Outdoor im Winter

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Wenn das Thermometer die Nullgradmarke unterschreitet, die Tage kürzer werden und für viele Menschen die Zeit der langen Abende am Kamin oder am aufgedrehten Heizkörper beginnt, dann bricht für einige Unentwegte die wahre Zeit für Outdoortouren an. Neben exotischen oder abgelegenen Regionen dieser Erde wie Grönland, Patagonien oder das ewige Eis der Polkappen, zieht es diese Menschen in den Norden Europas. Die skandinavischen Länder oder Island sind die bevorzugten Ziele für Unternehmungen, die ein beständige kaltes Winterklima erfordern. Für die oftmals extremen Wetterbedingungen dieser Regionen sind neben einer guten Ausrüstung, eine gute Portion Erfahrung erforderlich. Erste Erfahrungen lassen sich auch auf geführten Wintertouren machen. Auch die heimischen Mittelgebirge bieten sich während anhaltender Kälteperioden für die ersten Schritte an – mit etwas Wetterglück sogar mit Ski und Pulka.

Ein besonders Gebiet stellen die Hochtouren in den Alpen dar. In dieser Region stellen plötzlich umschlagendes Wetter und eine zunehmende Lawinengefahr besondere Anforderungen an Mensch und Material.

Bei Touren in abgelegenen Regionen ist – neben Erfahrung und guter Ausrüstung – ein zuverlässiger Wetterbericht die Grundlage für das gute Gelingen aller Winterunternehmungen. Auch in Zeiten von GPS und Mobiltelefon hat sich ein kleiner Kurzwellenempfänger (Weltempfänger) bewährt.

Aktivitäten im Winter

  • Schneeschuhwandern
  • Ski-Trekking (Backcountry)
  • Langlaufen
  • Iglubau
  • Winterkanu
  • Mushing

Ausrüstung & Co

Kochen & Nahrung

Stichwort: Brennstoff

Im Kochervergleich hat der Benzinkocher bzw der Mehrstoff-Kocher (für Reinbenzin, Kerosin und Petroleum) im Winter und Expeditionseinsatz die größte Verbreitung. Dieser hat in der Kälte das beste Handling und den größten Heizwert. Einzig das Vorheizen des Kochers erfordert manchmal den Einsatz von Esbit-Würfeln. Auch ein körpernahes Tragen der Brennstoffflasche in der Jackeninnentasche bzw. Schlafsack erleichtert die Handhabung. Dies gilt besonders für Spiritus, da dieser in der Kälte nur schwer zu entzünden ist. Besonders bei den Ultralight-Trekkern ist dieser beliebt. Sturmkocher (Trangiakocher) und Dosenkocher haben den Vorteil, keine beweglichen mechanischen Teile zu besitzen und damit sehr robust zu sein.

Feuer im Winter

Obwohl es erstmal fast unmöglich erscheint, kann man auch im Winter ein normales Feuer anmachen. Dazu nimmt man die am Stamm von Nadelbäumen reichlich vorhandenen abgestorbenen Ästchen, die auch im Winter perfekt brennen. Allerdings muss man die Feuerstelle zuerst vom Schnee räumen und einen möglichst trockenen Boden schaffen (oder eine Feuerschale verwenden). Wer diese Mühen aber nicht scheut, kann selbst im Winter im Tiefschnee ein Hähnchen grillen… Eine weitere interessante Alternative stellt der Hobo-Kocher dar. Bei minimalem Brennstoffbedarf, der zudem fast überall als Holz vorhanden ist, erzielt man hier passabele Kochergebnisse. Die Selbstbauvariante ist zudem äußerst kostengünstig.

Wassergewinnung

Schnee schmelzen

Da das Trink- und Kochwasser üblicherweise aus Schnee gewonnen wird, muss mit einem erhöhten Brennstoffverbrauch kalkuliert werden (ca. 1/4 bis 1/3 Mehrverbrauch). Beim Schneeschmelzen wird ein wenig Wasser erhitzt und dann Schnee zugesetzt. Dies erhöht die Wärmeübertragung auf den Schnee (Brennstoff sparen). Hierbei sollte der Topf nicht zu klein gewählt werden, um genügend Schnee auf einmal schmelzen zu können.

