Neuseeland

Aus Outdoor Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Neuseeland

Landschaft + Flora und Fauna

Landschaft

"Würde man ganz Norwegen nehmen, es ein bißchen durchkauen und alle Elche und Rentiere rausschütteln, es dann zehntausend Meilen weit um die Welt schleudern und mit Vögeln auffüllen, wäre das Zeitverschwendung, weil es so aussieht, als hätte das schon jemand getan." (Zitat aus "Die Letzten ihrer Art", Douglas Adams & Mark Carwardine)

Neuseeland besteht aus mehreren Inseln von denen drei ständig bewohnt sind, die Nordinsel, die Südinsel und Stewart Island.

Die Hochebene im Zentrum der Nordinsel wird vor Allem von Vulkanen dominiert, aber auch ausgedehnte Regenwälder sind zu finden. Obwohl es die am dichtesten besiedelte Insel ist, bieten sich viele Outdooraktivitäten an.

Die Südinsel ist die größte der drei Inseln. Landschaftlich ist sie sehr abwechslungsreich, von weiten Fjordgebieten (Sounds genannt) über die Southern Alps, die sich fast über die gesamte Länge der Südinsel erstrecken und 18 Gipfel über 3000m zu bieten haben, bis hin zu Regenwäldern. Die Ostseite ist wärmer und trockener. Das Flachland zwischen den Alpen und dem Meer ist größer als auf der Westseite.

Stewart Island ist die kleinste Insel. Sämtliche ca. 400 Einwohner wohnen in Half Moon Bay (früher Oban) der Rest der Insel ist fast vollständig mit arktischem Regenwald bedeckt. Neben Tagestouren in der näheren Umgebung des Dorfes gibt es zwei Rundwege, die um die Nordhälfte der Insel gehen, sowie einen Great Walk von der Ost- zur Westseite. Die Südseite der Insel ist unerschlossen und kann nur zu Fuss, per Schiff oder Helikopter erreicht werden.

Flora und Fauna

Wegen der isolierten Lage hat sich auf Neuseeland eine ungewöhnliche Flora und Fauna entwickelt. So gab es beispielsweise vor der Besiedlung durch Europäer mit Ausnahme von zwei Fledermausarten keine einheimischen Landsäugetiere und kaum Reptilien. Viele ökologischen Nischen, die für gewöhnlich von kleinen Säugetieren und Reptilien besetzt werden, werden/wurden durch speziell dafür angepasste einzigartige Vogelarten besiedelt. Der wohl bekannteste Vertreter ist der Kiwi, ein flugunfähiger Vogel der zugleich das Wahrzeichen Neuseelands ist. Das Fehlen von Raubtieren und "Eierdieben" führte dazu, das bei der Auswahl der Brutplätze kein Wert auf Schutz vor Räubern gelegt wird.

Heute sieht man in den gewollt und ungewollt eingeführten Pflanzen- und Tierarten den Grund für den Rückgang und das teilweise Aussterben der ursprünglichen Tierarten und die Verdrängung von Pflanzenarten.

Bei Wanderungen und Übernachtungen im Freien sollte man darauf gefasst sein, dass es Tierarten gibt, die bislang keinen Schutzreflex gegenüber Menschen entwickelt haben und deswegen sehr zutraulich bis aufdringlich wirken können. Wildlebende Tiere sollten weder verschreckt noch gefüttert werden.

Die gute Nachricht ist: es gibt keine wirklich gefährlichen Tierarten auf Neuseeland. Einzige Ausnahme ist die Katipo-Spinne, nach deren Biss man besser einen Arzt aufsuchen sollte. Ob in diesem Fall Lebensgefahr besteht, ist umstritten.

