Outdoorphotographie

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Kameradaten: f/3.2; 1/30s; Blitz; Photographie mit wenig Ausrüstung
Schwer bepackt geht er einher,
es ist ein Kameramann, er hat es schwer!
Riesige Ausrüstung trägt er am Rücken,
gleichzeitig plagen ihn die Mücken.
Da wird das schönste Hobby zur Tortur
- keinen Blick mehr schenkt er der Natur!
Was will ich doch nur damit sagen?
Man könnte einfach weniger tragen!

Die einen haben einen ganzen Sack voll Kamera dabei, die anderen nur kleine Kompaktknipsen. Viele beschwören ihre Wahl, doch darum soll es hier nicht gehen. Wir gehen hier davon aus, dass aufgrund von Gewichtsbeschränkung und anderen Gründen (Preis) die Ausrüstung ziemlich klein bleiben muss, wir aber trotzdem schöne Bilder von den Touren heimbringen wollen. Schöne Photos kann man fast mit jeder Kamera machen, schließlich macht immernoch der Mensch das Photo und nicht automatisch die Maschine. Selbstverständlich hat jede Kamera Beschränkungen, doch hier sollen eher Methoden besprochen werden, die mit (fast) jeder Kamera durchgeführt werden können. Viele professionelle Tricks sind in der Natur schwer durchführbar und da es schon genug professionelle Seiten im Internet gibt, die sich damit beschäftigen, soll dieser Teil hier nicht besprochen werden. Vielmehr soll es hier um einfach durchführbare Vorschläge gehen, die ein Bild schon erheblich verbessern können.

Ausrüstung

Kamera

Generell unterteilt man das riesige Kameraangebot in kleine Kompaktkameras, Prosumerkameras und Spiegelreflexkameras.

Kleine Kompaktkameras haben den Vorteil, dass sie überall problemlos mitgenommen werden können und auch meist passable Bilder machen. Leider sind sie recht beschränkt in ihrer Funktion und Auflösung. So gibt es Objektive, die überhauptnicht auf die angegebene Sensorauflösung auflösen können. Dies liegt an Beugungserscheinungen, an der kleinen Objektivöffnung. Die Objektive sind in Telestellung auch meist recht lichtschwach. Ausserdem bieten sie nur wenig gestalterische Möglichkeiten - höchstens man kauft sich etwas hochwertigere Kompaktkameras, die auch manuelle Einstellungen zulassen. Zusätzlich sind die Sensoren meist recht unempfindlich und rauschen recht stark. Trotzdem sind Kompaktkameras gut für diejenigen, die entweder wenig Geld haben oder großen Wert auf eine kleine Kamera legen.

Prosumerkameras (Bridgekameras) haben normalerweise alle Einstellungsmöglichkeiten von Spiegelreflexkameras, sind aber im Grunde genommen große Kompaktkameras, da das Objektiv nicht gewechselt werden kann. Der Vorteil ist die große kreative Freiheit die dieser Kameratyp bereithält und zusätzlich weniger wiegt als Spiegelreflexkameras. Leider rauschen die Sensoren stärker als die der Spiegelreflexkameras und das Objektiv kann nicht ausgetauscht werden. Wegen dem geringen Gewicht und den großen Möglichkeiten bei akzeptabler Größe eignen sich diese Kameras recht gut für die anspruchsvollere Reisephotographie. Ausserdem sind sie ein guter Kompromiss zwischen teuren Spiegelreflexkameras und billigen Kompaktkameras.

Spiegelreflexkameras haben alle kreativen Möglichkeiten, die in der Photographie möglich sind. Objektive sind auswechselbar und die Sensorempfindlichkeiten bei wenig Licht sind beeindruckend. Das Rauschverhalten ist sehr niedrig. Von daher sind Spiegelreflexkameras das, was sich der anspruchsvolle Photograph wünscht. Leider sind sie sehr teuer, da sie eine größere Anzahl an Zoomobjektiven benötigt, um für die meisten Situationen gerüstet zu sein. Dadurch steigt das Gewicht enorm. Zwar sind die Fähigkeiten von Spiegelreflexkameras unangefochten, doch wegen dem hohen Preis und dem noch höheren Gewicht bei großem Platzverbrauch auf großen Touren eher eine Tortur. Nur der wirklich anspruchsvolle Photograph sollte so eine Kamera mit auf eine Outdoortour nehmen - ein Anfänger kann nie im Leben die Nachteile durch besonders gelungene Aufnahmen wettmachen.