Wichtig: Niemals auf die Idee kommen, Eis zu lutschen, um den Durst zu stillen, da das die Dehydrierung fortschreiten lässt. Schnee kann gegessen werden, wenn man ihn durch Erwärmen in der Hand (bzw. im Handschuh) in eine feste zylinderförmige Form bringt und dann kleine Stücke abbeißt, die dann im Mund geschmolzen werden. Vorsicht: Sehr kaltes Wasser oder Schnee können zu Magenschmerzen führen.

An der Küste

Meereseis verliert nach etwa einem Jahr seinen Salzgehalt. Dieses „alte“ Eis ist an seiner bläulichen Farbe und an den abgerundeten Kanten zu erkennen. Es kann ohne Besorgnis geschmolzen und getrunken werden.

Schlafen

Als eine der wichtigesten Regeln beim Übernachten im Winter kann das Trockenhalten der Kleidung und des Schlafsackes angesehen werden. Durch gefrierendes Kondeswasser am Schlafsack bzw. an der Zeltinnenseite kann es leicht zu einem Feuchtwerden des Schlafsackes kommen. Besonders bei Daunenschlafsäcken bricht hier die Isolierleistung massiv ein. Hier kommt der VBL Vapor Barrier Liner ins Spiel. Dieser Inliner verhindert das Entweichen von Wasserdampf (Schweiß) in den Schlafsack. Eine wasserabweisende Aussenhülle bzw. Schlafsackmaterial verhindert den Wasserzutritt von außen. Üblich ist es auch, den Daunenschlafsack in der Wintersonne zu trocknen (wenn es das Wetter zulässt), um den Loft zu erhalten.

Neben dem Schlafsack ist eine gute Isoliermatte besonders wichtig. Bevorzugt werden hier geschlossenporige Evazote Matten, selbstaufblasende Matten (z. B. Therm-A-Rest) oder daunengefüllte Matten (z. B. Exped DownMat). Der Nachteil selbst dicker (2 cm) Evazote-Matten ist die schlechtere Isolierung gegenüber den beiden anderen genannten Matten. Deshalb empfiehlt sich eine Kombination aus einer Evazote-Matte und einer dünnen 3/3 selbstaufblasenden Matte. Diese Kombination bietet ausreichend Isolation (auch bei Temperaturen unter −30°C), Komfort und eine Sicherheitsreserve. Wenn Platz und Gewicht keine Rolle spielen, kann man die Evazote-Matte auch mit einem Rentierfell kombinieren.

Beim Übernachten in Zelt, Tarp oder Schneehöhle/Iglu ist auf ausreichende Sauerstoffzufuhr zu achten. Hier kam es schon zu Todesfällen wegen Sauerstoffmangel bzw. zu Vergiftungen durch Kohlenmonoxid aus Kocherabgasen.

Übernachten / Behausungen

Freiübernachten in einer winterlichen Boofe

Zelt

Bei den wintertauglichen Zeltenformen werden klar Geodäten und mit Abstrichen Tunnelzelte bevorzugt (siehe auch Winterzelte). Auch Lavvus und Kohten werden besonders bei größeren Gruppen verwendet und sind geräumig und stabil. Geodätische bzw. halbgeodätische Formen (z. B. Kuppelzelt) vertragen durch die überkreuzten Gestänge eine höhere Schneelast und trotzen dem Wind besser.

Geodät im Einsatz

Wintertaugliche Zelte zeichnen sich desweiteren durch folgende Merkmale aus:

  • verschließbare Lüfter (Außen- und Innenzelt)
  • Snowflaps bzw. Außenzelt lassen sich ganz bis zum Boden spannen
  • geeignete Heringe (Schneeanker)
  • genügend Platz für die größere Menge an Ausrüstung in der Apside
  • grelle Farbe (z. B. rot, gelb), um im Schneesturm das Zelt schneller wiederzufinden

Zelte werden üblicherweise „eingegraben“, d. h. eine Mulde geschaffen, in der das Zelt aufgebaut wird. Dies dient dem Windschutz und die Lüfter verstopfen nicht so leicht durch feinen Flugschnee.

Als zusätzlicher Schutz wird häufig eine Wand aus dem ausgehobenen Schnee errichtet, um den Eingang zu schützen.

Alternativ oder als Ergänzung zu den Heringen können auch Packsäcke mit Schnee gefüllt und eingegraben werden.


