Funktionswäsche

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Als Funktionswäsche wird Bekleidung bezeichnet, die direkt auf der Haut getragen wird - das unterscheidet sie vom allgemeineren Begriff der Funktionskleidung. Sie dient zwei Zielen: Ihre Hauptaufgabe ist es, den Körper vor einem Auskühlen schützen, in dem sie zuverlässig den Schweiß vom Körper weg leitet, anstatt ihn auf der Haut verdunsten zu lassen. Ein angenehmer Seiteneffekt dieser Funktion ist es, dass die Wäsche in der Regel sehr schnell trocknet und somit ein angenehmeres Tragegefühl vermittelt. Oft wird Funktionswäsche so ausgelegt, dass gleichzeitig noch eine wärmeisolierende Wirkung erzielt wird.

Materialien

Kunstfaser

Funktionswäsche aus Kunstfasern (z.B. Polyester) zeichnet sich vor allem durch ihre absolute Unfähigkeit aus, größere Mengen Feuchtigkeit zu speichern. Dadurch trocknet sie sehr schnell und auf der Haut entsteht kein wirkliches Nässegefühl. Im Vergleich zu Baumwollwäsche fängt sie auch erst nach deutlich längerem Gebrauch an zu riechen. Um diesen Effekt weiter zu verstärken, ist manche Kunstfaserwäsche mit antibakteriell wirkenden Silberionen kombiniert. Sie verhindern ein schnelles Ausbreiten von geruchsfördernden Bakterien. Kritiker wenden ein, dass die Silberionen die Hautflora gefährden können.

Merino-Wolle

Wäsche aus Merino-Wolle hat in der Regel eine größere Isolierfähigkeit als Wäsche aus Kunstfaser und fängt erst nach erheblich längerem Gebrauch an zu riechen. Auf der Haut wird ein angenehmeres Tragegefühl vermittelt als beim Tragen von Kunstfaserwäsche. Dafür trocknet Merino-Wäsche etwas langsamer, verliert aber auch bei Nässe ihre isolierende Wirkung nicht. Von einigen Menschen wird Merino-Wolle als kratzig (wobei Merino aber deutlich glatter ist als z.B. der handelsübliche Wollpulli) empfunden. Einige Benutzer berichten, dass Merino-Wäsche an den Scheuerstellen z.B. unter Rucksackgurten vergleichsweise leicht verschleißt. Außerdem ist Merino-Wolle potenziell durch Mottenfraß gefährdet. Sie ist schwerer als Kunstfaserwäsche, kann aber bedenkenlos tagelang getragen werden, da sie wie gesagt kaum riecht und über den natürlichen Selbstreinigungsseffekt von Wolle verfügt.

Kritik

Durch das tragen von Funktionswäsche wird der Körper massiv in seinem Bestreben behindert, die Körpertemperatur durch Schwitzen zu regulieren. Gerade in sehr warmen Regionen kann dies zu Problemen führen. Einige Hersteller haben daher Ihre Funktionswäsche in Zonen eingeteilt, um an bestimmten Stellen ein Verdunsten auf der Haut zu ermöglichen. In der Regel sollte das Tragen von Funktionswäsche jedoch nicht zu Problemen führen.

Selbstredend ist Merino aus ökologischer Sicht die bessere Alternative. Der Großteil der verwendeten Wolle stammt von Schafen aus den neuseeländischen Alpen und bei der Verarbeitung werden z.B. auch Fette gewonnen, die dann zu Seifen weitervearbeitet werden. Dennoch hat auch Synthetikwäsche ihre bevorzugten Einsatzgebiete (schnelle, kurze Sportarten nach denen man das sofort ausziehen und in die Wäsche packen kann und Ultraleichtreisen).