Die minimalen Anforderungen an eine Kamera für eine Outdoortour wären:

- "Programm Modus", um manuell über- oder unterbelichten zu können.

- 3x optischer Zoom mit einem passablen Weitwinkel (möglichst unter 35mm -> Preisfrage)

- 5MP reichen für die meisten Anwender vollkommen.

- möglichst wetterfestes Gehäuse.

- möglichst handelsübliche Akkus.

Dies ist das absolute Minimum und erlaubt kaum Kreativität. Alles was die Kamera mehr und vor allem manuell einstellen kann ist ein großer Bonus.

Zubehör

Stativ

Um Verwacklungen zu vermeiden braucht man bei längeren Belichtungen ein Stativ. Allerdings ist ein normales Stativ viel zu groß und schwer, um auf Tour mitzukommen. Es gibt oft jedoch recht praktische kleine Tischstative, die in eine Hosentasche passen und mitgenommen werden können - gesetzt der Fall, dass dies überhaupt nötig ist, da man in der Natur ja recht oft einen Stativersatz (siehe Stativersatz) findet. Ausserdem gibt es Stative, die man an Bäumen oder sonstwo festmachen kann. Zu guter letzt findet man in Fachgeschäften auch recht große Stative (ca. 1,20 Meter hoch), die sehr klein zusammenschiebbar sind, sodass sie wieder in eine Hosentasche passen. Erwähnenswert ist das Gorillapod, das mit flexiblen Beinen an alle möglichen vorhandenen Dinge gewickelt werden kann.

Es ist fraglich ob ein Stativ in bei einer reinen Outdoortour nötig ist - sonst auf Reisen ist es allerdings sehr nützlich! Den Auslösevorgang sollte man aber unbedingt durch einen Selbstauslöser o.ä. einleiten, um das Verwackeln beim Auslösen zu verhindern.

Filter

Polfilter zum vor das Objektiv schrauben

Es gibt viele verschiedene Filter, doch auch hier sollte man sich auf das Allernötigste beschränken und sich gut überlegen, ob man wirklich einen Filter auf den einzelnen Touren braucht. Glücklicherweise sind Filter sehr leicht und klein, wodurch sie auch auf Touren Anwendung finden können. Ein reiner Schutzfilter für das Objektiv ist immer ratsam. Diese Filter verändern nichts am Bild, nehmen aber dankbar den Kratzer auf, der sonst das vordere Element der Linse verunzieren würde, und sind dann vergleichsweise billig auszutauschen.

Polarisationsfilter sind v.a. da interessant, wenn man Spiegelungen auf nichtleitenden Flächen (z.B. Glas, Wasser) unterdrücken will. Polfilter filtern eine festgelegte Polarisationsebene das Lichts heraus, wodurch man z.B. auch das gestreute Licht des Himmels etwas herausfiltern kann, wodurch der Himmel dunkler und blauer wird. Leider wird durch den Filter die Lichtstärke des Objektivs um etwa eine 2/3 Blende verringert. Wenn man gerne während Busfahrten aus dem Fenster photographieren möchte (gesetzt der Fall, es steht genug Licht zur Verfügung) ist ein Polfilter auf jeden Fall wichtig, um die Spiegelungen auf den Glasscheiben zu minimieren (auch wenn man sie nicht komplett wegbekommt).

Ein durch UV-Licht verhunztes Bild (Bild aus Flugzeug)

UV-Filter filtern das UV-Licht, wodurch man den Blaustich aus Bildern bekommt und manchmal auch die Fernsicht verbessern kann. Richtig zum Tragen kommt so ein UV-Filter allerdings nur im hohen Gebirge oder am Meer. Wenn man aus dem Flugzeug photographiert ist ein UV-Filter ebenfalls wichtig.