Zusätzliche Ausrüstung

Schuhe

Hierbei werden häufig Schuhesysteme mit Innenschuh verwendet. Der Innenschuh wird mit in den Schlafsack genommen, um ein Einfrieren des feuchten Schuhes zu verhindert. Alternativ können auch hier VBL Vapor Barrier Liner Socken verwendet werden, um ein Feuchtwerden des Schuhs zu verhindern. (Gefrierbeutel können als Not-Inliner verwendet werden)

Schneeschaufel

Einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände auf Wintertouren. Zum Errichten von Schneewällen, Herrichten des Zeltplatzes, Herrichten von "Toiletten", und ganz wichtig zum Bau von Notbiwaks, Schneehöhlen, Schneegruben.

Skibrille

Sehr wichtig auf langen Touren bei Stürmen, Schneetreiben, auch gegen Schneeblindheit.

Waffen

Sollte eine Schusswaffe vorhanden sein (beispielsweise zur Jagd), wird bei strenger Kälte anders verfahren als gewohnt. Um zu verhindern, dass bewegliche Teile einfrieren, sollte die Waffe vollständig trockengelegt, d. h. auch entölt werden. Metallteile wie der Verschluss schwitzen, wenn sie aus strenger Kälte in einen warmen Unterschlupf gebracht werden und müssen dann dementsprechend trocken gelegt werden, bevor man den Unterschlupf wieder verlässt. Metallteile schwitzen bis zu einer halben Stunde. Es ist weiterhin darauf zu achten, dass Rohr, Verschluss und alle anderen beweglichen Teile der Waffe schnee- und eisfrei bleiben. Verschmutzungen und Eis im Rohr nicht versuchen „freizuschießen“, sondern versuchen, das vereiste Teil aufzuwärmen. So auch mit gefrorenen Abzugseinrichtungen und Ähnlichem verfahren. Grundsätzlich gilt: Keine Gewalt an der Waffe – demnach auch nicht versuchen, gefrorene Teile gewaltsam zu bewegen.

Nötige Fähigkeiten

Überlebensstrategien bei ungeplanten Übernachtungen

Heizungsimprovisation

!!! Niemals, so verlockend es auch erscheinen mag, ESBIT in einem Zelt oder geschlossenen Unterschlupf abbrennen!!!

Teelichtheizung

Skizze der Teelichtheizung

Die einfachste Möglichkeit, sich in einem Zelt etwas Wärme zu verschaffen, ist natürlich ein Teelicht. Man kann in einem kleinen Zelt damit schon etwas heizen, doch der Temperaturunterschied ist lang nicht so groß als wenn man das Teelicht unter ein Gefäß (Blumentopf, Pfanne, Dose o. Ä.) stellt. Diese Gefäße geben die Wärme gleichmäßiger ab und somit kann ein bedeutend höherer Temperaturunterschied (ca. fünf Grad mehr – hängt aber sehr stark von Isolierung und anderen Einflüssen ab) im Zelt erzielt werden.


Poncho-Heizung

Ein Teelicht unter den angezogenen Poncho gestellt bringt eine recht gute Ein-Personenheizung, um eine Nacht in der Kälte zu überstehen. Unbedingt auf ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen Wärmequelle und Poncho achten!

Notbiwak mit Windsack

Das Notbiwak mit dem Windsack bietet gegenüber den reinen Schneebiwaks grosse Vorteile: Es kann praktisch überall errichtet werden, da es nur eine geringe Schneehöhe braucht, um minimalen Schutz zu erreichen. Auch der Vorteil, dass man "hier und jetzt" ins Biwak gehen kann, ist in Notsituationen entscheidend, insbesondere wenn es erschöpfte oder gar verletzte Personen hat. Und man spart Kraft, wenn man nicht noch lange nach einer geeigneten Schneewächte suchen muss, wenn das Wetter und die Sicht sowieso schon schlecht sind. Nachteil: es ist kälter als in einer Schneehöhle.

