Lykischer Weg

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Blick über die Bucht bei Ölü Deniz

Der Lykische Weg war der erste markierte Fernwanderweg in der Türkei. Er wurde im Jahr 1999 von Cate Clow und Terry Richardson geschaffen und erfreut sich seitdem steigender Beliebtheit. Der Weg führt auf einer Strecke von ca. 500 km durch das Taurus-Gebirge von Ölü Deniz bei Fethiye nach Antalya entlang der Küste der Lykischen Halbinsel.

Der Weg führt fast immer fernab der touristisch erschlossenen Regionen, man bekommt daher faszinierenden Kontakt mit den Einheimischen, die noch nicht im täglichen Kontakt mit Pauschaltouristen "geschliffen" sind. Hinzu kommt die landschaftliche schöne Strecke - und ganz besonders an diesem Weg sind die immer wieder zu findenden antiken Ruinen, die von der Vergangenheit Lykiens als Teil der hellenistischen Welt zeugen.

Wegbeschaffenheit

Der Weg folgt zwar der Küstenlinie, berührt aber nur sehr selten wirklich das Meer. Meist verläuft er zwar in Sichtweite des Wassers, aber in einiger Höhe auf den Bergen. Auf einzelnen Abschnitten entfernt man sich auch weiter vom Wasser. Die Höhen liegen meist unter 1000m, bis auf die Abschnitten um den Mount Olympos, welcher 2400m hoch ist und als kleiner Abstecher vom Hauptweg bestiegen werden kann, sowie einige Abschnitte vor Finike.

Meist folgt man schmalen Hirtenpfaden, die allerdings in einem guten Zustand sind. Obwohl meist keine großen Höhen erreicht werden, kommen durch das ständige Auf und Ab einige Höhenmeter zusammen - es kann also durchaus anstrengend werden. Die Wegmarkierung ist fast immer vollkommen ausreichend, wenn nicht sehr gut.

Vorbereitung

Die umfangreichste Informationsquelle für alle, die den Weg gehen wollen, ist das Buch von Kate Clow: The Lycian Way, ISBN 978-0953921829. Es enthält zwar eine Karte, diese eignet sich aber nur zur groben Orientierung. Besser sind die seit März 2015 erhältlichen Wanderkarten "Lycia West Hiking Map 1:50.000" ISBN 978-3981721614 und "Lycia East Hiking Map 1:50.000" ISBN 978-3981721607 (erhältlich über MapSite Verlag)

Es gibt auch andere Bücher, die Teile des Weges beschreiben, aber "The Lycian Way" von Kate Clow ist die Hauptquelle. Hier werden viele praktische Hinweise zum Weg gegeben, daher sollen an dieser Stelle nur die Punkte angesprochen werden, in denen ich nicht mit Kate Clow übereinstimme:

Reisezeit

Im Führer steht was von Januar und Februar als hervorragende Reisezeit. Unserer Erfahrung nach - und auch nach dem, was uns vor Ort erzählt wurde - stimmt das so nicht, zumindest im Februar soll es eher regnerisch sein. Dort wurde uns gesagt, der Mai würde sich als Wanderzeit anbieten.

Sprache

Zur Sprache ist zu sagen, dass man zumindest außerhalb der Touristenzentren nicht damit rechnen sollte, auf Deutsch oder Englisch durchzukommen. Wenn man sich mit einem Sprachführer bemüht, sind die Türken aber sehr geduldig.

Ausrüstung

Zur Ausrüstung stehen im Führer einige eigenwillige Dinge. Ein Zelt ist, zumindest zu der Jahreszeit, zu der wir unterwegs waren - also die Regenzeit -, notwendiger als im Führer behauptet. Man findet nicht auf jeder Sektion (z.B. Olympos, Lighthouse) eine Pension für die Nacht, und das Wetter kann durchaus ungemütlich sein. Auf einigen Abschnitten mag es aber gehen, sich von Pension zu Pension zu hangeln - unsere Art zu reisen wäre das nicht. Wir hatten auch einen Wasserfilter (MSR MiniWorks EX) dabei, womit wir ganz zufrieden waren. Ist man nur in Pensionen, mag das überflüssig sein, sonst aber ist es sehr praktisch. Wir hatten zwar fast nur (bis auf Olympos und Belcegiz) optisch reines Wasser, aber zumindest in den beiden Fällen hätten uns Iod- oder Chlortabletten eher nicht geholfen. Im Sommer, wenn die Quellen nicht sprudeln und das Wasser evtl. noch länger steht, ist der Filter sicherlich noch wichtiger.

