Impfungen

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Bei der Reise in tropische Länder sind manche Impfungen zur Einreise vorgeschrieben, andere empfohlen. Hier folgt eine Übersicht über die in Deutschland empfohlenen Impfungen vor Reisen in tropische Länder. Ich beziehe mich hierbei hauptsächlich auf das Buch "Ärztlicher Ratgeber für den Aufenthalt in den Tropen" von Hartmut Döring, erschienen im Dietrich Reimer Verlag, ISBN 3-496-02642-1, welches vom Deutschen Entwicklungsdienst (DED) den Entwicklungshelfern während der Vorbereitung (und während der ganzen Impfungen) ausgehändigt wird. In diesem Buch sind viele Jahre Erfahrung im tropen- und reisemedizinischen Bereich gesammelt.

Wundstarrkrampf (Tetanus)

Die Erreger sind weltweit verbreitet. Die Erkrankung äußert sich anfallsartig auftretenden Krämpfen nach Infektion einer Wunde mit den Erregern. 60% aller Tetanuskranken sterben, auch in Ländern mit guter medizinischer Versorgung, da nur die Symptome bekämpft werden können.

Der sehr gut wirksame Impfstoff wird 3x intramuskulär in Abstand von einigen Wochen injiziert. Die Tetanusimpfung gehört ebenso wie die Polioimpfung heutzutage zur Routineimpfung für Kinder, so das der Impfschutz nur alle 10 Jahre aufgefrischt werden muss.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)

Der Erreger ist ein Virus, der über Schmierinfektion (fäkal-oral, Hände waschen nach dem Toilettengang nicht vergessen) oder über mit Fäkalien verunreinigtes Wasser übertragen wird. Symptome können von leichten Grippeerscheinungen bis zu Symptomen ähnlich einer Hirnhautentzündung reichen. Wenn Lähmungserscheinungen auftreten kann nur noch unterstützend behandelt werden und jeder dritte Erkrankte stirbt an dieser Krankheit. Allerdings ist die Krankheit weltweit durch konsequente Impfprogramme immer seltener anzutreffen.

Heutzutage wird eine Injektion mit einem inaktiven Impfstoff empfohlen, da bei der angenehmer anzuwendenden Schluckimpfung mit Lebendimpfstoff einige seltene Fälle von "Impfpolio" auftraten. Zur Grundimmunisierung gehören zwei Injektionen im Abstand von 2-6 Monaten, danach besteht ein 10-jähriger Impfschutz. Es kann auch kombiniert mit Tetanus geimpft bzw. aufgefrischt werden.

Hepatitis A

Hierbei handelt es sich um eine Leberkrankheit, die von einem Virus ausgelöst wird. Dieser existiert weltweit und er wird über Schmierinfektionen übertragen. Nach einer Erkrankung ist man lebenslang immunisiert.

Es bestehen zwei Möglichkeiten der Immunisierung. Einerseits über eine Impfung mit fertigen Antikörpern, d.h. mit Gammaglobulin, allerdings ist die Schutzwirkung nur von kurzer Dauer (4-6 Monate). Neuerdings kann man sich auch aktiv impfen lassen. Dieser gut verträgliche Impfstoff entfaltet seine Schutzwirkung nach 2-4 Wochen und muss nach 6-12 Monaten noch einmal aufgefrischt werden. Danach besteht ein ca. 10-jähriger Schutz.

Hepatitis B

Auch diese Hepatitis ist weltweit verbreitet, allerdings besonders häufig in Ländern mit hoher Armut. Eine Impfung wird für Gesundheitspersonal in Dtl. und Ausreisende in Dritte-Welt-Länder grundsätzlich empfohlen. Auch für Kleinkinder empfiehlt sich eine Impfung, da die Krankheit anscheinend auch über kleine Hautverletzungen übertragen wird.

Für eine Immunisierung sind drei Impfungen notwendig. 4 Wochen nach der ersten Imfung erfolgt die zweite und etwa 6 Monate nach der ersten Impfung die dritte. Der Impfstoff kann auch einige Tage ohne Kühlung gelagert werden, allerdings nicht im Gefrierfach. Da es bei Hep B einen rel. großen Anteil an Impfversagern (ca. 10%) git, sollte nach der dritten Impfung auch eine Antikörpertestung durchgeführt werden, um den Erfolg der Impfung zu testen. Evtl. sollte nachgeimpft werden.