Der Windsack ist besonders in Skandinavien als der Not-Ausrüstungsgegenstand bekannt. Er wird auch auf allen geführten Touren von DNT und STF mitgeführt (1 Sack pro 2 Personen). Die bekannten Marken Hilleberg, Helsport und Exped haben Wind-/Biwaksäcke aus leichtem Ripstop-Nylon im Sortiment. Zum Windsack gehört zwingend pro 2 Personen 1 Schaufel, besser 1 Schaufel pro Person. Auch eine körperlange Isomatte und ein (Sommer-)Schlafsack gehören zur Notausrüstung.


Skizze: Windsack


Fehlen die Schlaufen und Packriemen an den käuflichen Exemplaren, lohnt es sich, diese selber anzubringen.


Vorgehen:

1. Wenn möglich mit Sonde, Skiende oder Stock prüfen, ob die Schneedecke mind. 0.5 m tief ist. Wenn möglich Windschutz in Form einer Birkengruppe, Felsblöcken oder Geländekuppen aufsuchen. Dort ist im Normalfall die Schneedecke auch höher.

2. Rucksäcke/Pulkas so platzieren, dass sie genau gegen den Wind stehen. Dies bildet ein erster Windschutz, um dahinter graben zu können.

3. Die auszugrabende Fläche mit Stöcken (umgekehrt in den Schnee rammen!) und/oder Skiern abstecken. Der Graben sollte etwa 2-2.5 m lang und etwa 1.8 m breit werden.

4. Ausgraben der Fläche. Dabei möglichst Schneeblöcke ausheben, die als weiterer Windschutz dienen.

5. Der Graben sollte mind. 0.5 m tief sein, ggf. am Rückenende tiefer.

6. Windsack auspacken und an Skiern so fixieren, dass das obere Ende etwas tiefer als die Kante des Grabens liegt.

Biwak1.jpg

Die Höhe des Windsacks kann fürs Liegen oder Sitzen variert werden.

Biwak2.jpg

Je tiefer gegraben wird, umso besser. Wenn es die Schneeverhältnisse nicht zu lassen, kann auch mit dem Aufschichten von Schnee ein guter Windschutz errichtet werden.

Vogelperspektive


Zweite Anwendungsmöglichkeit

Diese Anwendungsmöglichkeit ist nicht geeignet, wenn eine Übernachtung bevorsteht. Es ist aber eine gute Lösung, wenn für eine Pause Windschutz gesucht wird. Eine Pause in einem Windsack ist sehr viel erholsamer, als im Wind und Schnee ausgesetzt. So geschützt kann auch die Karte ausgepackt werden, Koordinaten bestimmt, Pläne diskutiert, Kleider gewechselt usw.

Die Anwendung des Windsacks sollte vor oder während der ersten Tagesetappe geübt werden. Es ist wichtig, dass der Tourenpartner und/oder die Gruppenmitglieder wissen, wie in einem Notfall vorgegangen wird. Dieses Wissen stärkt alle. Und warum mal nicht in einem Biwaksack vor der Hütte übernachten?

Schneehöhlen und Notbiwak

Schneehöhlen sind die sicherste und effektivste Möglichkeit einen Sturm in widrigsten Verhältnissen zu überstehen.

Allerdings benötigen sie viel Zeit und Voraussicht.

Eine sogenannte „Kantengrube“ geht etwas schneller und ist mindestens genau so effektiv. Ebenso die sogenannte Kaverne, je nach Ausführung.

Einfacher und noch schneller sind einfache Gruben die entweder in einen Hang oder eine tiefere Verwehung gegraben werden. Abgedichtet werden sie mit Poncho, eine Konstruktion aus Skiern und Schnee oder den Materialien die man vorrätig hat. Diese schützen vor Wind, halten allerdings nicht die Wärme so dass man auf einen warmen Schlafsack sowie Biwaksack und Isolation nach unten angewiesen ist.

Die Beschreibung von Julia

Schneehöhle und „Kantengrube“

Eine Schneehöhle kann auf viele verschiedene Arten gegraben werden.

z.B. mit mehreren Eingängen, mit Bänken quer oder auch längs zum Eingang. Am einfachsten geht das in hohen Schneeverwehungen oder Schneewächten. Dabei darauf achten, dass man nicht am Fuß der Verwehung beginnt sondern etwas höher, so ist es leichter den Schnee weg zu transportieren. Die Tiefe der Schneewehe sollte midestens 2 m betragen, die Höhe ebenfalls.