Die Sandflies (Sandfliegen) hingegen sind auf allen Inseln eine Plage. Anders als bei Mücken verfügen sie über keinen Stechapparat, sondern beißen in die Haut um an das Blut ihrer Opfer zu kommen. Der Vorteil ist, das jegliche Art von Kleidung einen effektiven Schutz darstellt, der Nachteil hingegen ist, dass die durch den Biß entstehend Hautreizung und Verletzung größer ist als bei einem Stich. Die Biße jucken stark und neigen dazu, sich zu entzünden, wenn man sie aufkratzt. Ob europäische Insektenschutzmittel taugen ist umstritten. Viele sagen nein und empfehlen, auf neuseeländische Präpartate zurückzugreifen. (Anmerkung eines Autors: Mit Zedan habe ich gute Erfahrungen gemacht, allerdings finden die Biester jeden Quadratmillimeter, den man vergessen hat)

Outdooraktivitäten

Das Department of Conservation (DOC)

Neuseeland beherbegt 14 Nationalparks (National parks), die alle vom DOC, dem neuseelaändischen Amt für Naturschutz betreut werden. Die Nationalparks werden von einer Vielzahl angelegter Wanderwege (sogenannter 'Trails') durchzogen. Entlang dieser Wege finden sich Hütten und zum Zelten ausgewiesene Plätze.

Trekking (oder "Tramping" wie es die Einheimischen nennen) ist keine Ausnahmeerscheinung sondern eher schon ein Breitensport. Insbesondere in den Sommerferien (Dezember, Januar) sind viele der Trails überlaufen. Um die Natur zu schonen, darf man einige der Trails nur nach vorheriger Anmeldung beim DOC erwandern.

Grundsätzlich wird empfohlen, vor jeder mehrtägigen Tour beim DOC eine "Intention Form" auszufüllen. Ganz wichtig: Nach erfolgreichem Abschluß der Tour dann auch unbedingt beim DOC zurückmelden, sonst wird eine Suchaktion gestartet!

Auch für Paddler, Segler, Surfer, Kitesurfer, Bungeejumper, Skydiver und viele Andere bietet sich Neuseeland an.

Touren

Trails

Great Walks
Vom DOC besonderts gepflegte und empfohlene Trails, die allerdings vor allem in den Sommermonaten überlaufen sind.

Interessante Zusatzinformationen

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung insbesondere in den Städten ist gut. Im Krankheitsfall ist zunächst ein Allgemeinmediziner aufzusuchen (General Practioner, GP), der einen zu einem Facharzt überweist.

Eine Auslandskrankenversichung und Reiserückholversicherung sind empfehlenswert.

Einreise

Um das Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzenarten zu schützen, versucht Neuseeland die Einfuhr weiterer fremder Tiere und Pflanzen zu verhindern. Aus diesem Grund ist die Einführung verboten und Zuwiderhandlung wird mit zum Teil empfindlich hohen Geldstrafen geahndet. Bei der Einreise muss jeder Reisende ein Formular ausfüllen, in dem verschiedene Gefahrenquellen abgefragt werden, zu denen beispielsweise auch dreckige Schuhe oder Zelte gehören. Die Kontrolle ist gründlich und dass Schuhe geputzt und Zelte 'desinfiziert' werden ist nicht ungewöhnlich.

Transport im Land

Auto
Neuseeland verfügt über ein ausgebautes Straßennetz. Autos können bei zahlreichen internationalen und nationalen Anbietern ausgeliehen werden, jedoch sollte man sich erkundigen, wo das Auto wieder zurück gegeben werden kann, da es u.U. es bei der Überführung von der Nord- zur Südinsel zu Problemen mit der Rückgabe kommen kann. Zu beachten ist bei Leihwagen ebenfalls, dass die Verträge z.T. verbieten, auf Schotterstrassen zu fahren. Viele Trailheads, Zufahrten zu Nationalparks, etc. liegen aber an solchen Schotterstrassen.

Bahn
Das Bahnsystem ist sehr übersichtlich. Soll eine schöne Panoramafahrt sein aber für den Transport scheidet es eher aus. Auf der Südinsel ist es ohnehin so gut wie nicht vorhanden.

