Kletterschuhe

Aus Outdoor Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Allgemeines

Unter einem Kletterschuh/Kletterfinken versteht man einen Schuh welchen man zum Felsklettern trägt. Es gibt sehr grosse Unterschiede zwischen den diversen Modellen. Es gibt Schuhe die von der Form her im Zehenbereich rund geschnitten sind oder es gibt welche die spitz zulaufen. Es gibt Schuhe welche man sehr eng trägt oder welche die man eher komfortabel nimmt. Die Liste würde endlos werden wenn man alles aufzählen will. Am besten probieren was passt.

Typen

Schlüpfer/Slipper

Darunter versteht man einen Kletterfinken welcher ohne Schnürsytem auskommt. Meisten hat dieser Schuhtyp einen seitlichen Gummizug, welcher den Schuh am Fuss fixiert. Der Vorteil dieses Typs ist, dass man ihn sehr rasch an- und ausziehen kann. Zum Hallenklettern oder Bouldern ist er ideal. Der Nachteil ist, dass er sich relativ rasch weiten kann und an Form verliert. Meist sind dies auch die günstigsten Schuhe.

Velcroverschluss

Ein Velcro - Schuh hat keine Schnürung sondern meist zwei Klettverschlüsse welche den Schuh am Fuss fixieren. Er hat praktisch die gleichen Eingenschaften wie ein Schlüpfer, ist jedoch besser an den Fuss anpassbar und man kann ihn auch nach intensievem Gebrauch noch besser regulieren. Ebenso ermöglicht der Verschluss, den Schuh je nach Länge und Schwierigkeit der Route mit oder ohne Socken zu tragen.

Schnürsystem

Schuhe mit Schnürung kann man dauerhaft so an den Fuss anpassen, dass der Sitz immer optimal ist. Ein Vorteil zu den anderen ist, dass man bei einem Heelhook nicht Gefahr läuft, dass es einem die Ferse aus dem Schuh zieht. Nachteil ist, dass man im Vergleich zu den anderen Typen mehr Zeit zum An- oder Ausziehen benötigt.

Sportkletter-Schuh

Dies ist ein Schuh, welcher stark bis sehr stark asymetrisch geschnitten ist, und eine grosse Vorspannung aufweist. Man trägt diesen Schuh sehr satt am Fuss, am besten mit leicht bis stark aufgestellten Zehen. Oftmals findet dieser Schuh Verwendung in sehr schwierigen Einseillängen. Wird er auch zum Mehrseillängenklettern verwendet, zieht man ihn am Stand oftmals aus, da dieser Schuhtyp relativ unbequem ist.

Komfort Schuh

Unter einem Komfort Schuh versteht man einen Kletterfinken welcher in der Leistform gerade ist und keine Vorspannung hat. Er ist im Spitzenbereich rundlich geschnitten. Diesen Schuh trägt man so satt, dass die Zehen überall ankommen und der Fuss den Schuh gut ausfüllt.

Alpiner Schuh

Dieser Schuhtyp ist ähnlich wie ein "Komfortschuh" aufgebaut. Gerader Leisten, eher rund im Spitzenbereich. Was ihn unterscheidet ist, dass man in ihm auch ein paar Schritte gehen kann, da er oftmals im Fersenbereich einen Weichtrittkeil hat und die Sohle ein wenig profiliert ist. Auch diesen Schuh trägt man satt am Fuss.

Auch heute noch gibt es Modelle mit einem niedrigen Schaft, der die Fußknöchel beim Rissklettern schützt.

Universalschuh

Dieser Schuhtyp erinnert vom Aussehen her eher an einen Wanderschuh als an einen Kletterschuh, hat aber eine profillose vordere Hälfte der Sohle. Zu empfehlen sind diese Schuhe für Bergtouren mit häufigen vereinzelten Kletterstellen (bei denen ein ständige Wechsel zwischen Wander- und Kletterschuhen zu zeitaufwändig wäre) oder für Klettertouren, auf denen man nicht noch ein separates Paar Schuhe für den Abstieg mitnehmen möchte.

Ein Universalschuh ist weder für das Klettern im Bereich der persönlichen Leistungsgrenze noch für mit Eis- oder Firnpassagen enthaltende Touren geeignet. Ein Universalschuh ist immer eine gute Wahl, wenn man nicht so recht weiß, ob eine Tour "noch Wandern" oder "schon Klettern" ist.

