Karl-Kaufmann-Weg

Aus Outdoor Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Karl-Kaufmann-Weg beginnt beinahe in den südlichen Ausläufern der Stadt Köln, in der Niederrheinischen Bucht, und durchquert die gesamte Eifel bis nach Trier.

Auf den 184 Kilometern von Brühl bis zur Mosel werden alle Landschaftsformen der Eifel durchwandert. Der Anfang macht der Kottenforst, der vom schwach ausgeprägten Höhenzug der südlichen Ville abgelöst wird. Das Ahrtal mit seinen Weinbergen und steilen Pfaden befindet sich dann schon mitten in der Eifel. Weiter durch einsame Wälder zur Hohen Acht (747 m), dem höchsten Berg der Eifel, und zum Nürburgring. Die nächsten Ziele sind die Dauner Maare und Manderscheid, sowie das nahezu unbekannte Dreistal. In der ältesten Stadt Deutschlands, von der im vierten Jahrhundert n. Chr. das Römische Reich regiert wurde, endet an der Porta Nigra in Trier dieser Weitwanderweg des Eifelvereins.

Zwischen Brühl und Heimerzheim, sowie zwischen Kreuzberg (Nahe) und Nürburg, gibt es eine markierte Alternativroute.

Benannt ist der Weg nach dem ersten Vorsitzenden des Eifelvereins, Karl-Leopold Kaufmann, der 34 Jahre (von 1904 - 1938) dem Verein vorstand.


Markierung

Der Karl-Kaufmann-Weg ist mit einem schwarzen Keil dessen Spitze nach Trier zeigt markiert. Da alle Weitwanderweg des Eifelvereins die in Nord-Süd-Richung verlaufen diese Markierung haben, sind die Schilder wo es nötig ist, mit dem Zusatz "Karl-Kaufmann-Weg" oder einer "2" versehen.

Die Varianten sind mit dem Zusatz "2a" oder "2b" gekennzeichnet.

Etappen

Brühl - Rheinbach
Weltkulturerbe und Provinz

Schloss Augustusburg in Brühl

Schon kurz nach Beginn kommt der Karl-Kaufmann-Weg zu einem ersten kulturellem Höhepunkt der Wanderung, zum Schloss Augustusburg. Zusammen mit dem in der Nähe gelegenen Schloss Falkenlust und der Parkanlage, wurde die Schlossanlage als Gesamtkunstwerk des deutschen Rokoko in die UNESCO-Liste der Welterbestätten aufgenommen.

Weiter geht es durch die westlichen Ausläufer der Kleinstadt zum Donatussee im Kottenforst. Die breiten Waldwege führen nun nach Südosten über den Höhenzug der Ville bis zum Parkplatz Riedmaar, wo sich der Weg in zwei Varianten aufteilt. Die Hauptroute führt nach Heimerzheim und anschließend erneut in den Wald der Ville. Wie schon auf einigen Strecken vorher, trifft der Weitwanderweg hier auf die ehemalige Römische Wasserleitung mit der die Stadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) zur Hochzeit Roms mit Trinkwasser versorgt wurde. Buschhoven, Morenhoven und Flerzheim am Swistbach (hier kommt der Europäische Fernwanderweg E8 dazu), sind die nächsten Dörfer auf dem Weg nach Rheinbach.

Variante: Vom Parkplatz Riedmaar zweigt die Variante in Richtung Alfter ab. Hier, schon fast in Bonn, macht die Streckenführung eine Kehrtwendung und trifft am Denkmal "Eiserner Mann" wieder auf die Hauptroute.

  • Länge: 36 km
  • Höhenangaben: Brühl 60 m, Donatussee 120 m, Metternich 125 m, Heimerzheim 150 m, Rheinbach 160 m
  • Wanderkarte(n): Siebengebirge, Südliche Ville
  • Anmerkungen: In Hürth gibt es ein Naturfreundehaus (Villehaus).

Rheinbach - Altenburg (Ahr)
Wälder und Täler

Burg Kreuzberg an der Ahr

Beinahe schnurgerade geht es in den Rheinbacher Stadtwald wo sich der Karl-Kaufmann-Weg wieder vom E8 und vom Jakobsweg, der ebenfalls seit Flerzheim dabei ist, trennt.