Akkus

Akkus gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. Li-Ion sind momentan am beliebtesten, da sie recht viel Kapazität auf wenig Raum haben. Doch meistens sind das Spezialakkus, die man nicht so einfach nachkaufen kann, wenn mal in einem fremden Land so ein Akku kaputtgeht. Oft gibt es billigere Varianten von Fremdanbietern, die manchmal genauso gut sind wie der Originalakku. Ehrlich gesagt sind sie aber meistens viel schlechter. Wenn man aber eine Kamera besitzt, die normale Akkus/Batterien benötigt, kann man auch auf billigere NiMh Akkus zurückgreifen, die ebenfalls eine gute Kapazität haben. Ausserdem kann man in anderen Ländern recht problemlos mal normale Batterien nachkaufen falls nötig.

Kameraeigener Li-Ion Akku - dadurch können keine handelsüblichen Akkus verwendet werden

Generell sollte man immer genügend Akkus für alle elektronischen Geräte dabeihaben, da alle Möglichkeiten in der Wildnis an Strom heranzukommen nicht wirklich effektiv sind. Es gibt im Handel kleine "Handgeneratoren" mit denen man durch kurbeln ein wenig Strom erzeugen kann, aber das ist höchstens für den Notfall eine Option. Desweiteren gibt es kleine Solarladegeräte. Mit ihnen kann man durchaus Akkus aufladen, doch nur, wenn der Himmel absolut wolkenlos ist. Befindet sich das kleinste Schleierwölkchen über einem kann man die Solarzellen getrost wieder einpacken. Somit sind Solarzellen nur sehr beschränkt einsetzbar.

Datenträger

Als Datenträger gibt es verschiedene Speicherkarten, doch meist ist die Speicherkarte, die genug Bilder für eine ganze Tour abspeichern könnte noch nicht auf dem Markt oder zu teuer. Für kürzere Touren reicht für die meisten jedoch sicherlich das aktuelle Angebot an Speicherkarten aus. Zusätzliche Speicherkarten beheben das Problem auf langen Touren nicht wirklich, da sie erstens auch nur begrenzt sind und zweitens viel Geld im Verhältnis zur Speicherkapazität kosten. Eine bessere aber auch nicht wirklich billige Möglichkeit wäre ein x-Drive als großen Datenspeicher mitzuführen. Hierbei handelt es sich um eine Festplatte mit integriertem Kartenleser. Fürchterlich robust ist ein x-Drive allerdings auch wieder nicht und man hat zusätzliche 300g im Gepäck. Wenn man allerdings zwischendurch mal die Möglichkeit hat ein Internetcafe zu besuchen, kann man die Bilder auch brennen, was bisher auf meinen Touren am besten geklappt hat. Alle Bilder werden in doppelter Ausführung gebrannt, die CDs/DVDs wiegen nicht viel und einmal pro Woche kommt man meist sowieso aus Gründen der Nahrungsversorgung in einen Ort. Die CDs/DVDs sollten allerdings unbedingt auf einer Spindel aufbewahrt werden, da sie sonst sehr leicht auf Tour verkratzen. Es gilt zu bedenken, dass in einigen weniger entwickelten Ländern nur CD-Brenner oder gar keine Brenner in Internetcafes zur Verfügung stehen können.

Grundlagen

Bildaufteilung, Formate, Linien

Goldener Schnitt

Goldener Schnitt. Auf einem der Schnittpunkte wird das Motiv plaziert

Das einfachste womit man statisch aussehende Bilder interessanter machen kann ist der Goldene Schnitt. Dadurch dass man das Bild in der Länge und Breite je drittelt erhält man 4 Schnittpunkte dieser Linien. In einem dieser Schnittpunkte plaziert man dann das Hauptmotiv. Das wirkt weniger statisch, als wenn man ein Motiv zentriert abbildet. Dies ist zwar mathematisch nicht der korrekte Goldene Schnitt, aber für die Photographie reicht es aus, da man es ja sowieso nur als Richtlinie nimmt. Viele Digitalkameras können diese Hilfslinien auch im Sucher einblenden.