So geht's:

Schneehöhle

Schneehoehle.jpg

1. Eine Öffnung in den Schnee schippen, etwa Schulterhoch und gerade. Dann einen Gang etwas schräg nach oben schaufeln. Die Wandstärkesollte über 50cm betragen, mehr ist besser- ebenso die Deckenstärke.

2. Am besten Blöcke schneiden die man später zum Abdichten der Öffnung benutzen kann.

3. Nach dem Eingang die Höhle nach links oder rechts erweitern, wenn die Schneewehe gross genug ist auch geradeaus. Bänke ausschneiden auf denen man bequem sitzen kann. Die Bänke sollten gross genug sein dass man mit einem Schlafsack darauf liegen kann ohne an die Wände anzustossen. Und soviel Kopffreiheit besitzen dass man aufrecht sitzen kann. Ein Tip- eine kleine Delle in die Mitte der Bank machen so dass man nicht abrutschen kann.

4. Die Wand sollte min. 50 cm dick sein.

5. Fussraum graben, auch Ablagestellen für Material, man kann sogar richtige Regale auschneiden.

6. Das Dach sollte gleichmäßig abgerundet werden. Alle scharfen Kanten und größere Unregelmäßigkeiten entfernen so dass es nicht tropfen kann. Sehr wichtig ist es für Lüftungslöcher nach aussen zu sorgen! Besser mehr als eines. Diese am besten mit Skistöcken freihalten. Eine Kerze kann zur Kontrolle der Atemluft dienen. Und sogar richtig warm machen.

7. Die Öffnung mit vorher geschnittenen Schneeblöcken abdichten. Aber bitte bis nach dem Kochen warten- ein Kocher in der Höhle verbraucht sehr viel Sauerstoff, also am besten am Eingang oder wenn möglich davor kochen.

8. Die Öffnung kann aber auch mit Pulka, Ponch0und Skiern oder sonst wie verschlossen werden. Schnee als Verschluss hält natürlich mehr Wärme in der Schneehöhle.

Norwegische Seite mit Bildern

Kantengrube:

Kantengrube

1. Man gräbt einen etwa Skistock- langen Graben der so breit ist dass man sich gerade bewegen kann. Den so tief nach unten, dass die Oberkante mindestens Kopfhöhe beträgt.

2. Hat man diesen Schacht, schneidet man kantenförmig schräg nach unten um eine Bank zu erhalten.

3. Schneeblöcke ausschneiden und über die Öffnung der Grube legen. Was auch geht ist mit Skiern und Poncho/ Überzelt oder sonstigen Planen abdecken und Schnee darüber schaufeln.

4. Mit Schneeblöcken oder Pulka/ Rucksäcken u.s.w. kann der Eingang verschlossen werden. Und bitte daran denken- auch hier muss für Lüftung gesorgt werden, also Öffnungen nach oben machen welches man auch freihält.

Norwegische Seite mit Bildern

Kaverne:

Kaverne

1. Eine Stelle suchen an der man eine Höhlung in eine Schneewand graben kann, etwa 1,40 m tief.

2. So ausformen dass man eine Bank erhält und aufrecht sitzen kann

3. Den Aushub- am besten wieder in Blöcken- vor der Kaverne zu einer Schutzwand aufrichten. Eventuell auch mit Skiern und Poncho u.s.w. abdichten.

Kavernen können schneller gegraben werden als Schneehöhlen, sind aber wenn sie nicht ganz mit einer Schneewand abgedichtet werden kälter als diese.


Einfache und flache Grube:

Flache, einfache Grube

1. Eine Stelle suchen an der man eine Höhlung graben kann. Wenn der Schnee nicht tief genug ist aussen eine Wand aus Schnee zur Erhöhung errichten.

2. Abdecken mit Skieren und Schneeblöcken oder Skiern und Ponscho / sonstige Plane die dann mit Schnee beschwert wird.


Das gleiche bei der flachen Grube.

Notgrube1.jpg

Am besten Pulka und/oder Rucksack und zusätzlichen Schnee hinter den Kopfblock legen, um ein Verwehen zu verhindern!