Am Basaltkegel der Ruine Tomburg wird der Naturpark Kottenforst-Ville verlassen. Die nördlichen Ausläufer der Eifel sind erreicht. Durch einsame Wälder geht es über Hilberath und nahe vorbei an der Burg Vischel hinunter ins Tal am Vischelbach. Ab der Bachmündung bei Kreuzberg, mit der Burg hoch über dem Ort, folgt der Karl-Kaufmann-Weg der Ahr flussabwärts bis nach Altenburg.

  • Länge: 17 km
  • Höhenangaben: Rheinbach 160 m, Ruine Tomburg 280 m, Ersdorfer Wald 356 m, Vischelbachtal 180 m, Kreuzberg 175 m, Altenburg 165 m
  • Wanderkarte(n): Siebengebirge, Südliche Ville, Das Ahrtal
  • Anmerkungen: Campingplätze gibt es in Kreuzberg und in Altenburg, beide am Ahrufer.

Altenburg (Ahr) - Nürburgring
Stille Wälder und Motorenlärm

Am Nürburgring

Das enge, von kleinen Weinbergterrassen geprägte Ahrtal wird schon in Altenburg wieder verlassen. Zunächst geht es steil hinauf zur Schutzhütte am Hornberg, von dem sich ein weiter Ausblick ins tiefe Tal der Ahr und in die nördliche Eifel bietet. In einem Bogen kommt der Wanderweg zum Auschsbachberg und steigt von da hinab nach Ahrbrück ins Kesselinger Bachtal. Erneut geht es wieder den Berg hinauf, zu den einsamen Höhen zwischen Ahr und Nürburgring. An der Hohen Acht (747 m) erreicht der Karl-Kaufmann-Weg seinen höchsten Punkt. Der Parkplatz am "Brünnchen" ist der Beginn des Abschnitts der nahezu paralell zur Rennstrecke bis nach Nürburg führt. Nicht nur an Rennwochenenden herrscht auf dem Nürburgring ein reger Verkehr. An rennfreien Tagen sorgen vom Motorsport begeisterte Besucher, Renntaxis und Versuchsfahrzeuge der Autohersteller für einen hohen Lärmpegel.

Variante: In Kreuzberg an der Ahr fängt die Variante 2a an. Vor der Wallfahrtskapelle geht es hinauf nach Lind und weiter über den Laubachshof (am Liersbach) nach Schult an der Ahr, die hier einen weiten Bogen macht. In einem langgezogenem Aufstieg geht es durch offenes Land über Winnerath und Reiferscheid hinab nach Adenau. Von Quiddelbach ist es dann nicht mehr weit bis zum Ort unter der Burg, die der Rennstrecke den Namen gab.

  • Länge: 30 km (variante über Adenau: 32 km)
  • Höhenangaben: Altenburg 165 m, Hornberg 385 m, Ahrbrück 180 m, Teufelsley 496 m, Hohe Acht 747 m, Nürburg 610 m
  • Wanderkarte(n): Das Ahrtal, Hocheifel mit Nürburgring
  • Anmerkungen: Campingplatz im Seitental bei Ahrbrück und bei Müllenbach am Nürburgring

Nürburg - Daun
Pilgerweg und Wälder

Auf dem Firmerich vor Daun

Zur lauten Rennstrecke bildet der ruhige Wald um den Bränke-Kopf und die Rote-Heck einen willkommenen Kontrast. Ab Kehlberg weisen zahlreiche Wegkreuze auf den Pilgerweg der Matthiaspilger hin. Einige Matthiasbruderschaften haben auf den nachfolgenden Wegstrecken (insbesonders am Afelskreuz) Gedenksteine aufgestellt. Einmal im Jahr pilgern zahlreiche Gläubige auf dem Karl-Kaufmann-Weg in die Bischofstadt Trier. Die letzten 100 Kilometer werden dabei in drei Tagen zurückgelegt.

Bis Darscheid bleiben Wander- und Pilgerweg in den einsamen Wäldern der Hocheifel. Von der nahen Autobahn ist es dann nicht mehr weit bis zur Hochfläche am Firmerich-Berg. Nach kurzem, aber steilem Abstieg kommen die ersten Häuser der Kreisstadt Daun in Sicht.