Bus
Preiswerteste Transportmöglichkeit. Auf den beiden Hauptinseln gibt es ein flächendeckendes Netz von Fernbussen. Zusätzlich gibt es 'Touristen-Busse', bei denen man auf der Fahrt mit Photo-stops an jeder Sehenwürdigkeit rechnen muß, so dass eine Fahrt sehr lang werden kann. Plant man, viel mit dem Bus unterwegs zu sein, empfiehlt sich eventuell der Kauf eines 'Bus-Pass', mit dem es deutlich billiger wird, man allerdings auf eine Gesellschaft festgelegt ist. Günstig bei frühzeitiger Buchung ist der "Naked Bus".

Flugzeug
Schnellste Art im Land zu reisen. Viele Städte verfügen über eigene Flughäfen, jedoch sind häufig Umwege über zentrale Flughäfen einzuplanen. Es gibt zwei Inländische Fluglinien, zumindest von AirNZ können die Flugpläne online abgerufen werden. Auch ist eine Buchung von Deutschland aus möglich und empfehlenswert, da gilt: je ehr man bucht desto preiswerter.

Schiff
Zwischen den beiden Hauptinseln gibt die Möglichkeit des Fährtransfers. Zwischen Stewart Island und der Südinsel fährt ein Katamaran; Automitnahme ist nicht möglich.

Übernachtungen

Städte
Vom Luxushotel bis zur Günstigen Absteige ist alles vorhanden. Neuseeland verfügt über ein sehr enges Netz von Hostels, die Übernachtungen in Mehrbett-, Doppel-, oder Einzelzimmern anbieten. Neben den Independent Hostels, die keiner Organisation angehören, sind die Hostels entweder om BBH oder im YHA organisiert. Eine Mitgliedskarte spart bei jeder Übernachtung ein paar Dollar.

Standardhütte: Yankee River Hut

Trails und Touren
Für fast alle offiziellen mehrtages Tracks gilt, dass in regelmäßigen Abständen Hütten vom DOC bereitgestellt werden.

Es gibt vier Kategorien von Hütten:

  1. Great Walk Hütten (Great Walk Hut)
  2. Bewirtschaftete Hütten (Serviced Hut)
  3. Standardhütten (Standard Hut)
  4. Einfache Hütten (Basic Hut)


Neben fast allen Hütten kann man auch zum vergünstigten Preis campen und Wasser und Toiletten mitbenutzen, nicht aber den Aufenthaltsraum.

Plant man mehrere Übernachtungen in Hütten, ist es sinnvoll, sich den "Annual Hut Pass" zu kaufen, mit dem man in allen Hütten, die nicht auf einem Great Walk stehen, oder bei denen es explizit anders angegeben ist, umsonst schläft.

Grundsätzlich ist keine der Hütten 'bewirtschaftet', d.h. man kann dort weder fertig zubereitetes Essen noch Essensvorräte kaufen. Einige wenige Hütten (hauptsächlch auf Great Walks) haben in der Hauptsaison Gaskocher. Alle Hütten bieten Matratzen, einen Ofen oder eine Feuerstelle, Wasser (oft Regenwasser, sparsam verwenden!), und ein Klohäuschen.

Nähere Infos zu den Hüttenpreisen unter: klick

Bemerkung:
Das DOC macht eine gute Arbeit bei den Hütten, sowohl bei der Qualität selbst der Standard Hütten wie insbesondere in der Auswahl der Standorte. Auch wenn es auf einigen Trails möglich ist, sich um die Kosten zu drücken, weil man sowieso keinem Warden begegnet, sollte man so fair sein, und den Preis zahlen.

Wild Zelten
Ob wild Zelten generell verboten ist, ist unbekannt. Je nach Trail oder Tour befindet man sich jedoch so weit von jeglicher Zivilisation entfernt, dass es keine Probleme geben sollte. In der Nähe der Zivilisation sollte man auf offizielle Campingplätze ausweichen.

Regenwald und Meer

Links

Outdoorforum

externe Links