Bildformate

Die häufigsten Formate: 4:3, 3:2 und 16:9

Sehr oft verwendet man nur das übliche Bildformat 4:3, welches ja dem normalen Format des Computermonitors entspricht. Leider ist es ein recht langweiliges Format und entspricht kaum dem Sichtbereich des Auges. Dem Sichtbereich des Auges kommt das Format 16:9 am nächsten und 3:2 wäre dann somit ein Mittelding, was v.a. in der analogen Photographie noch stark verwendet wird. Oft wirken Landschaftsaufnahmen im 16:9 Format schöner und ruhiger, da der Bildausschnitt so gezeigt wird, wie das Auge es kennt. Will man jedoch den Betrachter überraschen und eine Bildstruktur verstärken, kann man dieses "Panoramaformat" durchaus mal hochkant verwenden und interessante Effekte erzeugen, die den Betrachter fesseln können. Im Gegensatz dazu sind quadratische oder beinahe quadratische Formate wie 4:3 oft recht "gewöhnlich" in ihrer Wirkung, was zwar durchaus auch mal motivunterstützend eingesetzt werden kann, oft aber das Motiv nicht zusätzlich interessant macht.

Generell gesagt sind hochkant aufgenommene Aufnahmen ungewöhnlich für das Auge und horizontal aufgenommene Aufnahmen das gewohnte. Somit wirken horizontale Aufnahmen im Normalfall ruhiger und angenehmer, während hochkant aufgenommene Aufnahmen das Auge eher "verunsichern". Jetzt kann man natürlich nicht sagen, dass das eine besser als das andere sei, man sollte sich aber bei jedem Photo überlegen, ob eine horizontale oder vertikale Aufnahme das Motiv günstig unterstützt.

Motivunterstützende Linien & Konturen

Kameradaten: f/8.0; 1/400s; Durch die schräge Linie des Stengels wird das Auge gefangen und zum Schmetterling geführt.

Wenn man ein Bild betrachtet, schaut man es sich automatisch von links oben nach rechs unten an. Das tun anscheinend auch die Völker, die nicht wie wir von links nach rechts, sondern von rechts nach links schreiben. Wenn jetzt im Bild eine Linie von links oben nach rechts unten verläuft hangelt sich das Auge automatisch an dieser Linie entlang und wird "beschleunigt". Verläuft allerdings eine Linie von links unten nach rechts oben, so wird das Auge "gebremst". Beide Linien jedoch führen das Auge und somit sollte am Ende einer solchen Linie ein interessantes Motiv sein. Eine solche Linie kann ein Stengel sein, oder ein Wasserfall, dessen Wasserfront von oben gesehen schräg verläuft etc. Es gibt viele Möglichkeiten solche Linien in ein Bild zu bekommen. Allerdings muss so eine Linie nichtmal durchgezogen sein. Das Auge macht schon aus wenigen passenden Punkten eine Linie.

Genauso ist es mit Konturen. Das Auge braucht nicht das volle Motiv zu sehen, es reicht, wenn man das Motiv erahnen kann. Dadurch wird ein Bild noch viel reizvoller. Je geheimnisvoller die Konturen des Motivs wirken, desto länger und lieber wird ein Bild angeschaut.

Blende, Belichtungszeit, Isowert, Weißabgleich

Blende/Tiefenschärfe

Deutlich erkennbar ist die unterschiedliche Tiefenschärfe bei unterschiedlicher Blende.

Die Blende ist sozusagen die Iris der Kamera. Mit ihr wird die Größe der Durchlassöffung für das Licht reguliert. Somit kann zusammen mit der Belichtungszeit durch die Blende die Lichtmenge reguliert werden, die auf den Sensor/Film fällt. Die Blende wird als dimensionslose Zahl im Verhältnis zur Brennweite angegeben. Somit ist z.B. f/2.8 eine relativ stark geöffnete Blende und f/11.0 eine ziemlich stark geschlossene Blende.