  • Länge: 22 km
  • Höhenangaben: Nürburg 610 m, Rote Heck 630 m, Kehlberg 490 m, Afelskreuz 572 m, Darscheid 480 m, Daun 385 m
  • Wanderkarte(n): Rund um den Hochkelberg, Daun - Rund um die Kraterseen
  • Anmerkungen:

Daun - Manderscheid
Maare und Kreuzwege

Das Totenmaar (Weinfelder Maar) bei Daun

Wie viele andere Wanderwege auch, lässt auch der Karl-Kaufmann-Weg die drei bekannten Maare dieser Region nicht aus. Als Erstes wird das Gemündener Maar erreicht von dem es über einen steilen Waldweg zum Dronketurm weitergeht. Nach kurzer Wegstrecke kommt der Weg zum Krater des Weinfelder Maares, besser bekannt als Totenmaar, und weiter hinab zum in Wiesen eingebettete Schalkenmehrener Maar.

Nach der von Touristen stark besuchten Maarlandschaft wird es wieder einsamer. Durch offene Wiesenlandschaft und einsamen Wald ist Brockscheid mit einer bekannten Glockengießerei das nächste Ziel. Auch auf dem weiteren Weg nach Eckfeld, in dessen das weltbekannte Eckfelder Urpferdchen gefunden wurde, bleibt die Route abseits der Touristenströme. Von Eckfeld bis zum ehemaligen Kloster Buchholz säumen die Stationen eines Kreuzweges den Straßenrand der K18 über die der Weitwanderweg hier geführt wird. An der ehemaligen Klosterkirche biegt der Karl-Kaufmann-Weg zusammen mit dem Vulkanweg nach Westen ab, um danach zur Schutzhütte "Belvedere" oberhalb des Liesertals zu kommen. Über einen schmalen Pfad wird das Ufer der Lieser tief unten im Tal erreicht. Der Aufstieg zu den Mauern der Oberburg und damit nach Manderscheid verläuft ebenfalls über einen schmalen Wanderweg. In Manderscheid, einem Treffpunkt vieler Weitwanderwege des Eifelvereins, kreuzt auch der vielbegangene Lieserpfad den Karl-Kaufmann-Weg.

  • Länge: 18 km
  • Höhenangaben: Daun 385 m, Dronketurm 560 m, Weinfelder Maar 484 m, Schalkenmehrener Maar 420 m, Brockscheid 470 m, Liesertal 290 m, Manderscheid 400 m
  • Wanderkarte(n): Daun - Rund um die Kraterseen
  • Anmerkungen: Campingplätze gibt es in Schalkenmehren und in Manderscheid, in Brockscheid einen Jugendzeltplatz (Gemeindeverwaltung).

Manderscheid - Dreis
Täler und Kloster

Kloster Himmerod

Vom hochgelegenen Manderscheid geht die Wegführung hinab ins Tal der Kleinen Kyll. Auf gut ausgebauten Wanderwegen wird die Wolfsschlucht passiert. Nur kurz geht es über die L46 weiter zum Staatsforst Manderscheid. Mal über breite Waldwirtschaftswege, mal über schmale Pfade wird nach gut 11 km das Kloster Himmerod erreicht.

Die ehemalige Zisterzienserabtei wurde schon 1134 gegründet. 1805/06 wurde sie abgebrochen. Der Wiederaufbau folgt in den Jahren 1925 - 1927, bis zum Aufbau der Klosterkirche (1952 - 1962) sollten noch einige Jahre ins Land gehen. Heute betreiben die wenigen Zisterziensermönche unter Anderem eine große Fischzucht.

Im Wald oberhalb des Klosters wurde die Wegführung geändert. Diese führt nun an der Absturzstelle eines amerikanischen Kampfjets, an der ein Gedenkstein an den toten Piloten erinnert, vorbei. Wegen der neuen Autobahn (Wittlich - Lüttich) wurde kurz darauf der Weg erneut verlegt. Jetzt geht es am Waldrand entlang hinunter nach Niederkail am Kailbach. Nach wenigen Kilometern wird der Kailbach von der Salm abgelöst. Immer im Bereich der Salm führt die Strecke zuerst nach Bruch, von da weiter nach Dreis.

