Gaskocher

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Bauarten

Es können folgende Bauarten unterschieden werden:

  • Aufsatzkocher: Diese Kocher werden direkt auf eine Gaskartusche aufgesetzt und die Kartusche dient als Standfuss. Je nach Ausführung werden bis zu 7000 Watt Heizleistung erreicht.
  • Externe Gaszufuhr: Bei diesen Kochern wird das Gas über eine flexible Leitung zum Brenner geführt. Vorteil ist ein niedrigerer Schwerpunkt des Brenners. Dadurch kann der Kochtopf + Brenner nicht so leicht umfallen. Kocher mit externer Gaszufuhr verfügen häufig über eine Vorheizschleife, die erst die Verwendung der Gaskartusche in der Überkopf-Position ermöglicht.

Bei beiden Ausführungen sind Modelle mit Piezozündung (elektromechnische Funkenerzeugung) erhältlich.

Brennstoffe für Gaskocher

Gaskocher werden in der Regel mit einem Butan/Propangemisch im Verhältnis 70/30 betrieben. Einige Hersteller vertreiben auch Kartuschen mit Isobutan und versprechen sich davon einen größeren Wirkungsgrad bei Kälte oder geringerem Luftdruck.

Siedepunkt Butan: ca. -0,5°C, Dampfdruck (21°C): ca. 2,1 bar

Siedepunkt Isobutan: ca. -12°C, Dampfdruck (21°C): ca. 3,1 bar

Siedepunkt Propan: ca. – 42°C, Dampfdruck (21°C): ca. 8,7 bar

Verfügbarkeit

Ultraleicht: Titan-Gaskocher mit Küchenset aus Titan

Gaskartuschen bekommt man, allerdings in verschiedenen Bauformen, in vielen Ländern. Ungefähr richten kann man sich nach dieser Faustregel: in französischsprachigen Länder bekommt man Campinggaz, in englischsprachigen Coleman, im skandinavischen Raum Primus und in den reichen Ländern zusätzlich Snow Peak.

Anschlusssysteme

Quasistandards

Es sind mindestens vier verschiedene Anschlüsse/Systeme üblich:

  • Stechkartusche (ca. 220g): Einfachste und weit verbreitete Form. Nach Anschluss an Kocher/Lampe nicht wieder zu entfernen. Nicht 100 % dicht. Adapter von Stechkartusche auf Schraubanschlüsse verfügbar.
  • Schraubkartusche (Markill, Primus, Baumarkt, ...) (ca. 125g / 220g / 425g): Selbstverschließende Ventilkartusche, teilweise minimale Fertigungsunterschiede bei den Herstellern, Kompatibilität nicht garantiert.
  • Schraubkartusche (Coleman, MSR) (ca. 125g / 220g / 425g): Selbstverschließende Ventilkartusche (Kompatibilität mit Markill, Primus, etc. nicht garantiert, aber i.A. möglich).
  • Bajonettkartusche (Campingaz) (ca. 125g / 220g / 425g): eher selten verfügbar in Ländern außerhalb Mitteleuropas. Adapter auf Schraubanschlüsse verfügbar.

Es gibt inzwischen Adapter, um Schraubkartuschengeräte sowohl mit Stech- als auch mit Bajonettkartuschen betreiben zu können:

  • Markill Ventilkartuschenadapter: Schraubanschluss auf Bajonettkartusche
  • Markill Stechkartuschenadapter: Schraubanschluss auf Stechkartusche

Stech- und Schraubkartusche.jpg


Campingaz Bajonettanschluss


Exoten

Die immer wieder zu Schleuderpreisen in Großpackungen erhältlichen Butan-Kartuschen mit der Typenbezeichnung MSF-1a oder TC-SUN-02 sind nicht mit den oben genannten Systemen kompatibel.

Bild

Gasverbrauch

Den Gasverbrauch im Voraus annähernd genau abzuschätzen gehört zu den weniger beliebten Punkten einer Reiseplanung. Meist hat man zuviel oder zu wenig Gas dabei. Siehe auch diverse Threads im Forum.
Dazu sollte man sich Gedanken machen für was man den Kocher benötigt: Kaffee/Tee, Essen kochen bzw. wärmen, Schnee schmelzen. Im Artikel Kochervergleich werden reale Gasmenge dargestellt. Herstellerangaben sind eher als Laborwerte anzusehen.

Durch Einsatz eines Windschildes (Alufolie, Platten, Steine) oder durch spezielle Kochtöpfe kann der Wirkungsgrad deutlich verbessert werden.


Gaskocher im Winter

Ab Temperaturen um den Gefrierpunkt bereiten Gaskocher im Betrieb unter Umständen Schwierigkeiten.

Forum: Sehr lange Diskussion[1] mit vielen Praxisbeispielen


Tipps und Tricks

Wenn durch niedrige Aussentemperaturen nur ein verminderter Gasdruck zustande kommt, können folgende Tricks angewendet werden:

  • Kartusche einige Zeit vor Verwendung unter der Kleidung Zwischen 1. und 2. Schicht tragen oder mit in den Schlafsack nehmen.
  • die Kartusche nach dem Entzünden vorsichtig umdrehen, dabei aber nicht höher als den Kocher stellen oder halten! Den Brennerregler vorher möglichst klein drehen, damit keine Stichflamme entsteht. (Flüssiggasbetrieb): Funktioniert nur bei Gaskochern mit Heizschleife und Gasleitung.
  • Vorwärmen von wenig Wasser in einem geeigneten Topf, in welchen dann die Kartusche gestellt wird.
  • Handwärmer: Wärme-Knickpads, wiederverwendbar: Durch Kristallisationswärme im Pad wird die Gaskartusche gewärmt. Handwärmer mit Kohle- oder Benzinbefeuerung können sehr heiß werden, also vorsichtig verwenden. Auch hat man hier eine offene Flamme, welche ausströmendes Gas entzünden kann, sollte der Kocher geöffnet oder die Dichtung kaputt sein. Nur unter Aufsicht !
  • Windschutz eng um den Topf stellen. Blankes Metall kann Strahlungswärme besser reflektieren, als gefärbtes/verdrecktes. (Vorsicht: Temperatur der Kartusche öfter prüfen!)
  • Durch sanftes Schwenken oder Schütteln kann kurzfristig die Gasverdunstung durch die größere Oberfläche verbessert werden.
  • 110g-Kartuschen haben durch den kleineren Durchmesser eine deutlich kleinere Verdunstungsoberfläche. Dadurch lässt die Leistung gerade bei Kälte wesentlich schneller nach. 220g oder 450g Kartuschen funktionieren hier deutlich besser, wobei 450g-Kartuschen natürlich länger brauchen, bis sie aufgewärmt sind. Dafür halten sie diese Wärme dann auch etwas länger. Da 110g-Kartuschen darüber hinaus schneller umkippen und in Relation zur Gasmenge deutlich schwerer sind, sollte ihre Verwendung sehr kritisch betrachtet werden

Zur Verwendung des Stechkartuschenadapters: es empfiehlt sich, vor dem Anbringen des Adapters den Lack an der Einstichstelle abzukratzen, weil kleinste Lacksplitter das im Adapter befindliche Ventil blockieren können.

Siehe auch

Internationale Bezeichnungen für Kocherbrennstoffe

Diskussion

Testberichte im Forum