Gore-Tex

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Gore-Tex ist der Handelsname des Industriefilter- und Medizintechnikhersteller W. L. Gore & Associates Inc. für eine mikroporöse wasser- und winddichte, dabei aber dampfdurchlässige („atmungsaktive“) Membran zur Laminierung von Textilien.


Material und Funktion

Die Gore-Tex-Membran ist anders als eVent eine Doppelschicht aus gespreiztem Polytetrafluorethylen (ePTFE) und Polyurethan (PU). PTFE ist unter dem Produktnamen Teflon weltbekannt. Unter dem Elektronenmikroskop erscheint ePTFE als ein Art Filz mit ca. 14 Millionen Poren pro Quadratmillimeter von ca. 0,2μm Größe (Wassermoleküldurchmesser ≈ 0,28nm, Regentropfen ≈ 2mm), es würde also allein die ePTFE-Schicht für die Regendichtig- und Dampfdurchlässigkeit reichen. Im Gegensatz zu PTFE ist ePTFE fettempfindlich, so könnten z. B. Hautfette die Oberflächenspannung der Filamente herabsetzen, in die Membran eindringen und die Textur so verändern, daß die Membran nicht mehr nur dampf- sondern auch wasserdurchlässig wird. Letzteres zu verhindern ist Aufgabe einer wenige μ starken PU-Schicht. Auf ihr kondensiert der Schweiß, Fette werden abgeschieden und die wässrige Phase tritt, getrieben vom Dampfdruckgefälle, durch die Membran hindurch.

Verarbeitung

Bekanntlich ist PTFE/Teflon sehr scheuerempfindlich, für die gespreizte Variante gilt dies um so mehr. Die Membran muß bei Funktionskleidung also geschützt werden. Bei Jacken (und Hosen) unterscheidet man folgende Verarbeitungsarten:

Z-Liner

sind Jacken, bei denen die Membran locker zwischen Außenstoff und Futter hängend und an wenigen Stellen (z. B. am Kragen) fixiert verarbeitet wird. Da bei dieser Verarbeitung die Scheuerkräfte z. B. eines Rucksackgurtes unmittelbar auf die Membran einwirken können, ist diese Jackenart schon bei geringer Beanspruchung nicht mehr geeignet.

Futterlaminate

sind durch die vollflächige Verklebung (Laminierung) der Membran auf den Futterstoff gekennzeichnet. Futterstoffe weisen in aller Regel keine hinreichende Absorptionsfähigkeit bezüglich Scher- und Scheuerkräften auf. Damit sind Futterlaminate für Funktionsjacken ebenfalls ungeeignet.

Paclite

hat kein Futter im eigentlichen Sinn, statt dessen wird ein hauchdünner Carbonfilm auf die Membran aufgetragen, die ihrerseits auf den Oberstoff laminiert worden ist. Die Oberstoffe weisen eine hinreichende Absorptionsfähigkeit für Scher- und Scheuerkräften auf. Der Carbonfilm ist nicht so robust, daß er dauerhaft den Belastungen einer Trekking- oder Kletterjacke gewachsen wäre, darum findet man häufig einen Mix aus Paclite und aus 3-Lagenlaminat an den Streßzonen. Solche Mischkonstruktionen werden auch 2½-lagig genannt.

Paclitejacken sind die dampfdurchlässigsten wasserdichten Jacken von Gore.

2-Lagenlaminate

haben eine auf den Oberstoff laminierte Membran mit losem Futter. Robuste Oberstoffe können die zerstörerischen Scherkräfte absorbieren und so werden 2-Lagenlaminate angeboten, die allen Belastungen gewachsen sind.

3-Lagenlaminate

zeichnen sich durch die Laminierung von Oberstoff, Membran und Futter aus. Hierbei ist die empfindliche Membran am besten geschützt und solche Jacken sind in Bezug auf die Belastbarkeit die hochwertigsten. Im Labor haben 2-Lagenlaminate häufig einen geringeren RET-Wert (Resistance to Evaporating Heat Transfer, Dampfflußwiderstand) als 3-Lagenlaminate, in der Praxis sind aber auch hier die 3-Lagenlaminate überlegen.

Bei all diesen Jacken müssen die Nähte durch Nahtbänder abgedichtet werden, damit sie wasserdicht sind.

Restriktionen

Gore-Tex zählt zu den leistungsstärksten Materialien, bezüglich der Dampfdurchlässigkeit bei gleichzeitiger Wasserdichtigkeit. (vgl. WVT/WVR-Tabelle)

Die Membran funktioniert nur bei hinreichendem Dampfdruckgefälle, wenn es also Innen signifikant wärmer oder feuchter als Außen ist.

Unter den Gurten z. B. eines Rucksacks findet kein Feuchtigkeitstransport statt. Ist die Imprägnierung des Oberstoffs dahin, findet ebenfalls nahezu kein Feuchtigkeitstransport mehr statt, durch einen feuchten Lappen kann man keinen Dampf leiten.

Die Membran bietet keine Wärmeisolation (vgl.: Zwiebelprinzip ).

Pflege

Gore-Tex-Kleidungsstücke müssen mit Flüssigwaschmittel gewaschen werden, wenn sie ihre Funktionsfähigkeit behalten sollen. Pulver werden nicht vollständig ausgespült, verschließen die Poren und können im schlimmsten Fall sogar wegen ihres hydrophilen Charakters aktiv Wasser in die Jacke/Hose etc. hineinziehen.

Kein Weichspüler.

Die Sachen lieber häufig mit milder Lauge als selten mit einer konzentrierten waschen, so werden zuverlässig die nicht unproblematischen Fette entfernt und die Imprägnierung nicht so schnell ruiniert.

Saugt der Oberstoff Wasser auf, ist die Jacke zu imprägnieren. Wärme hilft die Imprägnierung zu „reaktivieren“, also Wachs aus dem Inneren der Fasern an die Oberfläche zu bringen und zu glätten.

Die meisten Jacken können im Trockner im Synthetikprogramm getrocknet oder auf kleiner Stufe gebügelt werden.


Vgl.: eVent

Sportausrütungen

Funktionsjacken bei roseversand.de: Wasserdichte Jacken mit GORE-Tex Material