Norwegische Seite mit Bildern

Fortbewegung in Schnee und Eis

Schneeschuhe, Backcountry, Steigeisen & Pickel, Lawinen und Gletscher, Pulka


Medizin

Schneeblindheit

Unter Schneeblindheit versteht man die Schädigung des Auges durch UV-Strahlung. Erhöhter UV-Strahlung ist man insbesondere im Schnee und in großen Höhen ausgesetzt. Da es keine Voranzeichen für Schneeblindheit gibt, ist es besonders in diesen Umgebungen wichtig, die Augen mit geeigneten Brillen zu schützen. Erste Symptome sind empfindliche Augen, die brennen oder tränen. Die Augen müssen dann vor weiterer Strahlung geschützt werden. Auftretende Schmerzen können durch kalte Kompressen und die Gabe von Schmerzmitteln gelindert werden.

Erfrierungen

Erfrierungen bezeichnen einen lokalen Kälteschaden ohne das Absinken der Körperkerntemperatur. Häufig sind davon Zehen, Finger, Ohren und die Nase (Akren) betroffen. Nur selten sind ganze Extremitäten betroffen.

Es gibt vier Grade einer Erfrierung:

  • 1. Grad: Hautschwellung, Gefäße ziehen sich zusammen (Vasodilatation); Haut ist grau/weiß, gefühllos, brennender Schmerz
  • 2. Grad: Schädigung der Oberhaut (Kutis) und Unterhaut (Subkutis), Blasenbildung
  • 3. Grad: Haut ist blass, später blau; Einblutungen, schwarze Gewebezerstörungen (Nekrosen)
  • 4. Grad: Gangränt (Gewebsnekrose) ganzer Extremität, nichtumkehrbare (irreversible) Gewebszerstörung

Schmerzen sind in hierbei ein sehr wichtiger Indikator, um festzustellen, in welchem Zustand sich die erfrorene Extremität befindet: Je weniger Schmerz man dort empfindet, desto höher ist der Grad der Erfrierung. Soll heißen: Spürt man keinen Schmerz mehr, sieht es sehr schlecht aus mit dem Körperteil. Wahrscheinlich gehört es demjenigen schon nicht mehr.

Basismaßnahmen

Am besten lässt man es erst gar nicht zu einer solchen Situation kommen. Sollte es dann doch geschehen sein, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden!

  • einen keimfreien Verband mit viel Polsterung legen
  • niemals Blasen öffnen
  • das erfrorene Körperteil niemals massieren oder passiv bewegen
  • die erfrorene Körperteile versuchen aktiv zu bewegen, damit die Blutzufuhr und somit die Wärmezufuhr erhalten bzw. gesteigert wird.
  • das Körperteil langsam aufwärmen (z. B. im Wasserbad)

Unterkühlung (Hypothermie)

Die Unterkühlung bezeichnet das Absinken der Körperkerntemperatur unter 35 °C (rektal gemessen).

Die 4 Grade der Unterkühlung

  • 1. Grad: 37–34 °C, Der Betroffene ist bewußtseinsklar, Kältezittern setzt ein, Schmerzen treten ein, die Haut ist blaß und kalt, der Puls und der Blutdruck sinken.
  • 2. Grad: 34–30 °C, Das Bewußtsein ist eingetrübt (Somnolenz), die Schmerzen lassen nach und verschwinden, die Muskelstarre setzt ein, das Herz schlägt zu langsam (Bradykardie), der Betroffene atmet unregelmäßig (arrhythmische Atmung).
  • 3. Grad: 30–27 °C, Phase der Lähmung. Der Betroffene fällt ins Koma, Puls ist kaum tastbar, das Herz schlägt absolut arhythmisch, Pulsfrequnez und Atemtiefe nehmen ab, teilweiße setzt die Atmung ganz aus (Apnoephasen), keine Reflexe mehr (auch kein Hustenreflex!).
  • 4. Grad: unter 27 °C, Phase des Scheintodes/Todes: keine Pupillenreaktion, Atem- und Kreislaufstillstand.

Es gibt viele Fälle, in denen Menschen, die unterkühlt waren und von Laien für tot gehalten wurden, wieder zurück ins Leben geholt wurden. Daher könnte die Wahrscheinlichkeit einen Atem und -kreislaufstillstand (bei erfolgter Rettung) zu überleben höher sein, wenn dieser in kalter Umgebung eintritt.

Merke: „No one is dead until he is warm and dead“ – der Tod eines hypothermischen Patienten kann erst nach Wiedererwärmung festgestellt werden.