Sohlen

Die Sohlen von Kletterschuhen unterscheiden sich nach ihrer Festigkeit sowie der Härte der Gummimischung. Weiche Schuhe mit weichen Gummimischungen bieten sich bei Reibungsklettereien an, während harte Sohlen auf kleinen Leisten einen sicheren Stand geben können. Da die Tritte in Kletterhallen meist sehr rauh sind, empfiehlt sich hier eine harte Gummimischung - nicht nur, weil man die hohe Reibung nicht braucht, sondern auch, weil sich weiche Sohlen hier schneller abnutzen.


Neubesohlung

Gerade bei Anfängern, deren Tritttechnik nicht sehr ausgefeilt ist, reibt sich die Sohle von Kletterschuhen schnell ab. Eine Neubesohlung kostet zwischen 30 und 40 Euro und lohnt sich daher oft. Sie ist in die Wege zu leiten, bevor das Randgummi beschädigt ist. Eine Erneuerung von Randgummi und Sohle lohnt i.d.R. nur bei teuren Modellen.

Man sollte allerdings seine Schuhe zu einem renommiertem Besohler schicken, da nur diese die paasenden Leisten haben. Prizipiell kann jeder Schuhmacher Kletterschuhe neu besohlen, allerdings verändert sich die Form, wenn man nicht die richtigen Leisten nutzt.

Ein neubesohlter Schuh fühlt sich immer anders an als vorher. Insbesondere Vorspannung und Downturn (s.u.) gehen oft verloren.

Auswahl einiger Merkmale

Nicht alle Kletterschuhe sind für alle Klettergebiete gleich gut geeignet. Neben der allgemeinen Passform, dem Verschlusssystem und der Sohlenhärte gibt es daher weitere, nahezu beliebig miteinander kombinierbare Merkmale, woraus sich die sehr hohe Anzahl an Kletterschuhmodellen ergibt. Die hier aufgeführten Merkmale erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bei starker Ausprägung ist eine Verwendung in Routen mit fremder Charakteristik nahezu ausgeschlossen. Wer nicht beabsichtigt, sich beim Klettern auf ein bestimmtes Gebiet festzulegen, wählt Kletterschuhe, bei denen solche Merkmale, wenn überhaupt, nur sehr schwach ausgeprägt sind.

Vorspannung

Für Routen, bei denen es nicht möglich ist, ab und zu den Fuß ganz aufzusetzen, sind zur Entlastung der Wadenmuskulatur einige Modelle stark vorgespannt. Weiter verhindert die Vorspannung, dass sich beim Treten von Leisten mit der Außenseite der Schuh um den Fuß dreht.

Zehenkasten

Ein Zehenkasten ermöglicht das Aufstellen der Zehen zur Entlastung der die Zehen beugenden Muskulatur beim Treten kleinster Leisten. Weiter verkürzt sich dadurch der Fuß gegenüber gestreckten Zehen, so dass der Hebel kleiner wird.

Downturn

Diese in Hinblick auf ihre Form an Bananen erinnernden Schuhe ermöglichen, trotz tiefer Position der Ferse, kleine Löcher besser zu erreichen.

Schuhgrößen

Im Allgemeinen hat die Schuhgröße, die man in Kletterschuhen trägt, wenig mit der sonstigen Schuhgröße zu tun. Das liegt zum einen daran, dass man die Schuhe sehr eng trägt und von daher eine kleinere Größe wählen wird, zum anderen daran, dass die Kletterschuhhersteller sehr unterschiedlich bemessen. So fallen z.B. die Schuhe von La Sportiva sehr groß aus, man kann hier bis zu 4 Größen kleinere Schuhe tragen als im Alltag.

Bei der Wahl der richtigen Größe sind folgende Punkte zu beachten:

  • Kletterschuhe weiten sich stark. Je nachdem, wie viel Leder im Oberbereich des Schuhs verwendet wurde und ob der ein Innenfutter hat, kann sich ein Kletterschuh bis zu einer ganzen Größe weiten.
  • Kletterschuhe sollten immer recht eng anliegen, so dass man mit den Zehen vorne anstösst. Viele Kletterer wählen ihre Schuhe so, dass sie zumindest im Neuzustand fast schmerzhaft eng sind. Bei modern geschnittenen Schuhen sollte dies eigentlich nicht notwendig sein, außerdem kann es zu Zehenverletzungen führen. Hier muss aber jeder Kletterer selbst zu seinem Kompromiss finden.

Links