Fortbewegung mit Bus und Taxi

Das Fortbewegungsmittel in der Türkei ist der Bus (Minibus, Otobüs, Dolmus). Es gibt in den Städten zentrale Plätze, wo diese abfahren (Otogar), wobei dort immer ganz viele verschiedene Busgesellschaften abfahren (also kann man es vergessen, sich da vorher zu erkundigen). Man findet sich da aber schon irgendwie zurecht und die Busse fahren recht oft, insbesondere auf Hauptstrecken wie z.B. Fethiye-Antalya oder Kumluca-Antalya oder so. Wichtig zu wissen ist auch, dass man den Bus auch jederzeit an den Straßenrand winken und zusteigen kann. Auf der Strecke zwischen Kumluca und Antalya haben wir das mehrfach gemacht und kamen so immer binnen Minuten weiter. Die Preise halten sich im Allgemeinen sehr in Grenzen (z.B. 42 YTL Antalya-Fethiye für 3 Personen).

Lebensmittelversorgung

Die Versorung mit Lebensmitteln ist auf einigen Abschnitten schwieriger als erwartet. Insbesondere auf den ersten Etappen hatten wir das Problem, dass viele der Orte keine Geschäfte haben - dort fährt man halt zum Einkauf nach Fethiye. Eventuell ist es möglich, bei den Pensionen etwas zu erstehen (wie wir in Kabak), aber die gibt es halt nicht in jedem Ort und sie sind auch nicht zu jeder Jahreszeit geöffnet. Also sollte man hier mit deutlichen Reserven kalkulieren! Wenn man dann mal ein Geschäft findet, ist die Auswahl meist eher klein. Frische Waren findet man hier selten, man ist im Wesentlichen auf Reis, Nudeln und eine kleine Auswahl von Fertigsaucen sowie Kekse und natürlich Brot beschränkt. Bei Wurst und Käse ist die Auswahl meist auch nicht so groß, wir haben uns da oft an Sucuk gehalten. Man kommt aber insgesamt schon aus, wenn man ein wenig plant. Wenn man richtig gut einkaufen will, muss man wohl auf einen Wochenmarkt gehen - aber da muss man halt zur rechten Zeit am rechten Ort sein, was vermutlich nicht so einfach zu planen ist.

Mitarbeit am Weg

Dass dieser Weg überhaupt geschaffen wurde ist Cate Clow zu verdanken. Bis auf sehr wenige Ausnahmen halten sich die türkischen Behörden aus der dem Wegemanagement raus. Das bedeudet, dass die Arbeit weiterhin von den privaten Initiatoren getragen werden muss. Obwohl dieser türkische Fernwanderweg in den letzen Jahren im Angebot vieler Reiseveranstalter auftaucht, halten auch die sich bemerkenswert zurück bei der Mitarbeit am Weg. Damit der Lykische Weg auch in Zukunft begehbar bleibt, sucht Kate Clow immer wieder freiwillige Mitarbeiter. Markierungen erneuern, die Route vom Getrüpp freischneiden oder neue Abschnitte anlegen gehören zu deren Aufgaben. Neben Material und Werkzeug, steht für die Arbeiten ein Fahrzeug zur Verfügung.

Cate Clow organisiert dafür regelmäßig Freiwilligeneinsätze. Gegen einen Kostenbeitrag von 10 Euro pro Tag (Stand 2007) können Freiwillige Helfer teilnehmen. Mit dem Kostenbeitrag wird die einfache Unterkunft und das Essen bezahlt. Die An- und Abreise der Teilnehmer erfolgt in Eigenregie und auf eigene Kosten. Im Internet gibt Kate Clow die Termine für diese Einsätze bekannt.

Berichte&Links

Bericht mit vielen Fotos von Bela Bauer

Bilder zu dieser Tour

Weg Tourenbilder

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