Auf dem Mount Everest gab es einen Fall, in dem ein Bergsteiger, der von einem Suchtrupp in einem Schneesturm für tot erklärt worden war, sich selber nach mehr als zehn Stunden wieder aufrappelte und zurück ins Lager stolperte. Er überlebte!

Basismaßnahmen

  • Regelmäßig das Bewusstsein, die Atmung und den Puls kontrollieren (BAP). Bewusstlosen in stabile Seitenlage bringen (Vorsicht: Bergungstod!). In Reanimationsbereitschaft sein.
  • Den Betroffenen nach Möglichkeit sofort an einen kälte- und windgeschützten Ort bringen. WICHTIG: Der Unterkühlte darf dabei keinesfalls mit schnellen Lageänderungen bewegt werden. Hierbei könnten dann große Mengen kalten Blutes aus den Extremitäten ins Herz schießen und ein Kammerflimmern auslösen (d. h. quasi ein sehr schnelles Schlagen des Herzen, mehr ein Zucken) → das Herz befördert kaum noch Blut → Tod des Betroffenen! Dieser Effekt nennt sich Bergungstod.
  • Soweit möglich sollte sich die Person in die Embryohaltung bringen, während sie auf Hilfe warten und sich dabei so wenig wie möglich bewegen.
  • Die Person niemals massieren!
  • Die Person immer von innen nach außen erwärmen. Also erst den Rumpf und dann die Extremitäten
  • im Zelt nasse Kleidung entfernen (Achtung: Bergungstod!), Körper in Decken einwickeln, z. B. Rettungsdecke benutzen
  • Unter 34 °C Körpertemperatur (am besten rektal messen, da andere Methoden absolut unzureichend sind) den Unterkühlten langsam aufwärmen und – sofern er voll ansprechbar ist – reichlich warme, gesüßte Getränke verabreichen. Keine alkoholischen Getränke oder Schmerzmittel geben!
  • Der Unterkühlte ist außer Gefahr, wenn das Wärmezittern wieder einsetzt.

Dehydrierung

Dehydrierung ist der Flüssigkeits- und Elektrolyverlust durch unzureichende Wasser- und Elektrolyteinnahme.

In kalten, winterlichen Regionen ist der Transport von Wasser ein recht kompliziertes Unterfangen. Nach Möglichkeit sollte man versuchen, das Trinken körpernah zu tragen. Durchschnittlich liegt die Flüssigkeitsabgabe am Tag durch Schwitzen, Urinausscheidung, Kot und Atmung bei 2,5 Litern. Sie kann in Extremsituationen aber bis zu 15 Liter betragen. Durchfall ist besonders tückisch und kann bei unzureichender Flüssigkeitszunahme schnell zur Dehydrierung führen.

Basismaßnahmen

  • Trinken
  • Zum Ausgleich des Salzverlustes durch Schwitzen Brühwürfel o. Ä. trinken


Erfrierungen, Unterkühlung, Dehydration, Schneeblindheit

HowTo S*** in Winter

Trockenbleiben

Überlebenswichtig ist im Winter das Trockenhalten der Kleidung, da feuchte Kleidung einen extremen Wärmeverlust mit sich bringt. Überflüssige Kleidung, zum Beispiel beim Marsch oder bei anderer körperlicher Aktivität, ausziehen, um das Durchschwitzen von Kleidung zu vermeiden. Gute Funktionskleidung verfügt zudem über Belüftungsschlitze, die dem Schwitzen entgegenwirken. Feucht gewordene Socken ausziehen und unter dem T-Shirt am Körper tragen, um sie wieder zu trocknen. Vor dem Schlafengehen möglichst viele Kleidungsschichten ausziehen, um ein zu starkes Schwitzen im Schlafsack zu verhindern.

Körperpflege

Auch im Winter ist es nötig sauber zu bleiben, um Krankheiten vorzubeugen. Nicht davor zurückschrecken, auch in strenger Kälte den Körper kurzzeitig zu entblößen, um sich zu waschen oder auszutreten. Die kurze Zeit, die dafür nötig ist, reicht nicht aus, um ernsthafte Erfrierungen an den entblößten Körperteilen davonzutragen.

Siehe auch

Tourenplanung

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