Jedoch gibt es noch einen anderen Effekt, den man mit der Blende regulieren kann, nämlich die Tiefenschärfe. Je stärker die Blende geschlossen ist, desto größer die Tiefenschärfe. Dieser Effekt ist z.B. wichtig, wenn man einen Gegenstand im Vordergrund scharf haben will und den Hintergrund unscharf. Hier würde man eine große Blendenöffnung wählen, um nur mit einer geringen Tiefenschärfe das Motiv scharfzustellen und den Hintergrund verschwimmen zu lassen. Soll Hintergrund und Vordergrund gleich scharf sein muss die Blende verkleinert werden, wodurch längere Belichtungszeiten resultieren. Unter Umständen muss man dann ein Stativ benutzen.

Belichtungszeit/Langzeitaufnahmen

Die Kamera bewegt sich während dem Auslösevorgang mit dem Motiv (dem Reiher) mit.

Die Belichtungszeit bezeichnet die Lichteinfallsdauer auf den Sensor/Film. Sie wird in der Einheit Sekunde [s] angegeben. Je länger die Belichtungszeit, desto leichter verwackelt man, was durch eine große Zoomstellung noch verstärkt wird. Als Faustregel gegen das Verwackeln kann man sich folgendes merken (wenn man keinen Bildstabilisator verwendet): 1/(Brennweite in KB-äquiv.) = Minimale Belichtungszeit um nicht zu verwackeln. Als Beispiel nehmen wir die Zoomstellung 80mm, daraus folgt dann eine minimale Belichtungszeit von 1/80 s; aus einer Zoomstellung von 300mm folgt eine minimale Belichtungszeit von 1/300 s; etc.

Wenn man Nachts oder bei Dämmerung photographieren will braucht man des öfteren ein Stativ, um auch bei Langzeitbelichtungen nicht zu verwackeln. Jedoch sind auch tagsüber längere Belichtungszeiten machbar, wenn man die Blende entsprechend klein wählt. Dadurch kann man dann z.B. interessante Bewegungsunschärfe in das Bild bekommen. Wasserfälle sind prädestiniert für so etwas, um die Wassermassen als Strom darzustellen und nicht als einzelne Wassertropfen. Eine andere Möglichkeit ist der Mitzieheffekt. Man hat ein sich bewegendes Motiv, das man verfolgt und gleichzeitig das Bild auslöst. Dadurch wird dann das Motiv relativ scharf und der Hintergrund verschwommen, was ein Gefühl von Geschwindigkeit vermittelt.

Isowerte

Verschieden starkes Bildrauschen bei hohem und niedrigem Isowert .

Isowerte legen die Lichtempfindlichkeit des Senors/Films fest. Je größer der Isowert, desto höher die Lichtempfindlichkeit und das Bildrauschen/Körnung, was zu weniger Bildinformation führt. Je niedriger der Isowert, desto niedriger die Lichtempfindlichkeit und Rauschen, desto höher aber die Bildinformation im Bild. Zusätzlich resultiert natürlich aus einem niedrigen Isowert/Lichtempfindlichkeit eine längere Belichtungsdauer. Deshalb verwendet man bei Dämmerung normalerweise hohe Isowerte und nimmt notgedrungen ein erhöhtes Rauschen in Kauf. Durch Bildbearbeitungsprogramme kann das Rauschen nachträglich etwas entfernt werden. Ein brauchbares Programm wäre hier NeatImage.

Weißabgleich

Normalerweise geschieht der Weißabgleich vollautomatisch in der Kamera. Dies ist aus folgendem Grund nötig: Das menschliche Auge passt sich perfekt an die Umgebung an und identifiziert den hellsten Punkt automatisch mit "weiß". Das tut das Auge auch, wenn die Umgebung durch ein rötliches Licht einen Farbstich hat. Diese Fähigkeit des Auges muss nun auch die Kamera simulieren, damit die Bilder so aussehen, wie wir es gewohnt sind. Da normales Glühbirnenlicht einen Rotstich hat muss der Weißabgleich automatisch die Farbbalance so verändern, dass so gut wie möglich die Realität abgebildet wird. Den Weißabgleich kann man allerdings auch manuell einstellen. Wenn man z.B. einstellt, dass man bei rötlichem Glühbirnenlicht Photos macht, so fügt die Kamera als Weißabgleich dem Bild einen Blaustich hinzu, um das überschüssige rot auszugleichen. Wer jetzt allerdings surreale Effekte in seinen Photos haben will, kann somit manuell durch den Weißabgleich unterschiedliche Farbstiche ins Bild bekommen.

