Magnesia

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Magnesia

Magnesia, auch Chalk genannt, dient in erster Linie dazu die Hände trocken zu halten. Die chemische Formel von Magnesia lautet 4MgCO3·Mg(OH)2·4-5H2O, ist also eine Mischung aus Magnesiumcarbont und Magnesiumhydroxid.

Wirkung von Magensia

  • Magnesia wirkt hygroskopisch und saugt damit den Handschweis auf. Es ist weniger Schweis auf den Händen und man hat besseren "grip".
  • Desweiteren hilft ein Griff in den Magnesiabeutel oft der Psyche. Bei vielen Kletterern geört der Magnesiagebrauch schon elementar zum Klettern dazu.
  • Magnesia wirkt auch polarisierend. Die einen schwören drauf, die anderen können es nicht abhaben. Das hat schon zu äußerst heftigen Diskussionen geführt.

Auswirkungen von Magnesia auf den Fels

  • Im Kalkgestein:

Die Anwendung von Magnesia im Kaklgestein ist sehr erwünscht. Saurer Handschweis reagiert mit dem Kalk zu einem glatten, schmierigen Belag. Magnesia saugt den Handschweis auf und verhindert somit eine solche Reaktion.

  • Im Sandstein:

Die Verwendung von Magnesia im Sandstein führt zu einer nachhaltigen Veränderung der Gesteinsoberfläche, weswegen der Magnesiagebrauch in manchen Gebieten untersagt ist. Selbts wenn kein Magnesiaverbot besteht sollte man im Sandstein äußerst sparsam damit umgehen, und die Griffe danach wieder putzen.

Magnesia verstopft die Poren der (sonst groben) Sandsteinoberfläche und macht damit Griffe auf Dauer glatter. Der Sandstein verliert seine Rauhigkeit. Durch diese polierende Wirkung des Magnesia werden nachfolgende Kletterer zur Magnesiaverwendung genötigt. Der Schutz vor Abspecken durch Neutralisierung des sauren Handschweißes, wie im Kalk, spielt im Sandstein keine Rolle, da die entscheidenden Silikatmineralien ohnehin säurebeständig sind.

Magnesia bindet Feuchtigkeit und beeinflußt damit den Wasserhaushalt der Sandsteinoberfläche. Diese bleibt länger feucht und die Abscheidung von Mineralien, die für das Zustandekommen der harten Kruste verantwortlich ist, wird gestört. Teilweise ist dies auch optisch erkennbar in Form von schwärzlichen Verfärbungen um die gechalkten Griffe herum. Welche Prozesse dabei genau ablaufen und mit welchen Langzeitfolgen für die Felsoberfläche ist bisher nicht geklärt - was allein schon ein Grund ist, Magnesia im Sandstein zu vermeiden.

==> Es verschmiert die poröse Oberfläche und hält die Griffe durch seine hygroskopische Wirkung feucht. Der erste Magnesianutzer könnte sich wohl ob seiner besseren Reibung und Griffigkeit freuen. Für Nachkommende bringt Magnesiaverwendung im Sandstein aber fast ausschließlich Nachteile!

Weitere Auswirkungen

  • Die weisen Flecken auf der Gesteinsobrflächen verschandeln die Felsen und verändern ihre Erscheinung.
  • Die Griffe einer Tour sind durch des Magnesia schon vorgegeben, somit muss man nicht mehr nach dem passenden Griff suchen. "Ist doch gut" mögen manche jetzt sagen, aber es macht doch vielmehr Spass sich seine Route selbst zu suchen, als blöd (ähnlich wie in der Kletterhalle) den weißen Flecken nachzuklettern. "Echte" on-sight-Begehungen werden durch Magnesia unmöglich gemacht.

Magnesia/Chalk für Kletterer

Erfahrungen zeigen es. Das "perfekte" Magnesia sollte nicht nur feinkörnig sein, nicht klumpen und keinen Schmierfilm auf den Händen zurücklassen, es muss natürlich seinen Zweck erfüllen: die Hände schnell und langanhaltend trocknen. Deswegen sollte hier nicht an Qualität gespart werden. Ein guter Hinweis sind natürlich Produktrezensionen und Erfahrungsberichte. Qualitativ hochwertige Magnesia sind u. a.: Chalk Günstig und gut Chalk Edelrid Chalk ElliotST

Alternativen?

Gibt es Alternativen zum weisen Pulver?

Ja die gibt es! - Zum Bespiel das gute alte Handtuch, den Eco Ball von Metolius oder Liquid Chalk.

  • Handtuch
  • Eco Ball von Metolius
  • Liquid Chalk, z.B. von Black Diamond: Im Prinzip ist das Chalk aufgelöst in Alkohol. Man verteilt es vor dem Einstieg in die Route auf die Hände und lässt es trocknen. Es entsteht ein gleichmäßiger Chalk-Film auf der Hand, der sehr gut haftet und nicht wie normale Chalk schnell wieder verschwindet. Man muss also weniger oft neu chalken. Allerdings ist es sehr aggressiv der Haut gegenüber, d.h. wenn man empfindlich ist, sollte man vorsichtig damit umgehen.

Man kann auch feinen Sand der oft an den Einstigen auf dem Boden rumliegt nehmen und diesen zwischen die Hände reiben - dieser saugt Handschweis auch auf.