Für Hepatitis A + B gibt es auch eine Kombi-Impfung.

Typhus

Diese Krankheit wird durch Bakterien übertragen, die sich wiederum in tropisch warmen Gefilden deutlich wohler als bei uns fühlen. Die Übertragung erfolgt durch infizierte Nahrungsmittel oder Wasser. Die Bakterien sind sehr widerstandsfähig, nur Temperaturen über 57°C mögen sie nicht. Also gilt als Hauptabwehr: cook it, boil it, peel it oder forget it.

Die Krankheit an sich ist eine lange und schwere, die mit Fieber beginnt, dann über Appetitlosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, schwerem Kankheitsgefühl hin zu Leibschmerzen alles beinhalten kann. Später können noch Durchfälle oder sogar Darmblutungen und Darmbdurchbrüche dazu kommen. Mit frühzeitiger Antibiotikagabe kann der Verlauf gemildert werden und der oft tödliche Ausgang kann ebenfalls verhindert werden.

Erste Möglichkeit der Impfung besteht in einer Schluckimpfung. Diese wird unzerkaut eine Stunde vor einer Mahlzeit an den Tagen 1, 3 und 5 eingenommen. Die Immunisierung beträgt dann ca. 1-3 Jahre. Alternativ dazu gibt es eine intramuskuläre Impfung. Auch hier betragen die Angaben zur Immunisierung nach der Impfung 3 Jahre. Allerdings bestehen Zweifel, ob der Impfstoff bei Kindern unter 2 Jahren wirkt. Der Vorteil besteht in der gut verträglichen gleichzeitigen Möglichkeit einer Malariaprophylaxe.

Gelbfieber

Hierbei handelt es sich mal wieder um eine Viruskrankheit, die nur unterstützend behandelt werden kann. Gelbfieber kommt nur in den Tropen (außer Asien) vor und eine Impfung ist in manchen Ländern zur Einreise vorgeschrieben. Es können leichte Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gelbsucht auftreten, aber auch schwerste Symptome wie z.B. Blutungen aus Nase, Mund, Magen und Gebärmutter. Es gibt bei Gelbfieber eine hohe Todesrate.

Die Impfung besteht aus einer einmaligen Injektion abgeschwächter, aber vermehrungsfähiger Viren. Danach besteht ein 10-jähriger Impfschutz. Bei Kleinkindern, Schwangeren und Personen, die allergisch auf Hühnereiweiß reagieren, wird eine Impfung nicht empfohlen.

Cholera

Cholera ist eine schwere Durchfallerkrankung, hervorgerufen durch bakterielle Erreger. Aufgenommen werden diese mit verseuchten Lebensmitteln, Wasser oder Meeresfrüchten. Das eigentliche Problem bei der Krankheit ist der immense Flüssigkeitsverlust (bis zu 20l je Tag).

Die herkömmliche Choleraimpfung wird von der WHO wegen der vielen Nebenwirkungen und der geringen Wirksamkeit nicht mehr empfohlen. Alternativ gibt es seit einiger Zeit eine Schluckimpfung. Diese ist anscheinend besser verträglich, aber in Deutschland noch nicht zugelassen (Stand 1998).

Tollwut

Tollwut ist eine durch Speichel (Bisse oder Belecken von Wunden) von Tieren auf den Menschen übertragene Krankheit. Prinzipiell können alle Säugetiere Tollwut übertragen, befallen werden in erster Linie meist nur Hunde, Füchse, Wölfe, Fledermäuse und Schakale.

Tollwuterkrankungen sind immer tödlich. Nicht jeder (ca. 20%), der von tollwütigen Tieren gebissen wird, erkrankt jedoch daran.

Die Impfung besteht aus 3 Injektionen, von denen die zweite 7 Tage nach der ersten und die dritte Impfung am 21. Tag nach der ersten Injektion erfolgen soll. Nach einem Jahr ist eine Auffrischung nötig, dann wieder alle 5 Jahre. Trotz der Impfung muss bei Kontakt mit einem tollwütigem Tier nachgeimpft werden. Aber dafür konsultiert besser einen Arzt.

Meningokokkenmeningitis

Japan B-Enzephalitis

Tuberkulose

Pocken