jakobspilger in Bremen und Niedersachsen. Petra Rörsch, Lukas Aufgebauer, Axel Fahl-Dreger. Bachem Verlag Köln 2008. 188 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Maße: 12,2 x 20,9 cm, Kartoniert (TB)

Route, Höhenprofil und Track

Downloads inklusive Info-Blatt unter geolife.de

Download der überwiegend gleich verlaufenden (längeren) Via Baltica

Weitere Informationen

Wiehengebirgsverband-Weser-Ems

Via Baltica - Jakobswege in Norddeutschland

Tourenbilder