Tipps und Tricks

Schlechtwetterphotographie

Kameradaten: f/8.0; 1/200s; Meist ist man im Gebirge über dem Nebel und kann auch bei schlechtem Wetter interessante Nebelbilder machen.

Die meisten werden wohl nie auf die Idee kommen, dass es sich auch lohnen könnte bei schlechtem Wetter Photos zu machen. Doch dies ist durchaus der Fall, wenn man einige Kleinigkeiten beachtet.

Photographiert man bei Schnee, so neigen die meisten Kameraautomatiken dazu, die Bilder zu wenig zu belichten. Deshalb sollte man manuell nachhelfen und diese Bilder etwas überbelichten. Dies geht meist recht einfach im P-Modus (Programm Modus), wo man je nach Kamera mehr oder weniger intuitiv über- oder unterbelichten kann.

Bei sonstigem schlechten Wetter wie Regen oder Nebel sollte man die interne Farbsättigung und den Kontrast hochsetzen. Dadurch entfällt ein wenig die Nachbearbeitung hinterher. Wer generell Bilder im RAW-Format macht, braucht sich hier natürlich keine Gedanken machen.

Natürlich kann man kaum Bilder bei ströhmendem Regen machen, wer aber die Sonnenblende auf das Objektiv setzt, der vermeidet wenigstens Tropfen auf der Linse und somit Bildfehler. Trotzdem ist der direkte Kontakt der Kamera mit der nassen Umgebung zu vermeiden.

Das schöne am schlechten Wetter sind aber das Spiel von Licht und Schatten der Wolken, die dunkelgrauen Regenwände und der Nebel, der viele Umrisse beinahe verschluckt und nur noch erahnen lässt. Es braucht zwar etwas Zeit, um auch bei schlechtem Wetter schöne Photos machen zu können, aber die investierte Zeit lohnt sich auf jeden Fall.

Ausrüstungsimprovisation

Blitzlicht

Das größte Problem am Blitzlicht ist sicherlich erstens die beschränkte Reichweite von ca. 5 m (je nach Blitz) und die starken Schlagschatten, die beim Blitzen entstehen. Ein ganzes externes Blitzsystem kann aber niemals mit auf die Reise mitgenommen werden, um das Objekt der Begierde richtig auszuleuchten. Also müssen wir uns mit dem internen Blitz der Kamera abgeben. Wenn wir uns da in einer Höhle oder sonstigen geschlossenen Räumen befinden mit einer nicht zu weit entfernten Decke, kann man durch ein dünnes Blatt Papier, das man schräg vor den Blitz hält, das Problem in den Griff bekommen. Durch das Blatt wird ein Teil des Blitzlichtes an die Decke reflektiert von wo es wieder heruntergestrahlt wird, während der andere Teil des Blitzlichtes durch das dünne Blatt hindurch das zu photographierende Objekt von vorne diffus beleuchtet. Leider kann man dies meistens nur Anwenden, wenn man ein Stativ o.ä. dabei hat, da die Belichtungszeiten durch das diffuse Licht noch länger werden. Wenn man es aber einmal richtig hinbekommen hat, hat man im Verhältnis zu den Möglichkeiten recht schöne Bilder. Das Papier muss allerdings wirklich sehr dünn sein - manchmal kann unter Umständen eine leicht rauhe spiegelnde Folie noch besser sein, wenn man sowas zur Hand hat.