  • Länge: 28 km
  • Höhenangaben: Manderscheid 400 m, Wolfsschlucht 200 m, Kloster Himmerod 295 m, Kreisstrasse 7 350 m, Niederkail 260 m, Bruch 200 m, Dreis 160 m
  • Wanderkarte(n): Vulkaneifel um Manderscheid, Wittlicher Land
  • Anmerkungen: Am Ortsausgang von Bruch befindet sich in einer alten Burg eine Reiterpension. In Dreis, obwohl größerer Ort, gibt es kein Hotel. Ein 5-Sterne Hotel, das über eine mit 3-Sterne prämierte Küche verfügt, liegt im Wald oberhalb des Ortes. In Dodenburg (Ca. 4 km weiter auf dem Karl-Kaufmann-Weg) gibt es ein Hotel.

Dreis - Trier
Quellen und Geschichte

Porta Nigra - Trier

Aus dem Salmtal steigt der Weg in einer annährend geraden Linie nach Dodenburg hinauf. Nur wenige Meter vor Erreichen des kleinen Schlosses wird der Karl-Kaufmann-Weg nach links zum Bendersbach geführt. Neben einigen namenlosen Quellen liegen die bekanntere Victoriaquelle, dicht gefolgt von der Schwefelquelle, auf dem Weg nach Dierscheid. Bei Dierscheid erreicht der Weitwanderweg den Meulenwald, den letzten großen Wald vor Trier. Am Blankenheimer Kreuz beginnt der gemächliche Abstieg nach Quint an der Mosel. Vom Bahnhof macht der Weg einen Umweg zur Siedlung "Auf der Heide" und kommt in Trier-Ehrang letztmals an die Kyll. In einem steilen Aufstieg geht es zur Ehranger Kanzel hoch, einem Aussichtspunkt oberhalb von Kyll und Mosel. Durch den Trierer Stadtwald und dem nach Biewer folgendem Panoramaweg, der entlang der Felskante oberhalb der Mosel führt, wird die älteste Stadt Deutschlands erreicht. Die Stadt die neben zahlreichen historischen Bauten auch das Geburtshaus von Karl Marx beherbert, zählt schon seit 1986 zu dem UNESCO-Welterbe der Menschheit.

  • Länge: 31 km
  • Höhenangaben: Dreis 160 m, Dodenburg 345 m, Victoriaquelle 350 m, Blankenheimer Kreuz 370 m, Quint 160 m, Ehranger Kanzel 250 m, Trier-Biewer 140 m, Weißhaus 220 m, Trier 140 m
  • Wanderkarte(n): Der Meulenwald und die Mosel bei Schweich
  • Anmerkungen: Einen Campingplatz gibt es in Trier, in Dodenburg ein Hotel.

Wanderkarten

Die Nummern beziehen sich auf die Karten des Eifelvereins.

  • "Siebengebirge, Südliche Ville" 1:50.000 ISBN 3-89439-493-5
  • "Das Ahrtal" 1:25.000 Karte Nr. 9
  • "Hocheifel mit Nürburgring" 1:25.000 Karte Nr. 11
  • "Rund um den Hochkehlberg" 1:25.000 Karte Nr. 13
  • "Daun in der Vulkaneifel" 1:25.000 Karte Nr. 20
  • "Vulkaneifel um Manderscheid" 1:25.000 Karte Nr. 20a
  • "Wittlicher Land" 1:25.000 Karte Nr. 24
  • "Der Meulenwald und die Mosel bei Schweich" 1:25.000 Karte Nr. 30

Unterkunft

Hotels und Gasthöfe gibt es in allen größeren Orten am Weg. Bei Großveranstaltungen in der Region um den Nürburgring sind alle Unterkünfte belegt. Siehe auch Bemerkungen bei den Etappenbeschreibungen. Der nahe am Ring gelegene Campingplatz in Müllenbach erhöht bei Großveranstaltungen die Preise.

Jugendherbergen befinden sich in Altenahr (ca.2 km abseits vom Weg), Daun, Manderscheid und Trier.

Die Campingplätze sind in den Etappenbeschreibungen aufgelistet.

An- und Abreise

Brühl wird regelmäßig von den Zügen der Deutschen Bahn angefahren und ist in das Straßenbahnnetz der Städte Köln und Bonn eingebunden. Der Hauptbahnhof von Trier wird mehrmals täglich von den Zügen der Deutschen Bahn und von der Luxemburgischen Bahngesellschaft (CFL) angefahren.

Für einen Zwischeneinstieg bietet sich der Bahnhof von Kreuzberg (Nahe) oder Altenburg an.

Siehe auch

Europäischer Fernwanderweg E8, Jakobsweg, Lieserpfad, Eifelsteig

Weblinks