Stativersatz

Wer aus guten Gründen kein Stativ mitschleppen will findet auch genug andere Möglichkeiten seine Bilder vor dem Verwackeln zu schützen. Generell braucht man sich erst dann Gedanken wegen dem Verwackeln machen, wenn die Belichtungszeit länger ist als 1/(Brennweite in KB-Äquivalent). Hat man also eine Zoomposition von 50mm, so kann man auf jeden Fall bis Belichtungszeiten von einer 1/50 Sekunde verwacklungsfreie Bilder machen - ausser man hat eine Kamera mit Bildstabilisator, die auch bei niedrigeren Belichtungszeiten noch gute Bilder macht. Durch verwenden des Suchers und Luftanhalten beim Photographieren kann man das Verwackeln auch noch etwas unterdrücken.

Irgendwann braucht man dann aber auf jeden Fall eine unbewegliche Unterlage für die Kamera. Am einfachsten kann man sebstverständlich natürliche "Stative" verwenden, wie Bäume, große Steine etc. Eine noch elegantere und oft bessere Option ist jedoch ein kleines Säckchen, das man mit allerlei (Dreck, Sand, Bohnen, etc.) füllt und unter die Kamera legt. Das Säckchen passt sich der Kamera in der Form an und gibt perfekten Halt. Natürlich sollte man Bilder mit langer Belichtungszeit immer mit dem Selbstauslöser oder Fernauslöser machen, um das Wackeln beim Auslösen zu vermeiden. Unter dem Aspekt der Outdoorphotographie würden sich natürlich Bohnen oder Linsen als Sackinhalt bestens anbieten - dann hat man zusätzlich noch etwas zu Essen, wenn die Nahrung mal knapp wird!

Wer mit Trekkingstöcken oder Wanderstab unterwegs ist, hat zumindest schon ein Einbein, das mit einem Gewindeadapter ausgestattet ein ruhige Plattform bietet. Schnurstative sind der UL-Trick: Eine Stativschraube wird in die Kamera geschraubt, an dieser wird eine Schnur mit einer Fussschlinge befestigt - Zeltschnur mit Spanner eignet sich dafür prima, weil die Höhe verändert werden kann. Wenn man nun die Kamera gegen den Fuss verspannt, hat man einen relativ guten Verwackelschutz.

Anwendungsbeispiele - Bilder

Sonnenuntergangklein.jpg
VogelWasser.jpg
MoorSee.jpg

Kameradaten: f/9.0; 1/800s; Verstärkung des Motivs durch das Format 16:9

Kameradaten: f/5.6; 1/320s; Durch Zentrierung des Motives leicht statisch, was im Kontrast zu den bewegten Flügeln steht.

Kameradaten: f/4.0; 1/80s; Wegen dem sowieso schon statischen Motiv ist der Goldene Schnitt sinnvoll.

Eiszapfen2.jpg
AbendAngler.jpg
Spiegelung2.jpg

Kameradaten: f/3.2; 1/200s; Detailaufnahme hervorgehoben durch verschwommenen Hintergrund. Goldener Schnitt zur Auflockerung.

Kameradaten: f/3.2; 1/30s; Dadurch, dass nur die Kontur sichtbar ist, wirkt das Motiv interessanter.

Kameradaten: f/4.0; 1/800s; Der ruhige Morgen wird durch die Spiegelung und den Dunst sehr deutlich.

Regenwand2.jpg
Schlechtwetter2.jpg
GebirgsWolke3.jpg

Kameradaten: f/4.0; 1/400s; Regenwände wirken meist düster und bedrohlich auf den Betrachter.

Kameradaten: f/4.0; 1/320s; Durch sich schnell bewegende Wolken ziehen immerwieder helle Lichtkegel über die Erde

Kameradaten: f/4.5; 1/800s; Das Sonnenlicht wird an aufziehenden Wolken in Strahlen reflektiert.

Links

Allgemeiner Photolehrgang (Striewisch)

Allgemeiner Photokurs (Schüngel)

PhotoSecrets (Englisch)

Videotrailer für Photographie

Kameravergleich dpreview

Digitalkamera.de Alles über Digitalkameras

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Autor: Simeon Lange (Buschtrommler)